Visuelle Planetenbeobachtung

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Ja hab einen 20er Horizon, ist große Klasse bei DS und wiegt auch nur 35 kg. Aber am Planeten is mir das persönlich nix. Der curved Spider beim 10er und an meinem 8er Kugeldobson bringt schon echt was.

CS Alex

Da fehlt mir der Vergleich, da ich keine Newtons mit Curved Spider kenne.
Ich kann nur sagen, dass ich mit dem 16er an Planeten sehr zufrieden bin und eben noch kaum etwas (außer großen Sternwartenteleskopen) gesehen habe, das mithalten konnte.

Den 20er Horizon hab ich auch angedacht, aber da wir hier sehr schmale Türen haben, bring ich die Spiegelbox von 16er gerade so durch die Türen, die vom 20er müsste ich immer hochkant stellen.
Dennoch bin ich jetzt ein bisschen neidisch auf dich.

Mario
 
Nope, da bist du auf dem Holzweg. Das ist nicht nur meine ganz reale Erfahrung und die vieler anderer, sondern echte, harte, wissenschaftlich belegte Tatsache. Genaueres Erkennen feiner Details, verbesserte Kontrastwahrnehmung...
Warum wohl hat man beim Augenarzt beidäugig einen deutlich höheren Visus als einäugig? Schon mal drüber nachgedacht?
Binocular Summation
Ich fände es toll, wenn man erstmal etwas Eigenrecherche betreiben würde, bevor man Anderen vorwirft nur Meinungen zu verbreiten.
Auch so ein Ding was hier im Forum immer unangenehmer und häufiger wird.

LG
Olli
Wenn Du andere Meinungen als Deine nicht zulässt, bist Du in einem Diskussionsforum tatsächlich falsch. Also lass es doch einfach, wenn Du nur Deine eigene Meinung hören willst.
 
Egal ob Refraktor, SC, Newton oder eine Klo-Rolle mit einem Brillenglas der Oma, die Hauptsache ist doch die Zufriedenheit einer Beobachtung, die einem von dem Teleskop der Begierde geschenkt wird, nach jeder Nacht, oder gar am Tage. Mehr braucht man meiner Meinung nach nicht. Gruss, Bengt
Gut, aber solche doch eher philosophischen Betrachtungen sind nicht die Antwort auf die Fragestellung.
 
Wollte damit nur einen Grundsatz vermitteln, alles andere läuft eher auf ein "Mine is bigger than yours" hinaus. Von der Fragestellung wurde schon unlängst abgewichen. Gruss, Bengt
 
Wenn Du andere Meinungen als Deine nicht zulässt, bist Du in einem Diskussionsforum tatsächlich falsch. Also lass es doch einfach, wenn Du nur Deine eigene Meinung hören willst.
Du hast da was nicht verstanden, das war keine Meinung sondern eine belegte Tatsache.
Schade, das heutzutage so viele Menschen nicht mehr zwischen Meinung und Tatsache unterscheiden können.

LG
Olli
 
Du hast da was nicht verstanden, das war keine Meinung sondern eine belegte Tatsache.
Schade, das heutzutage so viele Menschen nicht mehr zwischen Meinung und Tatsache unterscheiden können.

LG
Olli
Lieber Olli,

wir sollten die Schärfe herausnehmen.

Ich habe stark reagiert, weil ich es als schlechten Stil empfinde jemandem pauschal vorzuwerfen, er hätte keine Ahnung und sich nicht mit dem Thema beschäftigt. Und dann als Argument auf einen englischsprachigen Wiki Eintrag zu verweisen, der sich mit dem binokularen Sehen beschäftigt, emfand ich auch als etwas oberlehrerhaft und wenig überzeugend.

Zum Thema: Der Artikel hat nur bedingt mit der Wirkung eines Binoansatzes am astronomischen Fernrohr zu tun, der ja lediglich ein einzelnes Lichtbündel teilt. Das ist ein großer Unterschied z.B. zum Fernglas, bei dem a) die doppelte Lichtmenge und b) durch die Parallaxe bedingt, tatsächlich mehr Informationen zur Verfügung stehen.

Ich weiß schon was Du meinst mit der Verschaltung der Sinneszellen in der Retina und der nachgeschalteten, noch nicht 100% verstandenen Berechnung im Gehirn, denn ich habe mal Biologie studiert und kenne mich zumindestens mit den basics der Sinnesphysiologie noch aus, auch wenn mein Wissensstand bestimmt nicht mehr aktuell ist, weil ich beruflich schon lange etwas ganz anderes mache.

Ohne die Diskussion abwürgen zu wollen sollten wir das hier beenden, da wir uns gegenseitig nicht überzeugen werden, nehme ich an ;-)

Viele Grüße
Andreas
 
Jop, sorry, bin dabei
Ich habe stark reagiert, weil ich es als schlechten Stil empfinde jemandem pauschal vorzuwerfen, er hätte keine Ahnung und sich nicht mit dem Thema beschäftigt. Und dann als Argument auf einen englischsprachigen Wiki Eintrag zu verweisen, der sich mit dem binokularen Sehen beschäftigt, emfand ich auch als etwas oberlehrerhaft und wenig überzeugend.
So war es tatsächlich nicht gemeint. Ich wollte wirklich nur den Wahrheitsgehalt meiner Aussage belegen. Ich gehöre dummerweise zu den 0,2% der Bevölkerung die keinerlei Gespür haben, wie Formulierungen und Aussagen auf Andere teils wirken können. Ich schreibe normalerweise nichts zwischen den Zeilen.
Zum Thema: Der Artikel hat nur bedingt mit der Wirkung eines Binoansatzes am astronomischen Fernrohr zu tun, der ja lediglich ein einzelnes Lichtbündel teilt. Das ist ein großer Unterschied z.B. zum Fernglas, bei dem a) die doppelte Lichtmenge und b) durch die Parallaxe bedingt, tatsächlich mehr Informationen zur Verfügung stehen.
Der Unterschied ist mir bewusst. Räumliches Sehen durch parallaxe fällt natürlich weg.
Ich weiß schon was Du meinst mit der Verschaltung der Sinneszellen in der Retina und der nachgeschalteten, noch nicht 100% verstandenen Berechnung im Gehirn, denn ich habe mal Biologie studiert und kenne mich zumindestens mit den basics der Sinnesphysiologie noch aus, auch wenn mein Wissensstand bestimmt nicht mehr aktuell ist, weil ich beruflich schon lange etwas ganz anderes mache.
Ich mache, was das Betrifft, immer wieder due Erfahrung (vir allem mit Besuchern), dass sie einäugig nix von der Granulation sehen, nur eine "rauhe Oberfläche), beidäugigaber springtves die Leute an.
Ein echtes Biniscope rockt auch im Deep Sky so richtig, weil dann auch die Helligkeiten kombiniert werden, das funktionuert natürlich nicht wenn die Helligkeit vorher halbiert wurde.
Fällt beim Binoansatz also weg, bzw begrenzt nur etwas den Helligkeitsverlust ohne Virteile gegenüber einäugig zu liefern.
So wie ich das verstanden und erlebt habe ist aber Das, und die Parallaxe für räumliche Wahrnehmung, das Einzige, was beim Binoansatz nicht funktioniert.
Denn auch mit Fernglas oder Freiägig ist der Mond zu weit weg um bei 7cm Augenabstand irgendeine nennenswerte Parallaxe zu bekommen.
Ich und viele Andere sehen mit Bino halt wirklich deutlich mehr Feinheiten als Mono.
Denn was Kontrastempfinden und "Rauschunterdrückung" bzw "Fehlerunterdrückung" betrifft funktioniert die Summation auch bei identischen Bildern für beide Augen.
Ohne die Diskussion abwürgen zu wollen sollten wir das hier beenden, da wir uns gegenseitig nicht überzeugen werden, nehme ich an ;-)
Alles gut, wir können gerne weiter drüber diskutieren. Ich hab wohl einfach nur das mit der Meinung in den falschen Hals bekommen, aber ist ja jetzt geklärt dass es nicht als Vorwurf gemeint war.
Ich bin kein nachtragender Mensch, es kann also weitergehen.

LG
Olli
 
Moin,
das Thema Binoansatz wurde ja schon oft diskutiert … man sollte dabei aber unbedingt darauf hinweisen, dass nicht jeder damit klar kommt. Ich selbst habe da so meine Schwierigkeiten. Wenn ich die Möglichkeit habe schaue ich mit Binoansatz. Dabei waren SCs, Newtons, Refraktoren und auch ein 6“ Schiefspiegler.
Bisher hatte ich nur bei 2 Kombinationen ein Bild zurande gekriegt…das hatte mir dann aber sehr gut gefallen… Das liegt sowohl an mir, als auch an den Okularen und vermutlich noch an anderen Dingen…
Um zur eigentlichen Frage zurückzukehren, wenn ein Refraktor gewünscht ist, dann nimm einen ab 4“. Darunter kratzt man nur an der „Oberfläche „
Möglichst farbrein sollte er sein, wie z.B der 4“ F/11 ED der Farbfehler ist nicht nur ein kosmetisches Problem (wie oft suggeriert wird) sondern da werden Details verwischt und das will man bei Planetenbeobachtungen keinesfalls…

Grüße Rainer
 
Moin,
das Thema Binoansatz wurde ja schon oft diskutiert … man sollte dabei aber unbedingt darauf hinweisen, dass nicht jeder damit klar kommt. Ich selbst habe da so meine Schwierigkeiten. Wenn ich die Möglichkeit habe schaue ich mit Binoansatz. Dabei waren SCs, Newtons, Refraktoren und auch ein 6“ Schiefspiegler.
Bisher hatte ich nur bei 2 Kombinationen ein Bild zurande gekriegt…das hatte mir dann aber sehr gut gefallen… Das liegt sowohl an mir, als auch an den Okularen und vermutlich noch an anderen Dingen…
Ja das stimmt. Okulare sind da sehr kritisch, ebenso wie die mechanische Qualität des Binos, und die Fokuslage muss auch passen.
Was auch dazu kommt, ein Fernglas hält man sich schlicht an die passende position, der Binoansatz aber ist ortsfest am Teleskop, die Positionierung macgt also nicht die Hand sondern der Kopf, das erfordert Übung, ich hab da auch ne weile gebraucht bis ich Blackouts und so in den Griff bekommen habe.
Man sollte es auf jeden Fall Einfach mal ausprobieren, fast alle Sternwarten und Vereine haben so ein Ding, wenn es funktioniert, go for it. Wenn nicht, nicht beirren lassen und weitermachen, entweder man wird warm damit, oder man beobachtet einäugig wie die meisten anderen. Funktioniert ja auch.
Um zur eigentlichen Frage zurückzukehren, wenn ein Refraktor gewünscht ist, dann nimm einen ab 4“. Darunter kratzt man nur an der „Oberfläche „
Ja, definitiv
der Farbfehler ist nicht nur ein kosmetisches Problem (wie oft suggeriert wird) sondern da werden Details verwischt und das will man bei Planetenbeobachtungen keinesfalls…
Exajt, kostet genauso Kontrast wie Obstruktion, teils schlimmer, wenn ganze Details völlig verloren gehen.
Der RC Wert ist da ein guter Anhaltspunkt, wenn man ihn in Erfahrung bringen kann. Er sollte 2 nicht großartig überschreiten, es sei denn die Öffnung ist brachial groß.
Die bisher besten Jupiterbeobachtungen hatte ich an einem 8"F/15 Fraunhofer mit Bino, der hat immerhin einen RC von 6,8, genauso wie ein 127/1200. Beim Kleinen drückt das sehr spürbar die Leistung, beim Großen ist es durch dann ohnehin Seeinglimitierung tatsächlich nur ein kosmetisches Problem.

LG
Olli
 
Hallo Alex

Markus/APM und Gerd haben mit dieser Barlow wirklich was feines konstruiert, für einen Newton fast ein unverzichtbares Zubehörteil.

Laut Gerd hat die APM/Düring 2.7x komakorrigierdene Barlow folgende Daten.
Komakorrektur bis f/4
Ausgeleuchtetes Feld = 36mm bis f/4
Brennweite = -62,9mm
Backfokus = 105mm

Berechnung des Verlängerungsfaktors z.B. bei einer Verlängerung des Backfokus auf 150mm
Delta d2 = d2alt –d2 neu
=105mm-150mm=45mm

Delta M=Delta d2 /fb
= 45mm/62,9mm=0,715
M neu=M alt + Delta M
=2,67+0,715=3,385

Laut Gerd kann man den Verlängerungsfaktor gut bis 3,6x erhöhen, man bekommt anscheinend dadurch jedoch etwas mehr Bildfeldwölbung, was mich persönlich für die Planeten nicht stört bzw. das habe ich bei den hohen Vergrößerungen noch gar nicht festgestellt.

Was ich jetzt nicht weiß bzw. auch selbst nicht gemessen habe ist, um wie viel sich der intrafokale Weg durch die Verlängerung geändert hat.
Höchstwahrscheinlich wird es evtl. mit dem ADK und Bino, bei den Standradnewtons mit ihren langen OAZ etwas knapp mit der Fokuslage, oder das OAZ-Rohr schaut dann in den Strahlengang?
Ich meine, das ich mit der Baader-ClickLook gerade noch fokussieren konnte?
Bei einer Umbaumaßnahme habe ich jedoch den OAZ gewechselt.

Mit folgendem Adapter kannst du das Barlow Element ganz in den ADK reinschieben.
Man muss nur den 10mm Anschlag/Flansch mit der Beschriftung, da wo die Feststellschrauben drin sind, ebenfalls auf 2" abdrehen und die Feststellschrauben durch Madenschrauben ersetzen.
Noch näher kommt man wenn man das Gewinde der Barlow abdreht, was ich jedoch selber nicht gemacht habe.

Was ich festgestellt habe, durch den ADC verändert sich Teilweise die chromatische Feldkorrektur mancher Okulare, man sieht schneller einen Farbquerfehler, auch wenn man zu schräg ins Okular reinschaut.
Dafür bekommt man aber auf der Achse ein schneeweißes Bild mit feinsten Farbabstufungen z.B. bei Jupiter ;)

Und hab grad mal nach dem Skywatcher 16er Goto Dob geschaut 96kg :eek: ... eieieieie

Wie gesagt mit einem Kugelgelagerten Rollbrett kein Problem.
Außerdem wackelt da nichts beim Fokussieren:)
Was würde im Vergleich ein 16" mit einer EQ-8 wiegen und wie transportabel wäre das ganze?
Sicher, für den Feld-Wald und Wieseneinsatz ist das dann nicht mehr so geeignet, aber die Planeten beobachte ich zu 99% von zu Hause aus.

Gruß
CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Quanten, Danke für die Ausführung zur Barlow. Mal schauen ob der Weihnachtsmann sowas besorgen kann.

Das mit dem Gewicht ist schon immer so ne Sache. Ich verstehe nicht warum die großen Hersteller das Thema so vernachlässigen.
Umso interessanter werden individuelle Lösungen, aber auch von der Stange geht es deutlich leichter. Auch wenn man einen Dobson und die gleiche Optik parallaktisch montiert nur vergleichen kann, wenn man sich strikt auf eine Anwendung festlegt. Der Dobson muss aber nicht zwangsläufig leichter sein:

Orion UK Dobson 10"f6.3 mit EQ Plattform: 27kg und 2200€
Skywatcher 250PDS Synscan: 56kg und 1700€
Skywatcher 250PDS auf EQ6: 50kg und 2400€
Eigenbau Newton 10"f4,8 auf SX2 und Dobsmount: 25kg und 3500€

APM 152f8 ED auf EQ6: 54kg und 4400€
APM 152f8 auf AZ100 mit GOTO und Berlebach UNI: 35kg und 7000€

Ausgehend von der Fragestellung dieses Treads würde ich den APM 152f8 ED auch aus eigener Erfahrung empfehlen. Der Orion Dobson wäre eine interessante Alternative.

CS Alex
 
Hallo Alex,


schon bei einem 8"f6 mit gebogener Spinne und sehr kleinem FS lohnt sich diese APM Barlow bei 20"f3,3 eigentlich fast ein MUSS für Planeten...oder Kugelsternhaufen und allen anderen Kleinkram...


Viele Grüße Felix
 
Nach dem Profilbild von Andreas, hat er ja schon einen 10" Skywatcher Newton?
Würde er diesen konsequent auf die Planetenbeobachtung optimieren, wüsste ich nicht, was ein kleinerer APO mehr, oder besser zeigen soll als dieser?
Daher geht es vermutlich nicht nur um die "Planetenleistung", sondern vielleicht um ein anderes Handling, oder um den ultimativen Kontrast mit Öffnung XY, oder was auch immer?
Da sollte vielleicht der Andreas etwas präziser werden, was er genau will, dann kann Ihm bestimmt auch besser geholfen werden.

Gruß
CS
 
@ Felix: den 20er nehme ich ehr nicht für Planeten und die Koma ist mit dem Televue SIPS schon gut korrigiert.

CS Alex
 
Hallo zusammen,

gerne wiederhole ich mein Statement von weiter oben:

“…Guter Spiegel + Planeten = „gut“ sowie Gute Linse + Planeten = „auch gut“….“

Bin auch nach ca. 40 Jahren Beobachtungserfahrung in Summe auf keinen anderen Nenner gekommen.

Selbstverständlich sollte man dabei auch versuchen, sowohl für die Linse auch für die Spiegel erstklassige Ware (bzw. wenn möglich ausgesucht gute Exemplare) zu bekommen, welche dann im eigenen Öffnungsbereich nicht mehr besser sein können.

Dann hat man an beiden enormen Spaß.

Eines macht mich allerdings immer mal wieder stutzig: Ein Teleskop in seiner Güte oftmals daran zu messen wie hoch man hier und da (nutzbar) vergrößern kann. Ist bei guten bzw. exzellenten Augen gar nicht notwendig, zumal bereits bei größerer AP alle erdenklichen Details sichtbar und auflösbar sind. Streng genommen zeigt sich hier nicht unbedingt die hohe Güte der Optik sondern eher die unzureichende Auflösungfähigkeit der eigenen Augen. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Werner,
du bringst es wunderbar auf den Punkt! Danke dir für diesen Kommentar. Ergänzend möchte ich noch bemerken, dass auch das Trennen von Doppelsternen nicht zur Beurteilung einer Optik dienlich sind. Wird leider auch immer wieder hier im Forum erwähnt bzw. herausgestellt

Gruß Holger
 
Selbst ein Interferogramm mit 0.98 Strehl sagt nicht alles über die optische Leistung (z. B. am Planeten) aus.

(Wir hatten z. B. mal einen 152 f/9 ED Doublet mit 0.98 Strehl; der zeigte am Jupiter deutlich CA, war flau und gelbstichig...)
 
Hallo zusammen,

gerne wiederhole ich mein Statement von weiter oben:

“…Guter Spiegel + Planeten = „gut“ sowie Gute Linse + Planeten = „auch gut“….“

Bin auch nach ca. 40 Jahren Beobachtungserfahrung in Summe auf keinen anderen Nenner gekommen.

Selbstverständlich sollte man dabei auch versuchen, sowohl für die Linse auch für die Spiegel erstklassige Ware (bzw. wenn möglich ausgesucht gute Exemplare) zu bekommen, welche dann im eigenen Öffnungsbereich nicht mehr besser sein können.

Dann hat man an beiden enormen Spaß.

Eines macht mich allerdings immer mal wieder stutzig: Ein Teleskop in seiner Güte oftmals daran zu messen wie hoch man hier und da (nutzbar) vergrößern kann. Ist bei guten bzw. exzellenten Augen gar nicht notwendig, zumal bereits bei größerer AP alle erdenklichen Details sichtbar und auflösbar sind. Streng genommen zeigt sich hier nicht unbedingt die hohe Güte der Optik sondern eher die unzureichende Auflösungfähigkeit der eigenen Augen. ;)

Viele Grüße
Werner

Hallo Werner, beides spielt eine Rolle, die Augen und die Qualität der Optik.
2 Beispiele zur Veranschaulichung:
Während mein Kollege bei idealen Bedingungen gerne bis 800x geht, reichen mir 600x, verwendet er 500x reichen mir 400x usw. Da spielen ganz offensichtlich die Augen eine Rolle.

Andererseits ist natürlich das Erreichen einer hohen Vergrösserung ohne Qualitätseinbußen an Kontrast sehr wohl ein Merkmal der Güte einer Optik.
Ich baute mal ein größeres Gerät und machte mir den Spass, während des Spiegelschliffs den noch nicht fertig korrigierten und unbelegten Spiegel im bereits sonst fertigen Teleskop am Mond/Planeten zu testen. Da erkannte man sehr schön: Je besser der Spiegel, desto höher konnte man gehen.

Noch ein Aspekt: Die Spiegel sollten zusätzlich auch noch möglichst glatt sein, das macht sie etwas weniger seeingabhängig. Denn eine unruhige Spiegeloberfläche ist wie eingefrorenes Seeing, welches sich zum echten Seeing hinzu addiert.

Und weil ich grade dabei bin, noch eins:

Hier in diesem Forum wird oft Wert gelegt auf leichte Teleskope mit dünnen Spiegeln. Davon halten meine Kollegen und ich nicht viel. Ein Planetenspiegel muß so dick sein, daß er sich nicht unter seinem eigenen Gewicht beim Polieren und beobachten verbiegt und Asti produziert. Also lieber ausreichend dick, als eine dünne Glaspizza auch wenn sie viele geploppte Auflagepunkte hat.

CS Mike
 
Hallo Mike,

selbstverständlich wirst mit einem z.B. ca. Lambda/2 Spiegel oder Linse kaum eine AP von ca. 1 mm überhaupt sinnvoll nutzen können, da einfach die Optik nicht gut genug ist und somit den limitierenden Faktor darstellt. Da bin ich ganz bei dir. Aus diesem Grund meine eher vorsichtige Formulierung oben.

Ich lese nur immer wieder mal von sogenannter “sinnvoller“ Nutzung bei (wenn ich es durchrechne) AP‘s teilweise deutlich unterhalb von 0,6 - 0,5 mm bevorzugt bei kleineren Refraktoren. Das ist aus meiner Sicht mit normal guten Augen definitiv nicht notwendig und schon gar nicht mit überdurchschnittlich gutem Visus.

Das Bild wird nur unnötig aufgebläht, verliert an Kontrast und Helligkeit, bietet dem Auge jedoch keinerlei mehr Details…außer vielleicht Augen mit eher unterdurchnittlicher Sehschärfe.

Bezüglich der Spiegeldicke empfände ich einen Kompromiss als die beste Lösung. Wenn ein größerer Dob beispielsweise erst ab ca. 10 Grad und weniger Horizonthöhe schwach ausgeprägten Asti durch das Eigengewicht des HS zeigt, wäre meine Welt noch in Ordnung. Jedoch sind mir bei Teleskoptreffen durchaus unnötig dicke Glasklötze „über den Weg gelaufen“, welche über die gesamte Beobachtungssession das „Geblubber“ nicht loswurden. Dann hat man auch keinen wirklichen Beobachtungsgenuß an Planeten.

Viele Grüße
Werner
 
Notwendig ist so eine AP sicher nicht. Aber in meinen visuellen Zeiten (damals waren meine Augen auch noch sehr gut) fand ich es an Mars, Jupiter und Saturn einfach ein entspannteres Beobachtungserlebnis wenn die Planetenscheibchen größer waren. Mag sein das ich damit Kontrast "geopfert" habe, aber ich fand es trotzdem angenehmer. Sowas ist aber immer sehr subjektiv.

Ciao, Udo
 
Als Maximalvergrößerung finde ich, 1mm bis 0,8mm Austrittspupille als eine gute Näherung.
Öffnung und Vergrößerung ergeben im Idealfall ein harmonisches Zusammenspiel, so kann man über die Vergrößerung, seine optimale Teleskopöffnung finden.
Kann man z.B. öfters im Jahr an seinem Standort Seeing bedingt auf 300x Vergrößern, so könnte man sich ein 12" Teleskop anschaffen und so die Planeten gemütlich bei 1mm Austrittspupille beobachten.
Zum Beispiel stören dann bei einer solchen AP, eventuelle Glaskörpertrübungen im Auge noch nicht die Beobachtung.
Man kann mit einer AP von 1mm, schon ca. 95% der Theoretischen Auflösung erkennen, mit Bino erkennt man ab hier z.T. schon das Beugungsscheibchen.
Das Bild ist mit Bino angenehm hell und die Farbkontraste sind noch voll erhalten.
Auch finde ich, dass das Bild bei größeren APs glatter und ästhetischer aussieht.

Gruß
CS
 
Hallo. Ich habe das hier mal mitgelesen. Ich möchte mal meine Geschichte in Sachen "Sterne beobachten" schildern. Ich habe Anfang der 90er Jahre begonnen, den Himmel zu beobachten.
Man hat mir zuerst ein 76er Spiegelteleskop empfohlen ( Tasco). Der Frust war groß, keine Montierung, alles wackelte. Habe das Ding wirklich entsorgt. Ein halbes Jahr später; Dann kam ein "guter Freund". Ja, da gibt es was! Ein 114 mm Spiegelteleskop! Auf einer paralaktischen Montierung. Und wieder, der Frust war groß! Erstmal das Geld, damals waren 500 DM viel Geld für sowas. Dann waren beide Spiegel verstellt. Da kommt ein Laie nicht mit klar. Wieder, ein riesen Frust! Auch die Montierung war Schrott.
Dann habe ich mir Bücher gekauft. Internet gab es damals noch nicht. Habe gelesen, u. a. gab es die Zeitschrift "Sterne und Weltraum". Ich habe Infos eingesogen, gefachsimpelt mit anderen Sternenfreunden ....
Dann bekam ich ein Prospekt der Fa. Bresser in die Hand. Da gab es einen 4"/f10 Refraktor, ein Linsentelesop. Auf einer stabilen Montierung. Ich weiß gar nicht mehr, wie diese Modell hieß. Es sollte ein schwarzes Teleskop sein. Schwarz. Das war teuer. Ich meine 2200.00 DM.
Lange Lieferzeit, es war Mitte 1993. Dann ein Anruf, nach ca. 4 Wochen. Ihr Telesop ist da. Sie können es abholen. Damals in Hagen.
Den Karton in Empfang genommen. Hm, stand nicht Bresser drauf. Na, egal. Ich nach Hause. Ausgepackt, gestaunt. Das Teleskop bzw. der Tubus in Weiß, die Montierung Grün, der Name "Vixen" in Rot auf dem Tubus. Okay, tief Luft geholt, dann beim Händler angerufen. Antwort: Das andere Teleskop ist nicht leiferbar.
Dann hatte ich es aufgebaut. Wow, sehr stabil, macht einen guten Eindruck. (Seit dem liebe ich die Fa. Vixen)
Dann das erste Beobachten. Und da war es: Endlichg macht es spaß, zu beobachten. Keine Spiegelsorgen, die Auskühlzeit gering. Dann die ersten Blicke auf die Planeten: Saturn, Jupiter, dann die Venus, halb Venus. Der Mond! Das Teleskop hatte zwar diesen kleinen Farbfehler, aber es machte Spaß. Hinterher kamen die Motoren dran, für die Nachführung. Erste Versuche in Deepsky. Der Ilford 400 SW Film war teuer, ach, die Kamera auch: Olympus OM1n und Canon A1. Beide in Gebrauch. Mit dem Lumicon Easy Guider ....
Filme selbst entwickelt ......Schwarz-Weiß.

So, jetzt heute. Den Vixen 4 Zöller auf der SP Montierung habe ich immer noch. Der macht auch noch richtig Spaß, am Planeten: Saturn, Jupiter ..., der Mond...

Ich habe mir vor 2,5 Jahren ein SC 9.25 gekauft. War schon immer ein Wunsch von mir. Aber:
Das Teleskop braucht sehr lange zum auskühlen. Wenn der Tubus dann ausgekült ist, macht sich das Seeing negativ bemerkbar. Ich mag ja hohe Vergrößerungen, mit einem 5 mm Okular hat man ca. 470 fache Vergrößerung. Kaum einsetzbar. Ich beobachte die Planeten am liebsten so mit
120 - 200facher Vergrößerung. Zum Vergleich an dem Vixen 4" Refraktor zwar ein Auflösungsgewinn, aber den 9.25 SC immer aufzubauen zum schnellen spechteln ..., das Ding ist schwer, nebst EQ6 Pro. Da nehme ich dann lieber immer den Vixen.

Ich habe mir nun mal einen 127 mm ES zugelegt. Bekomme den Refraktor am Samstag. Da werde ich dann mal schauen, ob der an den 9.25 SC drankommt. In Auflösung, Detailreichtum, Helligkeit.

Ich möchte mit meiner Geschichte verdeutlichen, und nachfragen, warum einem Laien in sehr vielen Fällen ein Spiegelteleskop empfohlen wird? Gerade bei einem Newton - Teleskop muss man die Kenntnis erwerben, die Spiegel zu justieren, und dass fast bei jedem Aufbau, wenn man mal eben etwas spechteln möchte. Das führt doch eher zu Frust statt zur Lust.

Ich persönlich würde jedem, der mit diesem Hobby anfängt, zu einem mindestens 4"/f8-f10 Refraktor raten. Der geringe Farbfehler bei einem normalem, achromatischen Fraunhofer Refraktor ist für einen Anfänger vernachlässigbar. Denn die, die mit diesem Hobby anfangen, möchten als erstes den Mond betrachten, dann die großen Planeten ...., und bei einem 4" ist in der Regel eine gute, stabile Montierung dabei.
Ich habe fast das Interesse an dem Hobby verloren, wegen der falschen Empfehlung, Spiegelteleskope zu benutzen.

Ich hoffe, dass ich mit meiner kleinen Geschichte niemanden auf die Füße getreten habe ... . Es soll nur ein kleiner Gedenkanstoß sein.

Gruß Thomas
 
Ich möchte mit meiner Geschichte verdeutlichen, und nachfragen, warum einem Laien in sehr vielen Fällen ein Spiegelteleskop empfohlen wird? Gerade bei einem Newton - Teleskop muss man die Kenntnis erwerben, die Spiegel zu justieren, und dass fast bei jedem Aufbau, wenn man mal eben etwas spechteln möchte. Das führt doch eher zu Frust statt zur Lust.
1 Weil es heute das Internet gibt. Zum Nachlesen und Nachfragen.
2 Weil ein Newton deutlich mehr Öffnung pro Geld liefert.
3 Weil ein Newton keinen Farbfehler hat
4 Weil ein Newton keine Auskühlprobleme hat
5 Weil das Justieren eines Newtons kinderleicht ist und in einer Minute gemacht ist, nachdem man Punkt 1 befolgt hat.

Ich habe Übrigens auch mit einem 76mm Newton angefangen und hatte viele Jahre viel Spaß damit.
Und ich stimme dir auch zu, ein 4" F/10 FH ist ein super Allrounder und eine klasse Einstiegsdroge mit Langzeitspaß.

LG
Olli
 
Ich mag ja hohe Vergrößerungen, mit einem 5 mm Okular hat man ca. 470 fache Vergrößerung. Kaum einsetzbar.

Das ist auch etwas viel für ein C9 1/4, da würde ich bis etwa 300...350x gehen, mehr nicht. Gute Justage vorausgesetzt sollte das eigentlich bei ruhiger Luft gehen.

Ich persönlich würde jedem, der mit diesem Hobby anfängt, zu einem mindestens 4"/f8-f10 Refraktor raten. Der geringe Farbfehler bei einem normalem, achromatischen Fraunhofer Refraktor ist für einen Anfänger vernachlässigbar. Denn die, die mit diesem Hobby anfangen, möchten als erstes den Mond betrachten, dann die großen Planeten ...., und bei einem 4" ist in der Regel eine gute, stabile Montierung dabei.

Halte ich für mutig, ein ED Refraktor wäre schon deutlich zeitgemäßer wenn das in's Budget paßt . Und davon auszugehen daß die Monti stabil ist...geht schlicht nach hinten los. Da gibt es gruselig wacklige Einsteigerpakete.

So unterschiedlich können Erfahrungen ausfallen, ich finde Spiegelteleskope - gerade Newtons - herrlich unkompliziert habe aber genau so Spaß an halbwegs farbreinen Refraktoren. Die Justage beim Spiegelteleskop kann man sich ja mal von jemandem zeigen lassen das ist kein Hexenwerk. Und Infos findet man heute im Netz jede Menge - wenn man sucht. Und wer sich so gar nicht vorstellen kann was das richtige ist -> Volkssternwarte oder entsprechende Veranstaltung aufsuchen! Da wird einem normalerweise freundlich geholfen ;) und man kann sich vieles vor Ort anschauen und durchschauen und erklären lassen.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Thomas,

kann schon nachvollziehen, wenn man mit einem kleinen Newton mal Pech hat, dass da Frust als Anfänger aufkommt. Jedoch ist auch bei dem von dir erwähnten 4“ Refri nicht zwangsläufig sichergestellt, dass die Linse (bzw. das Gerät) bei Lieferung ausreichend gut justiert ist. Größere Abweichungen bereiten da ebenfalls keine Freude.

Ich weiß jetzt nicht, ob bei diesem Modell eine Nachjustage an der Linsenfassung überhaupt möglich ist. Es gibt/gab Bresser Einsteiger-Modelle welche das nicht vorsehen/vorsahen (keinerlei Schrauben vorhanden).

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Freunde

Ich kann dem Thomas da durchaus nachfühlen, besonders wenn man mal durch einen billigen 150er F5-Billignewton der Marke "Kugelspiegel" oder Kat-Newton geschaut hat oder durch ein billiges verunglücktes 6" Maksutov . Der Kugelspiegel-Newton war in der Vegrößerungsfähigkeit bereit mit einem 9er Okular bei 83-fach völlig am Ende. Das Maksutov kam allenfalls mit einem 13er auf eine 146-fache Vergrößerung was dann auch schon reichlich Leidensfähigkeit beanspruchte.
Überrascht war ich dann doch als ich mir einen 80mm F-11,25- Fraunhofer wegen des "Star Sense" für schmale 154€ zugelegt hatte. Mittlerweile ist er wieder mit 249 € deutlich teurer.

Nun gut, die Montierung ist vom Typ "rühr mich nicht an / Wackeldackel", das Amici Prisma vignettiert kräftig ( Eingangsdurchm. 17mm, Ausgang 19mm, Bildkreis bis max. 23mm ) und die Barlowlinse hat gerade mal einen 12 mm Durchgang. Das 25er RKE-Okular ist gar nicht mal so übel und auch das 10er ist brauchbar. Der Okularauszug ist extrem einfach, erfüllt aber troz dem immer noch recht gut seinen Zweck. Das wars dann aber auch mit dem Negativen.

Das Objektiv zeigte dann doch mehr als ich erwartet hatte. Der Farbfehler hielt sich, dank F-11,25, in sehr engen Grenzen und man kann mit dem Ding gut mit einem 6er Okular bis auf 150 fach vergrößern. Selbst mit einem 5er bei 180-fach zeigt die vergleichsweise kleine Optik mehr an Schärfe und Auflösung als die misslungenen oben angesprochenen Spiegeloptiken. Das ist dann schon für einen 80mm Refraktor aller Ehren wert. Ein Apo zeigt dagegen die Planeten dank Farbfehlerfreiheit nur etwas klarer und kontrastreicher. Was man auch nicht unterschätzen sollte: das Ding ist schön leicht und braucht praktisch keine Auskühlung.

Wie gesagt ich hatte von dem Billigangebot nicht eine solche Leistung erwartet und es zeigt doch das man auch mit "kleinen Brötchen" durch aus satt werden kann.
Das muß nicht immer Unsummen kosten.

Gruß
Peter
 
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