Wie viele Kometen sind durchschnittlich pro Jahr mit 50- bis 60 Millimeter-Fernglas beobachtbar?

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Siebengestirn

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Liebe Kometen-Freunde,

bisher habe ich mich wenn überhaupt nur nebenher mit Kometenbeobachtung befasst. Umso mehr interessiert mich jetzt als begeisterten "Fernglasianer" die im Betreff angesprochene Frage: Wie viele Kometen kann man im Durchschnitt pro Jahr mit einem guten Fernglas der 50- bis 60 Millimeter-Klasse eindeutig erkennen?

Ich beziehe mich hierbei auf optimale Beobachtungsbedingungen: Klarer, dunkler und mondloser Himmel mit einer visuellen Grenzgröße von 6 bis 6,5 mag, einwandfreie Optik, solides Stativ, dunkeladaptiertes Auge und entspannte Beobachtungshaltung.

Unter "eindeutig erkennbar" verstehe ich, dass der Komet im Fernglas mindestens als verwaschener Stern, also nicht mehr punktförmig, erscheint und sich nicht nur anhand seiner Position von Sternen zu unterscheiden ist.

Ich nenne hier bewusst keine Vergrößerungen (z.B. 8*50. 10*60 etc.), da die optimale Austrittspupille bei Kometen mit gegebener Helligkeit ja auch vom Kondensationsgrad und der Ausdehnung, sprich seiner Flächenhelligkeit, abhängt.

Vielen Dank!

CS, Christian
 
Bei 10x ein bis zwei Kometen, vielleicht drei? Gute Ferngläser mit 60mm Öffnung gibt es bis 22x. Im Rahmen Deiner Vorgaben dürfte die Detektion von Kometen deutlich davon abhängen, ob Du mit 10x, 15x oder 22x unterwegs bist. Bei 22x vielleicht vier oder mehr?

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Christopher,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich beziehe mich auf, ich nenne sie mal so, "Standard-Ferngläser" ohne Wechsel- und Zoomokulare etc. und Vergrößerungen bis maximal etwa 12-fach.

Dass mit höheren Vergrößerungen oder Spektiven (die ja im Grunde nichts Anderes als einäugige Großferngläser sind) die Anzahl erheblich ansteigt, ist mir klar und nicht eigentlicher Gegenstand der Ausgangsfrage.

CS, Christian
 
Hallo Christian,

das sind durchschnittlich etwa 2 oder 3 Kometen im Jahr.
Vielleicht hilft dir auch die Übersicht bei Yoshida: Visual Comets in the Future (Northern Hemisphere)

dürfte die Detektion von Kometen deutlich davon abhängen, ob Du mit 10x, 15x oder 22x unterwegs bist. Bei 22x vielleicht vier oder mehr?
Nein, die meisten Kometen sind eher diffus, da hilft eine höhere Vergrößerung kaum. Außerdem nimmt die Anzahl der sichtbaren Kometen mit höher werdender Grenzhelligkeit viel langsamer zu, als die Anzahl der sichtbaren Sterne oder Asteroiden.

Gruß Ronny
 
Hallo Ronny,

vielen Dank für deine Antwort.

Abhängig von Ausdehnung und Flächenhelligkeit des Kometen könnte die Sichtbarkeit mit zunehmender Vergrößerung durchaus besser werden:

Bei jeder Flächenhelligkeit gibt es ein anderes, optimales Verhältnis zwischen Objekt- und Hintergrundhelligkeit. Letztere nimmt mit zunehmender Vergrößerung schneller ab, als die Objekthelligkeit. Ich habe mal gelesen, dass sich Kometen hier ähnlich wie DS-Objekte verhalten: Es gibt zwar Faustregeln für eine optimale AP (ca. drei Millimeter) und damit Vergrößerung, aber letztendlich hat jedes Objekt seine eigene Ideal-AP.

So ist bspw. NGC 7000 nur bei dunkelstem Himmel bei gleichzeitig größtmöglicher AP wirklich gut sichtbar, kompakte Planetarische Nebel sind hingegen oft bei mittlerer bis starker Vergrößerung am besten zu beobachten.

CS, Christian
 
Bei 10x ein bis zwei Kometen, vielleicht drei? Gute Ferngläser mit 60mm Öffnung gibt es bis 22x. Im Rahmen Deiner Vorgaben dürfte die Detektion von Kometen deutlich davon abhängen, ob Du mit 10x, 15x oder 22x unterwegs bist. Bei 22x vielleicht vier oder mehr?

Beste Grüße, Christopher
Die genannten drei oder gar vier Kometen halte ich auch für 'viel' - wobei sich mir eher noch die Frage (aller visuellen Fragen) stellt, welche Rolle die Größe der Austrittspupille dabei hat; ob also diese Maßzahl nicht wichtiger ist als die der Vergrößerung. Gerade bei diffussen Objekten bemerke ich einen Unterschied, ob ich mit dem kleinen Miyauchi mit 15x60 oder 22x60 beobachte.

csm
 
Hallo Christopher,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Ich beziehe mich auf, ich nenne sie mal so, "Standard-Ferngläser" ohne Wechsel- und Zoomokulare etc. und Vergrößerungen bis maximal etwa 12-fach.

Dass mit höheren Vergrößerungen oder Spektiven (die ja im Grunde nichts Anderes als einäugige Großferngläser sind) die Anzahl erheblich ansteigt, ist mir klar und nicht eigentlicher Gegenstand der Ausgangsfrage.

CS, Christian
Ich würde da mal die Rolle der Spektive nicht über-, und die Rolle der binokularen Beobachtung nicht unterschätzen. Bei Kometen schaue ich viel lieber mit demm10x42 oder dem 15x60, als mit dem 85er DiaScope bei monokularen 20x.

csm
 
Ja, das geht mir ähnlich mit dem Binokularen Schauen. Mein Gedanke bzgl. Vergrößerung kam von der Idee her, dass der Kometenkopf, der häufig kondensiert ist und beobachterisch sich dann etwa wie eine relativ kondensierte Galaxie verhält, gut auf Vergrößerung reagieren kann. Die Sichtung des Kopfs ohne Schweif genügt für die Detektion als "nicht-stellar", worum es mir in der Eingangsfrage zu gehen schien. Beim Schweif gelten natürlich wieder andere Überlegungen bzgl. Austrittspupille.
Gruß, Christopher
 
Hallo Manne,

vielen Dank für die interessanten Kommentare. Das mit der AP sehe ich genauso, wie ich schon schrieb. Beim binokularen Beobachten kommt noch der wesentliche Faktor der entspannteren Beobachtung hinzu, der gerade bei Beobachtungen an der Grenze des Leistungsvermögens der verwendeten Optik das Zünglein an der Waage sein kann.

CS, Christian
 
Hi zusammen,

ich beobachte nun schon seit Jahren Kometen, zwar meistens mit dem Fernrohr und beui eher schlechten Bedingungen.
Alerdings habe ich auch ein 10x50 FG zu Hand. Und über all die Jahre waren eigentlich nur eine handvoll Kometen eindeutig im FG erkennbar.
Dunkler Himmel + Vergrößerung hilft da natürlich viel.

cs
Lothar
 
Hallo

Kometen kann man mit den Fernglas (Standard 10x50) gut beobachten, wenn die Koma einen DC Wert von (4).....9 hat,
diese nicht zu groß ist und im Helligkeitsbereich unter 10mag liegt. Wie gesagt die Koma. Einen Schweif zu erkennen hängt
von der Aktivität des Kometen ab: Dunklen, mondlosen Himmel vorausgesetzt bei Kometen heller 7mag.
Wenn ich ein Fernglas mit größerer Öffnung z.B. 70x15 ; 80x20; 100x30 einsetze, verschiebt sich das geringfügig.
So meine Erfahrungen.
Im Jahr kann man im Durchschnitt vielleicht 1 bis 3 Kometen beobachten.

CS
Dieter
 
Hallo Lothar und Dieter,

vielen Dank für eure Antworten. Insgesamt scheint sich über alle Antworten gemittelt ein Wert von ca. zwei bis drei Kometen pro Jahr abzuzeichnen.

Diese Zahl finde ich insofern interessant, da früherer Astro-Literatur zufolge Kometen-Neuentdeckungen zu früheren Zeiten öfters auch mit Ferngläsern gelangen.

CS, Christian
 
da früherer Astro-Literatur zufolge Kometen-Neuentdeckungen zu früheren Zeiten öfters auch mit Ferngläsern gelangen.
ja damit sind aber kein 8x30 oder 10x50 FG gemeint, sondern eher Großferngläser ala 20x100. Und zwar deshalb weil man mit FG ein größeren GF hat und Kometen (damals) hauptsächlich um die Sonne herum und in Ekliptiknähe also knapp am Horizont gemacht wurden..

Ein dunkler Himmel ist aber Voraussetzung.

Heute werden ja fast ausschließlich alle Neuentdeckung per Satellit und/oder Raumsonde gemacht.

cs
Lothar
 
... Heute werden ja fast ausschließlich alle Neuentdeckung per Satellit und/oder Raumsonde gemacht...

Hallo Lothar,

nicht zu vergessen die erdgebundenen, automatisierten "Himmelsscanner" als automatisierte Suchprogramme. Mit diesen neueren Entwicklungen im Hinterkopf schrieb ich ausdrücklich "früher". Die gezielte Suche nach neuen, unbekannten Kometen ist in der Amateurastronomie genau aus diesem Grund quasi ausgestorben. Amateur-Neuentdeckungen sind eine seltene Ausnahme geworden.

Ein 20*100 ist natürlich eine völlig andere Liga, auch was Gewicht und Preis angeht, wenn es bis zum GF-Rand hin wirklich gut sein soll, was für die Kometen-(Auf)suche ja essenziell ist.

Da Kometen mitunter auch zu Helligkeits-Ausbrüchen neigen (wie Holmes im Herbst 2007), kann es durchaus auch interessant sein, auch nach Kometen Ausschau zu halten, die für die verwendete Optik eigentlich zu lichtschwach sind. Kometen sind ja immer für Überraschungen gut, was sie auch so interessant macht.

CS, Christian
 
Das Problem ist neben der Helligkeit noch die Position am Himmel u die Uhrzeit. Tief am Himmel sitzend mit Luftverschmutzung ab 4:00 Uhr läd nicht gerade zum Spechteln ein :), abgesehen von denen, die ihr Helligkeitsmax in Sternbildern erreichen, die wir leider erst Monate später sehen.

Ich glaube im März darf man wieder mit Fernglas raustappern ... Das wäre Nummer eins von drei (?)


Grüssli,

Fred
 
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