Welches Equipment für den (Astrofotografie-)Einstieg ist sinnvoll?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Moritz24

Neues Mitglied
Hallo,

ich bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum.
Ich habe mir vor kurzem nach langem Überlegen mein erstes, eigenes Teleskop gekauft. Ein "Skywatcher Teleskop N 150/750 Explorer 150P EQ3-2".
Ich konnte mich in den letzten Wochen bereits ein wenig ausprobieren und Erfahrung sammeln, auch wenn ich noch merke dass ich noch viel Übung vor mir habe.
Ein Grund neben der Faszination für die visuelle Beobachtung des Nachthimmels, war auch der Wunsch in die Astrofotografie einzusteigen. Erste Fotos sind mir vom
Mond auch schon gelungen. Bis jetzt habe ich mir allerdings mit einem Smartphone Adapter und meinem iPhone 11 weitergeholfen. Um bessere Ergebnisse zu erzielen,
überlege ich mir eine Kamera zu kaufen. Ich bin bei der Internet Recherche auf die Canon EOS 6D und 600D aufmerksam geworden. Würde aber bevor ich mich für den
Kauf einer solchen entscheide, lieber ein paar weitere Meinungen einholen. Das Budget liegt hierfür unter 500€. Ich würde mich über Erfahrungen eurerseits freuen. Ebenso
bin ich für Empfehlungen für weiteres Equipment wie Okulare dankbar. Derzeit besitze ich lediglich die zwei Okulare welche dem Teleskop beilagen (Super 25 Wide Angle Long Eye Relief / Super 10 Long Eye Relief) und eine 2x Barlow Lens. Einen Mondfilter habe ich mir bereits dazugekauft.
Ich freue mich über eure Erfahrungen und Anregungen.

Liebe Grüße aus Niedersachen
 
Hallo Moritz, die Canon 600D hab ich auch und kann sie empfehlen, eine unkomplizierte Kamera, die bei Astrofreunden beliebt ist. Die 6D ist natürlich eine andere, weil modernere Liga, dafür aber eben auch teurer. Ist die gebraucht für 500 zu bekommen? Die 600D wird für 200 bis 300 Euro angeboten, wenn sie in gutem Zustand ist und nicht viele Auslösungen hat.

Es werden sicher bald noch andere was dazu schreiben, ob und welche Kamera zu Deinem Teleskop und der Montierung passt. Zum Fotografieren eignet sich Deine Kombi nur bedingt, da der 150er Newton auf der EQ3-2 hart an der Grenze des fotografisch erträglichen montiert ist. Generell wird man Dir zu einer EQ 5 raten. Für erste Versuche am Mond wird es aber reichen. Später wird eh aufgerüstet. ?

LG und CS Olaf
 
Hallo Holger,

am liebsten natürliche Deep Sky, sowie den Mond und Planeten.
Aber wenn du so fragst, gibt es bestimmt einen Unterschied den man beachten müsste was das Equipment angeht. Je nachdem wofür man sich entscheidet?

Liebe Grüße
Moritz
 
Hi Moritz,

das ist ein komplexes Thema. Die Eos halte ich für zu schwer, das wird Deine Montierung überfordern.

Mein Vorschlag: kaufe eine leichte und billige Planetenkamera, vielleicht eine einfache ASI120MC , diese kannst Du bei weiterem Fortschreiten Deiner Faszination weiter als Guiding Kamera nutzen. Hauptanwendung ist dann der Mond. Nach kurzer Zeit wird Dir das nicht mehr reichen, dann musst Du an die Montierung, Du wirst in die 100€ Klasse müssen oder gleich eine größere, dann kommt die 600D(a) ins Spiel, nach spätestens einer Saison kommt eine gekühlte Astro Cam, Guiding, Filterrad mit LRGB Filtern, zwei Wochen später SHO Schmalbandfilter, dann wirst Du mehr Öffnung oder Brennweite wollen denn dann hast Du rausgefunden was Deine Lieblingsobjekte sind ;-) Dies führt zur nächsten Montierung (so um die 2500€) und so geht das immer weiter, Adapterringe, Taschen, Koffer,..............Okulare wirst Du vielleicht nicht mehr brauchen da Du dich aufs fotografieren festgelegt hast,..............Astrocomputer, mobile Stromversorgung,.......................

Das soll Dich nicht abschrecken, nur zeigen, dass es ein Patentrezept nicht gibt, langsam anfangen, der Rest kommt von selbst.
Am meisten Lehrgeld sparst Du , wenn du dich mit anderen zusammentust, Volkssternwarte in Deiner Nähe etc. Dann kannst Du ohne eigenes Geld schon viel lernen und probieren und dann Dein Wunsch Equipment anschaffen.


Letzter Satz: Astronomie ist wie Aquaristik, das Becken ist das billigste am Hobby ;-)

CS
Frank
 
Hallo Moritz,
Aber wenn du so fragst, gibt es bestimmt einen Unterschied den man beachten müsste was das Equipment angeht. Je nachdem wofür man sich entscheidet?
Ja genau !
Ich selbst bin mit meinem 12" F5 Dobson und Selbstbauplattform eher auf Planeten / Mond ausgelegt. Aber selbst damit habe ich schon Deepsky Aufnahmen gemacht. Mit Asi120mc Planetencam und maximal 2 Sek. Einzelbelichtungszeit.

Mit einem kleinen 76/300 mm Newton Selbstbau, Asi120mc und alter EQ2 Monti mit Solarbaukastennachführung ging dann auch bis zu 8 Sek.

Ich würde auch zu einer kleinen Planetenkamera raten. Dazu noch einen Nachführmotor.
Für Mond und Planeten wäre das schon sehr gut, dazu kannst du die vorhandene Barlow verwenden.
Hoffentlich ist die qualitativ gut genug und verschlechtert die Abbildung nicht sichtbar.
Kannst du bei Gelegenheit schon mal visuell testen. 25mm mit Barlow versus 10mm Okular.

Für erste Deepsky Aufnahmen im wenigen Sekunden Bereich sollte auch schon etwas möglich sein.
So kannst du wichtige Erfahrungen sammeln und musst nicht gleich in einer stabilere aber auch teurere Montierung investieren.

Die Asi120mc verwende ich auch, der Sensor ist aber sehr klein. Für Planeten kein Problem aber für z.B. Mond und Deepsky wäre mehr natürlich konfortabler.
Da passt dann mehr vom Objekt auf den Sensor.
Bei der Astrokamera ginge es bei ca. 200 Euro mit kleinem Sensor los. Die nächst größere Stufe kostet um die 400 Euro. Wäre ja auch noch in deinem Budget.
Falls die Kamera keinen Sperrfilter verbaut hat, muss noch ein einfacher 1,25" UV/IR Sperrfilter zugelegt werden. Ohne diesen wären später mit IR Pass oder Rotfilter auch Aufnahmen im IR Bereich möglich.

Eine Schrittmotornachführung gibt es für knapp über 100 Euro, eventfuell reicht auch ein einfacher DC-Nachführmotor für ca. 40 Euro.

am liebsten natürliche Deep Sky, sowie den Mond und Planeten.
Das ist halt schwierig. Bei Deepsky liegt im Idealfall die Einzelbelichtungszeit bei vielen Sekunden oder gar Minuten. Dafür braucht es dann aber eine stabile Montierung und sehr genaue Nachfüghrung und das kostet bei dem recht großen Teleskop nicht gerade wenig.

Beides unter einen Hut zu bekommen heißt auf jeden Fall Kompromisse einzugehen.
Mit einer Planetenkamera kannst du sehr gut den Mond und die Planeten aufnehmen. Sehr hohe Frameraten sind hier wichtig.
Ich arbeite da je nach Planet im Millisekundenbereich mit über 200 fps. und komme pro Avi in kurzer Zeit auf tausende von Frames / Einzelbildern.
Beim Jupiter z.B. immer 6000-8000 von denen ich dann mit autostakkert ca. 40% zu einem Summenbild stacke. Dieses lässt sich später besser nachbearbeiten / schärfen.
Das geht mit einer DSLR nicht, auch im Videomodus nicht. Und da wäre z.B. schon ein nötiger Kompromiss. Auch mit DSLR gehen Planetenaufnahmen aber viel umständlicher und nicht in der mit Planetenkamera möglichen Qualität.

Andersherum ist mit einer Planetenkamera Deepsky möglich, aber das Gesichtsfeld ist durch den winzigen Sensor deutlich kleiner. Es passt also weniger vom Objekt auf den Senor. Bei großen Deepsky Objekten ist das problematischer als bei kleinen. Auch der Mond passt nicht komplett auf den Sensor aber mit Mosaiken lässt sich das realisieren. Mehrere Teile aufnehmen und zu einem kompletten Mond zusammensetzen, kein Problem aber natürlich ein Mehraufwand.

Aber die Qualität der Deepsky Aufnahmen mit Planetencam ist dennoch sehr gut.
Daher würde ich, wenn beides gewünscht ist, zur Planetencam greifen.

Teste das mit dem Gesichtsfeld einfach mal in der Freeware Stellarium. Dort kannst du dein Teleksop einrichten und auch mögliche Kamerasensoren.
Bei den verschiedenen Objekten kannst du dann in die Sensoranischt wechseln und genau sehen wie viel auf den jeweiligen Sensor passt. Wirklich sehr hilfreich !

Gruß,
Holger
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben