Hallo Stefan,
in Bezug auf Deepsky und Farbkameras ist die Auswahl an den gängigen Filtern im Grunde auf zwei Kategorien geteilt. Lichtverschmutzungfilter / Light Pollution Filter, welche im Breitband angesiedelt sind, und irgendwie versuchen, das Licht der Lampen herauszufiltern, und sonst alles andere durchlassen. Dann gibt es die Mehrlinienfilter oder auch Bandpassfilter, welche oftmals schmale Bereiche bei Rot / Grün (Türkis) durchlassen, womit sich einige Objekte im Himmel mit ihren H-Alpha (Rot) und OIII (Grün) Emissionslinen einfangen lassen. Und zwar wirklich nur auf diesen Emissionslinen, und sonst nichts anderes, wie z.B. die Lichtverschmutzung. Damit lassen sich durchaus schöne Ergebnisse erzielen, aber eben auch nur bei bestimmten Objekten.
Über die zuerst erwähnten Lichtverschmutzungsfilter kann man sich streiten. Ich habe mal diverse ausprobiert, und bin zum Schluss gekommen, dass diese mir nicht viel bringen. Ich bin hier aber auch in einem Bortle 4 Bereich. Vielleicht zeigen sie mehr Effektivität bei Gebieten mit mehr Lichtverschmutzung. In meinem Bereich reicht es vollkommen aus, die Lichtverschmutzung per Bildbearbeitung wegzubekommen. Zudem hier noch ein weiterer Aspekt hinzukommt, dass immer mehr Lampen auf LED umstellen, was ein sehr breites Spektrum hat, und sich kaum herausfiltern lässt. Bei den warmen Natriumdampflampen war das deutlich einfacher. Gleich folgend ein Video von einem IDAS LPS-D2 Filter, bei dem man recht gut sieht, wie die untere Natriumdampflampe unterdrückt wird, während die obere LED Lampe eher kaum reduziert wird. Das war ausnahmsweise mal praktisch, das man vor meiner Hütte beide Lampen hat.
In dem Video zeige ich einen kurzen Vergleich, wie sich der IDAS LPS-D2-Filter bei einer Natriumdampflampe (gelbliches Licht) und einer LED Lampe (weißes Lic...
youtu.be
Sollte ich die Wahl haben, würde ich also mehr zu einem Mehrlinienfilter tendieren, auch wenn dieser sich nicht bei jedem Objekt einsetzen lässt. Ich würde hier eher zu den neueren Optolong L-Ultimate und Antlia ALP-T greifen, da diese bei hellen Sternen eher weniger Halos produzieren, wie ihre Vorgänger wie L-eNhance oder L-eXtreme oder auch ein STC Duo Narrowband.
Hier noch ein Beispiel, wie so ein Mehrlinienfilter bei einem breibandigen Objekt wie die Andromeda Galaxie wirkt. Die Sterne wurden entfernt, und man sehr gut sehen, wie die H-alpha Knötchen prägnant zum Vorschein kommen. Das lässt sich dann nacher prima mit den RGB Aufnahmen vereinen. In diesem Beispiel habe ich den teuren OPT Triad Ultra Quad-Band Filter eingesetzt.
Ob ein Filterrad bei der kleinen Auswahl an Filtern wirklich notwendig ist, würde ich auch bedenken.