Hallo Stathis
aus manchen Berichten kann es dir so vorkommen:
Stattdessen wurde viel Energie in die Beschaffung von kleinen Refraktor Optiken wie dem 50/540 Objektiv gesteckt
Die Aussage ist recht pauschal - stimmt so nicht - es war meist der Anfang.
Aber da muß man die Umstände + Möglichkeiten in der ehemaligen DDR wirklich kennen.
Jetzt die DDR von außerhalb zu beurteilen geht leider immer schief! Man muß drin gelebt haben um dies zu tun.
Genau.
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Diese kleine Optik war für einen Jugendlichen noch erschwinglich, allerdings meist nicht sofort verfügbar.
Ich habe z.B. fast ein Jahr gewartet, ehe ich den Bausatz bekam.
So war es auch mit größeren Refraktor-Optiken 80/1200mm, 100/1000mm. ...
Komplettgeräte (ebenfalls mit z.T. langer Wartezeit) waren oft unerschwinglich für einen DDR Durchschnitts-Verdiener.
Da hatte ein Herr Roth aus der BRD kein Problem mit der Lieferzeit (und Preis weiss ich nicht?)
(in seinen Büchern sind oft Carl-Zeiss-Jena Teleskope + Montierungen im Bild zusehen.)
Will sagen: Für Devisen wurde in der DDR fast alles geliefert/getan.
Nach wie vor finde ich es verwunderlich, dass es damals nicht viel mehr Spiegelschleifende gab, im Osten wie im Westen.
Es gab in der DDR eine kleine Firma (Wilke - Gressmann , in Falkensee bei Berlin), die Spiegel herstellte.
Dort konnte man Spiegel Sets (für Newton + Schmitt-Kameras Cassegrain) erwerben.
Nun bin ich nicht des Spiegelschleifens so kundig, aber bestimmte Materialien außer dem Rohling waren /sind dafür notwendig.
Selbst diese Materialien waren sicher in der Planwirtschaft der DDR kontigentiert.
Ja, es fehlte oft am Material, Know How weniger und Fantasie das ist eine Ansichtssache.
Es gab im Westen wie im Osten Firmen wie Schott, die das Glas hätten liefern können.
Du schreibst Hätte - dazu war der Markt (BRD) sicher zu klein und bei Schott in Jena kam noch die Planwirtschaft hinzu.
Es gab Literatur in Deutsch und Russisch, wie man Teleskopspiegel schleift.
Um mal was richtig zu stellen: In der DDR brauchte man nicht unbedingt russische Fachliteratur bemühen.
In den Bibliotheken konnte man fast alle Westpublikation einsehen. Wenn nicht, dann gabs
noch andere Wege: es von der Oma mitbringen oder Verwanden/Bekannten schicken zu lassen. usw.
Was die Konstruktionsprinzipien an geht, da hast du sicher recht.
"Ein auch nur etwas größerer Teleskopspiegel musste dick wie ein Backstein sein, eine Montierung dafür musste parallaktisch sein."
"Ein Blick über den großen Teich Richtung John Dobson und seinen Zeitgenossen hätte gezeigt.....,
Das Dobson-Prinzip wurde am Anfang ja von allen Seiten skeptisch betrachtet (Fernrohr-Schubser).
Das daraus ein gewisser Hype in der Astro-Amateur-Szene wurde, konnte niemand vorhersehen.
Und ja, ein Dobson hat visuell manch Vorteil (viel Licht in Relation zum Preis); aber kein Vorteil ohne Nachteil.
Aber das ist eine andere Diskussion.
CS Dieter