erstes Teleskop für allgemeine Himmelsbeobachtungen

radlertrinker

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

mein Sohn wünscht sich ein Teleskop. Nach einigern Recherchen bin ich mir sicher, dass es wegen der einfachen Bedienung ein Dobson-Modell werden soll.
Oft wird auch ein gutes Fernglas auf einem Stativ empfohlen, aber wie gesagt, er wünscht sich ein "echtes" Teleskop.

Aktuell sind deshalb folgenden Modelle in der engeren Wahl:

1. Skywatcher N 100/400 Heritage DOB (ca. 180€)
2. National Geographic N 114/500 Kompakt (140€)

3. Omegon Mini Dobson Montierung II mit einem Omegon Maksutov Teleskop MC 90/1250 OTA (zusammen ca. 230€)

Die beiden ersten sind Speigelteleskope, Nr. 3 ein MAK-Teleskope. Soweit habe ich bereits recherchiert; auch das Maksutov als Allrounder gelten.
Könnt ihr mir Tipps geben was mit den genannten Modellen geht und was eben nicht - bin für jeden Hinweise dankbar.

Viele Grüße und klare Nächte
Daniel
 
Hallo Daniel,

die Recherche war doch schon ganz gut, allerdings würde ich von allen drei favorisierten Modellen abraten und eine Alternative empfehlen:

Skywatcher Heritage 130P oder besser 150P

Das Modell hat einige Vorteile gegenüber dem 100/400er Heritage
- vollständig kollimierbar
- mehr Öffnung, daher deutlich lichtstärker
- mehr Brennweite, daher besser mit Okularen zu versorgen (kurzbrennweitige Okulare, benötigt für höhere Vergrößerungen, haben meist einen sehr kleinen Augenabstand und damit ein ungemügliches Einblicksverhalten)

Der Okularauszug ist gewöhnungsbedürftig, aber tut was er soll.

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Modellvergleich: Heritage 150, Heritage 130, Heritage 76

Der Maksutov ist okay, hat aber ein schlechtes Verhältnis von Öffnung zu Obstruktion (Verschattung durch den aufgedampften Sekundärspiegel). Hier wäre das Modell 102 mm oder 127 mm zu bevorzugen.

Die beste Wahl wäre wohl aber ein Skywatcher 200P Classic Dobson, welcher auch oft in sehr gutem, gebrauchtem Zustand zu bekommen ist.

Für die visuelle Beobachtung gilt: Kauf so viel Öffnung wie bezahlbar und tragbar.

Beste Grüße und allzeit klaren Himmel,

Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Daniel,

sehr gut, dass du erst einmal hier nachfragst und nicht gleich so ein typisches Kaufhaus-Teleskop geholt hast.

Wie alt ist denn dein Sohn ?
Woher kommt das Interesse ?

Hat er schon einmal durch ein Telesskop gesehen und weiß was ihn erwartet ?
Oder ist er von Bildern, wie z.B. die hier im Forum, begeistert ?

Das wäre wichtig um Enttäuschungen durch falsche Erwartungshaltung zu vermeiden.
Zeichnungen und Livebilder geben eher den visuellen Eindruck wieder.

Ansonsten ist ein kleiner Dobson eine gute Wahl.
Keine Wackelmontierung, der steht stabil.
Meist ist auch das Zubehör recht sinnvoll gestaltet, selten sieht man da z.B. so komische 4mm Okulare + schlechte Barlow wie bei manchem Kaufhaus-Linsenteleskop.

Gruß,
Holger
 
Hallo Daniel,

Ralf und Holger haben bereits hilfreiche Bemerkungen gemacht.

Das Alter deines Sohnes spielt schon eine entscheidende Rolle. Eine weitere Frage wäre, ob dein Sohn das Fernrohr nur für den Himmel benutzen will. Für Erdbeobachtungen (Vögel und anderes Getier z.B.) ist der Dobson wenig geeignet. Nachbarskinder meiner Tochter schleppen das ihnen von mir angedichtetes Linsenfernrohr (klein, russisch, solide) regelmäßig auch bei Tag durch die Landschaft. Das ist aber etwas anderes als der Plastik Schrott, den viele Händler für Kinder anbieten!

CS Gerhard
 
Da ich inzwischen Erfahrungen habe, mit Kindern am Teleskop und ab und an welchen ihr Teleskop erkläre von 7-12 waren da schon Kinder bei mir, rate ich von allen und auch dem 150er Heritage ab.

Die vorgeschlagenen Dobson haben alle ein schnelles Öffnungsverhältnis f4. Der Heritage mag justierbar sein dennoch kritisch und für eine gute Sternabbildung braucht es hochwertige (teure Okulare) der Auszug ist zudem imgrunde nicht existent. Die Brennweite von 400mm ist auch nicht gut, gerade und das ist meine Erfahrung wen die Kids Planeten beobachten möchten (Planeten und Mond machen die Kinder sehr gerne) sehr kleine Kinder sind auch von Bunten Sternis (Zitat eines 4 Jährigen) fasziniert), ist eine hohe grundbrennweite 700mm + ganz gut. Ansonsten kann man wirklich eher ein Fernglas nehmen.

Aber jetzt noch viel wichtiger, das Beobachten aufsuchen und einstellen der Objekte muss Spaß machen dafür muss das System gut zusammen passen, also mechanik der Montierung, Stativ…

Das bedeutet entweder gebraucht (da gibt es welche für 200-400€ (mehr oder weniger das gleiche alles inordnung ernsthafte Schäden erkennt man schnell) klassische Volltubus Dobson Kindern würde ich zu 6“ f6 raten 8“ gibt es dafür wie Sand am Meer.

Oder einen langsamen also f7 - f15 Refraktor auf Paralaktischer oder guter azimutaler zumbeispiel ne Giro Montierung von Giovani. Auf ordentlichem Stativ.

Okulare sind ein eigenes Thema

Clear skies
Felix
 
Volltubus Dobson Kindern würde ich zu 6“ f6
Das war auch mein Gedanke. Der Skywatcher Dobson SkyLiner-150P ist sogar gerade bei Teleskop-Spezialisten für 323 Euro im Angebot.
Dabei sind die Beilagenokulare Super 10 & 25mm. Sicher keine High End Okulare aber wirklich sinnvolle Brennweiten, gut verwendbar und mein Super10 ist gar nicht so schlecht, vor allem bei dem Öffnungsverhältnis sind die Anforderungen an die Okulare nicht sehr hoch.

So sinnvoll ein Fernglas sein kann, ich glaube nicht, dass man damit ein Kind beeindrucken kann.

In der Rockerbox macht so ein Röhrchen schon was her und steht schön stabil.
Als ich mit 16 Jahren von meinen Eltern mein erstes Teleskop geschenkt bekommen hatte war das ein 114er Spiegelteleskop auf EQ2 Montierung auf Alu-Stativ.
Halt der typische Wackeldackel. Das Teil ist mir nicht nur einmal umgekippt.:D

Gruß,
Holger
 
Die Heritage 130 und 150 sind F5 und liefern auch mit einfachen Okularen schöne Blicke. Es liegt eine Kollimationshilfe ebenso wie eine gute Anleitung.
Wenn es ins Budget passt und auch von der Größe zu handhaben ist würde ich auch eher den Classic Dob 150, besser 200 raten. Die Heritage sind gut, weil kompakt und leicht zu transportieren.

CS, Ralf
 
Hallo zusammen,

vielen Dank schonmal für eure Antworten - wirklich super hilfreich!

Also, mein Sohn ist 7 Jahre und er ist seit einiger Zeit an allen Themen rund um Planeten, Weltraum und Raumfahrt sehr interesiert.
Durch ein Teleskop hat er noch nie gesehen. Daher weiß er vermutlich auch nicht was Ihn erwartet.

Ich gehe davon aus, dass die Fotos, Zeichnungen und Abbildungen in Büchern nicht mit dem Blick durch ein Teleskop zu vergleichen sind.
Wenn man die Erwartung hat durch das Teleskop ein "gemaltes Sternen-Panorama" zu sehen, wird man höchst wahrscheinlich entäuscht sein.

Modellvergleich: Heritage 150, Heritage 130, Heritage 76
Super, danke für das Foto. Das Heritage 150p sieht aber schon mächtig aus und das Skywatcher 200P Classic Dobson ist ja ein richtiger Brocken. Auch das Volltubus 150P wiegt schon um die 20kg - das nimmt man bei Bedarf nicht mal eben wo mit. Ich habe leider keine Abmessungen der beiden gefunden. Wie lang oder groß sind die denn?

Die Classic Dobson sind auch eine Preisklasse höher - was nicht heißen soll, dass der Preis nicht gerechtfertigt wäre. Gleiches gilt für die beiden Maksutov 102mm und 127mm.

Das Heritage 130P scheint mir ein guter Kompromiss zu sein und liegt auch innerhalb meiner Budgetvorstellung (maximal 250€). Auch wenn hier vielleicht etwas Abstriche im Vergleich zu den Classic zu machen sind.
1. Ginge das Heritage 130P denn auch ab und zu mal für Naturbeobachtungen?
2. Gibt es Zubehör welches gleich zu Beginn sinnvoll und empfehlenswert ist wie bspw. bessere oder andere Okulare?

So sinnvoll ein Fernglas sein kann, ich glaube nicht, dass man damit ein Kind beeindrucken kann.

In der Rockerbox macht so ein Röhrchen schon was her und steht schön stabil.
Die Aussage triffst genau ins Schwarze ;-)

Ich will keine 100€ für wackeliges Gelumpe ausgeben, aber mit einem moderaten Anspruch auch nicht gleich ein Vermögen investieren. Wie immer gibt es nach oben keine Grenzen und oft noch etwas besseres als man dann schon hat. Und natürlich hat auch jeder andere Ansprüche - was dem einen vielleicht schon reicht, lässt ein anderer links liegen.

Beste Grüße
Daniel
 
Hallo Daniel,

Ein Newton/Dobson ist für die Naturbeobachtung nicht geeignet, hier führt kaum ein Weg am Maksutov vorbei.
Bei den Heritage Dobs ist ein 10 und 25 mm Super Plössl Okular dabei, für den Start kommt man damit schon recht weit. Entdeckt erstmal damit die Welt bevor weiteres Zubehör angeschafft wird. Ich nutze am Hertiage 130 (ist mein grab'n'go Schnell-Spechtel-Teleskop) das TS HRZ 7,2-21 mm Zoom und das SVBony 215 ... letzteres wäre meine Empfehlung. ABER: Zoomokulare an einem drehbaren Okularauszug sind sehr gewöhnungsbedürftig! Eine 5 mm Festbrennweite würde die Standardokulare auch sehr gut ergänzen. Ein Mondfilter 1,25" mit ND 0,3 halte ich noch für sinnvoll.

Thema Kinder und Teleskope ... Kinder haben ein klares Bild wie ein Teleskop auszusehen hat vor Augen und das ist ein Linsenteleskop mit rückwrtigem Einblick. Das bietet der Dobson nicht, jedoch das besser aufgelöste und hellere Bild, nur an den seitlichen Einblick muss man Kinder heranführen.

CS, Ralf
 
Hallo Ralf,

ok, dann bleibt es erst einmal bei den mitgelieferten Okularen. Die bei teleskop-spezialisten geben sogar auf Wunsch einen Mondfilter kostenlos dazu.

Mit der Vorstellung der Kinder hast du vermutlich recht. Ich denke wenn er die ersten Male durchgeschaut hat wird der seitliche Einblick kein Problem sein. Das macht er dann ja auch nicht allein. Und das bessere Bild trägt dann auch zum einem positiven Erlebnis bei.

Ich schwanke jetzt aber doch noch zwischen dem 130P oder dem 150P. Der Preisunterschied wären 70€. :confused:

clear skies
Daniel
 
Tja, der 150er zeigt mehr, dafür ist der 130er zugaänglicher ... was meine ich damit?

Beides sind Table-Top Dobson, man stellt sie auf einen Tisch, eine Unterlage, damit sie höher kömmen. Das ist auf jeden fall im Winter und bei frischen Temperaturen angesagt. Wenn es aber warm ist werf ich einfach eine Decke auf die Wiese und stell den 130er neben mich, egal in welcher Position und Höhe, ich kann im Sitzen immer reinschauen (bin 1,86m). Beim 150P schaffe ich das im Sitzen in Zenithnähe leider nicht mehr.
Bedenke aber, für mich ist der 130er Reisebegleiter und was auf die Schnelle, Öffnung löst besser auf, zeigt hellere Bilder und damit ist mehr zu erkennen. Im 150er sind die Objekte im Schnitt 30% heller und das ist viel wert.

CS, Ralf
 
Also, mein Sohn ist 7 Jahre und er ist seit einiger Zeit an allen Themen rund um Planeten, Weltraum und Raumfahrt sehr interesiert.
Ok, noch sehr jung aber warum nicht.
Heute ist es ja schwierig bei den großen Angebot an Hobbys / Technik usw... da die Kinder bei der Stange zu halten.
Kann natürllich sein, dass das am Anfang kurz interessant ist und dann schnell in einer Ecke verschwindet.
Da wäre es natürlich vorteilhaft wenn du selbst auch daran Interesse hättest.

Wichtig wird natürlich sein da Abwechslung zu bieten und zu wissen welche Objekte sich richtig lohnen.

Die Freeware Stellarium ist da sehr hilfreich. Zeigt dir genau den Himmel vor Ort. So können die Sternbilder erlernt werden, sehr wichtig zum Auffinden der Objekte.
Außerdem kann man damit die Beobachtungen planen, da man die zeit vorstellen kann.
Bei Planeten gibt es beim Jupiter Mondereignisse die Abwechslung bieten.
Befindet sich z.B. in ein paar Tagen der größte Mond Ganymed vor der Jupiterscheibe, wirft noch einen Schatten auf den Planeten, schon hat man ein neues Ziel vor Augen, der Kleine freut sich dann vielleicht auf das Ereignis.

Der Mond bietet je nach Phase immer wieder andere Krater an der Schattengrenze (Terminator). Dadurch wirken die Krater anders, werfen lange Schatten usw....
Das bietet für den Nachwuchs wahrscheinlich den größten WOW-Effekt.
Auch da gibt es Freeware: Virtual moon atlas
Da kannst du genau sehen welche Krater am Abend interessant sein könnten und auch die Namen kennenlernen.

Saturn mit den Ring und Mars mit verschiedene Seiten zur Ansicht. Da gibt es schon viel zu entdecken.

Deepsky, ja das könnte schon eher enttäuschend werden. Viele Objekte wirken auf den Fotos spektakulär aber visuell sind es nur milchige Flecken.
Besonders die großflächigen Objekte. Da sollte man schon vorher wissen, was sich da lohnt.
Z.B. der Orionnebel, Kugeslsternhaufen, Ringnebel in der Leier.
Manchmal ist das eigene Auffinden eines Nebels auch interessanter als der tatsächliche Anblick.
Auch da kann Stellarium hilfreich sein. Die Sternbilder als Orientierung und mit dem sogenannten Starhopping zum Ziel finden.

Ich würde aber vermuten, dass deinem Sohn mehr Planeten / Mond begeistern wird.

Jetzt zum möglichen Dobson.
Kinder haben ein klares Bild wie ein Teleskop auszusehen hat vor Augen und das ist ein Linsenteleskop mit rückwrtigem Einblick.
Könnte sein. Das wird in vielen Filmen so vorgegeben. Da rege ich mich immer drüber auf wenn da im Hintergrund diese 08/15 Wackeldinger rumstehen.
Aber mehr Öffnung zeigt so viel mehr, da wäre mir der Einblick egal.

Aber wie sieht es denn vor Ort aus ?
Ist genug Platz vorhanden, also Terasse / Garten, größerer Balkon ?

Ist jetzt die Frage Tischdobson zu Standard-Dobson. Preislich liegen zumindest der 150er sehr nah beieinander.
Und da macht für mich der 150er Standard Dobson mehr Eindruck. Außerdem ist er mit der längeren Brennweite besser für Mond & Planeten geeignet.

Auch das Volltubus 150P wiegt schon um die 20kg
ca. 6 kg der Tubus und 10kg die Rockerbox. Das lässt sich ja getrennt transportieren. Rockerbox im Kofferraum und Tubus auf den Rücksitz, alles kein Problem.
Den Tubus kannst du locker unter den Arm klemmen, also wenn zu Hause Platz dafür da ist, lässt sich der Dobson schnell aufbauen.
Die Lagerung sollte das natürlich auch ermöglichen. Also möglichst griffbereit, ich lagere meine Teleskope in der kühlen Garage.
So sind die immer schon ausgekühlt und damit sofort startklar.
Ganz nach dem Motto: Je einfacher der Aufbau desto häufiger wird auch beobachtet.

Weiteres Zubehör würde ich erst einmal nicht dazukaufen. Mit 10mm & 25mm ist ein guter Anfang gemacht.
Falls das Interesse bleibt kann nachher immer noch gezielt nachgelegt werden.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab den 200P oft in einem kleinen, alten Opel Corsa transportiert, Tubus auf dem Rücksitz, Rocker im Kofferraum. Das geht schon.
 
Also, mein Sohn ist 7 Jahre und er ist seit einiger Zeit an allen Themen rund um Planeten, Weltraum und Raumfahrt sehr interesiert.
Durch ein Teleskop hat er noch nie gesehen. Daher weiß er vermutlich auch nicht was Ihn erwartet.
Dann wäre mein allererster Gedanke der Besuch einer Führung auf einer Sternwarte an einem klaren Abend, um mal durch ein Teleskop zu schauen – und möglichst nicht nur Mond und Saturn anzuschauen, sondern auch irgendwelche Sternhaufen/Galaxien.

Liste der astronomische Vereine in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat eine Liste von Vereinen für den deutschsprachigen Raum. Keine Ahnung, wo du bist – falls du z.B. im Raum Heilbronn bist, dann ist die Heilbronner Sternwarte heute bei der Waldnacht auf dem Heuchelberg: Robert-Mayer-Sternwarte (PDF-Flyer), Eintritt ist frei und die Wetterprognose optimistisch.

Mit etwas Glück wird dann auch klar, ob bei einem Newton überhaupt der Funke überspringt, und ob gleich ein endgültiges Gerät gesucht wird (der 8"-Dobson ist toll zum Beobachten, aber schon voluminös und sieht halt nicht nach Teleskop aus), oder ein kleiner Refraktor, der weniger zeigt, aber auch bei Tag für die Natur genutzt werden kann.

Clear Skies,
Alex
 
Als Alternative würde ich für den Start ein Spektiv mit Winkeleinblick vorschlagen. Sowas ist leicht handhabbar und ermöglicht schon ganz passable Blicke an den Himmel. Meist mit Zoomokular bis ca. 60-80x-fache Vergrößerung schauen z.B. der Mond oder Sternhaufen schon spannend aus. Die Öffnung sollte man nicht unter 80mm wählen.
Klar, da gibt es die High-End-Gerätschaften für vierstellige Summen von den bekannten Marken, aber auch brauchbare Budget Versionen. Und ich denke, der 7-Jährige stört sich nicht zu sehr an einem Hauch Farbsaum am Mondrand ;)
Weiterer Vorteil so eines Gerätes: es ist robust, kann prima für Naturbeobachtungen genutzt werden und bleibt später, wenn die Astronomie tatsächlich gezündet hat, ein feines Zweitgerät neben einem dann "richtigen Teleskop".
 
Hallo Daniel,

Martins Hinweis auf ein Spektiv ist durchaus hilfreich. Das muss auch keines mit 80mm Öffnung sein. Ich habe z.B. das TZZ55 von Teleskop Express schon seit vielen Jahren. 55mm Öffnung, 18-54fache Vergrößerung, recht gute Abbildung und ein kleines Stativ mit Feinbewegung in Höhe dabei; das gibt es z.Zt. beim Teleskop Express für € 135,-. Bei meinem habe ich mir noch ein Austausch Okular für große Felder gebastelt, das man einfach statt des Zoom Okulars anschrauben kann. Das bringt dann bei ca. 15faher Vergrößerung gut 3° Gesichtsfeld am Himmel.
Mond, Saturnringe, Jupiter Monde und die beiden Hauptbänder, Venus Phasen, Plejaden, Orionnebel ....., alles schön anzusehen.

CS Gerhard
 
Hallo,

ich bin auch eher für ein Gerät, was man tagsüber zusätzlich als Spektiv einsetzen kann.

Warum nicht einen einfachen 80/400 Fraunhofer? Die sind sehr leicht und gebraucht für 100 Eur zu haben. Dazu eine einfache kleine azimutale Montierung, die man auf ein vorhandenes Fotostativ schrauben kann.

Das wäre ein leichtes und einfach zu bedienendes Setup. Keine Schlepperei, kein auwändiger Aufbau, keine Justage.

Ein Newton wäre IMHO dann sinnvoll, wenn sich abzeichnet, dass Interesse für die Astronomie da ist - und da muss es auch nicht gleich das 8" Monster sein, wie für einen Erwachsenen, der schon weiß was er will und wie man sowas einsetzt.

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum nicht einen einfachen 80/400 Fraunhofer
Farbfehler, des Grauens. Ich wiederhole mich meiner Erfahrung nach möchten Kinder in dem Alter vor allem den Mond und Planeten beobachten, deshalb bleib ich nach Besuch eines Vereins (bin selbst ein nich eingetragener 64658 Sternwarte Fürth odenwald)

Einen 6“f6-f8 Dobson oder einen langsamen Refraktor mindestens f7 besser f10+

Damit machen Planeten und Mond für ein Kind durch aus Spaß. Einer der Kids die bei mir wahren 9Jahre, hat so ein setup, von mir auf unbestimmte Dauer ausgeliehen und gerade am Mond sehr viel Freude, wie ich höre
 
Hi

Kinder in dem Alter bleiben eher nur bei dem Hobby / Interesse , wenn die Eltern das Hobby teilen.
Insofern, wäre es m.E. ratsam über die künftige Ausübung nachzudenken und die Nachhaltigkeit des Interesses zu prüfen.
Sonst wird wie so oft, etwas angeschafft und es lohnt am Ende kaum und verstaubt im Keller.
Sternwartenbesuche oder Astronomiegruppenbesuche erscheinen mir vor dem Kauf sinnvoll.
CS
 
Hallo Daniel,

lass dich von Felix nicht verunsichern. Auch so ein 80/400 Fraunhofer kann ein sehr schönes Einstiegsgerät sein. Natürlich hat der einen Farbfehler, dafür zeigt er bei schwacher Vergrößerung große Felder am Himmel. Auch so bis 50fache Vergrößerung finde ich das Bild durchaus erträglich. Hier im Forum gibt es z.Zt. einen für € 70,-. Da braucht man dann natürlich noch ein Stativ, ein Zenitprisma und 2 Okulare (25mm und 10mm wäre sinnvoll).
Solch einen 80/400 habe ich einer Freundin als Ergänzung ihres 60/700 angedichtet, und sie benutzt ihn regelmäßig für das, was er gut kann. Ich habe die 2 größeren Brüder 105/500 und 120/600, die aber schon wieder einen solideren Unterbau benötigen. Damit schaue ich vor allem Nebel , Sternhaufen und Doppelsterne. Wenn ich zu faul zum Umbauen bin, geht damit aber auch Jupiter, Saturn, Venus, Mond.

Wenn es bei mir schnell gehen muss, greife ich mir immer meinen 70/500 Fraunhofer (Skywatcher). Der lief mir hier im Forum für € 20,- zu. Auf einem Video Stativ (Phillips aus 1970ern vom Flohmarkt) steht der solide und der Video Kopf ist stabil und feinfühlig verstellbar (Dobson Gefühl).

Es gibt also verschiedene preiswerte Möglichkeiten einzusteigen und dabei Spaß zu haben. Mark F (siehe oben) hat sich übrigens damals auch von mir raten und helfen lassen und hat es, glaube ich, nicht bereut.

CS Gerhard
 
Hallo Gerhard,

genau so sehe ich das auch! Eines meiner ersten Teleskope war ein Sky-Watcher 80/400 StarTravel. Ist natürlich ein Farbwerfer und mein aktueller 102 f/7 Triplet Apo für 1900 Eur (nur der Tubus) Neupreis hat eine schönere, farbreine Abbildung.

Aber manchmal trauere ich dem 80/400 trotzdem etwas nach, denn der wiegt 1 kg, ist schnell in den Rucksack gesteckt und kann auf ein leichtes Fotostativ gepackt werden. Also ein Rundum-Sorglos-Teleskop.

Für Anfänger und gerade Kinder sicher keine schlechte Wahl!

CS.Oli
 
Hallo zusammen,
sorry, dass ich mich jetzt lange nicht mehr gemeldet habe. Die letzten Wochen war bei mir viel los.
Nach einigen Überlegungen über ein mögliches Teleskop habe ich mir zwei Konfigurationen „ausgedacht“:

1. Variante: Ein Spektiv wie das TSSP55Z (135€) oder Eschenbach Novalux 415 (gebraucht ca. 80€)

2. Variante: Omegon Mini Dobson Montierung II & ein Skywatcher AC 80/400 StarTravel OTA (zusammen ca. 230€)

Wie komme ich dazu:
Die Classic Dobsons wären natürlich super, aber diese sind uns einfach zu groß. Auch die Heritage Newton machen einen guten Eindruck, aber mit denen ist der Anfang vielleicht etwas schwieriger.
Die o.g. Tisch-Dobson-Montierung macht auf mich einen guten Eindruck: Kompakt, stabil und einfach zu bedienen. Es kann später bei Bedarf auf ein Fotostativ geschraubt werden.

Zur Optik:
Ein gutes Maksutov ist für den Start schon eine gewisse Investition und damit auch erstmal zurückgestellt. Die „kleineren“ Komplettsets à la Mightymak oder Acuter kommen dann auch nicht in Frage, da diese auch nur eine maximale Öffnung zwischen 80mm und 90mm haben. Auch die langen Auskühlzeiten bei den Maks sprechen für mich aktuell dagegen.

Das 80/400 scheint ein guter Einstieg und Kompromiss zu sein zwischen Lichtleistung und Vergrößerung. Man könnte es eben auch mal für die Naturbeobachtung einsetzen. Preislich liegt es auch im akzeptablen Rahmen. Und der Farbfehler tut am Anfang glaub ich auch nicht so weh ?.
Die günstigen Alternativen dazu wäre die beiden Spektive. Momentan tendiere ich eher zu Variante 2.

Vielen Dank Gerhard, Oli und Mark, dass ihr von euren positiven Erfahrungen mit dem 80/400 berichtet.
 
Ich denke deine Variante ist ok!

Nun, falls ihr irgendwann doch den alte Novalux 415 ergattern solltet, empfehle ich nachträglich den Umstieg auf 1,25" Zenitspiegel und Okulare. Dazu kann man das hintere Ende (1" Okukarauszug) rausdrehen und einen Adapter auf 1,25" eindrehen. Das macht noch mal ein besseres Bild. Das sieht mit Zoom Okukar und zurechtgebastelter Montierung mit Rotpunktsucher so aus:

1000033366.jpg
1000033368.jpg


Finde sieht recht "gefährlich" aus :)

Klingt nach einem guten Plan. Wünsche euch viel Spaß.

Viele Grüße Mark

PS: bei dem Teil kann man offenbar auch schlechte Exemplare ergattern. Meins gehört zu den guten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ergänzung:

Falls du mit deinen Kids noch etwas Orientierung am Nachthimmel lernen willst (so richtig analog) besorgt euch noch eine große drehbare Sternenkarte. Das geht auch mit der kostenlosen Stellarium App.

VG Mark
 
Jetzt wollte ich gestern das Skywatcher Teleskop AC 80/400 StarTravel OTA bestellen, da hat mir der wirklich freundliche Herr des Shops, in dem ich bestellen wollte, davon abgeraten. Problem bei dem Startravel ist wohl eine stark schwankende Qualität und dass man daran eben nichts einstellen oder nachjustieren kann. Das Teleskop kommt eben, wie es kommt.
Stattdessen wurde mir das Heritage 130P empfohlen, was schon mal in der engeren Auswahl war.

Meine Wunschkombination zum Starten wäre allerdings eine Dobson-Montierung mit einem Refraktor.
Darum auch der Gedanke das 80/400 mit der Omegon Mini Dobson Montierung II zu kombinieren.

Ist das wirklich so „schlecht“? Welche vernünftige Alternative gäbe es zum 80/400 Startravel?
Das AC 102/500 Startravel scheint sehr gut zu sein, aber auch deutlich teurer. Auch fraglich, ob das dann noch auf das kleinen Dobson-Gestell geht.

Das Novalux 415 ist gerade recht rar und wie Mark schon geschrieben hat kann man damit ebenfalls Pech haben.

Kann mich noch nicht so wirklich entscheiden...:rolleyes:
 
Hallo Daniel,

lass dich mal nicht verrückt machen. Wenn du den 80/400 neu kaufst und es ist wirklich eine Gurke, kannst du ihn zurückgeben.

Meinen hatte ich damals von einem Sternfreund aus der Schweiz gekauft. Der hat mir lange für das, was er kann, gute Dienste geleistet. Jetzt erfreut er schon eine ganze Weile eine Sternfreundin in Bayern, die damit noch immer sehr glücklich ist.

Trau dich einfach mal!

CS Gerhard
 
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