Jupiter vom 1.12.24

docsascha

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Hallo

Habe Jupiter (schaut wie Todesstern aus:)) in der Nacht auf den 1.12.24 gegen 0:43 mit dem C5 und einer 2x Ultima Barlow westlichen Wiener Stadtrand eingefangen
Kamera QHY-5III-678C (60s, Gain=73, Exposure=6,7210ms)
Astrostakkert4!
WaveSharp1
Frage: Eigendlich sind die 2µm Pixel (5 bis 7 x Pixelsize ist ideale Brennweite) zu klein für die 2500mm Brennweite, finde aber Bild nicht ungewöhnlich matschig für das C5
2024-11-30-2342_6-Jupiter_Mars_lapl4_ap460_WS.png
 
Danke für die Rückmeldung.
Winjupos fällt mir noch ein, hättest du sonst noch Tipps? Bin gerade am lernen und nach knapp 17 Jähriger Pause wieder aktiv geworden.
CS
Sascha
 
Hallo Sascha,

Dein Bild sieht so "matschig" aus, weil Du schon leer Vergrößerung im Bild hast. Mit dem C5 erreichst Du ca 1" Auflösung, mehr nicht. Dazu kommt noch das Seeing. Wenn das auch bei kleiner 1" liegt, ist es optimal. Trotzdem erreichst Du nur 1" Auflösung. Ganymed hat in Deiner Aufnahme ca 1.8". Ungefähr die Hälfte davon entspricht dem Auflösungsvermögen. Wenn Ganymed ein Doppelstern wäre, könntest Du den nicht auflösen mit Deinem Teleskop.

Man kann theoretisch davon ausgehen (Nyquist-Kriterium), das man linear 3*pixelsize = f/D. Wenn man puristisch ist, muss man die Diagonale nehmen: 3*1.4*pixelsize = f/D

Bei Dir wären das also pixelsize = 10./(3*1.4) = 2.4µ

Jetzt hast Du noch ein 2xBarlow eingesetzt, dann bist Du bei 4.8µ. Da hast Du dann das Drizzling schon frei Haus analog mit drin. Du kommst auch ohne Barlow aus, ohne an Auflösung zu verlieren. Die Barlow vergrößert nur das Bild ohne Zugewinn an Auflösung.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter
Danke, vor allem mit der Erklärung wird die Bildqualität mit Barlow klar
Werde die Mal wieder weglassen oder 2x2 binning machen

CS

Sascha.
 
Eigendlich sind die 2µm Pixel (5 bis 7 x Pixelsize ist ideale Brennweite) zu klein für die 2500mm Brennweite, finde aber Bild nicht ungewöhnlich matschig für das C5
QHY-5III-678C (60s, Gain=73, Exposure=6,7210ms)
Naja, die Belichtunsgzeit ist aber noch kurz genug um hohe Frameraten zu erreichen und auch von den Seeingschwankungen her absolut in Ordnung.
Werde die Mal wieder weglassen oder 2x2 binning machen
Nein kein Binning bei Planeten.
Das passt schon so, F20 ist bei den kleinen Pixeln zwar etwas mehr als nötig aber dein Bild ist doch gut aufgelöst.
In der Nachbearbeitung würde ich eher Potential sehen.

Wie viele Frames waren im Avi ?
Verwendungsrate beim Stacken ?

Welche Schritte bei der Nachbearbeitung, welche Software ?

Vor allem kannst du die Farbsättigung erhöhen, der Jupiter kommt etwas blass daher.
Kannst mir per PM ja mal das Summenbild als unkomprimiertes png File schicken und ich wende meinen Workflow an.

Gruß,
Holger
 
Hallo Peter
Danke, vor allem mit der Erklärung wird die Bildqualität mit Barlow klar
Werde die Mal wieder weglassen oder 2x2 binning machen

CS

Sascha.
Hallo Sascha,

ich habe mich allerdings bei Ganymed vertan. Einen Doppelstern mit 1.8" Abstand kannst Du schon auflösen bei einem Auflösungsvermögen von 1".
Ich versuche es nochmal anders zu erklären:

Das Auflösungsvermögen (Beugungsgrenze) ist gegeben mit A = 138["] / D[mm]. Das entspricht bei Deinem Teleskop ca 1".

Der Abstand zwischen den Pixeln auf dem Bilddetektor (CMOS-Kamera) bestimmt die Abtastrate. Nach dem Nyquist-Kriterium sollte die Sampling-Rate mindestens doppelt so hoch wie die Beugungsgrenze sein, um die Details ohne Alias-Effekte zu erfassen.

Danach sollte Jupiter mit einem aktuellen Durchmesser von 48" mindestens 2*48 = 96 Pixel groß sein. Theoretisch, wenn man ohne Atmosphäre aufnimmt. Durch das Seeing wobbelt der Planet auf den Einzelbildern des Videos. Das kann man durch Drizzling softwaretechnisch verbessern, wenn man mit der Pixelgröße am Limit liegt. Das ist für die Rekonstruktion des Planeten mit der jeweiligen Software (Astrostakkert4, PlanetarySystemStacker) sicher hilfreich.

Ich würde aber empfehlen, das Drizzling analog zu machen, also die Größe des Planeten auf dem Chip verdoppeln. Also in Deinem Fall den Jupiter ungefähr auf 150 Pixel abbilden. In Deinem Bild hat der Jupiter ca 250 Pixel im Durchmesser.

Das Problem bei zu großem f/D ist die Belichtungszeit der Einzelbilder oder das Gain. Bei gleichem Gain vervierfachst Du die Belichtungszeit bei doppeltem
f/D. Damit verwäscht des Einzelbild durch das Seeing. Da muss man einen Kompromiss finden.

Wenn man am Nyquist-Kriterium ist mit der Sampling-Rate, erhält man die maximal mögliche Auflösung. Dann kann man den Jupiter mit hilfe eines Resampling-Algorithmus das Bild zu Beispiel auf die doppelte Größe vergrößern. Theoretisch unterscheiden sich das Bild dann nicht von einem, das mit doppelter Sampling-Rate aufgenommen wurde.

Ich hatte das Jupiter-Bild von Mike auf die Hälfte verkleinert. Auf dem kleineren Bild findest Du alle Details vom Originalbild wieder. Für das Auge ist es aber besser, das Originalbild zu nehmen, um alle Details besser sehen zu können. Auch wenn die Auflösung dadurch nicht verbessert wird.

Ich habe eine Kamera gewählt mit 1.45µ Pixel. Das liefert bei f/D = 10 einen guten Kompromiss. Obwohl er 2µ auch schon täten. Je weniger optische Elemente, ja besser, habe ich mir gedacht. Ich brauche keine Barlow.

Wenn Du die Barlow weg läßt und dann dein Bild mit Software um einen Faktor 2 hochsamplest, wirst Du vermutlich das gleiche Ergebnis sehen. Bezogen auf die Auflösung. Man will ja auch keine "Briefmarke" haben. ;)

Probiere es einfach mal aus. Es ist aber auch kein Fehler, das Öffnungsverhältnis zu vergrößern und damit die Abtastrate zu verkleinern. Wie Du es gemacht hat. Das kostet aber Belichtungszeit und bringt nicht mehr an Auflösung.

Gruß,
Peter
 
Hallo Holger
Hallo Peter

Sorry für die späte Antwort, aber die Woche hat mir neben schlechten Wetter auch einiges an Arbeit mit gebracht.
Danke für die hilfreichen Antworten
Kurz einmal die Antworten
Ohne Barlow 60s 7000 frames
Mit Barlow 60s 4300 frames

Verwendungsrate 35% in Autostakkert4! Und WaveSharp 1
Derotiert mit winjupos (aber da bin ich noch nicht ganz drinnen)

Ein Summenbild ist schon gleich unterwegs, danke für das Angebot

CS

Sascha
 
Hallo Sascha,

bei 60s Videos kannst Du Dir die Derotation sparen bei Deinem Teleskop mit der Auflösung 1". Jupiter dreht sich gerade mal 0.6° während dieser Zeitspanne. Das sind in Bogensekunden 0.25" in der Mitte des Planeten. Es sei denn, Du willst mehrere 60s Videos kombinieren. Bin mal gespannt auf Deine Bilder.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,
Autostakkert wirkt doch auch bis zu einem gewissen Grad derotierend, dadurch sind auch 3 Minuten lange Jupitervideos nicht verschmiert.
Das Seeing ist doch meist viel schlimmer als die Derotation. Wie siehst du das?
CS Mike
 
Genau, beim Jupiter geht aus diesen beiden Gründen locker auch 2 -3 Minuten ohne Derotation.
Erst wenn mehrere Avis / Summenbilder kombiniert werden macht Winjupos Sinn.

Passt eigentlich ganz gut. Ich nehme bei ca. 140fps meist ca. 8000 Frames auf und stacke 40%.

Gruß,
Holger
 
Hallo Peter,
Autostakkert wirkt doch auch bis zu einem gewissen Grad derotierend, dadurch sind auch 3 Minuten lange Jupitervideos nicht verschmiert.
Das Seeing ist doch meist viel schlimmer als die Derotation. Wie siehst du das?
CS Mike
Hallo Mike,

ja, ich denke auch. Ich mache zwischen 55s und 120s Videos bei Jupiter, je nach Transparenz der Atmosphäre. Angeblich kann der PlanetarySystemStacker auch derotieren, jedenfalls kann man einen Hacken setzen für "Object is changing fast". Was das auch immer heißt.

Aber selbst im Normalfall wird durch den Algorithmus der Seeing-Kompensation auch eine kleine Rotation des Planeten kompensiert. Da gebe ich Dir recht.

Ich wende eine Derotation beim Jupiter nicht an. Mars habe ich bislang noch nicht aufgenommen. Der steht noch zu tief am Abend.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

ach beim Mars hast du noch mehr Zeit, locker 5 Min, der rotiert deutlich langsamer.

Ich wende eine Derotation beim Jupiter nicht an.
Ich auch nur wenn es sich nicht vermeiden lässt.
Ich nehme ja mit Mono und Farbkamera auf aber selbst da komme ich beim L-RGB bei 2 aufeinanderfolgenden Avis meist ohne Derotation aus.

Ich habe das alles schin durch. Mehrere Summenbilder derotiert um dann mehr schärfen zu können.
Aber schnell ist man dann geneigt zu viel zu machen. Nachher gefiel es mir kaum besser als das beste Summenbild einzeln bearbeitet.

Gruß,
Holger
 
Hallo Peter,

ach beim Mars hast du noch mehr Zeit, locker 5 Min, der rotiert deutlich langsamer.


Ich auch nur wenn es sich nicht vermeiden lässt.
Ich nehme ja mit Mono und Farbkamera auf aber selbst da komme ich beim L-RGB bei 2 aufeinanderfolgenden Avis meist ohne Derotation aus.

Ich habe das alles schin durch. Mehrere Summenbilder derotiert um dann mehr schärfen zu können.
Aber schnell ist man dann geneigt zu viel zu machen. Nachher gefiel es mir kaum besser als das beste Summenbild einzeln bearbeitet.

Gruß,
Holger

Hallo Holger,

stimmt. Mars rotiert langsamer und ist kleiner im Winkeldurchmesser als Jupiter. Zumindest wenn man keine Videos kombinieren will, muss man den erst recht nicht derotieren. Für welche Teleskope ist das Derotieren eigentlich sinnvoll?

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

sollte eigentlich nicht vom Teleskop-Typ abhängen.
Klar, bei sehr großer Öffnung & Brennweite fällt die Rotation eher ins Gewicht.

Gruß,
Holger
 
Ja, aber das Seeing und die AR auch.
Was mir auffällt: Bei Mars und den Galileischen Möndchen liege ich mit meiner Methode (Farbkamera, keine Derotation,) goldrichtig, bei Jupiter und Saturn ist Verbesserungspotential vorhanden,
Ich nehme meist nur so 3000 Bilder zum Stacken, wieviel nehmt ihr?
CS Mike
 
Ich nehme meist nur so 3000 Bilder zum Stacken, wieviel nehmt ihr?
CS Mike

Meine Videos sind durch ASIAir auf 4GB begrenzt (32bit unsigned). Dadurch erhalte ich beim Jupiter mit dem 720 Crop in der Aufnahmesoftware ca 4648 Einzelbilder im Video. Davon nehme ich typischerweise die Hälfte (2324).
Bei Saturn sind es durch den Crop auf 480 13946 Einzelbilder im Video, von denen ich 50% benutze (6973).
 
Ich vermute die ideale Zahl liegt irgendwo zwischen 3000 und 6000 Einzelbildern. Auf die Prozente achte ich weniger, eher auf den Qualitätsgraphen. Mein Kollege und Freund der nur mit Handy und Dobson exzellente Mondfotos macht, verwendet manchmal sogar nur 1000 Einzelbilder.
CS Mike
 
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