Große Probleme beim Stacking / der Bildbearbeitung (Astropixel Processor)

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TobiGH3

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Hallo zusammen,

Vor 2 Jahren habe ich mir den Traum erfüllt, mit der Astrofotografie anzufangen.
Dazu habe ich mir die HEQ5 Montierung, einen Apo mit 432mm Brennweite und die Canon EOS 6D gekauft.
Sogar einiges an Zubehör wie Flatfield-Folie etc.

Allerdings habe ich seit Beginn ein riesen Problem: Meine Bilder sehen einfach schrecklich aus.

1. Massive Artefakte im Hintergrund. Trotz Darks/Bias/Flats farbiges Hintergrundrauschen
2. Das vermutlich Nervigste: Ein massiver Grünstich, was mit der Farbkalibrierung nur noch schlimmer wird.

Dies war der Grund warum ich nach recht kurzer Zeit wieder aufgehört habe. Es war wirklich sehr frustrierend. Nun hat mich wieder das Fieber gepackt, in der Hoffnung, dass es besser wird. Aber leider wieder die gleichen Probleme, und ich habe absolut keine Ahnung wie ich diese angehe.
Heute Nacht habe ich mich an M51 versucht. Klar, es ist bei der Brennweite recht klein, aber das soll hier erstmal egal sein.

Die einzelnen Lights sahen erstmal vielversprechend aus:
1686623287958.png


Aufgenommen mit 1 Minute Belichtungszeit bei 1600 ISO, ohne Autoguider.

Zwischendrin habe ich sowohl Darks gemacht, und im Anschluss auch noch Flats und Bias. Jeweils etwa 20 Stück.
Im Astropixel Processor habe ich dann alles gestackt, und etwas zugeschnitten.
Das Ergebnis ist absolut schrecklich:
1686623386387.png


Durch Hintergrundkalibrierung wurde es etwas besser, aber die Hauptprobleme bleiben:
1686623439622.png


Nach dem Kalibrieren der Sternfarben ist es dann am Schlimmsten. Alles ist nur noch grün.
1686623539793.png


Ich bin echt am verzweifeln. Dieser Mist versaut mir leider komplett den Spaß an der Astrofotografie, und ich habe keine Ahnung was hier der Grund ist.
Von der Schärfe her bin ich total zufrieden, es ist im Prinzip viel besser als ich erwartet habe. Aber diese schrecklichen Hintergrundartefakte, und vor allem dieser massive Grünstich treiben mich zur Weißglut.
Ich weiß, dass meine Bilder natürlich nicht die optimalen Rohdaten haben, durch die relativ kurze Belichtungszeit allein, aber dieser blöde Grünstich kann doch nicht sein.
Ich habe in der Vergangenheit auch schon 2 Bilder gehabt, die diesen Grünstich nicht, oder zumindest nicht so extrem hatten, aber ich habe absolut keine Ahnung wieso, da ich wirklich 100% identisch vorgegangen bin meines Wissens nach. Es ist mir einfach nur ein Rätsel.

Ich hoffe jemand hat hier eine Ahnung, es würde mir echt alles bedeuten..

Viele Grüße
Tobi
 
Was die Bildbearbeitung betrifft bin ich selber noch lange nicht gut. Den Gradienten hast Du recht gut wegbekommen, das ist schonmal nicht schlecht. Nun müsstest Du noch schaffen die Farbe gut zu kalibrieren. Da ich dies mit PixInsight SPCC mache, kann ich hier nicht weiterhelfen. Allgemein kann man einem oft vorhandenen leichten Grünstich mit dafür gedachten Tools gut zu Leibe rücken. In Photoshop z.B. mit HLVG (hasta la vista green), ist anscheinend auf dem SCNR aus PixInsight aufgebaut. Auf jeden Fall Kopf hoch, das wird schon werden.
 
Moin,

das hat mit der Belichtungszeit nichts zu tun. Das wird einfach aufsummiert. Den APP kenne ich nicht, ich sehe die Problematik auf jeden Fall in der Bildverarbeitung. So übel sehen Deine Lights nicht aus, wenn Flats und Darks/Bias richtig erstellt sind und zu den Daten passen, sollte das hinhauen. Schau Dir mal ein paar Tutorien zum APP im Web an, vielleicht hast Du auch nur irgendwelche Einstellungen falsch.

CS
Jörg
 
Hallo Tobi,
auf alle Fälle hast Du schön Walking Pattern Noise drauf. Schau Dir mal diesen Thread/Video hier an: Walking Pattern Noise - Video

Ansonsten verwende ich bei APP immer die Voreinstellungen, das hat bisher sehr gut funktioniert. Deshalb kann ich dir hier keine weiter Tips geben. Aber Du kannst mal im APP-Forum Astro Pixel Processor Forum die Bilder zeigen, da wird auch geholfen.
 
Hallo Tobi,
ich arbeite auch mit APP und das Resultat (der streifige Hintergrund) erhält du, weil deine Frames nicht gedithert sind, das liegt nicht am Programm. Das ist häufig so bei DSLR Aufnahmen ohne Guiding. Da kannst du nur erstmal deine Bilder nicht soweit strecken, dass man den Hintergrund sieht. Wenn du deine Kamera in der Aufnahmesequenz alle paar Subframes ein bisschen bewegst (M51 ist ja nicht formatfüllend), sollte der Hintergrund glatter werden. Je öfter du das machst (händisch dithern), desto besser. Am besten ist natürlich eine Aufnahmesoftware zu nutzen, die das zur Not auch ohne Guiding kann (AstrophotographyTool z.B.).
Viele Erfolg,
Hendryk
 
Was die Forenfreunde schreiben stimmt. Dithern bringt viel.
ABER: ich denke du vergewaltigst Dein Setup. Die 6D hat einen Vollformatchip, hängt hinter 432mm Brennweite.
Damit solltest Du NGC7000 fotografieren und keine Galaxie. Vergleiche mal dein Einzelframe mit deinem Crop. Ist doch klar, dass Du da Farbrauschen ohne Ende provozierts? Da kannst Du schon fast die Pixel zählen :D. Entweder mehr Brennweite (für Galaxien), oder kleinerer Chip oder das Richtige Target für Dein Setup.

Meine persönliche, wertschätzende Meinung :)
CS
Frank
 
Hi,
Wie machst du die Darks, Flats und Bias?
Fang doch mal klein an und lass mal die Flats und Bias weg. Auch die Darks kannst du mal weg lassen. man kann etwas verschlimmbessern, wenn die D,F und B nicht richtig gemacht werden.
Zu dem WPN wurde ja schon geschrieben. Wobei ich auch nicht dither und es nicht so extrem schlimm aussieht, wie bei dener Aufnahme.
 
Danke euch allen schon einmal für die Antworten!
Was die Forenfreunde schreiben stimmt. Dithern bringt viel.
ABER: ich denke du vergewaltigst Dein Setup. Die 6D hat einen Vollformatchip, hängt hinter 432mm Brennweite.
Damit solltest Du NGC7000 fotografieren und keine Galaxie. Vergleiche mal dein Einzelframe mit deinem Crop. Ist doch klar, dass Du da Farbrauschen ohne Ende provozierts? Da kannst Du schon fast die Pixel zählen :D. Entweder mehr Brennweite (für Galaxien), oder kleinerer Chip oder das Richtige Target für Dein Setup.

Meine persönliche, wertschätzende Meinung :)
CS
Frank

Ja, mir ist bewusst, dass eine Galaxie hier nicht optimal als Ziel ist, aber es ist ja im Prinzip erstmal egal WAS fotografiert wird, es geht mir ja um die Probleme.
Hier relevant ist lediglich, dass durch den Crop der Hintergrund mehr sichtbar wird, aber ich finde selbst das Foto der Galaxie in der Gesamtheit ansprechend, selbst wenn die sie auf dem Gesamtbild sehr klein ist.
Die Lösungsansätze mit dem dithern für das Walking Noise Pattern muss ich mir mal anschauen, ich habe leider keine Ahnung wie das geht, aber ich werde mal schauen wie das funktioniert. Danke auf jeden Fall dafür!

Hi,
Wie machst du die Darks, Flats und Bias?
Fang doch mal klein an und lass mal die Flats und Bias weg. Auch die Darks kannst du mal weg lassen. man kann etwas verschlimmbessern, wenn die D,F und B nicht richtig gemacht werden.
Zu dem WPN wurde ja schon geschrieben. Wobei ich auch nicht dither und es nicht so extrem schlimm aussieht, wie bei dener Aufnahme.

Die Darks habe ich bei etwa 2/3 der Aufnahmesession gemacht, gleiche Einstellungen, einfach mit aufgesetztem Teleskopdeckel.
Die Bias am Ende, auch mit aufgesetztem Objektivdeckel, aber mit 1/4000 Belichtungszeit.
Für die Flats habe ich am Ende das Teleskop so ausgerichtet, dass es senkrecht nach oben zeigt, und dann meine Flatfieldfolie mittig oben drauf gelegt.
Anschließend kurz getestet, dass die Helligkeitsanzeige in dem aufgenommenen Bild relativ mittig war.
Bei 1/10s Belichtungszeit war dies der Fall.

ISO war bei allen 3 Kalibrierungsbildern gleich wie bei den Lights, also 1600.

Ich wollte heute noch einmal testen, ob die Kalibrierungsbilder hier irgendwas veschlimmbessert haben, indem ich einmal nur die Lights stacke, dann einmal die Lights nur mit den Darks usw.
Ich denke aber eigentlich, dass ich die Kalibirierungsbilder relativ gut aufgenommen habe, habe hier auch genau Tutorials befolgt, und wüsste nicht wo hier ein massiver Fehler passiert sein könnte.
Was die Bildbearbeitung betrifft bin ich selber noch lange nicht gut. Den Gradienten hast Du recht gut wegbekommen, das ist schonmal nicht schlecht. Nun müsstest Du noch schaffen die Farbe gut zu kalibrieren. Da ich dies mit PixInsight SPCC mache, kann ich hier nicht weiterhelfen. Allgemein kann man einem oft vorhandenen leichten Grünstich mit dafür gedachten Tools gut zu Leibe rücken. In Photoshop z.B. mit HLVG (hasta la vista green), ist anscheinend auf dem SCNR aus PixInsight aufgebaut. Auf jeden Fall Kopf hoch, das wird schon werden.

Ich benutze lediglich den APP für die Bildbearbeitung derzeit. Eigentlich kann er das auch verhältnismäßig gut, wie z.B. den Gradienten entfernen etc.
Laut dem Tutorial was ich geschaut hatte war alles auch relativ simpel, dass es nach der Sternfarbenkalibirierung so extrem grün wird war im Video nicht.
PixInsight habe ich mir damals einmal runtergeladen, allerdings ist es so unfassbar komplex dass ich damit leider überhaupt nicht zurecht komme :p

Hallo Tobi,
auf alle Fälle hast Du schön Walking Pattern Noise drauf. Schau Dir mal diesen Thread/Video hier an: Walking Pattern Noise - Video

Ansonsten verwende ich bei APP immer die Voreinstellungen, das hat bisher sehr gut funktioniert. Deshalb kann ich dir hier keine weiter Tips geben. Aber Du kannst mal im APP-Forum Astro Pixel Processor Forum die Bilder zeigen, da wird auch geholfen.
Ja ich habe auch fast ausschließlich die Voreinstellungen verwendet. Habe ein Tutorial befolgt von Daniel Nimmervoll, und er hat bis auf paar Kleinigkeiten (die aber wie es scheint keinen erheblichen Unterschied machen sollten) auch die Voreinstellungen verwendet.
Danke für den Vorschlag mit dem Forum, das werde ich auch einmal machen.

Viele Grüße
Tobi
 
Hallo Tobi,

Nicht verzweifel - deine Rohdaten sehen meiner Meinung eigentlich sehr gut aus! Der rauschende Hintergrund ist definitiv Walking Pattern Noise was sehr einfach durch Dithern behoben werden kann. Da du keinen Autoguider benutzt müsstest du das Bildfeld manuell alle paar Aufnahmen leicht ändern (Wenige Pixel reichen - aber da M51 eh nicht Format füllend ist sollte das ja kein Problem sein :)). Zur Farbkalibirerung: Eigentlich macht APP bei mir immer einen guten job. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die fehlenden Rot-Anteile einer nicht mod. DSLR sich die Farben etwas ins blau / grüne verschieben aber das ist nichts was man nicht durch post processing beheben könnte. In APP selber kannst du ja auch nach der Farbkalibrierung die Balance über Regler einstellen - kannst da ja einfach mal ein bisschen mit rum spielen. Ansonsten kann ich dir anbieten mal dein Rohsummen stack zu bearbeiten wenn du mir die Fits datei zur verfügung stellst ;)

CS Aron

EDIT: Ich finde die Objektwahl schon gut. Nebel sind mit unmod. DSLR recht schwer. M51 ist zwar klein aber recht hell und solange du sie auf dem Bild siehst ist doch alles wunderbar. Flats und Bias würde ich auf jedenfall beibehalten. Darks müssen meiner Meinung nicht sein weil die Sensor Temperatur bei einer DSLR ja eh variiert über die nacht ;)
 
Hallo Tobi,

Nicht verzweifel - deine Rohdaten sehen meiner Meinung eigentlich sehr gut aus! Der rauschende Hintergrund ist definitiv Walking Pattern Noise was sehr einfach durch Dithern behoben werden kann. Da du keinen Autoguider benutzt müsstest du das Bildfeld manuell alle paar Aufnahmen leicht ändern (Wenige Pixel reichen - aber da M51 eh nicht Format füllend ist sollte das ja kein Problem sein :)). Zur Farbkalibirerung: Eigentlich macht APP bei mir immer einen guten job. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die fehlenden Rot-Anteile einer nicht mod. DSLR sich die Farben etwas ins blau / grüne verschieben aber das ist nichts was man nicht durch post processing beheben könnte. In APP selber kannst du ja auch nach der Farbkalibrierung die Balance über Regler einstellen - kannst da ja einfach mal ein bisschen mit rum spielen. Ansonsten kann ich dir anbieten mal dein Rohsummen stack zu bearbeiten wenn du mir die Fits datei zur verfügung stellst ;)

CS Aron

EDIT: Ich finde die Objektwahl schon gut. Nebel sind mit unmod. DSLR recht schwer. M51 ist zwar klein aber recht hell und solange du sie auf dem Bild siehst ist doch alles wunderbar. Flats und Bias würde ich auf jedenfall beibehalten. Darks müssen meiner Meinung nicht sein weil die Sensor Temperatur bei einer DSLR ja eh variiert über die nacht ;)
Hallo Aron,

vielen lieben Dank für deine nette Antwort!
Kurze Frage: Wie dither ich denn manuell? Bisher habe ich lediglich über das Handteil der Montierung das Objekt eingestellt, welches dann angefahren wurde.
1. Wie kann ich die Montierung (bzw. den Bildausschnitt) überhaupt verschieben, ohne dass das Objekt aus dem Fokus gerät, und
2. Wie schaffe ich es dann, dass es auch nur um ein paar Pixel, und nicht ausversehen zu viel verschoben wird?

Du hast recht, bei der Sternkalibrierung gibt es auch Farbregler in APP, aber leider komme ich damit nicht zum Ziel. Ich kann grün zu Magenta machen, aber das ist ja auch nicht zielführend. Ich weiß, dass ich mich da auch vermutlich etwas doof anstelle, aber ich habe echt stundenlang rumprobiert und leider nie eine passable Lösung über die Regler gefunden..

Dein Angebot mit der Bearbeitung finde ich echt total super, wirklich vielen vielen Dank dafür! Ich werde heute noch ein bisschen rumprobieren, die Lights mal ohne Kalibrierungsbilder stacken, und auch so noch etwas schauen (auch wenn ich nicht sonderlich viel Hoffnung habe...), und sollte das nichts bringen, würde ich wirklich sehr gerne auf dein Angebot zurückkommen.

Ach, und ja, ich hatte mir die Brennweite damals geholt damit ich flexibel in der Objektwahl bin. Mir war bewusst, dass Galaxien und andere Deepsky-Objekte relativ klein sein werden, aber das war es mir wert. Im Nachhinein "bereue" ich es allerdings ein bisschen, da ich doch am liebsten Deepsky-Objekte fotografiere, und wie du sagtest, Nebel ohne Astromod nicht gut funktionieren. Hatte einmal NGC7000 im Test gehabt und man hat fast nichts erkannt.
Sollte ich in Zukunft die Möglichkeit haben mit Autoguiding zu arbeiten und längere Belichtungszeiten hinbekommen, dann würde ich das aber noch einmal versuchen. Ich habe allerdings gehört, dass die 6D auch ohne Astromod "relativ" lichtstark ist, aber das muss ich austesten irgendwann.:)

Ich spiele allerdings sowieso mit dem Gedanken, noch einen 1000mm Newton zu kaufen, genau für die Deepsky-Objekte. Diese sind ja preislich auch noch im Rahmen, und damit wäre ich dann definitiv flexibel. Aber das ist alles Zukunftsmusik. :p


Viele Grüße
Tobi
 
Hallo Tobi,
wenn du mich fragst ist ein Apo mit 70 mm Öffnung das ideale Teleskop für den Einstieg. Du bekommst alle großen Deep Sky Objekte Drauf und auch mittelgroße Galaxien sind noch deutlich erkennbar. Ich kenne mich mit DSLRs kaum aus aber egal wie sensitiv der Sensor ist: Die Ha Linie (Charakteristisch für Nebel) wird durch Kamera interne Filter schon deutlich abgeschnitten.
Mit den Farb-Reglern in APP tu' ich mir auch etwas schwer. Da brauch man viel Geduld oder man nimmt ein anderes Programm zur Hand ;).
Zu dem Dithern: Ich würde empfehlen alle 10min einmal das Bildfeld leicht zu verändern. Dazu kannst du einfach über die Pfeiltasten des Hand Controllers (kleinste Geschwindigkeit) das Objekt leicht dezentrieren - mal links, rechts, oben, unten (so "zufällig" wie möglich). Du kannst ja dann mit einem kurzen Test Bild überprüfen wie weit die Galaxie sich bewegt hat damit du ein Gefühl dafür bekommst. Das ist zwar recht aufwendig alle 10 min wieder zum Teleskop zu laufen aber um das Walking Noise einzudämmen lohnt es sich auf jeden Fall :D

Noch ein kleiner Tipp: Große Brennweiten bringen nochmal andere Herausforderungen mit sich. Diesbezüglich würde ich erst aufstocken wenn es mit deinem jetzigen Setup reibungslos läuft ;)
 
Hi Tobi,

wie viele Light Frames hattest Du denn gestackt? Auch 20? Ich habe mal spaßeshalber 20 von meinen Bildern gestackt. Ebenfalls mit einer Canon 6D erstellt, nur kurz belichtet (sogar nur 30s), nachgeführt, jedoch nicht gedithert (war sehr faul an dem Abend), kalibriert mit Darks und Flats. Anschließend Crop, Automatic Background Extraction und Farbkalibrierung durchgeführt. Das mit der STF gestreckte Ergebnis sieht wie folgt aus:
m101-20min.jpg

Das rauscht halt auch wie Hulle (sind ja auch nur 10 Minuten), aber das Muster ist bei weitem nicht so ausgeprägt. Ich kann da eher so eine paar vertikale Linien im Bild erkennen.
Würde mich mal interessieren, ob es von Kamera zu Kamera so gravierende Unterschiede gibt. Meine 6D ist zwar modifiziert, aber sollte ja hier eigentlich egal sein.

Also ich würde auch an Deiner erstmal bei dem Apo bleiben und damit den Himmel abgrasen. Das ist doch ne super Brennweite. Glaub mir, wenn Du zwei Teleskope hast, bist Du entweder genervt von ständigen hin und her bauen und lässt Dir damit potenzielle Gelegenheiten zum Fotografieren und Erfahrung sammeln entgehen, oder Du kaufst Dir auch früher oder später jedes Zubehörteil doppelt.
Ich hatte jetzt lange Zeit keine Montierung für mein großes Teleskop und mir dann so "übergangsweise" ein Setup einem kleinen, leichten Refraktor aufgebaut. Jetzt rate mal, welches von den beiden Teleskopen seit einer Woche jeden Abend nach draußen gestellt wird, um die gleiche unscheinbare Stelle am Himmel zu belichten :)
Ich persönlich würde lieber nochmal etwas Geld in die Hand nehmen und die Kamera modifizieren lassen. Gerade jetzt wo die Milchstraße wieder hoch kommt, gibt es da doch jede Menge tolle Objekte zu fotografieren.
CS
André
 
Hi Tobi,

wie viele Light Frames hattest Du denn gestackt? Auch 20? Ich habe mal spaßeshalber 20 von meinen Bildern gestackt. Ebenfalls mit einer Canon 6D erstellt, nur kurz belichtet (sogar nur 30s), nachgeführt, jedoch nicht gedithert (war sehr faul an dem Abend), kalibriert mit Darks und Flats. Anschließend Crop, Automatic Background Extraction und Farbkalibrierung durchgeführt. Das mit der STF gestreckte Ergebnis sieht wie folgt aus:
Den Anhang 336266 betrachten
Das rauscht halt auch wie Hulle (sind ja auch nur 10 Minuten), aber das Muster ist bei weitem nicht so ausgeprägt. Ich kann da eher so eine paar vertikale Linien im Bild erkennen.
Würde mich mal interessieren, ob es von Kamera zu Kamera so gravierende Unterschiede gibt. Meine 6D ist zwar modifiziert, aber sollte ja hier eigentlich egal sein.

Also ich würde auch an Deiner erstmal bei dem Apo bleiben und damit den Himmel abgrasen. Das ist doch ne super Brennweite. Glaub mir, wenn Du zwei Teleskope hast, bist Du entweder genervt von ständigen hin und her bauen und lässt Dir damit potenzielle Gelegenheiten zum Fotografieren und Erfahrung sammeln entgehen, oder Du kaufst Dir auch früher oder später jedes Zubehörteil doppelt.
Ich hatte jetzt lange Zeit keine Montierung für mein großes Teleskop und mir dann so "übergangsweise" ein Setup einem kleinen, leichten Refraktor aufgebaut. Jetzt rate mal, welches von den beiden Teleskopen seit einer Woche jeden Abend nach draußen gestellt wird, um die gleiche unscheinbare Stelle am Himmel zu belichten :)
Ich persönlich würde lieber nochmal etwas Geld in die Hand nehmen und die Kamera modifizieren lassen. Gerade jetzt wo die Milchstraße wieder hoch kommt, gibt es da doch jede Menge tolle Objekte zu fotografieren.
CS
André
Finde das Bild sieht richtig klasse aus!
Wie hast du die Farbkalibrierung durchgeführt wenn ich Fragen darf, und was genau ist STF?
Meine Brennweite ist übrigens 342mm, nicht 432, hatte mich verschrieben. :p
Bei mir waren es 87 Lights je 1 Minute übrigens.
 
Er benutzt PixInsight. Zur Farbkalibrierung wurde wahrscheinlich PhotometricColorCalibration oder SpectrophotometricColorCalibration verwendet.
STF ist ScreenTransferFunktion, das automatische, aber nicht endgültige strecken, um lineare Aufnahmen betrachten zu können.
Das automatische Strecken kann in den HistogramTransformation Prozess übernommen und angepasst werden, um endgültig zu strecken.
Der noch minimal vorhandene Grünstich kann in PixInsight mit SCNR beseitigt oder reduziert werden, wie gesagt, hasta la vista green ist ähnlich.

Für 10min. eine bereits erstaunliche Tiefe. Außer der hohen ISO vermutlich auch ein schnelles Teleskop.
 
Hallo Tobi,
beim Einstieg in die Bildbearbeitung hatte ich anfangs mit den Farben ebenfalls große Probleme. Bei mir kommt erschwerend eine Rot/Grün-Schwäche hinzu, wodurch ich manchen für die meisten Menschen offensichtlichen Farbstich selbst nicht bemerke.
ZUnächst habe ich auch mein Heil in diversen automatischen Funktionen aller möglichen Programme gesucht. Doch dann habe ich mich mit den Gradationskurven in Affinity Photo beschäftigt: man schaut sich das Histogramm an. wenn die drei Buckel für den Hintergrund nicht übereinander liegen, hat man einen Farbstich. Die Aufgabe besteht also darin, die Buckel für R, G und B übereinander zu legen. Das mache ich vor dem eigentlichen Stretching manuell, also z.B. einen zu weit rechts (=zu hellen) Grünkanal etwas nach links schieben, bis er sich mit R und B deckt.
Anschließend kann man dann i.A. mehrmals mit einer Gradationskurve strecken.
Was (für mich) auch sehr schön funktioniert: Stacken in Siril, dann die photometrische Falbkalibrierung laufen lassen. Das passt meistens sehr schön.
Für die Bearbeitung benutze ich eigentlich nur Software zum Stacken und Affinity Photo. Ich weiß, dass man viele anspruchsvollere Dinge damit nicht machen kann. Für meine "Erinnerungsbilder" ohne allzu hohen Anspruch reicht das völlig. Und m.E. sollte man erst mal so einfach anfangen und wirklich ALLES was man da tut genau verstehen (=erklären können), bevor man komplexere Software einsetzt.
CS und viele Grüße
Tom
 
Hallo Tobi,

ich möchte mich mit dem Prinzip "Kill it before it grows!" in die Reihe der Ratgeber stellen. Verglichen mit dem Aufwand, den man sowieso treibt, um am Ende ein anständiges Astrofoto auf dem Bildschirm zu haben, ist es wenig Arbeit, die wichtigsten Grundregeln einzuhalten:

Dithern ist ein Muss und kein Problem, auch wenn man es von Hand macht.
Astreine Flats sind auch ein Muss. Wenn man nicht ganz sicher ist, dass man kein Lichtleck um Imagetrain oder am Kamerasucher hat, müssen die unbedingt im Dunklen gemacht werden.
Wenn man nach der Kalibrierung trotzdem Probleme mit hellen Ringen o.ä. hat, empfiehlt es sich dringend, Darkflats zusammen mit den Flats zu erstellen. Wenn keine Flatbox, IPad o. ä. vorhanden ist, kann man tagsüber den Imagetrain mit Stoff, einer Jacke o. ä. abdunkeln.
Auf keinen Fall auf Bias Frames verzichten. Ein Master Bias hält Monate oder Jahre.
Darks benötigt man bei den neuen Sony Sensoren meines Wissens nicht, ansonsten aber unbedingt.

Sorry, dass sich das etwas rigide anhört. Aber am Ende kommt man sowieso dahin. Warum also nicht von Anfang so arbeiten ;)?

CS Peter
 
Danke weiterhin für den Input!
Ich werde versuchen einiges davon umzusetzen, allerdings ist das bei verschiedener Software natürlich schwierig.
Ich würde gerne weiterhin bei APP bleiben, da ich bei PixInsight wirklich überhaupt nicht verstanden habe wo oben und unten ist.
Bei APP kann man ja quasi einfach nur die Bilder reinladen, und dann stacken, was trotz vieler Zusatzfunktionen sehr anfängerfreundlich ist.
Bei Photoshop gibt es ja auch schon einige vorgefertigte Aktionen, mit denen man auch ohne Kenntnisse viel zustande bringen kann.
Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn ich einmal weiß wie ich den Grünstich wegbekomme, passable Bilder hinbekomme.
Der Tipp mit dem Dithern gegen das Walking Pattern Noise ist auch Gold wert, danke nochmal dafür!
 
Okay, neues Bild, neue Probleme..
Habe mich an M101 versucht, und so sieht das fertig gestackte Bild aus, wenn man lediglich die Sättigung und das Stretching hochschraubt:
1686824611322.png


Scheinbar hat er die Flats nicht richtig verarbeitet, daher die Staubflecken, das würde ich aber eh croppen. Es geht hier jetzt erstmal rein um die Farben.

Oben links: Magenta
Unten rechts: Grün
Oben rechts: Grün mit Magenta-Stich

1686824685103.png

1686824705119.png

1686824726397.png


Und bei all dem scheinen aber die Farben der Galaxie selber korrekt zu sein.
Habe schon versucht an verschiedensten Farbreglern rumzuspielen, aber alles ohne Erfolg.
Hat da jemand eine Idee wie ich ein einheitliches Farbspektrum hinbekomme?
 
@DerOndre
Ich frage mich auch, wieso du so wenig Rauschen hast in deinem kurz belichteten Bild, also zumindest im Vergleich.
Ich habe hier über 2 Stunden belichtet mit je 1 Minute Einzelbelichtungszeit, und auch wenn ich mit Dithern das Walking Pattern Noise gut weg bekommen habe, habe ich dennoch einiges an Rauschen, viel mehr als du mit nur 30 Sekunden Belichtungszeit. Woran könnte das liegen?
 
Hallo Tobi,
das mit den Staubflecken kenne ich. Die wandern gerne mal in der Nacht. Der Spiegel der Kamera erzeugt ja immer eine leichte Erschütterung. Außerdem kann natürlich auch die automatische Sensorreinigung dafür sorgen, dass die Staubkörnchen wandern. Die Kamera darf natürlich zwischen der Aufnahme der Lights und der Flats auch nicht gedreht werden.

Diese magenta Balken im Bild sehen etwas nach Lichtverschutzung aus. Hier musst Du versuchen die Gradienten aus dem Bild zu entfernen, danach sehen die Farben dann auch einheitlicher aus. Ich bin da leider auch kein Experte. In APP gibts dafür eine Funktion die wohl gut funktionieren soll. Ansonsten mal GraXpert ausprobieren. Auf jedem Fall solltest Du das Bild vor dem Entfernen der Gradienten so beschneiden, dass die Ränder nicht mehr mit im Bild sind.
Gruß
André
 
Hallo Tobi,
das mit den Staubflecken kenne ich. Die wandern gerne mal in der Nacht. Der Spiegel der Kamera erzeugt ja immer eine leichte Erschütterung. Außerdem kann natürlich auch die automatische Sensorreinigung dafür sorgen, dass die Staubkörnchen wandern. Die Kamera darf natürlich zwischen der Aufnahme der Lights und der Flats auch nicht gedreht werden.

Diese magenta Balken im Bild sehen etwas nach Lichtverschutzung aus. Hier musst Du versuchen die Gradienten aus dem Bild zu entfernen, danach sehen die Farben dann auch einheitlicher aus. Ich bin da leider auch kein Experte. In APP gibts dafür eine Funktion die wohl gut funktionieren soll. Ansonsten mal GraXpert ausprobieren. Auf jedem Fall solltest Du das Bild vor dem Entfernen der Gradienten so beschneiden, dass die Ränder nicht mehr mit im Bild sind.
Gruß
André
Ja, APP hat eine Funktion, um die Lichtverschmutzung zu beheben, und diese klappt auch echt gut. Hier ist das gecroppte Bild nach Anwendung des Light Pollution Removals:
1686827746491.png


Sieht schon was besser aus, aber die Farben der Sterne sind nach wie vor Mist. Pink und grün. :(
 
@DerOndre
Ich frage mich auch, wieso du so wenig Rauschen hast in deinem kurz belichteten Bild, also zumindest im Vergleich.
Ich habe hier über 2 Stunden belichtet mit je 1 Minute Einzelbelichtungszeit, und auch wenn ich mit Dithern das Walking Pattern Noise gut weg bekommen habe, habe ich dennoch einiges an Rauschen, viel mehr als du mit nur 30 Sekunden Belichtungszeit. Woran könnte das liegen?
Also der Vergleich war im Nachhinein vielleicht schon etwas unpassend. Mein Teleskop hat f/2 und damit kommt in kurzer Zeit viel Signal rein. Mir ging es da eher um das Rauschmuster ohne dithern. Das wundert mich halt auch, dass man das bei meinen Aufnahmen nicht sieht.

Ansonsten spielt natürlich auch der Himmel eine Rolle. M101 steht ja ziemlich hoch und da ist es hier in meinem Eifeldörfchen tatsächlich recht dunkel.

Also das Entfernen der Gradienten hat doch gut geklappt. Das mit den Sternfarben kann ich auf Deinem Bild jetzt nicht so ganz erkennen. Ich sehe nur, dass die Sterne einen leichten Farbsaum haben. Meinst Du das? Ich hatte sowas schon mal ansatzweise wegbekommen, indem ich die mit Starnet die Sterne aus dem Bild extrahiert habe und dann in dem Sternbild die Farbkanäle separiert und neu übereinander gelegt habe. Ansonsten kann man das vielleicht mit dem Verkleinern der Sterne in den Griff bekommen. Ich bin bei der Bearbeitung aber auch totaler Anfänger.

Gruß
André
 
Also mit meiner Stümperhaften bearbeitung á la HLVG / Astroflat / Photoshop aktionen habe ich ein einigermaßen passables Ergebnis zustande bekommen in meinen Augen, mit dem ich eigentlich echt zufrieden wäre, wären die Sterne nicht pink:
1686830823893.png

1686830848383.png


Ist das der Farbsaum, den du meinst? Nicht rangezoomt sehen die Sterne halt einfach pink aus, besonders die kleineren.
 
Ach, hier ist übrigens ein Bild bon NGC7023, mit knapp 4 Stunden Belichtungszeit, nachdem ich Light Pollution mit dem APP Tool entfernt habe:
1686831732984.png


Hier kriege ich garnichts mehr gerettet, nichtmal NGC7023 selber hat irgendwelche Farben außer grün. mit HLVG ist dann alles auch nur ein Einheitsbrei, nur statt grün dann in rötlich/braun.
Dafür kein Lila :unsure:
 
Hallo Tobi,
Falls nicht bekannt, magenta/pink ist das inverse von grün. Wenn du also HLVG oder SCNR auf das negativ Bild (STRG+I) anwendest kann man damit magenta selektiv entfernen. Danach wieder invertieren und man hat kein magenta mehr. Das macht man am Besten nur mit den Sternen.
CS
David
 
Hi, kannst Du mir den Stack von M101 mal irgendwo hochladen?
Wie viele Lights und wie lange hast Du da gemacht?

Gruß Markus
 
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