Nochmals Evoguide 50, Tubus kürzen

Bastler4

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Hallo Gemeinde,
ich möchte gerne den Evoguide 50 so umbauen, dass zwischen OAZ und Flatener eine Filterschublade fest eingebaut wird. Dazu muss ich den Tubus um etwa 18mm kürzen.

Leider habe ich bisher keinen Erfolg damit, den OAZ vom Tubus zu trennen. Die Teile sind zwar verschraubt, aber auch mit Schraubensicherung versehen. Mit Chemie bin ich bisher nicht erfolgreich gewesen. Hat noch jemand eine Idee, bevorzugt jemand, der das schon mal gemacht hat.

Gegen Erwärmen auf 150°C spricht die Tatsache, dass man das Ganze irgendwie im heissen Zustand greifen muss.

Bin für jeden Tipp dankbar.

Gruss Bernhard.
 
Hallo Bernard,

nicht direkt die Lösung deiner Fragestellung, aber für eine Filterschublade zw. Flattner und Kamera ist keine Option?

Grüße,
Alexander
 
Hallo Alexander,
definitiv nicht. Der Flattener ist so gebaut, dass er genau das richtige Auflagemass für die gängigen Kameras mit APS-C Sensoren.

Alternative wäre da nur der Starizona-Flatener. Aber der ist schwer zu bekommen und kostet in D fast das Doppelte vom US-Preis. Das bin ich nicht bereit, den hiesigen Händlern in den Hals zu schmeissen. In meiner zweiten Heimat Taiwan gibt es diesen leider nicht.
 
Gruß Bernhard

Eventuell habe ich ein Montagsmodell erwischt. Geht recht einfach abzuschrauben.

Gruß Heiko
 

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Also das habe ich nicht erwartet. Kann sein, dass der Vorbesitzer an dem "so gut wie neuen" Teleskop bereits herumgebastelt hat?
 
Die Möglichkeit besteht immer des verbasteln.
Hätte Skywatcher auch besser lösen können. Fester Sitz ist was anderes.
Ich persönlich würde den Fokussierer tauschen gegen einen genaueren.
Also meiner nervt mich schon beim scharfstellen.
Ich würde den Tubus auf Länge kürzen. Problem Gewinde. Keine Ahnung wie machen.
Passenden Fokussierer dann eben einkleben.
Natürlich Wechsel ausgeschlossen.

Heiko
 
Mit wirklich griffigen Handschuhen oder auf ähnliche Art müsste doch was gehen, eventuell mit 2 Mann. Ich muss eh noch paar Sachen bei Starizona bestellen, man könnte auch paar Flattener für das Evoguide mitbestellen.
 
Der Hinweis von Heiko hat geholfen. Die einzige Vermutung war jetzt noch, dass da jemand UHU-Plus hineningeschmiert hat. Also Tubus mit OAZ mutig auf 150°C in Backofen erwärmt, dann ging es ziemlich leicht, aber mit knirschen und hakeln.

Geklebt war da nichts, aber hoffnungslos gefressen. Gewinde total vermurkst.

Ein Aufruf an alle Doppellinkshänder: Lasst doch bitte eure Finger von solchen Produkten. Es wird nichts.
 
@ Heiko zu Deinem zweiten Post:
Genau so habe ich das vor. Tubus um 20mm kürzen und den OAZ einkleben. Ein anderer Fokusierer? Da fällt mir gerade kein passender ein. Der bräuchte ja nur 1,25".

Die bekannten Helicoid-Fokusierer sind ja alle noch übler und wackeln wie Lämmerschwänze. Ggf. könnte man ein altes manuelles 135/2,8 schlachten, Beroflex hatte da sehr gute Mechanik verbaut. Bleibt aber wohl ein Traum, da ich keine Drehbank mehr zur Verfügung habe.

Gruss
Bernhard
 
Gruß Bernhard.
Nochmal zu deinen Projekt.
Entweder den TS Heli 1 mit T2 Anschluss. Adapter wird benötigt von M52? auf T2 Gewinde.
Oder aber TS Heli M54 wieder mit Adapter auf M52? M54 Heli wäre vielleicht interessanter für größeren Sensor.
Natürlich muss dann der Tubus mehr gekürzt werden. Könnte putzig aussehen wenn dann nur noch "Skywa" dort steht.
Und dann die große Preisfrage. Ist es der Umbau wert. Hast aber dann bestimmt ein Unikat.
So, viel Glück.

Heiko
 
Hallo Heiko,
die habe ich natürlich auch gesehen. Ich glaube aber einfach nicht, dass die besser sind als das, was da jetzt dran hängt. Auf den Homepages der Astrohändler wird ja alles in den Himmel gehoben, der Kunde soll sehen, ob die Qualität ausreicht.

Zitat Evoguide: "Feinfühliger und genauer 1,25"-Helikal-Fokussierer "
Zitat Heli2: "Hochgenaue Scharfstellung für Teleskope mit relativ grober Fokuseinstellung"

Was ist "Hochgenau"?. Beruflich diskutiere ich über Toleranzen im einstelligen µm-Bereich, bei dem Zeug wird man eher bei 0,1mm landen.

Vielleicht bestelle ich mal einen und schicke ihn ggf. wieder zurück.

Gruss
Bernhard
 
@ Heiko zu Deinem zweiten Post:
Genau so habe ich das vor. Tubus um 20mm kürzen und den OAZ einkleben. Ein anderer Fokusierer? Da fällt mir gerade kein passender ein. Der bräuchte ja nur 1,25".

Die bekannten Helicoid-Fokusierer sind ja alle noch übler und wackeln wie Lämmerschwänze. Ggf. könnte man ein altes manuelles 135/2,8 schlachten, Beroflex hatte da sehr gute Mechanik verbaut. Bleibt aber wohl ein Traum, da ich keine Drehbank mehr zur Verfügung habe.

Gruss
Bernhard
Hallo Bernhard, aus eigener Erfahrung kann ich Dir berichten, dass auch eine Fokusschnecke eines manuellen Fotoobjektivs wackelt. Hier kommt es einfach sehr auf den Zustand der Fokussierschnecke sowie auf den Zustand und die Sorte des verwendeten Fettes an. Ein Schneckenzug (meist mehrgängiges Gewinde) ohne Fett hat immer Spiel...das Spiel wird idR mit recht zähem Fett ausgeglichen, so entsteht das 'satte' und 'präzise' Feeling. Das Wackeln der Teile zueinander wird jedoch nicht verhindert, sondern nur gedämpft. Je nach Last zieht diese den Schneckenzug früher oder später nach unten, es entsteht eine Verkippung.
Ich habe ein 135er Beroflex ausgeschlachtet (entkernt) und für ein Selbstbau-Fernrohr mit 250mm BW verwendet. Visuell ok, fotografisch hätte ich meine Bedenken, es verkippt eben doch. Auch für einen Aldi-Torpedo (BOB Newton mit 700mm BW) habe ich ein 50mm Objektiv (Fuji) geschlachtet und als Fokussierer mit wenig mechanischer Bauhöhe verwendet. Vorteil hier ist, dass nichts in das Hauptrohr hineinragt. Nachteil ist der geringe Fokussierweg, es werden also bei Okularen mit deutlich unterschiedlicher Fokuslage schnell Verlängerungstuben nötig. Auch diese Schnecke hat (gedämpftes) Spiel.
Ich denke, ein variabler T2-Ring ist die beste Lösung, weil sich die Fokus-Position arretieren lässt. Natürlich ist die Verstellung nicht so schnell erledigt, aber vielleicht reicht ja die einmalige Einstellung.
Baader VariLock 29
Baader VariLock 46
TS-Optics massive variable M48 Verlängerung

Viele Grüße Kay
 
Hallo Kay,
also ich besitze so etwa70 Fotoobjektive, Altglas und neue, von 6mm Brennweite bis zu Sigmonster 300-800, einige adaptierte Mikroskopobjektive eingerechnet. Nun muss ich dazu sagen, dass ich bei der Qualität der Schneckengänge von Objektiven aus den 1970er-Jahren spreche. Es ist wie bei allem, durch Preisdruck leidet die mechanische Qualität.
Natürlich müssen die Gewindegänge so viel Spiel habe, dass noch Fett dazwischen passt, mehr aber auch nicht. Das erste Beroflex 135 f2,8, welches etwa um 1972 auf den Markt kam, gehört in diese Kategorie. Natürlich auch die Nikkore (AI), Minoltas, Zeiss und Leitz (die beiden würde ich aber nicht wegen eines Schneckengangs schlachten).

Ich habe jetzt einen Ansatz mit dem originalen OAZ gefunden. Realisierung aber erst, wenn ich die anderen mechanischen Probleme erledigt habe.
 
Hallo Kay,
also ich besitze so etwa70 Fotoobjektive, Altglas und neue, von 6mm Brennweite bis zu Sigmonster 300-800, einige adaptierte Mikroskopobjektive eingerechnet. Nun muss ich dazu sagen, dass ich bei der Qualität der Schneckengänge von Objektiven aus den 1970er-Jahren spreche. Es ist wie bei allem, durch Preisdruck leidet die mechanische Qualität.
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Hallo Bernhard, na da haben wir doch in etwa den gleichen Erfahrungsschatz angesammelt. Ich habe Dir meine Erfahrung mit ebenso einem Beroflex 135mm Objektiv geschildert und ich war ehr enttäuscht. Meine Version hatte einen mehrgängigen Schneckenzug mit beiden Gleitpartnern aus Aluminium.
Selbst die Schneckenzüge von Rodenstock / Linos (modular focus mount) (ganz unten auf der Seite) für Vergrößerungsobjektive und die Schneider Unifoc-Züge sind rein aus Aluminium gefertigt, von der Präzision aber schon ein großes Stück oberhalb der Schneckenzüge der meisten KB-Objektive und erst recht oberhalb der chinesischen Schneckenzüge, die es auf einschlägigen Plattformen zu günstigen Preisen gibt. Aber die Preise bewegen sich dann schon bei ca. 250,-€ (gebraucht).

Ich kenne aus eigener Erfahrung auch noch andere Schneckenzüge, z.B. die der Rollei Mittelformatobjektive (manuelle Fokussierung) der 6000er Serie, diese sind nach meinem Kenntnisstand ausnahmslos aus Messing gefertigt und haben eine noch präzisere Anmutung. Die Gewindeprofile z.B. sind deutlich feiner als bei den ehr groben Profilen der KB-Objektive. Ich hatte das Glück, selbst solche Schneckenzüge auslegen und konstruieren zu dürfen, die Fertigungsschritte sind mir bekannt, da ich oftmals bei Produktionsanläufen mit dabei war, wenn die ersten Vorserienteile auf die Maschinen aufgelegt wurden. Die Präzisions-Schneckenzüge hochwertiger Objektive haben dann auch ein eigenes Preisniveau.
Ich spreche, wie Du, auch von alten, mechanischen Objektiven aus Mitte bis Ende des 20. Jhdts. Heutige AF-Objektive bzw. deren Verstellmechanismen braucht man sicherlich nicht für die von Dir gedachte Anwendung in Betracht ziehen, die sind einfach ungeeignet wegen ihrer gänzlich anderen mechanischen Verstellmimik.

Ich bleibe weiterhin auch dabei, dass ein ordentlicher Feingewindetubus mit Arretierring (wie die oben verlinkten Baader Vario-Ringe) die Fokussierung und Beibehaltung der Position mindestens genauso gut erfüllt wie ein Präzisions-Zug. Auch ein größerer Durchmesser des Schneckenzugs vermittelt einen 'satteren' Eindruck und neigt weniger zum Verkippen. Man sollte selbstverständlich auch ins Kalkül ziehen, ob beim Fokussieren die Rotation der angesetzten Einheit (also Sensor oder Kamera) akzeptiert werden kann oder nicht. Da grenzen sich die Systeme schnell ein.

Viele Grüße Kay
 
Hallo Kay,
mit diesen arretierbaren Tuben habe ich ein Problem. Die Gewindeklemmung bei solchen Feingewinden gefällt mir mechanisch einfach nicht.

Bin gerade nicht zu Hause, aber wenn ich zurück bin werde ich am originalen OAZ folgendes ausprobieren (ja, ich weiss, hört sich etwas gepfuscht an, aber ich habe Ähnliches schon mal erfolgreich gemacht):
1) Axialspiel zwischen Fokussiergriff und dem Halteflansch herausnehmen. Das probiere ich mit selbstklebender PTFE-Folie (0,1mm dick, klebt wie die [zensiert]).
2) Gewinde mit PTFE-Band (Dichtung für Wasserrohr) aufpolstern. Hält auch gut, wenn man das Gewinde erst einmal richtig getroffen hat.

Mal sehen, ob das dann befriedigend läuft.

Gruss
Bernhard
 
Hallo Kay,
mit diesen arretierbaren Tuben habe ich ein Problem. Die Gewindeklemmung bei solchen Feingewinden gefällt mir mechanisch einfach nicht.

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Gruss
Bernhard
Hallo Bernhard, ich gebe Dir im Prinzip recht, die dünnen Baader-Ringe zur Arretierung muten ein wenig filigran an. Aber die 3. Variante, die ich oben angeführt habe, macht doch schon einen recht soliden Eindruck. Da wird der Tubus nicht mit einer dünnen Gewindescheibe fixiert, das ist doch ehr schon ein ganz passabel dicker Ring mit Knebel...dem traue ich von der Stabilität schon etwas zu.
Die Verwendung von PTFE-Band finde ich auch bei manchen groben Passungen recht sinnvoll, aber bei den präziseren Zügen setzt dann doch schnell Klemmen ein...aber versuch es mal und berichte gerne über Deine Ergebnisse.

Viele Grüße Kay
 
Ich wüsste nicht, was es bringen sollte, den Tubus zu kürzen. Dadurch ändert sich nichts am erforderlichen Abstand des Sensors zum Korrektor. es ändert sich lediglich die Fokuslage.
Das macht absolut keinen Sinn.

VG Markus
 
Hallo Heiko,
keine schlechte Idee, aber dann wird das, was hinter dem Auszug hängt, doch schon sehr lang und ich bekomme definitiv Vignettierungsprobleme am Eingang des OAZ.
Ich habe aber für das Telesköpchen eine spezifische Halterung gedruckt. Schraube lösen, Teleskop drehen, Schraube festziehen. Geht ziemlich flott.
 
So Leute, Version 1.1 des Geräts ist fertig. Den ursprünglich geplanten Autofokus habe ich erst mal zurückgestellt, da der OAZ von Skywatcher wirklich allerunterste Schublade ist.

Ich habe aber einen kleinen 1,25" Crayford von einem taiwanesischen Teleskophersteller gefunden, von dem ich fast sicher bin, dass ich ihn adaptiert bekomme. Das muss dann halt bis Ende Oktober warten, dann komme ich von meinem nächsten Taiwanbesuch zurück. Auf die Preise in Deutschland habe ich keine Lust.

Gruss
Bernhard
 

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So, diesen Thread muss ich jetzt noch zu Ende bringen. In der Zwischenzeit habe ich andere Projekte weiterverfolgt und war dann zwei Monate geschäftlich unterwegs.

Im Bildanhang könnt ihr das Ergebnis sehen. OAZ ist besagter 1,25" Crayford von GSO, dahinter eine Filterschublade von SVBony. Die ist überraschend gut und kommt für wenig Geld mit zwei Filterhaltern und und einem Adapter T2 auf M48.

Ein paar Anmerkungen:
1) Der Tubus ist gegenüber dem Innendurchmesser des OAZ gerade mal um 0,2mm zu gross. Man braucht deshalb zum Umbau noch nicht einmal eine Drehbank. Metallsäge, Feile und ein 3D-Drucker reichen aus. Den Drucker benötigt man, um eine Säge- und Feilschablone herzustellen (halbwegs senkrechter und gerader Schnitt genügt, für die Steckverbindung die Farbe und ein wenig Alu rundum abfeilen) und für eine exakt passende Klebelehre, die bis zum Aushärten des Epoxys Tubus und OAZ konzentrisch und fluchtend hält.
Kommen noch ein paar andere Kleinigkeiten dazu (Auszugsrohr kürzen, Scheibe zwischen Filterschublade und Korrektor wegen des sehr kurzen Gewindes am Korrektor), Korrektorgewinde kameraseitig kürzen, da zu lang für ASI-Kameras). Dann passt das.

2) Auf dem OAZ reitet der AF-Motor mit Elektronik. Wird diese Woche noch fertig.

3) Der gedruckte Teleskophalter ist so gut wie fertig, ein paar Verklebungen müssen noch aushärten.
 

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