Einsteiger sucht Teleskop für visuelles beobachten

Ist schon wichtig das mit anzusprechen.
Ich möchte nur Hervorheben, dass ein Einstieg auch mit Standard Equipment gelingen kann ohne einen zu vegraulen.
Das ist natürlich richtig.
So sieht man schon ob einen die Thematik packt und man dabei bleiben wird. Dann kann gezielt nachgelegt werden.
Man muss sich als Anfänger dann nur im klaren sein, dass dann Dinge, die man dann doof findet, nicht am Hoby selbst liegen, sondern an den Grenzen des Einsteiger Equipments.
Also an der Reibstelle ein Upgrade statt Hobbyaufgabe.
Nur habe ich heutzutage oft das Gefühl, dass es diese Geduld bzw Beharrlichkeit nicht mehr so oft gibt.
Durchschauen ist anstrengend -> Okulare mit mehr Augenabstand
Ist wie durch eine Papprolle schauen -> Okulare mit mehr Gesichtsfeld
Ich finde nie was -> Sternatlas oder GoTo
Wackelt immer -> bessere Montierung
Scharfstellen ist schwierig -> Feintrieb
Immer Unscharfes Bild -> Justage Zubehör kaufen, Seeingeinflüsse ausschließen oder besseres Teleskop

Es ist manchmal erstaunlich azs welchen Gründen ein Hobby aufgegeben wird, nicht nur bei uns.

LG
Olli
 
Hallo zusammen,

mein Senf dazu: Die Aussage: Wer billig kauft, kauft zwei Mal, ist richtig und am Ende der teurere Weg. ABER: Das hängt eben auch vom Budget und vom Anspruch ab. Wenn man als Anfänger nicht High End, aber auch nicht das Billigste kauft, hat man trotzdem jahrelang Freude daran und wenn man dann mal neu kauft, ist das auch kein Problem. Auf dem Gebrauchtmarkt bekommt man ja meist die Sachen zu einem anständigen Preis weiterverkauft. Wer natürlich von Anfang an weiß, dass er das Hobby auf jeden Fall die nächsten 10 oder mehr Jahre betreiben will und keine Kompromisse eingehen will, der soll das nach seinem Budget hochwertigste kaufen, was geht.

Ich würde aber bei Filtern inzwischen auch eher teurere nehmen, dafür dann vielleicht einfach warten und nicht alles auf einmal kaufen. Teleskop, Montierung und zwei oder drei Okulare für den Anfang reichen. Lieber das vorhandene Geld da rein stecken und das Zubehör dann später kaufen.

LG Olaf
 
Hallo Holger,
ganz klar, Olli hat recht und Qualität lohnt sich. Wenn ich selbst so vorgegangen wäre, hätte ich ebenfalls einen Haufen Geld gespart. Insbesondere, weil ich das Hobby nicht angefangen hätte, denn soviel Geld, wie dafür nötig ist, hatte ich nie. Die Wahl, heute anzufangen oder noch ein paar Jahre zu sparen und es dann "richtig" zu machen, treffe ich immer für "heute anfangen". Deswegen solltest du es so machen, wie beabsichtigt. Natürlich keinen Schrott kaufen, aber im Rahmen deiner Möglichkeiten gute Sachen. Im Laufe der Zeit habe ich mich nach und nach vergrößert und verbessert (qualitativ), mit höherem Alter und gestiegener Bequemlichkeit habe ich mich dann wieder verkleinert. Dieses Hobby kostet also immer Geld, weil auch du dich veränderst und daraus Investitionsbedarf entsteht.
CS Harald
 
Es ist manchmal erstaunlich azs welchen Gründen ein Hobby aufgegeben wird
am schlimmsten finde ich da aber diese Kaufhausteleskope auf zu schwachen Montierungen mit sinnfreiem Zubehör um mit hoher Vergrößerung zu werben.
Z.B. 4mm Plössl und noch eine schlechte Barlow bei einem kleinen Refraktor.

Habe ich bei Freunden selbst so gesehen. Die haben das auch alles reingesteckt und sich gewundert, dass nichts Vernünftiges zu sehen war.
Als ich denen dann den Mond nur mit dem 20mm Okular gezeigt habe, kam der große WOW Effekt.

Das ist bei den heutigen Standard Dobson aber zum Glück meist viel besser zusammengestellt und dank Rockerbox zumindest auch stabil montiert.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
oft hört man aber dass die Beobachtung erst ab 8" richtig Spaß macht. Daher habe ich mich in Richtung 8" aber vorzugsweise 10" orientiert.
Hi Max,

"oft hört man" ist einer der schlechtesten Ratgeber überhaupt.
Denn man hört subjektive Einschätzung.
Diese kann man nicht übertragen, genauso wenig wie das Wissen des Meinungsäußerers an sich, dessen Bedingungen und dessen Gerät.
Aus mehreren Jahrzehnten virtueller als auch praktischer Einsteigerberatung kann ich Dir z.B. berichten von Menschen die im LIDL Skylux einen Saturn bei 50 x bejubelten, weil Sie den Ring und Planeten scharf und getrennt sahen. Aber an Saturn habe ich auch mal einen Beginner erlebt, der einen perfekten Saturn in einem fast perfekten Dobson bei jenseits der 300 fachen Vergrößerung als sehr enttäuschend wahrnahm und das Hobby direkt wieder beendete. Soviel zu Einschätzung. ..

Natürlich ist mehr Öffnung i.d.R. mehr Seherlebnis, aber das allein ist kein Faktor. Unter sehr gutem Himmel siehst Du mit 6" die Spiralarme in M51, was Dir mit einem 12" am Stadtrand mitunter nicht gelingt. usw.

Am Besten wäre, Du würdest Sternfreunde in der Nähe finden und zur Probe kucken können. Dann weißt Du was Dich erwartet und das Thema Größe ist aus Deinen Erlebnissen definiert, und eben nicht von oft hört man von irgendwem über den man im Zweifel nix weiß.

Viel Erfolg beim Suchen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Max,
hier noch ein wichtiger Hinweis, wenn es um größere Spiegelteleskope geht.
Das A und O bei Spiegelteleskopen ist die exakte Justage und die Auskühlung des Hauptspiegels.
Gerade Anfänger halten häufig die blubbernde Grenzschicht ihres Hauptspiegels für Atmosphärische Seeing.
Ein 10" Spiegel mit einer Randdicke von ca. 34mm braucht je nach Temperaturgefälle ohne Lüfter min 2h bis er angepasst ist.
Im Billig Sektor fehlen leider oft die Lüfter für eine schnelle Temperaturanpassung.
Saugende Lüfter an der Spiegelkante bzw. eine richtige Temperatursteuerung des Hauptspiegels findet man nur im High End Bereich wie z.B. bei ASA Astrosysteme, oder bei PlaneWave Instruments, oder beim Takahashi Mewlon 250/300.
Daher heißt es im Billig Sektor "selber bauen" oder warten.
Wenn du die Justage und die Auskühlung im Griff hast, dann klappt das auch mit scharfen Bildern bei hohen Vergrößerungen.
LG
 
@PeterSurma @komposer @olli.mit.zwei.l @h.kothe @Olaf M.
Danke für eure Einschätzungen in meiner Abwesenheit. Ich sehe schon, dass die Meinungen deutlich auseinander gehen. Die Vorgehensweise was gekauft wird und als wichtig erachtet wird, sollte am besten jeder für sich entscheiden. Erfahrungsgemäß kaufe ich eher hochwertige Sachen, aber kein High-End, weil man oft für ein paar wenige % höhere Qualität deutlich mehr bezahlt. Dennoch finde ich es auch wichtig erst mal die Standardokulare auszuprobieren, um zu sehen was mich erwartet. Erst durch diese Erfahrung kann ich die Qualität eines höherwertigen Okulars beurteilen/vergleichen.

Am Besten wäre, Du würdest Sternfreunde in der Nähe finden und zur Probe kucken können. Dann weißt Du was Dich erwartet und das Thema Größe ist aus Deinen Erlebnissen definiert, und eben nicht von oft hört man von irgendwem über den man im Zweifel nix weiß.
Ich war zwischenzeitlich bei APM und habe mir ein paar Teleskope angeschaut. Ich habe die Bestätigung bekommen.. ein 12" Dobson ist wie erwartet definitiv zu groß, daher bleibe ich bei 8-10". Bei Gelegenheit werde ich mal die R2-D2 Sternwarte in Zweibrücken besuchen.

Da das Wetter in den letzten Wochen bekanntlich nicht ganz so gut war, hatte ich jetzt auch keine Eile mit dem Teleskopkauf.

Hallo Max,
hier noch ein wichtiger Hinweis, wenn es um größere Spiegelteleskope geht.
Das A und O bei Spiegelteleskopen ist die exakte Justage und die Auskühlung des Hauptspiegels.
Gerade Anfänger halten häufig die blubbernde Grenzschicht ihres Hauptspiegels für Atmosphärische Seeing.
Ein 10" Spiegel mit einer Randdicke von ca. 34mm braucht je nach Temperaturgefälle ohne Lüfter min 2h bis er angepasst ist.
Im Billig Sektor fehlen leider oft die Lüfter für eine schnelle Temperaturanpassung.
Saugende Lüfter an der Spiegelkante bzw. eine richtige Temperatursteuerung des Hauptspiegels findet man nur im High End Bereich wie z.B. bei ASA Astrosysteme, oder bei PlaneWave Instruments, oder beim Takahashi Mewlon 250/300.
Daher heißt es im Billig Sektor "selber bauen" oder warten.
Wenn du die Justage und die Auskühlung im Griff hast, dann klappt das auch mit scharfen Bildern bei hohen Vergrößerungen.
LG
Danke für die Hinweise!


CS Max
 
Ciao,

Zur Einordnung ist zu sagen, dass 150-200€ für ein Okular keineswegs die Spitzenklasse markiert. Das sind ganz einfach vernünftige, gute Mittelklasse Okulare. In 2" bist Du in der Klasse bei 300€ pro Okular (davon hast du nur 1-2). Natürlich kannst Du günstigere kaufen, ABER wenn Du von Dir annimmst dass Du in dem Hobby bleibst, würde ich sofort mindestens diese gute Mittelklasse kaufen, nichts schlechteres. (Spitzenklasse z.b. Televue kostet 2-5x mehr, und deren Zusatznutzen auf dieser (!) AusgangsBasis ist DANN in der Tat zweifelhaft). Damit holst du das maximal mögliche aus Deinem Teleskop heraus.

Viele kaufen immer billigst, dann Verwunderung das alles nicht sooo Spass macht, dann immer klein-klein neu und wieder neu auf der Suche nach Verbesserung, grösseres Teleskop etc etc. Toll für den Handel ! (Es gibt natürlich Leute, denen DeepSky visuell einfach nicht liegt, das ist dann nochmal ein anderes Thema...). Das ist eben Enttäuschung mit Ansage. Gute Optik kostet Geld, und zur Optik gehört (1) das Teleskop und (2) die Okulare, also muss man die Geldmittel optimal auf BEIDE verteilen. Teleskop daher gross genug für viele Jahre Spass (10" reicht laaange !), aber eben gleich gute Okulare dazu. Lieber das Teleskop kleiner (was allerdings die von den Kollegen teils kritisierte Dysbalance zugunsten der Okulare noch schlimmer macht).

Wenn Du diese Foren scannst, dann redet fast jeder mittelfristig von mehr Öffnung, sog. Öffnungfieber. Hier empfehle ich Dir nur Sprünge in 2x Schritten, also vom 10" zu nahe 20" (auch bei diesem Statement werden viele nach Luft schnappen ;-) ...). Alles andere ist auch wenig effizient, weil Magnituden (visuelle Wahrnehmung) ganz einfach Logarithmen (logarithmisch) sind (ist). Weber-Fechner Gesetz nennt sich das.
Liest du hier: eyes4skies - vDSO
Das heisst dann synonym: Du brauchst kein Upgrade Geld zu verschwenden in 20% Öffnungsschritte, Du steckst das Geld stattdessen (schon möglichst beizeiten) in gute (langfristig konstante) Okulare.

Sobald Du gutes Equipment hast, vergisst Du das Thema Equipment am besten komplett und beobachtest nur. Nach 10 Jahren kannst Du evtl. über 16-22" nachdenken, oder das auch noch ignorieren. Fertig.

Good luck !
P.
 
Zuletzt bearbeitet:
150-200€ sind einfach normale Mittelklasse. Gehobene/Gute Mittelklasse spielt sich eher bei 200-300€ ab.

Zusatznutzen von TeleVue?
Definitiv da, keine Frage.
Zweifelshaft ist da lediglich der Kosten/Nutzen Faktor.
Aber die letzten paar Prozent des technisch Machbaren kosten schon immer und überall Premium.
20:80 Regel

LG
Olli
 
Hi,

nun hat es endlich mit dem Teleskopkauf geklappt - ich habe gebraucht einen 10" Galaxy Dobson mit Quarzspiegel aus 2020 gekauft.
Nochmal vielen Dank an alle, die mich bei der Auswahl unterstützt haben! :)

Der Tubus passt wirklich genau auf die Rückbank meines Autos. Das Gewicht ist noch in Ordnung, er ist ziemlich groß, aber noch tragbar für mich. Vielleicht wäre es mit einem Griff o.ä. noch etwas einfacher, hier muss ich mir noch eine Lösung überlegen. Die Rockerbox ist ganz gut zu tragen, im Vergleich zur Skywatcher Rockerbox, die ich bei einem Händler mal hochhebte, noch deutlich leichter. 3 Okulare und ein Concenter waren auch dabei.

Gestern konnte ich dann direkt eine erste Beobachtung starten und auch gleich schon Saturn, Jupiter, Plejaden, M13, M31 und noch einige mehr bestaunen:oops: Beim Anblick dieser weit entfernten Objekte fühlte ich mich einfach nur winzig klein und begriff wie viel mehr es da draußen noch gibt. Wie merkwürdig, dass man meistens nur auf den Boden oder aufs Handy starrt, obwohl man jeden Tag diesen Himmel über sich hat.
Die Handhabung des Teleskops ist wie ich es mir erhofft hatte..ziemlich einfach. Teleskop in die Rockerbox reinsetzen, etwas auskühlen lassen und schon kann es losgehen.

Leider gab es aber doch noch einen Wermutstropfen. Nachdem ich alles wieder reingeräumt habe, habe ich gesehen, dass am äußersten Spiegelrand Abdrücke einer Klemmung/Spannung sind oder mehrere Stellen "abgeplatzt" sind. Leider kann ich es nicht genau einordnen. Ich wollte auch nicht den Spiegel direkt ausbauen..
Ich habe vor dem Kauf den Spiegel begutachtet und nach der Ankunft zuhause ebenfalls nochmal gecheckt, aber ohne Auffälligkeiten zu sehen. Ich denke aber diese Fehlstellen o.ä. waren wahrscheinlich schon die ganze Zeit, also auch beim Beobachten vorhanden - mir ist jedoch nichts negatives aufgefallen, allerdings bin ich ja auch noch neu. Hier mal ein paar Bilder dazu, das eine mit Beleuchtung der Hauptspiegelrückseite, hier sieht man diese Stellen ganz gut. Vereinzelt sieht man auch noch ganz kleine, ebenfalls helle Punkte am Rand, auf den Fotos jedoch nicht sichtbar.


Ich habe erst vermutet, dass es von den 3 Hauptspiegelhaltern kommt, vielleicht waren die mal zu fest angezogen. Jedoch passen diese 3 größeren, sichtbaren Stellen nicht zu den im 120°-Winkel angeordneten Spiegelhaltern.

Was könnte das eurer Meinung nach sein? Sollte man sich das genauer anschauen oder ist das nichts ungewöhnliches?


Schon mal vielen Dank vorab und CS
Max
 

Anhänge

  • 1695057305529.jpg
    1695057305529.jpg
    178,9 KB · Aufrufe: 124
  • 1695057305551.jpg
    1695057305551.jpg
    169,6 KB · Aufrufe: 117
  • 1695057305506.jpg
    1695057305506.jpg
    358,9 KB · Aufrufe: 138
  • 1695057305485.jpg
    1695057305485.jpg
    228,9 KB · Aufrufe: 137
Ach da würde ich mir keine Sorgen machen.
Sieht meiner Meinung nach gar nicht so schlimm aus.

Kann auch sein, dass bei mir auch am Rand ein paar Stellen nicht mehr so gut aussehen, aber so genau sehe ich das nicht mehr an.
Ist bersser für´s Gemüt. :D

Gruß,
Holger
 
Ach da würde ich mir keine Sorgen machen.
Sieht meiner Meinung nach gar nicht so schlimm aus.

Kann auch sein, dass bei mir auch am Rand ein paar Stellen nicht mehr so gut aussehen, aber so genau sehe ich das nicht mehr an.
Ist bersser für´s Gemüt.
Dann bin ich mal beruhigt, danke für die Rückmeldung

Danke euch :)
 
Ein guter Tipp :
Willst du noch richtig was rausholen dann kleide den Tubus innen mit Veloursfolie aus und du wirst erstaunt sein wie gut der Kontrast wird … dazu noch Tauschutzkappe basteln und saugenden Lüfter dann eine EQ Plattform , das ist der Weg den ich gegangen bin bzw. gehe aber mit 8 Zoll .

Nützlich sind auch Farbfilter für die Planeten .

Mit 10 Zoll da geht schon richtig was .
 
Ein guter Tipp :
Willst du noch richtig was rausholen dann kleide den Tubus innen mit Veloursfolie aus und du wirst erstaunt sein wie gut der Kontrast wird … dazu noch Tauschutzkappe basteln und saugenden Lüfter dann eine EQ Plattform , das ist der Weg den ich gegangen bin bzw. gehe aber mit 8 Zoll .

Nützlich sind auch Farbfilter für die Planeten .

Mit 10 Zoll da geht schon richtig was .
Danke für deinen Tipp

Das könnten auch die Auflagepunkte sein, die beim verspiegeln des Rohlings nicht erreicht werden, also vermutlich harmlos / normal. Hab ich so schon öfters gesehen.
Viel Spaß mit dem Galaxy.
Danke Hermann, dann gehe ich mal davon aus, dass es nicht relevant ist
 
Hallo,
habe heute früh "zu früher Stunde" = 3.30 Uhr MESZ wieder einen Blick auf die Orion-Var. werfen können. Der C 8 brachte bei 127fach echte 14.0mag bei gestochen scharfen Sternen. Entschuldigt, daß ich diese Beob. vielleicht woanders hin hätte platzieren können. Man möge mich berichtigen....

Gruß
Günther
 
Zurück
Oben