Polieren von 3D gedruckten Linsen mit Poliermaschine

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Guten Abend,

ich wiederspreche nicht den physikalischen Eigenschaften des Glases. Physikalische Gesetze und Eigenschaften sind nicht verhandelbar! Ich Wiederspreche sehrwohl, wenn wieder so der Blödsinn mit den nach unten geflossenen Glas in Kirchenscheiben kommt.
Man kann das sehr schön an sehr alten Kirchenfenstern sehen, hier fließt das Glas der Schwerkraft folgend nach unten, wer es nicht glaubt kann gerne mal den Dom in Köln oder Speyer besuchen um nur 2 Beispiele zu nennen es gibt ganz sicher weitere.


Gruß Thomas
 
Hi Alex,

Transparenz und Durchsichtigkeit sind synonyme Begriffe, es gibt daher keinen Unterschied zwischen transparent und durchsichtig.
Die Kirchchenfenstergeschichte gehört, wie Thomas schon verlinkt hat, zu den populären Irrtümern der Physik.
CS Mike
Hallo Mike,

ja, genauer Transmission 1 völlig = durchsichtig, Transmission 0 = undurchsichtig! Hätte ich besser beschreiben können! Kirchenfenster vielleicht ein schlechtes anfechtbares Beispiel, dennoch gelten amorphe Werkstoffe in der Physik als "flüssig" hier insbesondere Glas! Spielt in der Optik eine nicht untergeordnete Rolle!


CS
Alex
 

Hallo Mike,

ja, genauer Transmission 1 völlig = durchsichtig, Transmission 0 = undurchsichtig! Hätte ich besser beschreiben können! Kirchenfenster vielleicht ein schlechtes anfechtbares Beispiel, dennoch gelten amorphe Werkstoffe in der Physik als "flüssig" hier insbesondere Glas! Spielt in der Optik eine nicht untergeordnete Rolle
Hallo Alex,

Ja da ist was dran, Glas ist wichtig für die Optik, das ist mir bei Spiegelschleifen auch schon aufgefallen.
20231028_230857.jpg

CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Abend,

ich wiederspreche nicht den physikalischen Eigenschaften des Glases. Physikalische Gesetze und Eigenschaften sind nicht verhandelbar! Ich Wiederspreche sehrwohl, wenn wieder so der Blödsinn mit den nach unten geflossenen Glas in Kirchenscheiben kommt.



Gruß Thomas
Hallo Thomas,

die Kirchenfenster waren ein schlechtes Beispiel, dennoch wirst Du mir Recht geben das Glas eine Flüssigkeit im physikalischem Sinne ist die das fließen vergessen hat, außer man zwingt sie dazu!

CS
Alex
 
Hallo Mike, hallo Thomas,

nachdem das mit dem schlechten/falschen Beispiel der Kirchenfenster, geklärt ist! War mal Vollklore auf der Uni, ist allerdings schon was länger her!

Wie denkt Ihr über additiv gefertigte "hochwertige" Linsen? Was mal der Eingangsthread war!

CS
Alex
 
Also, ich denke ich würde zunächst einmal versuchen einen Kunststoff Spiegelträger herzustellen, bevor ich eine Linse machen würde.
Wenn das schon nicht klappt, braucht man es gar nicht erst versuchen.
CS Mike
 
@Alex, amorphe Werkstoff sind nicht zwangsweise duktil oder eher oft gar nicht (siehe Glas, amorphe Metalle), kristalline Werkstoff sind nicht zwangsweise spröd (siehe fast alle unlegierten Metalle, aber auch höher- und hochlegierte). Darüber, was letztlich zu sprödem Verhalten führt, lasse ich mich jetzt nicht aus, das wird mindestens ein abendfüllendes Werk.
Wegen der Begriffe solltest Du dich da besser kundig machen, bevor Du damit um dich schmeisst. Das kann peinlich werden.
Lass Dir das von jemandem sagen, der Werkstoffwissenschaften studiert hat und u.a. der mit Werkstoffoptimierungen sein Gels verdient.

So, das musste ich jetzt einfach mal los werden.
 
Moin,

nach dem kleinen Ausflug in die Materialkunde noch ein paar Bemerkungen von mir.

Ich finde die Idee der Poliermaschiene aus dem 3D Druck Klasse. Über die Eignung des 3D Druckers für optisch hochwertige Linsen ist wohl auch alles gesagt.
Es ist ja nicht die Intension des Threatstarters optisch hochwertige Linsen herzustellen. Für die von ihm aufgeführten Anwendungen wird es passen.

Es macht sicherlich Freude sich an so einem Thema festzubeißen und genau das richtige für verregnete dunkle Novembertage, wenn die Gartenarbeit erledigt ist und draußen Winterruhe einkehrt.
Ich würde vielleicht das ganze auch mal mit einem Plexiglasrohling probieren. Das Material gibt es ja in allen Dicken.
Wie auch immer, ich wünsche ihm viel Freude und Erfolg bei seinem Projekt!

Vielleicht arbeiten ja die Entwicklunsabteilungen bei Zeiss und Canon an Verfahren um optische Komponenten zu drucken. Wir wissen es nicht und die Zukunft wird es zeigen.

Schönen Sonntag
Thomas
 
Hallo,
es freut mich, dass hier eine schöne und lehrreiche Diskussion entstanden ist. Ich habe schon gewusst, warum ich in diesem Forum mein Vorhaben zeige. Hier sind die Profis auf einem Haufen beisammen ;-)
Ich habe nun einige Linsen geschliffen und folgende Erkenntnisse daraus gezogen:
Der Winkel, mit dem ich die Linsen drucke, hat einen sehr großen Einfluss auf das Ergebnis. Ich habe Linsen in den Winkeln 0° (also komplett vertikal), 10° zur Vertikalen geneigt, 30° zur Vertikalen und 70° zur Vertikalen (im Bild dargestellt) gedruckt.
5.jpg

Bei den Winkeln 0° und 10° sind die Linsen sehr trüb. Ich denke, das hat damit zu tun, weil hier sehr viele Layer gedruckt werden. Dementsprechend entstehen viele Grenzschichten (auch wenn diese mit dem Auge nicht sichtbar sind). Die Linse wird also sehr inhomogen. Je schräger die Linse gedruckt wird, desto weniger einzelne Layer werden benötigt. Theoretisch wäre also eine komplett horizontal gedruckte Linse, also parallel zur Bauplattform, am besten geeignet, da am wenigsten Layer benötigt werden. Ich konnte jedoch mit meinen Augen keinen merklichen Unterschied zwischen der 30° und 70° Linse bemerken. Es ist sehr schwer, die Transparenz mit dem Auge zu beurteilen.
Es tritt jedoch ein Problem auf, wenn die Linsen sehr schräg gedruckt werden. Der Harz-Drucker zieht die Linse nach jedem Belichtungszyklus aus dem Harz heraus und taucht sie wieder ein. An der Oberseite der Linse rinnt also das zähflüssige Harz einige Sekunden lang an der Oberfläche hinunter und sammelt sich. Da das UV-Licht des Druckers durch die Linse hindurchleuchtet, wird also das Harz, das sich an der Oberseite gesammelt hat, ausgehärtet. Die Linse wird also an der Oberseite etwas unförmig. Dies kann jedoch relativ gut mit der Poliermaschine ausgeglichen werden.
IMG_4502.JPG
IMG_4506.JPG
IMG_4505.JPG

Grundsätzlich bin ich mit dem Ergebnis relativ zufrieden.
Vielleicht hättet ihr eine Idee, wie ich die Linsen nun auf ihre Eigenschaften testen könnte. Um ein kleines Fernrohr zu bauen, muss ich die Brennpunkte ermitteln. Das dürfte, denke ich, kein so großes Problem darstellen. Hättet ihr Ideen, wie ich mit meinen Linsen ein Fernrohr bauen könnte? Einfach eine Sammellinse (D80-100mm) in ein Rohr, dann eine Feldlinse und ein Okular?
Vielleicht gibt es noch andere Methoden, die ich darauf anwenden könnte, um zu sehen, was der Druckwinkel ausmacht.
Ich habe zuhause einen Ortur Laser Maser. Natürlich musste ich den Laser einmal mit 2% Laserleistung auf die Linsen richten. Es entsteht ein sehr heller kleiner Punkt, den man mit dem Auge fast nicht ansehen kann.
LG Franz
 
Brennweite ermitteln geht recht einfach, wenn mal die Sonne scheint ;-) Dann einfach in irgendein Rohr rein und hinten ein Okular dran.

CS, Daniel
 
Kunststoffe sind alle amorph im Sinne der Kristallographie. Vernetzte Kunststoffe (2-Komponenten) sind völlig amorph, Thermoplaste haben teilweise parallel liegende Kohlenwasserstoffketten und werden dann im Überschwang der Gefühle manchmal als teilkristallin bezeichnet.
Glas ist nie kristallin, auch dann nicht, wenn es als Kristallglas bezeichnet wird.
 
Hatte ich nicht Teilkristallin erwähnt! In der Kunstoffchemie (Thermoplaste) werden amorphe und teilkristalline Kunststoffe unterschieden.

CS
Alex
 
Nunja, es wäre abwegig im Falle von Linsen über Metalle zu diskutieren! ;)

Weshalb Metalle ins Spiel kamen............???????????

CS
Alex
 
Weil Du über kristalline und duktile Werkstoffe Werkstoffe geschrieben hast, und das sind nun mal Metalle. Was Du unter Duktilität verstanden hast, nennt sich Kriechen. Kommt nicht nur bei Kunststoffen vor, sondern auch bei Metallen.
 
Hallo Basler,

wir sprechen hier von Linsen, dass schließt metallische Werkstoffe erstmal aus, wenngleich transparente Kunsstoffteile hin und wieder metallisch Vakuum-bedampft werden und immer noch durchsichtig sind (z.B. Fahrzeuglampen, Helmvisiere, Brillen, etc.) aber das geht jetzt über den heimanwenderbereich hinaus, wenngleich es den ein oder anderen gibt der seine Spiegel selbst Vakuum-bedampft, Spiegel sind aber keine Linsen. Ich war auch zu faul jedes mal amorphe/teilkristalline thermoplastische Kunststoffe zu schreiben.

Sorry wenn meine Faulheit Verwirrung gestiftet hat! Mit Kunststoffen und deren Herstellung kenne ich mich ganz gut aus!

CS
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Wegen Linsen aus Metall: Ich habe schon vor Jahren Linsen aus Germanium gesehen, die bei sehr speziellen Nachtsichtgeräten eingesetzt wurden.
 
Wegen der Begriffe solltest Du dich da besser kundig machen, bevor Du damit um dich schmeisst. Das kann peinlich werden.
Lass Dir das von jemandem sagen, der Werkstoffwissenschaften studiert hat und u.a. der mit Werkstoffoptimierungen sein Gels verdient.
Hallo Bastler4,

dann solltest Du wissen, dass Germanium kein Metall ist! Es steht in der vierten Hauptgruppe wie auch Silizium (auch kein Metall), wenig überraschend das es ähnliche Eigenschaften hat (Halbleiter etc.) und dessen Oxide GeO2 ähnliche physikalische Eigenschaften wie SiO2 (Quarzglas) hat und eine besondere Duchlässigkeit gegenüber Infrarotem Licht aufweist, da ist der Einsatz in Wärmebildgeräten ebenso wenig überraschend! ;)

Vielleicht kann man auch wieder zum ursprünglichen Thread zurück kehren! Ich halte es auf Grund meiner vorangegangenen Einwände für unwahrscheinlich das es mit additiven Verfahren (3D-Druck) möglich ist "hochwertige" Linsen herzustellen.

CS
Alex
 
Hallo, um das Thema abzuschließen, habe ich auf meiner Website einen Beitrag darüber erstellt.
Für mich war dies ein sehr schönes Projekt. Ich habe alle mir zur Verfügung gestellten Mittel eingesetzt und finde, dass die Linsen nicht so schlecht geworden sind. Natürlich kann man das nicht mit Glaslinsen vergleichen. Aber es musste sich einmal jemand die Arbeit machen, auszuloten, was mit 3D-Druck möglich ist und wo die Grenzen liegen. Ich bedanke mich herzlich bei den Vorrednern für ihre qualitativen, hochwertigen Informationen. Ich denke, die Zeit, die ich dafür aufgewendet habe, war nicht umsonst. Dabei habe ich sehr viel über Optik, Linsenherstellung und Materialkunde gelernt. Ich habe viel über Strahlengänge erfahren und wie Licht sich dabei verhält. Weiterhin habe ich gelernt, wie Fernrohre, Lupen und Mikroskope funktionieren.
Ich arbeite mich ständig in neue Themenbereiche ein und finde, dass die Optik ein sehr interessanter Themenbereich ist.
LG Franz
 
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