Skywatcher Quattro 200/800 - welches Tuning ist sinnvoll?

timkomm

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Hallo zusammen,
ich habe einen gebrauchten Skywatcher Quattro 200/800 erworben. Das Gerät werde ich ausschließlich für Astrophotographie verwenden. Ich stelle mir die Frage, welches Tuning für das Teil sinnvoll ist. Eins vorweg: Einen Carbontubus werde ich mir erst mal nicht besorgen. Folgende Maßnahmen habe ich schon recherchiert:
- Fangspiegel seitlich/hinten schwärzen (Wurde bei mir vom Vorbesitzer schon gemacht)
- Blendenring (werde ich auf jeden Fall machen)
- Fangspiegelspinne austauschen gegen eine aus dem vollen gefrästen oder gedruckt (sinnvoll?)
- Blenden ganz oder teilweise ausbauen und mit Velours/Filz ganz oder teilweise auskleiden (sinnvoll? Und wenn ja, was macht man am besten?)
- Blendrohr mit Velour auskleiden (wahrscheinlich sehr sinnvoll)

Das sind so meine Überlegungen. Ziel sollte halt ein verbesserte Sterndarstellung/Kontraste sein. Hat jemand schon o.g. gemacht und kann mir Tipps geben?

LG und CS Tim
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tim,

- FS schwärzen
- Blendenring
- Velourauskleidung / oder vllt besser eine nicht reflektierende Farbe

Welche Blenden willst du ausbauen, was meinst du? Normal sind keine Blenden in einem Newton verbaut oder meinst du den Abschlussring vorne ?

Blendrohr, du meinst den Okularauszug?
Wenn der schön silbern glänzt, dann auf jeden Fall.

Zu gefrästen FS-Spinnen gibt‘s geteilte Meinungen. Wenn du so mit der Justage klar kommst und die Spikes fluchten bei der Abbildung an hellen Sternen fluchten, brauchst du die nicht unbedingt.

Grüße,
Alex
 
Ich würde erstmal ein paar Aufnahmen machen bevor ich die Tunerei anfange, denn nur so siehst Du die Wirkung Deiner Bemühungen.
Blendenring+Spinne würde ich gefräst bei Backyarduniverse im Set bestellen. Ich hab mir Blendenringe lasern lassen und die matt lackiert. Spinnen sind die Originalen.
Zum flocken des Tubus findest Du viele Videos im Netz. Musou Black leistet Vergleichbares, krümelt aber nicht. Beim Ausbauen der Blenden kann ich Dir leider keinen Tipp geben, da meine beiden Quattros keine haben.
Wenn mit dem Blendrohr das Rohr des OAZ gemeint ist hab ich mir den Spaß gespart, da ein Komakorrektor (falls noch nicht vorhanden, den brauchst zu ZWINGEND!) je nach Typ das ganze Rohr ausfüllt und vorn bündig schließt (TS GPU, GPU, ES HR2), der Nexus ist etwa 3 cm nach Innen versetzt.

Edit:
Alex, im 8" und 10" Quattro sind Steulichtblenden verbaut. Leider im Innendurchmesser deutlich größer als der HS und damit eher eine Barriere für Tubusseeing als sinnvoller Streulichtschutz.

CS, Ralf
 
Hallo Alex.
Im Tubus des 200/800 sind 9 Blenderinge verbaut.

CS Tim
 
Hallo riff-raff,
der Lacerta GPU f4 (4-Linser) war glücklicherweise dabei.
CS Tim
 
Sehr gut, bestens versorgt ... aber der Nexus ... F3 :devilish:
 
Vllt erstmal einen Ronchitest machen, ob man überhaupt einen problematischen Rand hat oder nicht, bevor man einen Blendenring verbaut?
Du schmeißt dir ja auch nicht sofort nach dem Aufstehen Ibuprofen rein, falls du im Laufe des Tages Kopfschmerzen bekommst.

Die Fangspiegelspinne aus dem vollen mag etwas stabiler sein, macht aber auch fette Spikes.

Vllt auch mal über eine dreibeinspinne nachdenken.
Macht dann zwar sechs Spikes, aber die sind nur halb so hell und nur halb so lang, außerdem gibts nie wieder Probleme mit Doppelspikes bei nicht perfekt parallelen Vanes.

Velours und Schwärzung ist klar.
Besserer OAZ eigentlich auch.

LG
Olli
 
Der OAZ des Quattro trägt stabil eine ASI2600+7x2" EFB, OAG-L + Guiding-Cam wenn man den ordentlich einstellt. Ja es gibt Bessere, aber auf der Tauschliste steht der nicht ganz oben. Der Blendenring verdeckt auf jeden Fall die 3 Klammern und die siehst Du bei allen Skywatcher-Newton. Ja, die effektive Öffnung nimmt ab, aber so viel ist das nicht.

Noch zu empfehlen: Fangspiegelheizung und Hauptspiegelkühlung.

Oder so:
IMG_20210609_231419.jpg

Ibu am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Man könnte auch die Klammern modden, dass sie nur die Fase des Spiegels halten und nicht in die Fläche ragen. Dann hat man keine Radioaktiv-Warnschild-Halos mehr und vignettiert die Öffnung nicht.

LG
Olli
 
Genau das hab ich bei meinem 6" Quattro gemacht, aber etwas mulmig ist das Bauchgefühl ... Und in der aktuellen Zeit werden Nukes ja wieder modern. :affemund:
 
Hallo zusammen,
das sind ja schon mal gut Ideen. Nur mit dem Schwärzen stehe ich noch auf dem Schlauch. Blenden raus und Velour? Nur teilweise Velour und Blende teilweise belassen? Oder gar nichts machen und Blenden belassen? :unsure::unsure::unsure:
 
Lass sie doch erstmal drin. Rausmachen und Flocken kannst Du immer noch. Nutze das Instrument doch erstmal.
 
Ok. Ist wahrscheinlich die beste Idee...
 
Ich habe bei meinem 200/1000 den HS eingeklebt (mit doppelseitigem Outdoor-Klebeband) statt geklemmt, die Fangspiegelspinne (seitlich) mit Samtfolie (3M) beklebt. Fangspiegel geschwärzt, HS geschwärzt und wegen Mangel an Low-Profile OAZ den Haupt-Tubus auch noch um 3cm gekürzt, damit der Tubus vom OAZ nicht in den Lichtweg ragt.
Dazu noch Rändelschrauben zur FS Justage.
Ich habe auch eine "Badehaube" aus Kunstleder (dünn, weich, lichtdicht), die ich über den hinteren Teil des Teleskops stülpe. Modding ist das jetzt zwar nicht direkt, aber auch hilfreich gegen Streulicht.

Meine Meinung: Wenn die Streben der Fangspiegelspinne ordentlich beflockt werden, erspart man sich auch das Beflocken des Tubus.
 
Bevor ich anfinge, den Newton zu modifizieren, würde ich zunächst mal mit dem Instrument - gleichsam "out of the box" - fotografisch arbeiten. Im Zuge dieser "Experimente" würde ich mich kritisch fragen, ob man mit den entsprechenden Ergebnissen gut leben kann. Sicher kann man das Instrument mittels der gängigen mitunter kostspieligen Methoden aufrüsten, wobei man sich immer fragen sollte, wie viel Sinn es macht, ein bereits fertig in den Handel gelangtes optisches Instrument, welches von Haus aus ja eigentlich extra für die Astrofotografie konzipiert wurde, noch groß "aufrüsten" zu müssen. Kann man natürlich machen, ist aber immer eine Frage des eigenen Anspruches an die angestrebten astrofotografischen Ergebnisse.
CS
Stefan
 
Bevor ich anfinge, den Newton zu modifizieren, würde ich zunächst mal mit dem Instrument - gleichsam "out of the box" - fotografisch arbeiten. Im Zuge dieser "Experimente" würde ich mich kritisch fragen, ob man mit den entsprechenden Ergebnissen gut leben kann. Sicher kann man das Instrument mittels der gängigen mitunter kostspieligen Methoden aufrüsten, wobei man sich immer fragen sollte, wie viel Sinn es macht, ein bereits fertig in den Handel gelangtes optisches Instrument, welches von Haus aus ja eigentlich extra für die Astrofotografie konzipiert wurde, noch groß "aufrüsten" zu müssen. Kann man natürlich machen, ist aber immer eine Frage des eigenen Anspruches an die angestrebten astrofotografischen Ergebnisse.
CS
Stefan
Das stimmt, denn "Tuning" bedeutet ja Abstimmung, also dort zu optimieren, wo es Potential gibt. Dazu muss man diese Potentiale erst mal ergründen.
Wenn man z.b. kürzere Spikes mag, macht die Beflockung der Spinne aber auf alle Fälle Sinn. Das geht mit etwas Fingerspitzengefühl beim liegenden Teleskop, mit eingebauter FSH, eigentlich problemlos. Ich "rasiere" die Kanten der Klebefolie immer im ca. 45° Winkel mit einer frischen Klinge, wobei ich die Reste die dabei runterfallen, gleichzeitig mit einem Tuch oder etwas Druckerpapier auffange. Würde ich auch bei jedem Newton machen, mittlerweile, denn ich hab noch keines im Handel gesehen, das diese Optimierung schon ab Werk aufwies.
 
die Fangspiegelspinne (seitlich) mit Samtfolie (3M) beklebt.
Das macht sie ja noch dicker.
Die Spikes kommen nicht von der Reflexion an der Spinne, sondern von der Abschattung dieser.
Fangspiegel geschwärzt, HS geschwärzt und wegen Mangel an Low-Profile OAZ den Haupt-Tubus auch noch um 3cm gekürzt, damit der Tubus vom OAZ nicht in den Lichtweg ragt.
Hast du überprüft ob der Fangspiegel dann noch groß genug ist?
Meine Meinung: Wenn die Streben der Fangspiegelspinne ordentlich beflockt werden, erspart man sich auch das Beflocken des Tubus.
Wenn die Streben der Fangspiegelspinne ordentlich beflockt werden, hat man ordentlich zusätzliche Beugungs und der Tubus erzeugt immernoch Streulicht.
Wenn man z.b. kürzere Spikes mag, macht die Beflockung der Spinne aber auf alle Fälle Sinn.
Absolut das Gegenteil ist der Fall.
Die Menge an gebeugtem Licht hängt von der Dicke der Spinne ab. Und die nimmt mit dem beflocken zu.
Die unebene Oberfläche verhindert zwar die Ausbildung konzentrierter Spikes, aber das Licht muss irgendwo hin. Der erste Beugungsring wird stattdessen stärker.

LG
Olli
 
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Das macht sie ja noch dicker.
Die Spikes kommen nicht von der Reflexion an der Spinne, sondern von der Abschattung dieser.

Hast du überprüft ob der Fangspiegel dann noch groß genug ist?

Wenn die Streben der Fangspiegelspinne ordentlich beflockt werden, hat man ordentlich zusätzliche Beugungs und der Tubus erzeugt immernoch Streulicht.

Absolut das Gegenteil ist der Fall.
Die Menge an gebeugtem Licht hängt von der Dicke der Spinne ab. Und die nimmt mit dem beflocken zu.
Die unebene Oberfläche verhindert zwar die Ausbildung konzentrierter Spikes, aber das Licht muss irgendwo hin. Der erste Beugungsring wird stattdessen stärker.

LG
Olli
Nein, wurde hier auch schon diskutiert, von anderen Usern ausprobiert und allen Hypothesen zum Trotz frunktioniert es wirklich.
Klar werden die Strahlen durch die Obstruktion erzeugt, das hab ich ja nie in Frage gestellt, aber die Länge wird durch das Beflocken reduziert. Sieht einfach schöner aus, aber das ist Geschmackssache.
Ich hab jetzt nur nicht die Zeit, die Threads rauszusuchen, sonst würde ich es sogar tun.

EDIT: Im Grunde ging es um die Reduktion von "Phantom Spikes" (wie auch in meinem Fall), die Verkürzung der Spikes war quasi ein willkommener "Nebeneffekt".

EDIT2: Beim Streulicht innerhalb des Tubus reichte mir eine Taukappe völlig, einmal hab ich die ersten 5cm der vorderen Öffnung (Der Ring, der den Tubus an der Öffnung stabilisiert), separat beflockt, hatte dann aber Probleme mit der Anbringung der Abdeckung bzw. der Bahtinov Maske und musste mir einen Adapter drucken.
Meine Meinung ist: Wenn man Reflexionen schon im Eintrittsbereich bekämpft, muss man im Tubus selbst eigentlich nichts mehr machen, was sich am Resultat sichtbar auswirken würde. Wär ja nur logisch, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Man tauscht halt ein Beugungsartefakt gegen ein Anderes ein. Visuell würde mich der kräftigere erste Beugungsring sehr stören, als hätte man mehr Obstruktion. Fotografisch mit dem gemittelten Seeing hat man einfach eine leicht vergrößerte Sternabbildung als Preis für die reduzierten Spikes.
Definitiv persönliche Sache, was einen mehr stört.
Wenn man für maximale Lichtstärke ohnehin eher im Undersampling arbeitet, ist das sogar egal.
Wenn das für dich so supi ist, klar, go for it.

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Man tauscht halt ein Beugungsartefakt gegen ein Anderes ein. Visuell würde mich der kräftiger erste Beugungsring sehr stören, als hätte man mehr Obstruktion. Fotografisch mit dem gemittelten Seeing hat man einfach eine leicht vergrößerte Sternabbildung als Preis für die reduzierten Spikes.
Definitiv persönliche Sache, was einen mehr stört.
Wenn man für maximale Lichtstärke ihnehin eher im Undersampling arbeitet, ist das sogar egal.
Wenn das für dich so supi ist, klar, go for it.

LG
Olli
Bezüglich Sternabbildung hast Du Recht. Mich stören eher Fransen und Asymetrien, Phantom- und Megaspikes und daher optimiere ich die Röhren entsprechend.
Der Undersampling Aspekt triff bei mr systembedingt auch zu, ich dürfte also prinzipiell in dem Fall ein Günstling meiner Methoden sein.
Daher möchte ich noch anfügen, dass die Fangspiegelspinnenbeflockung nur meiner speziellen Meinung nach für meine Bedingungen ideal ist, das mag vorher zu allgemeingültig angemutet haben.
 
Hallo Tim,
mit der Fotografie kenne ich mich nicht so aus, daher kann ich dir nur aus visueller Sicht helfen.

- Taukappe gegen Streulicht und gegen Lokales- bzw. Beobachterseeing
- Lüfter zur Grenzschicht Absaugung und gegen Tubusseeing, damit der hohe Strehl des Hauptspiegels auch am Okular bzw. an der Kamera ankommt
- Gute Justage, ebenfalls für hohen Strehl am Sensor
- Visuell möglichst dünne Fangspiegelstreben mit ca. 0,5-0,3mm.
Fotografisch bekommt man die Spikes auch mit Apodisationsmasken weg, gugst du hier
- Velour und Tubusschwärzung, evtl. reicht auch ein Stück Velour gegenüber dem OAZ?
- Tubusisolierung gegen zu schnelle einseitige Auskühlung der Tubusoberseite vermindert Tubusseeing und erhöht den Strehl

Dann gibt es noch andere Sachen die eine Rolle spielen können wie z.B. Steifigkeit des Tubus, gibt der Tubus oder der OAZ nach, bleibt der Hauptspiegel an seiner Position, Komakorrektur, Nachführung usw.?
LG
 
Hallo,
auch wenn es schon ein bisschen her ist, bin ich auf diesen Thread gestoßen, weil ich mein Quattro feintunen möchte.
Ich plane, mir eine Spiegelkühlung zu drucken (da ich noch viel zu viele PC Lüfter habe, mit denen ich eh nichts anzufangen weiß :P )


Wie ist die Platte der Kühlung befestigt? Ist die einfach zwischen Justageschrauben und Spiegelzelle, oder hast du die angeklebt?
Ist Velour, Mousou Black oder Black 2.0 / Black 4.0 besser zum Flocking des Tubus?

Danke für eure Antworten!
CS
Tobi
 
Hi Tobi,

Die Scheiben unter den Kollimationsschrauben halten den Spaß. Hier mal an der 6" Zelle....
PXL_20240302_135533698.jpg
PXL_20240302_145659182.jpg


Allerdings verwende ich 0,75mm Stahl, beim Print brauchst sicher 2-2,5mm Minimaldicke, was aber auch noch funktionieren sollte.

CS, Ralf
 
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