Hallo,
long time no see ... bzw. no read. Aber passt ja zum Rhythmus, Mars schaut eben nur alle 2 Jahre vorbei

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"Kenntnis" ist jetzt ein sehr konkretes Wort, ich habe einfach die vage Erinnerung, das mal in irgendeiner Bildunterschrift, also den üblichen Details zu Instrument & Processing, von Damian selbst gelesen zu haben, ging glaube ich auch um das bekannte TopazAI od TopazDenoise. Man sieht es manchen seiner Bilder auch ein Stück weit an. Aber wiegesagt, bewerten tue ich das nicht. Im Grund interessiert mich auch, wie diese Algorithmen funktionieren, die ganz simplem Basis der Neuronalen Netzwerke kenne ich zwar, aber wie sowas dann auf verschieden konkrete Fälle hin ausgerichtet wird, da hatte ich bislang noch keine Zeit, mich damit mal näher zu befassen.
Ja, die Zeit vergeht, aber ich war immer wieder hier, auch wenn ich wenig Grund zum Posten sah. Die Aktivität dieses Forums ist nach den Veränderungen so zurück gegangen, dass es mich kaum noch reizt. In unserer Planeten Mailingliste, die inzwischen auch so etwas wie das inoffizielle VdS-Planetenboard ist, herrscht deutlich mehr Leben.
Damian Peach ist ja außerordentlich zurückhaltend, was konkrete Informationen zu seinem Processing betrifft. Selbst bei den Bilddaten nur das absolut Nötigste.
Außer, man kauft bei ihm Videoworkshops. Dann wirds einsichtsreicher.
Ich habe mal eines seiner Videos zur Marsbearbeitung gesehen. Topaz-KI-Tools (allenfalls die nicht-AI-Version) kamen da zwar noch nicht drin vor, aber er zeigte unter anderem, wie er das Randartefakt beseitigt. Wegstempeln. Ganz einfach in PS mit Pixeln direkt neben dem Artefakt.
Kann man machen, ist aber sich auch schon nicht die feine Art. Da gibt es bessere Methoden. Ich mische in der Regel zwei Bearbeitungen des selben Bildes, eine harte, die zeigt in der Regel Randartefakte, und eine weiche ohne ein solches. Der weiche Rand wird über das Artefakt gelegt und dieses ausgelöscht. So sind es an dieser Stelle immerhin die selben Daten, keine per Stempel verschobenen.
Topaz Denoise kommt bei Vielen ja schon seit Längerem zum Einsatz. Dagegen ist auch erst einmal gar nichts einzuwenden, solange man weiß, was man tut und wie weit man gehen darf. Bislang hatte ich Peach den Eindruck, dass er sich dessen sehr gut bewusst ist.
Wie das total schief gehen kann, dazu hier zwei krasse Beispiele (die im Übrigen auch dazu geführt haben, dass die J-ALPO dringend davon abrät, KI-Tools bei der Bearbeitung einzusetzen):
Mars Image 2023/04/11(UT) (das Bild Jovani ganz unten)
Von Jovani gibt es um diese Zeit noch weitere krasse Fehlleistungen. Wobei mir unerklärlich ist, wie ein durchaus erfahrenener Astrofotograf mit ansehnlich großem Instrument so dermaßen neben der Spur liegen konnte. Ich würde mich mit einem solchen Ergebnis nirgendwo sehen lassen, wenn es nicht enigstens ansatzweise Ähnlichkeiten mit denen anderer hätte.
Zurück zu Peach und seinem jüngsten Bild:
Sieht toll aus; auf den ersten Blick. Auf den zweiten schon nicht mehr, denn bei manch anderem Beobachter ist mehr Detail drin.
Was Peach perfekt beherrscht, ist eben diesen "tollen Eindruck" hervorzurufen. Grundlagen dafür sind: 1. Große Bilder. Für 6,4" ganz schön riesig, das macht schonmal Eindruck. 2. Rauscharm. Wirkt professionell. Genau betrachtet aber eben auch vergleichsweise detailarm. Zu sehen sind recht flächig die wesentlichen Albedostrukturen. 3. Artefaktefreiheit: Kein Randartefakt (siehe oben), keine Artefakte an den Albedorändern. Wirkt alles halt gut bearbeitet. Dazu die satte Farbe und der schöne Kontrast zischen NPH, Staubspuren und Oberfläche bzw. Dunkelalbedo. Wirkt alle schon recht gut.
Und ist doch auch nur mit Wasser gekocht. Auch bei mir ist mehr an kleineren Details drin, nur sieht das Bild dann eben nicht mehr so schön "glatt" aus, weil ich härter nachschärfe. Detail vor Schönheit.
CS
Rudolf