Hi!
Die Ausschwingzeit ist bei der Leonardo eigentlich echt okay, wobei unser Großfernglas eh nur Okularebis 40x hat und dann schon der Farbfehler gut durchschlägt. Mit dem leichten ED80 geht mehr Vergrößerung, und es ist gewiss kein Fehler, dass wir zwei fette Gewichte recht weit innen auf der Gegengewichtsstange haben. Gewicht an sich ist kein Problem, der Hebel ist ein Problem, und ob das Gewicht stabilisiert oder destabiliert

Mit 13 kg ist die Montierung ja auch nicht ganz leicht, aber das schluckt auch besser Schwingungen als ein Alu/Carbon-Leichtbau.
Auch wenn sie es vom Gewicht her trägt, würde ich trotzdem kein C8 auf der Montierung empfehlen

Aber mit den zwei Armpaaren ist das eine solide Konstruktion, die sich nicht seitlich verwindet und ausreichend Reserven hat – bei der einfachen Montierung aus dem ersten Beitrag mit nur zwei parallelen Streben a la Schreibtischlampe wäre ich skeptischer. Wobei ich mit Großferngläsern natürlich auch keine Planeten jage... Schnell zwischen ganz hoch und ganz niedrig wechseln zu können (schneller als mit Kurbelstativ) ist für uns wesentlich interessanter als perfekte Bildruhe bei Höchtvergrößerung.
Das Fernglas lässt sich gut im Schwerpunkt positionieren, der L-Halter ist in der Höhe verstellbar, damit ist die Friktion kein Problem. Wir haben noch eine Prismenschiene nachgerüstet, um es einerseits besser auszutarieren, und vor allem für die einfachere Montage – so ein Großfernglas blind über einer Fotogewindeschraube zu platzieren und festzuschrauben, ist für einen alleine fast unmöglich. Mit Prismenschiene ist es komfortabel, und das Teleskop passt auch ohne Umbauten drauf.
Billig ist das nicht, ja. Wir haben (war damals noch billiger, klar – 2014 hatte ich meinen
ersten Erfahrungsbericht darüber geschrieben):
- 10Micron Leonardo: ca. 3500€
- Avalon T-Pod Stativ: ca. 1100€
- Zwei schwere Gegengewichte: Ca. 300€ (im Lieferumfang ist nur ein Gegengewicht, das gerade mal für ein 7x50-Fernglas reicht)
- Tragetaschen, wobei die der Leonardo den kompletten versandkarton samt Polster aufnimmt und bei meinem Ford Fokus die Rückbank komplett belegt – aber die Türen gehen noch zu!
- Kleinkram – Prismenklemme, Prismenschiene, zwei Sterngriffschrauben, um die Montierung leichter und ohne Inbusschlüssel zusammensetzen zu können
Teuer, aber seit bald einem Jahrzehnt regelmäßig im Einsatz.
Ursprünglich hatten wir – weil die Leonardo über einen städtischen Haushalt gekauft wurde und kein Geld für ein Stativ mehr drin war – noch den
Baader Flanschkopf für NexStar SE / EVO und Celestron Polhöhenwiegen # 2451145 für aktuell 115,00 € dabei, um sie auf einem Berlebach Uni zu betreiben. Das hatte aber nur mäßig überzeugt: Da ist doch ordentlich Hebel, der dann an der mittigen M10-Schraube vom Stativkopf zerrt. Auf dem T-Pod-Stativ wird der Flansch fest verschraubt und die Montierung mit drei seitlichen Schrauben befestigt, das kommt mit dem Gewicht gut zurecht. Und der Flansch ist jetzt unter der SE-Montierung aus dem Bild oben im Einsatz, die sich nun über ein stabileres Stativ freut und mit der einzelnen tragenden Schraube besser zurecht kommt.
Das Fernglas ist um einige Grad nach rechts und links drehbar, ohne gleich die ganze Montierung schwenken zu müssen (hoch/runter sowieso). Solanga man in einem Sternbild bleibt, muss man sich nicht zu viel bewegen - das passt in der Praxis auch (klar – auf Acker, Dachplattform oder Fußgängerzone). Ob ich dann ein oder drei Schritte um das Statiiv mache, wenn es in einen anderen Himmelsabschnitt geht, ist auch egal.
Beste Grüße,
Alex