Gemütlicher Wiedereinstieg

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perensen

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Guten Abend liebes Forum,

ich hatte vor ca. 20 Jahren in meinem damaligen Wohnort in der Sternwarte einige Jahre lang "mitbeobachtet". Da ich damals als Jugendlicher kaum Geld hatte und stattdessen regelmäßig die großen Geräte der Sternwarte nutzen konnte, stellte sich die Frage nach eigener Ausrüstung nicht. Beobachtet habe ich damals rein visuell.

Zwischenzeitlich hat mich das Thema zwar nie ganz losgelassen, aber andere Dinge waren wichtiger und es blieb meist beim einfachen Blick in den Himmel.

Nun möchte ich dem Thema doch etwas mehr Zeit und Energie widmen. Dabei habe ich alle Zeit der Welt und mir ist bewusst, dass ich erst ein eigenes "Profil" entwickeln muss. Als ersten Start habe ich die alte Himmelskarte rausgekramt und mir ein Fernglas (Nikon Action 10x50) sowie den Karkoschka gekauft. Mit dieser Ausstattung will ich die nächsten Wochen einfach wieder reinkommen und wieder ein besseres Gefühl für den Himmel bekommen.

Langfristig (=in den nächsten Monaten) soll dann ein kleines Teleskop her. Dabei treiben mich folgende Gedanken um:

- Der heimische Garten (Kleinstadt bei Hannover) ist recht dunkel (wohl Bortle 4), aber mit vielen Bäumen verstellt, innerhalb von 30 Minuten mit dem Auto ist die Südheide (Tendenz zu Bortle 3) erreichbar.
- Ich werde eher zuhause beobachten, will aber zumindest die Option auf Ausflüge mit dem Auto haben.
- Zunächst soll es visuell und manuell bleiben (will erstmal wieder reinkommen...)
- Beobachtungsobjekte sind am Anfang querbeet Sonnensystem, DS, einfaches Richfield-Gucken (ihr ahnt es: erstmal wieder reinkommen)

Jetzt kommt aber der Haken: Ich bin schon lange an Fotografie interessiert und bin völlig baff welche Fortschritte offensichtlich für Amateure in den letzten 20 Jahren möglich waren. Insofern möchte ich schon jetzt die Chance auf erste Gehversuche mit der Kamera offenhalten. Dabei werde ich sicherlich erstmal schlicht die Kamera (Nikon APSC) mit Weitwinkel huckepack ausprobieren. Perspektivisch würde ich aber gerne auch testhalber in die richtige Astrofotografie oder auch EAA reinschnuppern. Insofern neige ich stark zu einer parallaktischen Montierung, die einigermaßen robust und motorisiert ist. Meine Ansprüche an visuelle oder fotografische Qualität sind nicht besonders hoch, weil ich mir klar bin, dass dies nur ein Einstieg und "Hobbytest" werden soll. Wenn ich dann Erfahrung gesammelt habe und konkreter weiß in welche Richtung es gehen soll, dann wird sicherlich die Ausrüstung auch anspruchsvoller.

Mein Kostenrahmen sind grob 1000€ für Montierung plus Teleskop, gerne auch vom Gebrauchtmarkt. Zubehör (Okulare, Spiegel, Filter, Sucher,...) rechne ich extra.

Mir ist völlig klar, dass es keine perfekte Rundumlösung gibt. Angesichts der großen Vielfalt an möglichen Kombinationen bin ich allerdings etwas erschlagen und würde mich über Ratschläge freuen.

Vielen Dank im Voraus,
David
 
Hallo David,
du machst das ganz richtig. Lass dir auch weiterhin Zeit.
Es gibt, jedenfalls für mich, eine fast perfekte Rundumlösung: Ich habe eine AZ GTI Montierung, die kann azimutal und parallaktisch verwendet werden und hat ein funktionierendes Goto. Sie kann fünf Kilo tragen, das reicht für einen kleinen APO bis 80mm, für Planeten habe ich zusätzlich einen 4Zoll Mak. Alles zusammen habe ich gebraucht gekauft und es blieb in dem von dir gesteckten Kostenrahmen. Ich bin damit sehr zufrieden und ich muss nicht mehr riesige und unhandliche Geräte die Treppe runterschleppen. Visuell und mobil wäre auch ein 8Zoll Dobson, aber mir zu schwer und für Fotografie nicht ohne weitere Investition geeignet.
CS Harald
 
Hallo David,
willkommen zurück in diesem schönen Hobby :)
Beim von Dir genannten Kostenrahmen habe ich meine Zweifel, ob Du damit hinkommst, wenn Du tatsächlich das Thema Astrofotografie angehen möchtest. Klar kann man sich irgendeine parallaktische Montierung für wenig Geld kaufen, aber da wird man keine Freude mit haben, denn es steht und fällt mit der Qualität/Standfestigkeit der Montierung. Wie groß (und teuer) die Montierung ist, hängt natürlich davon ab, wieviel Gewicht Du planst draufzusetzen. Dabei sollte man von der in der Beschreibung genannten Tragfähigkeit für die Astrofotgrafie vielleicht 25% abziehen.

Ich persönlich nutze eine iOptron GEM28 Montierung: die ist schön leicht, trägt aber noch bis 12kg. Angefangen habe ich mit einem Lacerta 72/432, den ich gebraucht gekauft habe. Neu kostet er glaube ich um die 600 EUR. Der ist für den Einstieg m.E. gut geeignet.
Dazu kommt dann noch das ganze Zubehör für die Astrofotografie, wie Flattener, Kamera, ggf. Aufnahmerechner/ASIair, ggf. Guiding Scope & Guiding Kamera, etc.

Es hängt immer ein bisschen davon ab, welchen Weg man gehen möchte. Aber wenn man sich für einen Weg entscheidet, sollte man hier nicht sparen, sonst kauft man zwei mal.

Neben der GEM28 habe ich noch eine Skywatcher EQ6R-Montierung. Die ist richtig robust und trägt auch einen 8" Newton problemlos (was mit der GEM28 nicht geht). Aber alleine diese Montierung kostet schon rund 1.600 EUR. Sie ist auch sehr schwer, so dass man sie nicht zusammengebaut samt Teleskop in den Garten schleppt, d.h. auch das sollte man im Hinterkopf behalten. Meine GEM28 steht samt Teleskop zusammengebaut im Wohnzimmer: ich kann alles samt Gegengewicht noch tragen, so dass der Aufbau sehr schnell geht.

Viele Grüße

Markus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo David,

toll wie Du die Sache angehst! Es ist immer gut, sich erstmal mit einfachen Mitteln an das Thema heranzutasten und ein paar Basics in den Griff zu bekommen.

Für den weiteren Weg hast Du schon zwei grundverschiedene Vorschläge bekommen. Markus hat sicher Recht, dass man für richtige Astrofotografie eine schwere und stabile Montierung braucht.

Andererseits schreibst Du, dass Du erstmal mit der vorhandenen Kamera anfangen willst. Das ist eine gute Idee und da bin ich ganz bei Haralds Vorschlag mit der AZ-GTi. Die ist gut und günstig und für Deine Zwecke bestens geeignet. Da kannst Du später auch noch einen kleinen Apo dran hängen. Die 5 kg Tragkraft, die der Hersteller angibt, kannst Du bei Astrofotografie allerdings nicht nutzen. Max 2/3 davon solltest Du so einer kleinen Montierung meiner Meinung nach zumuten.

Für EAA solltest Du auf jeden Fall einen kleinen Apo oder ED Refraktor und eine Astrokamera anschaffen. Damit funktioniert EAA deutlich einfacher als mit einer Spiegelreflex.

Nun erstmal einen sternklaren Himmel und viel Spaß mit dem Fernglas!

CS.Oli
 
Moin David,

ich würde dir gern einmal schildern wie ich angefangen habe.

Ich habe mich schon immer für den Sternenhimmel interessiert und wollte auch erstmal nur beobachten.
Dazu habe ich mir ein 8" Galaxy Dobson gekauft.
Besonders Objekte im Sonnensystem machen damit sehr viel Spaß. Hellere DSO Objekte waren aber auch gut.
Ich wollte das Teleskop auch mit in den Urlaub nehmen. Im Kleinstwagen hat das aber keinen Spaß gemacht.
Da mich die DSO Objekte am Ende doch nicht so umgehauen haben und ich lieber Sonne/Mond/Planeten beobachten will habe ich das Dobson verkauft und
mir dafür ein 127mm Skywatcher Mak, eine AZ Gti und einen Sonnenfilter gekauft bzw. gebastelt.
Das Setup ist sehr schnell aufgebaut, transportabel und richtig gut für Objekte im Sonnensystem geeignet.
Außerdem konnte ich mit der Az Gti meine ersten Versuche mit Fotografie und EAA machen.
Dafür habe ich mir eine SVbony SV705C Kamera gekauft.
Diese ist sehr gut für die Aufnahme von Objekten im Sonnensystem geeigent, aber es lässt sich auch EAA in Verbindung mit einem Objektiv und der AZ Gti betreiben.

Da mir die Fotografie sehr viel Spaß gemacht hat bin ich dann einen Schritt weiter gegangen und habe mir ein EQ Montierung und ein Apo gekauft.
Anfangs habe ich mit einer 600Da fotografiert, vor ein paar Tagen ist eine Astrokamera mit IMX533 Chip eingetroffen.

Ich benutze jetzt meistens beide Setups gleichzeitig.
Ich stelle erst das Fotosetup auf und starte die Aufnahme.
Danach stelle ich die Az Gti mit dem Mak auf und beobachte oder fotografiere Objekte im Sonnensystem.
Wenn das Wetter am Wochenende schön ist bin ich auch mal am Tag draußen und beobachte oder fotografiere die Sonne.


Was ich dir raten würde ich erstmal ein Setup zu kaufen mit dem du visuell beobachten kannst.
Da wäre zB ein kleines Apo (wie auch Harald sagte) und eine Az Gti ganz nett.
Vorteil ist, dass du damit auch EAA und Fotografie im Sonnensystem betreiben kannst.
Wenn du dann mal "richtig" Fotografieren willst würde ich ein zweites Setup aufbauen welches dann auch darauf ausgelegt ist.

Az gti mit Stativ kostet ca. 480€
Hier im Forum wird grad ein schönes Apo für 450€ Angeboten
Dazu brauchst du dann noch einen Sucher, Okulare und ein Zenitspiegel.
Wenn du da brauchbares aus der Einsteigerklasse nimmst landest du zwar nicht bei exakt 1000€, aber vielleicht bei 1100€ und die sind dann sehr gut investiert.

Alternativ kann ich dir auch zu dem 70ED Apo von SVbony raten.
Habe dieses selber für Fotografie und visuell hat es die 2-3 Mal die ich es dafür benutzt habe keine schlechte Figur gemacht.
Auch hat SVbony brauchbares Zubehör wie Okulare, Sucher usw.

Grüße
Brian
 
Hallo David,

von mir ein Willkommen im Forum.

toll wie Du die Sache angehst! Es ist immer gut, sich erstmal mit einfachen Mitteln an das Thema heranzutasten und ein paar Basics in den Griff zu bekommen.
Da kann ich nur zustimmen :y:.

Für den weiteren Weg hast Du schon zwei grundverschiedene Vorschläge bekommen.
da kann ich Oli / @VisuSCor nur recht geben. Kaum vier Antworten, schon driftet es auseinander.
Das ist aber ganz normal ;). Jeder hat da so seine Vorstellungen.

Perspektivisch würde ich aber gerne auch testhalber in die richtige Astrofotografie oder auch EAA reinschnuppern. Insofern neige ich stark zu einer parallaktischen Montierung,
Das mit dem Testen von zwei unterschiedlichen Herangehensweisen des Beobachten kann - muss nicht - ins Geld gehen.
Da heißt es überlegen.
Klassische Astrofotografie verlangt zwingend nach einer parallaktischen Montierung mit dem dran hängenden Guiding und einer DSLR.
EAA geht bestens mit Alt/AZ Montierungen. Kein Guiding und mit "kleineren" Teleskopen.

Deshalb finde ich die Idee von Harald / @h.kothe auch gut.
AZ GTi oder der Nachfolger AZ GTiX.
Da drauf einen Apo - natürlich passend zur Montierung - oder einen kleinen 130/650 Newton.
Da die Montierung sowohl als auch verwendet werden kann, kannst Du gut testen ohne Unsummen anzufassen.
Auch vom Transport, für die gelegentlichen Ausflüge, sehe ich keine Probleme.

Damit funktioniert EAA deutlich einfacher als mit einer Spiegelreflex.
Soweit ich weiß haben die Spiegelreflex auf Dauer Probleme mit den recht kurzen - 2 bis ca. 16 Sekunden - Belichtungszeiten.
Eine Astrokamera ist da wesentlich besser geeignet.
 
Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme!

Beim von Dir genannten Kostenrahmen habe ich meine Zweifel, ob Du damit hinkommst, wenn Du tatsächlich das Thema Astrofotografie angehen möchtest.
Das ist mir klar und mein Kostenrahmen sollte auch zunächst ca. 1000€ nur für Teleskop und Montierung sein. Damit möchte ich zunächst visuell weitergucken und vielleicht mal ausprobieren, ob meine DSLR mit Weitwinkel (beides vorhanden) huckepack auf dem Teleskop funktioniert. Alle weiteren Schritte in Richtung Astrofotografie (oder auch nur EAA) würde ich dann erst angehen wollen, also zB Reducer/Flattener, dezidierte Astrokamera, etc... Ich würde nur jetzt gerne nichts kaufen, was dann eine fotografische Nutzung komplett ausschließt (zB Dobson ohne Nachführung).

Wie ich euch verstehe geht ja der Rat in Richtung eines kleinen schnellen Apos (vielleicht 80/600er, mit -später gekauftem- passendem Reducer/Flattener würde er ja noch schneller werden). So wie ich die AZ-GTI verstehe dürfte das aber schon eine ambitionierte Zuladung sein, oder?
Wenn ich mir beispielhaft den Skywatcher Evolux 82/530 angucke, dann wäre doch eine visuelle Ausstattung vermutlich: Teleskop, Sucher, Spiegel, Okular(e). Würde man das später in Richtung EAA/Fotografie erweitern wollen wäre es: Teleskop, Reducer/Flattener, Kamera, Guidingscope/-kamera. Würde es dann nicht Sinn machen, mit Blick auf zukünftige Fotografieversuche, jetzt eine Montierung zu wählen, die später den kleinen Apo plus Foto/Guiding tragen kann (mit dem entsprechenden Stabilitätszuschlag für Fotografie)?

Eine ganz andere Frage: Wenn man sich bei den großen Händlern die Teleskope anguckt, dann scheinen die sich häufig trotz anderer Markennamen sehr zu gleichen. Gibt es irgendwo eine Übersicht was wirklich unterschiedlich ist und was nur umgelabelt wurde? Für einen Laien ist das reichlich verwirrend :unsure:
Mir fällt es auch schwer innerhalb derselben Klasse von Teleskopen (zB 80er Apos, um die f/6) wirkliche Unterschiede zwischen den Marken zu erkennen. Gibt es allgemein bekannte Aspekte wie "Bei Skywatcher sind die OAZs stabil, bei Tecnosky gibt es eine solide Vergütung und bei TS sind die Rohrschellen hübsch blau"?

Sollte eure Beratung und mein Einlesen ins Thema am Ende bei mehr als 1000€ landen, dann wäre das auch in Ordnung. Wie gesagt: Ich habe Zeit, im schlimmsten Fall wird ein wenig länger gespart.

Vielen herzlichen Dank!
David
 
...Würde es dann nicht Sinn machen, mit Blick auf zukünftige Fotografieversuche, jetzt eine Montierung zu wählen, die später den kleinen Apo plus Foto/Guiding tragen kann (mit dem entsprechenden Stabilitätszuschlag für Fotografie)?
Genau das meinte ich. Da würde ich lieber eine solide Montierung nehmen, anstatt die dann später nachzukaufen (=doppelt gekauft).

Eine ganz andere Frage: Wenn man sich bei den großen Händlern die Teleskope anguckt, dann scheinen die sich häufig trotz anderer Markennamen sehr zu gleichen. Gibt es irgendwo eine Übersicht was wirklich unterschiedlich ist und was nur umgelabelt wurde? Für einen Laien ist das reichlich verwirrend :unsure:
Mir fällt es auch schwer innerhalb derselben Klasse von Teleskopen (zB 80er Apos, um die f/6) wirkliche Unterschiede zwischen den Marken zu erkennen. Gibt es allgemein bekannte Aspekte wie "Bei Skywatcher sind die OAZs stabil, bei Tecnosky gibt es eine solide Vergütung und bei TS sind die Rohrschellen hübsch blau"?
Den von mir verwendeten Lacerta 72/432 findest Du hier:

Der ist recht weit verbreitet. Kannst ja mal z.B. bei Astrobin schauen.
 
EAA/Fotografie erweitern wollen wäre es: Teleskop, Reducer/Flattener, Kamera, Guidingscope/-kamera.
ich kann nur für EAA sprechen, klassische Astrofotografie ist nicht so meins.
Für EAA brauchst Du kein Guiding.
Ich nutze mit meinem Newton 150/750, PDS Variante, bei EAA auch keinen Komakorrektor. Kommt natürlich auch auf Deinen Anspruch an.

Auch mal schauen was so ein Flattener, Reducer, Komakorrektor wiegt.
Ebenso bei den Astrokameras.

Wenn tatsächlich die klassische Astrofotografie das Ziel ist, kommst Du m.E. in die HEQ5 Klasse bei den Montierungen.
Da bist Du bei der Skywatcher HEQ5 bei 1379,-€ neu. 14 Kg Zuladung
Bei der vergleichbaren AVX von Celestron bei 1395,-€. Ebenso 14 Kg.
Beide dann bei der 2/3 Regel/Faustformel fotografisch bei 8,4 KG.
Zu den knapp 1400,-€ käme dann noch das Teleskop.

Alternativ dann ein EQ-5 von Skywatcher.
Manuell kostet das Teil 479,-€
Mit GoTo 989,-€
Tragkraft da 10 Kg, fotografisch 6 Kg.
Weiß jetzt gar nicht, ob es noch das Nachrüst-Kit für die EQ5 gibt.
Da geht dann aber auch nicht wesentlich mehr als bei der AZ GTi oder AZ GTiX.

Wenn Du richtig stabil werden willst, musst Du leider in Deinen Geldbeutel greifen. Egal ob parallaktisch oder Alt/AZ.
Die angesprochene iOptron GEM28 schlägt mit 1790,-€ zu Buche und trägt 12,7 Kg, fotografisch dann 7,62 Kg.

Meine iOptron AZ Pro schlägt mittlerweile mit 1890,-€ zu.
Da packe ich Newton 150/750 oder SC C8 oder 120/1000 Refraktor drauf. So ausgesucht, dass alle drei Teleskope ordentlich getragen werden.
Hauptsächlich den Newton, Asi224 dran, Notebook mit der passenden Software für EAA und fertig ist die Laube ;).

Aber schau Dich mal hier im Forum um, da gibt es genügend Kollegen die mit kleinem und leichten Equipment Astrofotografie betreiben.
Da taucht immer wieder die AZ GTi oder auch die AZ GTiX auf.
 
Hallo David,
es ist gut, daß Du Dir überlegst wie Du rangehst und vor allem was Du sehen willst. Da kommst Du bestimmt besser weg als ich. Schaue Dir am Besten bei Beobachtungsabenden der Sternwarten (in Schneeberg gibt es solche Veranstaltungen und auch jährlich Eine, bei der man seine Ausrüstung mitbringen kann und gute Tipps bekommt) mal Geräte an. Da siehst Du was welches Gerät kann und kannst Dir eine eigene Meinung bilden. Ich bin einen anderen Weg gegangen, hatte aber mit dem Optikshop Gelenau (soll jetzt keine Werbung sein) Glück. Denn meine Frau hatte als Plan mal in die Sterne gucken und eventuell Flugzeuge beobachten und ich keine Vorstellungen. Und so fuhren wir eine dreiviertel Stunde nach Gelenau. Grundfalsch, wie ich schnell begriffen hatte.
In einem mehrstündigen Gespräch wurde erst einmal geklärt, was wir überhaupt wollten. Selbstverständlich gingen unser Vorstellungen auseinander. Und dann haben wir es nach den Wünschen meiner Lebensgefährtin mitgenommen. Damit konnten wir dann toll beobachten. Aber das dicke Ende: schleppe mal eine EQ5 mit Gegengewichten, 1000/200 Spiegelteleskop und einer Kiste mit den Okularen etc. die Treppen rauf bis in den Obergarten. Irgendwann hatte ich es satt. Und mein Wunsch, fotografieren, kam ja auch noch dazu. Damit entstand der Plan, eine feststehende Montierung mit entfernbarer Überdachung, idealerweise eine Sternwarte zu bauen. Geht aber nicht - sächsisches Baurecht. Denn baut man eine Sternwarte ist dies genehmigungspflichtig. Baut man eine Rolldachhütte oder ähnliches ist das ein Aufenthaltsraum und hat einen Mindestabstand zum Nachbarn von über 3 Metern zu haben. Rollt man die ganze Hütte weg, weil ein Abstellschuppen bis 10 qm genehmigungsfrei ist, gibt es für bewegliche Hütten keine Rechtsprechung... (übrigens, trotz der Räder gilt sie nicht als Fahrzeug, ich habe beim Landratsamt nachgefragt). Rollt man die Montierung aus der Gartenhütte steht jedesmal die Ausrichtung an. Meine Lösung war dann kreativ und interessant und fast zu klein geraten.
Wenn Du fotografieren willst empfehle ich Dir eine feststehende Säule im Garten. Eine EQ6R mit Gegengewichten zu tragen ist endgültig kein Spaß mehr. Auch ersparst Dir auch das Ausrichten. (Auch wenn mir Andere jetzt eventuell widersprechen.) Für unterwegs solltest Du dann etwas Handlicheres nehmen und für Nachführungen ... auf die Stromversorgung per Zigarettenanzünder achten. In wie weit sie sich zur Astrofotografie eignen, schau Dir Geräte an und rede mit den Betreibern. Und ehe Du etwas baust, schaue in euer Baurecht und telefoniere mal mit dem Bauamt im Landratsamt. Bei bösen Nachbarn kann sonst schnell auch der Abriß kommen.
Ach ja, Astrofotografie ist ein tolles Hobby bei dem man wenn man immer besser wird. Ich bin da auch erst in den Anfängen.
Viele Grüße und schöne Beobachtunsnächte
Ulrich
 
N'abend auch,

Ich bin einen anderen Weg gegangen, hatte aber mit dem Optikshop Gelenau (soll jetzt keine Werbung sein) Glück.
Und so fuhren wir eine dreiviertel Stunde nach Gelenau. Grundfalsch, wie ich schnell begriffen hatte.
öhm... :unsure:
Glück gehabt oder Grundfalsch?
Komme ich nicht mit.

Aber das dicke Ende: schleppe mal eine EQ5 mit Gegengewichten, 1000/200 Spiegelteleskop und einer Kiste mit den Okularen etc. die Treppen rauf bis in den Obergarten.
Ob da die Beratung so toll war... :unsure:?

Montierungen - das Achsenkreuz - auf Stativ, egal ob Alt/AZ oder parallaktisch, ist mehrfach laufen angesagt. Besonders ab einer bestimmten Größe.
Wobei, wenn ich vom angegebenen Gesamtgewicht ausgehe und Stativ und Gegengewichte abziehe, so schwer ist die EQ5, das Achsenkreuz, mit ca. 8 Kg auch nicht. Treppauf, Treppab ist natürlich nervig.
Und der 200/1000 Newton ist schon ein Brocken. Den auf der EQ5 und fotografisch, m.E. nicht so machbar.
Die P Variante, visuelle Variante, wiegt 8,8 Kg, das mag gehen.
Der PDS, fotografisch optimiert, wiegt 8,5 Kg.
Wie oben schon erwähnt, die EQ5 kann 10 Kg zu laden, fotografisch, eben die 60 bis 65%, sind es ca. 6 Kg. Fotografisch dann eher nicht.

So einen Newton mag ich weder auf eine EQ5, HEQ5 oder EQ6 hoch lupfen.

Alles zusammen Gründe, warum viele mit einem "kleinen" Apo und moderater Montierung fotografisch arbeiten.
Außer denen, die keine widrigen Bauverordnungen haben, die stationär ihrem Hobby nachgehen können.

Auch, wohl der Anfänger-Euphorie geschuldet, denken viele nicht daran das sie älter werden ;) wird man aber :eek:.
Mit der Zeit fängt man an jede 100g zu zählen :D.
 
Aber Ulrich / @C+U2018 hat ein wichtiges Thema angeschnitten, Strom.
Im Garten/Balkon nicht so dringend, aber auf dem Acker schon.
Das muss halt auch noch transportiert und getragen werden.
 
Meine Intuition lässt mich eher zu einer der größeren Montierungen greifen (Klasse EQ5 oder sogar HEQ5), einfach um da etwas mehr Luft für fotografische Experimente zu haben. Und Stabilität ist ja auch visuell nichts schlechtes.

Aber ich verstehe eure Hinweise was die Gewichte und Handhabung beim Transport angeht. Vielleicht finde ich ja in der Hannoveraner Umgebung einen Sternenfreund, der über ähnliche Ausrüstung verfügt und mir gestattet die Montierung mal "live" zu erleben. So kann ich vielleicht besser einschätzen wo meine Wohlfühlgrenze hinsichtlich Gewicht und Schnelligkeit im Aufbau liegt.

Was das Teleskop selbst angeht habe ich inzwischen auch direkte PNs erhalten. Vielen Dank für die Nachrichten! Könnt ihr mir einen Rat geben, wo die feinen Unterschiede zwischen folgenden Gläsern liegen:

- Skywatcher Evolux 82/530 f/6,5 (mit passendem Reducer f/5,8)
- Skywatcher Esprit 80/400 f/5 (wohl kein passender Reducer, Flattener soll in Optik eingearbeitet sein, mit f/5 ohnehin recht schnell)
- Lacerta 80/500 f/6,25 (mit passendem Reducer f/4,9)
- Svbony 80/480 f/6 (mit passendem Reducer f/4,8)
- TS Optics Photoline 80/560 f/7 (mit passendem Reducer f/5,6)
- TS Optics Triplet Photoline 80/480 f/6 (wohl kein passender Reducer)

Meine Vermutung ist, dass die visuell in einem ähnlichen Bereich liegen. Ein Reducer/Flattener dürfte nach meinem Verständnis auch noch nicht erforderlich sein. Für spätere Fotoexperimente würde ich mir dann einen passenden Reducer/Flattener und eine Astrokamera in der 400-500€-Klasse anschaffen.
Gibt es Optiken in dieser Qualitäts/Preis-Range, die ich völlig übersehen habe?

@Mobiler Strom: Das habe ich auf dem Schirm. Danke für den Hinweis!

Vielen Dank soweit!
 
Hallo David,

- TS Optics Photoline 80/560 f/7 (mit passendem Reducer f/5,6)
- TS Optics Triplet Photoline 80/480 f/6 (wohl kein passender Reducer)
da ich mehrfach Diskussionen über Apo's verfolgt habe und ich vorhatte mir einen zur kommenden Weihnacht zu schenken, viel mein Auswahl eben auf diese TS Apo's.
Begründung... :unsure:, etwas schwierig zu beantworten. Bauchgefühl trifft es wohl am Ehesten.
Die Anschaffung hat sich leider zerschlagen, da ich ab morgen den Gegenwert von ZWEI Apo's in meinen Augen habe :D. Da ist ein dritter auf Montierung nicht mehr drin.
 
Hallo David,
über diese Refraktoren hört man viel Gutes, am häufigsten über den Lacerta. Ich selbst habe den 80/600 von Celestron gehabt, den fand ich gut, aber benutzt habe ich lieber den TS 72/420, weil der genauso gut ist, nur unwesentlich weniger Licht einfängt, aber sooo traumhaft handlich ist. Es gibt in der 60-72mm Klasse viele tolle Geräte, die handlich und gutmütig sind.
CS Harald
 
Moin,

Svbony 80/480 f/6 (mit passendem Reducer f/4,8)
Ich denke du meinst das SV550 80mm oder?
Ich habe zwei Arbeitskollegen die das Teleskop haben.
Beide nutzen es mit Reducer mit einer Canon APSC Kamera für Astrofotografie und sind ganz angetan.
Der Preis ist bei dem Ding scheinbar sehr gut.

Gibt es Optiken in dieser Qualitäts/Preis-Range, die ich völlig übersehen habe?
Ich würde sagen, nein.
Die meisten Optiken in dem Preisbereich fallen eh vom gleichen Band.
Gebraucht würde man ggf. was besseres bekommen (habe ja oben im Post schon ein Beispiel genannt).


Grüße
Brian
 
Hallo David,
im Forum ist gerade eine AZ-GTi aufgetaucht. Aufgerufen sind 280€, etwas Spielraum sollte da noch sein.
CS Harald
 
Gutes Angebot.
Sogar direkt mit Gewicht und besserer Klemme.
 
Man muss sich auch nicht zu sehr auf "schnelle" Öffnungsverhältnisse versteifen. Denn wenn man sowieso neu anschafft, kann man auch einfach die Cam nach der passenden Pixelgröße auswählen.
2,9um Pixel sind an F/5 genauso schnell wie 5,8um Pixel an F/10.
Vorteil: weniger Ausleserauschen, höhere Full Well Capacity
Nachteil: mehr Hebelarm des längeren Teleskops, weniger Gesichtsfeld.

LG
Olli
 
Man muss sich auch nicht zu sehr auf "schnelle" Öffnungsverhältnisse versteifen. Denn wenn man sowieso neu anschafft, kann man auch einfach die Cam nach der passenden Pixelgröße auswählen.
2,9um Pixel sind an F/5 genauso schnell wie 5,8um Pixel an F/10.
Spannend. Gibt es irgendwo eine übersichtliche Darstellung/Herleitung dieser Zusammenhänge? Ehrlicherweise ist das für mich Neuland, bzw. ich habe häufig die üblichen Zusammenhänge aus der normalen Fotografie (niedrige Blende = gut) im Kopf.
 
Öffnungsverhältnis mal 1,33 ergibt die Größe des zentralen Beugungsscheibchens in um, also ein linearer Zusammenhang.
Wenn nun also die Pixelgröße im selben Verhältnis zur Blende steht, hat man die selbe Belichtungszeit, da die Lichtmenge immernoch auf die selbe Pixelanzahl verteilt wird.

LG
Olli
 
Hallo Mathias,
also wir haben neben der EQ5 mit extra Nachführung aus den Zeiten des nur visuellen beobachtens jetzt eine EQ6R auf Säule in unserer stationären Anlage. Sie trägt den Skywatcher 200/1000, als Kamera die ZWO 2600 m Pro, eine ZWO Minikamera mit Sucherrohr und die Trafos und den Kleinkram (Befestigungsschienen für das Leitrohr der PHD2- Kamera etc.). Damit ist die Montierung ausgelastet, arbeitet aber sauber. Vor jedem Beobachtungsabend mache ich schnell eine (minimale) Feinkorrektur mittels einer 1-Stern-Ausrichtung. Das könnte an der Auslastung zu liegen. Ist aber nicht schlimm, geht schnell.
Ich meinte, als ich kurz über meinen falschen Start schrieb, das es sehr sinnvoll ist, sich solche Ausrüstung im Betrieb anzusehen. In der Sternwarte Schneeberg bringen zum Beobachtungsabend immer einige Besucher ihre Geräte mit. Denn wenn man selbst verschiedenste Geräte ausprobieren/ wenigstens mal durchsehen kann wird man eher merken, was man möchte, als durch das lesen vieler Internetbeiträge. Da ändert sich auch schnell mal die eigene Meinung. Ich hätte das so machen sollen. Aber hinterher ist man immer klüger.
Und wenn David die Möglichkeit einer Säule im eigenen Garten hat sollte er darüber nachdenken. Es ist sehr bequem, wenn man nur den USB-Stick, den Glühweinkocher und 2 Felle für die Stühle hochtragen muß.(?)
VG Ulrich
 
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