Mein erstes Teleskop: Das Papp-Newton von Astromedia:
Das ganze hat eine längere Vorgeschichte: Gegen Ende der Grundschulzeit, also als ich 10 Jahre alt war, haben mir meine Eltern zu Weihnachten ein Astronomiebuch für Kinder geschenkt. Damit begann mein Interesse an der Astronomie. In dem Buch wurden auch Refraktoren und Newton-Spiegel-Teleskope erklärt. Den Refraktor fand ich langweilig, aber das Newton_Teleskop hatte mein Interesse geweckt. Das man damit was beobachten kann, obwohl doch der Fangspiegel im Weg war, das hatte schon was. Also wollte ich seitdem ein Newton-Spiegelteleskop haben; nächstes Weihnachten stand es ganz oben auf der Wunschliste.
Doch anstelle mir das Gewünschte aus dem Versandhauskatalog zu bestellen sind meine Eltern zum örtlichen Optiker gegangen, der auch Teleskope und Mikroskope verkaufte. Der hat sie dann beraten. Zu Weihnachten gab es dann eine drehbare Sternkarte, ein Kosmos Himmelsjahr und die Empfehlung, doch zunächst mit dem elterlichen Feldstecher den Himmel zu beobachten. Aus heutiger Sicht sicherlich absolut sinnvoll, aber damals eine katastrophale Enttäuschung. Als Kind wollte ich das einsehen. Zum Sterne beobachten braucht man ein richtiges Teleskop und keinen popeligen Feldstecher. Also habe ich mich mit der drehbaren Sternkarte beschäftigt und das Himmelsjahr Monat für Monat gelesen. Den Himmel selbst habe ich aber nur mit den bloßen Augen beobachtet. Dem Feldstecher habe ich damals keine Chance gegeben.
Im weiteren Verlauf meiner Kindheit habe ich dann selber auch mal mit dem Optiker gesprochen. Immerhin konnte er mich davon überzeugen, dass die billigen Versandhausteleskope ihr Geld nicht Wert sein.
Das latente Interesse an der Astronomie blieb zwar, aber immer wenn ich Geld zur Verfügung hatte, gab es doch etwas wichtigeres, als ein Teleskop. Vom Konfirmationsgeld ein Homecomputer, dann eine Stereoanlage, ferngesteuerte Autos und Flugzeuge. Und immer wieder neue Computer.
Als dann 20 Jahre später das Karton-Newton von Astromedia raus kam, dachte ich mir, für 20 Euro habe ich dann wenigstens ein Funktionsmodell eines Newton-Spiegelteleskops.
Damit habe ich dann tatsächlich zum ersten Mal die Jupiter-Monde und die Saturn-Ringe gesehen (OK, es war nur ein Ring). Das war schon faszinierend. Auch den Venustransit konnte ich damit beobachten.
Damit war das bis dahin latente Interesse an der Astronomie dann endgültig geweckt. Kurz darauf habe ich dann auch eingesehen, dass man mit einem Fernglas auch astronomische Beobachtungen machen kann. Und es folgten dann ein paar "ernsthafte" Teleskope, u.A. auch ein 12" f/5 teleskopierbarer Dobson von Skywatcher, der bis heute mein visuelles Haupt-Teleskop ist. (Aber nur um davon ein Foto zu machen, schleppe ich den nicht aus dem Keller. Das lohnt sich nur für gute Nächte.)
CS, Lutz