Astronomik Filter, Qualitätskontrolle?

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Ich habe letzte Woche ZWO Filter bekommen, ein simpler LRGB Satz.
Keine Beanstandungen. Waren Neu ohne Zweifel, verschweißt eingepackt.

Mit einem Gruss,
- Martin
 
Hallo zusammen,

ich habe soeben einen komplett neuen Satz an R, G, B, Ha, OIII, SII Filter in der 50mm Variante von einem anderen Händler bekommen. Diesmal sind es anstatt 2 betroffene nur einer, und anstatt SII und Rotfilter ist es diesmal der OIII Filter. Das ist irgendwie wie Roulette spielen. Sieht irgendwie auch wie ein Kratzer aus. Wenn man ihn gegen das Licht hält, erscheint dieser auch etwas heller, wie das Foto zeigt.

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Wirklich schade, aber irgendwie wurde bei Astronomik wohl die Qualitätssicherung abgeschafft. Oder ich habe einfach nur unendlich viel Pech.
 
Hallo zusammen,

der Lieferant hat sich mit meiner Bitte an Astronomik gewendet. Es kam hierzu eine recht ausführliche Rückmeldung, welche ich wohl nicht so einfach hier rein kopieren kann. Der Inhalt ist, das die Filter der Scratch-Dig 20-10-Spezifikation entsprechen, was wiederum nicht bedeutet, dass die Filter 100% Fehlerfrei sind. Solche Fehler haben angeblich keinen Einfluss auf die Abbildung.

Es wurde hierzu auch zur genaueren Erklärung folgender Link erwähnt: Optical Surfaces

Laut der Scratch-Dig 20-10-Spezifikation wären 0.1mm Löcher noch erlaubt. Und angeblich haben die meisten Mitbewerber eine Scratch-Dig 60-40-Spezifikation, welche sogar 0.4mm Löcher gestattet.

Die Aussage ist also, das so ein Filter so etwas haben kann und auch haben darf, und es letzten Endes keine Auswirkung auf das Bild hat.
 
Hallo zusammen,

ein kleines Update von meiner Seite. Mich hat das nicht ganz in Ruhe gelassen, und ich habe den Filter mit zur Arbeit genommen. Ich habe dort ein Mikroskop mit dem ich auch Ausmessungen durchführen kann.

Bei der Vergrößerung kommt natürlich feinster Staub zum Vorschein, den man mit dem bloßen Auge nicht sieht. Könnte auch als Aufnahme von einem Sternenhimmel durchgehen. :)
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Das Mikroskop zeigt hier eine Länge von 0,19mm an.
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Da laut der Spezifikation, mit der sich Astronomik identifiziert, nur 0.1mm Löcher noch erlaubt, und das hier eher an das doppelte ran kommt, habe ich hier noch mal den Kontakt über den Händler zu Astronomik aufgesucht. Der Filter wird nun von Astronomik ausgetauscht.

Nebenbei, der Händler hat sich hier glücklicherweise erbarmt, auf meine Nachfrage bezüglich eines Retourenscheines zu Astronomik, selbst einen zu erstellen. Sonst wäre das wohl wieder auf meine Kosten geschehen.

Für die Fraktion "Filter sind zum Durchsehen, nicht zum Draufsehen da" mag das sicher kleinlich erscheinen, was ich hier betreibe. Aber ich finde, dass in so einer Preisklasse auch so etwas seine Richtigkeit haben sollte, besonders wenn es noch spezifiziert ist. Aber das darf gerne jeder aus der eigenen Brille sehen, und ich verstehe durchaus auch die andere Seite. Wer meine anderen Threads von hier kennt, weiß aber auch, dass ich von nicht wenigen negativen Erfahrungen durch mangelhafter Qualität im Astro-Equipment geprägt bin.
 
Da laut der Spezifikation, mit der sich Astronomik identifiziert, nur 0.1mm Löcher noch erlaubt, und das hier eher an das doppelte ran kommt, habe ich hier noch mal den Kontakt über den Händler zu Astronomik aufgesucht. Der Filter wird nun von Astronomik ausgetauscht.
So nah am Sensor hat alles Auswirkungen. Sonst würde man keine Flats machen.

So eine Aussage gilt vielleicht für ein Objektiv oder einen Fangspiegel, wo der Lichtkegel die Komplette Fläche überdeckt und in Grenzen für visuelle Beobachtung. Aber nicht für einen Filter für Deepsky Fotografie, der direkt vorm Sensor hängt. Je dichter am Brennpunkt desto größer sind die Auswirkungen kleinerer Fehlstellen. Das sollten die eigentlich wissen. Die Kundenorientierung, die sich dieser Aussage entnehmen lässt, ist auch...naja.

Die Fehlstelle reflektiert bzw streut in deiner Aufnahme offenbar. Das ist genau in der Mitte und sowas kriegst du mit einem Flat nicht raus. Stumpfe Stellen wie Staubkörner kann man gut korrigieren, aber sobald etwas optisch aktiv ist, macht es Probleme. Der Hintergrund wird in der Astrofotografie extrem gestreckt. Wenn eine Fehlstelle auch nur minimal streut, kann sich das über das halbe Bild ziehen. Wenn da ein heller Stern außerhalb des Bildfeldes ungünstig drauf scheint, hast du über das halbe Bild Regenbogenmuster und Spikes und keine Ahnung wo es herkommt. Vom Mond ganz zu schweigen. Da ist dann eine Session gut und die nächste kannst du wegwerfen.

Kann ja sein, dass das deren Herstellungsspezifikation ist, aber austauschen müssen sie das trotzdem. Egal wie groß die Fehlstelle ist und Norm hin und her. Für den Zweck muss das einwandfrei sein. Ich habe seit 20 Jahren Astronomikfilter im Einsatz und alle waren einwandfrei. Sowohl visuell als auch fotografisch. Für mich war es die immer etwas besonderes mir diese zu leisten, eben weil sie eine so hohe Qualität haben, was Kontrast und Transmission angeht. Wenn das aber nun gehäuft auftritt und es auch Probleme mit der Rücknahme Probleme gibt...
 
Ja das ist wohl gerade auch nicht so angenehm, wenn ein Kunde die Möglichkeit hat, solche Löcher selbst auszumessen. Und dabei herauskommt, das diese die angepriesene Spezi überschreiten. Es wird anstandslos ausgetauscht, was wiederum ja gut ist, und ich ja keineswegs schlechtreden möchte. Leider ist es aktuell wohl wie hier beschrieben nicht meine erste Erfahrung, was man als "Ausnahme" abstempeln könnte....

Ich möchte aber hinzufügen, dass Astronomik trotz der Steine im Weg für mich auch weiterhin eine Option bleiben wird. Teurere Filter sind für mich keine Option, und stehen für mich auch nicht in Relation.
 
Das Problem ist aber fast allgegenwärtig. Die globalen Lieferketten sind ziemlich ramponiert. Da wird an vielen Stellen Zeug verkauft, was normalerweise in die Tonne gegangen wäre, einfach um überhaupt genug an den Mann bringen zu können.
Immer mit den Wahrscheinlichkeiten pokernd, wie viele Kunden überhaupt nachschauen bzw genau genug nachschauen können.

LG
Olli
 
Hallo zusammen,

eine kurze Aktualisierung zu meiner Situation: Nach dem Astronomik meinen OIII Filter mit dem Makel erhalten hat, habe ich um die 5 Wochen später nun endlich den Ersatz bekommen. Und ja, der Ersatz scheint auf jeden Fall mal kein sichtbares Loch, Kratzer, Fleck oder sonst was zu haben. Endlich konnte ich soeben mein Filterrad final zusammenbauen. Nach diesen Vorfällen der beiden 50er Sets, hatte ich die letzten Wochen echt immer etwas Angst, dass der Ersatz auch irgendwas hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie groß der Stein ist, der mir gerade vom Herzen gefallen ist. :D

SAI6200MM_FW_Wheel_Filters_01_klein.jpg
 
Ja ich bin aktuell auch echt froh, das ich mit Filtern bedient bin, und hoffentlich auch nicht mehr so schnell was brauche.

Die 5 Wochen für einen einfachen Austausch machen die bisherige Erfahrung auch nicht wirklich besser. Da das Wetter bei schon seit vielen Wochen miserabel ist, ist der Schmerz noch vertretbar. :D
 
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