Neuling sucht Erstausstattung (EAA/Astrofotografie)

Cap555

Mitglied
Hallo zusammen,
zunächst möchte ich mich einmal gerne vorstellen. Ich bin Ende 30 und war schon immer von den Sternen bzw. der Astronomie fasziniert. Die Faszination ging aber nie soweit, dass ich mich wirklich intensiver damit beschäftigt hätte. Die Anschaffung eines Teleskops geisterte mir zwar im Laufe der Jahre immer mal wieder durch den Kopf aber letztendlich war der finanzielle Schritt einfach groß und auch die mangelnde Freizeit hat dazu geführt, dass ich die Idee wieder verworfen habe.

Aber ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich zu mir selbst gesagt habe „Jetzt ist es endlich an der Zeit“. Und hier kommt ihr ins Spiel. Da ich keine Erfahrung habe, würde ich euch gerne meinen Gedanken und Entscheidungsprozess vorstellen.


Was habe ich für Voraussetzungen?
  • Ich wohne im ländlichen Niedersachsen und würde den Nachthimmel auf Bortle 4 schätzen.
  • Ein Garten (leider viele Bäume) sowie Zugang zu einem nahegelegnen Feld mit freier Sicht (abseits der angrenzenden Dörfer) ist vorhanden.
  • Tiefergehende astronomische Kenntnisse habe ich nicht, habe aber damit begonnen, mich in die Thematik einzulesen.
  • Eine EOS R7 spiegellos ist vorhanden (Modifikation nicht vorgesehen)

Was sind meine Ziele und Anforderungen?
  • Ich möchte mich zunächst auf elektronisch gestützte Beobachtung von Nebeln und Galaxien konzentrieren. Live Stacking wäre daher wünschenswert.
  • Ausgehend von EAA würde ich mich im Verlauf dann auch weiter in Richtung Astrofotografie spezialisieren wollen. Aber für den Anfang reicht mir das Kennenlernen des Equipments und „einfache“ Resultate ohne große Nachbearbeitung aus.
  • In Zukunft würde mich sicher auch mal Planetenbeobachtung interessieren, ist jetzt aber noch kein Thema.
  • Visuelle Beobachtung ist aktuell auch kein Thema.

Was bin ich für ein User?
  • Ich schätze es, wenn Dinge funktionieren. Ich bin ein großer Fan von Apple. Weniger auf Grund des „Status“ sondern vielmehr auf Grund der Bedienbarkeit und Funktionalität. Ich weiß einfach, dass es funktioniert.
  • Ich spare lieber etwas länger auf Dinge, von denen ich weiß, dass sie mich lange begleiten werden. Ich bin daher durchaus bereit, etwas mehr Budget locker zu machen, wenn ich weiß, dass ich damit die nächsten Jahre gut arbeiten kann. Wobei ich nicht gleich jegliches High End Equipment benötige.
  • Ich weiß, dass hier gerne vorgeschlagen wird, dass man zunächst in Vereine gehen soll und sich ggf. dort über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Lösungen beschäftigt. Dafür bin ich allerdings nicht der Typ (Ich bin einfach kein Vereinsmensch). Ich habe gerne mein eigenes Equipment und versuche mir die Dinge auch gerne selbst anzueignen.
  • Gebrauchtes Equipment wäre grundsätzlich in Ordnung, wenn ich es bei einem vertrauenswürdigen Händler erwerben könnte. Da ich mich nicht mit den Feinheiten auskenne, hätte ich bei einem Privatkauf immer Bedenken, dass ich etwas übersehe.
  • Ein iPad ist vorhanden. Ein zusätzlicher Laptop soll nicht angeschafft werden. Ich finde es charmanter einen Astro PC via iPad zu bedienen (gerade wenn man draußen im Feld ist).

Im folgenden stelle ich euch vor, welche Ausrüstung ich mir ausgesucht habe. Die Links zu der Ausrüstung sind lediglich Beispiele. Ich habe keine Präferenz für einen bestimmten Shop.

Teleskop
Beim Teleskop bin ich am unschlüssigsten, da ich die verschiedenen Eigenschaften und Marken am wenigsten beurteilen kann und hier die Auswahl zudem sehr groß ist. Zudem weiß ich nicht, ob es große Unterschiede in der Qualitätskontrolle gibt (bei gleichen Specs) oder man ggf. nur die „Marke“ bezahlt.
Beim Askar bin ich mir nicht sicher, ob es ggf. für den Anfang eine zu große Brennweite ist?


Mounting
Hier schwanke ich zwischen den allseits empfohlenen Skywatcher EQ Varianten
  • Ich tendiere zu einer EQ5 Variante, da es für den Anfang mein gewünschtes Teleskop gut tragen sollte. Allerdings sind mir die Unterschiede (bis auf die Traglast) der unterschiedlichen EQ5 Varianten nicht ganz klar (EQ5, EQM5, HEQ5)
  • Aktueller Favorit HEQ5, da die Traglast mit 14 KG noch etwas Luft nach oben bieten sollte , falls man doch nochmal ein Teleskop Upgrade vornimmt (https://www.astroshop.de/parallaktisch-mit-goto/skywatcher-montierung-heq-5-pro-synscan-goto/p,4071).
  • Frage hierzu: Wie groß sind Probleme mit Backlash? Muss ich hier regelmäßig nach justieren? Ich habe ein Video gesehen, wie das korrigiert wird. Die Person im Video sagte aber auch, dass man sich hier leicht etwas kaputt machen kann, wenn man zu fest anzieht (da bin ich immer etwas skeptisch).
  • Eine EQ6 scheint mir Stand jetzt überdimensioniert und ich würde lieber upgraden, wenn ich es auch wirklich brauche. Bietet die EQ6 (abseits der Traglast) irgendwelche Benefits ggü. einer EQ5?
  • Alternativ gäbe es auch noch gebraucht eine Meade LX85 (https://www.astroshop.de/meade-montierung-lx85-goto-neuwertig-/p,807656)

Astro Computer und Astrokamera:
Rein von der Idee her, würde mich ein ZWO Asi Air Plus am meisten reizen, da es scheint, als ob man hier den einfachsten Einstieg hat. ZWO hat mich vom Konzept sehr an Apple erinnert :D. Allerdings sind die Preise natürlich auch ein gutes Stück höher als vergleichbare Produkte.

Variante 1: Asi 2600 All in One (https://www.astroshop.de/astro-kameras/zwo-kamera-asi-2600-mc-air-color/p,84743). Hat den klaren Vorteil, dass ich weder einen OAG noch eine andere Guiding Lösungen benötige und mir den Start erheblich vereinfacht. Ich kann mehrere „Probleme/Variablen“ aus der Gleichung rausnehmen. Zusätzlich gibt es eine (dem Anschein nach) nutzerfreundliche Software und iPad App inklusive Live Stacking. Nachteil ist der hohe Preis und die fehlende Flexibilität. Ist für den Anfang erstmal nebensächlich aber später sicherlich relevant. Alternative wäre eine Asi2600 Duo und separaten Asi Air Plus (wobei das nochmal einen Preisaufschlag bedeuten würde) oder die „günstige“ Variante mit der All in One Asi Air 585. Ich kann schwer beurteilen, ob sich (gerade am Anfang) die fehlende Qualität der Kamera bemerkbar macht?

Ich bin mir bei der „All in One Lösung“ nur insofern unsicher. Wenn die Komponenten des ASI Air kaputt gehen, kann ich die Kamera gleich mit weghauen. Gefühlt würde ich behaupten, dass ein Mini PC eher mal den Geist aufgibt als eine Kamera?

Variante 2: Stella Vita mit separater ToupTek APS-C Kamera mit IMX571 Color (https://www.teleskop-spezialisten.d...-Version-ATR3CMOS26000KPA-ATR2600C::5544.html).

Zusätzlich einen OAG inkl. Guiding Kamera von Touptek dazu (https://www.teleskop-spezialisten.d...ro-OAG-L-Off-Axis-Guider-OAG-L-M48::7295.html). Hat den Vorteil, dass es einige hundert Euro günstiger ist als die Asi Air All in One Lösung und ich sehr flexibel bin. Auch Zubehör (z.B. ein EAF) ist deutlich günstiger bei Touptek. Der Nachteil ist das fehlende Live Stacking und eine App/Software die ggf. noch nicht so ausgereift ist. Zudem findet man zu ZWO (auf Grund der weiten Verbreitung) massig Tutorials und Anleitungen im Netz. Auch hätte ich durch den OAG eine neue „Fehlerquelle“

Sonstiges Zubehör:
Elektronischer Autofokus für ZWO oder Touptek (je nach gewählter Kombination)

Grundsätzliche Frage: Wie schnell sind die Entwicklungen im Bereich Astrofotografie? Die Asi 2600 ist ja beispielsweise bereits mehrere Jahre auf dem Markt. Macht es Sinn ggf. auf ein besseres Nachfolgemodell zu warten?

Ich hoffe, dass das jetzt nicht zu viel Text war :D. Ich wäre über Anregungen und Tipps sehr dankbar.

Besten Dank vorab und clear Skies :)

PS: Ich bin aktuell unterwegs und kann ggf. nicht zeitig auf Rückfragen/Anregungen antworten.

Viele Grüße
Cap
 
Hallo Cap,
auf die Gefahr hin extrem altmodisch zu sein, würde ich empfehlen, doch erstmal Montierung , Teleskop und ein paar Okulare zu kaufen ( oder ausleihen bei einer Sternwarte) und dann visuell zu starten .
Warum schließt du visuelle Beobachtung konkret aus ? Schon mal probiert ??

Zu deinen Hardware-Fragen :

Teleskope
==> APO's ==> Ich durfte durch einen TS Optics Apo 96/567 schauen ( geliehen, nicht meiner) und die Optik war gut.
Aber fotografiert habe ich damit nicht.
Ich bevorzuge leider Spiegeloptiken, daher kann ich da nicht weiter empfehlen.


Montierung :
Eine HEQ5 ist eine sehr gute Montierung für Anfänger und auch Fortgeschrittene. ( ich hatte 2 Jahre lang selber eine HEQ5 und war zufrieden)
Die EQ5 ist da nicht so gut ab Werk, man kann sie aber optimieren wenn man Bastelfreak ist .
EQ6 ==> zu schwer für die von dir genannten Teleskope, also überdimesioniert . Das Kriterium "schwer" gilt natürlich nur für mobilen einsatz.
Meade LX85 ==> Eine Kopie der EQ5 , aber viel teurer ==> lohnt sich nicht . Zumal Meade in Insolvenz ist und man in Zukunft wohl keinen Support mehr bekommt ??
Also : klares Pro für die HEQ5 .

Gruss
Markus
 
Hallo Markus,

danke dir für die Rückmeldung :). Guter Hinweis bzgl. Meade, dass wusste ich nicht. Die visuelle Beobachtung habe ich einmal probiert und mich reizt es einfach mehr, wenn ich die Bilder sehe, die eben fotografisch möglich sind. Soll nicht heißen, dass ich es grundsätzlich blöd finde, nur das eine hat einen größeren reiz für mich persönlich.
 
Hallo ,
noch ein Nachtrag zur EQ6 oder EQ6-R ( bevor ich hier kritsiert werde) :
auch sehr gute Montierungen speziell auch für Fotografie , aber halt sehr schwer.
Die EQ6 wiegt 18 kg , die EQ6-R 15 Kg im sogenanten Achsenkreuz, das Stativ kommt extra und die Gegengewichte auch .

Muss jeder selber wissen oder schätzen ob er das über den Acker schleppen will und kann .
Ich benutze übrigens eine Losmandy GM8 mit 11 kg , mir reicht das völlig als Maximum zum Schleppen im mobilen Einsatz .

Aber neulich hatten wir jemanden, der akzeptierte eine 21 Kg schwere Celestron CGX als okay und leicht .
Ist also individuell .

Grundsätzlich gilt : je stabiler eine Montierung , desto besser zum Fotografieren.

Gruss
Markus
 
Hallo Cap,

erstmal willkommen im Forum und viel Spaß hier.

Ausgehend von EAA würde ich mich im Verlauf dann auch weiter in Richtung Astrofotografie spezialisieren wollen.
EAA ist Astrofotografie.
Die Herangehensweise ist eine andere.
Schau mal in das EAA-Forum hier. Da erfährst Du so einiges.

EAA ist genauso wenig trivial wie die klassische Astrofotografie oder die rein visuelle Beobachtung.
EAA kann man so zu sagen puristisch, so wie ich EAA betreibe, bis hin zu technisch ausgefeilt betreiben.

Aber egal wie, der technische Einsatz, die Software usw. müssen beherrscht werden. Man muss wissen was welches Teleskop kann, was welche Montierung kann, ... ... ... Grundlagenwissen eben.

Was das Teleskop angeht, kommt es m.E. darauf an, was Du gerne ablichten willst. Willst Du Fläche, große Objekte auf den Chip bekommen, ist kurze Brennweite angesagt. Da bietet sich natürlich ein APO an.
Willst Du kleiner Objekte, z.B. Planetarische-Nebel, ablichten, da brauchst Du schon Brennweite.
Ich selbst habe einen PDS 150/750 Newton und einen C8. Beide werden unterschiedlich eingesetzt, ja nach dem was ich ablichten will. Was noch fehlt, ist ein APO, um auch Fläche ablichten zu können

Da muss man sich halt informieren, wie sich eine bestimmte Kamera mit einem bestimmten Teleskop verhält.
Was die Kamera an geht, ist im EAA-Forum in einem Thread mal ein PDF von mir abgelegt worden. Aber sicherlich nicht mehr aktuell. Denke aber das es sich zur ersten Orientierung anbietet.

Was die Montierung an geht, ist auch hier Stabilität angesagt. Aber auch ob man das Teil durch die Gegend transportieren muss/will. Da, wie viel ist man gewillt zu schleppen. Wo liegt mein Beobachtungsort usw., usw..
Die HEQ ist sicherlich keine falsche Wahl.
Auch stimme ich Markus / @Jimmi1970 zu
Ich benutze übrigens eine Losmandy GM8 mit 11 kg , mir reicht das völlig als Maximum zum Schleppen im mobilen Einsatz .

Aber neulich hatten wir jemanden, der akzeptierte eine 25 Kg schwere Celestron CGX als okay und leicht .
Ist also individuell .
:y:
Ich nutze eine iOptron AZ Pro. Das Achsenkreuz selbst wiegt 4,5 Kg mit Akku (der ist mittlerweile ausgebaut). Tragkraft von mir geschätzt ca. 10 bis 12 Kg, angegeben sind 14 Kg, da bin ich aber skeptisch.

Letztendlich eigne Dir Grundlagen an.

Gruß
Mathias
 
Grundsätzliche Frage: Wie schnell sind die Entwicklungen im Bereich Astrofotografie?

Hallo,

aus deiner Perspektive als Einsteiger sollte die Entwicklung der Kamera-Chips, die fast ausschliesslich von Sony stammen, eigentlich noch nicht soo entscheidend sein, so lange man den Weg der persönlichen Entwicklung noch vor sich hat. Ich würde erst mal mit einer Astro-Kamera beginnen, die um die 500€ kostet, um damit Erfahrungen zu sammeln. Hier tun sich in anderen Bereichen gerade interessantere Entwicklungen:

Momentan erlebt man, wie Touptek den Astro-Markt etwas aufmischt. ZWO scheint den Markt an Astro-Equipment zu dominieren, zumindest schien es so als hätten sie mit ihrer Politik, andere Hersteller auf ihrer ASI-Plattform nicht zuzulassen, erfolg. Touptek bringt aber seit kurzem eine eigene Box heraus, vergleichbar mit der ASI-Air, läßt aber offenbar auch Hardware anderer Hersteller zu, was sie meiner Ansicht nach zu einer interessanteren Plattform macht, da die Auswahl an Herstellern und deren Produkten größer ist, zwischen denen man wählen kann. Die Oberfläche und Bedienbarkeit scheint vergleichbar gut zu sein.

Technologisch tritt ZWO mit ihrer ASI-Plattform etwas auf der Stelle. Die Plattform basiert auf Linux und größtenteils auf ehemals Open Source, allerdings ist auch die neueste Version der ASI immer noch 32 bit und technologisch auf der Raspberry Pi 4 Plattform stehengeblieben, weil sie den Sprung nach 64 bit noch nicht vollzogen haben. Macht auf mich einen schlechten Eindruck.

Wenn das Gewicht der Montierung eine Rolle spielt, wäre eine Harmonic Drive-Montierung eventuell interessant.

EQ5, Bashlash, Justage: man muß einfach lernen, wie man sein Equipment justiert, das gehört dazu. Wenn man keine zwei linken Hände hat, oder Arme wie Arnold, kann man den Backlash justieren, ohne daß etwas kaputt geht. Astrofotographie ist eben auch ein klein wenig Handwerk, mit etwas Köpfchen und Gefühl geht alles. Wenn man eine Skywatcher-Montierung will, was keine schlechte Entscheidung ist, sollte man aber keine Scheu haben, das Ding zu zerlegen und mal ein Lager zu tauschen oder neu zu fetten. Wer das tut, kann lange daran Freude haben, gegebenenfalls ist es Voraussetzung dazu. Ich hab' bei meiner fabrikneuen EQ6 auch erst mal ein Lager tauschen müssen. In China kann man wohl schon einiges, aber Lager sind wohl doch noch ein Problem. War für mich ein Kinderspiel, andere Leute haben darauf keine Lust. Und wenn man später das Letzte aus der Montierung herauskitzeln will, macht man ein Rowan-Belt Upgrade, und freut sich über 1/3 bis 1/2 bessere Präzision beim Guiding, und leisere Slews.

EAA ist Astrofotografie.
Die Herangehensweise ist eine andere.
Schau mal in das EAA-Forum hier. Da erfährst Du so einiges.

EAA ist genauso wenig trivial wie die klassische Astrofotografie oder die rein visuelle Beobachtung.
EAA kann man so zu sagen puristisch, so wie ich EAA betreibe, bis hin zu technisch ausgefeilt betreiben.

Aber egal wie, der technische Einsatz, die Software usw. müssen beherrscht werden. Man muss wissen was welches Teleskop kann, was welche Montierung kann, ... ... ... Grundlagenwissen eben.

Hi Mathias,

ich finde: EAA ist der leichtere Einstieg in die Astrofotographie. So sehe ich das für mich, und für mich funktioniert es genauso. Mit der EAA kann man in den Himmel gucken wie andere durch die Okulare. Aber gleichzeitig kann man lernen, das ganze Equipment und die Technik zu beherrschen, den Himmel besser kennenzulernen und so weiter, das ist ein besserer Einstieg in die Astrofotographie, als wenn man da direkt einsteigen wollte. Ist schon komplex genug das ganze Thema.

Die Möglichkeit, kleinere Schritte machen zu können, ohne daß das Ergebnis gleich perfekt sein muß, ist der entscheidende Vorteil von EAA.

Gruß
Andreas
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten. Das Touptek aktuell ein interessantes Paket bietet, lässt mich in diese Richtung tendieren. Schade ist die fehlende Live Stacking Funktion beim Stella Vita. Das heißt ich müsste das anders realisieren? Das mit dem auseinander bauen der Montierung traue ich mir zu, sofern es gute Erklärungen gibt. Gibt es dazu Anleitungen im Netz?
 
Guten Morgen zusammen,

hallo Andreas / @Nebulös
Hi Mathias,

ich finde: EAA ist der leichtere Einstieg in die Astrofotographie. So sehe ich das für mich, und für mich funktioniert es genauso. Mit der EAA kann man in den Himmel gucken wie andere durch die Okulare. Aber gleichzeitig kann man lernen, das ganze Equipment und die Technik zu beherrschen, den Himmel besser kennenzulernen und so weiter, das ist ein besserer Einstieg in die Astrofotographie, als wenn man da direkt einsteigen wollte. Ist schon komplex genug das ganze Thema.

Die Möglichkeit, kleinere Schritte machen zu können, ohne daß das Ergebnis gleich perfekt sein muß, ist der entscheidende Vorteil von EAA.
bin ich vollkommen bei Dir.
Der Schritt gleich in die klassische Astrofotografie rein, ist, so zeigen es ja reichlich Threads hier, sehr anspruchsvoll.
Da ist der Weg über EAA sicherlich einfacher, hat aber auch so seine Tücken ;).

@ Cap
auf Grund Deiner Aussagen ist der Weg über EAA, wie oben schon von Andreas angemerkt, nicht verkehrt. Du versperrst Dir ja auch in keinster Weise den Weg in die klassische Astrofotografie. Die Softwaren die ich dazu kenne, ermöglichen es Dir die Einzelframes abzuspeichern und kannst dann im Nachgang alles selbst erledigen.
Du kannst den "Vollautomatisumus" von z.B. SharpCap unter Windows nutzen oder auch nicht.

Was die kleinen Rechenschachteln angeht, hat man jetzt wohl mit Touptek eine Alternative zur Verfügung, ohne den Hardwarezwang. Ich bin da aber nicht so drin, da mein Setup steht. Ich arbeite mit zwei Notebooks. Am Teleskop unter Windows (SharpCap) und Remotezugriff über Linux Notebook.

Das ZWO immer noch auf 32 bit rumhampelt, nun ja ... ... ..., selbst Windows hat es geschafft auf 64 bit umzustellen :affemund:.
Hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Alles was es an Betriebssystemen für den RPi gibt, läuft auf 64 bit. OK, bezieht sich jetzt alles auf die reine Hardware vom RPi. ZWO hat da, so meine Erinnerung, noch a weng an Hardware in ihre Schachtel eingebaut. Aber dennoch ... ... ...

Wie das jetzt mit dem Apfel aussieht, keine Ahnung.
Da Du aber mobile Endgeräte bevorzugst, wirst Du fast nur die Möglichkeit haben, auf so eine Rechenschachtel zurückzugreifen. So weit ich weiß gibt es für den Apfel die passenden Apps dazu.
Das bei Touptek die Live Stacking Funktion (noch) fehlt ist natürlich blöd. Wie das dann mit dem Apfel zu realisieren ist ... ... ... :unsure:
Es gibt KStars/EKOS für den Mac Ekos for MacOS und auch Siril SIRIL version 1.4.0-beta3 released on July 11, 2025. Müsste dann aber alles auf einem Mac laufen.

Eine weitere Alternative wäre StellarMate, StellarMate.
Da hast Du mehrere Möglichkeiten.
- Einfach nur das OS für den RPi (Arm) plus iOS App
- das OS für Mini-PC (AMD/INTEL)
- oder deren Schachtel
meinem Kenntnisstand nach mit der App von denen.
Da mal klug machen.

Gruß
Mathias
 
Eine weitere Alternative wäre StellarMate, StellarMate.
Da hast Du mehrere Möglichkeiten.
- Einfach nur das OS für den RPi (Arm) plus iOS App
- das OS für Mini-PC (AMD/INTEL)
- oder deren Schachtel
meinem Kenntnisstand nach mit der App von denen.
Da mal klug machen.

Ja, das halte ich auch für den bequemen Einstieg als die vielleicht beste Option: man bekommt eine Oberfläche, die vergleichbar gut/simpel in der Bedienung ist wie die Boxen von TWO und Touptek, plus: man nimmt Tuchfühlung mit den erfolgreichsten / verbreitetsten Architekturen auf: EKOS (Steuerungs-Oberfläche) und INDI (Hardware-Treiber). INDI wird ja auch von ZWO und Touptek verwendet.

Natürlich braucht man dafür auch eine Box auf der das OS läuft, und hier muß man sagen: es wird selten genug erwähnt: StellarMate bringt ja selbst auch eine Box heraus, die StellarMate Pro (die 64GB-Version für 500$, gibt's auch mit 128GB), das ist dann das rundum-Sorglos-Paket: das Ding bringt ja nicht nur die USB-Ports mit, sondern auch Power-Ports für weiteres Equipment - aber das machen die Boxen ja alle so. Und: man kann alle mögliche Hardware anschliessen, also ebenso offen wie die Touptek, wohl sogar noch etwas offener. Also eigentlich die Beste Option von allen.

Luxus hat eben seinen Preis. Ich habe mir einfach einen Raspberry Pi 5 mit 8GB Ram und 256GB NVME gebaut (Fotos anbei), und als OS nehme ich Debian Bullseye mit frisch kompilierter Stable-Version von INDI/kstars-EKOS/PHD2. Das ist die maximale Freiheit zum günstigsten Preis. Optisch sind wir hier schon etwas weiter weg von der Eleganz simpler Oberflächen wie oben genannt. Ich erwähne es nur der Vollständigkeit-halber. Auf so eine Schachtel kann man aber das StellarMate OS draufmachen, dann hat man auch die Bequemlichkeit zum günstigen Preis. Das Ding hat übrigens Rechenpower ohne Ende. Mit einem CPU-Test alle Kerne zu 100% belastet, kommt die CPU nicht über 65°C. Ich empfehle unbedingt einen zusätzlichen externen aktiven USB 3.0 Hub.

Gruß
Andreas

RPi5-aussen-scaled.jpg
RPi5-innen-fixed-scaled.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
StellarMate bringt ja selbst auch eine Box heraus, die StellarMate Pro
ich halte das ganze auch für recht flexibel:

- kann mir nur das OS für den RPi besorgen und drauf installieren. Fix und fertig, also den Pi mit OS, gibt es das wohl nicht mehr.

- dann das OS für AMD/Intel. Läuft auf jedem Mini-PC oder, wie beim mir getestet, auch auf einem etwas betagtem Notebook. Zwei Manko sehe ich da aber, wobei eines wohl an mir liegt. Das ist mit dem Plasma Desktop ausgerüstet, finde ich etwas übertrieben. Zweitens die Installation ist was blöd. Läuft über ein Clonezilla IMG und bügelt alles platt auf der HDD/SSD. Kann man umgehen, wenn die Pladde partitioniert ist.
Was halt schön ist, wenn auf Mini-PC, ich hab über den Desktop vollen Zugriff auf das System und kann es wie ein normales Linux behandeln, oder ich bediene über App oder auch den WebBrowser und da unter anderem mit VNC.

- dann eben die fix und fertig sorglos Variante, den Mini-PC von denen.

Denke da ist für jeden was dabei.
Ich muss das meine mal wieder anschmeißen und schauen was sich da so alles getan hat. Vielleicht kann ich mich doch noch an ein mobiles Endgerät (Tablet) gewöhnen ;).

Gruß
Mathias
 
Hallo ihr beiden,

ich hatte in meiner Recherche bis jetzt gemischte Reviews zum Stellar Mate gelesen. Daher hatte ich den nicht mehr ganz so im Fokus. Aber dann werde ich mir das mal genauer anschauen :).

Liebe Grüße
Cap
 
Kommt halt immer darauf an, wen man fragt und worum es geht: um die App, um das OS ohne Hardware, um die Pro-Version mit Hardware. Die App soll auf dem Phone etwas langsam sein. Okay, ist die Frage, ist es ein aktuelles Phone. Die App soll auf einem Tablet flüssiger laufen, aber das gilt halt auch nicht für jedes Tablet.

Man hat ja bei Stellar Mate sogar immer zwei Optionen an der Hand: verwendet man die App, die glaube ich kostenlos dabei ist, oder loggt man sich per VNC direkt auf die Hardware ein. Dann bekommt man noch mal eine andere Oberfläche: die OS-Version mit den Desktop-Apps. Die sind dann nicht mehr ganz so komfortabel wie die App, bieten aber evtl einen grösseren Funktionsumfang.

Also hat man jederzeit die Wahl: Klicki-Bunti mit hübschen Icons, alles simpel und nice, oder die Version für die Fortgeschrittenen: per VNC auf die OS-Version. An EKOS gibt es übrigens wirklich rein gar nichts auszusetzen.

Cuiv, The Lazy Geek nennt die Stellar Mate Pro übrigens den ASI-Air Killer :).

Gruß
Andreas
 
ich hatte in meiner Recherche bis jetzt gemischte Reviews zum Stellar Mate gelesen.
Man hat ja bei Stellar Mate sogar immer zwei Optionen an der Hand: verwendet man die App, die glaube ich kostenlos dabei ist, oder loggt man sich per VNC direkt auf die Hardware ein. Dann bekommt man noch mal eine andere Oberfläche: die OS-Version mit den Desktop-Apps. Die sind dann nicht mehr ganz so komfortabel wie die App, bieten aber evtl einen grösseren Funktionsumfang.
diese, sagen wir mal, nicht ganz so positiven Äußerungen über StellarMate kenne ich auch.
Auch wenn ich mich nicht mit der Bedienung über mobile Endgeräte anfreunden kann, empfinde ich es als sehr interessante Alternative.
Wer App's auf einem mobilen Endgerät bevorzugt kann das nutzen. Und nicht nur von App/Tablet zum RPi sondern auch von App/Tablet auf Mini-PC/Notebook. Die letztere Variante dabei finde ich wesentlich interessanter. Ist sicherlich auch rein subjektiv. Ich kann diesen kleinen RPi's einfach nichts abgewinnen ;). Und soviel größer ist so ein Mini-PC auch nicht und bekomme sowas immer an der Montierung untergebracht. So weit ich weiß bietet StellarMate auch solche Adaptionsmöglichkeiten für Tubus und Montierung an.

Was die App auf Tablet oder SmartPhone angeht, mei, da ist es doch eh so, egal welche App man für irgendwas benutzt, das Endgerät sollte/muss leidlich aktuell sein und sollte mit dem aktuellsten OS ausgerüstet sein.
Auch ist ZWO nicht fehlerfrei. da liest man schon über Merkwürdigkeiten beim Update.

Und dann das, was Andreas schreibt. Ich kann direkt remote auf das OS gehen oder eben über das Browser-Interface per VNC.
Man hat eben verschiedene Möglichkeiten.
Und INDI deckt reichlich Hardware ab.

Ein Blick darauf lohnt sich alle mal.
Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie, was, warum er wie angeht.

Gruß
Mathias
 
Hi Mathias,

Zwei Manko sehe ich da aber, wobei eines wohl an mir liegt. Das ist mit dem Plasma Desktop ausgerüstet, finde ich etwas übertrieben.

Du kannt den Leuten von heute so'n sozialistischem Plattenbau a la XFCE oder Gnome nicht mehr verkaufen. Die KDE Plasma ist optisch schon richtig klasse, und das muß sein. Die Kistchen können das auch inzwischen. Das fand' ich am AstroBerry schon doof: da will man in den Himmel gucken, muß aber erst mal gefühlt an einer Reihe Dixi-Klos vorbei, bis das Planetarium mal startet.

Ich kann diesen kleinen RPi's einfach nichts abgewinnen ;). Und soviel größer ist so ein Mini-PC auch nicht und bekomme sowas immer an der Montierung untergebracht.

Wenn ich den RPi5 gegen einen MiniPC vergleiche, kann ich aus Anwendersicht keinen Unterschied erkennen. Du würdest dich wundern zu sehen, wie flott der RPi5 ist. Das eine ist X86, das andere ARM, aber wen interessiert das schon.

Der RPi klebt übrigens ganz prima mit zwei Poster-Strips an der Montierung ;)

Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

Du kannt den Leuten von heute so'n sozialistischem Plattenbau a la XFCE oder Gnome nicht mehr verkaufen. Die KDE Plasma ist optisch schon richtig klasse, und das muß sein.
dann bin ich ein Leute von gestern ;) .
Ich habe KDE / Plasma weder früher unter Suse gemocht noch heute auf den anderen Distributionen.
Aber ist halt Geschmackssache.

Letztendlich brauchts keinen Desktop. Soll ja alles mit einem mobilen Endgerät über App gesteuert werden. Was ich ja auch nicht so mag :ROFLMAO:.
Aber egal, jeder wie er am besten klar kommt.

Du würdest dich wundern zu sehen, wie flott der RPi5 ist. Das eine ist X86, das andere ARM, aber wen interessiert das schon.
mag sein, habe keinen, nur den 4-er.

Aber ich muss eine Korrektur abgeben.
Ich hatte weiter oben geschrieben das man das Image von Stellarmate auch auf eine Partition spielen kann.
Stimmt nicht !!
Die Funktion ist bei Stellarmate mit Clonezilla anscheinend abgestellt.
Also es geht nur komplette SSD/HDD !!

Hat mich irgendwie gewurmt.
Entweder USB-Stick oder USB-SSD am Astronotebook. Fand ich fad :D.
Nach einigem basteln, vielen Flüchen und einigen Stunden habe ich jetzt eine Trippel-Installation auf meinem Astronotebook.
- Linux Mint 22.1
- W11 Pro
- Stellarmate auf XFCE4 ;) umgestellt.
Alles schön im grub-Menü.
Kann von jedem System vom Desktop aus direkt in jedes andere booten.
Das einzige was noch nicht funktioniert ist der Network Monitor (STOPPED) über das Webinterface im Dashboard.
Ach ja, der blaue Zahn zickt auch noch was.

20250823_234612.jpg


20250823_234412.jpg


Gruß
Mathias

P.S.
App auf Android funktioniert auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber ich muss eine Korrektur abgeben.
Ich hatte weiter oben geschrieben das man das Image von Stellarmate auch auf eine Partition spielen kann.
Stimmt nicht !!
Die Funktion ist bei Stellarmate mit Clonezilla anscheinend abgestellt.
Also es geht nur komplette SSD/HDD !!

Hat mich irgendwie gewurmt.
Entweder USB-Stick oder USB-SSD am Astronotebook. Fand ich fad :D.
Nach einigem basteln, vielen Flüchen und einigen Stunden habe ich jetzt eine Trippel-Installation auf meinem Astronotebook.
- Linux Mint 22.1
- W11 Pro
- Stellarmate auf XFCE4 ;) umgestellt.
Alles schön im grub-Menü.
Kann von jedem System vom Desktop aus direkt in jedes andere booten.

Alter Hacker ;)

Da sieht man mal wieder, mit Linux geht's auch dann, wenn's eigentlich nicht geht. Mein Clonezilla heißt übrigens "dd" ;)

Gruß
Andreas
 
kann man so nicht sagen.
Das ganze rumgebastle ist wohl mehr dem Wetter geschuldet.

na ja, ich muss ja erstmal das nehmen was StellarMate liefert.
Das img ist leider so aufgebaut das es, wenn man es auf eine USB-Stick oder USB-SSD geschrieben hat und es dann von da aus bootet gleich mit Clonezilla los rennt. Man hat nur die Möglichkeit die verbaute SSD oder eine weitere USB-SSD oder eben einen Stick auszuwählen und dann macht es das, was auf dem jeweiligen Medium ist platt.
Ist halt kein Live-System, was man sonst so von Linux kennt.

Da hab ich mir dann gedacht, jetzt kommt Dein "dd" ins Spiel, erstell mit dd ein img von der richtigen Partition des StellarMate-System und schubs das einfach auf eine weitere Partition deiner SSD.
Gesagt getan.
Dann fängt aber das "hacken" an ;).
grub-Integration, Verweise auf USB-Stick/SSD, fstab usw. suchen, umbasteln.

Würde jetzt aber zu weite gehen und den ursprünglichen Thread sprengen.

Kurzum, es funktioniert.
StellarMate darf man dann aber nicht mit Support kommen ;).
Ist auch auf deren Seite auch so vermerkt. Keine Dual-Installation und ähnliches.

Gruß
Mathias
 
Du scheinst ja bereit zu sein direkt ordentlich Geld zu investieren. Finde ich allgemein super, wenn man das tolle Hobby Astrofotografie nicht wieder schnell aufgibt. Das weiß man halt vorher nicht so genau, das oft schlechte Wetter plus der Mond usw. können extrem nerven.
Möchte man möglichst wenig Probleme haben (perfekt wird es nicht mal mit der guten Ausrüstung immer laufen), ist eine HD Montierung und AsiAir nicht verkehrt. Genauso eine gute Kamera, ob bspw. als Duo oder direkt Air. Beim Teleskop bin ich eher zurückhaltend mit Empfehlungen, weil Objektive und Teleskope eigentlich speziell für bestimmte Objekt-Gruppen angeschafft werden. Ich hatte die letzten 2 Nächte z.B. mit dem Samyang 135mm und der Duo viel Spaß gehabt.
 
Moin zusammen,

ich bin immer noch tief in der Informations- und Recherchephase. Je mehr ich lese, desto mehr habe ich die Befürchtung, dass man ggf. überfordert sein könnte. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, ob es Sinn machen könnte, mit einem 8“ Newton visuell zu starten, um das Teleskop, die Montierung, Einnorden und den Himmel kennenzulernen. Und erst wenn man damit gut klar, kommt die Kamera Skywatcher Teleskop N 205/800 Quattro-200P OTA Dieses Newton hätte doch einen guten Kompromiss in der Brennweite, so dass ich visuell beobachten kann und für die spätere Fotografie nicht gleich mit einer übermäßigen Brennweite überfordert bin. Ist die Idee an sich sinnvoll oder bin ich da auf dem Holzweg?
 
Hallo Cap,

Daher habe ich mir Gedanken gemacht, ob es Sinn machen könnte, mit einem 8“ Newton visuell zu starten, um das Teleskop, die Montierung, Einnorden und den Himmel kennenzulernen. Und erst wenn man damit gut klar, kommt die Kamera
die Idee erst visuell anzufangen ist nicht die verkehrteste.
Ich bin nach wie vor der Überzeugung das dies der gangbarste Weg ist, in die beobachtende Astronomie einzusteigen.
Der ein oder andere hier im Forum mag sich an mein früheres Mantra in diese Richtung erinnern ;).

Auch wenn sich EAA "etwas einfacher" gestaltet als die klassische Astrofotografie, kann sich die Informationsflut diesbezüglich überfordernd auswirken.

was ich über dieses Teleskop weiß, ist das ein tolles Instrument. Auch gab/(gibt) es einen User hier im Forum, @MünchenBeiNacht, und der dem ein oder anderem hier wohl noch in Erinnerung ist, der das Teil für EAA benutzt (hat) und wirklich tolle Ergebnisse geliefert hat.

Was f/4 Newton angeht ist die Justage nicht ganz so einfach wie bei einem f/5 und die Ansprüche an die Okulare liegen höher.
Das liegt am steileren Lichtkegel des f/4.

Aber 8" bringt halt mehr Photonenausbeute.
Ich habe jetzt das Gewicht von dem Teil nicht im Kopf, aber der Anspruch an die Montierung wird auch größer.

Was die Brennweite angeht, nun, kommt halt drauf an was man beobachten/knipsen will.
Schau mal hier astronomy.tools
da kannst Du verschiedene Kombinationen von Teleskopen, Okularen und Kameras durch spielen.

Gruß
Mathias

P.S.
was das Erlernen des Umgangs mit dem Equipment angeht muss man nicht zwingend so "groß" anfangen. Und was EAA angeht, das nette daran ist ja auch, dass man das auch gut z.B. mit einem 130/650 Newton machen/starten kann. Mindert auch die Größe der Montierung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin zusammen,

ich bin immer noch tief in der Informations- und Recherchephase. Je mehr ich lese, desto mehr habe ich die Befürchtung, dass man ggf. überfordert sein könnte. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, ob es Sinn machen könnte, mit einem 8“ Newton visuell zu starten,
Hallo Cap,
das war ja auch mein Vorschlag , erstmal visuell anzufangen und dann EAA und "echte" Astrophotographie .
Und : selbstverständlich kann man einen 8 Zoll f4 Newton rein visuell benutzen, wenn man die Risiken kennt und akzeptiert.
Visuell bedeutet übrigens : Deep-Sky.
Planeten und Mond geht notfalls auch, aber dafür ist es nun wirklich nicht gemacht .

Ich ( und ein paar andere in diesem Forum ) mache das so und habe auch den
von dir genannten Skywatcher Teleskop N 205/800 Quattro-200P OTA und benutze ihn mobil & visuell wenn mir mein Dobson mal zu sperrig ist ( Dobson Fans jetzt bitte nicht lachen ) .

Aber : a) das justieren/kollimieren ist tatsächlich schwieriger bei f4 als mit Blende 5 oder 6. Wer etwas technische Begabung hat kriegt das aber hin . Ich muss zugeben ich hatte vorher schon einen kleinen (Anfänger-) Newton mit 114/900 und hatte also Erfahrung. Hätte ich sofort mit dem f4 angefangen , hätte ich das dann geschafft ??? Schwer zu sagen .
b) das Bildfeld hat viel Krümmung und Koma , das erfordert Okulare der Preisklasse > 200 Euro , pro Stück wohlgemerkt .

Oder du kaufst billige Okulare und akzeptierst dass das Bild nur in der Mitte scharf ist.....

Ich sehe das wie @Linsensuppe (mbba18) :
Kaufe erst mal ein "simples" , billiges (Newton-) Teleskop so 6 Zoll / f5 zum anfangen und gerne eine hochwertige Montierung ( die Montierung bleibt länger bei dir als das Teleskop daher lohnt sich das Geld ).
Nach 6 - 12 Monaten schaust du weiter und kaufst dir einen 8 Zoll f4 Newton oder einen APO oder ein RC. Oder alle 3 :)

Es ist eine häufige Idee von Anfängern sich sofort das perfekte Telekop kaufen zu wollen.
Aber : kauft sich ein Geigenanfänger sofort eine Stradivari ?? Kauft sich ein Autoanfänger sofort einen Porsche mit 800 PS ??
Nein , normal tut das niemand und das hat nicht nur das Geld als Ursache.
Erfahrung kann man nicht kaufen, obwohl man viel Geld rauswerfen kann um Erfahrung zu bekommen.....

Zum Thema 8 Zoll Newton mit f4 siehe auch die (hervorragende) Seite von Sven Wienstein :
link
Und auch die Hinweise von Sven zum Thema Okulare .

Gruss
Markus
 
Hallo ihr beiden,

vielen lieben Dank für die schnellen Rückmeldungen und wertvollen Hinweise. Dann werde ich mal eine Stufe niedriger schauen was das Teleskop angeht.
 
Also ganz konkret würde ich einem Anfänger zu dem Teleskop hier raten :
link
Blende 5 ist noch "robust" zu kollimieren , der geht fotografisch und visuell .
Dazu ein paar Okulare und eine HEQ5 oder EQ6 Montierung und ein Laser zum Kollimieren . Fertig für den Anfnag .

Dann >= 6 Monate später eine EAA Ausrüstung (natürlich mit Koma-korrektor) an das gleiche Teleskop hängen und Erfahreung mit EAA sammeln
Die HEQ5 trägt apäter auch einen 8 Zoll f4 gerade noch so für EAA ( grössere Telekope dann nicht mehr, da muss eine EQ6 ran , oder ganz andere Firmen/Montierungen)

Gruss
Markus
 
Moin zusammen,

ich bin immer noch tief in der Informations- und Recherchephase. Je mehr ich lese, desto mehr habe ich die Befürchtung, dass man ggf. überfordert sein könnte. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, ob es Sinn machen könnte, mit einem 8“ Newton visuell zu starten, um das Teleskop, die Montierung, Einnorden und den Himmel kennenzulernen. Und erst wenn man damit gut klar, kommt die Kamera Skywatcher Teleskop N 205/800 Quattro-200P OTA Dieses Newton hätte doch einen guten Kompromiss in der Brennweite, so dass ich visuell beobachten kann und für die spätere Fotografie nicht gleich mit einer übermäßigen Brennweite überfordert bin. Ist die Idee an sich sinnvoll oder bin ich da auf dem Holzweg?

Das SW Quattro 200P ist ein klasse Teleskop, keine Frage, und liegt mit der Brennweite irgendwo in der Mitte. Ich hab' genau mit diesem Teleskop angefangen, bin damit sehr zufrieden und werde wohl noch längere Zeit dabei bleiben.

Der Punkt ist, du kannst mit so vielen verschiedenen Teleskopen anfangen, und du wirst immer unterschiedliche Meinungen bekommen. Du mußt am Ende selbst entscheiden, welche Technologie dir liegt, und mit welcher Brennweite und Öffnung du anfangen willst. Mit Technik meine ich: Refraktor oder Spiegel, erst einmal prinzipiell. Man kann mit beiden so ziemlich alles machen, also ist es Geschmackssache.

Da du ja schon beim Spiegel bist, dann würde ich aber auch sagen, daß der Newton für den Einstieg das Beste ist. Die Geräte von SW sind von der Qualität her in Ordnung und trotzdem nicht teuer, so daß man mit ihnen ernsthaft arbeiten kann. Für welche Brennweite man sich entscheidet hängt dann davon ab, welche Erwartungen man an den Detailgrad stellt, den man erreichen will. Ist ein Kompromiß aus Handlichkeit und Auflösung: je größer, um so mehr Detail, dafür aber umso unhandlicher. Für den Einstieg ist der Detailgrad vielleicht weniger wichtig als die Handlichkeit. Was noch handlich ist, ist eine individuelle Sache. Ich finde den Quattro 200P noch handlich, größer wäre auf jeden Fall unhandlich für meinen Geschmack, wird aber evtl eines Tages kommen, wenn ich noch mehr Detail haben will. Mehr Detail kann man aber auch noch mit anderen Techniken herauskitzeln (Drizzeln, Lucky Imaging usw).

Das Quattro 200P ist schon recht stabil, ich hab neulich etwa 2kg Technik am OAZ hängen gehabt, und konnte das Teleskop immer noch sauber kollimieren.

Einnorden und Kennenlernen der Technik: auf der einen Seite wird einem geraten, erst mal optisch zu beginnen, damit man sich nicht überfordert, will man aber sein Teleskop manuell einnorden, mit Strichscheibe und Teilkreisen, findet man kaum noch jemanden der das kann, dann kommt plötzlich der Rat, doch eine Handy-App zu nehmen. Früher konnte man auf der Strichscheibe im Polsucher noch Polaris sehen. Wenn du heute eine SkyWatcher-Montierung kaufst, hat der Polsucher das Südkreuz des südlichen Sternenhimmels abgebildet - weil ja heute eh jeder eine App nimmt. Und du bekommst auch keine Strichscheibe für den nördlichen Sternenhimmel mehr. Kann ich nicht nachvollziehen: einerseits soll man manuell anfangen, muß aber trotzdem eine Smartphone-App benutzen, um so grundlegende Dinge wie das Einnorden hinzubekommen. Also doch wieder elektronisch augmentiert. Dann doch gleich richtig, mit Kamera und allem, aber das ist nur meine Meinung. Letztlich bei mir egal gewesen, meine Montierung hat Polaris noch nie gesehen, ist aber trotzdem exakt eingenordet.

Wenn du den SW Quattro 200P nimmst, brauchst du aber etwas stabileres als die EQ5/HEQ5/NEQ5, sonst wird das nichts mit dem späteren Fotographieren, oder du mußt dir später noch 'ne andere Montierung zulegen.

Gruß
Andreas
 
Also ganz konkret würde ich einem Anfänger zu dem Teleskop hier raten :
link
Blende 5 ist noch "robust" zu kollimieren , der geht fotografisch und visuell .
Dazu ein paar Okulare und eine HEQ5 oder EQ6 Montierung und ein Laser zum Kollimieren . Fertig für den Anfnag .

Dann >= 6 Monate später eine EAA Ausrüstung (natürlich mit Koma-korrektor) an das gleiche Teleskop hängen und Erfahreung mit EAA sammeln
Die HEQ5 trägt apäter auch einen 8 Zoll f4 gerade noch so für EAA ( grössere Telekope dann nicht mehr, da muss eine EQ6 ran , oder ganz andere Firmen/Montierungen)

Gruss
Markus

Hallo Markus,

alles Okay, etwas skeptisch bin ich auf die Empfehlung für den PDS. Er hat etwas mehr Brennweite, was praktisch sein kann, er kann ein bissel leichter kollimiert werden, aber ich würde heute eher die Quattros als die PDS empfehlen, wenn jemand vor hat, fotographieren zu wollen.

Und allen Leute, die Angst haben, einen F4 Newton zu kollimieren: das geht ganz leicht, aber nicht ohne Laser/Cheshire und Concenter.

Gruß
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andreas,

danke für den Input. Ein paar Fragen habe ich jetzt doch noch für die Runde.

1. Was ist der Unterschied/Nachteil bei den PDS Varianten?
2. Könnt ihr einen Laser empfehlen? Gibt es qualitative Unterschiede bzw. Marken die man meiden sollte?
3. Bei den Okularen habe ich das Prinzip verstanden und kann das ja gut über die gängigen Webseiten prüfen, welches Bild ich am Ende sehe. Aber auch hier die Frage: Gibt es Marken die man so grundsätzlich empfiehlt?


Danke an alle für die tolle Hilfsbereitschaft
 
zu 2: ich hab' den billigsten genommen den ich kriegen konnte. Grund: Du mußt den Laser sowieso justieren, ob er billig ist oder nicht (es sei denn du gibst 200€ plus aus, dann geht's vielleicht ohne), und wenn du ihn eh justieren muß, ist der Preis egal, denn alles was er können muß ist: Licht machen und justierbar sein. Die Leute, die glauben sie brauchen ihren Laser nicht justieren, kaufen sich später einen Refraktor :cool:

Du brauchst einen Laser für 2". Die gibt es aber nicht. Es gibt nur 1,25" Laser mit 1,25" zu 2" Adapter. Unbedingt beide Teile miteinander fest verbinden (kleben) damit durch den Adapter kein zusätzlicher Freiheitsgrad hinzukommt.
 
Einnorden und Kennenlernen der Technik: auf der einen Seite wird einem geraten, erst mal optisch zu beginnen, damit man sich nicht überfordert, will man aber sein Teleskop manuell einnorden, mit Strichscheibe und Teilkreisen, findet man kaum noch jemanden der das kann, dann kommt plötzlich der Rat, doch eine Handy-App zu nehmen.
als ich noch äquatorial montiert gearbeitet und rein visuell beobachtet habe, bin ich anfangs auch über Polsucher gegangen.
Einfach nur lästig, unpraktisch, unbequem ... ... ...
Kamera und Plate-Solven kannte ich nicht oder hatte ich nicht. Auch hatte ich nie freien Blick nach Norden.
Habe mir dann eine Satz zu herzen genommen den ich dann irgendwo gelesen habe, mich nicht mit dem Einnorden für die rein visuelle Beobachtung übermäßig lange zu beschäftigen.
Habe mir dann angewöhnt die Montierung/Teleskop grob nach Norden auszurichten, das Alignment durchzuführen und was soll ich sagen, die über GoTo aufgesuchten Objekte waren immer im Übersichtsokular. Vollkommen ausreichend für das visuelle Beobachten. Wenn das Objekt dann doch anfing weg zu laufen, nun, ich hatte keine einzige Montierung die nicht die Funktion Sync to Target hatte. Das macht keine 10 Sekunden aus und gut war.

Klassisch Fotografisch ist da etwas anderes. Da habe ich aber keine Ahnung.
Außerdem habe ich keine EQ Montierung mehr und Okulare habe ich, außer letztens beim aussortieren, schon zwei, drei Jahre nicht mehr in der Hand.
Die Montierung wird hingestellt, eingeschaltet, automatisches 1-Objekt Alignment durch laufen lassen, kurz im Sucher überprüfen, Kamera anschubsen, plate-solven und gut.

Trotzdem mag ich die Erfahrungen die ich bei der rein visuellen Beobachtung erlangt habe nicht missen. Haben mir öfters bei Verständnisfragen bei den späteren Aktivitäten geholfen.

1. Was ist der Unterschied/Nachteil bei den PDS Varianten?
beim Quattro wird Pyrex Glas für den Spiegel verwendet. Beim PDS nichts gefunden.
Beide sind fotografisch ausgelegt, was nicht bedeutet das man damit nicht visuell beobachten kann.
Beide haben 10:1 Feintrieb am Okularauszug (OAZ).
PDS ist, so weit ich weiß, bei 150/750 Schluß und alle sind f/5.
Die Quattros sind alle f/4.
Die Spinne vom Fangspiegel scheint beim Quattro dünner zu sein.
Abschattung, Obstruktion, habe ich nichts gefunden.

Gruß
Mathias
 
beim Quattro wird Pyrex Glas für den Spiegel verwendet. Beim PDS nichts gefunden.
Beide sind fotografisch ausgelegt, was nicht bedeutet das man damit nicht visuell beobachten kann.
Beide haben 10:1 Feintrieb am Okularauszug (OAZ).
PDS ist, so weit ich weiß, bei 150/750 Schluß und alle sind f/5.
Die Quattros sind alle f/4.
Die Spinne vom Fangspiegel scheint beim Quattro dünner zu sein.
Abschattung, Obstruktion, habe ich nichts gefunden.

Fangspiegeldurchmesser:
PDS: 52mm
Quattro: 58mm

Der größere Fangspiegel eignet sich besser zum Fotographieren mit größeren Sensoren und macht weniger Vignette, ist aber sicher auch dem größeren Öffnungsverhältnis geschuldet.

Stimmt leider nicht!

Ich benutze den hier! Justierlaser und der ist für 2 Zoll ausgelegt und musste nicht nachjustiert werden. Da gibt es keinen Adapter , sondern der ist aus einem Stück! Im unteren Bereich für 1,25 Zoll und oben für 2 Zoll.

Danke für den Hinweis. Ich ergänze meine Aussage: nicht unter 200€.
Wollen wir das einem Einsteiger wirklich empfehlen? Er möge lernen wie das geht und das Geld besser in's Teleskop stecken.

Gruß
Andreas
 
Zurück
Oben