Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Liebes Sterndelvolk,
gestern, Samstag Abend schaute ich aufs Hygrometer und dachte mir bei nur 70% Luftfeuchte um die Zeit, dass es ein herrlich gutes Seeing sein muss da Draussen und ja, die Plejaden schlugen mir knisternd entgegen, der bockige Wind hatte sich bis zur völligen Windstille gelegt, die Temperatur sank gegen Null. Mich hielt nichts mehr, der Himmel rief und es drang durch alle Sinne. Da die winter-matschige Naturwiese hinten im Garten dort kein Spechteln mehr zulässt, hielt mich auch der Nordostbalkon über den Strassenlampen nicht ab, meinen C8 auf die dort stets befestigte Montierung zum Auskühlen aufzusatteln. Nach einer Stunde so gegen 19h fuhr ich sogleich die Offenen Sternhaufen M36, 37 und 38 im Fuhrmann an, bevor dieser über den Dachfirst steigt und ich nicht mehr dran komme.
Bei dieser Lichtumflutung der Strasse direkt unter mir konnte ich trotz alle dem den Anblick noch gut geniessen, mit riesiger Taukappe, abgedecktem Balkongeländer und fast gen Zenit gerichtet war ich ein wenig abgeschirmt von dem Lampenschein. Da der Beobachtungsausschnitt sehr eingeschränkt ist und nur die Nord-Nordost und knapp die Südostrichtung zeigt, graste ich zunächst mal alles an Offenen Sternhaufen ab, was sich anbot. Neben denen im Fuhrmann auch den M34 und M35, welche allesamt nadelscharf ... wenn auch nicht mit all den Potentialen die unter dunklerem Himmel geherrscht hätten .... doch ein genüsslicher Anblick waren.
Die Plejaden strahlten plastisch mit dem 32mm Weitwinkel durchs C8, sie sprengen aber wegen der langen, fast halbierten Brennweite mit dem Focalreducer das Gesichtsfeld . Während die anderen gut mittig platziert waren.
Solch eine extrem gute Beobachtungsnacht war dem Rückseitenwetter einer stürmischen Front zu verdanken. Kein Taubeschlag wie sonst so nervig im Winter machte sich bemerkbar, absolute Windstille, tagsüber eine exorbitante Fernsicht verriet eine saubere Atmosphäre und kurz vor Null Grad waren all diese Bedingungen dick in Winterklamotten eingepackt ein Hochgenuss. Die elektronische Nachführung scheint die Kälte zu lieben und die Kamera allemal. Denn als Orion endlich über Nachbars Baumkrone im Osten emporstieg hielt ich auf M42 und verlor augenblicklich meine gurten Vorsätze, heute die Finger von der Kamera zu lassen.
Ein kristallklarer Anblick bot sich dar wie selten zuvor. Ich holte meinen Canon1000d und flanschte diese an den C8, stellte an Capella scharf, schon die erste Probeaufnahme an Capella war atemberaubend scharf. So hielt mich nichts mehr im Zaum und ich knipste mich durchs Weltall vor mir, sogar der absolute Faint-Fuzzy von M1 der eigentlich im Lichtermeer der Strassenlampen nicht sichtbar sein sollte, zeigte sich doch auf den Fotos.
So direkt vorm Wohnzimmer ist das - abgesehen von den nervigen Strassenlampen - doch so urbequem da mit seinem Astrogeraffel zu hantieren. Alles ist schnell aufgebaut und wieder abgebaut, man braucht sich quasi nur im Kreise drehen und muss nicht unzählige mal hin und her.
Da im Zusammenhang mit einem Beobachtungsbericht Fotos erlaubt sind hier im Forum, habe ich euch ein paar Single Shots mitgebracht, allesamt unbearbeitet, sie geben irgendwie doch die visuelle Beobachtung fast real wieder, halt nur ein Tick besser. Deshalb ist mir die Kamera unter diesem Vorstadthimmel doch wichtig. Solch einen Blick auf diese Himmelsschönheiten ist ja nur allzu flüchtig, auf diese Weise habe ich immer einen Trost mit diesen Fotos.
Ach ja, fast hätte ich Jupiter und Mars vergessen. Jupiter zeigte sich dann bei voll ausgenutzter Brennweite von 2m durch den 8Zöller am Baader Zoom 8 - 21 doch beeindruckend. Bei 8mm doch nicht ganz so klar wie erwartet, aber im 10ner Bereich zeigten sich seine Bänder sehr kontrastreich. Ich habe sogar davon ein single shot gemacht. Da zeigt sich das allerdings nicht so wie visuell. Mars war leider eine Enttäuschung, bei 13mm konnte ich die Polkappe erahnen, ich hätte unbedingt ein Filter gebraucht, den ich nicht zur Hand hatte.
So - diese seltene Nacht ist vorüber, nun kommt wieder Turbulenz ins Wettergeschehen und über dem Wiener Becken ist bald wieder mit zähem Hochnebel ohne Schnee zu rechnen.
Allen eine Frohe Weihnacht
Clear Sies wünscht Anette
gestern, Samstag Abend schaute ich aufs Hygrometer und dachte mir bei nur 70% Luftfeuchte um die Zeit, dass es ein herrlich gutes Seeing sein muss da Draussen und ja, die Plejaden schlugen mir knisternd entgegen, der bockige Wind hatte sich bis zur völligen Windstille gelegt, die Temperatur sank gegen Null. Mich hielt nichts mehr, der Himmel rief und es drang durch alle Sinne. Da die winter-matschige Naturwiese hinten im Garten dort kein Spechteln mehr zulässt, hielt mich auch der Nordostbalkon über den Strassenlampen nicht ab, meinen C8 auf die dort stets befestigte Montierung zum Auskühlen aufzusatteln. Nach einer Stunde so gegen 19h fuhr ich sogleich die Offenen Sternhaufen M36, 37 und 38 im Fuhrmann an, bevor dieser über den Dachfirst steigt und ich nicht mehr dran komme.
Bei dieser Lichtumflutung der Strasse direkt unter mir konnte ich trotz alle dem den Anblick noch gut geniessen, mit riesiger Taukappe, abgedecktem Balkongeländer und fast gen Zenit gerichtet war ich ein wenig abgeschirmt von dem Lampenschein. Da der Beobachtungsausschnitt sehr eingeschränkt ist und nur die Nord-Nordost und knapp die Südostrichtung zeigt, graste ich zunächst mal alles an Offenen Sternhaufen ab, was sich anbot. Neben denen im Fuhrmann auch den M34 und M35, welche allesamt nadelscharf ... wenn auch nicht mit all den Potentialen die unter dunklerem Himmel geherrscht hätten .... doch ein genüsslicher Anblick waren.
Die Plejaden strahlten plastisch mit dem 32mm Weitwinkel durchs C8, sie sprengen aber wegen der langen, fast halbierten Brennweite mit dem Focalreducer das Gesichtsfeld . Während die anderen gut mittig platziert waren.
Solch eine extrem gute Beobachtungsnacht war dem Rückseitenwetter einer stürmischen Front zu verdanken. Kein Taubeschlag wie sonst so nervig im Winter machte sich bemerkbar, absolute Windstille, tagsüber eine exorbitante Fernsicht verriet eine saubere Atmosphäre und kurz vor Null Grad waren all diese Bedingungen dick in Winterklamotten eingepackt ein Hochgenuss. Die elektronische Nachführung scheint die Kälte zu lieben und die Kamera allemal. Denn als Orion endlich über Nachbars Baumkrone im Osten emporstieg hielt ich auf M42 und verlor augenblicklich meine gurten Vorsätze, heute die Finger von der Kamera zu lassen.
Ein kristallklarer Anblick bot sich dar wie selten zuvor. Ich holte meinen Canon1000d und flanschte diese an den C8, stellte an Capella scharf, schon die erste Probeaufnahme an Capella war atemberaubend scharf. So hielt mich nichts mehr im Zaum und ich knipste mich durchs Weltall vor mir, sogar der absolute Faint-Fuzzy von M1 der eigentlich im Lichtermeer der Strassenlampen nicht sichtbar sein sollte, zeigte sich doch auf den Fotos.
So direkt vorm Wohnzimmer ist das - abgesehen von den nervigen Strassenlampen - doch so urbequem da mit seinem Astrogeraffel zu hantieren. Alles ist schnell aufgebaut und wieder abgebaut, man braucht sich quasi nur im Kreise drehen und muss nicht unzählige mal hin und her.
Da im Zusammenhang mit einem Beobachtungsbericht Fotos erlaubt sind hier im Forum, habe ich euch ein paar Single Shots mitgebracht, allesamt unbearbeitet, sie geben irgendwie doch die visuelle Beobachtung fast real wieder, halt nur ein Tick besser. Deshalb ist mir die Kamera unter diesem Vorstadthimmel doch wichtig. Solch einen Blick auf diese Himmelsschönheiten ist ja nur allzu flüchtig, auf diese Weise habe ich immer einen Trost mit diesen Fotos.
Ach ja, fast hätte ich Jupiter und Mars vergessen. Jupiter zeigte sich dann bei voll ausgenutzter Brennweite von 2m durch den 8Zöller am Baader Zoom 8 - 21 doch beeindruckend. Bei 8mm doch nicht ganz so klar wie erwartet, aber im 10ner Bereich zeigten sich seine Bänder sehr kontrastreich. Ich habe sogar davon ein single shot gemacht. Da zeigt sich das allerdings nicht so wie visuell. Mars war leider eine Enttäuschung, bei 13mm konnte ich die Polkappe erahnen, ich hätte unbedingt ein Filter gebraucht, den ich nicht zur Hand hatte.
So - diese seltene Nacht ist vorüber, nun kommt wieder Turbulenz ins Wettergeschehen und über dem Wiener Becken ist bald wieder mit zähem Hochnebel ohne Schnee zu rechnen.
Allen eine Frohe Weihnacht
Clear Sies wünscht Anette