Faustregel Tragkraft

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willybott

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ich suche nach einer Möglichkeit die erforderliche Tragkraft einer Montierung anhand des Öffnungverhältnisses des Teleskops, dessen Gewicht und der Art der Verwendung abzuschätzen.

Beispiel:
Ein ungefalteter Refraktor mit 175mm Öffnung, 1500mm Brennweite und einem Gewicht von 16kg soll für die visuelle Beobachtung montiert werden. Das Gewicht der Linsen sei 9kg.

Gibt es dafür eine ungefähre Faustregel, wie z.b.
bei F/8 sollte die Tragkraft das Doppelte des Tubus-Gewichtes sein, bei fotografischer Verwendung plus 30% oder so etwas in der Art ?
 
Generell: Prospekt - 30%, fotografisch -40%, ab da wird es realistisch.

Was da drauf ist interagiert mehr mit dem Stativ als dem Achsenkreuz selbst, da dieses einen erheblichen Teil seiner Stabilität vom Stativ bezieht. Je länger und windanfälliger der Aufbau, die optischen Details sind da weniger relevant, um so massiver muss das Stativ sein.

CS Jörg
 
klingt gut, mit meinem Berlebach Planet K70 und dem Vinten V30, der mit 35kg Tragkraft angegeben ist, müsste ein 7" Refraktor F/8 dann eigentlich visuell funktionieren.

Wäre richtig schade wenn man so ein teures Teil erwerben würde und dann feststellt das es zu schwer/lang ist.
 
Da gilt der Fisherman's Friends Satz: Wackelt das Rohr, ist das Stativ zu schwach. Das kannst Du nur testen.

CS Jörg
 
Beispiel:
Ein ungefalteter Refraktor mit 175mm Öffnung, 1500mm Brennweite und einem Gewicht von 16kg soll für die visuelle Beobachtung montiert werden. Das Gewicht der Linsen sei 9kg.
Hallo,

hier ist der Hebel durch den langen Tubus eher das Problem als das Gewicht. Daher muss man die Hebelwirkung in die Angaben zur Tragkraft von Montierungen mit einberechnen. Lange Refraktoren oder Newtons sind da gegenüber kurzen Systemen im Nachteil.

Das man von den Herstellerangaben der Tragkraft immer einen gewissen Prozentsatz abziehen sollte (fotografisch mehr als visuell ) bleibt davon unberührt.

Gruß

Carsten
 
Nehm einfach vorsichtshalber immer eine Losmandy Titan mit ins Feld … Dann hast Du definitiv „etwas“ Reserve ! ;)

Gruß
Sascha
 
Hallo,

hier ist der Hebel durch den langen Tubus eher das Problem als das Gewicht. Daher muss man die Hebelwirkung in die Angaben zur Tragkraft von Montierungen mit einberechnen. Lange Refraktoren oder Newtons sind da gegenüber kurzen Systemen im Nachteil.

Das man von den Herstellerangaben der Tragkraft immer einen gewissen Prozentsatz abziehen sollte (fotografisch mehr als visuell ) bleibt davon unberührt.

Gruß

Carsten

genau darum geht es ja...
das Berücksichtigen der Hebelwirkung als Faustregel...
 
würde ich eher als Binsenwahrheit bezeichnen :-)
Eine Faustregel wäre etwa das Gewicht des Tubus plus Gewicht Tubus multipliziert mit der Öffnungszahl/10.
Dann wäre bei F10 und 20kg das Ergebnis 40kg und bei F/8 wäre die erforderliche Tragfähigkeit dann 36kg.
Damit könnte man etwas anfangen.
 
Da gebe ich gerne meinen Senf dazu:

Ein – leider schon verstorbener – Astrokollege hat immer gesagt: "Der Durchmesser der Optik kann maximal so groß sein, wie der Durchmesser des Schneckenrades."

Ich sage immer: "Eine Montierung trägt nicht wesentlich mehr, als sie selbst wiegt." Montierungen sind ja schließlich keine Ameisen. Es gibt immer wieder Ausnahmen. Ich habe auf meine Vixen GP-DX einen 8" f/6 Newton gepackt, mit verlängerter Gegengewichtsstange und einem Zusatzgewicht.

Aber wie die Vorposter schon geschrieben haben: es kommt auf den Versuch darauf an.

CS

Jörg
 
Quatsch beiseite,

es gibt viele Faustregeln, bei der Instrumentenklasse wäre ich auch bei einer nominalen Tragkraft >= 35kg. Der Hebel ist mit ~ 1m je nach Rohrmontage schon nicht ohne (9 kg Objektiv), tariert werden muss auch, am besten mit Tariergewicht im Tubus, das geht für meine Augen in die EQ-8 klasse. Dazu ein wirklich steinstabiles Stativ oder Säule, ich würde zu einem großen Berlebach tendieren. Ich denke bei einer solchen Anlage fällt der Preis dann auch nicht mehr ins Gewicht. Oder eben, wenn was ganz feines sein soll, 10micron. Dann ist es definitiv durch.

CS
Jörg
 
Manche empfehlen auch eine Hargreaves Strut, um einen Refraktor zu stabilisieren. Mag helfen, oder auch nicht – das ist eine Strebe vom Objektiv zur Gegengewichtsstange.

Faustregeln scheitern ja schon daran, was man noch als akzeptable Abweichung zulässt – irgendwer hat mal gesagt, dass ein Teleskop dann stabil steht, dass man nur daran bemerkt, dass jemand im Dunkeln gegen das Teleskop läuft, weil man ein Aua hört, und nicht, weil das Bild im Okular wackelt :)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo!
Eigengewicht der Montierung und Stativ ist die eine Sache, der konstruktive Aufbau der andere.
IMHO geht es hier wirklich nur mit Erfahrung und Austesten.
Beispiel: Ich hatte auf einer EQ5 ein 8" Newton oben drauf. War in der Konstellation ein "Wackeldackel". Mit einem RC 8" sah die Welt schon ganz anders aus. Die EQ5 wurde ersetzt durch eine EQ6r-Pro. Wackeln, kaum merklich. Zum Ende wurde aus dem Stahlstativ ein Berlebach Planet. Ganz andere Liga durch den völlig anderen Aufbau. Obwohl noch mobil, Standfestigkeit fast wie ein Festeinbau. Stahlstativ war bis 75kg zugelassen, das Planet trägt 120kg mit Klemmanupgrade 160kg bei nur unwesentlicher Gewichtszunahme.
Hier kommt man an vielen Stellen mit Faustformel nur sehr bedingt weiter, gerade mal so in den Grunddaten.

P.S. das "Wackeln" wird auch sehr individuell empfunden, für den Einen ist es o.k., für den anderen "geht gar nicht", obwohl das Setup das Gleiche ist.
 
Das trifft auf keine harmonic drive Montierung zu, wepche im kommen sind.
Ja. Hast recht, wollte ich erst dazu schreiben. Aber ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine hohe Belastung sich dauerhaft günstig auch auf ein Wellgetriebe auswirkt. Zudem gilt auch hier, dass ohne entsprechendes (Gegen-)Gewicht die Montierung einfach umkippt.

CS

Jörg
 
Ja. Hast recht, wollte ich erst dazu schreiben. Aber ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine hohe Belastung sich dauerhaft günstig auch auf ein Wellgetriebe auswirkt. Zudem gilt auch hier, dass ohne entsprechendes (Gegen-)Gewicht die Montierung einfach umkippt.

CS

Jörg

Ich bin da auch an Langzeit Test 5 vlt. 10 Jahre interessiert. Wenn die das abkönnen, ist das die Zukunft
 
Flugzeuge, Satelliten, Roboter…
Alleine die dort herrschenden Umweltbedingungen stehen schon für hohe Belastung

Rainbow Astro ist doch schon lange mit den Harmonics in der Öffentlichkeit. Würde jetzt locker auf 5+ Jahre tippen. :unsure:
 
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Werbeaussagen der Hersteller bezüglich Tragkraft der Montierung nicht pauschal mit einer Faustregel in die Realität überführen lässt. Es sind auch einfach zu viele Faktoren neben dem Achsenkreuz, die einen starken Einfluss auf die Gesamtleistung haben.

Das dass Stativ eine tragende Rolle spielt, geben auch noch nicht alle Großserienhersteller zu und da wird immernoch gerne gespart wenn nicht gleich ganz am Montierungskonzept.. schönes Beispiel 10 Zoll Schmidt Newton auf einer GP Klasse Montierung.
Und neben der Montierung selbst ist auch die Verbindung zum Teleskop wichtig und unterschätzt: die 3. Rohrschelle an meinem 6 Zoll f8 ist keine Deko.
Auch wenn man auf die Prismenklemmen und Schienen schaut: Vixen Level Schienen und längerer Hebel vertragen sich nicht gut und auch an 3 Zoll Schienen kann man nicht endlos Gewicht dran hängen. Auch schön finde ich lackierte oder pulverbeschichtete Klemmen, wäre ja auch schlimm wenn man was baut bei dem man keine Abnutzung sieht.

An Stelle einer Faustregel würde ich für eine Auskunft zu einer konkreten Anwendung in den Forum suchen oder einen tread starten.

Wenn ein 7 Zoll f8-9 ordentlich montiert werden soll, kommen die 50kg Klasse Montierungen schon an ihre Grenzen. Bei dem Hebel dann vom schweren Binokularansatz auf ein leichtes Planetenokular zu wechseln machen nicht alle mit. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen eine Losmandy Titan oder eine Paramount MX+, beides auf stationrer Säule packen das gut. Eine APM Maxload auf Losmandy HD Stativ trägt das ebenfalls stabil, aber je länger der Tubus, desto empfindlicher reagiert die Montierung auf Ungleichgewichte durch z.B. Okularwechsel. Eine G11, OTE I oder Rowan AZ100 passen schon nicht mehr.

Zum Thema Eigengewicht zu Traglast bieten modernere Konstruktionen tatsächlich Vorteile bis hin zur Überspitzung zum Pronzip bei den Harmonic Drives.


cs Alex
 
Eine Faustregel habe ich auch nicht wirklich, jedoch kann ich ebenfalls bestätigen das viele Stative der Schwachpunkt bzw. falsch ausgelegt sind und viele werden noch schwächer wenn man sie auszieht.
Bei 1500mm Brennweite sollte das Achsenkreuz irgendwo bei einer Höhe von 1.60-1.80m liegen, wenn man nicht gerade auf dem Boden sitzen möchte.
Die Schwächen werden bei hoher Vergrößerung sichtbar, oder wenn man versucht bei hoher Vergrößerung zu fokussieren, dann vibriert und zittert das Bild hin und her und man hat vielleicht sogar Mühe den Schärfepunkt zu treffen.
LG
 
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