Hi!
Als Richtwert kenne ich: Man sollte beim Kauf eines neuen Teleskops (bei gleicher Bauart sowie Himmels- und Optikqualität) mindestens etwa die Hälfte mehr Öffnung haben, damit man wirklich einen Unterschied sieht. Ansonsten ist der Gewinn zu gering.
Was die 8"-Grenze angeht: Ab 8" machen viele Deep-Sky-Objekte
mehr Spaß, weil sie dann anfangen, Details zu zeigen. Also man es dann einfacher hat, viele Kugelsternhaufen deutlich(er) in Sterne aufzulösen oder Strukturen in Galaxien aufzulösen, wo kleinere Optiken nur einen körnigen Nebel zeigen. Das heißt nicht, dass kleinere Objekte nichts zeigen (sonst wäre ich nicht seit Jahren mit 80mm Refrator-Öffnung glücklich), sondern nur, dass ab hier viele Objekte endlich besser aufgelöst werden. Von daher hat der Spruch schon seine Berechtigung; problematisch wird es nur, wenn er so gedeutet wird, dass alles unter 8"
keinen Spaß machen würde.
Die nächste Grenze ziehe ich übrigens bei 10": Alles, was größer ist, wird gerne unhandlich, was Transport oder Aufbauzeit angeht, und stellt höhere Ansprüche an die Motivation. Klar, man kann einen Gitterrohrtubus recht schnell zusammenschrauben, aber ich habe am Balkon auch schon gemerkt, wie viel mehr ein Teleskop genutzt wird, wen da bereits eine Säule steht und ich mir den Aufbau vom Stativ sparen kann. Und die meisten bezahlbaren kommerziellen Geräte sind halt doch keine montagefreundlicher Leichtbau.
Ich meinte damit, dass die 150mm Öffnung einfach nicht ausreicht, um die „einfachen“ Deep Sky Objekte zu sehen.
Da könne zwei Sachen mit reinspielen. Der Standort (je dunkler der Himmel, desto mehr zeigt ein kleines Teleskop) und die Beobachtungserfahrung. Auch am lichtverschmutzten Standort hilft viel Öffnung; während an einem dunklen Standort auch was kleines viel Spaß macht. Ganz wichtig ist aber auch, sich Zeit zum Beobachten zu nehmen und nicht nur anzuschauen. Klar, einem kleinen Teleskop geht an lichtschwachen, kleinen Zielen eher "die Puste aus" als einem großen. Aber wenn du mit 150mm wirklich nichts siehst (und nicht nur die Details nicht siehst, die du erwartest), klingt das für mich nicht so, als ob mehr Öffnung das Heilmittel ist.
Ich empfehle auch immer gerne den
Sternatlas von Peter Vizi, weil er
Zeichnungen enthält statt bunten Fotos. Das gibt einem eine realistischere Erwartungshaltung bei der Objektauswahl als Fotos das können.
Starsense kann man auch an den 12-Zöller anbringen (man kauft ein kleines Celestron-Teleskop mit StarSense, verschenkt das Teleskop und nutzt Starsense am Dobson).
Prinzipiell völlig d'accord, hängt aber vom StarSense-Teleskop ab. Ich habe hier ein ausgeschlachtetes StarSense-Teleskop im Keller, das ich nicht weiterverschenken würde, weil es ohne StarSense das klassische Aussteigerteleskop ist – die Montierung ist zu wacklig und gibt zu sehr nach. Mit StarSense ist es benutzbar, weil man die Objekte halt doch wiederfindet; ohne ist das eher frustrierend. Vom Handling her ist das StarSense aber klasse und macht sogar das Billig-Teleskop nutzbar.
Beste Grüße,
Alex