PixInsight 1.9 Lockhart ist da!

Hallo,
MGC nimmt zumindest für sich in Anspruch, auf reale, gradientenfreie Referenzdaten zurückzugeifen. Falls das so stimmt, wäre das Modell von MGC in solchen Fällen immer das bessere, weil es auf die Wirklichkeit referenziert. Bei solchen Bildern würde ich mich also eher auf MGC verlassen, ich habe gerade auch so ein Bild aus der Umgebung von vdB 136, wo es praktisch keinen neutralen Hintergrund gibt und MGC augenscheinlich viel besser abschneidet, als GraXpert.
Genau das sollte jedenfalls der Vorteil sein. Ich bin mir auch sicher das dies in Zukunft mit einigen weiteren Updates noch besser werden wird.
Vielleicht kommt auch noch der eine oder andere Parameter weg und das Tool erkennt automatisch was die richtige Einstellungen sind.

Das wichtigste ist meines Erachtens aber sowieso, dass man bei allen Tools das berechnete Modell genau anschaut und darauf prüft, ob irgendetwas auf darin enthaltene Signale von realen Objekten und Strukturen hindeutet.
Ja dieser Meinung bin ich auch... was ich grundsätzlich auch immer mache.
Aber du bist ja selber auch jemand der lichtschwächste Bereiche gerne zeigt und da passiert es mir gerade bei >20 Std. Belichtungszeit bei Bortle 3 Himmel das man nach einer Gradienten Korrektur nicht sicher ist ob der Bereich jetzt wirklich so korrekt ist oder doch minimal dunkler, bzw. auch heller sein müsste.

Zumindest ich bin mir da oft nicht so sicher was jetzt wirklich richtig ist.

Die Kritik durch Daniel besteht wohl am ehesten daran, dass man trotz einer genauen Beschreibung der eigentlich korrekten Helligkeiten noch an Reglern drehen muss/soll. Das kann man kritisieren.
Ja zum einen weil dies gerade Einsteiger schnell überfordert. Für mich ist es jedoch eher das Thema weil ich manchmal unsicher bin welche Helligkeitsverteilung aus z.B. 4 verschiedenen Ergebnissen, die "richtigere" ist.
 
Ich plädiere an dieser Stelle einfach mal für mehr künstlerische Freiheit in der Astrofotografie.
Die richtige Darstellung ist für mich diejenige die eben das betont (oder auch nicht betont) was sich der/die Fotografin vorstellt.

Das klassische Bild der Nasa zu Weihnachten zeigt z.B. ngc2264 in grün. :D
Wäre ja sonst auch ein reichlich sinnloses Hobby. Einmal den Himmel mit ausreichend großem Gerät und Zeit durchmustert und die Astrofotografie ist, abgesehen von Kometen, für die nächsten paar Millionen Jahre erledigt.
 
Ich plädiere an dieser Stelle einfach mal für mehr künstlerische Freiheit in der Astrofotografie.
Die richtige Darstellung ist für mich diejenige die eben das betont (oder auch nicht betont) was sich der/die Fotografin vorstellt.

Das klassische Bild der Nasa zu Weihnachten zeigt z.B. ngc2264 in grün. :D
Wäre ja sonst auch ein reichlich sinnloses Hobby. Einmal den Himmel mit ausreichend großem Gerät und Zeit durchmustert und die Astrofotografie ist, abgesehen von Kometen, für die nächsten paar Millionen Jahre erledigt.
Ich bin auch für "künstlerische Freiheit". Aber die wird ja durch das hier diskutierte Tool nicht eingeschränkt, sondern ggf. massiv gefördert. Denn schlecht korrigierte Gradienten sind ein Ballast für jede Bildbearbeitung und eine technische Einschränkung für die Freiheit des Bildbearbeiters. Besonders bei schwierigen, sehr dunklen Objekten wird das Ende der Möglichkeiten für den Bearbeiter oft durch verbliebene Gradienten markiert. Eine gute Software für die Gradientenbeseitigung schafft also auch ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit für alle Photonensammlern, die unter lichtverschmutzten Himmeln klar kommen müssen gegenüber den Glücklichen, die Ihr Teleskop in einen Bortle 1-3 Himmel richten dürfen.

CS Peter
 
Hallo Sebastian,

Nein, das würde es nicht bedeuten. Es wird bei der Gradienten Korrektor nur die Helligkeit in der Fläche entsprechend angepasst, sodass ein möglichst flaches Bild entsteht. So als würde man möglichst vom Weltall, fern jeglicher Lichtverschmutzung und Atmosphärischer Beeinträchtigung, belichtet haben.


Ja richtig... und nach SPCC drehe ich an den Farben grundsätzlich nichts mehr. Sondern verlasse mich darauf das die Sternfarben so richtig korrigiert wurden.
Das, finde ich, funktioniert auch sehr gut. Es gibt auch keine Parameter seitens SPCC wo man an den Farben noch drehen könnte/müsste.


Ich sagte auch nicht das es schlecht wäre... nur das ich ein wenig enttäuscht bin. Vermutlich hatte ich einfach mehr erwartet nach den Ankündigungen der letzten Monate.
Letztendlich kann man dann auch wieder zu den KI gestützten Tools (GraXpert) oder dem GradientCorrection greifen. Ein probieren und abwiegen was richtig und falsch ist muss man, so wie es aktuell der Fall ist, ohnehin.

Ich habe vorhin mal einen kleinen Test an einer Luminanz Aufnahme von meinem 10" Newton gemacht.
Was ist nun richtig? Ich kann es nicht sagen, sehe aber das alle 4 Bilder einen unterschiedlichen Gradienten aufweisen.

Den Anhang 451997 betrachten

Hallo Daniel,

Themenfremd aber mir sind die 6 Spikes an deinen helleren Sternen aufgefallen. Hast du eine 3-Arm Spinne verbaut?

Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,

ja genau... ich habe eine 3er FS-Spinne verbaut. Finde die 6 Spikes, welche jeweils nur halb so intensiv sind gegenüber einer 4er Spinne, schöner :-)
Hatte damals dieses Video dazu gemacht: First light mit neuer 3er Fangspiegelspinne von Backyard Universe - LBN 406

Super, finde ich gut, war an mir vorbei gegangen. Spätestens seit James Webb in Betrieb ist sind 6 Spikes fotografisch ja eingeführt ;)

Grüße,
Alex
 
Hallo,

habe nun mein erstes Bild damit bearbeitet... und ja... es ist schon ein gutes Werkzeug.
Die Sicherheit das es von der Helligkeitsverteilung korrekt ist, hat man jedoch nicht.
Es ist im Grunde wieder ähnlich wie bei GraXpert... es ist ein abwiegen und hin und her blinken bis man denkt, ok... das könnte so richtig sein.
Jetzt im direkten Vergleich zu GraXpert war MGC nicht so "aggressiv" bei der Gradienten Korrektor. Insofern finde ich MGC besser. Und ja, dann finde ich auch die Möglichkeit an den Reglern und Parametern Änderungen vorzunehmen schön.

Ist übrigens ein 2er Mosaik mit dem 10" Newton. Der Bereich von IC 348. Und ja da ist sehr viel Staub und eigentlich nirgendwo richtiger Hintergrund. Genau für solche Bilder hatte ich mir von dem MARS Projekt viel erhofft.
Bei viel Hintergrund und eine Galaxie im Zentrum ist das Gradienten Entfernen schon immer sehr einfach gewesen.
Sterne habe ich noch entfernt um die Helligkeitsverteilung besser beurteilen zu können.
 

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Hallo,

habe nun mein erstes Bild damit bearbeitet... und ja... es ist schon ein gutes Werkzeug.
Die Sicherheit das es von der Helligkeitsverteilung korrekt ist, hat man jedoch nicht.
Es ist im Grunde wieder ähnlich wie bei GraXpert... es ist ein abwiegen und hin und her blinken bis man denkt, ok... das könnte so richtig sein.
Jetzt im direkten Vergleich zu GraXpert war MGC nicht so "aggressiv" bei der Gradienten Korrektor. Insofern finde ich MGC besser. Und ja, dann finde ich auch die Möglichkeit an den Reglern und Parametern Änderungen vorzunehmen schön.

Ist übrigens ein 2er Mosaik mit dem 10" Newton. Der Bereich von IC 348. Und ja da ist sehr viel Staub und eigentlich nirgendwo richtiger Hintergrund. Genau für solche Bilder hatte ich mir von dem MARS Projekt viel erhofft.
Bei viel Hintergrund und eine Galaxie im Zentrum ist das Gradienten Entfernen schon immer sehr einfach gewesen.
Sterne habe ich noch entfernt um die Helligkeitsverteilung besser beurteilen zu können.
Hallo Daniel,

ich habe den Eindruck, dass bei der Gradientenentfernung die zu den Dunkelnebeln gehörigen Brauntöne gefressen worden sind. Müsste man das nicht im Hintergrundmodell sehen können?

Die Regler und Einstellungen sind eigentlich gar nicht so geheimnisvoll, sie sie scheinen. Man kann mit dem richtigen Verständnis und ein wenig Herumprobieren schon einiges erreichen. Inzwischen gibt es ein Erklärvideo vom PI-Team, dass etwas Licht ins Dunkel bringt: https://www.youtube.com/watch?v=K05vo7tWTXA

Meine Versuche mit MGC waren sehr erfolgreich. Vor allem ist es mit ein paar Einstellungen gelungen, eine trotz Korrekturbildern beim starken Strecken hoch kommende Zombi-Vignette mit einem kleinen Scale Faktor zu erledigen ;). Das wird auch in dem verlinkten Video angesprochen.

Ich bin bisher ziemlich gut zufrieden, hoffe aber hoffe auch darauf, dass das Tool sich in der weiteren Entwicklung noch weiter verbessert.

Viele Grüße
Peter
 
Hallo Peter,
ich habe den Eindruck, dass bei der Gradientenentfernung die zu den Dunkelnebeln gehörigen Brauntöne gefressen worden sind. Müsste man das nicht im Hintergrundmodell sehen können?
Habe mich mit den Daten nochmal etwas "gespielt". Hier mal ein Screenshot inkl. Gradienten Model und den Einstellungen von MGC.

Das ist kein leichtes Feld für zum Testen :)
 

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Hallo Peter,

Habe mich mit den Daten nochmal etwas "gespielt". Hier mal ein Screenshot inkl. Gradienten Model und den Einstellungen von MGC.

Das ist kein leichtes Feld für zum Testen :)
Hallo Daniel,

habe gerade in meiner alten IC348-Aufnahme nachgesehen (LRGB mit einer Dosis Ha-Luminanz) https://www.astrobin.com/full/hxqlyx/C/.
Da hast du Recht, da ist farblich auf kleinem Raum alles anwesend und viel komplexer geht es nicht :ROFLMAO:.

Für meinen Geschmack sind die Gradientenkorrekturen mit deinen letzten Einstellungen noch zu kleinräumig. Der rote Bereich auf 11 Uhr dürfte m. E. nicht subtrahiert werden, der ist wohl real. Vielleicht tut man gut daran, in diesem Feld zu versuchen möglichst nur großräumige Gradienten abzuziehen. Vielleicht also den Skalenfaktor größer, Structure Scale kleiner und Smoothness eher groß wählen.

Bei meinen eigenen Versuchen hat bisher alles super funktioniert. Aber ich gebe dir jetzt voll Recht, an deinem Beispiel sieht man gut, dass MGC bei komplexen Objekten ggf. nicht ohne viel Frickelei einzusetzen ist.

CS Peter
 
Hallo Peter,

hab die Bearbeitung jetzt mal bis zum Schluss durchgezogen. Bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden :)
Die Farben sahen oben mit der STF noch etwas schwach aus... waren dann aber doch in den Daten drin.

Die nächsten Daten sind dann mal einfache Galaxien :)
 

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