@ Canonist: Doch muss ich, warum? Weil sie da sind, sonst hätte ich diesen fantastischen Posidonius und einen Minimars mit detaillierter Syrte verpasst

!
Ausserdem scheint euch noch nicht klar zu sein, was ich mit möglichst vielen Einzelaufnahmen meine. Das dauert ganz schön lange, da geht sich nix mit mehrfach aus. Und Jupiter brauch ich zum Einstellen des Gerätes, den mach ich natürlich gleich mit.
CS Mike
Och Mike.
Erstens musst Du Dich nicht gleich angegriffen fühlen, wenn es Mitleser gibt, die sich kritisch mit Deinen Ergebnissen oder Deinem Workflow auseinandersetzen.
Und zweitens kannst Du tun und lassen, was Du magst.
Verständnis muss Deine Aussage bei mir dennoch nicht unbedingt hervorrufen.
Müssen muss ich beim Thema Astronomie gar nichts, denn das ist ein Hobby und kein Zwang. Trotzdem findet jeder im Laufe der Jahre auch zu bestimmten Arbeitsformen, die Prioritätenentscheidungen beinhalten. Wenn ich am Taghimmel Planeten jage, was akut mit Mars und Merkur gut möglich ist, dann steht bei mir das umfängliche Tagesthema Sonne und h-alpha klar hinten an. Trotz Sonnenscheins ohne Ende habe ich wochenlang keine Sonne beobachtet, weil Planeten und Sonne einfach zuviel wären. Und da ist mir Mars einfach wichtiger, dem widme ich ausreichend Zeit, die es für verwertbare Ergebnisse braucht.
Wenn Du Deine Zeit so vollstopfen möchtest, um möglichst viele Ergebnisse zu produzieren, ist das auch ok. Es wird - so mindestens meine Erfahrung - aber auch mit Qualitätseinbußen einhergehen, weil man eben nicht Spitze sein kann, wenn man unter Zeitdruck steht oder Gelegenheiten liegen lässt. Nicht nur Ralf Burkart berichtet immer wieder, wie lange er an einem Planeten klebt, bis die entscheidende gute Seeingphase kommt. Hast Du vorher beobachtet, entgeht Dir der perfekte Moment. Das ist auch meine häufige Erfahrung. Dienstag morgen war ich ausnahmsweise mal um 5 Uhr draußen. Bis 8 Uhr habe ich Mars dreimal in RGB aufgenommen. Ein Bild war sehr gut, zwei durchschnittlich...
Was heißt, ganz schön viele Einzelaufnahmen? Da müsstest Du ein bisschen mehr Workflow preisgeben, dann verstehe ich/verstehen wir das hier sicher auch. Wir sind ja schließlich allesamt keine Anfänger in diesen Fragen. Also bitte ein wenig konkreten Input.
Zu den beiden Bildern:
Die Auflösung bei Mars entspricht dem, was derzeit mit großen Geräten wie den unseren machbar ist. Da hast Du die Auflösung gut ausgenutzt. Die Farbgebung sehe ich kritisch, sie enthält zu wenig Blau, wodurch die NPH gelblich erscheint, sie ist aber an sich fast weiß, gelegentlich sogar leicht bläulich. Randartefakte sind derzeit bei der Schärfung kaum vermeidbar, man kann aber in der Bearbeitung des finalen Bildes etwas dagegen unternehmen (hab ich bereits beschrieben).
Dein Mondbild sehe ich als in der Auflösumng recht gut, ansonsten aber eher unterdurchschnittlich. Das ist zuvorderst der deutlichen Überschärfung geschuldet, die sich auch durch die allenthalben sichtbaren Überschwinger an den Kanten hohen Kontrastes abzeichnet, zum anderen der mangelnden Histogrammeinstellung. Die Lichter sind vollständig ausgebrannt und die Tiefen sind nicht schwarz, sondern ein Grau im 50%-Bereich.
Ich hoffe, Du kannst mit meiner ehrlichen Einschätzung umgehen. Sie kann und soll ja auch im besten Falle eher dazu dienen, es vllt noch besser hinzubekommen, und das Potenzial dazu sehe ich durchaus.
Mir ist Feedback wichtig, und das bekomme ich auch in der Mailingliste genauso. Anerkennung für schöne Bilder und Topergebnisse zu erhalten, ist gut und gerecht. Aber mit Kritik muss man auch leben und umgehen können, im besten Fall konstruktiv. Und nur so ist die meine hier zu verstehen.
CS
Rudolf