.965'' Dopplestern-Test für 'alte' Tak- und Spectros Okulare

Ursus corpulentus

Aktives Mitglied
Liebe Altglassammler,

nachdem ich endlich verstanden habe, mich mithilfe eines Blickes in den Nachthimmel, anstatt auf Kachelmanns Vorhersage-Hompage über den aktuellen Bewölkungsgrad zu informieren, ist das Wetter besser geworden; schlagartig, man glaubt es kaum!
Denn es gibt sie tatsächlich: WOLKENLÜCKEN. Und seit ich die für mich entdeckt habe, verbringe ich plötzliche wieder Zeit auf meinem Carport-Dach.

Gestern Abend habe ich mal ein bisschen mit meinen letzten Neuzugängen bei den einzölligen Okularen herumprobiert.

Beobachtungszeit ungefähr zwischen 22.30 Uhr 23.30 Uhr. Der Himmel war relativ hell, denn der Mond kroch die ganze Zeit für mich unsichtbar unterhalb des Nachbarhauses herum und sorgte für anständig Streulicht. Nur blicken lassen wollte er sich nicht, der Schuft!
Aber Dopplesterne gehen immer. Mit dem Tasco 10K (80/1200; f/15), einem wunderbaren Gerät! Montiert in der Kuppel auf einer Vixen GP mit Alu-Stativ.

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Aber im Zentrum des Interesses standen meine neuen (alten) Takahashi MC Okulare, sowie eine Reihe schweizer Spectros einer späten Baureihe, denen ich auch noch nie so richtig auf den Zahn fühlen konnte. Beide Clans - der der Taks und die Specs - stehen in trauter Eintracht nebeneinander in meiner .965'' Holzkiste und ergänzen sich richtig gut.

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Für diese Zussamenstellung habe ich zwei Jahre gesammelt.
Und das ist auf dem Weg dorthin zusammengekommen:

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Ein Teil davon, vor allem der mit den bekannteren Namen (Vixen, Celestron, Meade) gemarkten, ist grundsätzlich in Ordnung und durchaus brauchbar. Aber mit dem Inhalt in meiner kleinen Opto-Sahne-Kiste können sie nur schwer und in Ausnahmefällen (Vixen 20 mm vielleicht?) mithalten. Das ist zumindest mein eigener Eindruck.
Und der Rest ist schlicht und einfach Schrott. Aber ich bringe es nicht übers Herz, ein Okular wegzuwerfen - und sei es noch so schlecht.

Die Beobachtungsobjekte waren - ganz anfängergerecht - Mizar, Polaris und natürlich Albireo. Aber Anfänger hin oder her, alle drei haben ihre eigenen Spezifika, die sie zum Testen von Ausrüstung sehr interessant machen:

Bei Mizar ist es entscheidend, ob und was man an weiteren Objekten sieht, wenn man ihn und Alkor in der Bildmitte hat; hochspannend und ein echter Test für so manches Gerät, dem man ursprünglich vielleicht mehr zugetraut hat. Und vor allem ist er sogar für mich leicht zu finden.
Polaris ist auch einfach zu lokalisieren und bei ihm sticht der starke Größenunterschied der beiden Objekte ins Auge. Im Prinzip ähnlich wie oben, die Helligkeit und Nähe der Hauptkomponente macht hier jedoch die Musik. Und da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Und Albireo ist aufgrund seiner eindrucksvollen Farbigkeit (die zufällig auch noch komplementär ist) ein dankbares Objekt, um Optik auf deren Farbechtheit (- sagt man das?) hin zu prüfen. Um ein Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: die Taks sind deutlich kälter (bläulicher) in ihrer Wiedergabe, als die Spectros Okulare.

Mizar: Einstig mit 30 mm Celestron (Tani), schönes Bild, alles da, aber auch nicht mehr. 25er Tak - holla die Waldfee! Die Nachbarsternchen sind plötzlich auch alle da, das Bild ist messerscharf - ein spürbares Upgrade zum Celestron. Das 20er Spec wirkt insgesamt "weicher" ist aber sehr gut von der Auflösung - auch hier sind die kleinen Nachbarn zu sehen. Dasselbe Spiel mit dem 18er Tak und dem 15er Spec, alles lösen sehr gut auf, wobei die Taks spürbar "glas-artiger" abbilden.
Mit dieser Erfahrung war ich gespannt auf Albireo ...

Doch zuerst Polaris: Am 30er Celestron habe ich anfangs die kleine Komponente überhaupt nicht gesehen - ich wusste nicht mehr, wo sie steht und wie groß (klen!) sie ist. Mit dem 25er Tak war sie dann da und schwer, aber sicher trennbar. Die vorherige Reihenfolge der Okulare habe ich beibehalten und im Prinzip setzte sich der Trend harte/weiche Abbildung auch hier fort. Bis es mit dem 15er Spectros eine Überraschung gab: plötzlich wurde die kleinen Komponente bläulich. Weiter runter nicht mehr, zumindest nicht sicher, aber mit 15 mm Brennweite (80-fach; AP 1 mm, wahrscheinlich praktisch ganz knapp drunter) war das Ding blau; bläulich.

Albireo war am 30er sofort da und natürlich auch blau/gelb (orange). Die Taks regelten die Farben wirklich merklich runter, zumindest im Vergleich zu den Spectros. Besonders schön war der Anblick im 15er und 10er Spec, im dazwischenliegenden 12.5er Tak fühlte es sich wieder fast "überbelichtet" an.
Kann man sich das vorstellen, oder rede ich hier totalen Mist??
Egal.

Schön wars!

Und das ist am Ende des Tages auch die Hauptsache.
An meinem alten Zeugs habe ich einen Mörder-Spaß. Und was man mit einem 50 Jahre alten Refraktor und ein paar "alten" Okularen aufstellen kann, wird den allermeisten nicht klar sein. Für ein Setup mit einzölligen Okularen würde ein Großteil der Sternenfreunde heute vermutlich nicht mal mehr freiwillig auf den Balkon gehen - schätze ich.

Aber - hey! - jeder, wie er will.

Schöne Grüße,
Ursus
 
Lieber Tom,

danke für Deinen lebhaften und inhaltlich sehr interessanten Bericht. Auch ich benutze aktuell fast ausschliesslich und mit grosser Freude ältere einzöllige Okulare. Ausschlaggebend dafür war der Erwerb von zwei Pentax SMC Orthos vor einem Jahr. Die liessen mich nicht mehr los und verlangten nach Komplettierung der Serie. Kaum komplettiert, erhielt die Serie die Gesellschaft weiterer Serien. Durch wundersame Fügung kullerten in kompletter Serie Takahashi MC Orthos und Pentax XPs ins Haus. So habe ich mittlerweile ebenfalls zwei prallgefüllte kleine Holzkisten die mich vollauf beschäftigten.

Plötzlich habe ich keine rechte Lust mehr auf die fetten Zwei-Zoll Okulare und lasse sie gehen - hätte ich nie gedacht. Ich klappe die kleine Holzkiste mit 12 wunderschöne, ausserordentlich leistungsfähige Okulare auf und freue mich. Dann klappe ich sie zu, wiege sie in einer Hand und überlege, was für ein Gewicht das wohl wäre wenn 12 Nagler, Ethoi und derlei drin wären - 10 kilo! Nee, will ich nicht. Und dann stecke ich sie in den Auszug und vergesse sie einfach, versenke mich in den Anblick. Mehr kann ich von einem Okular nicht wollen.

Irgendwie ist das alles auch eine Art Wiedergutmachung für den schmerzhaften Verkauf der Zeiss Abbes als ich vor etwa zehn Jahre in Geldnot geriet. Das ist der einzige Verkauf den ich immer bereut habe. Nun lässt der Schmerz nach. Denn ich konnte am heurigen ITV mein 6mm Pentax SMC Ortho gegen zwei 6mm Zeiss Abbes in einem astreinen Apochromaten testen. Zwei der erfahrensten visuellen Beobachter nahmen am Test teil, jeder brachte sein Zeiss Abbe mit. Wir waren einhellig der Meinung, dass bei jedem Okularwechsel das neu in den Auszug gesteckte Okular ein Hauch besser abzubilden schien als das Vorige. Mit anderen Worten: Wir konnten keinen relevanten Unterschied erkennen! Wohlgemerkt am Doppelstern. Eigentlich muss mann am Planeten vergleichen um letztendlich feine Unterschiede zu finden. Ich will nicht ausschliessen, dass die Zeiss Abbes dann davonziehen.

Ich hoffe, lieber Tom, dass ich mit meinen Worten keine Begehrlichkeiten auslöse. Muss nicht sein, denn bei meinem Vergleich des 18mm Pentax SMC mit dem 18mm Tak MC in einem farbreinen 100/800 Fluorit-Apo an Polaris fand ich tatsächlich das Bild im Tak MC ästhetischer, da der Farbkontrast besser herauskam. Du kannst folglich die Taks ruhig das Ende Deiner Fahnenstange sein lassen.

Ich führe dieses Ergebnis an Polaris darauf zurück, dass die Taks um einen Hauch wärmer abbilden als die Pentaxe. Das macht die Hauptkomponente von Polaris etwas wärmer im Farbton, was den Kontrast zum bläulichen Begleiter anhebt. Deine geschilderten Erlebnisse im Vergleich Tak/Spectros scheinen in eine ähnliche Richtung zu gehen: das Spectros zeigte mit seiner wärmeren Tönung den bläulichen Begleiter besser. Spannend!

Beste Grüße, Christopher
 
Hey Chris,

danke für die Blumen, das war ein wirklich toller Beobachtungsabend.

Stell Dich selbst schon mal auf ein (bescheidenes) "Aha-Erlebnis" ein, wenn Du die Taks in den kleinen C90 steckst. Ich konnte es am Anfang auch nicht so richtig glauben, was aus dieser gepimpten Getränkedose hinten rauskommt ...
;-)

Schöne Grüße,
Urs
 
Das macht die Hauptkomponente von Polaris etwas wärmer im Farbton, was den Kontrast zum bläulichen Begleiter anhebt.
Das ist höchstwahrscheinlich die Erklärung für meine eigene Beobachtung mit den Spectros.
Interessant wäre jetzt noch zu wissen, wo die einzölligen Zeiss Okulare in dieser Reihe stehen. Die Spectros wurden immer mit dem Hinweis beworben, sie seien so gut wie die Zeiss Okulare - die regulären Orthos, vermute ich, nichts die Abbes.

Schöne Grüße in die Runde,
Urs
 
Moin Tom & Chris & all,
musste etwas grinsen beim Lesen Eurer beiden schönen Schreiben ... ich hab nämlich auch echt ne Vorliebe für die alten Lütten entwickelt. Tom - auch bei mir liegen die "fetten Eier" á la 31er Nagler, 35er und 27er Pano, 8er Ethos etc. rum ... arbeitslos. Hab da auch noch n ganzen Sack von Nagler, die bleiben geschont (okay fürs BinOptic sind die dann schon gut *lach*)

Aber das kleine 18 Vixen-Ortho in 0"96 oder die anderen aus der Serie, das uralte 6er und 12 Celestron/Tani Kellner und auch die Zeiss-Orthos ... ach die machen Spass.
Natürlich nix mit 100° und diese komfortablerem Einblick. Aber stört mich nicht.

Und dann in 1 1"4 die Eudiaskopischen, die Ultimas ... alles "alte Socken". Meade Research Grade Orthos aus z.T den 50ern - richtig knackescharf.
Tja - langsam wird man so alt wie seine älteren Okulare ... vielleicht besteht da eine Verbindung ;-)))??

Greetzles Hannes

PS nur einen modernen Ausreisser in 1 1"4 habe und nutze ich - das SVBony 3-8er Zoom. Das ist ein wirklich gutes Okular insbes. am DS, aber auch am Mond/Planeten. Eines meiner Meistgenutzten.
 
Hey-ho!

Hannes, wie wahr.
Das SVBony Zoom habe ich auch und mag es sehr an den Planeten. Es geht wie Hulle am Telementor! Und es ist das einzige Okular, das ich jemals neu gekauft habe - weil ich es gebraucht auf die Schnelle nicht kriegen konnte. Und ungeduldig war ...

Grüße!
Urs
 
Moinsen Tom,
jo, d a s Oki habe ich mich tatsächlich auch neu gekauft - weil: da musste selbst "ebay-kleinanzeigen" passen. Und wenn man das dann umbedingt haben möchte, muss man eben neu kaufen und mehr latzen.
Aber diese 167€ habe ich bislang keine Minute bereut ;-))

Greetzles Hannes
 
Moin! Die kleinen Spectros waren meine Arbeitspferde (damals durfte man die noch so nennen :censored:), als ich noch regelmäßig Planeten und Mond gezeichnet habe. Für Jupiter und Mars waren sie unschlagbar (ich habe allerdings noch nie Zeiss Abbé's erlebt). Ich habe sie verkauft, als sich mein Beobachtungsspektrum änderte. Ich erinnere mich aber gut, daß sie sehr farbneutral waren und eine sehr gute Transmission hatten.
Gruß, Michael
 
Ich wärme mal kurz diesen Thread auf. Ich habe nämlich die letzte Nacht damit verbracht, die komplette 0,965" Tak MC Ortho Serie (von 25mm bis Hi-Or 2,8mm) mit der 0,965" Pentax SMC Ortho Serie (25mm bis 5mm) am beinahe-Vollmond und Saturn zu vergleichen. Der beinahe-Vollmond ist ein gutes Objekt für solche Vergleiche, denn er bietet hochinteressante Kraterdetails in starker perspektivischer Verkürzung an der nicht ganz vollen Seite, in Verbindung mit dem harten Helligkeitskontrast zum Himmelshintergrund, sowie starke Albedo-Kontraste auf der Mondoberfläche.

Da mich besonders die Tak MC Hi-Or 2,8 und 4 interessierten, kam ein Takahashi FS-60 Fluoritrefraktor zum Einsatz. Mit seiner 355mm Brennweite, folglich F5,9, ist dies das richtige Instrument für 2,8mm Okularbrennweite.

Die Tak MCs gefielen mir in dieser Situation durchgängig besser als die Pentax SMCs! Ein Grund: sie haben unter Vollmondbedingungen ein angenehmeres Einblickverhalten weil die Augenlinse vertieft ist. Auch das um einen Hauch größeres Feld hilft am Mond. Die minimal wärmere Tönung schadet ebenfalls am Mond nicht.

Beim Herauskitzeln feinster Details bei 5mm Okularbrennweite bildete ich mir gelegentlich ein, dass mit dem 5mm Pentax SMC Ortho vielleicht ein Hauch mehr ging. Aber es war jedesmal entspannend zum 5mm Tak MC Ortho zurück zu wechseln.

Darunter gibt es keine Pentax SMC Orthos, aber ein Pentax XP 3,8mm. Hier bekommt das Tak Hi-Or 4mm Konkurrenz! Im XP war tatsächlich durchgängig etwas mehr an feine Details zu sehen. Allerdings bei 5% mehr Vergrößerung, also nicht ganz fair. Und dann kam das Hi-Or 2,8mm, welches wiederum sehr deutlich mehr zeigte als das XP 3,8.

Nebenbei spielte das Nagler 3-6mm Zoom in diesem Vergleich mit. In dieser Nacht zeigten sich die Tak MC Orthos in den Brennweiten 5mm und 4mm dem Nagler - welches ich für ein sehr gutes Zoom halte - in diesem Teleskop und an diesem Objekt ebenbürtig.
Das Tak Hi-Or 2,8mm hat irgendwie eine Sonderstellung, denn es war in dieser Nacht dem Nagler Zoom auf der 3mm-Einstellung in einer Weise überlegen, die nicht mit der marginal geringeren Vergrößerung zu erklären ist.

On the Moon, 0.965" rulz, and Tak MC rulz!

Freilich: die Takahashi TOE 4mm und 3,3mm (das TOE 2,5mm kenne ich noch nicht) vereinen die Vorzüge der Tak MC und Pentax XP/SMC Orthos - sie zeigten in dieser Nacht die Abbildungsleistung der Pentaxe, verbunden mit mehr Feld und noch angenehmeres Einblickverhalten wie die Tak MC. Das sind mal geile Okulare! Doch leider nur in 4mm, 3,3mm und 2,5mm erhältlich. Und wir sind hier im Oldtimerboard, also sind TOEs verboten ;)

Grüße, Christopher
 
hallo Christopher,
da ich letzte Woche gerade durch ein TOE 4mm geschaut habe : hast du auch bemerkt, daß die Linsenoberfläche den Lichtreflex im Auge zurückstreut ? Das fand ich so störend , daß ich die gleich wieder zurückgeschickt habe. An den Baader Genuine ist mir sowas nicht aufgefallen, wie verhalten sich da die Anderen ?
vG Alex
 
Hallo Alex,
das ist mir noch nicht störend aufgefallen, aber ich achte dann mal vermehrt drauf und melde mich hier falls ich Unterschiede in dieser Beziehung sehe. An welchem Objekt fiel Dir das auf? Vermutlich ein Planet? Und bei welcher Austrittspupille?
Gruß, Christopher
 
Liebe Sternfreunde,

vielen Dank für die hochinteressanten Threads und Vergleiche. Dass die alten 0.965-Okulare wirklich gut sind, kann ich aus früheren Beobachtungen bestätigen.

Ein aus meiner Sicht wesentlicher Aspekt wurde bisher hier jedoch nicht betrachtet: Der Augenabstand und somit die Brillenträger-Tauglichkeit. Ich habe starken Asti im Auge und kann ohne Brille am Teleskop praktisch überhaupt nicht sinnvoll beobachten. Daher muss z.B. für mich ein Okular einen Augenabstand von mindestens 15-16 mm haben, damit ich es vernünftig nutzen kann.

Aus diesem Grund habe ich mich schweren Herzens von meinen Baader Genuine Orthos getrennt. Ich halte sie an Mond und Planeten auch rückblickend für die besten Okulare, die ich bisher nutzte. Trotz "nur" 40° Eigengesichtsfeld. Mir ist die Abbildungsleistung wichtiger als ein maximales Gesichtsfeld.

Die beschriebenen, alten Okulare haben meiner Erfahrung nach einen Brillen-untauglichen Augenabstand, sieht man mal von den 30- und 40mm-Varianten ab. Oder sind die genannten Okulare auch hier rühmliche Ausnahmen?

Wie es vor einiger Zeit hier im Forum mal geschrieben wurde: Das wichtigste bei der Himmelsbeobachtung ist das Erleben, unabhängig von der Teleskopöffnung. Das zeigt dieser Thread mehr als deutlich.

VG Christian
 
Hallo Christian,

Da sprichst Du ein wichtiges Thema an und leider ist es so, wie Du schreibst…da wird es ganz schnell dünn mit dem Augenabstand bei den 0,965“ Okularen.
Ich will schon eine ganze Weile mal testen, wie sich der Einsatz einer Barlow hierauf auswirkt - meine gelesen zu haben, dass sich durch die Barlow der Augenabstand verändert - und dann noch ein weiterer Tipp für hochwertige Okulare mit wenig Glas aber für Brillenträger möglich: Mikroskopokulare, die für Brillenträger geeignet sind.
Leider fehlt mir die Zeit für alle Tests und Versuche, die ich dazu vorhabe, aber ich hatte in der Nacht auf Samstag schöne, detailreiche Beobachtungen am Mond mit Mikroskopokularen.
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Das die ganzen Zeiss S-PL, E-Pl, W-Pl und OPMI tolle Bilder liefern ist ja bekannt, aber die sind meist auch kostspielig.
Hier mal Okulare, die ich günstig gefunden habe und die tolle Bilder machen, ohne den oft bei Mikroskopokularen vorhanden Ring-of-Fire, der am Mond doch ablenken / stören kann.
10x entspricht 25mm Brennweite, aber da kommt dann wieder die Barlow oder ein Multi-Zoom ins Spiel ;)

Also es gibt sie, die Möglichkeiten auch für Brillenträger, nur leider nicht so einfach.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Frank,

das mit der Barlow Linse ist richtig. Sie rückt tatsächlich die Austrittspupille noch ein wenig von der Augenlinse des Okulars ab. Da machen ja wenige Millimeter oft schon einen entscheidenden Unterschied. Bei den alten, kleinen Okularen verwende ich lieber eine gute 2x Barlow statt der Okularbrennweiten so unter 8mm. Die Qualität der Barlow Linse ist aber entscheidend; da werden ja kleineren Fernrohren heute oft grausige einlinsige Exemplare mitgegeben.

CS Gerhard
 
Ein aus meiner Sicht wesentlicher Aspekt wurde bisher hier jedoch nicht betrachtet: Der Augenabstand und somit die Brillenträger-Tauglichkeit. Ich habe starken Asti im Auge und kann ohne Brille am Teleskop praktisch überhaupt nicht sinnvoll beobachten. Daher muss z.B. für mich ein Okular einen Augenabstand von mindestens 15-16 mm haben, damit ich es vernünftig nutzen kann. ... Die beschriebenen, alten Okulare haben meiner Erfahrung nach einen Brillen-untauglichen Augenabstand, sieht man mal von den 30- und 40mm-Varianten ab. Oder sind die genannten Okulare auch hier rühmliche Ausnahmen?
VG Christian
Lieber Christian,

das 0,965“ 18mm Pentax SMC Ortho und besonders das 0,965“ 25mm Pentax SMC Kellner sind tatsächlich rühmliche Ausnahmen. Ich benutze diese gern mit Brille. Lasse Dich nicht von der Bezeichnung "Kellner" abschrecken. Das Pentax SMC K-25 verhält sich am Teleskop so wie das Pentax SMC O-18 - welches seinerseits eine ganz hervorragende Abbildungsqualität hat.

Die Brillentauglichkeit liegt daran, dass die Augenlinsen der 0,965“ Pentax SMC O/K-Serie durchgängig dicht unterhalb der Oberkante des Okularkörpers liegen. Die Gummilippe am oberen Rand der 0,965“ Pentax SMC O/K-Serie hilft ebenfalls bei Brillennutzung.

Ich habe irgendwo gelesen, dass Kellner-Okulare als Faustregel einen Pupillenabstand (Pab) von 0,45 x Okularbrennweite aufweisen, orthoskopische Okulare 0,8 x Okularbrennweite. Das wären nur 11mm beim K-25 und 14mm beim O-18. Doch mein Eindruck ist, dass das Pentax SMC K-25 mehr Pab hat als das O-18.

Die 0,965“ Takahashi MC Orthos haben in den längeren Brennweiten tief versenkte Augenlinsen. Das macht sie leider brillen-untauglich.

Gruß, Christopher
 
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