Qualitätsunterschiede Gelbfilter

FelixK

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Liebe Sternfreunde,

ich möchte mir einen einfachen Gelbfilter zur Planetenbeobachtung zulegen, um den Kontrast zu steigern und den Farbfehler zu verringern. Ich beobachte mit einem Skywatcher Evostar 120/1000 und mit einem Telementor (63/840). Wie groß sind bei solchen Filtern nach Eurer Erfahrung die Qualitätsunterschiede zwischen den günstigen für 15 Euro und dem von Baader für 51 Euro? Habt Ihr eine konkrete Empfehlung?

Herzlichen Dank für alle Rückmeldungen!
Felix
 
Hallo Felix,

schwierig das zu beurteilen. Ich verwende den Baader Gelbfilter häufig bei meinen Deepsky Aufnahmen mit M42 Objektiven.
Dadurch werden die blauen Halos verringert. Mir war es da wichtig auch eine Filterkurve zu haben.
Die fehlt bei den günstigen Filter häufig. Wie gut die Beschichtung ist, ist auch nicht so klar.

Aber ob das bei der visuellen Beobachtung eine große Rolle spielt ?
Bei der Venus hatte ich z.B. lange Zeit nur den einfachen TS47 Violett Filter verwendet und war damit sehr zufrieden.

Gruß,
Holger
 
Hallo Felix,

Ich besitze einen eher günstigen Filtersatz. Ich denke aber rein visuell fallen die Unterschiede nicht so auf.

VG Mark
 
Bei der Planetenbeobachtung hast du einen Filter nahe am Brennpunkt (wo sich optische Fehler am stärksten bemerkbar machen) und hohe Vergrößerungen, damit du die Unterschiede auch ja bemerkst. Ob die Unterschiede ohne direkten Vergleich auffallen, ist eine andere Frage.

Ob ein 15-Euro-Filter planoptisch poliert und ordentlich vergütet ist? Keine Ahnung. Aber es hängt immer alles am schwächsten Glied der Kette. Bei 15€ abzüglich MwSt, Verpackung und Gewinn bleibt nicht mehr viel für Produktion und Qualitätskontrolle übrig.

Ich habe nur einen billigen Rotfilter, den ich als 1,25"-Deckel benutze (war billiger :eek:) und nie durchgeschaut habe.

Ich kann dir nur sagen, dass er einen kleineren freien Durchmesser hat als die Baader-Filter bei uns im Verein, und nicht stapelbar ist, sondern nur auf einer Seite ein Gewinde hat. Das sind zumindest schon mal rein mechanische Unterschiede, falls die für dich relevant sind.

Aber ich war jahrelang zu faul, Farbfilter am Planet zu verwenden, und setze jetzt lieber auf einen ADC.

Clear Skies,
Alex
 
Hallo Felix,

Gelbfilter sind ein weites Feld. Es gibt #4 / 8 / 12 / 15. Der Baader entspricht in etwa dem #12. Ich habe mal einen Baader Filter und ein billiges Pendant gemessen. Der billige hatte ein T max von 90%, der Baader 98%.

Gruß Uwe
 
Hallo,

ich besitze ein relativ teures 2"-Farbfilterset von Baader und ein uraltes, billiges 1 1/4"-Set von Celestron.
Die Bader-Filter sind zwar augenscheinlich mechanisch besser verarbeitet, dennoch habe ich große Probleme. die wieder vom Baader 2"-BBHS-Prisma loszubekommen, irgendwie, obwohl gleicher Hersteller, passen die Gewinde wohl nicht so richtig zusammen.
Optisch sehe ich überraschenderweise die Celestron vorne, der Schärfeverlust bei den Baader-Filtern ist bei mir heftiger als bei denen von Celestron.
Ich kann aber nicht ausschließen, dass der Schärfeunterschied evtl. davon kommt, dass ich die 2"-Baader vor das Zenitprisma schraube und die Celestron direkt in die Okulare, daher bitte meine Aussage nicht unbedingt verallgemeinern.

VG
Günter
 
Hallo Felix,

habe für meinen Großen diesen Filter:

Svbony SV231 Fringe Killer​

Bin absolut zufrieden damit visuell!
 
In meinem Arsenal:
Baader 495nm Gelbfilter, vergütet
TS Gelbfilter #8, nicht vergütet
einen Satz von Leitz Gelbfiltern für die Mikroskopie, nicht vergütet

Nur die Leitz Gelbfilter sind von der Luminiszenz frei, die nach der Absorption von kurzen Lichtwellenlängen entsteht.
Dafü sind sie auch entsprechen teuerer, und man muß auch einen Adapter Leitz-zu-1,25" machen.

Oben: Ohne UV-Lampe
Unten: Mit UV-Lampe
Rechts ist der Filterschieber von Leitz

1734359609769.jpeg


Meine Empfehlung lautet, die billigen Filter meiden, so weit es geht.
Ich setze den Baader Yellow 495nm dann ein, when ich die galaktischen Staubwolken beobachte.
Für die Leitz Filterschieber (ich habe mehrere) habe ich noch keinen Adapter.

LG,
Jiri
 
Hallo in die Runde,
gestern kam der Gelbfilter von Baader mit der Post und ich habe ihn gleich mal am Jupiter (mit meinem AC 120/1000) getestet. Der Erste Eindruck: Wow, der Farbfehler ist weg! Der violette Halo um den Planeten war tatsächlich verschwunden.
Bei der Detailwahrnehmung in den Wolkenbändern habe ich allerdings erstmal keine wirkliche Verbesserung wahrgenommen. Ich hatte auch den Eindruck, dass ein leichter Verlust an Schärfe zu spüren war.

Gruß,
Felix
 
Der Erste Eindruck: Wow, der Farbfehler ist weg! Der violette Halo um den Planeten war tatsächlich verschwunden.
Deswegen setzte ich den auch fotografisch bei meinen alten M42 Objektiven ein.
Viesuell habe ich den noch nicht am Jupiter ausprobiert.

Bei der Detailwahrnehmung in den Wolkenbändern habe ich allerdings erstmal keine wirkliche Verbesserung wahrgenommen.
Da setzte ich den auch nicht fotografisch ein, da gerade die Bänder im blau / grün Bereich kräftiger erscheinen.
Da würde der Gelbfilter für einen blasseren Eindruck sorgen.

Ein einfacher Grünfilter würde die Bänder wahrscheinlich mehr betonen als der Gelbfilter.
Aber vielleicht hilft er noch bei den anderen Planeten. Einfach ausprobieren.

Gruß,
Holger
 
Jupiter war auch gestern mein Ziel. Nur ich habe meinen Filter (gelb, grün usw...) drinnen gelassen. Heute wird es wohl nichts mit Schauen :(

VG Mark
 
Hallo Felix,
dann hast Du ein Packet mehr für unter dem Weihnachtsbaum.

Der Schärfeverlust mag auch vom Okular kommen,
einige Okulare sind nicht ausreichend für die längeren Lichtwellenlängen korrigiert.
Bei dem T6 Nagler 5mm fällt der Schärfeverlust im roten Spektralbereich im Vergleich zu dem SMC Pentax XW 5mm und zu dem Nikon NAV 5SW 5mm, recht deutlich auf.

Ein frohes Wehnachtsfest,
Jiri
 
Hallo,

eigentlich kann man meine fotografischen Ergebnissse auf die visuellen Möglichkeiten übertragen.
Allerdings stört mich bei der Luminanz mit Mono Kamera ja nicht der farbige Anblick.
Da könnte übrigens ein einfacher Graufilter beim Jupiter helfen. Der ist ja sehr hell und da könnte das Abdunkeln helfen.
Das ist mir z.b. bei der visuellen Beobachtung schon einmal aufgefallen. Ich hatte keinen Graufilter eingeschraubt aber als dünne hohe Bewölkung den Jupiter verdunkelten wirkten die dunklen Bänder viel kräftiger, da sie von den weißen Zonen nicht mehr so überstrahlt wurden.

Hier aber meine Filter bei den Planetenaufnahmen:
Jupiter: Nur Sperrfilter ( Blau oder grün betont die dunklen Bänder / Rot: blassere Bänder aber mehr Details / Wolkenschleppen möglich, Monde etwas besser erkennbar)
Saturn: Gelb
Mars: nur Sperrfilter ( Rot betont die dunklen Gebiete aber blau ist für Wolken / Eis / weiße Polkappe wichtig)
Venus: ZWB2 UV, der geht visuell natürlich nicht aber früher habe ich den TS47 Violettfilter erfolgreich eingesetzt. Auch visuell konnte ich damit bei guten Bedingungen Helligkeitsunterschiede wahrnehmen. Rot oder IR Pass (geht nur fotografisch) hilft gegen Seeing, Sichel besser erkennbar. Im IR sind auch Details möglich aber nicht visuell.
Merkur: IR Pass Filter (Rot hilft wieder gegen Seeing und bessere Sichel)
Uranus & Neptun: IR-Pass (Visuell lohnt sich da ein Filter nicht, da will man ja auch die richtige Farbe sehen und Details sind eh visuell nicht möglich

Überall wo ich Gelb und Rotfilter einsetze, könnte dein Gelbfilter auch visuell hilfreich sein, wenn der farbige Anblick nicht zu sehr stört.
Vielleicht gewöhnt man sich auch daran und kann sich auf die hervorgehobenen Details konzentrieren.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

danke für die Tipps. Ich besitze zwar recht günstige Farbfilter, aber besser als nichts. In geringer Vergrößerung (große AP) ist Jupiter wirklich noch recht hell. Würde eine Kombi grün und grau (Mondfilter) was bringen?

VG Mark
 
Danke für die ausführlichen Tipps!

Ich denke, ich muss mich in das Bild durch den Gelbfilter erstmal ein bisschen reinschauen und experimentieren, um ein Gespür für die Effekte zu bekommen.
Gruß,
Felix
 
Hallo, auch ein RGB Grünfilter könnte bei Achromaten helfen. Diese haben meist deutlich steilere Flanken als die Farbstoffilter. Bei sehr hellen Objekten wie der Venus wäre auch der Baader Kontinuum Filter interessant. Er beseitigt den Farbfehler komplett...auch das Atmosphärische Spektrum bei geringen Horizonthöhen.
 
Hallo Felix,
der beste Filter für die Planetenbeobachtung ist erst garkein Filter verwenden zu müssen ;)
Das erreicht man am besten mit einem Teleskop welches farbrein abbildet, wie z.B. ein Voll- oder Super APO oder einem Spiegelteleskop.
Ein 6" f/8 Newton bekommt man schon für um die 200€.
Das nur als Hinweis, bevor du vielleicht viel Geld in eine Filtersammlung steckst, welche die Planetenbeobachtung mit einem schnellen Achromat nicht wirklich besser macht.
Der Fehler steckt da im System, oder du willst etwas was dir das Teleskop grundsätzlich nicht zeigen kann?
Vielleicht solltest du mal in diese Richtung denken?
LG
 
Hallo zusammen,

in der Planetenbeobachtung bin ich erklärter "Filterschrauber" und möchte hier meine Erfahrungen am schnellen FH und Spiegelteleskop zusammemnfassen.

Zunächst der schnelle FH (Skywatcher 80/400):

1. Ohne Farbfilter wirkt der Farbfehler am Jupiter auf mich wie die Betrachtung eines alten, vergilbten Fotos: Alle Details, die ich von farbreinen Systemen vergleichbarer Öffnung kenne, sind sichtbar, nur wesentlich blasser. Ich muss genauer und etwas angestrengter Beobachten, um alle Strukturen zu sehen als beim Spiegel. Den Blausaum nehme ich eigentlich nur wahr, wenn ich bewusst darauf achte. Wenn ich mich auf Details der Oberfläche konzentriere, blende ich die Umgebung komplett aus.

1.1: Graufilter dämpfen das Licht farbneutral und erzeugen bei schwachen Vergrößerungen einen angenehmeren Anblick. Der Detailgewinn ist auf reduzierte Überstrahlung zurückzuführen.

2. Grünfilter bringen absolut nichts. Das Zielobjekt erscheint grün und der Farbsaum ebenfalls grünlich. Monddetails sind meinem Eindruck nach so sogar noch schwerer zu erkennen als ohne Filter. Am Jupiter habe ich den Grünfilter mit dem 80/400 daher nie ausprobiert.

3. Gelbfilter sind ein echter Gewinn. Der Blausaum wird komplett abgeschnitten und der Kontrast gesteigert.

Am Spiegelsystem (8'' SC und Skywatcher 90mm Mak) sieht es völlig anders aus:

1. Ohne Filter sieht man natürliche Fraben, manche Details werden wie beschrieben mitunter überstrahlt.

1.1: Graufilter siehe oben.

2. Grünfilter bringen zwar einen allgrmeinen, leichten Schärfegewinn, aber keinen wirklichen Gewinn an Details. Das liegt meiner Vermutung nach daran, dass das Auge im grünen Spektralbereich am empfindlichsten ist.

3. Gelbfilter bieten eine allgemeine Kontraststeigerung, aber sonst wenig.

4. Der Gelborange-Filter ist mein persönlicher Standard-Filter. Er erhöht die Schärfe deutlich und der Kontrast- und damit Detailgewinn ist am deutlichsten.

Abschließend würde ich mich der Meinung anschließen, dass das hier zu Grunde liegende Teleskop (120/1000 FH) kein ideales Planetengerät ist. Der Farbfehler ist mit meinem 80/400 vergleichbar. Für einen "Hauptamtlichen" Deep Sky- oder Großfeld-Beobachter, der gelegentlich einen Blick auf Mond und Planeten werfen möchte, mag es aber ohne Weiteres genügen. Ich schließe mich der Einschätzung von Bino-Tom auf seiner ehemaligen Website an, dass es ein "Allrounder mit Farbfehler" ist.

Für Planeten würde ich immer einen Newton oder Mak empfehlen.

CS, Christian
 
Auch wenn ich mich mit meinen über 30 Filtern nicht für einen aufgeklärten Filterschrauber halte,
schließe ich mich dem Beitrag #14 von Holger an,
ausgenommen Merkur, Venus, Uranus, Neptun, die auf meiner Menuliste irgendwie scheinen zu fehlen.

Klaren Nachthimmel, so wie wir es gestern hatten, wünscht
Jiri
 
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