Sind diese DS-Objekte für die visuelle Beobachtung mit einem 8" Newton realistisch?

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ToSto64

Aktives Mitglied
Hallo zusammen
Ich habe eine Liste zusammengestellt mit DS-Objekten, welche wir gerne beobachten möchten.

Meine Frage an Euch:
Sind diese realistisch mit 8" Newton (f4)?
Gleich als Ergänzung: Das Beobachtungsresultat ist natürlich in erster Linie vom Beobachtungsstandort abhängig. Da die Differenzierung rein nach der Bortle Skala zu ungenau ist (www.sternenhimmel-fotografieren.de/wie-funktioniert-die-bortle-skala/ ... erklärt das sehr gut), sind am ehesten noch die SQM-Werte aussagekräftig.
Hier bewegen wir uns an unseren Beobachtungsstandorten von 20.98 (509m) bis 21.8 (1620m). Allerdings gibt es da auch noch Unterschiede, was die Lichtverschmutzung im Horizontbereich betrifft.

1) NGC 7640 (Sternbild Andromeda / Juli - Februar)
2) NGC 891 (Coma Berenices / Juli - Februar)
3) NGC 7662 (Andromeda / Juli - Februar)
4) NGC 772/770 (Widder / August - Februar)
5) NGC 1907 - M38 (Fuhrmann / Wintermonate)
6) NGC 1501 (Giraffe / September - März)
7) NGC 2403 (Giraffe / September - März)
8) M3 (Jagdhunde / Februar - Juli)
9) M63 (Jagdhunde / März - Mai)
10) NGC 4736 - M94 (Jagdhunde / Februar - Juli)
11) NGC 4217 - M106 (Jagdhunde / Februar - Juli)
12) NGC 4244 (Jagdhunde / Februar - Juli)
13) NGC 4490 (Jagdhunde / Februar - Juli)
14) NGC 4627/4631 (Jagdhunde / Februar - Juli)
15) NGC 5005/5033 (Jagdhunde / Februar - Juli)
16) NGC 6951 (Kepheus / Mai - Dezember)
17) NGC 1055 - M77 (Walfisch / September - Dezember)
18) M53 / NGC 5053 (Coma Berenices / Juli - Februar) --> M53 habe ich schon beobachtet aber 5053 nicht gefunden
19) M64 (Coma Berenices / Juli - Februar)
20) M85 (Coma Berenices / Juli - Februar)
21) M88 (Coma Berenices / Januar - Juli)
22) NGC 4548 - M91 (Coma Berenices / Januar - Juli) Ist event. auch NGC 4571 möglich?
23) M98 (Coma Berenices / Januar - Juli)
24) M99 (Coma Berenices / Januar - Juli) Coma Pinwheel --> bin mir nicht sicher, ob ich diese bereits im Frühjahr 22 gesehen habe.
25) M100 (CB / Januar - Juli) Habe letztes Frühjahr den Virgo Haufen öfter durchstreift, jedoch sind mir da eher diffuse Bilder im Kopf geblieben.
26) NGC 4565 (CB / Januar - Juli)
27) NGC 5907 (Drache / März - Sept.)
28) NGC 2392 (Zwillinge / Dezember - März)
29) M83 (Wasserschlange / April - Mai) steht sehr südlich --> kann man diese mit 8" sehen?
30) NGC 3342 (Wasserschlange / Februar - April) Jupiters Geist habe ich letztes Frühjahr nicht gefunden
31) Leo Triplet (Löwe / Januar - Mai)
32) M95 / M96 (Löwe / Januar - Mai) M96 habe ich letztes Frühjahr diffus gesehen.
33 NGC 2903 (Löwe / Januar - Mai)

Vielen Dank an alle schon mal, die ihre Erfahrungen hier weitergeben.

Sternenklare Grüsse

Thomas und Daniela
 
Hi Thomas und Daniela,

eure Liste ist lang und schwierig. ;)

Zum Spass habe ich euren 8" Newton und eure SQM Werte bzw. Grenzgrösse in Eye&Telescope eingetragen.
Dann habe ich die von E&T berechnete Perceptibilität beim kleineren SQM Wert von ein paar Objekten angeschaut.
Man sieht, dass manche definitiv einfach sein sollten, zB alle M-Objekte.
Aber die NGC Objekte sind meistens schwieriger und bei manchen gibt E&T "questionable" (zB NGC7640), also sicher nicht sichtbar an, bei anderen "difficult".

Vielleicht einfach mal mit dem kostenlosen E&T selber ausprobieren oder in Katalogen, in denen die visuelle Sichtbarkeit angegeben ist, nachschauen.
ZB im BAFK:

Gruß
Peter
 
Hoi Peter
Merci für die Rückmeldung.
Die Objekte haben wir aus dem BAfK.
Gehört zu unserem Standardrepertoire.
;)
Dort sind viele Objekte mit Öffnung von 4" und 8" als Minimum beschrieben.
Einige habe ich mir dann auf Deep Sky Corner angeschaut, soweit dort vorhanden, und da kam meine Skepsis.
Von Bergen beschreibt dann einige der Objekte. Mit 16" als 'kleine mattrunde Scheibe' zu sehen. :unsure:
Ab 20" sind dann erste Details zu sehen.:oops:
E&T ist leider nur für Windows verfügbar.
Wir haben Mac. Vielleicht gestattet die IT meiner Firma die Installation auf dem Firmennotbook. ;)
Ein wichtiges rein visuelles Kriterium ist M33. Das habe ich von Beat Kohler erfahren. M33 ist wohl sowas wie ein Wegweiser für die visuelle Beobachtung.
Bisher habe ich M33 nur im August oberhalb von St.Antönien im Prättigau bei einem SQM Wert von 21.81 ohne FG gesehen. Selbst bei 21.4 in der Valüna konnte ich die Gx nur indirekt sehen, weil ich wusste, wo sie ist. Daniela hat nichts sehen können.
Gruss Thomas
 
Hi,

ja so sieht's aus. ;)

Ich kann euch sagen, ich habe/hatte auch einen 8 Zöller SC. Da waren manche Objekte echt schwer.
Dann kam der 12 Zöller. Damit habe ich alle Messier Objekte leicht identifiziert (in Vorstadt Himmel) und manche NGC kamen noch dazu.

Ich mache gerne Werbung für E&T, weil das das einzigste Programm dieser Art ist, das versucht Sichtbarkeiten realistisch zu berechnen.
Es ist allerdings etwas altertümlich, aber ok.

Hier mal ein Screenshot, wie das in E&T dann aussieht:

E&T Perceptibility Beispiel.jpg

Vielleicht nimmt ja einer der Damen und Herren der SW-Entwickler diese Idee wieder auf.

Gruß
Peter
 
...ich wünschte, ich hätte so einen dunklen Himmel. Auf den Punkt gebracht: Ausprobieren. Messier-Objekte sollten von dort aus bei klarem Himmel mit dem 8-Zöller immer gehen, wenn´s schwierig wird, immer eher ein höher vergrößerndes Okular ausprobieren, dass "dimmt" die Hintergrundhelligkeit und verstärkt den Kontrast zum Vorteil des Beobachtungsobjektes.
Vorplanung ist immer so eine Sache, Erfahrungswerte von anderen sind gut, aber eben auch von der persönlichen Erfahrung geprägt. Von daher einfach: Machen. Ich finde, genau das ist immer wieder der Reiz des visuellen Beobachtens - man weiß nicht immer, ob es klappt oder nicht. Und ganz wichtig: In jeder Beobachtungsnacht ein Highlight einstellen (M42, M13 oder was auch immer ihr mögt) - das ist gut für die Spechtler - Seele...

Clear Skies!
Stefan
 
Hallo zusammen
Ich habe eine Liste zusammengestellt mit DS-Objekten, welche wir gerne beobachten möchten.

Meine Frage an Euch:
Sind diese realistisch mit 8" Newton (f4)?
Gleich als Ergänzung: Das Beobachtungsresultat ist natürlich in erster Linie vom Beobachtungsstandort abhängig. Da die Differenzierung rein nach der Bortle Skala zu ungenau ist (www.sternenhimmel-fotografieren.de/wie-funktioniert-die-bortle-skala/ ... erklärt das sehr gut), sind am ehesten noch die SQM-Werte aussagekräftig.
Hier bewegen wir uns an unseren Beobachtungsstandorten von 20.98 (509m) bis 21.8 (1620m). Allerdings gibt es da auch noch Unterschiede, was die Lichtverschmutzung im Horizontbereich betrifft.

1) NGC 7640 (Sternbild Andromeda / Juli - Februar)
2) NGC 891 (Coma Berenices / Juli - Februar)
3) NGC 7662 (Andromeda / Juli - Februar)
4) NGC 772/770 (Widder / August - Februar)
5) NGC 1907 - M38 (Fuhrmann / Wintermonate)
6) NGC 1501 (Giraffe / September - März)
7) NGC 2403 (Giraffe / September - März)
8) M3 (Jagdhunde / Februar - Juli)
9) M63 (Jagdhunde / März - Mai)
10) NGC 4736 - M94 (Jagdhunde / Februar - Juli)
11) NGC 4217 - M106 (Jagdhunde / Februar - Juli)
12) NGC 4244 (Jagdhunde / Februar - Juli)
13) NGC 4490 (Jagdhunde / Februar - Juli)
14) NGC 4627/4631 (Jagdhunde / Februar - Juli)
15) NGC 5005/5033 (Jagdhunde / Februar - Juli)
16) NGC 6951 (Kepheus / Mai - Dezember)
17) NGC 1055 - M77 (Walfisch / September - Dezember)
18) M53 / NGC 5053 (Coma Berenices / Juli - Februar) --> M53 habe ich schon beobachtet aber 5053 nicht gefunden
19) M64 (Coma Berenices / Juli - Februar)
20) M85 (Coma Berenices / Juli - Februar)
21) M88 (Coma Berenices / Januar - Juli)
22) NGC 4548 - M91 (Coma Berenices / Januar - Juli) Ist event. auch NGC 4571 möglich?
23) M98 (Coma Berenices / Januar - Juli)
24) M99 (Coma Berenices / Januar - Juli) Coma Pinwheel --> bin mir nicht sicher, ob ich diese bereits im Frühjahr 22 gesehen habe.
25) M100 (CB / Januar - Juli) Habe letztes Frühjahr den Virgo Haufen öfter durchstreift, jedoch sind mir da eher diffuse Bilder im Kopf geblieben.
26) NGC 4565 (CB / Januar - Juli)
27) NGC 5907 (Drache / März - Sept.)
28) NGC 2392 (Zwillinge / Dezember - März)
29) M83 (Wasserschlange / April - Mai) steht sehr südlich --> kann man diese mit 8" sehen?
30) NGC 3342 (Wasserschlange / Februar - April) Jupiters Geist habe ich letztes Frühjahr nicht gefunden
31) Leo Triplet (Löwe / Januar - Mai)
32) M95 / M96 (Löwe / Januar - Mai) M96 habe ich letztes Frühjahr diffus gesehen.
33 NGC 2903 (Löwe / Januar - Mai)

Vielen Dank an alle schon mal, die ihre Erfahrungen hier weitergeben.

Sternenklare Grüsse

Thomas und Daniela
Hallo Thomas und Daniela,
knappe Antwort: Ja das geht, ist aber zum Teil anspruchsvoll und herausvordernd.
Mit einem 12" macht das wesentlich mehr Freude.
CS Mike
 
Moin! Auch wenn DS visuell nicht mein Schwerpunkt war und ist: das geht! Teilweise ein bißchen tricky, aber machbar. Wie schon oben erwähnt - ausprobieren, manchmal mit etwas sportlichem Ehrgeiz! Das hat bei mir dazu geführt, daß ich z.B. NGC 604 (Gasnebel in M 33) mit einem 80er Refraktor eindeutig als Fleckchen erkennen konnte. Im Anhang zwei Zeichnungen (also mit eigenen Augen gesehen) entstanden am 130/780er Apo, der Eskimonebel und Jupiters Geist.
Gruß, Michael

Eskimonebel.jpg
Jup_Geist.jpg
 
Die Objekte haben wir aus dem BAfK.
Gehört zu unserem Standardrepertoire
Hallo Thomas,

dann nimm Dir mal den BAfK zur Hand (damit sollten die meisten Fragen geklärt sein) und prüfe nach, in welchem Verhältnis die Gesamt- und Flächenhelligkeit ist. Hierin ist praktischerweise beides verzeichnet. Wenn Du einige Objekt mit derselben Gesamthelligkeit nimmst und schaust, bis zu welcher (immer schwächer gewählten) Flächenhelligkeit diese für dich sichtbar bleiben, hast einen Richtwert, das Ganze machst Du "andersherum" (gleiche Flächenhelligkeit, absinkende Gesamthelligkeit). Dann findest Du heraus, was an Deinem Standort die Begrenzungen des Erkennbaren sind.
Für meinen 10"er ist folgendes die grobe Richtung: Flächenhelligkeit <13.2m, dann sollte die Gesamthelligkeit nicht unter 11m bis 11.5m liegen.
Falls ein Parameter lichtschwächer wird, wird es mit der Erkennbarkeit herausfordernd. Da sind natürlich noch die Variablen Durchsicht, Luftruhe, hat's kürzlich geregnet (oder nicht), persönliche Verfassung (Tagesform, Müdigkeit) und Beobachtungserfahrung zu berücksichtigen, die dann nochmal die Eine oder Andere Zehntel-Magnitude ausmachen können.
Und M33 kann knackig sein. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass ich im 10"er nix fand und im 10x42 Fernglas prompt ein opakes Glimmen am erwarteten Ort zu sehen war. Ähnlich "lustig" kann es mit NGC 6833 werden (Barnard Glx). Die hat sich erst beim runtervergrößern gezeigt, bis ich die max. AP erreichte.

Bei den Öffnungsangaben im BAfK sollte man u.U. 2" abziehen, wenn man nur durchschnittliche Umgebungsbedingungen hat. So jedenfalls passt es für meine Gegebenheiten.

Kurzum: Austesten und Beobachten, das bringt die meiste Erkenntnis und Freude (vor allem wenn's klappt) - und den oben genannten Hinweis ein, zwei, drei... deepsky Standards immer wieder anzuschauen unterstütze ich! Falls Du Beobachtungsnotizen zur vis. Beobachtung machst, wirst Du feststellen, dass daselbe Objekt oftmals anders wirkt. Die zahreichen Variablen der persönlichen und äußeren Bedingungen können erstaunlich wirken.

Grüße
Uwe
 
Hallo zusammen

Danke für Euer Feedback.

Für meinen 10"er ist folgendes die grobe Richtung: Flächenhelligkeit <13.2m, dann sollte die Gesamthelligkeit nicht unter 11m bis 11.5m liegen.
Als Anfänger (das bin ich/wir nach anderthalb Jahren immer noch) hierzu meine Frage:
Wenn ich das richtig verstehe, so ist für Dein 10" Teleskop alles sichtbar, was eine Flächenhelligkeit kleiner 13.2m hat. Mit 13.8m wäre es schon schwierig(?).
Beispiel:
Im BAfK ist M106 mit einer Flächenhelligkeit von 13.8m angegeben und die Gesamthelligkeit liegt hier unter 11m (8.3m).
Nach Deiner Aussage wäre es mit 10" somit schon schwierig, M106 zu sehen. Laut BAfK ist M106 aber bereits mit dem FG sichtbar.
Allerdings sagt meine Logik, dass ein kleinerer Wert bei der Gesamthelligkeit eine bessere visuelle Sichtbarkeit ermöglicht. Du hast geschrieben, der Wert der Gesamthelligkeit sollte nicht unter 11 - 11.5m liegen. (?)

Meine Frage zielte eigentlich auf die Diskrepanz von manchen Angaben im BAfK zu den Angaben von Hobbyastronomen auf ihren Websites.

Austesten und Beobachten, das bringt die meiste Erkenntnis und Freude (vor allem wenn's klappt) - und den oben genannten Hinweis ein, zwei, drei... deepsky Standards immer wieder anzuschauen unterstütze ich! Falls Du Beobachtungsnotizen zur vis. Beobachtung machst, wirst Du feststellen, dass daselbe Objekt oftmals anders wirkt. Die zahreichen Variablen der persönlichen und äußeren Bedingungen können erstaunlich wirken.
Das sehen wir genauso.
Wir beobachten viel mit dem Deep Sky Reiseatlas und dem Deep Sky Guide. Stellarium benutzen wir sehr zurückhaltend.
Dazu zeichnen wir unsere Beobachtungen mit Bleistift und übertragen sie dann auf schwarzes Papier. Viele Objekte zeigen sich immer wieder mit neuen Details, aus anderen Perspektiven und werden für uns nie langweilig. :)

Anscheinend gilt der gute alte Spruch "Versuch macht kluch" nicht mehr.
Wozu betreibt ihr eigentlich Amateurastronomie?

Dennoch cs
Christian
Wie auch immer ...
Wir nehmen an, Du meinst es nicht so 'spitz' wie Du es geschrieben hast.
Ansonsten ist oben alles geschrieben, was uns antreibt und wie wir es handhaben.

Und btw... wenn ich keine Fragen stellen soll, für was benötigt man dann überhaupt ein Forum?
Bei entsprechender Zeit für Recherchen im Internet und das Lesen einschlägiger Literatur, finde ich 80% aller Antworten, auch ohne ein Blick in ein Forum. ;)

BG Thomas
 
Hi Thomas,

klar soll man Fragen stellen.
Das ist eine Win/Win Situation. Sowohl der Fragesteller und als auch der Beantworter lernt etwas dazu.

Zur visuellen Sichtbarkeit:
Das ist eine schwierige Sache. Es geht eigentlich um den Kontrastunterschied, um den Flächenhelligkeitsunterschied zwischen Objekt und Himmels-Hintergrund.
Die Flächenhelligkeit des Objekts kann nachgelesen werden (aber nicht immer ;) ).
Die Flächenhelligkeit des Himmels wird mit dem SQM Wert oder dem Stern-Grenzwert angegeben.
Dieser Wert ist durch die örtlichen Bedingungen bestimmt.

Das von mir empfohlene Eye&Telescope berücksichtigt genau diese Zusammenhänge und definiert und berechnet einen sogenannten Kontrast Wert CAT (contrast above threshold). Wenn der CAT über einem bestimmten Wert liegt, ist das Objekt sichtbar.
Der CAT eines Objekts im Okular ist von folgendem abhängig:
Objekthelligkeit, örtlicher Himmelshintergrund, Okular-Brennweite, (Okular-Gesichtsfeld, da bin ich mir nicht sicher), Teleskop-Brennweite, Teleskop-Öffnung
Er wird bei jeder Kombination neu berechnet.

Übrigens: mM ist M106 unter normalen Bedingungen in einem 8 Zöller sichtbar.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thomas,

Gesamt- und Flächenhelligkeit solltest Du immer im Zusammenhang sehen und nicht einzeln bewerten. Eine Galaxie mit 11m5 Gesamthelligkeit kann mit einer Flächenhelligkeit von 13m8 schwierig sein. Ein PN mit 11m5 Gesamthelligkeit und einer Flächenhelligkeit von 12m wiederum leicht. Hierbei wird eine generelle Grundsatzaussage kaum machbar sein. Ich habe es eher als Beispiel für Deine mgl. Vorgehensweise genommen, um die an Deinem Standort mit Deiner Optik erreichbaren Objekte zu identifizieren. halte dich nicht zusehr an meinen Beispielwerten fest. Manchmal reicht ein Regenschauer über Tag und was gestern nicht ging ist heute erkennbar.

Anscheinend gilt der gute alte Spruch "Versuch macht kluch" nicht mehr.
Wozu betreibt ihr eigentlich Amateurastronomie?
:rolleyes: (staun und stutz) Einlassungen dieser Art würde ich übrigens - als wenig sachdienlich - ignorieren. Hier und im Nachbarforum wird "unnötige Schärfe im Ton" in letzter Zeit vermehrt als unangebracht angemerkt.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe
Hallo Peter

Gesamt- und Flächenhelligkeit solltest Du immer im Zusammenhang sehen und nicht einzeln bewerten. Eine Galaxie mit 11m5 Gesamthelligkeit kann mit einer Flächenhelligkeit von 13m8 schwierig sein. Ein PN mit 11m5 Gesamthelligkeit und einer Flächenhelligkeit von 12m wiederum leicht. Hierbei wird eine generelle Grundsatzaussage kaum machbar sein. Ich habe es eher als Beispiel für Deine mgl. Vorgehensweise genommen, um die an Deinem Standort mit Deiner Optik erreichbaren Objekte zu identifizieren. halte dich nicht zusehr an meinen Beispielwerten fest. Manchmal reicht ein Regenschauer über Tag und was gestern nicht ging ist heute erkennbar.
OK. Jetzt habe ich verstanden. :)
Habe bereits begonnen mir ein Buch in Tabellenform anzulegen und dann die werte und meine Beobachtungen einzutragen.
Dann kann ich da echte Rückschlüsse auf meine Beobachtungen ziehen.
Danke.

Das von mir empfohlene Eye&Telescope berücksichtigt genau diese Zusammenhänge und definiert und berechnet einen sogenannten Kontrast Wert CAT (contrast above threshold). Wenn der CAT über einem bestimmten Wert liegt, ist das Objekt sichtbar.
Schade das ich E&T nicht auf MAC installieren kann.

Seit unserem First Light im August 2021 haben wir 28 Beobachtungsnächte absolviert. Da haben wir schon einige Erkenntnisse gewonnen und durchwegs nur positive Erfahrungen. Trotzdem sind wir immer noch im Stadium Anfänger. Aber es macht Spass und der Appetit auf MEHR ist gewachsen.
Haben uns ja auch noch ein zweites Hofheim zugelegt. :)
Mal sehen was der Winter und das kommende Frühjahr bringen.

BG Thomas & Daniela
 
... 28 Beobachtungsnächte absolviert. Da haben wir schon einige Erkenntnisse gewonnen und durchwegs nur positive Erfahrungen. ... Aber es macht Spass und der Appetit auf MEHR ist gewachsen.
Haben uns ja auch noch ein zweites Hofheim zugelegt. :)
Es macht Freude zu sehen, dass es Euch Spass macht, ihr erfolgreich und zufrieden den Himmel erkundet und nicht zeitnah dem techn. Aufrüstungsdrang verfallt.
Uwe
 
Hallo zusammen,

ich habe jetzt hier einiges überflogen und habe das Gefühl, dass schon alles gesagt wurde. Genialer Thread.
Wir haben uns beim BAFK in erster Linie auf die Angaben von E&T verlassen, die meisten Öffnungsangaben wurden durch eigene Beobachtungen verifiziert. Wenn wir es besser wussten durch eigene Beobachtungen, dann haben wir natürlich Korrekturen ggü. den E&T-Angaben vorgenommen.

Thomas und Daniela. Wenn das hier nicht schon irgendwo steht => Deepskylog.org baut von der Sichtbarkeit her auch auf den Kontrastreserveberechnungen von E&T auf. In der Datenbank sind viele Beobachtungen besserer und leider auch minderer Qualitöät hinterlegt, aber man bekommt auf jeden Fall ein gutes Gefühl, was bei einem Objekt bei welchen Bedingungen geht.

Die Messiers sind übrigens bei guten Bedingungen alle im normalen Fernglas beobachtbar. Manche halt nur etwas schwerer. M 106 gehört nicht dazu. Die geht sogar in Kleinfernglas, ist im Kern einfach zu hell, der große schwache Halo vermindert die Flächenhelligkeit so stark, dass es hier besser ist, sich an der Gesamthelligkeit zu orientieren.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo zusammen,

ich habe jetzt hier einiges überflogen und habe das Gefühl, dass schon alles gesagt wurde. Genialer Thread.
Wir haben uns beim BAFK in erster Linie auf die Angaben von E&T verlassen, die meisten Öffnungsangaben wurden durch eigene Beobachtungen verifiziert. Wenn wir es besser wussten durch eigene Beobachtungen, dann haben wir natürlich Korrekturen ggü. den E&T-Angaben vorgenommen.

Thomas und Daniela. Wenn das hier nicht schon irgendwo steht => Deepskylog.org baut von der Sichtbarkeit her auch auf den Kontrastreserveberechnungen von E&T auf. In der Datenbank sind viele Beobachtungen besserer und leider auch minderer Qualitöät hinterlegt, aber man bekommt auf jeden Fall ein gutes Gefühl, was bei einem Objekt bei welchen Bedingungen geht.

Die Messiers sind übrigens bei guten Bedingungen alle im normalen Fernglas beobachtbar. Manche halt nur etwas schwerer. M 106 gehört nicht dazu. Die geht sogar in Kleinfernglas, ist im Kern einfach zu hell, der große schwache Halo vermindert die Flächenhelligkeit so stark, dass es hier besser ist, sich an der Gesamthelligkeit zu orientieren.

Beste Grüße

Rene
Hallo Rene

Danke für Dein Feedback.
Wenn ich das richtig verstehe, bist Du einer der Initianten des BAFK. Super Auflistung. Da steckt ja eine Menge Zeit und Arbeit drin.
Er gehört bei uns zum Standard. Habe ihn komplett ausgedruckt und gebunden. So ist er als Arbeitsmittel besser einsetzbar.
Wenn ich den BAFK durchgehe und sehe was alles mit FG und unseren beiden 8" Hofheims unter entsprechenden Bedingungen beobachtbar ist, da sind die nächsten 20 Jahre schon fasst knapp bemessen. ;) Dann sind wir knapp Achtzig und wer weiss...
Auf jeden Fall genug Stoff für klare, dunkle Beobachtungsnächte.
Ich bin gerade dabei, für uns selbst einen Katalog zusammen zu stellen und dann unsere persönlichen Beobachtungsresultate auf zu zeichnen. Hier werden wir das dann auch noch individuell zwischen Daniela und mir trennen, denn jeder wird unterschiedliche Wahrnehmungen der Objekte haben.

CS Thomas
 
Er gehört bei uns zum Standard. Habe ihn komplett ausgedruckt und gebunden. So ist er als Arbeitsmittel besser einsetzbar.
Wenn ich den BAFK durchgehe und sehe was alles mit FG und unseren beiden 8" Hofheims unter entsprechenden Bedingungen beobachtbar ist, da sind die nächsten 20 Jahre schon fasst knapp bemessen. ;) Dann sind wir knapp Achtzig und wer weiss...
Hallo Thomas, das lese ich gerne. Genau für Sternfreunde wie euch beide haben wir den BAfK online gestellt. Das war es nämlich, was mir zum Start meiner Astrokarriere gefehlt hat. Ich bin seinerzeit den Empfehlungen von Einsteigerbüchern gefolgt und an den ersten Objekten fast verzweifelt und hätte fast wieder hingeworfen ... nein, hätte ich nicht, aber es war trotzdem zum Verzweifeln.
Und ihr hab gleich zwei 8"er Hofheims. Konsequent. so gibt es nie Streit. Hach, ich habe dieses Teleskop geliebt. Noch viel Freude euch beiden damit.

Ich bin gerade dabei, für uns selbst einen Katalog zusammen zu stellen und dann unsere persönlichen Beobachtungsresultate auf zu zeichnen. Hier werden wir das dann auch noch individuell zwischen Daniela und mir trennen, denn jeder wird unterschiedliche Wahrnehmungen der Objekte haben.
Das klingt nach einem guten Plan und viel Motivation für euch beide. Finde ich gut. Schau mal hier: Zeigt her eure Aufzeichnungen
Da stellen viele Sternfreunde vor, wie sie ihre Beobachtungen verewigen.

Beste Grüße

Rene
 
Genau für Sternfreunde wie euch beide haben wir den BAfK online gestellt.
Aber auch ganz einfach für uns selbst, nicht wahr, Rene? Das war ein anstrengender aber wunderbarer Weg, alles, was mir (und darf ich sagen, auch Dir?) im Kopf herumschwirrte, zu ordnen - und gleichzeitig sehr viel Neues zu lernen und das Wissen Anderer in ein kohärentes, dichtes Werk zu integrieren.

Ich nehme es selbst immer wieder gerne zur Hand. Übrigens verlasse ich mich einfach darauf, dass wir die Daten in hinreichender Gründlichkeit recherchiert haben, wohl wissend, dass andere Quellen leicht andere Daten nennen können. Das betrifft gerade die Entfernungsangaben. Diese unterliegen in der wissenschaftlichen Literatur teilweise einer erheblichen Spanne, und werden laufend an neue Erkenntnisse angepasst. Bei den Veränderlichen, wiederum, treten immer mal neue Maximal- und Minimal-Werte der Helligkeit auf, bei den Doppelsternen verändern sich Komponentenabstände, sei es durch die Rotation von physikalischen Paaren oder die Eigenbewegung von Line-of-Sight Paaren usw. ...

Ich habe noch im Endspurt 2020 wissenschaftliche Papers durchforstet auf der Suche nach den neuesten Daten und dich, Rene, zu allem Überdruß mit letzten Anpassungen traktiert, obwohl Du schon reichlich genug mit dem Endlayout und der Vorbestellungskampagne zu tun hattest, Du Armer ....

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Thomas und Daniela,

die meisten schwächeren Galaxien und Kugelsternhaufen machen mir erst ab 12 Zoll Spaß. Also bei Interesse an solchen Objekten würde ich mittelfristig aufrüsten.

Zu NGC 5053 kann ich beitragen, dass er sich mit 12 Zoll und mag 6.5 Himmel deutlich abzeichnete, bei einem Beobachtungsort mit meistens mag 5.5 war er schon sehr sehr blass und ich habe ihn auch nicht immer gefunden.

Leo Triplett geht auf jeden Fall mit 8 Zoll und darunter, wobei von der lichtschwachen NGC Galaxie bei aufgehelltem Himmel nicht viel übrig bleibt, mit 12 Zoll habe ich in einer Sahnenacht an ihr aber auch schon die sich nach außen verdickenden Ausläufer strukturiert gesehen.

Im Allgemeinen ist es mit der Erkennbarkeit auch so eine Sache, oft hilft es, das Objekt schon einmal in einem Größeren Instrument und/oder bei dunklerem Himmel deutlich gesehen zu haben, dann geht es auch schemenhaft bei schlechteren Voraussetzungen.

Messier Objekte sind mit 8 Zoll, wie schon oben geschrieben, alle erreichbar. Bei den südlichsten wird es natürlich mitunter schwierig.

Aufgrund der kurzen Brennweite eignet sich euer Instrument auch gut für die Betrachtung mehr oder weniger ausgedehnter Nebelgebiete mit Filter. Die sind oft einfacher als kleine und flächendunkle Galaxien und Kugelsternhaufen und die helleren bieten auch viele Details. Ich meine nur für den Fall, dass man vom Augen verdrehen an den Faint und Fuzzies mal eine Pause braucht.

VG Klaus
 
Hallo Klaus
Wir hoffen das es im Januar klappt, mit einem Forumsmitglied gemeinsam eine Beobachtungsnacht zu verbringen. Aktuell hat uns das nicht so 'liebe' Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da haben wir dann mal die Möglichkeit durch ein 12" Teleskop zu schauen. Allerdings werden wir dann nicht sofort aufrüsten, sondern erstmal die doch zahlreichen Möglichkeiten unserer beiden 8" Teleskope ausreizen.
Wie Du schon angesprochen hast, ist das Beobachtungsfeld der Nebel für uns noch riesig, da wir uns in der bisherigen Zeit vorallem den Planeten, Galaxien und verschiedenen Sternhaufen zugewendet haben. Oft hatten wir uns auch verschiedene Objekte vorgenommen und sind dann z.B. an Bodesgalaxie einfach fasziniert hängengeblieben. Da entdeckt man, je länger man schaut, immer mehr und ist einfach nur fasziniert.
Deshalb auch die Idee mit dem zweiten Hofheim. Da tun sich doch Möglichkeiten auf.

@Schiefspiegler
Auch Dir noch unseren Dank für diesen wirklichen hilfreichen Beobachtungskatalog. :y:

CS Thomas
 
Halli,

ne man muss auch nicht sofort aufrüsten. Bei mir ist ein 8 Zoll Leichtbau trotz des 12 Zöllers auch das meistgenutzte Teleskop, einfach weil ich es zur Not unter die Arme klemmen oder im Fahrradanhänger transportieren kann und oft der Himmel auch im per Auto erreichbaren Umkreis keine großartige Galaxienjagd erlaubt.

VG Klaus
 
Hallo zusammen,
diesen interessanten Thread habe ich erst jetzt entdeckt. Ihr habt ja schon vieles Wichtige geschrieben. Mir ging es am Anfang auch so: nachdem die Standardkerzen mit dem damals benutzten 8,5" Newton oft genug beobachtet waren, habe ich mich schwierigeren Zielen zugewandt. Manchmal war das erfolgreich und oft auch nicht. Dann machte mich ein Freund auf das Buch "Visual Astronomy of the Deep Sky" von Roger Clark aufmerksam. Dort steht beschrieben, wie man Sichtbarkeitschancen berechnen kann. Das machte mich neugierig und bald experimentierte ich mit einem E&T-Urahnen (ohne Datenbank und Oberfläche), um herauszufinden, ob das Clark'sche Verfahren funktioniert. Nach einigen Anpassungen, die durch eigene Erfahrung motiviert waren, passte es dann so gut, dass ich beschloß, daraus "was Richtiges" zu machen.
E&T funktioniert nur dann gut, wenn das Objekt so freundlich ist, eine gleichmäßige Flächenhelligkeit zu zeigen. Diese Voraussetzung dürfte eigentlich immer verletzt sein - ich kenne kein Objekt, das wie eine gleichmäßig eingefärbte Ellipse aussieht. Helligkeitsprofile in Galaxien oder die völlig ungeordneten Helligkeiten in Nebeln (die auch nicht elliptisch erscheinen) kann E&T nicht berücksichtigen. Aber oft klappt es ganz gut und vor allem will E&T Inspiration liefern, womit man sein Glück versuchen könnte. Den Anspruch einer akkuraten Vorhersage kann es nicht einlösen.
Seit ein paar Jahren habe ich damit aufgehört, meine Freizeit zu großen Teilen in diese Software zu stecken. Ja, die Oberfläche sieht altmodisch aus, Weiterentwicklung ist eingestellt. Aber ich hatte auch keine Lust mehr, da noch irgendwelche Features reinzuknüppeln, die eh niemand gebraucht hätte oder die es in -zig anderen Programmen schon längst gab/gibt. Das Konkurrenzprodukt Skytools habe ich mir mal vor Jahren gekauft und fand es zwar optisch netter, aber grottenlangsam und sehr umständlich zu bedienen. Dort gibt es auch kein Logbuch, das in irgendeiner Weise das Thema anspricht, wie man die eigenen Aufzeichnungen auch ohne diese Software nutzen könnte. Ich habe sogar eine Weile lang sehr zäh versucht, den Skytools-Entwickler davon zu überzeugen, den OAL-Standard zu unterstützen. Er argumentierte technisch motiviert dagegen, aber sein wahrer Grund ist, dass er mit allen Mitteln versucht, die Kunden an seine Software zu binden. Wenn der Typ mal hinschmeißt oder abberufen wird, werden die Kunden begreifen, dass es besser gewesen wäre, mit OAL zu loggen.
Übrigens gibt es Bewegung bei Skysafari. Mit dem LiveSky Portal bietet der Hersteller angeblich OAL-Support. Leider funktioniert da einiges noch nicht richtig.i Ich habe aber mit den Entwicklern Kontakt und versuche sie dazu zu motivieren, eine korrekt funktionierende und vollständige Implementierung zu erreichen. Beim Export hatten sie schon Kleinigkeiten korrigiert. Vor allem habe ich aber darauf hingewiesen, dass im OAL-Standard gerade die strukturierte Beschrebung des Beobachtungsergebnisses der Knackpunkt ist. Das heißt, dass in Skysafari und LiveSky aktuell noch (aus meiner Sicht) das Wichtigste fehlt: man will ja später nicht nur wissen, dass man ein Objekt mal gesehen hat, sondern wie.
Vielleicht sind unter euch auch Skysafari-User. Dann quengelt doch beim Hersteller mal rum und sagt denen, dass ihr euch mehr Logging-Power und auch Filter nach Kontrastreserve oder sowas wünscht. Ich fände das sehr cool, denn eine App und eine Website zu E&T wollte ich immer schon haben, konnte das aber aus zeitlichen Gründen selbst nicht über Prototyping hinausbringen.
CS Tom
 
Hi Tom @Thomas_Pfleger ,

danke für deine Erläuterungen.
Ich finde E&T toll und einzigartig. Ich verstehe aber, dass du nicht mehr Zeit und Energie rein stecken willst.

Könntest du dir eigentlich vorstellen, E&T als Open Source zu veröffentlichen?
Vielleicht finden sich ja ein paar Leute, die da dann mitarbeiten.

Die Objekte als Ellipse mit einer Flächenhelligkeit zu modellieren, ist, finde ich, erstmal der richtige Ansatz.
Könnte man aber das nicht noch verbessern, indem man zB nur den inneren Teil eines Objekts, der vielleicht konstanter ist, nimmt?
Und der äussere Teil wird irgendwie anders berücksichtigt.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

E&T soll mal Open Source werden. Dafür muss ich aber erst mal die Kommentare ins Englische übertragen und würde auch noch einiges aufräumen wollen. Und ohne gewisse Zusatzdoku würde man den Code nur schwer verstehen. Die eigentliche Berechnung in E&T ist eigentlich ein Klacks, die Komplexität steckt in der GUI und im Datenzugriff. Was auch nicht ganz einfach ist, ist der Bau und die Einbindung der benutzten Bibliotheken (Xerces, Xalan etc.). Vielleicht komme ich erst dazu, wenn ich in Rente bin :-(

Fraglich aus meiner Sicht ist auch, wohin die Community E&T denn entwickeln wollte. Sinnvoll wäre aus meiner Sicht nur eine Cross Platform Anwendung auf Basis von Qt, aber da wäre erst mal zu klären, ob man einen störungsfreien Nachtmodus damit überhaupt hinbekommt. An Skysafari auf Android ist nervig, dass man nicht nach Objekten suchen kann, ohne eine viel zu helle Tastatur zu bekommen. Auch Skytools war damals als ich es ausprobiert habe einfach nicht feldeinsatztauglich - aus meiner Sicht. Für eine Cross Platform Anwendung müsste man erst mal eine lizenzfreie DB-Komponente finden, die im besten Fall vorinstalliert ist oder keiner Konfiguration bedarf. E&T nutzt die Windows-Bordmittel, nämlich den Datenbankkern von Access.

Als Mehrplattform-Anwendung würde es auch schwierig mit den ganzen integrativen Features von E&T: man kann aus einem Projekt z.B. einfach per Copy&Paste nach Excel kommen oder eine Sternkarte als Vektorgrafik in Corel Draw oder Power Point rüberziehen. E&T kann halt mehr als den meisten Usern bewusst ist. Wer liest schon Doku? Also wäre es wahrscheinlich ein arg zusammengestutztes E&T, ein kleinster gemeinsamer Nenner. An so einem armseligen Rest hätte ich keine Freude mehr. Oder man hätte ein Kernprodukt mit plattformspezifischen Modulen. Ich merke schon, jetzt ist es off topic und eigentlich will ich die Diskussion gar nicht führen. Wollte eher meine Zurückhaltung erklären, warum mein Github-Repo noch nicht öffentlich ist.

Die Zukunft sehe ich weniger bei E&T 4.0, als bei einer Erweiterung der "angesagten" Software (z.B. SkySafari, Stellarium) um die Prognose- und Planungsfeatures, die diesen Namen wirklich verdienen. Was es da i.d.R. gibt, ist doch armselig, noch nicht einmal die zeitliche Planung mit einem eigenen Horizont findet man in den meisten Programmen. Und ich hab' mich schon geschämt, dass dieses essentielle Feature erst mit Version 2 kam...

Ich hatte mal überlegt, wie man z.B. Helligkeitsprofile von Galaxien verrechnet, denn deren Profile sind ja anhand des Hubble-Typs abschätzbar. Bin da aber mathematisch nicht weitergekommen (Doppelintegral...).

Letztlich habe ich die Idee "Helligkeitsmodell verrechnen" vor allem deswegen verworfen, weil die E&T ursprünglich zugrunde liegenden Daten in Laborversuchen in den 40er Jahren von einem gewissen Herrn Blackwell erhoben worden waren. Die Royal Air Force hatte ihn untersuchen lassen, wie sich das Nachtsichtvermögen von Bomberpiloten auf die Erkennungsfähigkeit gegnerischer Jagdflugzeuge auswirkt. Dabei ging es einerseits um den Kontrast, andererseits um die Sichtwinkel der von den Probanden zu erkennenden Objekte. Die Kernfrage war, wie groß muss man etwas sehen, um es bei gegebenem Kontrast auch erkennen zu können?

Das Modell von E&T ist simpel, aber wenn man es komplizierter macht, weiß man auch nicht mehr, wie man unerwartete Abweichungen zwischen Prognose und Beobachtung erklärt. Je mehr Parameter ein Modell hat, desto schwieriger wird die Sensitivitätsanalyse, also die Identifikation der Treiber.

Das habe ich auch bei der Umrechnung von geschätzter Grenzgröße zu gemessener (SQM!) Grenzgröße festgestellt. Mir lag ein Modell mit ca. einem Dutzend Parametern vor, das die Umrechnung leistet. Ich konnte zuerst eigene Beobachtungen und Messungen nicht zusammenkriegen. Dann fand ich heraus, dass der entscheidende Parameter die Sehschärfe ist und habe alle anderen Parameter aus dem Modell entfernt, weil sie nur Beiträge lieferten, die mit dem Fehler der Schätzung vergleichbar waren. Die beobachteten Unterschiede von fst-Schätzungen auf star parties sind damit zwanglos erklärt: es liegt an der unterschiedlichen Sehschärfe der Schätzer! Nachtmyopie lässt grüßen und eine Alltagsbrille muss nicht unterm Sternhimmel optimal scharf sein.

Der kleine Exkurs sollte zeigen: einfache Modelle sind verständliche Modelle. Mir ist das wichtiger als Monstermodelle, die ich nicht mehr verstehe.

CS Tom
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Tom @Thomas_Pfleger ,

ich fände das gut, wenn zumindestens das Repository von E&T public wäre.
Dann könnte man es zB selber bauen und es wäre ein bisschen die Zukunft gesichert.

Wobei ich habe ja auch so meine privaten Repositories auf GitHub, die ich aus ähnlichen Gründen, Dokumentation fehlt, da blickt keiner durch, ..., ungern veröffentliche. ;)

Aber das ist hier Off-Topic. Du könntest ja einen Faden zum Thema E&T aufmachen.

Ich stimmer dir auch zu, dass man eher die Kernfunktionen von E&T, wie Bestimmung Kontrastreserve, Simulation der Ansicht und Log von Objekten, in die Platzhirsche wie Stellarium integrieren sollte.
Stellarium hat ein Plugin-Konzept. Damit könnte man theoretisch so etwas integrieren.

Gruß
Peter
 
Hoi Thomas (@Thomas_Pfleger)

Vielen Dank erstmal. Habe ja nie gedacht, dass dieses Thema so interessant ist und IT-mässig doch einiges an Wissen voraussetzt.
Meine Intention lag zum einen darin, als visueller Anfänger im 'zweiten Stadium' ;) von den erfahrenen Hobbyastronomen zu erfahren, was eben so mit einem guten 8" Dobson und schnellem Öffnungsverhältnis (f/4) bei Bortle 4 (in diesem Bereich bewege ich mich zu 70%) an Deep Sky effektiv zu sehen ist.
Die unterschiedlichen im Web veröffentlichten Angaben haben mich nachdenklich gestimmt und bei eigenen Versuchen mit bestimmten Objekten habe ich entweder gar nichts gesehen oder eben nur an der Grenze des Sichtbaren.
Nun habe ich begonnen, mal für die einzelnen Jahreszeiten die DS Objekte, welche im BAfK mit 4" beobachtbar angegeben sind, aufzulisten und dann meine eigenen Erfahrungen zu den einzelnen Objekten zu notieren. Da gibt es ja eine ausreichende Menge für die kommenden zwei Jahre. Und dann habe ich eine weitere Liste mit den 8" beobachtbaren Objekten erstellt. Nun werde ich damit nicht die zwei Jahre abwarten, bis alle bis 4" abgearbeitet sind, nein, da werde ich mich bei sehr guten Bedingungen auch jetzt schon ran wagen.
Letztes Jahr im August war ich ja mal in einem Bortle 3 Gebiet auf ca. 1650m und das war schon eine echte WOW-Erfahrung. Wie das so ist, war ich völlig überwältigt und habe mich bei vielen Klassikern in der Zeit verloren.

E&T ist mir ja von @AstroPZ schon empfohlen worden. Da ich aber auf der Apple Schiene unterwegs bin, kann ich es leider nicht nutzen. Habe mal bei der IT-Abteilung meiner Firma angefragt, ob sie es auf meinem Firmen-Laptop installieren können... Reaktion: o_O
Das mit den Helligkeitsprofilen ist eine geniale Idee, finde ich, aber eben, mathematisch in etwas höheren Sphären. Und die Frage stellt sich: Lohnt der Aufwand.
Mit Sky Safari und Stellarium sind ja zwei gute Beobachtungstools auf dem Markt. Stellarium habe ich in der Plus Version, Sky Safari aktuell in der kostenlosen Mobil-Version. Zusätzlich ahbe ich Stellarium noch auf meinem Mac.
Die Tools, welchen Ausschnitt man mit den einzelnen Okularen am Teleskop sieht, finde ich sehr gut, ebenso kann man die Qualität der Atmosphäre einstellen.
Allerdings tendiere ich immer mehr zu Sky Safari, schon aus dem Grund, weil man hier alles in S/W einstellen kann und das ist viel realistischer für einen visuellen Beobachter. Mit dem Kauf der Version Sky Safari 7 Professional wollte ich noch etwas warten, da es wohl noch ein paar Probleme gibt. Wobei ich nicht genau weiss, ob das nur für die Fotografen relevant ist.
Zwischen Februar und April ist ja die beste Beobachtungszeit für Galaxien. Da hoffe ich, dass das Wetter mitspielt und ich einiges aus meiner vom BAfK erstellten Liste erfolgreich beobachten kann. Auf jeden Fall bleibt es spannend und die Experimentierfreude ist gross.

Hier meine Beobachtungszeichnung zu Leos Triplet vom 02.01.2023 unter Bortle 4 (SQM 20.98):
1.Leos Triplet_02.01.23_Mauren.jpg


Wie man sieht, ist NGC3623 (M65) am schwächsten, da ja auch die geringste Flächenhelligkeit von den drei Galaxien. Es hat mit dem 8" einige Minuten gebraucht, bis ich sie erkennen konnte. zunächst habe ich das helle Zentrum nur als Stern gedeutet.
Allerdings ist hier auf jeden Fall noch Luft nach oben, da die Bedingungen zwar gut waren aber eben nicht perfekt. Und in St. Antönien mit 21.88 SQM wäre bei perfekten Seeing sicher einiges mehr zu sehen.
Trotzdem ein Erfolg, da es die erste Beobachtung dieser drei Galaxien war.
Im BAfK sind sie ja mit dem FG als bereits sichtbar angegeben. Gesehen habe ich mit dem FG lediglich NGC3628 und das auch nur weil ich sie vorher im Teleskop bereits gesehen hatte. Die anderen beiden mit dem FG 'ZERO'.
Wobei das Seeing 4/4 im hellgrünen Bereich war.

Andererseits am letzten Freitag bei Seeing 3/1 - 3/3 (gegen Mitternacht wurde es besser)

M35_Mel40_20.01.23_Schötz.jpg

Die beiden Sternhaufen waren sowohl mit FG zu sehen, allerdings schwer als das zu identifizieren, wenn man es nicht weiss und im Teleskop hervorragend, trotz mittelmässigem Seeing. Vor allem Mel 41 hat richtig gefunkelt.

Auf jeden Fall werde ich meine Beobachtungen hier in diesem Thread mit den Erfahrungen teilen.
Sicher für Anfänger mit 8" interessant.

CS Thomas
 
Hallo Thomas,
sehr interessant, was Du hier berichtest! An meinem Beobachtungsplatz knapp 30km von zuhause entfernt darf man bei guten Bedingungen auf einen SQM-Messwert von 21,0 msa hoffen, doch meistens sind es nur 20,8. Mit dem 8,5" f/5 Newton hatte ich bei den Messierobjekten eigentlich keine Probleme und M 65 / M 66 sehe ich auch vom helleren heimischen Garten aus mit einem 80/600 Refraktor. Da wird es allerdings schon knapp.
Leider ist der Himmel der limitierende Faktor. Mehr Öffnung kann das ein wenig ausgleichen. Während meines Studiums in München hatte ich die Möglichkeit, eine am südlichen Stadtrand befindliche Sternwarte mit einem C14 benutzen zu können. Dort konnte ich manche Objekte ähnlich gut sehen wie mit dem 8,5" Newton unter dem dunkleren Himmel auf dem Sudelfeld oberhalb von Bayrischzell.
Bezüglich der Öffnung habe ich mir eine andere Denkweise angewöhnt: die Flächenhelligkeit eines Objekts kann nicht durch Verwendung größerer Optik gesteigert werden. Wenn man mit maximaler Austrittspupille beobachtet, ist hier nicht mehr zu holen. Die größere Öffnung bewirkt aber bei max. AP einen größeren Sichtwinkel, was der Erkennbarkeit kleiner Details zugute kommt. Wenn man also einen dunklen Himmel hat, braucht man ein großes Fernrohr eigentlich "nur", um höher vergrößern zu können. Beobachtet man große Nebel, reicht geringe Öffnung.
Ich erinnere mich an eine eisige Winternacht als ich mit einem 15*70 Fernglas die Galaxien im Löwen und in der Jungfrau versucht habe. Die meisten Messiers davon waren zu erkennen. Also genug Öffnung. Aber es war teilweise tricky, wegen der geringen Vergrößerung.
Clark schreibt in "Visual Astronomy of the Deep Sky" von einer optimalen Vergrößerung. Manche Objekte sind leichter zu erkennen, wenn man mit höherer Vergrößerung rangeht. Wenn die AP maximal ist, kann der Sehwinkel unzureichend für eine Erkennung sein. Dann gilt es auszuprobieren, welches Okular am besten funktioniert. E&T macht dafür einen Vorschlag.
Mein Fazit: mit einem 8" unter mäßigem Landhimmel geht schon eine ganze Menge! Wenn man mal eine etwas bessere NAcht erwischt als das übliche, lohnt es sich auch, mal schwierigere Objekte zu versuchen, wo man vielleicht bisher erfolglos war. Manchmal sind es wenige Zehntel an Grenzgröße, die über Sehen oder Nixsehen entscheiden. NGC 147 und 185 fallen mir da ein, bei fst=5,8 nix zu machen, bei 6,1 waren beide erkennbar. Sorry, damals hatte ich noch kein SQM.

CS Tom
 
Ich hatte mal überlegt, wie man z.B. Helligkeitsprofile von Galaxien verrechnet, denn deren Profile sind ja anhand des Hubble-Typs abschätzbar. Bin da aber mathematisch nicht weitergekommen (Doppelintegral...).
Für Helligkeitsprofile wäre da nicht über GALFIT eine Möglichkeit?
Das nutzen ja Astrophysiker um die spektralen Eigenschaften von Galaxien zu analysieren. Zwar ist IFS auf den ersten Blick für visuelle Hobbyastronomen kein primäres Hilfsmittel, aber meine Überlegung geht dahin, ob aus diesen Daten eine Helligkeitsanalyse und entsprechende Einstufungen möglich wären. Ergibt nicht die Lichtintensität der unterschiedlichen Wellenlängenbereiche eine theoretisch mögliche Einteilung der Galaxien in Helligkeitsbereiche?
Das Tool scheint sehr komplex. Ich habe mal reingeschaut. Ziemlicher Tobak. Andererseits kann man da sein Wissen definitiv erweitern.
Allerdings benötigt man da wohl noch zusätzliche Werkzeuge (IRAF/GSL).
Na ja... in den nächtlichen Sternenhimmel schauen, sich verzaubern lassen und 'Learning by doing' ist da wohl die attraktivere Möglichkeit. :)

CS Thomas
 
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