Hallo Peter
Danke, vor allem mit der Erklärung wird die Bildqualität mit Barlow klar
Werde die Mal wieder weglassen oder 2x2 binning machen
CS
Sascha.
Hallo Sascha,
ich habe mich allerdings bei Ganymed vertan. Einen Doppelstern mit 1.8" Abstand kannst Du schon auflösen bei einem Auflösungsvermögen von 1".
Ich versuche es nochmal anders zu erklären:
Das Auflösungsvermögen (Beugungsgrenze) ist gegeben mit A = 138["] / D[mm]. Das entspricht bei Deinem Teleskop ca 1".
Der Abstand zwischen den Pixeln auf dem Bilddetektor (CMOS-Kamera) bestimmt die Abtastrate. Nach dem
Nyquist-Kriterium sollte die
Sampling-Rate mindestens doppelt so hoch wie die Beugungsgrenze sein, um die Details ohne Alias-Effekte zu erfassen.
Danach sollte Jupiter mit einem aktuellen Durchmesser von 48" mindestens 2*48 = 96 Pixel groß sein. Theoretisch, wenn man ohne Atmosphäre aufnimmt. Durch das Seeing wobbelt der Planet auf den Einzelbildern des Videos. Das kann man durch
Drizzling softwaretechnisch verbessern, wenn man mit der Pixelgröße am Limit liegt. Das ist für die Rekonstruktion des Planeten mit der jeweiligen Software (Astrostakkert4, PlanetarySystemStacker) sicher hilfreich.
Ich würde aber empfehlen, das
Drizzling analog zu machen, also die Größe des Planeten auf dem Chip verdoppeln. Also in Deinem Fall den Jupiter ungefähr auf 150 Pixel abbilden. In Deinem Bild hat der Jupiter ca 250 Pixel im Durchmesser.
Das Problem bei zu großem f/D ist die Belichtungszeit der Einzelbilder oder das Gain. Bei gleichem Gain vervierfachst Du die Belichtungszeit bei doppeltem
f/D. Damit verwäscht des Einzelbild durch das Seeing. Da muss man einen Kompromiss finden.
Wenn man am
Nyquist-Kriterium ist mit der
Sampling-Rate, erhält man die maximal mögliche Auflösung. Dann kann man den Jupiter mit hilfe eines Resampling-Algorithmus das Bild zu Beispiel auf die doppelte Größe vergrößern. Theoretisch unterscheiden sich das Bild dann nicht von einem, das mit doppelter
Sampling-Rate aufgenommen wurde.
Ich hatte das
Jupiter-Bild von Mike auf die Hälfte verkleinert. Auf dem kleineren Bild findest Du alle Details vom Originalbild wieder. Für das Auge ist es aber besser, das Originalbild zu nehmen, um alle Details besser sehen zu können. Auch wenn die Auflösung dadurch nicht verbessert wird.
Ich habe eine Kamera gewählt mit 1.45µ Pixel. Das liefert bei f/D = 10 einen guten Kompromiss. Obwohl er 2µ auch schon täten. Je weniger optische Elemente, ja besser, habe ich mir gedacht. Ich brauche keine Barlow.
Wenn Du die Barlow weg läßt und dann dein Bild mit Software um einen Faktor 2 hochsamplest, wirst Du vermutlich das gleiche Ergebnis sehen. Bezogen auf die Auflösung. Man will ja auch keine "Briefmarke" haben.
Probiere es einfach mal aus. Es ist aber auch kein Fehler, das Öffnungsverhältnis zu vergrößern und damit die Abtastrate zu verkleinern. Wie Du es gemacht hat. Das kostet aber Belichtungszeit und bringt nicht mehr an Auflösung.
Gruß,
Peter