Saturn 18.7.2025 mit 16 Zoll

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Hallo zusammen,
es geht weiter. Schneller als erwartet konnte ich den 16er erneut als Limit bringen. Das Wetter am 18.7. versprach sehr ruhig zu werden. Bodenwind praktisch „0“, keine Scherwinde und Jetstream irgendwo im Mittelbereich. Ich musste allerdings warten, bis Saturn auf der „richtigen“ Hausseite stand. Die Cassiniteilung konnte ich dann im Livebild oft lange halten, das versprach ein gutes Ergebnis. Dieses Mal justierte ich ein ganz klein wenig nach, und machte auch einen Teststack. Symmetrische Beugungsringe um Titan, und dieser eindeutig flächig, schon nach wenigen Sekunden im Stack, super. Vorher experimentierte ich erneut mit dem ADC und möglicherweise bin ich einem strukturellen Problem bei schlechtem Seeing auf der Spur.(Details evtl. später). Bei den Farbfilmen konnte ich nicht auf den ADC verzichten, aber bei der Rot-Luminanz verzichtete ich auf eine Korrektur, obwohl ich rein rechnerisch in der Vertikalen ein paar Prozent der Schärfe verlor. Die Daten stehen im Bild.

saturn-18-7-2025.jpg


Natürlich habe ich auch wieder eine Animation gemacht mit überschärfter Oberfläche. Ich behaupte mal, dass in den nächsten Jahren, wenn Saturn noch höher steigt, es für einen 16er Standard wird, ein paar Wolkenwirbel etc. abzubilden. Hier habe ich jeweils 3 Min. zusammengefasst.
18-7-2025v2.gif


Diese 20 Bilder, nicht ganz so stark geschärft, habe ich derotiert und in das ansonsten nicht derotierte Bild eingearbeitet, indem ich über eine Kontrastfunktion die Konturen freistellen konnte. Ist sicher nicht jedermanns Sache.
Als die Animation fertig war, sah ich eine Bewegung im Ringabschnitt links unten. Daraufhin verlangsamte ich das Video und glaube nun ein Ringspeichenereigniss abgebildet zu haben. Die Richtung und die Geschwindigkeit passen. Die andere Saturnseite zeigt keine Auffälligkeiten. Zweifelsfrei nachgewiesen ist so etwas natürlich erst, wenn es durch einen anderen Beobachter bestätigt wird.
18-7-langsamer.gif


Ebenso verhält es sich mit den „Details“ auf Titan. Natürlich muss man hier ein, oder auch zwei, Fragezeichen dahinter machen. Es ist regelrecht unvermeidbar, dass sich bei einer Schärfung im Innern von kleinen Objekten ein dunklerer Punkt bildet. Ich sehe aber hier (und auch am 10.7.) eine asymmetrische Struktur, und es scheint eben doch eine gewisse Korrelation mit den Bodenstrukturen zu geben. Und das, obwohl Titan von einer dichten Wolkendecke umgeben ist.
18-7-titan-sim.jpg

und hier noch ein Nachtrag vom 10.7.
10-7-saturn titan.jpg

Eine Idee wäre, dass es minimale Kontrastunterschiede in den Wolken gibt, die sich mehr oder weniger an den Bodenstrukturen orientieren, und nach einer (gewaltigen) Kontrastanhebung sich eben doch verraten. Ich erinnere in dem Zusammenhang auch an meine Venusbilder mit Rotfilter.
https://astrofotografie.ralf-kreuels.de/der-nahe-himmel/venus-rot
So oder so, die Nacht war ein Geschenk und ich erwarte (in dieser Saison) nun nicht mehr, dass ich da noch Stellschrauben finde, um noch mehr herauszuholen.
Viele Grüße
ralf
 
Sehr schön 👍

Was ich eventuell noch machen würde: den Ring getrennt von der Kugel schärfen. Die Kugel kann man manchmal auch in den groben Ebenen schärfen, das Ringsystem würde ich getrennt schärfen. Ich habe bei meinem Saturn bemerkt, dass z.B. bei grober Schärfung viele kleine feine Details verloren gehen, Saturn aber dennoch gut und geschmeidig aussieht. Deshalb würde ich bei Saturn wenn möglich eher in den feinen Ebenen schärfen und nicht nachglätten. Ansonsten verschenkt man viele kleine feine Strukturen.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Ralf, hallo zusammen,

Hallo zusammen,
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Ebenso verhält es sich mit den „Details“ auf Titan. Natürlich muss man hier ein, oder auch zwei, Fragezeichen dahinter machen. Es ist regelrecht unvermeidbar, dass sich bei einer Schärfung im Innern von kleinen Objekten ein dunklerer Punkt bildet. Ich sehe aber hier (und auch am 10.7.) eine asymmetrische Struktur, und es scheint eben doch eine gewisse Korrelation mit den Bodenstrukturen zu geben. Und das, obwohl Titan von einer dichten Wolkendecke umgeben ist.

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Viele Grüße
ralf

Um die Sachlage mal mit ein paar Fakten zu füttern ...
Soweit ich die Informationen aus der WinJUPOS-Hilfe richtig deute ( Kapitel: Ephemeridenrechnung - Quellen- und Literaturverzeichnis ), stammen die Kartendaten von der NASA ( https://maps.jpl.nasa.gov/ ) und basieren auf den Messungen bzw. Beobachtungen der Cassini-Huygens-Mission, bei der ein Gerät mit der Bezeichung VIMS ( Visible and Infrared Mapping Spectrometer ) eingesetzt wurde ( https://science.nasa.gov/mission/ca...er/visible-and-infrared-mapping-spectrometer/ ). Dieses VIMS hat eine Globalkarte bei 2,03 Mikrometer Wellenlänge erstellt ( https://www.google.com/url?sa=t&sou...MQFnoECBoQAQ&usg=AOvVaw049iebli_3YFbESgj9mWin ), welche als Kartengrundlage für die Darstellungen in WinJUPOS dient, die Ralf oben zitiert hat.
2,03 Mikrometer sind deutlich außerhalb der Darstellungsmöglichkeiten mit Amateurgeräten.

Die Ansicht Titans in "natürlichen Farben": https://sci.esa.int/web/cassini-huygens/-/53077-saturns-moon-titan

Grüße
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf, beeindruckend dein Titan, die Details auf der ersten Aufnahme könnten schon echt sein, erinnert mich ein wenig an meine Io Aufnahmen. :y:
CS Mike
 
Hallo Torsten,
ich will ja gar nicht widersprechen. Es gibt aber zwei VIMS-Spektrometer. Das V steht für visuell.
VIMS-V:
Erfasst den Spektralbereich von etwa 0,35 bis 1,0 μm mit einer spektralen Abtastfähigkeit von 1,46 nm.
Wird hauptsächlich zur Untersuchung der Atmosphäre und der Wolken auf Titan verwendet. Die Daten von VIMS-V können zur Bestimmung von Zusammensetzung, optischen Eigenschaften und Höhenprofilen von Wolken und Dunst verwendet werden.


Das VIMS-V sieht offensichtlich irgendetwas, sonst würde es nicht eingesetzt. Keine Bodenstrukturen, aber offensichtlich Wolken. Was spricht dagegen, dass Wolken und Bodenstrukturen korrelieren?
Und nochmal in aller Deutlichkeit: Ich sage nicht, dass ich Bodenstrukturen, und auch nicht Wolkenstrukturen dargestellt habe, sondern erlaube mir nur die Möglichkeit, dass das so ist.
Viele Grüße
ralf
 
Hallo Maximilian, Olaf, Raul und Mike,
vielen Dank, es freut mich, dass euch mein Saturn gefällt und danke für eure netten Antworten.
@raul, ich habe mit 2 versch. Radien geschärft, das entspricht wohl deinen Layern.
Ich kann das ja mal im Detail auflisten:
Verwendungsrate 22 % , (dreimal gestackt, je zu 33 % gemittelt, Sinnhaftigkeit etwas fraglich, rauscht danach aber etwas weniger) gestackt mit 1,5 drizzel, Schärfungsradius 1,9 d.h. ich bin am Limit, verliere Details im Rauschen, dafür sind die Kanten sehr sauber, hier ging es um den Ring, die Cassiniteilung, und vor allem um den Ringbereich vor der Planetenkugel, die sollte nicht "zulaufen".
Dann Verwendungsrate 44 %, rauscht weniger und wurde mit größerem Radius geschärft, 2,7 Px. (nach Gefühl). Die Wolkenstrukturen treten gut hervor, der Ring zeigt aber helle Kanten und insgesamt sieht das Bild überschärft und "uneleganter" aus.
Dann habe ich in PS über Filter eine Sobel-Randerkennungsmaske erstellt. Heißt "Konturen finden" oder so ähnlich. Sie definiert alle kontrastreichen Bereiche. Dieses Bild als Maske, sorgt dafür, dass ich beide Bilder so mischen kann, dass Ränder, helle Kanten und kontrastreiche Strukturen selektiert von dem einen Bild genommen werden und flächige Bereiche vom anderen, mich weichem Übergang natürlich. Grundsätzlich könnte man auch einen Radiergummi nehmen, aber ich finde das so etwas besser.
Entrauscht habe ich übrigens nirgends.
Oft ist mir das Ergebnis zuerst etwas zu hart, dann nehme ich eine ungeschärfte Version und mische sie prozentual unter.
Ich mache auch immer wieder Experimente mit KI Schärfung und Glättung, hier habe ich aber alles verworfen, weil kein Gewinn zu erkennen war.
Ganz grundsätzlich wird m.M.n. die Bildbearbeitung überschätzt. Ich mag diese einfache und recht klare Bearbeitung, ohne 10 Layer und deren Intensitäten zu definieren. Bei einer echten Deconvolution braucht man fürs gleiche Ergebnis weniger Material, aber schärfer wird das Bild auch nicht. (alles nur meine Meinung)

@Mike, ich kenne deine Monde und möchte dir mein Lob aussprechen, Ganymed war für mich Referenz.

VG ralf
 
Danke Ralf, ich schmeiße jetzt meinen Beobachtungsplan über den Haufen und werde heute Nacht Titan mit Rotfilter probieren, falls das Wetter noch mitspielt. Spannend!
CS Mike
 
Dank Ralf, das Wetter heute morgen war von der Durchsicht her noch ok, (für heute sind ja Unwetter vorhergesagt), Seeing war nicht besonders mit S4/10, erstmals mit Rotfilter an der Mono, musste sehr lange belichten, Ergebnis: Nichts!
Daher hab ich nochmal die bessere Aufnahme vom 19.7 2025 gestapelt,, bei S6/10 und IR Passfilter mit Mono.
Da ist schon etwas drauf ,helle und dunkle Bereiche, ich halte sie aber eindeutig für Artefakte, passt auch nicht mit Winjupos zusammen( was nichts heissen muss, siehe Io), daher möchte ich das auch nicht posten.
Ich werde aber weiter dranbleiben, aber mit IR statt Rotfilter. Wünsche Dir viel Erfolg und
CS Mike
 
Wenn ich meine restliche Bearbeitung fertig habe, werde ich mich auch nochmal an Titan mache. Vielleicht kann ich auch noch etwas herausholen. Der Trick ist erstmal, dass vernünftig to Stacken. Ich kann mich erinnern, dass es bei Jupiter auch ein paar Tricks gab. Manchmal entscheidet eine einzige Einstellung und das Stacken geht schief.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Ralf,

Klasse Aufnahme und Bearbeitung. Hat ganz klar Referenzcharakter! Ich hoffe, Du machst diese Saison weiter, obwohl Du den 16er schon in der frühen Phase der Saison ausgereizt hast. ;)

CS Jochen
 
Danke Jochen,
weiter geht es auf jeden Fall. Jetzt aber bin ich so frei z.B. mal etwas im Methanband zu versuchen oder mal ein paar mehr Monde zu erwischen, Neptun steht ganz in der Nähe, ... langweilig wirds nicht.
VG ralf
 
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