Flats in Sharpcap mit Touptek 2600C

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soundfan

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Hallo in die Runde,

ich bräuchte mal euer Schwarmwissen. Seit drei Tagen bin ich stolzer Besitzer einer Touptek 2600C (vorher Svbony SV705). Die Kamera ist klasse und macht wirklich phantastische Aufnahmen. Aber durch den großen Sensor kommt es natürlich zu einer gewissen Vignettierung. Bislang habe ich auf Flats verzichten können, der kleine Sensor der SV705 hat da keine Probleme gemacht.
Jetzt habe ich in Sharpcap also mein Masterflat erstellt (mit A4 Lichttafel). Das Masterflat aus 20 EInzelaufnahmen sieht damit so aus:

MasterFlat_23_35_13.jpg


Wenn ich nun beispielsweise auf M31 halte, sieht das ohne Flats so aus. Deutliche Vignettierung, aber ansonsten ein klasse Ergebnis (zumindest in meinen Augen):

Stack_15frames_1335s_WithDisplayStretch.jpg


Wenn ich jetzt bei Stacken aber das Flat in Sharpcap beim Preprocessing auswähle, dann passiert folgendes:

Stack_14frames_1246s_WithDisplayStretch.jpg


Keine Ahnung was ich da falsch mache. Das Bild wird offenbar komplett überkompensiert. Oder habe ich einen Denkfehler in meiner Vorgehensweise?
Sharpcap ist aktuellste 64 Bit Version.
Wäre für jede Hilfestellung dankbar!

Gruß und CS
Mike
 
Danke für den Tipp, probiere ich heute Abend gleich mal aus.

Gruß Mike
 
Hm, die Flats mit den abgezogenen Biases führen zum gleichen Ergebnis.

Ich denke allerdings, dass ich hier ein grundsätzliches Verständnisproblem habe (bzw. hatte). Ich dachte, dass beim Lifestacking das Preprocessing nur auf den Stack angewendet wird und nicht auf die Einzelbilder, die dann im Ordner "rawframes" abgespeichert werden. Wenn ich mir das Bild von M31 aber mal genauer anschaue, dann ist das gar keine Vignettierung, sondern der normale Helligkeitsverlauf in dieser Stretch-Stufe. Sieht einer Vignettierung nur sehr ähnlich. Wenn ich die Aufhellung übertreibe, werden auch die Ecken gleichmäßig ausgeleuchtet. Das heißt dann wohl, dass die Flats bereits beim Preprocessing korrekt verarbeitet werden und dass ich beim nachmaligen Stacken der "Rawfiles" nicht nochmal Flats verwenden darf. Ist das soweit richtig?

1694882094659.jpeg


Gruß Mike
 
Ich nehme an, daß eine Vignette sich in allen 4 Ecken zeigt und nicht nur in den beiden oberen Ecken?
 
So kenne ich das auch. Zumindest wenn keine Verkippung im Spiel ist, die ich hier nicht ausschließen möchte.

Ich glaube da fehlen mir noch ein paar Basics, wie ich so etwas korrekt ermittle und dann abstelle / einstelle...

Gruß Mike
 
Ich denke, dass die A4 Lichttafel das Problem ist.

Stelle doch mal ein Tageslicht Flat her.
 
Hallo Mike, was für ein Teleskop hast Du denn? Eine A4 Tafel passt mal eben auf ein 200 Newton, wenn die nicht richtig sitz kann es so aussehen.

Was auch noch sein kann, das dein Fangspiegel nicht 100% zum OAZ fluchtet und jetzt der größere Sensor an den Kanten vorbei geht, was bei der kleineren SV705 keine Rolle gespielt hat.

Da würde ich mal ansetzen.

CS Alex
 
Wenn du mit Photoshop arbeitest und Raw Modul, zieh die Belichtung hoch und den Schwarzwert runter bis die die Ecken größer werden, dann unter
Optik -Vignette... und ich zieh die Ecken raus...die Vignettierung ist so gut wie Restlos weg.... brauch keine Flats...
hab auch die 2600c....
 

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Hallo Mike,

Damit die Flat-Korrektur funktioniert, müssen sowohl die Lights als auch die Flats mit passenden Darks kalibriert sein.
Im Optimalfall verwendest Du also Darks und Flat-Darks.
Bei den Flats kommst Du bei den meisten Kameras auch mit Bias hin (auch wenn das vom Aufnahme-Aufwand eigentlich keinen Unterschied macht).
Die Lights sollten aber mit richtigen Darks kalibriert sein. Nur wenn Du keine passenden Darks hast, könntest Du notfalls Bias nehmen.
Wenn Du Dich nicht daran hältst, wirst Du eine Flat-Überkorrektur feststellen.

Grüße und CS,
Steffen
 
So, erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten und Denkanstöße.

Zu meinem Teleskop: Das ist ein SW Quattro 6S, also 150mm Öffnung. Denke da passt die A4 Lichttafel sehr gut.

Dann hab ich mir mal den Fangspiegel angesehen. Nachdem ich den Tubus mit Velour ausgekleidet hatte und die Fangspiegelspinne gegen eine CNC gefräste ausgetauscht hatte, hab ich den Fangspiegel einfach wieder eingebaut und kollimiert. Irgendwie nichts dabei gedacht. Hab jetzt mal in den OAZ geschaut und festgestellt, dass der Spiegel viel zu weit in den Tubus ragt, sicher 5mm. Das hab ich zunächst mal korrigiert und dann frisch kollimiert. Danach waren die schwarzen Ecken oben praktisch weg.
Dann hab ich es mit Tageslicht-Flats probiert. Die waren zwar auch sehr gleichmäßig, aber die Überkorrektur war gefühlt noch stärker.

Hab mich dann auch nochmal bei CN eingelesen, sowohl kameraspezifisch über die Touptek 2600C also auch über die Flats und Darks in Sharpcap.

Was ich bisher nicht kapiert hatte (oder auch nicht wollte, da die Option Hotpixel entfernen ja so komfortabel ist), ist dass Darks eben als Gegengewicht zu den Flats unabdingbar nötig sind. Hab heute mal alles genau nach Vorgabe gemacht: Erst Dark Bibliothek angelegt, dann frische Flats mit Darkflats kalibriert. Beides auf ein beliebiges Bild angewendet und ich kann stretchen bis zum Anschlag. Alles bleibt gleichförmig, wird eben nur heller.

So hatte ich mir das gewünscht und vorgestellt. Und jetzt wo alles klappt, ziehen natürlich wieder Wolken auf... Sorry dafür!

Nochmals besten Dank für die vielen Tipps. Ohne euch hätte ich da noch Tage und Wochen mit der Fehlersuche zugebracht.

Gruß und CS
Mike
 
Erst Dark Bibliothek angelegt, dann frische Flats mit Darkflats kalibriert.
Die Formel ist (Light-Dark)/(Flat-Flatdark), wenn du mit Darks arbeitest und (Light-Bias)/(Flat-Bias), wenn du nur mit Bias arbeitest. Wenn irgendwo in der Gleichung Darks oder Bias fehlen, verändert sich logischerweise der Quotient und die Korrektur passt nicht.

Bei hat nach einigen Jahren übrigens auch das LED Panel Probleme gemacht und ich nehme nun kurz vor der Dämmerung T-Shirt-Flats auf. Die passen wieder einigermaßen. Allerdings nur einigermaßen. ich vermute, das liegt daran, dass ich nicht mehr genug runter kühlen kann, weil sonst der Chip bzw. das Fenster beschlagen. Die restlichen Unebenheiten kann man aber mit Hintergrundextraktion wegmachen. Oder ich müsste tatsächlich Darks machen. Das hatte ich mir mit der Touptek bisher gespart.
 
Die Formel ist (Light-Dark)/(Flat-Flatdark), wenn du mit Darks arbeitest und (Light-Bias)/(Flat-Bias), wenn du nur mit Bias arbeitest.

Na klasse, die Formel hätte ich mal anfangs gebraucht. :y::y::y:

Vielen Dank trotzdem, die ist eingebrannt und wird künftig konsequent beachtet. :cool:

Sowas gehört als Basic ins How-To oder so, ganz oben angepinnt und jedem Anfänger sofort unter die Nase gerieben.

Gruß und CS
Mike
 
Sowas gehört als Basic ins How-To oder so, ganz oben angepinnt und jedem Anfänger sofort unter die Nase gerieben.
Noch wichtiger ist zu verstehen, weshalb die Formel so aussieht.

Mit Flats kalibriert man Effekte wie Vignettierung oder Staubabschattungen, die aus dem Strahlengang kommen. Durch die Division mit dem Flat bringt man diese Bereiche ganz simpel wieder auf das Niveau, auf dem sie sein sollten. Das Bildfeld wird also geebnet.

Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man alle Einflüsse auf das Signal eliminiert, die nicht aus dem Strahlengang kommen. Das wären Auslesesignal, das eingestellte Offset, das Verstärkerglühen und das thermische Signal und Fehlpixel. Das Auslesesignal und das Offset erwischt man mit dem Bias. Mit dem Dark erwischt man das Auslesesignal, das Offset, Verstärkerglühen, das thermische Signal und die Fehlpixel. D.h. im Dark ist das Bias enthalten. Das muss man von den Lights und Flats abziehen um die Bilder auf das rein optische Signal zu reduzieren, das man durch den Strahlengang bekommt. Nur dann kann die Kalibration klappen.

Da die Flats nur sehr kurz belichtet werden, entspricht das Bias fast dem Flatdark. Die aktuellen Kameras haben kein Verstärkerglühen und wenn sie gekühlt sind auch kein großes thermisches Signal. Fehlpixel bekommt man über Dithern weg. Daher kann man bei neueren, gekühlten Modellen auch die Lights mit dem Bias statt dem Dark kalibrieren. Mit Darks zu kalibrieren wird aber immer die bessere Option sein. Nur in den genannten Fällen wird man im Ergebnis keinen großen Unterschied bemerken.
 
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