Hallo Kay,
also ich besitze so etwa70 Fotoobjektive, Altglas und neue, von 6mm Brennweite bis zu Sigmonster 300-800, einige adaptierte Mikroskopobjektive eingerechnet. Nun muss ich dazu sagen, dass ich bei der Qualität der Schneckengänge von Objektiven aus den 1970er-Jahren spreche. Es ist wie bei allem, durch Preisdruck leidet die mechanische Qualität.
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Hallo Bernhard, na da haben wir doch in etwa den gleichen Erfahrungsschatz angesammelt. Ich habe Dir meine Erfahrung mit ebenso einem Beroflex 135mm Objektiv geschildert und ich war ehr enttäuscht. Meine Version hatte einen mehrgängigen Schneckenzug mit beiden Gleitpartnern aus Aluminium.
Selbst die Schneckenzüge von
Rodenstock / Linos (modular focus mount) (ganz unten auf der Seite) für Vergrößerungsobjektive und die
Schneider Unifoc-Züge sind rein aus Aluminium gefertigt, von der Präzision aber schon ein großes Stück oberhalb der Schneckenzüge der meisten KB-Objektive und erst recht oberhalb der chinesischen Schneckenzüge, die es auf einschlägigen Plattformen zu günstigen Preisen gibt. Aber die Preise bewegen sich dann schon bei ca. 250,-€ (gebraucht).
Ich kenne aus eigener Erfahrung auch noch andere Schneckenzüge, z.B. die der Rollei Mittelformatobjektive (manuelle Fokussierung) der 6000er Serie, diese sind nach meinem Kenntnisstand ausnahmslos aus Messing gefertigt und haben eine noch präzisere Anmutung. Die Gewindeprofile z.B. sind deutlich feiner als bei den ehr groben Profilen der KB-Objektive. Ich hatte das Glück, selbst solche Schneckenzüge auslegen und konstruieren zu dürfen, die Fertigungsschritte sind mir bekannt, da ich oftmals bei Produktionsanläufen mit dabei war, wenn die ersten Vorserienteile auf die Maschinen aufgelegt wurden. Die Präzisions-Schneckenzüge hochwertiger Objektive haben dann auch ein eigenes Preisniveau.
Ich spreche, wie Du, auch von alten, mechanischen Objektiven aus Mitte bis Ende des 20. Jhdts. Heutige AF-Objektive bzw. deren Verstellmechanismen braucht man sicherlich nicht für die von Dir gedachte Anwendung in Betracht ziehen, die sind einfach ungeeignet wegen ihrer gänzlich anderen mechanischen Verstellmimik.
Ich bleibe weiterhin auch dabei, dass ein ordentlicher Feingewindetubus mit Arretierring (wie die oben verlinkten Baader Vario-Ringe) die Fokussierung und Beibehaltung der Position mindestens genauso gut erfüllt wie ein Präzisions-Zug. Auch ein größerer Durchmesser des Schneckenzugs vermittelt einen 'satteren' Eindruck und neigt weniger zum Verkippen. Man sollte selbstverständlich auch ins Kalkül ziehen, ob beim Fokussieren die Rotation der angesetzten Einheit (also Sensor oder Kamera) akzeptiert werden kann oder nicht. Da grenzen sich die Systeme schnell ein.
Viele Grüße Kay