Quanten
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Hallo ThomasDas Newtons bzw. Spiegelteleskope eine Weile brauchen um "auszukühlen" ist ja bekannt. Wie sieht es bei Refraktoren aus?
Optik ist mit das empfindlichste was es gibt, daher muss jedes Teleskop sich anpassen und braucht dazu Zeit.
Vereinfacht kann man sagen, je größer die Masse und je mehr Material dran ist, umso länger ist die Anpassungszeit.
Kleine APOs haben relativ dünne Linsen und Fassungen, große APOs haben dickere Linsen und massivere Fassungen.
Ein Dreilinser braucht länger als ein Zweilinser, ein 6“ braucht länger wie ein 4“, ein Öl-gekitetes Objektiv ist schneller angepasst als ein Luftspalt-Objektiv usw.
Ein APO in einer Sternwarte der quasi vor kühlen kann, ist schneller angepasst als einer der von Zimmertemperatur nach draußen hin aufgestellt wird.
Beim APO ist es so, dass die Frontlinse und die Fassung schneller abkühlen, weil diese nach außen gerichtet sind, was die Korrektur und somit den Strehl verändert, auch verändert sich dabei die Brennweite.
Der Refraktor ist im Auskühlverhalten meist gutmütiger, was bedeutet, das der Strehl nicht so stark abfällt wie bei einem Reflektor und man evtl. von Anfang an ein etwas besseres Bild hat (Thema Grenzschicht).
Von den Auskühlzeiten gibt es ganz unterschiedliche Angaben, je nach dem wie die APOs aufgestellt werden (mobil/stationär) und welche Temperaturdifferenz diese ausgleichen müssen.
Pauschale Auskühlungszeiten kann es daher keine geben, da man ja das ganze Jahr über beobachtet und sich die Temperaturen immer wieder ändern.
So kenne ich 6" Triplets, welche ca. 1.5h brauchen bis sie die volle Schärfe erreichen, dementsprechend länger brauchen dann größere Objektive.
Ich habe auch schon von größeren 10-12" APOs gehört, welche quasi die ganze Nacht hinterherlaufen und welche die dann Asti oder Trefoil zeigten.
Spiegelteleskope können hingegen mit Lüftern ausgestattet werden und zeigen so in kurzer Zeit ihre volle Schärfe.
Tut man das nicht, dauert es auch hier z.T. Stunden bis man einmal ein scharfes Bild sieht.
An meinem 10" Newton habe ich einen leistungsstarken Lüfter mit Regulierung verbaut, dieser ist in der Regel in 20-30min einsatzbereit.
Hilfreich für die Auskühlung bei APOs ist, wenn man das Objektiv nach unten auf den Boden ausrichtet, die Taukappe abnimmt bzw. ganz zurückschiebt und den OAZ, oder denn Zenitspiegel offenlässt.
So kann die Grenzschicht welche sich an der hinteren Linse bildet, über den Tubus und dem Kamineffekt etwas schneller abziehen, und das Objektiv kühlt sich so etwas gleichmäßiger aus, als nur über die Fassung und die Frontlinse.
Lässt man den APO hingegen zum Himmel hin ausgerichtet auskühlen, bleibt die Grenzschicht lange Zeit an der letzten Linse kleben und kühlt quasi nur so schnell ab, wie das gesamte Objektiv abkühlt, bzw. beide behindern sich dann in ihrer Auskühlzeit.
Bei einem 4" Duplet wird man davon jedoch recht wenig merken.
Gruß
CS