TriffiD
Aktives Mitglied
Hallo!
An die Diskussionen beim Aufkommen der digitalen Fotografie erinnere ich mich auch noch. Die Kritik ging zunächst in Richtung Qualitätsverlust durch die Überführung vom Analogen ins Digitale. In der Musik war (und ist) es im Grunde das gleiche: Wenn man eine stetige Kurve digitalisiert, muss man kleine Stufen in Kauf nehmen und Information geht verloren.
Digitale Kameras haben heute eine sehr hohe Qualität erreicht und deswegen beschweren sich nur noch sehr wenige Fotografen. In der Astronomie kann ich mich an Kritik überhaupt nicht erinnern. Die Vorteile der digitalen Bildbearbeitung sind von Anfang an so offensichtlich gewesen, dass sie die Nachteile vollkommen in den Hintergrund gedrängt haben.
Mit dem Einsatz von KI liegt die Sache etwas anders, weil die Beweggründe und Aktionen der Modelle nicht immer ganz bekannt sind. Hat die KI hier etwas hinzugefügt? Oder weggenommen? Man weiß es nicht. Auch handeln die KIs mitunter unvorhergesehen. Ich habe kürzlich an einer Veranstaltung zum Thema KI teilgenommen und die Referenten erzählten, dass KIs besser arbeiten, wenn man "Bitte" sagt oder ihnen Trinkgeld anbietet. Auch würden sie den Modellen in der Weihnachtszeit erklären es sei Mai, weil die KIs sich an die Eigenart christlich geprägter Kulturräume anpassen, es zu Weihnachten langsamer angehen zu lassen. Die fanden das lustig. Ich bin mir da nicht so sicher.
Was wäre also, wenn die KIs nun feststellen, dass Astro-Bilder, die auf eine bestimmte Art und Weise verändert wurden, anschließend "erfolgreicher" im Internet sind? Sie in den sozialen Medien also häufiger geteilt oder geliked werden und darum bestimmte Modifikationen ungefragt grundsätzlich vornehmen? Das kann dann durchaus zum Problem werden.
Natürlich benutze auch ich als Mensch (versprochen) manchmal Methoden, die Bilder verändern. Ich entferne Satellitenspuren mit Clonestamp oder schärfe manchmal selektiv stärker als ich sollte. Der Unterschied ist aber, dass ich dann das Bild selber nicht mehr für die ganze Wahrheit halte oder eben sicher bin, nur unerwünschte Inhalte entfernt zu haben. Die KI gestaltet Änderungen aber unter Umständen als realistisches Feature. Diese Dinge muss man im Auge behalten.
Assistenz bei der Bedienung der Regler für einen althergebrachten Bildbearbeitungsprozess wäre mir darum weitaus lieber. Wer kennt es nicht, dass wenn man an einem Regler dreht, sich die Schärfe verbessert, aber auch das Rauschen zunimmt. Ein zweiter Regler korrigiert Farben, beeinträchtigt aber vielleicht den Hintergrund. Je mehr solcher Regler es in einem Prozess gibt, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen, desto schwieriger ist es den "Sweet Spot" zu treffen. An der Stelle können KI-Assistenten vermutlich eine echte Hilfe sein, ohne dem Bildmaterial zu schaden. Das Multidimensionale haben die nämlich wirklich drauf.
Ich bin mir beim Thema KI immer noch nicht sicher, wie man das in der Bildbearbeitung richtig einsetzen kann und ob man es sollte. Die Aufrufe, an manchen Stellen nur Bildmaterial ohne KI einzureichen, finde ich nachvollziehbar. Bilder, die am Ende zwar umwerfend schön, aber einfach nicht mehr wahr sind, möchte ich auch privat nicht herstellen. Dann muss ich mir die Mühe der Rohdatensammlung nicht mehr machen.
Gruß
Sebastian
An die Diskussionen beim Aufkommen der digitalen Fotografie erinnere ich mich auch noch. Die Kritik ging zunächst in Richtung Qualitätsverlust durch die Überführung vom Analogen ins Digitale. In der Musik war (und ist) es im Grunde das gleiche: Wenn man eine stetige Kurve digitalisiert, muss man kleine Stufen in Kauf nehmen und Information geht verloren.
Digitale Kameras haben heute eine sehr hohe Qualität erreicht und deswegen beschweren sich nur noch sehr wenige Fotografen. In der Astronomie kann ich mich an Kritik überhaupt nicht erinnern. Die Vorteile der digitalen Bildbearbeitung sind von Anfang an so offensichtlich gewesen, dass sie die Nachteile vollkommen in den Hintergrund gedrängt haben.
Mit dem Einsatz von KI liegt die Sache etwas anders, weil die Beweggründe und Aktionen der Modelle nicht immer ganz bekannt sind. Hat die KI hier etwas hinzugefügt? Oder weggenommen? Man weiß es nicht. Auch handeln die KIs mitunter unvorhergesehen. Ich habe kürzlich an einer Veranstaltung zum Thema KI teilgenommen und die Referenten erzählten, dass KIs besser arbeiten, wenn man "Bitte" sagt oder ihnen Trinkgeld anbietet. Auch würden sie den Modellen in der Weihnachtszeit erklären es sei Mai, weil die KIs sich an die Eigenart christlich geprägter Kulturräume anpassen, es zu Weihnachten langsamer angehen zu lassen. Die fanden das lustig. Ich bin mir da nicht so sicher.
Was wäre also, wenn die KIs nun feststellen, dass Astro-Bilder, die auf eine bestimmte Art und Weise verändert wurden, anschließend "erfolgreicher" im Internet sind? Sie in den sozialen Medien also häufiger geteilt oder geliked werden und darum bestimmte Modifikationen ungefragt grundsätzlich vornehmen? Das kann dann durchaus zum Problem werden.
Natürlich benutze auch ich als Mensch (versprochen) manchmal Methoden, die Bilder verändern. Ich entferne Satellitenspuren mit Clonestamp oder schärfe manchmal selektiv stärker als ich sollte. Der Unterschied ist aber, dass ich dann das Bild selber nicht mehr für die ganze Wahrheit halte oder eben sicher bin, nur unerwünschte Inhalte entfernt zu haben. Die KI gestaltet Änderungen aber unter Umständen als realistisches Feature. Diese Dinge muss man im Auge behalten.
Assistenz bei der Bedienung der Regler für einen althergebrachten Bildbearbeitungsprozess wäre mir darum weitaus lieber. Wer kennt es nicht, dass wenn man an einem Regler dreht, sich die Schärfe verbessert, aber auch das Rauschen zunimmt. Ein zweiter Regler korrigiert Farben, beeinträchtigt aber vielleicht den Hintergrund. Je mehr solcher Regler es in einem Prozess gibt, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen, desto schwieriger ist es den "Sweet Spot" zu treffen. An der Stelle können KI-Assistenten vermutlich eine echte Hilfe sein, ohne dem Bildmaterial zu schaden. Das Multidimensionale haben die nämlich wirklich drauf.
Ich bin mir beim Thema KI immer noch nicht sicher, wie man das in der Bildbearbeitung richtig einsetzen kann und ob man es sollte. Die Aufrufe, an manchen Stellen nur Bildmaterial ohne KI einzureichen, finde ich nachvollziehbar. Bilder, die am Ende zwar umwerfend schön, aber einfach nicht mehr wahr sind, möchte ich auch privat nicht herstellen. Dann muss ich mir die Mühe der Rohdatensammlung nicht mehr machen.
Gruß
Sebastian