C8-EHD Gurke?

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Walter41

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Hallo Forum,

hier mal ein Vergleich gestern Abend:
Mondsichel aufgenommen mit dem C8EHD und gleich danach mit dem TS101/f11 SDP.
Damit ich den Mond auf den Chip der Olympus OM-1 bringen konnte, musste ich beim C8 einen Reducer einsetzen: Den Celestron 0,7x EHD 800 Reducer. Damit ergibt sich eine ähnliche Abbildungsgröße.
Habe lange am C8 herumprobiert um die optimale Schärfe zu erzielen.Besser als auf dem Foto anbei ist es nicht geworden. Temperaturmäßig müsste es auch gepasst haben, die Teleskope waren beide ein paar Stunden "an der frischen Luft". So wie das ausschaut, dürfte es sich wohl beim C8 um eine Gurke handeln oder es ist irgendwas degustiert... oder was meint ihr?
Aufnahme mit dem C8. Unbearbeitetes RAW. ISO 200, 1/160s Belichtung

Mond_EDH800.jpg


Und hier das unbearbeitete RAW mit dem TS APO:
ISO 200 1/50s.

Mond_TS101SDP 1.jpg
 
Hallo,

das erinnert mich an meine ersten Erfahrungen beim Vergleich C11EHD gegen ES127 Apo bei der Mondfotografie.
Ich dachte auch nach den ersten Vergleichsbildern, dass mein C11EHD wohl nicht so toll abschneidet gegen den Apo:(
Ich habe aber mit der Zeit gelernt, dass das C11 eine viel genauere Fokussierung verlangt und deutlich besserer Verhältnisse bezüglich des Seeings bedarf.
Wenn die Bedingungen optimal passen, dann sind die Bilder des C11 überlegen. Für das C11 passen die Bedingungen für hoch aufgelöste Mondfotos vlt. so zwei- bis dreimal im Jahr, für den Apo hingegen sehr viel öfter.
Geduld ist angesagt...

VG
Günter

PS: unbearbeitet RAWs gibt es nicht, ein RAW verlässt den RAW-Konverter immer bearbeitet, nämlich so, wie es das Entwicklungsprofil für deine Kamera vorgibt, sonst könntest du es gar nicht sehen.
 
Es kann auch einfach Pech gewesen sein bei dem Single shot. Wenn man tausend Bilder macht, sind eigentlich immer 10-20% dabei, die deutlich schwächer sind als der Rest. Genauso hat man am oberen Ende der Skala immer 10-20% die besser sind.

Ansonsten es auch an der Auskühlung liegen. Die geschlossenen Systeme brauchen ewig und wenn der Temperatur gradient zu steil ist, erreichen sie nie ihre Performance.

Bei der Auflösung der beiden Bilder hätte ich gesagt, dass das System gar nicht so schlecht sein kann, dass es da schon solche Unterschiede geben kann. Das sollte man erst bei ganz anderen Samplings merken. In dem Format bildet sogar noch das Spielzeugteleskop meines Sohnes scharf ab.
 
Der Unterschied in der Bildschärfe besteht nicht nur fotografisch. Dasselbe ist auch visuell feststellbar. Vor einiger Zeit bei der Jupiterbeobachtung besondres eklatant: am C8 zwar größer abgebildet, allerdings schlechter Kontrast und verwaschen. Am Refraktor schön scharf, mit exakter Struktur. Hab damals auch das „seeing“ dafür verantwortlich gemacht.
Was die Auflösung obiger Bilder angeht: Diese wurden natürlich fürs Forum in jpg konvertiert und verkleinert. Die Originaldateien haben ja um die 12MB und sind somit nicht geeignet hier hochzuladen. Das Einzelbild am C8 stammt aus einer Serie von etwa 200 Bildern, wobei dieses noch das „schärfere“ ist. Temperaturprobleme mit Tubusseing kann ich eigentlich ausschließen auf Grund der langen Verweildauer der Geräte Im Freien. Wenn’s nach 4 Stunden immer noch Temperaturprobleme mit dem C8 geben sollte, ist eh alles zu spät.
 
Der Unterschied in der Bildschärfe besteht nicht nur fotografisch. Dasselbe ist auch visuell feststellbar. Vor einiger Zeit bei der Jupiterbeobachtung besondres eklatant: am C8 zwar größer abgebildet, allerdings schlechter Kontrast und verwaschen. Am Refraktor schön scharf, mit exakter Struktur. Hab damals auch das „seeing“ dafür verantwortlich gemacht.
Was die Auflösung obiger Bilder angeht: Diese wurden natürlich fürs Forum in jpg konvertiert und verkleinert. Die Originaldateien haben ja um die 12MB und sind somit nicht geeignet hier hochzuladen. Das Einzelbild am C8 stammt aus einer Serie von etwa 200 Bildern, wobei dieses noch das „schärfere“ ist. Temperaturprobleme mit Tubusseing kann ich eigentlich ausschließen auf Grund der langen Verweildauer der Geräte Im Freien. Wenn’s nach 4 Stunden immer noch Temperaturprobleme mit dem C8 geben sollte, ist eh alles zu spät.
Hallo,

dazu ein paar Anmerkungen:
1. Wenn du schreibst "am C8 zwar größer abgebildet", dann hast du am C8 eine höhere Vergrößerung angewendet und somit benachteiligt, denn höhere Vergrößerung geht oft mit einem gewissen Kontrastverlust einher.
Ja, der Kontrast in einem SCT ist nicht vergleichbar mit einem Apo, aber letztendlich erkenne ich im größeren SCT trotzdem mehr Details als im kleineren Apo, die Auflösung ist höher.

2. Ein thermisch nicht modifiziertes SCT hinkt immer(!) der Außentemperatur hinterher, das kannst du so lange draußen stehen lassen wie du willst.
Schon allein der immer(!) vorhandene Temperaturgradient zwischen Oberseite und Unterseite des Tubus (Oberseite strahlt gegen den Weltraum ab, Unterseite nimmt Wärmestrahlung vom Boden auf) verursacht ständiges, erhebliches Tubusseeing. Diesen Effekt hast du während der gesamten(!) Beobachtungszeit.
Der bei SCTS verhältnismäßig dicke Spiegel tut mit seiner Wärmekapazität sein sein übriges dazu. Der ist bei einem thermisch nicht modifizierten SCT im Laufe der Nacht fast immer wärmer als der Rest.
Viele Berichte über die unzulängliche optische Leistungsfähigkeit von SCTs resultieren aus mangelnder Auseinandersetzung mit deren thermischen Eigenschaften.
Meine Lösung, die sich im Laufe von jahrzehntelanger Beschäftigung mit SCTs als beste erwiesen hat: Tubusisolierung, es gibt hier zahlreiche Beiträge dazu.

3. Kollimation, Kollimation und nochmals Kollimation!
Ein SCT muss, um von der Auflösung her konkurrenzfähig zum Apo zu sein, perfekt kollimiert sein. Und dazu braucht es die richtige Anleitung, die meisten Anleitungen hören auf halbem Weg auf. Es genügt nicht, dass man nur darauf achtet, dass der Fangspiegelschatten "schön zentrisch" zu den Beugungsringen ist...

4. Serienstreuung
Ja, gerade bei Massen-SCTs gibt es mehr Ausreißer nach unten, da hilft dann gar nichts weiter außer Austausch. Wobei ich bei den EHD-Varianten bis jetzt noch nichts von Ausreißern nach unten mitbekommen habe.

VG
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Walter,
vom Teleskop gedacht sind es immer die drei Hauptverdächtigen "optische Qualität, Justage, Temperaturanpassung" welche am wahrscheinlichsten als Ursache für ein schlechtes Bild in Frage kommen.
Diese muss man quasi in einer Art Ausschlussverfahren durchgehen und abarbeiten können.
Dabei hat sich schon sehr häufig z.B. durch dritte herausgestellt, dass die Justage und die Temperaturanpassung eben doch noch nicht optimal eingestellt waren.

Ein SC als geschlossenes System ohne Lüfter und ohne Isolierung kann nur schwer dem nächtlichen Temperaturgang folgen, von daher liegst du vielleicht mit deiner Annahme zur Temperaturanpassung auch falsch?!
Der Temperaturverlauf folgt einer Glockenförmigen Kurve, von Tageshöchsttemperatur zur nächtlichen Tiefsttemperatur, dem im Idealfall das Teleskop, insbesondere der Hauptspiegel als größte Masse 1:1 folgen kann.
Das funktioniert in der Regel entweder nur mit kleinen Teleskopen, oder durch Technische Hilfsmittel wie Lüfter, Vorkühlung, Isolierung usw.
Auch kann es vorkommen, dass vorher rausstellen kein "Vorkühlen" ist, wenn sich das Teleskop erst noch einmal erwärmt an den Tagestemperaturen.
Da ich kein SC habe, kann ich es nur vermuten, aber dein SC wird Bauartbedingt, Schwierigkeiten haben dieser Glocken- bzw. Temperaturkurve folgen zu können?
Hinzukommt, dass Spiegelteleskope stärker unter der Grenzschicht leiden als Refraktoren.

Wie sah denn der Sterntest zu dieser Zeit aus und wie sieht der Sterntest grundsätzlich aus?
Hast du mal in den frühen Morgenstunden, nach dem das Teleskop die ganze Nacht draußen war einen Sterntests gemacht und wie oft hast du dass schon gemacht?

Wie sehen deine Justage Methoden und die dazu gehörigen Hilfsmittel aus, ist der Fangspiegel wirklich mittig, oder sieht es visuell nur mittig aus?

Ein weiteres Problem ist die Interpretation des Sterntests, z.B. wird sphärische Aberration höherer Ordnung sehr schnell und leicht als Fehler erkannt, jedoch kann man deren Größe nur sehr schwer und als Laie vielleicht gar nicht einschätzen.
Das Teleskop könnte z.B. einen Strehl von 0.93 haben und man sähe vielleicht im Sterntest Zonen und unterschiedliche Intra- und extrafokale Bilder.

Solche Fotos des Mondes sind daher relativ nichtssagend, sie zeigen eben nur das etwas nicht optimal war, dass musst du evtl. ganz anders angehen und wenn du es wirklich wissen willst musst du zu einem Prüfer der dir über eine Wellenfrontanalyse einen Strehl ermitteln kann?
Dabei wird dann auch recht schnell ersichtlich ob das SC dejustiert ist.
Hat der Prüfer dann vielleicht einen hohen Strehl ermittelt, kann es wiederum nur an der Justage und an der Temperaturanpassung liegen ;)
LG
 
Hallo,

was ich noch vergessen habe zu erwähnen, wenn es speziell um die Fotografie mit den EHDs geht:
Die EHDs sind bezügl. des Abstands der Kamera etwas sensibel.
Ich habe mir für mein C11EHD extra einen passenden Adapter besorgt, um auf den optimalen Abstand zu kommen.
Siehe z. B. hier:

EHD back focus

In Summe muss man sich halt klar darüber sein, dass ein (Massen-)SCT "out of the box" niemals seine optimale Leistungsfähigkeit zeigen wird.
Man muss sich mit den Eigenheiten des Designs (vlt. mehr als bei so manch anderen Instrumententypen) aktiv auseinandersetzen, wenn man zu befriedigenden Ergebnissen kommen will.

VG
Günter
 
Zuletzt bearbeitet:
Da ich kein SC habe, kann ich es nur vermuten, aber dein SC wird Bauartbedingt, Schwierigkeiten haben dieser Glocken- bzw. Temperaturkurve folgen zu können?
Hinzukommt, dass Spiegelteleskope stärker unter der Grenzschicht leiden als Refraktoren.
Wenn das 4h draußen und im Schatten war, kann es dieses Niveau an schlechter Abbildung nicht erklären. So sieht das Bild höchstens aus, wenn man das Teleskop aus dem Warmen direkt raus oder von der Sonne in den Schatten stellt. Das sieht sogar in der Forenversion noch unscharf aus. Auch Dejustage müsste da schon so schlimm sein, dass man es auf den ersten Blick an jedem Stern sehen müsste. Der müsste im Fokus ein ordentliches Fähnchen ziehen. Ich finde auch Dejustage sieht anders aus. Das Bild verschwimmt nicht, es wirkt eher so, als ob auf ein Foto zu viel Deconvolution angewendet wurde.

Ich könnte mir höchstens noch vorstellen, dass mit dem C8 der Fokus nicht getroffen wurde. Mit einer DSLR kann das leicht passieren. Oder der Mond stand so niedrig, dass das Seeing extrem schlecht war.

Die EHDs sind bezügl. des Abstands der Kamera etwas sensibel.
Das könnte auch noch eine Möglichkeit sein. Aber auch da würde ich erwarten, dass der Abstand grob daneben sein muss, um so ein schlechtes Bild zu erzeugen. Meine Erfahrung ist auch, dass das Bild in der Mitte noch sehr lange recht ordentlich bleibt.

Die Auflösung von dem Bild schätze ich auf 10km oder mehr. Das ist fast das 10fache, was mit dem Teleskop möglich sein sollte. Das ist auch durch die Forenauflösung nicht zu erklären. Bisschen daneben reicht da nicht. Ich habe noch nie eine Optik gesehen, die so schlecht abbildet. Sowas würde ich nicht mal erwarten, wenn ein falscher Spiegel verbaut wäre.

Hier ist ein Vergleich zu einem Bild, dass ich durch ein 60mm Maksy Spielzeugteleskop gemacht habe. Da war sogar noch das billige Amiciprisma dazwischen und das Teleskop war nicht richtig ausgekühlt. Selbst visuell sah das Bild im Maksy deutlich besser aus als die Aufnahme mit dem C8.
 
Ich habe leider auch keine guten Erfahrungen mit den SC's. Klar, ich kenne auch die manchmal sehr guten Plantenaufnahmen mit SC's hier im Forum. Es gibt also immer wieder Besitzer, die Ihr SC offenbar gut im Griff haben, aber das ist wohl kein Selbstläufer.
Ein SC hat für mich folgende Vorteile:
- Kompakt und damit gut parallaktisch zu montieren.

Ende der Vorteile...

Ein visuell ausgelegter Newton lässt sich viel besser in den Griff bekommen, bei viel geringerer Obstruktion. Und ein Apo ist natürlich auch super, aber oberhalb von 6" wird es schwierig.

Viele Grüße
 
was ich noch vergessen habe zu erwähnen, wenn es speziell um die Fotografie mit den EHDs geht:
Die EHDs sind bezügl. des Abstands der Kamera etwas sensibel.
Ich habe mir für mein C11EHD extra einen passenden Adapter besorgt, um auf den optimalen Abstand zu kommen.
Siehe z. B. hier:

EHD back focus
Das kann ich leider nicht ganz nachvollziehen, denn einer der positiven Punkte für ein EHD ist für mich der etwas flexible Backfokus, wie das ja auch dein Link zeigt. Denn einfach mal so +/- 20 mm bei APS-C, so eine Toleranz kenne ich von keinem anderen Korrektor. Wobei ich selbst eher mal mit +16 mm bei APS-C ausgereizt habe, aber das ohne spürbaren Probleme. Ebenso bei Vollformat mit knapp +5 mm.
 
Hallo Sternfreunde,

ein paar Kommentare zu den, wie ich finde recht brauchbaren Anregungen. Vielen Dank dafür erstmal!


Wenn das 4h draußen und im Schatten war, kann es dieses Niveau an schlechter Abbildung nicht erklären. So sieht das Bild höchstens aus, wenn man das Teleskop aus dem Warmen direkt raus oder von der Sonne in den Schatten stellt. Das sieht sogar in der Forenversion noch unscharf aus. Auch Dejustage müsste da schon so schlimm sein, dass man es auf den ersten Blick an jedem Stern sehen müsste.
Denke nicht, dass die Temperatur vom Teleskop zur Umgebung die Hauptursache für dieses Verhalten ist. War ja letzten Samstang ein "lauer Sommerabend" mit ca. 25°C zum Aufnahmezeipunkt. Das Teleskop war vorsorglich den ganzen Nachmittag auf einem schattigen Plätzchen im Garten mit guter Durchlüftung. Temperaturmäßig sollte somit kein großer Unterschied zur Umgebung vorhanden gewesen sein.
Zudem hat das EHD 8" hinter dem Spielgelträger "Lüftungsöffnungen", 3 Stück an der Zahl. In anbetracht der eigentlich nicht vorhandenen Luftströmung druch diese mit Gaze abgedichteten Öffnungen dürfte deren Funktion wohl eher bescheiden ausfallen.

Der müsste im Fokus ein ordentliches Fähnchen ziehen. Ich finde auch Dejustage sieht anders aus. Das Bild verschwimmt nicht, es wirkt eher so, als ob auf ein Foto zu viel Deconvolution angewendet wurde.

Sterne erscheinen soweit recht rund, Fähnchen, Ausfransungen etc. kann ich soweit keine feststellen. Einen expliziten Sterntest habe ich hingegen nicht gemacht.

Ich könnte mir höchstens noch vorstellen, dass mit dem C8 der Fokus nicht getroffen wurde. Mit einer DSLR kann das leicht passieren. Oder der Mond stand so niedrig, dass das Seeing extrem schlecht war

Der Fokus wurde per Live-View mit der Olympus eingestellt. Hier hat man eine Lupenfunktion am Display zur Verfügung (10x Vergrößerung), in Kombination mit meinem fehlsichtigen Auge (-8 Dioptrieen) ergibt das eine extrem scharfe Abbildung auf einer Distanz von ca. 10cm zwischen Auge (ohne Brille) und Display. Habe sozusagen einen "eingebauten Lupenblick" ;-) der mir hier sehr behilfich ist, nix Alterweitsichtigkeit.
Die Bildschärfe im obigen Mond-Matsch-Foto ist sozusagen "top notch" was ich hier zustande gebracht habe.
Apropo Fokus: Mit dem TS APO ist der Fokusweg für den Bereich unscharf-scharf-unscharf relativ lang, am TV NP101 wesentlich kürzer und am C8 EHD irgendwo dazwischen, d.h. vom Spiegelshifting mal abgesehen.

Das könnte auch noch eine Möglichkeit sein. Aber auch da würde ich erwarten, dass der Abstand grob daneben sein muss, um so ein schlechtes Bild zu erzeugen. Meine Erfahrung ist auch, dass das Bild in der Mitte noch sehr lange recht ordentlich bleibt.

Der Abstand vom Reducer zur Kamera ist natürlich ein Punkt. Hier muss ich nochmal herumprobieren bzw. eine genaue Analyse machen. Demnächst jedenfalls mal ohne Reducer.

Die Auflösung von dem Bild schätze ich auf 10km oder mehr. Das ist fast das 10fache, was mit dem Teleskop möglich sein sollte. Das ist auch durch die Forenauflösung nicht zu erklären. Bisschen daneben reicht da nicht. Ich habe noch nie eine Optik gesehen, die so schlecht abbildet.

Ich auch nicht. Dieses C8 ist von der Abbildung her eindeutig das Schlusslicht. Da bildet sogar der TS 60/330 ED mit 3xBarlow besser ab als das C8 im aktuellen Zustand.

Sowas würde ich nicht mal erwarten, wenn ein falscher Spiegel verbaut wäre.

Das wollen wir nun doch nicht hoffen.

Was die Justage anbelangt: Das Teleskop habe ich vor ein paar Jahren am Gebrauchtmarkt recht günstig (1k€) erworben, angeblich "wenig gebraucht" und ist mangels Zeit und Wetter daher recht lange im Schrank gelegen. Wenn ich astronomisch aktiv war, waren meist die beiden Refraktoren im Einsatz. Eventuell sollte ich mir mal ein paar Gerätschaften zulegen, um die Justage mal genauer anzuschauen. Gibts diesbezüglich Vorschläge?
 
Hallo Walter(41)

Wenn man das Ausmaß der Unschärfe nicht einer einzelnen Ursache zutraut, drängt sich der Gedanke auf dass auch mehrere Fehlerquellen gemeinsam verantwortlich sein könnten.
Ich bin da sehr bei Quanten wenn er vorschlägt, die Möglichkeiten nach der Reihe abzuarbeiten.

Selber hab ich nur ein normales C8 ....

Eine Hülle aus Isomatte und eine Taukappe mit L=1,5facher Durchmesser (ebenfalls aus Isomatte) war leicht hergestellt, und das war schon mal ein Aha-Elebnis.
Die Schärfe hatte ich wie du auch mit LiveView eingestellt... da konnte ich mit einer Batinov Maske eine Steigerung erzielen. Später als ich bei meiner 60DA ein Tablett anschloss (die App müsste ich nachschauen..) hat das grössere Display mir nochmal die Augen geöffnet.

Ähnlich war es mit der Justage: visuell am Stern hatte ich mich nach mehrmaligem Hin und Her zwischen Okular und Schrauben am Fangspiegel zufrieden gegeben.
Mit einer Planetenkamera im OAZ und dem Notebook im Blickfeld, konnte ich da bequem noch mehrere Durchgänge machen und dadurch Justage und Schärfe verbessern...
Das funktioniert auch mit einem künstlichen Stern auf 15 - 20m wenn der Himmel mal nicht klar ist.

Nur so als Anregung gedacht ....

VG Hermann
 
Denke nicht, dass die Temperatur vom Teleskop zur Umgebung die Hauptursache für dieses Verhalten ist.
Hallo Walter,
das ist jetzt nicht böse gemeint, aber denkst du oder weißt du?

Die blubbernde Grenzschicht des Hauptspiegel ist ja relativ leicht im Sterntest zu erkennen.
Mit etwas Übung bekommt man recht schnell einen Blick dafür ob das Teleskop angepasst ist oder nicht.
Wenn du solch fette und helle Luftschlangen im Sterntest siehst wie in dem folgenden Video, ist der Spiegel noch zu warm.
Du siehst hier die blubbernde Grenzschicht auf dem Spiegel und nicht das atmosphärische Seeing.

Schau dir mal dieses Video an, da hat jemand sein SC für die Fotografie gepimpt.
Ab Minute 27:25 spricht er über die Verbesserungen der Temperaturmessung und der Lüfter.
Er misst z.B. einen Gradient von Spiegel zur Außentemperatur von 5-7°C mit einer Anpassungszeit von 6-8h.
Und selbst eine Belüftung hinter dem Spiegel scheint noch Verbesserung zu bringen.
 LG
 
Was mich immer bei den SC`s nervt ist, dass die Probleme mit der Temperaturanpassung seit bald Jahrzehnten bekannt sind. Ein Teleskop, welches nie auskühlt, ist kein Teleskop, sondern eine Fehlkonstruktion. Was macht z.b. Celestron dagegen, nix...
Viele größere Intes Micro Maksutovs hatten dafür von vorneherein Lüfter eingebaut. Die sind bei Celestron nur bei wenigen Modellen eingebaut. Auch ein vom Werk besser isolierendes Tubusmaterial, Fehlanzeige.
 
Zuletzt bearbeitet:
Betreffend der Temperaturanpassung:
Was mich immer bei den SC`s nervt ist, dass die Probleme mit der Temperaturanpassung seit bald Jahrzehnten bekannt sind. Ein Teleskop, welches nie auskühlt, ist kein Teleskop, sondern eine Fehlkonstruktion. Was macht z.b. Celestron dagegen, nix...
Viele größere Intes Micro Maksutovs hatten dafür von vorneherein Lüfter eingebaut. Die sind bei Celestron nur bei wenigen Modellen eingebaut. Auch ein vom Werk besser isolierendes Tubusmaterial, Fehlanzeige.
Das müsste dann ja mit dem TeleVue NP101 ähnlich sein. Der hat auch einen geschlossenen Tubus und hinten und vorne jeweils zwei (relativ dicke) Linsen und auch keine Belüftungsmaßnahmen. Wenn ich jetzt aber die Bildschärfe vergleiche: Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Ungunsten des C8.

Die drei Belüftungsöffnungen, die im C8 hinten eingebaut sind, sind hw. Sinnlos ohne aktive Lüfter. Wohl aus Kostengründen wurde hier am falschen Ende gespart….
 
Ja, gerade auch Tripletts brauchen ebenfalls Auskühlzeit, je größer sie sind.
Mein 6" Triplett Apo braucht auch, je nach TemperaturDifferenz, 1,5 Std. zum auskühlen. Dann aber funktioniert er und ich kann das ganz gut einplanen. Eventuell haben Refraktoren durch Bauweise zusätzlich den Vorteil, dass das Licht nur mal durch den Tubus muss und die Optik außen liegt, somit besser auskühlt. Ich schiebe beim auskühlen die Taukappe ganz zurück und lass den Okularauszug offen.
 
Schau dir mal dieses Video an, da hat jemand sein SC für die Fotografie gepimpt.
Ab Minute 27:25 spricht er über die Verbesserungen der Temperaturmessung und der Lüfter.
Er misst z.B. einen Gradient von Spiegel zur Außentemperatur von 5-7°C mit einer Anpassungszeit von 6-8h.
Und selbst eine Belüftung hinter dem Spiegel scheint noch Verbesserung zu bringen.
 LG
Ich weiß, dass die Temperatur m Tubus nicht das Problem war.
Und betreffend der „pimp“ Maßnahmen: Alles gut und schön, allerdings habe ich keine besondere Motivation das Gerät komplett zu zerlegen und so zu modifizieren. Das ist ja ein erheblicher Aufwand und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein C8 erst so gepimpt werden muss, um einigermaßen vernünftig zu funktionieren. Kleine oder marginale Verbesserungen ja, aber ein Unterschied wie „unbrauchbar“ und „brauchbar“ ist dann ja doch etwas arg. Das darfs ja eigentlich gar nicht geben.
Da gebe ich das Gerät lieber zu einem Spezalisten betreffend Justage/Optische Prüfung. Leider gibts den Alois Ortner nicht mehr…
 
Eventuell haben Refraktoren durch Bauweise zusätzlich den Vorteil, dass das Licht nur mal durch den Tubus muss ...
Nicht nur eventuell, sondern ganz sicher ist das vorteilhaft.
Außerdem ist der Tubusdurchmesser geringer und erzeugt schon allein dadurch weniger Tubusseing.

Zum Umbauaufwand:
Für die Lüftungsöffnungen der EHDs gibt es von Tempest passende "plug and play"-Lüfter, die man leicht ohne Zerlegen des Tubus installieren kann.
Ich habe mir mal solche Lüfter provisorisch nachgebaut und konnte keine Verbesserung feststellen.
Aber vlt. habe ich ja beim Nachbau was falsch gemacht...

VG
Günter
 
>1h Auskühlzeit hat schon mein RC, obwohl es draußen steht und ein Truss ist. 1h brauchen auch der 130mm Apo und der 127mm Mak. Es kann also sehr gut sein, dass die Auskühlzeit für 200mm nicht gereicht hat. Die Kollimation ist ja auch nicht überprüft worden und dazu kommt noch der EHD Reducer, der ja auch eher ein Farbwerfer ist. Ich würde auch erstmal zu nem Sterntest raten, ohne den Reducer, und ggf. hier posten.
 
Eine Isolierung des Tubus wird ja oft erwähnt und ist ohne Zerlegen des SCs durchzuführen.

Hatte zuletzt von Starizona Kühler für verschiedene SCs gesehen, wo der Fangspiegel abgeschraubt wird. Das sind ja schon richtige Gebläse _affeaugen:
 
>1h Auskühlzeit hat schon mein RC, obwohl es draußen steht und ein Truss ist. 1h brauchen auch der 130mm Apo und der 127mm Mak. Es kann also sehr gut sein, dass die Auskühlzeit für 200mm nicht gereicht hat. Die Kollimation ist ja auch nicht überprüft worden und dazu kommt noch der EHD Reducer, der ja auch eher ein Farbwerfer ist. Ich würde auch erstmal zu nem Sterntest raten, ohne den Reducer, und ggf. hier posten.
Das sind die nächsten Schritte. Reducer weg und Sterntest. Werde ich hier posten. Allerdings der Wetterbericht….. das kann jetzt dauern.
 
Im Gegensatz zu den Ergebnissen mit dem EHD8 bin ich mit den Rohbildern aus dem TS-APO soweit ganz zufrieden. Anbei ein Schnappschuss zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Das Bild ist nicht beschnitten, d.h. Originalgröße. Skalierung auf Forengrößeverträglichkeit.
Für ein Einzelbild soweit ganz in Ordnung. Nur das Stacking, da tu ich mir noch schwer. Lynkeos kann mit den RAW-Dateien aus der Oly OM-1 nicht viel anfangen, mit der älteren EM1X hat’s noch funktioniert....
Muss mir eine andere Software suchen für den Mac.

Mond_TS101SDP_Full 1.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Walter,
die Fotos sind in der Tat nicht unbedingt überzeugend.
Wenn möglich zurück geben und einen Maksutov oder Mak-Newton kaufen.
CS Thomas
 
Ich habe immer wieder auch mit SC's geliebäugelt. So ein schönes C 9,25 oder C11. Soviel Öffnung so kompakt untergebracht, und so leicht parallaktisch zu montieren, ein Traum.
Aber von den geschlossenen Varianten bin ich immer enttäuscht gewesen, wenn ich mal die Gelegenheit hatte durch zu schauen, als visueller Beobachter. Für Fotografen gelten da sicher andere Gesetze.
Also habe ich immer mal nach offenen Varianten Ausschau gehalten. Die Takahashi Mewlons z.B. sind wohl richtig gut (und leider teuer), wenn man die Kollimation im Griff hat.
Das Vixen VCL 200 fand ich auch immer interessant, aber große Obstrukion und sehr dicke Fangspiegelarme konnten mich als visueller auch nicht richtig locken.
Ich war begeistert als TS die offenen Cassegrains herausbrachte, z.B. das 8" f12 für einen moderaten Preis. Da hatte ich schon den Bestellknopf mehrfach gestreichelt, aber dann stellte sich heraus, dass die Blenden und die ganze Konstruktion nur eine effektive Öffnung von 180mm statt 203mm haben und damit auch noch die Obstruktion auf deutlichauf knapp 40% wächst... schade... Also bleibe ich im wesentlich bei Apos und Newtons, okay ein Skywatcher Mak 150 liegt hier auch noch, weil ich es nicht sein lassen kann... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

bei mir war es auch mal so, dass ich unbedingt ein SC haben wollte. Mein erstes war dann ein C11. Der Fangspiegel war locker und hatte sich verdreht, damals konnte ich mit sowas nicht umgehen, daher habe ich es wieder verkauft mit einigem Verlust. Das hat mir dann auch ein paar Jahre gereicht.
Als nächstes kam ein 14er ACF. Groß und schwer und genauso untauglich in der Praxis und lieblos zusammen gebaut wie die klassischen SC halt sind. Der Tubus hat beim Schwenken die Kollimation nicht gehalten, das Temperaturverhalten war schlicht nicht zu gebrauchen, das Spiegelschifting groß und die Infos zum idealen Abstand Haupt- zu Fangspiegel nicht vorhanden, dazu der ganze Tubusaufbau nicht rotationssymetrisch.
Den hab ich dann aufwendig umgebaut, neuer Tubus aus Kruppax, 4 gesteuerte Lüfter, doppelte 3 Zoll Schiene, Aursichten der optischen Komponeneten zum Tubus, neu fetten, alles verschraubt statt verklebt, Kontrastverbesserung durch antireflexlack mit Sand, externer OAZ und fixieren des Hauptspiegels...
Hat ewig gedauert, war teuer und hat dann letztlich optisch überzeugen können, aber mit ca. 36kg Gewicht dann auch superschwer. Auch hier wieder einiges an Geld versenkt. Das ACF leistet seinen Dienst bei einem tschechischen Sternenfreund der damit kleine PN auf einer großen Montierung fotografiert.
Danach hatte ich ein Meade SC 10 ein C11 und ein C14, einfach weil sie günstig waren, aber alle hatten so ihre Macken und groß umbauen wollte ich nicht mehr, also mussten sie alle wieder gehen, zumindest aber mit überschaubarem Wertverlust. Ein Vixen VMC und ein ETX90 und 125 hatte ich auch. Alles Kernschrott, insbesondere das VMC: da leistet ein mäßiger 80er ED mehr am Planeten. Ein Bekannter hatte 2 VC200 vermessen, beide mit S Werten zwischen 70 und 80.
Aber ich hatte auch ein sehr gutes BOSMA Mak 6"f15, ein APM 107 war trotzdem besser. Die Skywatcher Maks kenn ich nicht.
Ich hab jedenfalls die Schnauze voll von den Dingern und traue Katadioptern allgemein nicht mehr über den Weg. Ab und zu mal denk ich kurz: ach naja dafür haben die SC viel Öffnung bei kompakten Maßen und dann erinnere ich mich wieder an den Ärger mit den Dingern.

Da braucht sich jetzt kein glücklicher SC Besitzer angegriffen fühlen, mag ja sein dass ich das Problem bin und nicht die Katadiopter.

Zu deinem Problem: jetzt hast du es schon mal, also viel Spaß beim basteln oder du verscherbelst es halt wieder und kaufst einen ordentlichen Newton, der würde deinen Refraktor ja ganz gut ergänzen.

@ Jürgen: Die langsamen klassischen Cassegrain oder Dall Kirkham reizen mich ein bisschen, ehr so in 12 Zoll z.b. GSO aber dazu gibts noch kaum Daten. Der 10er soll ja bis auf ein bisschen wenig Backfokus ganz gut gelungen sein. Vielleicht auch ein Mewlon, aber die sind schwer zu bekommen. Letztens gabs hier ja einen 12 Cassegrain aus den Niederlanden aber das hat nicht geklappt.

cs Alex
 
Vielen Dank für Deinen schonungslosen Bericht Alex!
 
Bei all den Schwächen der SCs wahren oder sind sie für die Hochauflösende Planetenfotografie doch bestens geeignet, was ja durch die vielen Fotos im Netz hinlänglich aufgezeigt wird.
Für den visuellen Einsatz müsste man evtl. über weitreichende Tuningmaßnahmen nachdenken, so wie in dem von mir verlinkten Video oder wie es in dem Bericht von Alex beschrieben wurde?
Fotografisch ist mit dem SC mit Sicherheit mehr heraus zu holen.
Dazu würde ich vielleicht hier im Forum Kontakt mit SC-Besitzern aufnehmen, oder einen extra Thread aufmachen "Mondfotografie mit C-8" EHD"?

Die Fehleranalyse gestaltet sich so recht schwierig, da zu viele Unbekannte.
Ein Schritt wäre nochmal einen Schritt zurück zu machen und alles nochmal akribisch durchgehen, Justage, Auskühlung, Fokussierung... das Teleskop besser kennenlernen.
Das Blöde ist, die Mondsaison neigt sich dem Ende zu und die Zeit Fenster wo der Mond so hoch steht werden immer kürzer, anders herum hätte man evtl. dann die Zeit das System besser an die Temperatur anzupassen und mal mehr Sterntests zu machen?
Ein einfacher und relativ billiger Versuch wäre es dem SC eine Tubusisolierung und eine Taukappe zu spendieren und mal das "Hot-Tube Prinzip" auszuprobieren?
Es gibt viele positive Berichte darüber im Netz.
LG
 
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