Sorry das ich mich hier mal melde aber ich glaub ich lese schlecht.
Liebe Anfänger, macht nicht den Fehler den ich gemacht habe und glaubt nicht den "Prahlereien" wie hier, die einem vermitteln wollen, dass eine 450 bis über 1000-fache Vergrößerungen beim C8 das Maß der Dinge wäre. Und schmeißt das C8 nicht in den Müll, wenn die Planeten nicht so knackscharf rüberkommen wie die tollen C8 Planetenbilder die man im Internet findet.
Laut der Lehrbücher kann das menschliche Auge bereits bei ca. 1 mm AP (200-fache Vergrößerung) alle Details erkennen die ein absolut perfektes C8 im Auge abbilden kann und das ist auch ganz klar meine Meinung. Nur wer schlechte Augen hat muss ggf. höher vergrößern, gute Augen erkennen sogar schon bei niedrigeren Vergrößerungen alle sichtbaren Details.
In den allermeisten Fällen ist bei mir bereits bei 150-fach beim Jupiter das Limit erreicht oder bereits überschritten, denn sehr gutes Seeing, welches Grundvoraussetzung ist, dass man alles sehen kann was ein gutes C8 hergibt, ist eine Seltenheit und je nach Standort fast nie zu sehen. Die Zenithöhe muss auch noch stimmen. Klar kann man mehr vergrößern aber dann fehlt die Helligkeit, der Kontrast, die knackige Schärfe, die leuchtenden Farben und ein Mondschatten auf dem Jupiter sieht nicht mehr aus wie sauber pechschwarz ausgestanzt – man sieht dann irgendwann nur unscharfen Matsch – leere Vergrößerung nennt man das. Nee, dann lieber runter mit der Vergrößerung und ein knackig scharfes Bild genießen.
Bei anderen Planeten und Sternhaufen geht 200-fach (1 mm AP) fast immer, aber die Sterne fangend dann bereits an keine winzigen nadelfeinen Pünktchen mehr zu sein. Die Physik der Beugung macht sich bereits bemerkbar, die kann auch das beste Teleskop nicht überlisten. Bei höheren Vergrößerungen leidet nach meiner Meinung ganz klar die Ästhetik und Bildhelligkeit.
Celestron hat wohl auch mal angegeben, dass ein 15 mm Okular das bestmögliche Okular für das C8 sein soll, also eine 150-fache Vergrößerung. Bevor man unnötig in selten nutzbare hohe Vergrößerungen investiert, sollte man lieber erst mal in diesem praxisgerechten Bereich der Alltagsvergrößerungen investieren.
Bei 500-fach kann man hervorragend das Beugungsscheibchen und die Beugungsringe vom C8 betrachten, eine andere sinnvolle Anwendung solcher Vergrößerungen kenne ich nicht. Ein künstlicher Stern und einen sehr langen Raum oder besser Halle ist dann schon fast Voraussetzung, denn wie oben bereits erwähnt, ist das am Himmel durch das Seeing eher eine Seltenheit, die Beugungsringe sind dann ein mehr oder weniger nerviges Gewabbel, sofern man sie überhaupt erkennen kann. Immer mal wieder einen sehr hellen Stern im Zenit mit sehr hoher Vergrößerung anschauen (z.B. 500 fach - 4mm Okular), dann hat man einen guten Eindruck wie gut das Seeing der Atmosphäre und ggf. das Tubusseeing intern zurzeit ist, vor allem wenn man das statische Beugungsbild vom künstlichen Stern in Erinnerung hat.
Es wäre schön, wenn sich auch andere erfahrene C8 Nutzer mal dazu äußern würden, was sie als praxisgerechte Alltagsvergrößerungen abhängig nach Standort empfehlen würden (Jupiter, sonstige Planeten, Sternhaufen, Deep-Sky).
Gruß Holger