Bester Mars der Saison 2024-08-24

MikeWölle

Aktives Mitglied
Heute war das Seeing mit S8/10 und idealer Transparenz T10/10 wirklich richtig gut, das musste ich nutzen und nochmal die große Syrte fotografieren, diesmal in höherer Auflösung, da zeichnen sich über der Syrte in Iapygia bereits Details ab.
CS Mike

PS:Auf einem Marsfoto von Greg Terrence erstellt mit einem ASA500 ist ein kleiner aber deutlicher Staubsturm sichtbar, von uns aus im Moment nicht zu sehen.
2024-08-24-0340_7-R_lapl5_ap14_Drizzle30.jpg
 
Hi,
die Saison hat doch grad erst angefangen. Da kommt sicher noch'n besserer Mars. Kommt Zeit, kommt Mars :cool:
:mars: VG CptB
 
Frage: Wenn man meine Aufname vom 24.8.2024 hier mit der von Damian Peach vom 25.8.2024 auf Alpo vergleicht
zeigen sich recht deutliche Unterschiede:
Bei meinen Foto ist die Auflösung höher, bei seiner ist aber die Polkappe viel heller und eine Stelle in Hellas extrem hell und Deucalionis am Rand erscheint fast weiß. Hat er da eine RGB mit einer auf Weiß umgefärbten Blaufilteraufnahme gemixt? Sieht nicht sehr real aus, find ich, oder hab ich zuviel Rot drinnen?
CS Mike
 
Hi,
M.W. nach benutzt Damian auch mal KI Tools. (Ohne dass ich das jetzt hier in irgendeiner Form bewerten will). Mein Spruch ist ja immer: jeder macht sich seinen eigenen Mars (od. Saturn od .. oder), und das sieht man auf ALPO ja auch ganz gut. Da hat jeder seine Style, und bleibt ihm treu. Da gibts manche Japaner, die die reine Lehre vertreten und nur den Stack ohne Schärfung zeigen, andere drehen auch mal mehr auf, der eine lässt mehr Noise zu, der andere weniger. Clyde kämpft anscheinend grad mit dem beugungsbedingten Randring :LOL:, eine Zeitlang hatte er ihn stärker unterdrückt, darunter litt dann aber auch die Polregion (z.B. NPH).

Es spielt für die Farbbalance auch keine Rolle, ob man mit Farbkamera aufnimmt oder Mono, die Abmsichung ist immer persönlicher Style, denn ich glaube kaum dass jemand wirklich kalibbriert arbeitet, und selbst dann, die Anzeige auf unterschiedlichen Monitoren verkurbelt eh wd alles. Mit Mono-Aufnahmen behandelt man aber alle Kanäle quasi gleich, während bei Farbaufnahmen (Mars) Blau immer etwas leidet, wg. der geringeren Helligkeit im blauen Bereich. (Bei Jupiter dagegen ist das weniger schlimm). Und man hat mit Mono-Aufnahmen wirklich die volle Auflösung. Ent-Söderte Farbaufnahmen sind dagegen immer interpoliert. Aus 4 Werten werden 12 gemacht.

Dann kommts noch darauf an, auf was man besonders Wert legt. Ich z.B. finde die atmosphärischen Erscheinungen interessant, wenn ich im Blau Kanal deutliche Anzeichen sehe, pushe ich Blau in der RGB Mischung manchmal etwas, damit die dort nicht untergehen. D.h. ich mache mich maximal der Übertreibung, aber nicht des Fakes schuldig :LOL: . Zu bläulich sollte Mars aber auch nicht schimmern, Mars muss schon rot sein. Sonst isses kein Mars. Gibt ja auch keine blauen Tomaten :ROFLMAO:

Da immer genau die richtige Balance zu finden, ja, schwierig...

:mars:VG CptB
 
Danke für die Info Cpt. Boiler. Was du über D.P. schreibst, kann ich bestätigen, jedenfalls gibt es Gerede darüber auch unter den Profis.

CS Mike
 
Hallo nochmal,
als ich mir damals das RGB Filterset besorgt habe, wollte ich natürlich alles wissenschaftlich exakt machen :geek: Zumindest relativ lässt sich ja das Helligkeitsverhältnis der 3 Kanäle quantitativ erfassen, wenn man einfach beim Filterwechsel BZ & Gain gleich lässt. Die Bandbreiten der einzelnen Filter sind weitgehend gleich gross, und die Empfindlichkeitskurve des Kamerachips habe ich mal links liegen gelassen, die ist natürlich nicht konstant über das Spektrum, aber die grossen Abfälle passieren ja nur am Rande Richtung IR und UV.
Für die Aufnahmen habe ich dann BZ und Gain so angepasst, dass R, G & B Aufnahmen gleich hell rauskamen.
Aber Pustekuchen, wenn ich die Mono-Aufnahmen beim Zusammenfügen zum RGB gemäss meiner gemessenen Helligkeitsverhältnisse skaliere, geht Blau total unter. :mad:.

Ein weiterer Punkt ist auch noch die Frage des Farbraums. Ich habe noch nicht überprüft, welchen Primaries die RGB Transmissionskurven des Filtersets genau entsprechen. Wenn die nicht mit denen z.B. des Monitors oder auch eines Druckers übereinstimmen, ist die Farbe prinzipiell schon verkurbelt. Allerdings ist das eher eine Spitzfindigkeit, ein paar nm Abweichung machen hier am Ende wohl nicht sooo viel aus. Die ganze Farbraum-Rechnerei ist eigentlich kein Hexenwerk, im Grunde nur eine Koordinatentransformationen, aber irgendwie konfus, so richtig habe das bislang nicht verinnerlicht. In der Paxis ist das auch eher zweitrangig, es gibt einfach viel zu viel Einflussfaktorren (Umgebungslicht, Helligkeit, nicht kalibrierte Anzeigemedien, die menschlichen Augen sind ja nicht bei jedem gleich, etc. etc.), so dass m.E. Farbempfinden weitgehend momentabhängig und subjektiv ist.
Spannend wäre es natürlich schon, mehr quantitative Analysen mit einzubeziehen, um z.B die generelle Trübung der Marsatmosphäre nach Stürmen oder den aktuell laufenden Farbwandel der südlichen Saturnhalbkugel längerfristig vergleichbar zu erfassen, aber, uff, ja, das ist ein steiniger Weg.

Lange Rede kurzer Sinn: bislang mache ich beim "Abmischen" meiner Monoaufnahmen zum finalen RGB ausgiebig von der künstlerischen Freiheit Gebrauch:cool:

:mars: VG CptB
 
Ja und damit bist du in guter Gesellschaft mit den Profis: Vergleich mal alte Io Aufnahmen: Goldgelb leuchtend, so wie ich es auch auf meiner eigenen Io Karte habe (verwendet jetzt übrigens Dave Kriege als Werbung), mit neuesten Sondenfotos: fahles kränkliches Rosa. Das Rosa stimmt überhaupt nicht mit meinen Beobachtungen und Aufnahmen überein, Io ist goldgelb. Fazit: Bei Farben gibt es viel Spielraum, auch bei der Nasa.( Auch was Uranus angeht)..
CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Manches hat sich wohl einfach mal etabliert, und wird dann so beibehalten, auch wenn in der Zwischenzeit manche Evidenz dagegen spricht. Ist halt auch immer in bisschen Politk. :LOL:
Übrigens, das Schreiben hier taugt gut als Brainstorming, ein Denkfehler ist mir bei meinem damaligen Ansatz noch aufgefallen: Man müsste für die -zumindest relative - Quantifizierung m.o. weniger Pixelgenau bzw., wg. Noise und Seeing-Fluktuation nur über kleine Bereich integriert, arbeiten. Die simple mittlere Flächenhelligkeit, wie ich sie damals verwendet habe, ist einfach zu grob. Gerade bei Mars weist der Blau-Kanal oft eine hohe Dynamik auf, Wolken und Eis ganz hell, der Reset dunkel. Klar dass eine Flächenmittelung da in die Irre führt.
Es gibt also noch viel auszuprobieren...
VG Cpt.B
 
Ich habe ja früher sehr viel Mars beobachtet und gezeichnet, da war das übliche Prozedere: Zuerst ohne Filter oder mit orange/ rot Filter die Albedostrukturen, dann eine extra Skizze mit Blaufilter für die Wolken (orografische Wolken über den Vulkanen, Polhaube und Wolken in der Dämmerung) und selten auch Gelbfilter für Staubstürme. Hier ein Beispiel aus 1988 mit 19cm Newton Eigenbau:20240828_185503.jpg

Es wär halt super, wenn man das beim Fotografieren alles auf eine Aufnahme
packen könnte.
CS Mike
 
Manches hat sich wohl einfach mal etabliert, und wird dann so beibehalten, auch wenn in der Zwischenzeit manche Evidenz dagegen spricht. Ist halt auch immer in bisschen Politk. :LOL:
Übrigens, das Schreiben hier taugt gut als Brainstorming, ein Denkfehler ist mir bei meinem damaligen Ansatz noch aufgefallen: Man müsste für die -zumindest relative - Quantifizierung m.o. weniger Pixelgenau bzw., wg. Noise und Seeing-Fluktuation nur über kleine Bereich integriert, arbeiten. Die simple mittlere Flächenhelligkeit, wie ich sie damals verwendet habe, ist einfach zu grob. Gerade bei Mars weist der Blau-Kanal oft eine hohe Dynamik auf, Wolken und Eis ganz hell, der Reset dunkel. Klar dass eine Flächenmittelung da in die Irre führt.
Es gibt also noch viel auszuprobieren...
VG Cpt.B
Ralf Burkart hat mal versucht, die tatsächliche Marsfarbe zu ermitteln. Er hat dazu eine große Zahl an Marsbildern (Amateure wie Sondenbilder) gestackt und gemittelt. Heraus kam ein rotbrauner Farbton, ich hab ihn irgendwo als Referenz abgespeichert...
 
Hallo,
long time no see ... bzw. no read. Aber passt ja zum Rhythmus, Mars schaut eben nur alle 2 Jahre vorbei ;).
"Kenntnis" ist jetzt ein sehr konkretes Wort, ich habe einfach die vage Erinnerung, das mal in irgendeiner Bildunterschrift, also den üblichen Details zu Instrument & Processing, von Damian selbst gelesen zu haben, ging glaube ich auch um das bekannte TopazAI od TopazDenoise. Man sieht es manchen seiner Bilder auch ein Stück weit an. Aber wiegesagt, bewerten tue ich das nicht. Im Grund interessiert mich auch, wie diese Algorithmen funktionieren, die ganz simplem Basis der Neuronalen Netzwerke kenne ich zwar, aber wie sowas dann auf verschieden konkrete Fälle hin ausgerichtet wird, da hatte ich bislang noch keine Zeit, mich damit mal näher zu befassen.

Er hat dazu eine große Zahl an Marsbildern (Amateure wie Sondenbilder) gestackt und gemittelt. Heraus kam ein rotbrauner Farbton,
rotbrauner Farbton. Beim Mars ????? Soso. Is' ja 'n Ding, wer hätte das gedacht!! :ROFLMAO:

Also dann, welcome to Mars Season 2024
:mars:VG CptB

PS: zum Thema Mars-Zeichungen: Mitte der 80er d. vorigen Jahrhunderts hatte ich auch einige Mars-Skizzen angefertigt (an einem Lichtenknecker AK 90/1300). Das lustige daran ist, wenn ich die heute anschaue, erkenne ich nicht annähernd irgend ein Oberflächen-Feature wieder, bzw. könnte etwas mit m.o.w. Abstraktion zuordnen, , wie es die digitalen Aufnahmen heute zeigen. :unsure:
 
Hi Carsten.
Zum Farbton zuerst: Da Worte wenig sagen, das Bild dazu:
Das ist der Burkatsche Mittelmars aus zahlreichen professionellen Marsaufnahmen, die den tatsächlichen Eindruck widergegeben haben sollen.
Mitte links ist bei ca 50%, oben etwas heller und rechts unten etas dunkler gehalten.
Rotbraun ist vielleicht nicht ganz treffend gewesen, eher ist es ein schönes Orange...
Ich benutze ihn beim Bearbeiten als Referenz. Das ist für jeden hilfreich, wenn man einen "Maßstab" gleichzeitig mit auf dem Monitor hat. Da kommt es dann auch weniger auf dessen Kalibrierung an. Nähert man das eigene Ergebnis an die Farbe des "Mittelmarses" an, liegt man damit immer gut gleich und auch gleich mit anderen, die ebenso vorgehen. Egal wie es auf welchem Monitor aussieht, die Ergebnisse untereinander sind (ver)gleich(bar).
CS
Rudolf
 

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Hallo,
long time no see ... bzw. no read. Aber passt ja zum Rhythmus, Mars schaut eben nur alle 2 Jahre vorbei ;).
"Kenntnis" ist jetzt ein sehr konkretes Wort, ich habe einfach die vage Erinnerung, das mal in irgendeiner Bildunterschrift, also den üblichen Details zu Instrument & Processing, von Damian selbst gelesen zu haben, ging glaube ich auch um das bekannte TopazAI od TopazDenoise. Man sieht es manchen seiner Bilder auch ein Stück weit an. Aber wiegesagt, bewerten tue ich das nicht. Im Grund interessiert mich auch, wie diese Algorithmen funktionieren, die ganz simplem Basis der Neuronalen Netzwerke kenne ich zwar, aber wie sowas dann auf verschieden konkrete Fälle hin ausgerichtet wird, da hatte ich bislang noch keine Zeit, mich damit mal näher zu befassen.
Ja, die Zeit vergeht, aber ich war immer wieder hier, auch wenn ich wenig Grund zum Posten sah. Die Aktivität dieses Forums ist nach den Veränderungen so zurück gegangen, dass es mich kaum noch reizt. In unserer Planeten Mailingliste, die inzwischen auch so etwas wie das inoffizielle VdS-Planetenboard ist, herrscht deutlich mehr Leben.

Damian Peach ist ja außerordentlich zurückhaltend, was konkrete Informationen zu seinem Processing betrifft. Selbst bei den Bilddaten nur das absolut Nötigste.
Außer, man kauft bei ihm Videoworkshops. Dann wirds einsichtsreicher.
Ich habe mal eines seiner Videos zur Marsbearbeitung gesehen. Topaz-KI-Tools (allenfalls die nicht-AI-Version) kamen da zwar noch nicht drin vor, aber er zeigte unter anderem, wie er das Randartefakt beseitigt. Wegstempeln. Ganz einfach in PS mit Pixeln direkt neben dem Artefakt.
Kann man machen, ist aber sich auch schon nicht die feine Art. Da gibt es bessere Methoden. Ich mische in der Regel zwei Bearbeitungen des selben Bildes, eine harte, die zeigt in der Regel Randartefakte, und eine weiche ohne ein solches. Der weiche Rand wird über das Artefakt gelegt und dieses ausgelöscht. So sind es an dieser Stelle immerhin die selben Daten, keine per Stempel verschobenen.

Topaz Denoise kommt bei Vielen ja schon seit Längerem zum Einsatz. Dagegen ist auch erst einmal gar nichts einzuwenden, solange man weiß, was man tut und wie weit man gehen darf. Bislang hatte ich Peach den Eindruck, dass er sich dessen sehr gut bewusst ist.

Wie das total schief gehen kann, dazu hier zwei krasse Beispiele (die im Übrigen auch dazu geführt haben, dass die J-ALPO dringend davon abrät, KI-Tools bei der Bearbeitung einzusetzen):
Mars Image 2023/04/11(UT) (das Bild Jovani ganz unten)
Von Jovani gibt es um diese Zeit noch weitere krasse Fehlleistungen. Wobei mir unerklärlich ist, wie ein durchaus erfahrenener Astrofotograf mit ansehnlich großem Instrument so dermaßen neben der Spur liegen konnte. Ich würde mich mit einem solchen Ergebnis nirgendwo sehen lassen, wenn es nicht enigstens ansatzweise Ähnlichkeiten mit denen anderer hätte.

Zurück zu Peach und seinem jüngsten Bild:
Sieht toll aus; auf den ersten Blick. Auf den zweiten schon nicht mehr, denn bei manch anderem Beobachter ist mehr Detail drin.
Was Peach perfekt beherrscht, ist eben diesen "tollen Eindruck" hervorzurufen. Grundlagen dafür sind: 1. Große Bilder. Für 6,4" ganz schön riesig, das macht schonmal Eindruck. 2. Rauscharm. Wirkt professionell. Genau betrachtet aber eben auch vergleichsweise detailarm. Zu sehen sind recht flächig die wesentlichen Albedostrukturen. 3. Artefaktefreiheit: Kein Randartefakt (siehe oben), keine Artefakte an den Albedorändern. Wirkt alles halt gut bearbeitet. Dazu die satte Farbe und der schöne Kontrast zischen NPH, Staubspuren und Oberfläche bzw. Dunkelalbedo. Wirkt alle schon recht gut.

Und ist doch auch nur mit Wasser gekocht. Auch bei mir ist mehr an kleineren Details drin, nur sieht das Bild dann eben nicht mehr so schön "glatt" aus, weil ich härter nachschärfe. Detail vor Schönheit.
CS
Rudolf
 
Hallo zusammen,

zum Thema wahre Marsfarbe hatten wir ja schon weiß ich wie viele Diskussionen. Deshalb hier die von der ESA aus dem Orbit gewonnene "wahre" Marsfarbe:
https://www.esa.int/Enabling_Support/Operations/ESA_Mars_orbiters_support_NASA_Perseverance_landing

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Zum Farbton zuerst: Da Worte wenig sagen, das Bild dazu:
Das ist der Burkatsche Mittelmars aus zahlreichen professionellen Marsaufnahmen, die den tatsächlichen Eindruck widergegeben haben sollen.
Mitte links ist bei ca 50%, oben etwas heller und rechts unten etas dunkler gehalten.
Rotbraun ist vielleicht nicht ganz treffend gewesen, eher ist es ein schönes Orange...
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Was ist professionell in dem Zusammenhang, vor allem, von wo aus wurde beobachtet?
Farblich macht es ganz gewiss einen Unterschied, ob aus dem Marsorbit oder von der Erde aus beobachtet wurde/wird! Die Marsorbit-Variante liefert einen deutlich röteren Farbton mit dunkel grauen Albedostrukturen, während auf dem "Referenzbild" die Albedostrukturen eher ocker bis braun wirken. Aufnahmen aus dem Weltraum, z.B, vom Hubble-Teleskop unterscheiden sich in den allermeisten Fällen deutlich von der Marsorbit Farbgebung.
Mit einem Weißabgleich auf Wolken oder eine Polkappe, falls vorhanden, hat man bestimmt eine brauchbare Möglichkeit, eine realistische Farbe zu erhalten. Oder man beobachtet vorher visuell und macht die Farbanpassung nahe an den gesehenen Eindruck. Grundvoraussetzung ist dabei, dass man ein RGB-Bild und keine L-RGB-Bilder mit L = R oder L = IR zur Farbgebung verwendet.
Die Aussage mit den weißen Wolken ist übrigens nicht verallgemeinerbar, siehe folgendes Beispiel (blaugraue Polhaube).

Mars20200912RGBmBmBRGBat2.jpg


Link zu den Daten mit damals außergewöhlichem Blue-Clearing:
http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/Mars20200912/Mars20200912RGBmBmBRGB.jpg

Grüße,
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir gefällt Deine Farbgebung schon sehr gut, Torsten.
Der Farbton ist nicht weit weg vom hellen Referenzbild. Vllt etwas geringer gesättigt.
Im Übrigen nimmt Ralfs Versuch nicht für sich in Anspruch, "die wahre Marsfarbe" damit zeigen zu können.
Eine ansprechende allemal - wie ja auch Dein Bild zeigt.
Als Bearbeitungsreferenz tauft der Mischmars auf jeden Fall sehr gut.
Grüße
Rudolf
 
Hi Carsten.
Mich würde Deine Kenntnis interessieren, dass Damian Peach KI bei der Bildbearbeitung einsetzt. Woher hast Du das und welche Software ist das?
CS
Rudolf
Hi Rudolf, ich habe das von einem Institut in Asien. Zum Thema Farbe: Ich würde sagen die richtige Farbe ist im Okular..
Wenn du findest, dass hier zu wenig los ist, dann poste doch deine aktuellen Fotos hier.

CS Mike
 
Hallo,
long time no see ... bzw. no read. Aber passt ja zum Rhythmus, Mars schaut eben nur alle 2 Jahre vorbei ;).
"Kenntnis" ist jetzt ein sehr konkretes Wort, ich habe einfach die vage Erinnerung, das mal in irgendeiner Bildunterschrift, also den üblichen Details zu Instrument & Processing, von Damian selbst gelesen zu haben, ging glaube ich auch um das bekannte TopazAI od TopazDenoise. Man sieht es manchen seiner Bilder auch ein Stück weit an. Aber wiegesagt, bewerten tue ich das nicht. Im Grund interessiert mich auch, wie diese Algorithmen funktionieren, die ganz simplem Basis der Neuronalen Netzwerke kenne ich zwar, aber wie sowas dann auf verschieden konkrete Fälle hin ausgerichtet wird, da hatte ich bislang noch keine Zeit, mich damit mal näher zu befassen.


rotbrauner Farbton. Beim Mars ????? Soso. Is' ja 'n Ding, wer hätte das gedacht!! :ROFLMAO:

Also dann, welcome to Mars Season 2024
:mars:VG CptB

PS: zum Thema Mars-Zeichungen: Mitte der 80er d. vorigen Jahrhunderts hatte ich auch einige Mars-Skizzen angefertigt (an einem Lichtenknecker AK 90/1300). Das lustige daran ist, wenn ich die heute anschaue, erkenne ich nicht annähernd irgend ein Oberflächen-Feature wieder, bzw. könnte etwas mit m.o.w. Abstraktion zuordnen, , wie es die digitalen Aufnahmen heute zeigen. :unsure:
Also ich finde nicht, dass alte Marszeichnungen nicht mehr aussagekräftig oder soviel anders von den Albedostrukturen sind. Hier eine selbsgezeichnete Karte der Marsopposotion 1988 mit meinem 19cm Selbstschliff:20240901_172928.jpg
CS Mike Wölle
 
Hi Rudolf, ich habe das von einem Institut in Asien. Zum Thema Farbe: Ich würde sagen die richtige Farbe ist im Okular..
Wenn du findest, dass hier zu wenig los ist, dann poste doch deine aktuellen Fotos hier.

CS Mike
Zum Okular:
Sehe ich auch so. Mein hier gepostetes Bild vom 29. August entspricht dem. Sicher etwas kontrastreicher und dunkler als es im Okular an einem, hellblauen Himmel zu sehen war, aber farblich sehr nahe.

Obwohl ich seit Februar offiziell Rentner bin, hat sich mein Zeitkontigent für Astronomie deshalb keineswegs spürbar erweitert. Im Gegenteil, in den letzten Monaten hatte ich eher deutlich weniger Zeit als sonst.
Ich habe klare Prioritäten: Zuerst kommt die Mailingliste. Dann würde ich Bilder an die J-ALPO schicken, danach an das VdS-Archiv und erst dann käme dieses Forum.
Mailingliste schaffe ich hin und wieder mal. J-ALPO seit letztem Jahr nichts mehr geschickt, VdS-Archiv ebensowenig. Die Konsequenz ist klar: Für's Forum reicht es dann auch nicht mehr.
Ich melde mich, wenn sich Anlass bietet - wie bei dem Staubsturm jetzt.
Es ist aber jeder Planeteninteressierte eingeladen, sich an der Mailingliste zu beteiligen, die wohl die größte Konzentration von aktiven Planetenbeobachtern im deutschsprachigen Raum vereint.
CS
Rudolf
 
Danke für den Hinweis auf die Mailingliste Rudolf! Für mich hat Alpo Priorität, dann hier und ein klein wenig in USA und Spanien.
CS Mike
 
Hi nochmal,
Ich würde sagen die richtige Farbe ist im Okular..
nun, da wäre ich bei mir selbst etwas vorsichtig ... ich habe nämlich eine leichte Rot-Grün-Schwäche. Fürs Autofahren reichts noch, ich kann eine rote Ampel von einer grünen unterscheiden :ROFLMAO:, aber bei feinen Nuancen wirds je nach Farbton schonmal schwierig. Da hilft dann aber der Gimp 'ColorPicker' mit direkter Anzeige der RGB Werte.
Ansonsten, ja, die Referenzmars-Methode wende ich im Grunde selbst an, allerdings mit eigener Referenz, wenn ich eine Aufnahme für gelungen halte, richte ich mich im folgenden dann etwas danach. Wobei es das natürlich eine Falle sein kann, was globale, aber nicht stark auffällige Veränderungen anbelangt. Aktuell habe ich z.b. "das Gefühl" :oops:, der Kontrast im Grünen ist flauer als gewöhnllich, was auf eine leichte generelle Trübung zurückzuführten wäre. Genug Staub ist ja dafür in den letzen Wochen hier und da schon aufgewirbelt worden. Aber Gefühle sind halt nix verlässliches, und schon gar nix quantitatives. Das selbe gilt natürlich dann auch für den Abgleich mit einem "Mittelmars". Wobei ich die Idee als erste Näherung zur Orientierung durchaus OK finde.

Auch den Randring zumidnest etwas zu reduzieren mache ich auch i.d.R, entweder selektiv berabeitet oder überblendet. Der ist ja meist wirklich offensichtlich, und wenn man ihn gesamt bearbeitet , bleiben ja relative Unterscheide erhalten. So habe ich bei mn. letzten Aufnahme auch die "Action" über Hellas mit streifendem Blick direkt im Randring noch erwischen können. Ihn ganz wegzuretuschieren macht sicher ein ansprechendes Bild, aber birgt eben auch die Gefahr, Information zu verlieren. Ausserdem, man hat sich schon so dran gewöhnt, wenn er nicht auf dem Bild ist, fehlt richtig 'was :LOL:

:mars: VG CptB

PS: was das hiesige Forum anbelangt, sicher gibt's hier mehr DeepSky Afficionados als Planetenfreaks, aber so bekomme ich immer tolle DeepSky Aufnahmen zu sehen, die ich alleine mangels Zeit und Gelegenheit nie hinbekäme. :love: . Und bzgl Aktivität, ich bin ja selbt mal mehr und mal weniger aktiv, die genannte "Veränderung" fiel wohl in eine Zeit, in der ich inaktiv war. Stimmt, irgendwas ist anders, ein paar Rubriken umsortiert z.B., aber ja, nun, ist jetzt nicht weltbewegend.

PPS:
Also ich finde nicht, dass alte Marszeichnungen nicht mehr aussagekräftig
hier liegt ein simples Missverständnis vor. Ich habe nicht von alten Zeichungen generell geschrieben, sondern nur von meinen eigenen :geek:
(Nein, ich hab' nix geraucht damals..:ROFLMAO:, aber wohl einfach nicht genau genug hingeschaut )

PPPS:
"Mittelmars" und "Referenzmars", das sind zwei coole Begriffe, die ich mir auf jeden Fall merken werde :love:
 
Hi, ein weiteres Farbproblem besteht auch darin, dass der Mars/ Jupiter etc. am Livebild anders aussieht, als in Registacks und dieses unterscheidet sich vom dem auf Gimp oder Fitwork und das wiederum anders als auf CN am Handy usw, usw, usw.
Wichtiger sind halt die Strukturen nicht die Farbe.
CS Mike
 
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