Lichtenknecker Okularauszug an Tubus kleben

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

wer Oldtimer fährt, macht das nicht, weil er muss, sondern weil er es will – dementsprechend hatte ich gestern zur öffentlichen Beobachtungsnacht vom Verein den alten Lichtenknecker 125/3500 Schiefspiegler aufgebaut. Dummerweise kam mir dann der komplette Okularauszug samt Adapterring vom Tubus entgegen, nach rund 30 Jahren hält der Klebstoff nicht mehr.

Okularauszug-Lichtenknecker.JPG

Der Adapter aus Metall sitzt per Presspassung auf einem Tubus aus unbekannten Material – keine Ahnung, was Lichtenknecker in den 80/90er Jahren als Tubus-Material verwendet hat, wohl irgendein Kunststoff.

Jetzt muss der Adapter natürlich wieder ran und fest genug halten, um mehrere Kilo Okularauszug und Okularrevolver zu halten.

Hat jemand Empfehlungen für einen Klebstoff? Einfach Pattex Repair Extreme, oder hat jemand eine bessere Empfehlung? Bzw. weiß, was damals als Tubusmaterial verwendet wurde? Keine Ahnung, ob das PE, PP oder PTFE war/enthält, wofür Pattex nichts wäre...

Besten Dank,
Alex

Beste Grüße,
Alex
 
Hi,
2K Epoxyd Harz wäre dafür geeignet. Wenn man sowas schon in der Werkstatt hat. Das extra zu besorgen nur dafür wäre natürlich ein Aufwand. Mal sehen, was andere noch vorschlagen.
Den Alu-Ring u. den Tubus-Rand dann auf jeden Fall gut anschleifen.
VG CptB
 
Hey Alex!

:confused: Mi$t!

wer Oldtimer fährt, macht das nicht, weil er muss, sondern weil er es will
Wie war ...

Mein Tipp wäre, mal Michael Aaron zu fragen. Der steckt ziemlich tief in der technischen Seite der Materie drin, er hat schon einiges restauriert (unter anderem auch für Hannes Hase-Bergen).
Schreib' den mal an, der hilft Dier garantiert.

Lass' Dich nicht ärgern. Schöne Grüße,
Urs
 
Dann reiche ich die Frage so mal an den @Michael Aaron weiter, ob der eine Idee für den besten Kleber hat ;)

Es war gestern etwas nervig, weil es halt prompt bei einer öffentlichen Beobachtung war. Das Teleskop ist schnell repariert; die Montierung darunter nervt mich schon länger mit Schwergängigkeit, übersteigt meine mechanischen Möglichkeiten aber auch etwas. Das Schöne am Schiefspiegler ist, dass da eh keiner weiß, wo man reinschaut, also wurden die Plejaden im Sucher beobachtet. Spaß hat es so oder so gemacht.

Beste Grüße,
Alex
 
Zuviel der Ehre, liebe Kollegen - bin auch nur ein Amateurbastler. Da es aber beruflich zuweilen Überschneidungen mit gewissen Teilaspekten unseres Hobbys gibt, würde ich auch einen kalt aushärtenden Epoxidharz empfehlen. Dieser entwickelt beim Aushärten allerdings ca. 80°C, ich weiss nun nicht, wie empfindlich das Tubusmaterial ist.

Ansonsten würde ich es auch mit Pattex Kraftkleber versuchen !

Der von mir genutzte Epoxidkleber ist normalerweise für Metall-Metall Verbindungen vorgesehen und wird gegossen, man kann ihn aber auch dickflüssig anrühren und mit einem Pinsel verstreichen. Du kannst mir gerne per PN deine Anschrift mitteilen, dann fülle ich dir etwas Pulver und Härter ab und sende es dir zu mit einer kleinen Verarbeitungsanleitung. Allerdings kann ich dir leider keine Erfolgsgarantie geben.

MfG Michael
 
Hi nochmal,
eine andere Lösung wäre: 3 Löcher bohren, dann im Alu-Ring Gewinde schneiden (M3 dürfte eigentlich reichen, wenn man mag auch M4, der Ring sieht auf dem Foto dick genug aus, dass es für ein paar Gewindedurchgänge reichen sollte), und dann von innen mit Senkkopfschrauben verschrauben. Den überstehenden Teil der Schrauben dann absägen, bzw. vorher eben auf passende Länge sägen.

Vorher aber die Erlaubnis vom Oldtimer-Beauftragten Mr. Bär einholen, wg. der leichten optischen Beeinträchtigung duch die das sichtbaren Löcher bzw Schraubenenden. Mit dem Denkmalschutz ist bekanntlich nicht zu spassen :LOL:
VG CptB
 
Ich denke auch, dass evtl. sogar eine Kombination aus Verklebung und Verschraubung am beruhigendsten wäre. M.W, hat Lichtenknecker Pertinax-ähnliche Tuben verwendet. Sollten da mehrere Kilo Gewicht am OAZ hängen, könnte es u.U. auch irgendwann passieren, dass sich die Schraublöcher unter Belastung irgendwann auch wieder "erweitern", Vielleicht wäre daher die Kombi aus Schrauben und Kleben am sichersten, auch wenn es unter dem OriginalitätsAspekt evtl. Magenschmerzen bereitet.
 
Hi!

Ui, 80° will ich dem Material nicht antun – ich bin mir nicht sicher, ob das Plastik oder irgendwas mit Karton ist. Dann probiere ich wohl doch lieber mal das Pattex. Pertinax-Hartpapier klingt gut, so ähnlich fühlt sich das an. Nicht wirklich Plastik, nicht wirklich Presspappe.

Drei Sicherungsschrauben habe ich mir auch schon überlegt – mal die Kollegen mit gescheitem Werkzeug anhauen. Da bin ich relativ schmerzfrei, da das Gerät ja noch im Einsatz ist und kein Museumsstück.

Dank euch allen,
Alex
 
Bevor er nicht genutzt wird, kommen lieber die drei ordentliche Schrauben rein, die Lichtenknecker damals vergessen hat. Ja, in dem Fall ist es kein Museumsstück, sondern darf Spuren haben.

Was ich aber nicht will ist selber bohren ;) Da lasse ich ggf. einen Profi ran, dann sieht das aus wie original. Müssen ja keine Hochglanz-Schrauben rein.

Wenn der Denkmalschutz der Nutzung im Weg steht, hat er sein Ziel verfehlt...
 
Wenn man ein Gerät noch PRAKTISCH nutzen möchte, sind solche Änderungen zuweilen absolut vertretbar finde ich. Es ist doch schön, dass das Gerät noch genutzt wird und nicht in einem Sammlungszimmer Staub fängt. Schade dass du soweit weg bist, sonst hätte ich dir das für lau fertig gemacht, aber du hast ja gute Kontakte. Das wird schon - viel Glück. Ist ja kein Hexenwerk.
 
noch kurz wg. der 80°: ich denke, das dürfte hier nicht erreicht werden (kenne natürlich das o.g. Produkt nicht). Die Hitze entsteht ja durch die chem. Reaktion der beiden Komponenten, und da spielt die angerührte Menge ein grosse Rolle. Bei der Erwartungsgemäss dünnen Schicht kommt nicht so viel Energie zusammen, ausserdem wird die Reaktionswärme durch den Alu-Ring abgeführt.
 
Ja, dann habe ich schon wieder einen Grund, mich da mal wieder blicken zu lassen ;)
 
Wo wäre denn der Patient zu reparieren? In Heilbronn? Dann könnte ich dir 2K Harz + Härter mitbringen und wenn du es dir nicht zutraust, auch gleich aplizieren. Bei der Fläche kannst du mit dem Tubus anschließend Autos abschleppen...
 
Mittlerweile bin ich südlich von Karlsruhe, aber Freitags oft genug in Heilbronn auf der Sternwarte, wenn auch nicht mehr jedes Wochenende.

Beste Grüße,
Alex
 
Wir können uns gerne Freitag Abend auf der Sternwarte in HN treffen wenn du Zeit hast, dann bringe ich das Material mit.

Gruß Mike
 
Dann sage ich Bescheid, wenn ich wieder in HN bin – dank dir!
 
Das Bild ist etwas älter,mittlerweile ist der Sucher durch einen Variofinder ersetzt.
Schiefspiegler-IMG_2838.jpg

Mit dem Okularrevolver traue ich mich nicht, den auf meine GP-DX zu setzen. Trägt deine DX den ausreichend gut mit normalem Zenitspiegel? Die Saturn hier hat eine Generalüberholung auch dringend nötig...
 
Hallo Leute,

Ich habe so einen Schiefdpiegler noch nie genutzt. Aber rein optisch (nicht beim Durchschaurn) ist er eine Augenweide :)

CS Mark
 
Hi!

Der macht auch beim Durchschauen Spaß – wobei einem klar sein muss, dass das halt letztlich ein sperriger 5"er ist, und man doch mal auf NexStar C6/C8 SE/Evolution schielt, das deutlich kompakter ist, oder auf einen ca. 120/1000-Refraktor, der nicht viel weniger zeigt, die Hälfte wiegt und größere Felder ermöglicht. Ich kann verstehen, dass die Geräte heute nicht mehr gebaut werden, gebe meinen aber auch nicht freiwillig her ;)

Aber ein paar sind noch im Einsatz:

Deshalb nehme ich den auch in erster Linie für öffentliche Beobachtungsnächte – mein ED80 ist zwar viel transportabler, aber nichts so seltenes, und den Sprung bei der Öffnung gegenüber 80mm merkt man doch. Und als ich angefangen hatte, war das Hauptgerät unserer Sternwarte ein 150/2250 Coudé-Refraktor mit 670kg Gesamtgewicht inkl. Säule – und da ist der Schiefspiegler optisch nah dran, aber viel billiger und transportabler.

Und mit dem Öffnungverhältnis versteht man auch, warum Orthos trotz ihres kurzen Augenabstands als Planetenokulare gelten: Ein 18mm Ortho liefert bereits 200x und hat immer noch einen guten Augenabstand. Wobei ich auch einen Adapter auf moderne 2"-Okulare habe anfertigen lassen.

Clear Skies,
Alex
 
Trägt deine DX den ausreichend gut mit normalem Zenitspiegel?
trug - habe ihn - aus heutiger Sicht - mit Bedauern verkauft. Er ging über APM nach Bonn, soweit ich mich erinnere.
Mit dem Gerät war die SP DX und den ca. 14kg Tubusgewicht an seine Grenze, aber habe mich nie bei der Beobachtung beklagen können. Visuell war das für mich noch vollkommen in Ordnung. Daher kann ich die DX noch heute, sofern gut gepflegt, sehr empfehlen.
Die Saturn hatte ich auch einmal, aber mit dieser meist sehr viel Ärger gehabt.

Und wenn ich mich weiter recht erinnere, das Material verträgt durchaus Bohrungen. Der Hauptspiegeltubus war ja an den Sattelstreben auch verschraubt (?).
 

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Ja, ein paar Schrauben sind drin. Hm... vielleicht sollte ich zum Gewichtsparen mal einen anderen Okularauszug adaptieren, ist ja nur eine Schnellkupplung :unsure:
Die Saturn hat mich auch schon mehr gekostet als mir lieb ist. Wenn sie nicht so schwergängig wäre, wäre sie okay – aber das Zerlegen ist wohl ein größerer Akt, deshalb hatte ich schonmal Kontakt mit CG-4.
Die GP-DX habe ich mit einer EQStar-Pro-Steuerung ausgestattet, läuft einwandfrei (wenn man gelegentlich das Getriebespiel neu einstellt) und ist schön handlich.
 
Hallo

Wenn man in den OAZ eine Ringschwalbe reinarbeitet kann man es mit drei Madenschrauben von Innen fixieren. Dann muss das Gewinde aber in den Tubus, ein Ring aus Metall fürs Gewinde innen, oder Eindrehgewinde einkleben? Würde den Anblick nicht verändern.

Gruß Frank
 
Hi!

Es wird die Klebelösung werden, hat ja schon mal 30 Jahre gehalten. Das sitzt eh schon ziemlich stramm, ein leichterer OAZ würde sogar ohne weitere Sicherung halten, nur als Presspassung. Neue Teile braucht es da keine.

Hauptsache ist, dass der Kleber das Tubusmaterial nicht angreift. Das Festkleben an sich ist kein Problem. Vielleicht probiere ich es tatsächlich erst noch mit Pattex Extreme.

Dann steht auch wieder die Lichtenknecker-Ringklemmung zur Verfügung, mit der der Okularauszug befestigt wird - entweder der originale mit 1,5 kg, oder später mal ein kleiner 2"-OAZ über einen noch anzufertigenden Adapter.

Beste Grüße,
Alex
 
trug - habe ihn - aus heutiger Sicht - mit Bedauern verkauft. Er ging über APM nach Bonn, soweit ich mich erinnere.
Mit dem Gerät war die SP DX und den ca. 14kg Tubusgewicht an seine Grenze, aber habe mich nie bei der Beobachtung beklagen können. Visuell war das für mich noch vollkommen in Ordnung. Daher kann ich die DX noch heute, sofern gut gepflegt, sehr empfehlen.
Die Saturn hatte ich auch einmal, aber mit dieser meist sehr viel Ärger gehabt.

Und wenn ich mich weiter recht erinnere, das Material verträgt durchaus Bohrungen. Der Hauptspiegeltubus war ja an den Sattelstreben auch verschraubt (?).
Moin Dominique, ja ich kann mich noch an IGA-Bochum Zeiten erinnern (mittlere bis späte 90er) - da haben wir eben durch diesen Schiefen bei Dir mal (aus Bochum Randlage, war es glaube ich) auf M42 geschaut - mit dem 7er Nagler. Das war sensationell und das habe ich bis heute nicht vergessen - ein bei 500fach ziemlich ruhig stehendes Trapez - war echt der Hammer. Wie gesagt gute 30 Jahre her ... son n Schiefer würde mich (trotz allem Kruscht, den ich hier ohnehin stehen habe) schon mal reizen.

Hat jemand einen "über" - ab 125mm? ;-)

Greetzles Hannes
 
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