20er Dobson

Lifting_Astro

Aktives Mitglied
Liebes Forum,

Natürlich gibt es das beste Teleskop nicht, jedes für seinen zweck. Wenn es um das visuelle Beobachten von DSO geht ist jedoch ein grosser Dobson kaum zu schlagen habe ich immer wieder gehört/gelesen. Kann dieser Aussage hier wer zustimmen oder begründet widersprechen?

Lg
 
Hallo,

ich stimme zu, dass Deep Sky Beobachtung mit großer Öffnung viel Spaß macht!

Bei zwei Aufenthalten in Namibia hatte ich das Vergnügen mit einem 24" und selbst benutze ich seit knapp 25 Jahren einen 14,5" Dobson.

Allerdings ist viel Öffnung alleine m.E. nicht das alleinige Kriterium. Bei einem so großen Teleskop bietet es sich an bzw. ist es erst sinnvoll möglich, mit hohen Vergrößerungen zu arbeiten. Wenn dann die Struktur zittert und wackelt oder beim Nachführen das Teleskop ruckelt statt sich geschmeidig zu bewegen, wäre es nichts für mich. Die Mechanik muss 1a laufen oder ich bevorzuge ein kleineres Teleskop mit einer "vernünftigen" Mechanik.

Weiterhin ist es richtig, dass man unter demselben Himmel mit größerer Öffnung mehr sieht. Es ist aber auch richtig, dass der dunklere Himmel in allen Fällen sticht. Persönlich finde ich dann einen richtig dunklen Himmel mit einem kleinen Teleskop viel spannender als den großen Eimer in der Nähe der Stadt.

So stellt sich die Frage, ob ein großer Dobson die nötige mechanische Qualität aufweist und ob man fähig und willens ist, das Ding auch unter wirklich guten Himmel zu bringen - wenn man nicht das große Glück hat, in einer Gegend mit dunklem Himmel zu wohnen. Auch nicht zu vernachlässigen ist der Transportaufwand. Großer Dobson bedeutet mehr Gewicht. Wenn das Teleskop transportiert werden soll, hat man auf die Schlepperei mit zunehmendem Alter weniger Bock. Andererseits steht der Leichtbau wieder im Konflikt zur Dämpfung und Robustheit, es ist verzwickt.

Mein 14,5"er ist die persönliche Grenze für's Handling, ich wollte kein größeres Teleskop. Es sei denn, ich kann es (wie in Namibia) mieten und brauche es nicht transportieren.

CS Tom
 
Hallo!
Allerdings ist viel Öffnung alleine m.E. nicht das alleinige Kriterium. Bei einem so großen Teleskop bietet es sich an bzw. ist es erst sinnvoll möglich, mit hohen Vergrößerungen zu arbeiten. Wenn dann die Struktur zittert und wackelt oder beim Nachführen das Teleskop ruckelt statt sich geschmeidig zu bewegen, wäre es nichts für mich. Die Mechanik muss 1a laufen oder ich bevorzuge ein kleineres Teleskop mit einer "vernünftigen" Mechanik.
Genau - weil die Frage war, ob ein 20 Zoll Dobson „zu schlagen“ ist: Noch besser als ein 20 Zoll Fernrohr auf einer Rockerbox ist ein 20 Zoll Fernrohr auf einer soliden Montierung mit Nachführung und Goto. Für mich persönlich dann lieber ein Cassegrain als ein Newton, dann muss man sich nicht so verrenken...

Grüße
Maximilian
 
Seeing ist halt auch ein Problem. Mit zunehmender Öffnung und Vergrößerung stört das Seeing mehr und mehr. Zudem braucht ein so großes Teleskop "ewig" bis es ausgekühlt ist und seine optimale Leistung zeigen kann. Mal abgesehen vom Aufwand sowas aufzubauen und zu bedienen.
Klar: Öffnung lässt sich nur durch mehr Öffnung kompensieren. Ich habe schon durch Teleskope bis 56 cm Öffnung geschaut und was man da dann z.B. an Mars, Jupiter und Mond sieht ist nicht zu beschreiben. Und auch viele PNs zeigen visuell bei einer so großen Öffnung schon deutlich Farben.
Daher JA: 20 Zoll sind toll.

Persönlich war es mir aber schon zu umständlich mit einem 10" Dobson raus aufs Feld zu fahren, weshalb ich mittlerweile nur noch fotografisch aus dem heimischen Garten unterwegs bin. Bequemlichkeit hat gesiegt.

Ciao, Udo
 
Hallo Lifting Astro,

ja ich stimme zu, für DS Visuell und auch für schwache Kometenfuzzzis ist ein großer Dobson nicht zu schlagen. Ich erinnere mich noch ans first light als mein selbstgeschliffener 24" vom Verspiegeln zurückkam und ich ihn dann am Abend schnell im Teleskop eingebaut und den Sucher auf die Leier ausrichtet habe. Vega war so hell, dass ich sie auf die Handfläche projizieren konnte! Mit so einer Öffnung ist jederzeit irgendwo am Himmel ein Komet zu sehen und manche M Objekte sehen aus wie SW Fotografien. Ein Genuß!

Wichtig bei der Auswahl ist nicht nur die Größe, auch das Öffnungsverhältnis, die Bauweise, Selbstbau/ Kauf, Transport( Heben, Rollen oder Fix montiert), Leiter ja oder nein, selbst Kleinigkeiten können im Endeffekt wichtig werden z.B. Okularstutzen waagrecht oder schräg nach oben geneigt.

CS Mike
 
Hallo,
hier mal angemerkt, daß in einem Bericht etwas von 50" Dobson steht, jenseits von gut und böse, ohne Leiter. mindestens 3,50 Höhe aussichtslos....

So schön die "großen Lichteimer" auch sein mögen. mein bescheidener 12,5" Dobson tut es auch (mein Finanzminister hatte mich seinerzeit vom "Öffnungswahnfieber" geheilt). Vergrößerungen bis über 1000fach möglich, bringt das die Atmosphäre hier in unseren Breiten ??? (Nds.)

Gruß
Günther
 
Hallo Sternfreunde,

besser als Tom und Udo kann es nicht formulieren. Auch in der Astronomie gilt der Satz: "weniger ist mehr". Ich lebe im Münsterland und habe den berühmten Landhimmel vor der Haustür - keine Nachbarhäuser und keine Laternen - aber auch ein toller Landhimmel hat Grenzen. Das durchschnittliche Seeing beträgt 1,5 Bogensekunden und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 75%. Aus meiner Sicht beobachtet man bei diesen Bedingungen am besten mit einem 5"-Refraktor - ergänzt um einen 8-10"-Spiegel - beide Teleskope nach Möglichkeit in Super-Qualität. Qualität ist wichtiger als Größe.

Gruß Klaus
 
Hallo Sternfreunde,

besser als Tom und Udo kann es nicht formulieren. Auch in der Astronomie gilt der Satz: "weniger ist mehr". Ich lebe im Münsterland und habe den berühmten Landhimmel vor der Haustür - keine Nachbarhäuser und keine Laternen - aber auch ein toller Landhimmel hat Grenzen. Das durchschnittliche Seeing beträgt 1,5 Bogensekunden und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 75%. Aus meiner Sicht beobachtet man bei diesen Bedingungen am besten mit einem 5"-Refraktor - ergänzt um einen 8-10"-Spiegel - beide Teleskope nach Möglichkeit in Super-Qualität. Qualität ist wichtiger als Größe.

Gruß Klaus
Danke für deine meinung. Ich habe zur zeit einen 140mm triplet apo und ein c11hd, also genau das was du für ideal empfohlen hast. Der 20er dob wäre also keine Bereicherung für mich?
 
An guten Tagen wäre das schon ein Plus. Und wenn man 30 Minuten Mars oder Jupiter bei hoher Vergrößerung beobachtet, hat man immer mal ein paar Sekunden zwischendurch wo sich die Öffnung auszahlt. In der restlichen Zeit wabert das Seeing durchs Okular und man sieht nicht wirklich mehr als im 8-Zöller. Nur heller. Aber wenn es dann mal passt... Aber diese Momente sind halt rar. Wenn man die Geduld hat, kann man phantastische Beobachtungen machen. Sehr enge Doppelsterne trennen, Details auf Mond und Planeten sehen von denen man es nie erwartet hätte usw.
Man hat ob der Lichtstärke/Öffnung natürlich auch ein paar Optionen für Filter und das Bild bleibt trotzdem hell genug. Z.B. Pferdekopfnebel mit H-Beta dürfte besonders unter gutem Himmel eine Kleinigkeit sein. Und wie gesagt: Viele Nebel sollten bei der Öffnung zumindest Ansätze von Farbe zeigen. Das sollte auch bei mäßigem Seeing noch zum Tragen kommen. Aber viel mehr Details unter "Alltagsbedingungen" kann man nicht erwarten. Die theoretische Auflösung eines solchen Teleskops liegt bei ca. 1/4". Das Seeing eher bei 1/2-1" - an guten Tagen...

Ciao, Udo
 
Hallo in die Runde,
mir scheint die Diskussion etwas zu sehr auf das Seeing und die theoretische Auflösung begrenzt zu sein.
Ich hatte schon einige Male das Vergnügen an großen Dobsons beobachten zu können.
Auch am großen Dobson von Erhard Hensgen, der über 1m Öffnung hat. Das ist schon beeindruckend…mit Gerd Huissel hatte ich mal bei einem HTT 2-3 Stunden am 32“er beobachten können, ohne dass ein anderer durchsehen wollte. ( der Riesendobdon von Erhard stand daneben…) M33 wie auf einem Foto, aber eben live. Planetarische Nebel ein Traum…
Wie da jeweils das Seeing war, weiß ich nicht mehr, aber darum gehts halt auch nicht.
Die Frsge war, ob sich eine große Öffnung für Deepsky lohnt.
Und ja das lohnt. Paradebeispiel Cirrusnebel. Da sieht man mit jedem Zoll Öffnung mehr.
Grüße Rainer
 
Danke schon mal für die Antworten. Als Zusatz muss ich sagen dass ich unter Bortle 2 in den österreichischen Alpen lebe und das Ding nicht transportieren müsste
Hallo,

ich mache es mal kurz, wenn Du wirklich so gute Bedingungen hast lohnt so ein großer Dobson!

Hier in den meisten Regionen Deutschlands macht es oft nicht wirklich Sinn, dann lieber ein kleineres Teleskop mit sehr guter Optik.

Andreas
 
Hallo Sternfreunde,

besser als Tom und Udo kann es nicht formulieren. Auch in der Astronomie gilt der Satz: "weniger ist mehr". Ich lebe im Münsterland und habe den berühmten Landhimmel vor der Haustür - keine Nachbarhäuser und keine Laternen - aber auch ein toller Landhimmel hat Grenzen. Das durchschnittliche Seeing beträgt 1,5 Bogensekunden und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 75%. Aus meiner Sicht beobachtet man bei diesen Bedingungen am besten mit einem 5"-Refraktor - ergänzt um einen 8-10"-Spiegel - beide Teleskope nach Möglichkeit in Super-Qualität. Qualität ist wichtiger als Größe.

Gruß Klaus
Hallo Klaus,
Das sehe ich total anders.
Mehr ist mehr, gerade in der Astronomie, Öffnung kann durch nichts ersetzt werden, höchstens durch noch mehr Öffnung.
Egal bei welcher Grenzgröße, immer zeigte mir der 24" lichtschwächere Objekte, als die 18er, und diese mehr als der 12" und dieser mehr als der 8" und dieser mehr als der 3", immer.
CS Mike
 
Hallo an alle!
Da muss ich Mike zustimmen.

Auch ich hab vom 70mm Refraktor über den 130mm Apo über den 8" Dobson bis zum 16" Dobson Teleskope.
Und auch mir zeigt praktisch immer mehr Öffnung auch das bessere Bild.
Das gilt sowohl für Mond und Planeten, aber vor allem bei Deep Sky Objekten.

Bei schlechtem Seeing ist der Unterschied geringer, bei gutem Seeing ist der Unterschied gravierend.
Aber in jedem Fall ist mehr Öffnung (bei mir) immer besser.

Was ich aber nie machen würde, ist mit (Tritt)leiter zu beobachten. Ich habe viel zu oft erlebt (im Verein, auf Teleskoptreffen, usw.) dass Leute dabei nächtlich herunter fallen und sich teils schwer verletzten.

Daher habe ich mich für einen Spacewalk-Dobson entschieden.
Mein 16" Spacewalk (f4,2) hat den Einblick in maximal 158cm Höhe und damit stehe ich beim Beobachten bequem am Boden.
Und zum Vergleich (Infos von der Spacewalk Telescopes Seite): Der 20" Dobson (f/3,2) hat den Einblick bei 150cm und selbst der 25" Dobson (auch f 3,2) bei 180cm.

Wie ihr merkt, wäre für mich das Stehen am Boden ein sehr wichtiger Aspekt beim Kauf eines größeren Dobson-Teleskops, aber ich würde immer wieder einen großen Dobson kaufen und finde den Anblick von Deep Sky Objekten (und Planeten bei gutem Seeing) einmalig.

Grüße, Mario
 
Hallo,
Mario, ich stimme dir vollkommen zu. So ging es mir bei den Überlegungen, nach dem Bino 25x100 den "Gesichtskreis" zu erweitern, Reichweite erhöhen, für die V. St.
Da stieß ich auf die Starfinder Meade Dobson, Gewicht 25 kg... , 12,5" Öffnung.
Reichweitengewinn durchweg + 3mag. Das war schon eine Ansage. Ich sah V. St., wovon ich vorher nur geträumt hatte. Jetzt ist er mir allerdings zu schwer und ich begnüge mich mit einem C 8 (Geschenk von einem Sternfreund, der aufgrund seines Alters nicht mehr beobachtet). Gerät hat eine orangene Farbe. Habe ihn etwas "getunt": Sucher auf aufrechtstehend, seitenrichtiger Einblick genommen (6x30), ihm eine Shapleylinse gegönnt, war nicht ganz billig. Erfreue mich an der Leistung "dieser alten Optik"...

Gruß
Günther
 
Ciao,

Habe seit 2006 einen 20" f/4, toll ! Ich kam vom C11. Insbesondere Galaxien sind ne andere Nummer - bei gutem Himmel, 21.4+ mpsas...

Insbesondere wenn Du dunklen Himmel in Reichweite hast ist der Sprung von C11 nach 20" sehr zu empfehlen. Ich habe das 2007 so gemacht, siehe hier meine Berichte: eyes4skies - report
(Vor 2023 bitte immer mit Browser back zurück in die neue Webseiten v2 Version !)

Trittleiter 3stufig, 60cm hoch, keinerlei Probleme. Trittleiter zwischen die Beine klemmen. Hochsteigen, rechts, dann links, dann rechts, dann links. Zurück umgekehrt. Strikt befolgen. Fertig.

Gewicht und Logistik natürlich schon schwergewichtig, lies hier:

Gute /Beste Okulare brauchst Du auch, bei f/4 (und/oder mit Komakorrektor). Ich habe Nagler, Explore Scientific 82° (insbesondere das 30mm !) sind aber auch erstaunlich gut und vergleichsweise günstig. Auch gute Linienfilter natürlich !

Farben sehe ich persönlich nicht.

Mars, Jupiter ? Sorry, aber Ich schaue DSOs an ! - hauptsächlich Galaxien, aber auch Cirrus ist hardcore im 20er. Details in M33, Einzelsterne in M31, Kugelsternhaufen von M31... Bei gutem Himmel vieles kontrastarmes Zeug möglich damit... Seeing ist für viele (nicht alle) DSOs völlig irrelevant. Dunkler Himmel und gute Transparenz ist allentscheidend.

Deutlich über 20" wird's langsam logistisch ein Alptraum...

Man beobachtet seltener, aber wenn schon, dann länger. Ich habe ca 12 passable Nächte pro Jahr muss allerdings zu 50% erst 1.5h fahren unter guten Himmel. Bei weiteren 50% hab ich 21.5 mpsas Himmel direkt vor meiner Haustür, das macht dann schon Spass (aber eben nur wenn ich dort vor Ort bin, vor allem zu Neumondphasen).

Wegen Limit =17mag muss (= tut man besser daran) man eigentlich Sternkartenprogramme (auch am Teleskop) benutzen, für meinen Geschmack. Empfehlung: eyes4skies - guide

Beachte: Leichtbau = empfindlicher auf Gleichgewichtsprobleme (schwere Okulare ).

Für diexAuffindung mindestensxTelrad und UWW Okulare. Eventuell ein Bigfinder wie bei mir (s.o. Links). Alternative: Starsense adaptieren.

Gruss,
Peter
 
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Liebes Forum,

Natürlich gibt es das beste Teleskop nicht, jedes für seinen zweck. Wenn es um das visuelle Beobachten von DSO geht ist jedoch ein grosser Dobson kaum zu schlagen habe ich immer wieder gehört/gelesen. Kann dieser Aussage hier wer zustimmen oder begründet widersprechen?

Lg
Hallo zusammen,

ich möchte zu obigen Darstellungen ergänzen: …Das kommt darauf an…
DS ist ein sehr weites Feld von unterschiedlichsten Objekten mit ganz unterschiedlicher Ausdehnung am Himmel.

Ein großer Dob ist für manche sehr interessante DS-Objekte mit großer Ausdehnung nicht unbedingt die beste Wahl. Hierfür kann ein exzellentes, viel kleineres (Refraktor) Bino mehr Spaß machen, zumal man damit zum einen beidäugig entspannt beobachtet und zum anderen das gesamte Objekt in seiner ganzen Pracht und Schönheit überblicken kann. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Ein großer Dob ist für manche sehr interessante DS-Objekte mit großer Ausdehnung nicht unbedingt die beste Wahl. Hierfür kann ein exzellentes, viel kleineres (Refraktor) Bino mehr Spaß machen, zumal man damit zum einen beidäugig entspannt beobachtet und zum anderen das gesamte Objekt in seiner ganzen Pracht und Schönheit überblicken kann.
Du hast recht, ein solcher großer Dobson wäre nie mein einziges Teleskop. Eine Ergänzung durch ein kleineres Teleskop macht hier sicher immer Sinn.

Wobei ich da wieder ergänzen würde, dass ich mit meinem f/4,2 16" Dobson fast nur mit Binoansatz (Denkmeier Binotron) beobachte und dass ich mit dem 31 TeleVue Nagler Okular und Antares 0,7x Reducer + TeleVue Parracorr II doch auch auf ein Sichtfeld von 1,9° komme, was auch für viele großflächige Objekte ausreicht. Die AP ist dabei aber natürlich so groß (etwa 10mm), dass man ordentlich Licht verschenkt. Dennoch mach ich das oft und mit überraschend gutem Bild, wenn ich im Dobson großflächige Nebel beobachte.

Mario
 
Öffnung zeigt immer mehr, auch unter weniger guten Bedingungen.
Mit meinem 16" sehen Kugelsternhaufen, PNs sowie viele Messier Objekte, aus der Ortschaft besser und aufgelöster aus, als mit 8-10" unter dunklem Himmel.

Von daher ist es immer eine Überlegung Wert, wie man schnell und einfach eine möglichst große Öffnung an den Start bekommt.
Zum Beispiel durch Rollbrett, Schubkarrengriffen, Einhausung oder Schutzbau, Lüfter usw.
Das bringt dir evtl. unterm Strich mehr Beobachtungen und Freude als eine kleine Öffnung welche vielleicht nur alle paar Monate einen dunklen Himmel sieht.
Wobei sich beides, also große Öffnung und dunkler Himmel ja nicht ausschließen müssen ;)

Viele negative Erfahrungen werden mit Mängel behafteten Lichteimern gemacht, oder beruhen auf falschen Schlussfolgerungen.
Oft sind solche Lichteimer zu schwer, zu wackelig und mit zu langer Brennweite ausgestattet.
Das hohe Gewicht hindert am Aufbau und verlängert die Auskühlzeit.
Die Wackelgestelle machen eine exakte Justage quasi unmöglich.
Und die lange Brennweite macht die Sache sperrig und unhandlich.
Unterm Strich bleiben solche Teleskope in der Garage stehen und verstauben, oder zeigen dann strukturlose Lichtklekse welche entfernt an PNs oder Galaxien erinnern sollen.

Große Teleskope kosten daher ordentlich Geld wenn man auf Qualität setzt und die Sache transportabel sein soll.
Wie sowas für einen 20" aussehen kann sieht man z.B. bei Nauris, alles nach Kundenwunsch.
11kg Hauptspiegel, f/3,5, alles in Karbon, Grenzschichtabsaugung, hoher Strehl usw.
Das wäre die High End Lösung, geht natürlich auch günstiger, doch dann fangen wieder die Kompromisse an...
LG
 
Da hier als starkes Argument gegen grosse (und damit immer sehr langbrennweitige) Dobsons die Notwendigkeit von Widefield Beobachtung angeführt wird, kann ich meine persönlichen Schlussfolgerungen daraus hier vielleicht nochmal ausbuchstabieren:

Wenn man es klug anstellt hat man damit max. 3.8° Feld im BigFinder bei 6.2mm AP, und das parallel zum Dobson montiert, gleicher Einblick, gleiche Feldorientierung, gleiche Okulare - und das an einem 6" f4.5 Teleskop mit entsprechender Grenzgrösse (13.5mag) und also Objektsichtbarkeit ! Das heisst: beide Hälften des Cirrus in einem Feld ! ;) Und VOR ALLEM auch: sehr effizientes Star Hopping.

Dieser Setup erfüllt alle meine Wünsche und Notwendigkeiten seit vielen Jahren.

Gruss, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich habe immer das Gefühl, dass die die grosse Dobson nicht empfehlen, halt keinen haben und daher reden sie sich ihre kleineren Öffnungen schön. ;)

Es ist auch oft so, dass jemand der einen grossen Dobson hat, auch kleinere Teleskope hat und daher sehr wohl vergleichen kann (ich auch ;) ).
Und da hört man mM eigentlich immer das gleiche, visuell lohnt es sich.

Aber:
Mein 20 Zöller ist wahrscheinlich deutlich ? unhandlicher als ein 18 Zöller. Ich bereue den Kauf nicht, aber wahrscheinlich würde ich inzwischen eher zum günstigeren 18 oder sogar 16 Zöller tendieren.

Eins ist auch klar: Leichtbau ist ein Muss!!
Das schwerste Teil (Spiegelbox) bei meinem Taurus wiegt, glaube ich, so 25kg. Schwerer sollte es mM nicht sein.
Der Rest ist alles leichter und problemlos. Die Spiegelbox hat die üblichen Schubkarrenräder, super praktisch.

Gruß
Peter
 
Ich kann nur allen raten, die ernsthaft oder auch nur verträumt daran denken, sich einen großen Dobson zu kaufen oder zu bauen, sich die Dobsonbibel von Kriege/ Berry zu kaufen!
Warum? Weil diese sehr, sehr ausführlich auf die Frage eingeht, welche Größe wieviel bringt und zwar an Hand sehr eingängiger praktischer Beschreibungen. Diese Seiten im Buch sind nicht nur Kult , sondern auch brandgefährlich, sie können zum unheilbaren Öffnungsfieber führen.
Weiters beschreibt das Buch sehr gut, daß ganze Drumherum der Handhabung und Umgang mit den Geräten. Es gibt sogar Ratschläge auch für die Ehefrau mindestens soviel zu investieren wie das Fernrohr kostet, damit der Haussegen nicht schief hängt. Ein wunderbares Buch nicht nur für Bastler und Schleifer sondern für alle Anwender großer Dobsons.
CS Mike
 
Klare Leseempfehlung auch von mir für das Buch von Dave Kriege !!!

Ich denke ganz einfach: WENN man begeistert ist, visuell zu beobachten, und WENN man ( wie hier) guten Himmel vor der Tür hat, dann sollte man sich eine 20"- class Kiste (16...24") gönnen/leisten. Man ist dann relativ sicher, dass man 'nichts verpasst'. Viel mehr kann man einfach nicht (so leicht) tun ! Siehe hier erläutert:
Und vom C11 kommend wäre ein Faktor 2x Jump im linearen Durchmesser anzuraten, also 20"+ (und eben nicht 14" oder sowas).

Klar: die Preise heutzutage würden mich schlucken lasen. Ich habe meinen Dob eigentlich recht günstig / gebraucht erstanden und er hat mich (nach einigen eigenen Tuning-Massnahmen, insbesondere mit dem Bigfinder parallel montiert) nie geärgert, ich hab es nie bereut, super Teleskop. Ich habe viele tolle Beobachtungen damit machen können, sehr begeisternd ! Die heutigen Preise sind allerdings etwas davongelaufen, oder: zum Davonlaufen.

Die gute Seite: sehr gute Okulare sind erschwinglicher heute (Explore scientific 82°). Die Spitzenokulare (TV Ethos) jedoch ebenfalls völlig preislich überdreht.

Ich würde es - abgesehen vom Pricing - auf jeden Fall wieder tun. Rein vom Erlebnis her.

Man sollte allerdings auch sagen: wenn man sich mit Knowhow und ausgefeilten Beobachtungs-Projekten ordentlich Mühe gibt, kann man natürlich auch mit deutlich kleineren Scopes super Sachen sehen. Bei mir waren das in den beiden zurückliegenden Jahren u.a.: Hyaden Tidal Tails (Feldstecher) und Virgo Cluster (ginge auch gut mit 10" unter gutem Himmel). Man kann also auch durch 'brain work' einiges 'kompensieren'...


Aber um Dave Kriege zu zitieren, dennoch: 20" - this is the life ! ;-)

Gruss, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ich wiederhole mich, "gg", bin auch für große Dobson (V.St....) jeder Zugewinn an Öffnung bringt einen Reichweitengewinn. Habe hier V.-Karten, spez. U-Gem.Sterne, die gehen bis 18,5mag. So richtig was für "1-Meter Lichteimer". Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, mal mit so einer Optik V.St. beobachten zu dürfen (Melle will für seinen 44" 80 Euronen für eine Std. haben, Reichweite bis 18.5mag, tel. von einem der Mitarbeiter erfahren), auch schon einmal irgendwo hier geschrieben....)
Gern denke ich an die Anfänge der V.St.-Beob. zurück: 1969 mit einem 7x50 Bino/Stativ angefangen, usw. Aktuell -habe ihn seit 1995- immer noch im prakt. Einsatz ein 25x100 Bino, nebst einem C 8.
Leiterakrobatik wäre nicht so mein Ding, Beschreibung mit Beob. an einem 50" Dobson...von St. Oldendorf ??

Gruß Günther
 
Jetzt wär's natürlich auch mal interessant, die Schlussfolgerungen, Gedanken, Markt-Research und Abwägungen des Thread Autors zu hören... ;-)
Lg
 
Jetzt wär's natürlich auch mal interessant, die Schlussfolgerungen, Gedanken, Markt-Research und Abwägungen des Thread Autors zu hören... ;-)
Lg
Also ich fühle mich sehr bestätigt dass ein grosser dobson mein Equipment hervorragend ergänzen würde. Liebäugle derzeit mit dem stargate 500p von skywatcher, insbesondere da dieser mit dem asiair zusammen das platesolving übernehmen könnte und ich mir die lästige suche von Objekten sparen könnte. Ein neukauf des guten dings wird finanziell schwierig, sollte jedoch hier mal was in die Richtung angeboten werden werde ich meine Ohren spitzen :)))

Danke an alle für die Beteiligung an der Diskussion

Liebe grüsse aus den österreichischen Alpen
 
insbesondere da dieser mit dem asiair zusammen das platesolving übernehmen könnte und ich mir die lästige suche von Objekten sparen könnte. Ein neukauf des guten dings wird finanziell schwierig, sollte jedoch hier mal was in die Richtung angeboten werden werde ich meine Ohren spitzen :)))

Hast du schonmal von star sense explorer gehört.
Damit kannst du Plate solving mit nem Smartphone machen, viel schneller, als die anderen Methoden und funktioniert sogar bei leichter bewölkung und in Dämerung und das sogar hei 200fach vergrößerung.

Problem, nicht jedes Smartphone klappt damit auch wenn die es behaupten apple funktuniert mit meinem iphone 12 zbsp liegt wohl daran das die am betriebssystem nichts ändern, ein Google pixel 6a ging nicht.

Wie funktunierts. Man kauft eines der star sense explorer Teleskope, das günstigste kostet etwa 200€ baut die Halterung mit Spiegel aufs eigene Teleskop, installiert die app gibt den code (kann man 5x benutzen). Los gehts, stellst das Bild auf dem smartphone nach dem Bild im Okular (heller stern ein) fertig erst platesolving dauert nur wenige sekunden ab dan korrekturen noch kürzer. Hab das auf dem TTS und ITV genau kennengelernt haben viele an ihren großen Dobson 20" 24" sowas. Hab es jetzt auch.

Ich kauf noch ne eq Plattform hab da bei astrohingy schon angefragt, dan ist es perfekt

Mein 16"
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Clear skies
Felix
 
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