Beobachtung von Planetoiden, z. B. Melpomene, mit kleinem Gerät möglich?

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woher hattest Du bloß das passende Wetter dafür? ;)
Jaaa, nach wochenlangen Wolken, noch mehr Wolken, Regen... klarte es gestern plötzlich für ein paar Stunden auf in Oberbayern, natürlich genau dann, wenn der 3/4 fette Mond vom Himmel grinst. Ich merkte, dass ich mit meiner 15 mag schwachen Superthin Galaxy UGC 485 nicht weit kommen werde und da kam mir deine Melpomene gerade recht.

Kleinplaneten Beobachtungsanregung für Winter-2023/Frühjahr-2024: sind 4 Asteroiden relativ eng beisammen in Gem/Aur/Tau, alle unter 10mag.
Oh ja, schöner Tanz der 4, danke für die Info, das merke ich mir.
Im letzten März war ich dem Aufruf Ceres bewegt sich im März durch den Virgohaufen gefolgt und hatte mit (1) Ceres, (410) Chloris und (753) Tiflis gleich 3 auf einen Streich, Nacht für Nacht weiter ziehend vor der Creme de la Creme der Virgo Galaxien. Gepackt von Ergeiz folgten die exotischen Transneptuner Zwergplaneten Haumea und Makemake jenseits der 17 mag.
 
Hallo,

Am Fr 13. April 2029 wird der Asteroid Apohis die Erde in ca 38.000 Kilometern Entfernung passieren und als 3mag (!) Objekt auch in Europa sichtbar sein. Unbedingt angucken !!!

Das wäre mein zweiter schneller Asteroid den ich beobachten könnte. 2002 NY 40 konnte ich im August 2002 für 25 Minuten verfolgen. Einfach ein spannendes Schauspiel am Himmel.
Kleinplaneten und/oder Asteroiden plane ich nahezu in jeder Beobachtungsnacht mit ein. Da sich das Wetter aber manchmal sehr spontan entscheidet passend für die jeweilige Nacht zu sein, suche ich die Kleinplaneten auch recht spontan mit Cartes du Ciel heraus. Eine langfristige Planung macht kaum noch Sinn für mich.

Viele Grüße
Gerd
 
Ciao Gerd,

Ja 2002 NY40 hab ich auch bepbachtet (siehe erwähnt auch im BB hier:)


Unter Selektion hab ich darin mal kurz beschrieben, wie ich Schnelläufer finde. Typischerweise sind Planetoiden besonders schnell, wenn sie in Opposition zur Sonne sind. Also mit Sternkartenprogramm die Antisonne suchen (notfalls per Rektaszension). Asteroiden Grenzgrösse hochstellen (bis gewünschtes Limit) und dann (wenn es geht, Guide kann sowas) ALLE mit Spurlänge 3d plotten lassen. Dann die offensichtlich schnellsten selektieren und beobachten. Siehe im verlinkten BB oben...

ESSENTIELL bei erdnahen Vorbeiflügen: Bahn topozentrisch (Ort auf der Erdoberfläche) ausrechnen lassen, NICHT geozentrisch. Das kann Sehr viel Ausmachen an Positionsmismatch, wenn das Ding sehr nahe ist...

Good luck,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh ja, schöner Tanz der 4, danke für die Info, das merke ich mir.
Im letzten März war ich dem Aufruf Ceres bewegt sich im März durch den Virgohaufen gefolgt und hatte mit (1) Ceres, (410) Chloris und (753) Tiflis gleich 3 auf einen Streich, Nacht für Nacht weiter ziehend vor der Creme de la Creme der Virgo Galaxien. Gepackt von Ergeiz folgten die exotischen Transneptuner Zwergplaneten Haumea und Makemake jenseits der 17 mag.

Hi Stathis,

Das ist ja lustig, weil Ceres in Virgo (ich glaube 1975, muss ich mal in Guide nachgucken) mein erster Asteroid war, den ich beobachtet habe ( mit 54/1000mm 'Kometensucherteleskop' ;-). War in der Nähe von 6 Comae damals (heut ist das immer mein Haupteinstieg in den Virgo Cluster, die Gewohnheit stammt noch aus dieser Zeit damals... ;-)

Aber ja, gute Aktion mit Deinen Fotos ! - die Transneptuniker muss ich mir auch mal angucken bei Gelegenheit... WENN sie noch mag-mässig erreichbar sind...

Gruss, Peter
 
Schöne Tabelle ! :y:Woher hast Du die, Quelle ? (immer empfehlenswert Quellen anzugeben, schon wegen Copyrights, aber auch ganz allgemein, z.B. wenn man näheres erfahren will). Oder selber gemacht !?
Hi Peter,

für die Umrechnung von SQM-Werten in die visuelle Grenzhelligkeit gibt es beispielsweise bei Unihedron eine Formel: Conversion Calculator - NELM (V) to MPSAS (B) systems

Diese Formel hatte ich mal für Ferngläser erweitert und damit die Tabelle selbst erstellt.

Gruß Ronny
 
Hallo,

Unter Selektion hab ich darin mal kurz beschrieben, wie ich Schnelläufer finde.

Das ist so weiter alles einleuchtend. Die praktische Umsetzung scheitert meist an den Bedingungen und den Beobachtungsmöglichkeiten. Das Wetter, Firma, Familie... schränkt doch recht oft ein verfolgen über mehrere Nächte aus. Mit viel Glück gibt es zusammenhängende Nächte, um Asteroiden vor den Sternen zu verfolgen. Ich habe das mal mit Pallas gemacht. Das ist schon interessant die Bewegung relativ zu den Sternen zu sehen.

Das wäre eine Erweiterung für smarte Teleskope... Bevor man schlafen geht raus stellen auf Balkon oder Terrasse, programmieren was sie in der Nacht tun sollen, und bevor man in die Firma los muss, die Teleskope wieder ins Wohnzimmer stellen...

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo

ich habe mal einige Berechnungen gemacht und bin zu folgenden Ergebnis gekommen.
Es gibt zirka 96 Kleinplaneten die unter idealen Bedingungen heller als 10mag werden können.
Ausgenommen sind Apollo +Athen Asteroiden, die die Erbahn kreuzen +sehr nah kommen können.
So wird der Asteroid Apophis (99942) am 13.April 2029 etwa 4mag hell werden, wenn er an der Erde vorbei saust.
So helle NEO Objekte sind aber selten.

Je größer die Bahnexentrizität des Kleinplaneten, desto seltener ist ein günstige Opposition, auch große Bahnneigungen
machen diese Konstellationen so selten.
Es kann sein, dass 1x pro Jahrhundert dann eine solche "Ideal-Opposition" stattfindet.

KLP_10mag-hell.png



VG +CS
Dieter
 
Servus Dieter + Gerd + alle,

gute Liste ! Sicher interessant für die Threadstarterin Sabine !!! ich schau natürlich auch mal durch... Thanks ! Liegt die dauerhaft im Netz und man kann darauf pointen per URL ?

Ich meinte oben aber lediglich Planetoiden, wo Du beim Vorbeiflug zugucken kannst, also Bewegung im Ablauf von Minuten. Ich hab da keine Statistik gemacht, aber da ich (als ich's mal probiert hab mit Guide) gleich 2 Objekte gefunden hab (allerdings 15mag !), können sie nicht so selten sein (wenn man schwache Helligkeiten akzeptiert). Die Asteroiden, sie ich in diesem Bericht von 2010 beobachtet hatte, waren
Beide haben hohe Inklinationen um die 40° und hatte ich wie beschrieben gefunden (also Zufall + ein wenig Know-how), ohne weiteres externes Vorwissen, nur mit Guide. Ich hatte mir (wegen der geringen Helligkeit der Objekte) vorsichtshalber DSS Bilder aus dem Netz geladen und Guide die Bahn direkt auf das Bild plotten lassen (coole Funktion diese Programms beide überlagern zu können auf der Background-Karte). War am Teleskop dann z.T. eine echte Jagd, aber es hat funktioniert. Es war aber auch mit 20" anstrengend, weil sich die Dinger eben bewegen ! Man sieht aber die Bewegung innerhalb weniger Minuten !!!

Eigentlich will ich nur ne Lanze brechen für gute Sternkartenprogramme (wie Guide :)) und Mut machen, mal selber ein bisschen damit zu 'forschen' (am Schreibtisch) ! ;-) Kann man doch erstaunliche Sachen selber herausfinden heutzutage mit diesen Super-Tools.

Gruss, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ronny,

kann sein, dass es sich um die Asteroiden handelt, die auf Grund ihrer Bahnform+Bahnlage selten eine
günstige Oppositionen haben, auch wenn sie nicht gerade ihre Maximalhelligkeit erreichen.

Vom Typ sind da AM = Amor-Asteroiden besonders betroffen.

VG+CS Dieter
 
Hallo
ich habe meine Berechnungen erweitert und noch 65 Kleinplaneten gefunden, die
Helligkeiten zwischen 10mag und 10,5mag in einer idealen Opposition erreichen
und mit kleinen Instrumenten durchaus noch beobachtet werden können.
Ausgenommen sind wieder Apollo +Aten Asteroiden, also die Erdbahnkreuzer.

Je größer die Bahnexentrizität des Kleinplaneten, desto seltener tritt eine günstige Opposition ein.
Es kann sein , dass nur 1x pro Jahrhundert eine solche "Ideal-Opposition" mit dieser maximalen Helligkeit stattfindet.

KLP_105mag-hell.png



Hi Ronny, das kan ich locker unter bieten :): Bis auf 887,
Hallo Lothar
Der Amor Asteroid 887 (Alinda) wird Anfang Januar 2025 eine Idealopposition [9,2mag hell ] haben.


VG + CS
Dieter
 
Danke Dieter,

da kamen noch mal 10 dazu, die ich noch nicht gesehen habe.

cs
Lothar
 
Hallo

ich habe mir mal die "Erdbahn nahen Asteroiden" ( AAA = Athen-Apollo-Amor) vorgenommen
und bin von der Helligkeit her zu folgenden Ergebnis gekommen.
Die berechnete Maximalhelligkeit gilt zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung des NEO an die Erde.
Bei einem großem Phasenwinkel ph>60° kann die Helligkeit davor oder danach auch etwas heller sein.

IdealeNEO-passage2.png


Erläuterung der Tabellen spalten

Nummer des NEO - Name des NEO bzw. Bezeichnung - Typ AM Amor, AP Apollo , AT Aten
M mittl. Anomalie des NEO zum Zeitpunkt - Tage= vor - bzw. nach + dem Perihel des NEO
del = Delta Entfernung von der Erde in AE - r = Radiusvektor Entfernung von der Sonne in AE
ph Phasenwinkel bei der dichtesten Annäherung Dieser Winkel fließt in die Berechnung der Helligkeit ein.
mag Helligkeit bei der kleinsten Entfernung zur Erde
Zeitp. Monat+Tag im Jahr kann +/- 1-2 Tage sein
a= große Halbachse in AE - ex= Exzentrizität der Bahn - in = Inklination /Bahnneigung
H Helligkeit des NEO normiert ( daraus wird die ungefähre Größe des NEO abgeschätzt 19.0 ~ 600Meter


VG+CS
Dieter
 
Moin zusammen!

> Mit Guide 8/9.1 wäre dir das nicht passiert

Lothar, mittlerweile ist auch SkyMap Pro in der Lage, dauerhaft Asteroiden darzustellen. ;)
Du hattest mir seinerzeit sogar Guide8 oder -9 zugeschickt, das weiß ich noch. Aber ich bin nunmal seit mindestens 25 Jahren auf SkyMap fixiert. Da kann man nichts machen.
Die aktuelle Asteroiden-Liste vom MPC konnte ich problemlos in SM Pro9 hereinladen. Man muß auch wirklich tagesgenaue Karten haben, wenn man auf die Asteroidenjagd geht. Das Abgleichen mit dem Zielgebiet ist ja das, was Spaß bringt. Man kann sich auch jeweils eine kleine Skizze machen und hat dann bspw. eine Nacht später schon das Erfolgserlebnis, den beweglichen Lichtpunkt erlegt zu haben, auch wenn das direkte Identifizieren mal nicht auf Anhieb funktioniert. Und was das Gute ist: Man kann diese Asteroidenjagd auch bei Mondlicht betreiben. Das war nämlich damals der Zeitvertreib, wenn einem das Mondlicht die DSO versaute. :cool:

Ich werde mich wohl die nächste Zeit mal wieder an die kleinen Steinbrocken heranmachen, ganz standesgemäß mit kleiner Optik - eben genau der Größe, wie sie die visuellen Entdecker der ersten paar Dutzend Asteroiden auch zur Verfügung hatten. Zum dem Zweck kam gestern ein original verpackter, bisher unbenutzter Lidl-Skylux-Refraktor mitsamt allem Zubehör bei mir an! :love:
Es handelt sich hier um das Modell um 2004 - noch mit blauer Metall-Taukappe, aber schon mit drei Okularen und U-Linse. Die Refraktor-Optik werde ich wie gewohnt modifizieren, d.h. das Innere schwärzen, die TK "entspannen", den Auszug kollimieren und dann mit hochwertigem Z-Spiegel und ordentlichen Okularen auf die Pirsch gehen. Das wird schon klappen.
 
Hallo, dann bin ich ja nicht der Einzige, der mit solch primitiven Gerätschaften auf die Suche geht. Ich nutze den Tubus in 20cm länger :)

AC 70/900... genügt mir vollkommen. Vielleicht kann ich sogar schon in meinem noch kleineren Novalux was beobachten.

VG Mark
 
Hallo,

ein Planetoid sieht bei einer Beobachtung aus wie ein schwacher Stern. Eine gute Karte mit der Position ist wichtig. Schön ist es, eine Zeichnung zu machen, denn schon in der nächsten klaren Nacht wird man den Ortswechsel durch die rasche Bewegung bemerken. Mein erster Planetoid war die helle Vesta, irgendwann in den 1980er Jahren. Damals hatte ich noch keine Notizen gemacht.

Analoge Aufnahmen hatte ich auch mal gemacht, hier z.B. von Ceres:

ceres_a.jpg ceres_b.jpg ceres_c.jpg
Ceres am 25. Februar, 6. März und am 12. März 2000, fotografiert mit 135mm in der nördlichen Jungfrau bzw. Coma Berenices

Ich rechne noch gerne selber Ephemeriden, hier die scheinbaren Helligkeiten der helleren Planetoiden 2023 und 2024:

helligkeiten_2023.png helligkeiten_2024.png
 
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