Aufruf zum Verzicht auf KI

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Hallo!

An die Diskussionen beim Aufkommen der digitalen Fotografie erinnere ich mich auch noch. Die Kritik ging zunächst in Richtung Qualitätsverlust durch die Überführung vom Analogen ins Digitale. In der Musik war (und ist) es im Grunde das gleiche: Wenn man eine stetige Kurve digitalisiert, muss man kleine Stufen in Kauf nehmen und Information geht verloren.
Digitale Kameras haben heute eine sehr hohe Qualität erreicht und deswegen beschweren sich nur noch sehr wenige Fotografen. In der Astronomie kann ich mich an Kritik überhaupt nicht erinnern. Die Vorteile der digitalen Bildbearbeitung sind von Anfang an so offensichtlich gewesen, dass sie die Nachteile vollkommen in den Hintergrund gedrängt haben.

Mit dem Einsatz von KI liegt die Sache etwas anders, weil die Beweggründe und Aktionen der Modelle nicht immer ganz bekannt sind. Hat die KI hier etwas hinzugefügt? Oder weggenommen? Man weiß es nicht. Auch handeln die KIs mitunter unvorhergesehen. Ich habe kürzlich an einer Veranstaltung zum Thema KI teilgenommen und die Referenten erzählten, dass KIs besser arbeiten, wenn man "Bitte" sagt oder ihnen Trinkgeld anbietet. Auch würden sie den Modellen in der Weihnachtszeit erklären es sei Mai, weil die KIs sich an die Eigenart christlich geprägter Kulturräume anpassen, es zu Weihnachten langsamer angehen zu lassen. Die fanden das lustig. Ich bin mir da nicht so sicher.
Was wäre also, wenn die KIs nun feststellen, dass Astro-Bilder, die auf eine bestimmte Art und Weise verändert wurden, anschließend "erfolgreicher" im Internet sind? Sie in den sozialen Medien also häufiger geteilt oder geliked werden und darum bestimmte Modifikationen ungefragt grundsätzlich vornehmen? Das kann dann durchaus zum Problem werden.
Natürlich benutze auch ich als Mensch (versprochen) manchmal Methoden, die Bilder verändern. Ich entferne Satellitenspuren mit Clonestamp oder schärfe manchmal selektiv stärker als ich sollte. Der Unterschied ist aber, dass ich dann das Bild selber nicht mehr für die ganze Wahrheit halte oder eben sicher bin, nur unerwünschte Inhalte entfernt zu haben. Die KI gestaltet Änderungen aber unter Umständen als realistisches Feature. Diese Dinge muss man im Auge behalten.

Assistenz bei der Bedienung der Regler für einen althergebrachten Bildbearbeitungsprozess wäre mir darum weitaus lieber. Wer kennt es nicht, dass wenn man an einem Regler dreht, sich die Schärfe verbessert, aber auch das Rauschen zunimmt. Ein zweiter Regler korrigiert Farben, beeinträchtigt aber vielleicht den Hintergrund. Je mehr solcher Regler es in einem Prozess gibt, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen, desto schwieriger ist es den "Sweet Spot" zu treffen. An der Stelle können KI-Assistenten vermutlich eine echte Hilfe sein, ohne dem Bildmaterial zu schaden. Das Multidimensionale haben die nämlich wirklich drauf.

Ich bin mir beim Thema KI immer noch nicht sicher, wie man das in der Bildbearbeitung richtig einsetzen kann und ob man es sollte. Die Aufrufe, an manchen Stellen nur Bildmaterial ohne KI einzureichen, finde ich nachvollziehbar. Bilder, die am Ende zwar umwerfend schön, aber einfach nicht mehr wahr sind, möchte ich auch privat nicht herstellen. Dann muss ich mir die Mühe der Rohdatensammlung nicht mehr machen.

Gruß
Sebastian
 
Hi Werner,
ich kann deinen Standpunkt gut nachvollziehen, da ich selbst jahrzehntelang mit dem Auge am Okular viele fantastische Eindrücke erleben durfte. Aber jetzt ist es ganz anders: Bei der Beobachtung der Planeten steck nur kurz das 3.7Ethos rein um den Sucher zu justieren, dann kommt die ASI rein und ich betrachte z.B. Jupiter bildschirmfüllend am Laptop, das ist um Welten angenehmer und leichter als im Okular.
CS Mike
 
Bilder, die am Ende zwar umwerfend schön, aber einfach nicht mehr wahr sind, möchte ich auch privat nicht herstellen. Dann muss ich mir die Mühe der Rohdatensammlung nicht mehr machen.

Gruß
Sebastian
Warum denn nicht. Schon Picasso und bekannte Fotografen haben abstrakte Bilder gemalt und fotografiert die zwar umwerfend schön aber einfach nicht wahr sind. Das gilt auch in der Astrofotografie, es gibt genügend Beispiele. Der Anspruch ist dann halt ein anderer.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das ist schon in Ordnung. Wenn das das Ziel ist, kann man an seinen Bildern herummachen, wie man will und die als Kunst ausgeben. Wenn du dich hier aber mal umsiehst, geht es den Amateuren meistens darum, möglichst auch noch die kleinsten Details aus den Bildern herauszuarbeiten und immer mehr erkennbar zu machen. Deswegen stehen viele Nächtelang auf dem kalten Feld und betreiben viel Aufwand - auch für ein perfekt justiertes Equipment.
Ich beziehe mich also darauf, dass man unfassbare Details zeigt und für wahr hält/ausgibt, die es aber einfach nicht sind, weil eine KI an der einen oder anderen Stelle aus Gründen, die nur sie kennt, von den eigentlich so mühsam gewonnenen Daten abweicht.
Gruß
Sebastian
 
Hi Mike,

wenn ich alles von zu Hause aus machen könnte, dann würde ich mir deine Methode auch überlegen. So muss ich aber zum Planetengucken raus, zumal zu Hause viele Störfaktoren existieren. Von DS möchte ich gar nicht erst reden. Da ist es im erweiterten Großstadtbereich einfach viel zu hell.

Viele Grüße
Werner
 
Ja klar, das hängt natürlich vom eigenen Anspruch ab. Ich frage mich nur, wo fängt KI an und wo hört Bildbearbeitung mit entsprechenden Tools auf. Ich komme nochmal zurück auf meine PuWe1 Aufnahme. Ist es wahr, dass ich den OIII Kanal so stark angehoben und damit so deutlich sichtbar gemacht habe?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ja völlig richtig Werner. Planeten geht nur dann wirklich gut wenn man von zu Hause aus sofort jede kleine Gelegenheit für gutes Seeing nutzen kann.
Ich hab das Fernrohr am Balkon vor der Küche und Tiziano hat sein Gerät vor dem Schlafzimmer.
CS Mike
 
Hallo!
Ein Beispiel:
1704970261362.png

Ich nenne es: "Pookie das Eichhorn plant eine Reise zum Jupiter."
Kunst, soeben für lau von mir persönlich KI-generiert. Da brauche ich aber kein eigenes Teleskop.

Ich frage mich nur, wo fängt KI an und wo hört Bildbearbeitung mit entsprechenden Tools auf.
Das ist die Frage. Ich würde als Ausgangspunkt nehmen, dass KI eben tatsächlich Entscheidungen trifft, während die normalen Tools einfach nur feste und grundsätzlich nachvollziehbare Regeln auf ein Bild anwenden. Das wird aber zu diskutieren sein.

Gruß
Sebastian
 
Diese Unterscheidung reicht mir nicht um zu entscheiden, ob das Ergebnis wahr oder unwahr ist. Auch KI hätte die Entscheidung treffen können, dass der Blaue Kanal zu schwach ist und verstärkt werden sollte damit man ihn sieht.
Horst
 
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Hallo,
ich finde es im Moment wirklich schrecklich, wer heute was alles als "KI" bezeichnet.
Das meiste davon hat doch mit KI gar nix zu tun, das sind einfach gute Algorithmen, die man bisher einfach als gute Software bezeichnet hätte.
Beispiel : GraXpert bezeichnet seinen Algorithmus, mit dem das Programm selbstständig einen Gradienten ermittelt und dann aus dem Bild rausrechnet auch AI. Hat für mich nichts mit Künstlicher Intelligenz zu tun.
Hat DSS auch eingebaute KI, weil der Algorithmus ja Sat-Spuren auch erkennt und rausrechnet ?
Oder hat EXCEL auch eingebaute KI, weil es erkennt, wenn in einer Zelle die Formattierung von den Nachbarzellen abweicht und mich ungefragt darüber informiert ?
Doch wohl eher nicht....
Auch Videobearbeitungen, bei denen man ein Gesicht verfälschen oder in ein anderes einbauen kann sind nix Neues.

Ich kann das aktuell schon langsam nichtmehr hören, wenn täglich mindestens zweimal irgendwo behauptet wird, dies oder das sei durch den Einsatz von KI gemacht worden, auch, wenn es nur die Veränderung einer Männerstimme ist, die dann wie eine Kinderstimme klingt.......

CS
Jürgen
 
Ja, auch der Celestron Origin hat plötzlich KI, der Seestar S50 offensichtlich noch nicht obwohl er das Gleiche macht
 
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Ein Bekannter von mir hatte vor Kurzem mal ChatGPT gelobt.
Ich habe ihm gesagt, er soll ChatGPT doch mal fragen, wodurch Farbfehler in Teleskopen entstehen und wie man das beheben kann.
Das Ergebnis war eine ca 2 DIn-A4-Seiten lange Antwort, mit massenweise unsinnigen Aussagen und eher geringer Brauchbarkeit.
Für Laien hörte sich das aber alles vermutlich sehr fachmännisch an.
Also selbst da würde ich meine Zweifel anmelden, ob man das Programm tatsächlich als irgendeine Form von "Intelligenz" bezeichnen sollte.
CS
Jürgen
 
Das Ergebnis war eine ca 2 DIn-A4-Seiten lange Antwort, mit massenweise unsinnigen Aussagen und eher geringer Brauchbarkeit.
Wobei das etwas unfair ist. Die KI ist ja nicht allwissend und so sind natürlich Fehler in den Antworten. Einem Menschen würdest du die Intelligenz ja auch nicht absprechen, wenn er bei einem Fachthema mit dem Brustton der Überzeugung falsch antwortet. Grundsätzlich hat die KI aber getan, was von ihr verlangt wurde. Warte mal noch 5 Jahre und frag sie dann erneut.

Zur Frage der Definition kann ich wenig beitragen. Die vorhandenen Versuche streuen ja ziemlich. Ich finde, dass in den Ergebnissen guter Modelle ein verblüffendes Maß an Kreativität zu erkennen ist. Das genügt mir zunächst mal um den Begriff KI beruhigt zu verwenden. Sorry, wenn das manchmal noch nicht ganz zutreffend ist.

Gruß
Sebastian
 
Nun gut, damit beende ich für mich die KI Diskussion. Ich weiss natürlich, dass der blaue Kanal im PuWe1 real aber sehr schwach und für das menschliche Auge ohne Verstärkung kaum wahrnehmbar ist.
Auch wenn neben PuWe1 noch ein PuWe2 zu sehen wäre, ist das nicht KI sondern nur Fake. ?
 
Wobei das etwas unfair ist. Die KI ist ja nicht allwissend und so sind natürlich Fehler in den Antworten.
KI ist nicht nur nicht allwissend ... eigentlich weiß sie gar nichts. Sie bildet "nur" antrainierte Muster so gut wie möglich nach. Wer einmal eine Bild KI wie midjourney beim erstellen zugeschaut hat und sieht wie aus dem Rauschen das gewünschte Objekt auf dem Bildschirm erscheint bekommt einen Eindruck davon.

Grundsätzlich scheinen ohnehin die wenigsten zu wissen, wie solche KIs trainiert werden und auch funktionieren. GraxpertAI zum Beispiel ist sehr wohl ein Tool welches auf neuronalen Netzwerken und auf Gradienten tainierten Modellen basiert. Das ist etwas völlig anderes als DSS wenn es Ausreißer in einem unter 100 Bildern "erkennt".

Die Grenzen zwischen Tools die KI nutzen um das beste aus unseren Daten zu holen (Graxpert, Blurx etc) und solchen die Daten eher frei hinzuinterpretieren (Topaz?) ist für den Anwender kaum zu erkennen. Niemand von uns weiß sicher wie die Modelle trainiert sind und viel wichtiger wie sie in der Software anwendung finden.
Wenn ich ein reales Bild nehme, es in meine KI Bildtools gebe und mit lediglich einer Stärke von 10% zum Bsp entrausche, würde ich klar sagen es ist eine verbesserte Version des Originals.
Stelle ich die selbe Anwendung auf 80%, dann erhalte ich etwas das mit dem Original fast nichts mehr zu tun hat. Also selbst in ein und der selber Anwendung sind die Grenzen fließend.

Wird die Entwicklung aufzuhalten sein, nein und ich persönlich finde es gut aber im selben Atemzug erschreckend was machbar ist. Braucht es ein paar neue Regeln im Umgang mit solchen Inhalten und auch deren Datenbasis, ganz gewiss.

Ich habe vor ein paar Tagen mal auf Facebook den Test gewagt und KI Bilder gepostet. Basis war ein reguläres KI Bildtool mit einem Standardmodel welches nicht speziell auf Astro ausgelegt war. Mit dem "Befehl" Galaxie, M51 folgendes ausspuckte:

FB_IMG_1704978397885.jpg


Dann habe ich ein Zusatz Modell trainiert mit 23 Bildern von M51 und den selben Befehl erteilt ....

FB_IMG_1704978378019.jpg

Und natürlich hält das mehr als einem flüchtigen Blick nicht stand aber ich war erstaunt, dass in der Astro FB Gruppe niemand explizit auf ein KI Bild gekommen ist.


Und hier eine Variante in der ich ähnlich wie oben beschrieben, exakt dieses Modell auf ein original Bild von mir angewendet habe, quasi KI enhanced.
FB_IMG_1704978387677.jpg


Das kratzt natürlich nur an der Oberfläche und Bilder sind ja nur ein Bereich in dem diese Tools boomen. Und ja ich verstehe absolut warum Webseiten den Weg gehen, Bilder dieser Art gesondert zu behandeln, also gar nicht zu zulassen oder explizit zu markieren.

Gruß
Andreas
 
Ein Bekannter von mir hatte vor Kurzem mal ChatGPT gelobt.
Ich habe ihm gesagt, er soll ChatGPT doch mal fragen, wodurch Farbfehler in Teleskopen entstehen und wie man das beheben kann.
Das Ergebnis war eine ca 2 DIn-A4-Seiten lange Antwort, mit massenweise unsinnigen Aussagen und eher geringer Brauchbarkeit.
Für Laien hörte sich das aber alles vermutlich sehr fachmännisch an.
Also selbst da würde ich meine Zweifel anmelden, ob man das Programm tatsächlich als irgendeine Form von "Intelligenz" bezeichnen sollte.
CS
Jürgen
Ich Zitiere Sinngemäß meinen Bruder, er ist Informatiker und beschäftigt sich mit Ki. Chat gpt ist erstmal ein chat bot dessen Ziel es ist dir eine Antwort zugeben die dir gefällt, die muss deshalb nicht komplett richtig sein. Zitat ende

Die werden immer besser werden, wie schon angemerkt. Es ist unglaublich was die inzwischen können. Chat gpt4 soll noch viel besser sein, hatt auch einen größeren und aktuelleren Lernprozess kostet allerdings eine kleinigkeit.

Clear skies Felix
 
Hi,

ich denke KI wird in der Amateur-Astrofotografie dazu führen, dass man mit einem einfacheren Setup genauso "tolle" Bilder erzeugen kann wie mit einem teureren und aufwendigeren Setup. MM spricht da im Prinzip nichts dagegen (mehr erreichen mit weniger Aufwand), ich kann mir aber denken, dass es manche frustrieren wird (das ist wahrscheinlich der Grund solcher Aufrufe).

Vielleicht gibt es ja auch mal eine SW, mit der man an einem Bild feststellen kann, ob ein "verbotener" KI-Prozess angewendet wurde. Dann könnte man in den Wettbewerb-Bereichen zumindestens entsprechend selektieren.

Gruß
Peter

PS: Und der Begriff KI ist sowieso total überbewertet. ;)
 
'n Abend,
Begriff KI ist sowieso total überbewertet
Das würde ich so nicht sagen, das ist schon eine disruptive Technik und hat massive Auswirkungen auf unseren Umgang mit (digitalen) Medien.
Für Bilder, Videos und für das gesprochene Wort wurden bisher im Alltag immer eine hohe Authentizität angenommen.
Darauf können wir uns heuten schon nicht mehr verlassen. Mit der verfügbare Hardware und den neural networks, ob nun (künstlich) intelligent oder nicht, lässt sich jeder Audio-Livestream fälschen, für Video im Prinzip auch. Ob ich mit sagen wir mal Harald Lesch persönlich telefoniere oder mit einem seiner Studenten über einen AI-morph kann wahrscheinlich nicht mal seine Frau akustisch unterscheiden. Man geht davon aus, dass mehr als 50% der Bilder des Gaza-Konfliktes, insbesondere in den (a)sozialen Netzwerken, zumindest KI-manipuliert sind. Da ist das Problem der KI-geschönten Astrofotos eher vernachlässigbar.
Aber - das eigene Sehen durchs Okular und für sich selber Machen von Bildern wird es (hoffentlich) immer geben. Auch in der Schule und an der Uni werden ja noch Experimente gemacht und Präparate betrachtet. Aber immer dann, wenn es um Geld verdienen, Wettbewerb und Eitelkeit (likes) oder vorsätzliche Desinformation geht ist der Wille zu fälschen oder sagen wir mal aufzuhübschen nicht tot zu bekommen. Ein ewiger Wettlauf, siehe die Doping-Probleme im Sport.
Für die Nachrichtenagenturen ist das natürlich auch ein riesen Problem. In diesem Zusammenhang siehe C2PS-Signatur , also ein digitaler, (noch) fälschungssicherer Stempel in den Metadaten um die Authentizität von Fotos zu sichern.
Vielleicht kommt ja auch sowas in ASTRO-Cams.

allen ein klarer, ungeschönter Sternenhimmel
Frank
 
Hi Frank @FStone ,

durch deine Informationen ist mir jetzt klar geworden und das habe ich oben auch schon angedeutet:
Es wäre/ist super wichtig, dass Tools entwickelt werden mit denen man KI Manipulationen erkennen und nachweisen kann.

Eigentlich sollte mM eine KI Methode, die gesellschaftliche Relevanz hat, nur dann erlaubt sein, wenn sie auch erkenn und nachweisbar ist und es Tools dafür gibt. Das wäre mM auch eine Idee einer anzustrebenden Regelung auf gesellschaftlicher oder sogar gesetzlicher Ebene.

Zu diesem Thema habe ich noch nichts gehört oder gelesen.
Weiss da jemand etwas?

Gruß
Peter
 
Es wäre/ist super wichtig, dass Tools entwickelt werden mit denen man KI Manipulationen erkennen und nachweisen kann.

Eigentlich sollte mM eine KI Methode, die gesellschaftliche Relevanz hat, nur dann erlaubt sein, wenn sie auch erkenn und nachweisbar ist und es Tools dafür gibt.
Ich glaube leider nicht das auf lange Sicht solche Erkennungsmöglichkeiten entwickelt werden können. Die Dinger werden immer besser im nachbilden von realen Gegenständen, Stimmen etc worauf sie eben trainiert wurden. Sie werden also per se irgendwann "perfekt" Abbilder schaffen, woran dann noch erkennen?

Tja und das zweite wird ein frommer Wunsch bleiben. Man schaue sich an wie lange es gedauert hat bis es verbindliche Regeln im Umgang mit dem Internet ... ach ne warte, gibt es ja gar nicht ;)
Will sagen, die Technik eilt hier jeder Regulierung, jeder Ethik und sowie so jeder Legislative davon.

Und wie Frank schon sagte, man kann keinem Bild, keinem Tonzeugnis oder Video mehr blind vertrauen. Die Zeiten sind vorbei.

Gruß
Andreas
 
Es ist die Gier nach schöner, heller, ausschweifender. Mit Genügsamkeit und Nüchternheit, ohne Geltungsbedürfnis, gäbe es kaum Klientel für aufhübschende und dramatisierende Filtermaßnahmen. Ein weiterer Aspekt der zur Medienkompetenz gehört?

Reputation und Authentizität sind ein hohes Gut - aber nicht wenn es keinen mehr interessiert was wahr und was verfälscht ist.
 
...ich schaue ja mit Brille durch's Okular - also ist das eigentlich auch schon 'schummeln'! Es wird etwas sichtbar gemacht, was ich mit bloßem Auge nie erkennen würde... Oh wie unethisch - oder? Also frage ich - wo ist die Grenze, was ist "gut" und was ist "schlecht"? Und, viel wichtiger - wer will sich anmaßen das zu entscheiden? Also doch für mich nur ich...
 
Beispiel : GraXpert bezeichnet seinen Algorithmus, mit dem das Programm selbstständig einen Gradienten ermittelt und dann aus dem Bild rausrechnet auch AI. Hat für mich nichts mit Künstlicher Intelligenz zu tun.

Hallo,

GraXpert nutzt ein Neuronales Netzwerk. Bitte google das mal. Es handelt sich nicht ansatzweise einfach um einen guten, herkömmlichen Algorithmus den es zuvor auch schon gab. Dann hätten wir ja nichts an der Software ändern müssen. Neuronale Netzwerke werden dem Machine Learning zugeordnet, ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz.
Wir haben das nicht gemacht, weil wir das schick finden oder weil es sich gut verkauft (unsere Software kostet niemanden etwas außer uns viel Arbeit), also haben wir keinen Grund hier "Marketing" zu betreiben.
ChatGPT ist ein Large Language Model, auch das ganz klar dem Oberbegriff KI zuzuordnen.

KI als Begriff wird immer dort verwendet, wo auf künstliche Art und Weise Vorgänge des menschlichen Gehirns nachempfunden werden. Der Begriff steht also für das wie, und nicht für das was hinten raus kommt. Ob ChatGPT ne gute oder schlechte Antwort liefert, ist kein Maß für künstliche Intelligenz. Im übrigen will es gelernt sein die richtigen Fragen zu stellen. Das Thema Prompteingabe ist nicht unwichtig.

Es gibt sehr viele, sehr gute Videos, Bücher und Vorträge zu dem Thema. Ich kann gerne welche Empfehlen. Meiner Meinung nach sollte man sich möglichst umfassend informieren wie diese Technologien funktionieren und wie sie sich (fundamental) von herkömmlichen Algorithmen unterscheiden.

CS Frank
 
ich denke KI wird in der Amateur-Astrofotografie dazu führen, dass man mit einem einfacheren Setup genauso "tolle" Bilder erzeugen kann wie mit einem teureren und aufwendigeren Setup. MM spricht da im Prinzip nichts dagegen (mehr erreichen mit weniger Aufwand), ich kann mir aber denken, dass es manche frustrieren wird (das ist wahrscheinlich der Grund solcher Aufrufe).

Nein und Ja. Nein deshalb, weil es Naturgesetze gibt. Ein großes Teleskop löst besser auf als ein kleines. Wie will man das überwinden?
Ja, weil die Beobachtung stimmt, das manche sich genau darum sorgen. Also dass ihr 24" Teleskop nicht mehr bessere Bilder liefert, als ein 8" Teleskop. Wie gesagt, das ist nicht möglich. Es sei denn, man betrügt :cool: Und da verstehe ich diese Aufrufe in der Tat. Ich unterstütze sie allerdings nicht, weil ich die Denkweise für falsch halte.

CS Frank
 
...ich schaue ja mit Brille durch's Okular - also ist das eigentlich auch schon 'schummeln'! Es wird etwas sichtbar gemacht, was ich mit bloßem Auge nie erkennen würde...
Hallo,
Es ist kein Schummeln. Sehe die Brille wie eine Prothese für die Augen an. Ohne Brille sehen die Augen im Minusbereich. Mit Brille starten die Augen visuell bei 0. Also als gesunde Augen. ;)
 
Hallo Frank,
Ich wusste das mit GraXpert nicht und muss hier dann offiziell zugeben, was rausposaunt zu haben, ohne mich da vorher informiert zu haben. Asche auf mein Haupt.

Ich glaube allerdings nach wie vor, dass viele die Verwendung einer KI für sich beanspruchen, ohne dass das ein solcher (wie von Dir beschriebener) Prozess ist sondern tatsächlich nur ein guter Algorithmus.
CS
Jürgen
 
Ich wusste das mit GraXpert nicht und muss hier dann offiziell zugeben, was rausposaunt zu haben, ohne mich da vorher informiert zu haben. Asche auf mein Haupt.

Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg ... :cool:

Ich glaube allerdings nach wie vor, dass viele die Verwendung einer KI für sich beanspruchen, ohne dass das ein solcher (wie von Dir beschriebener) Prozess ist sondern tatsächlich nur ein guter Algorithmus.

Ja das gibt es, es wird dann aus Marketinggründen gerne verwendet. Aber es gilt erstmal die Unschuldsvermutung, das Gegenteil ist zu beweisen.

CS Frank
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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