Uwe65
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So, wird Zeit, dass ich die Beobachtungen von Sonntag Nacht zu Papier bringe! Mond gucken wäre jetzt die Alternative, aber die zahlreichen Cirren fallen kurz nach Sonnenuntergang nicht mehr ins so ins Auge, aber im Teleskop durch gestreutes Licht umso mehr ins Gewicht.
„Boah Ey!...“ dachte ich vergangene Nacht, als ich spät von der Familienfeier aus dem nördlichen Ostwestfalen am südwestfälischen Wohnort eintraf „…haste jetzt noch Bock auf astronomieren?“ (ich wollte schon immer mal alle vier Himmelsrichtungen in einem Satz unterbringen).
Wenn die Sterne leuchten, ist mein Widerstand gebrochen und kalt war’s ja auch nicht. Ein dicker hoodie reichte als nächtlicher Kälteschutz.
Da der 70/420 Apo auf dem Kurbelstativ ohnehin im Wohnzimmer steht und leise flüstere „Nimm mich…“, standen wir Beide unmittelbar auf meiner Astroterrasse. Gut: Wohngebiet, da ist der Rund-Um-Blick limitiert, zum Glück hatten die Nachbarn ein annährend vollständig vorhandenes Baumarktsortiment an Gartenillumination ausgelassen und der solar betriebene Krams war gegen Mitternacht schon recht schwach auf der Brust
Im Gegensatz zum Mond. Der reflektierte, was er kriegen konnte, sank dann aber alsbald hinter die Krone des, mittlerweile recht veritablen, Sanddornbusches.
Als Vorschlagsliste und Kartenwerk nahm ich den Big Binoscout zur Hand und startete mit Alcor und Mizar (17x, 30x, 60x). Im kleinen Gerät hat man immer genug Umfeld, um quasi die umgebende (Stern)Landschaft genießen zu können. Im Gegensatz zur Beobachtung mit größerer Optik, bei der immer ein Objekt mit den erreichbaren Details das Ziel ist, kommt es mir beim kleinen Gerät, neben dem Zielobjekt, auf die Umgebung an und vor allem was dort noch zu finden sein könnte. Das ist ein anderer, komplementärer Ansatz der Beobachtung, verschafft aber immer wieder ästhetische Himmelsfelder, überraschenden Beifang und macht einfach Spaß.
Die Alcor und Mizar sind ebenso schön, wie die sie umgebende Region. Mit 17x konnte ich die zweite Komponente von Mizar gut trennen.
Der Sprung zum nächsten „Säulenheiligen“ der Doppelsterne, Cor Caroli, ist dann schon fast notwendig. Mit 17x und 38x ein wunderschönes Paar. Die schwächere Komponente präsentiert sich in deutlichem Gelb-Orange; ein reizvoller Farbkontrast zum weiß-hellblau der helleren Komponente. Auch hier gelingt die Trennung mit 17x eindeutig. Im Gesichtsfeld ist ein Sterndreieck erkennbar, bei genauer Betrachtung besteht einer der Dreien aus Zweien. Der Blick in skysafari bestätigt mir, dass ich STF 1702 im Blick habe (8m6 und 9m4, Dist.: 36“). Soviel zum Thema „Beifang“ im weiten Gesichtsfeld.
Trotz Mond kann man es ja mal versuchen: M94, ca. 3° von Cor Caroli entfernt, ist in allen Vergrößerungen nicht mehr als ein Fleckcken, das als leicht unscharfes, aufgeblähtes Sternchen erscheint, aber immerhin auffindbar ist.
Direkt nördlich davon weist der binoscout den Asterismus „Wiegers Drache“ aus. Eine Raute mit Sternenschwänzchen flattert am Nachthimmel. Ein Anblick an dem ich gerne verweile. Der westlichste Stern in der Drachenraute erscheint ein wenig unrund. Also: skysafari – Prüfen – Doppelstern. „Läuft“ denke ich und stelle fest das ich SAO 44337 vor mir habe (8m5 und 8m8, Dist.: 45“). Für eine Farbwahrnehmung sind die beiden im kleinen Apo zu schwach.
Zwischen den beiden vorderen Deichselsternen des Gr. Wagen findet sich der Asterismus „Gas Pump Handle“, der den Einfüllhahn einer Zapfsäule darstellen soll. Sehr groß bei 30x, bei 17x sieht die Ansammlung eher wie ein lockerer, offener Haufen aus dem Colinder-Katalog aus.
Ein Schwenk nach Süd bringt M5 ins Okular, prominent begleitet vom 5m1 hellen Stern 5 Ser. M5 erscheint mit deutlicher Mittenaufhellung und weitem, diffusen Sternhalo. Bei längerem Schauen blitzen in diesem Halo immer mal Einzelsterne auf. Ich staune, was diese kleinen grab-and-go Apos leisten können und freue mich auf die nächste Session mit dem Kleinen als Begleiter durch die Nacht.
CS
Uwe
„Boah Ey!...“ dachte ich vergangene Nacht, als ich spät von der Familienfeier aus dem nördlichen Ostwestfalen am südwestfälischen Wohnort eintraf „…haste jetzt noch Bock auf astronomieren?“ (ich wollte schon immer mal alle vier Himmelsrichtungen in einem Satz unterbringen).
Wenn die Sterne leuchten, ist mein Widerstand gebrochen und kalt war’s ja auch nicht. Ein dicker hoodie reichte als nächtlicher Kälteschutz.
Da der 70/420 Apo auf dem Kurbelstativ ohnehin im Wohnzimmer steht und leise flüstere „Nimm mich…“, standen wir Beide unmittelbar auf meiner Astroterrasse. Gut: Wohngebiet, da ist der Rund-Um-Blick limitiert, zum Glück hatten die Nachbarn ein annährend vollständig vorhandenes Baumarktsortiment an Gartenillumination ausgelassen und der solar betriebene Krams war gegen Mitternacht schon recht schwach auf der Brust
Im Gegensatz zum Mond. Der reflektierte, was er kriegen konnte, sank dann aber alsbald hinter die Krone des, mittlerweile recht veritablen, Sanddornbusches.
Als Vorschlagsliste und Kartenwerk nahm ich den Big Binoscout zur Hand und startete mit Alcor und Mizar (17x, 30x, 60x). Im kleinen Gerät hat man immer genug Umfeld, um quasi die umgebende (Stern)Landschaft genießen zu können. Im Gegensatz zur Beobachtung mit größerer Optik, bei der immer ein Objekt mit den erreichbaren Details das Ziel ist, kommt es mir beim kleinen Gerät, neben dem Zielobjekt, auf die Umgebung an und vor allem was dort noch zu finden sein könnte. Das ist ein anderer, komplementärer Ansatz der Beobachtung, verschafft aber immer wieder ästhetische Himmelsfelder, überraschenden Beifang und macht einfach Spaß.
Die Alcor und Mizar sind ebenso schön, wie die sie umgebende Region. Mit 17x konnte ich die zweite Komponente von Mizar gut trennen.
Der Sprung zum nächsten „Säulenheiligen“ der Doppelsterne, Cor Caroli, ist dann schon fast notwendig. Mit 17x und 38x ein wunderschönes Paar. Die schwächere Komponente präsentiert sich in deutlichem Gelb-Orange; ein reizvoller Farbkontrast zum weiß-hellblau der helleren Komponente. Auch hier gelingt die Trennung mit 17x eindeutig. Im Gesichtsfeld ist ein Sterndreieck erkennbar, bei genauer Betrachtung besteht einer der Dreien aus Zweien. Der Blick in skysafari bestätigt mir, dass ich STF 1702 im Blick habe (8m6 und 9m4, Dist.: 36“). Soviel zum Thema „Beifang“ im weiten Gesichtsfeld.
Trotz Mond kann man es ja mal versuchen: M94, ca. 3° von Cor Caroli entfernt, ist in allen Vergrößerungen nicht mehr als ein Fleckcken, das als leicht unscharfes, aufgeblähtes Sternchen erscheint, aber immerhin auffindbar ist.
Direkt nördlich davon weist der binoscout den Asterismus „Wiegers Drache“ aus. Eine Raute mit Sternenschwänzchen flattert am Nachthimmel. Ein Anblick an dem ich gerne verweile. Der westlichste Stern in der Drachenraute erscheint ein wenig unrund. Also: skysafari – Prüfen – Doppelstern. „Läuft“ denke ich und stelle fest das ich SAO 44337 vor mir habe (8m5 und 8m8, Dist.: 45“). Für eine Farbwahrnehmung sind die beiden im kleinen Apo zu schwach.
Zwischen den beiden vorderen Deichselsternen des Gr. Wagen findet sich der Asterismus „Gas Pump Handle“, der den Einfüllhahn einer Zapfsäule darstellen soll. Sehr groß bei 30x, bei 17x sieht die Ansammlung eher wie ein lockerer, offener Haufen aus dem Colinder-Katalog aus.
Ein Schwenk nach Süd bringt M5 ins Okular, prominent begleitet vom 5m1 hellen Stern 5 Ser. M5 erscheint mit deutlicher Mittenaufhellung und weitem, diffusen Sternhalo. Bei längerem Schauen blitzen in diesem Halo immer mal Einzelsterne auf. Ich staune, was diese kleinen grab-and-go Apos leisten können und freue mich auf die nächste Session mit dem Kleinen als Begleiter durch die Nacht.
CS
Uwe