Wie finde ich Uranus

Aribeck

Neues Mitglied
Hallo an alle, ich habe eine Frage zum Uranus bzw. auch dem Neptun. Kann ich diese beiden entfernten Planeten durch mein Dobson Advanced X N 203/1200 sehen? Also ich weiß dass man diese nur als kleines blaues Scheibchen sieht. Ich habe es auch schon mehrmals probiert aber es ist echt tricky muss ich sagen. Bin aber auch noch nicht so erfahren wie langjährige Hobby Astronomen.
Vielleicht habt ihr ja Tipps beim aufsuchen.
Danke schonmal!

Gruß Arian
 
Moin Arian!

Uranus und Neptun lassen sich bereits mit einem 8x30-Fernglas finden, wenn man eine gute Sternkarte parat hat.
Im Teleskop fallen diese beiden Planeten a) durch ihre intensive Farbe und b) im Gegensatz zu Sternen mit fehlendem Flackern (Szintillation) auf.
Aufsuche bitte mit niedriger Vergrößerung und Starhopping mit Sternkarte.
 
In dem man z.b Cartes du Ciel (oder Stellarium) benutzt.... nen hellen bekannten Stern in der Nähe oder wie auf dem Bild Pleyaden benutzt....
 

Anhänge

  • Uranus.jpg
    Uranus.jpg
    150,8 KB · Aufrufe: 107
Hallo Arian

Wenn man kein Go-To hat und zu faul ist zum suchen hilft eventuell am Dobson adaptiertes StarSense.

Starhopping ist da bei beiden Planeten recht mühsam.

Uranus ist schon gut mit bloßem Auge recht deutlich auszumachen. Man muß nur wissen welches Sternpünktchen er ist. Er ist ab ca. 120-fach als winziges Scheibchen im 8-Zoller identifizierbar.

Neptun ist schwieriger. Der ist mit dem bloßem Auge nicht mehr sichtbar und wird erst ab ca. 150-180-fach als Scheibchen am Okular erkennbar. Bei Neptun sollte man die Vergrößerung bei 1mm AP belassen und nicht weiter steigen. Der wird sonst schnell zu dunkel und zum " Matschfleck".

Gruß
Peter
 
@arago :
> Wenn man kein Go-To hat und zu faul ist zum suchen

...dann kauft man sich am besten erstmal eine App und ruiniert sich seine Dunkeladaption... - Was für ein super Tip, meine Güte! :rolleyes:

> Man muß nur wissen welches Sternpünktchen er ist.

Ja, das wäre sehr hilfreich. :unsure: Vielleicht hilft da sogar eine ausgedruckte Aufsuchkarte aus dem Lieblings-Astroprogramm?

> Bei Neptun sollte man die Vergrößerung bei 1mm AP belassen und nicht weiter steigen.

Mehr als 1 mm AP sollte man so oder so nur als Notlösung sehen. Den Planeten findet man (wie oben beschrieben) durch seine auffällige Farbe und dadurch, daß das Lichtpünktchen nicht flackert. Als Scheibe erkennt man den Planeten (aktueller Durchmesser 2,3") etwa ab 150- bis 200fach. Das ist auch für einen Achtzöller, wie oben genannt, noch nicht zu viel.
Neptun steht im Moment übrigens in der Nähe von Saturn in den Fischen, beste Beobachtungszeit: erste Nachthälfte. Der hellere Planet kann so als Augangspunkt für die Suche genutzt werden. Auch hier: Aufsuchkarte ausdrucken und mit Starhopping zum Neptun bewegen!
 
Hilfreich ist es auch sich klar zu machen, dass die Planetenscheibchen von Uranus und Neptun deutlich kleiner sind als Saturn. Uranus ist ca 1/6 und Neptun ca. 1/10 so groß. Neptun erscheint nur geringfügig größer als Ganymed. Wenn also die Jupitermonde aufgrund von Seeing nicht als Scheibchen zu sehen sind, können auch Uranus und Neptun schwer von verwaschenen Sternen zu unterscheiden sein.

Gruß Marcus
 
Hallo Arian,
hilfreich ist bei Verwendung einer Sternkarte eine Schablone mit Loch zu verwenden, deren Durchmesser dem Gesichtsfeld im Teleskop entspricht. Dadurch wird das Sternenhüpfen vuel einfacher. Du startest bei den Pleaden und verschiebt dann deine Schablone um ein halbes Gesichtfeld in Richtung Uranus, merkst dir die Stellung der Sterne und vollzieht das ganze aus dem Gedächtnis im Okular in dem du den Dobson nachziehst, bis du die gleichen Sterne im Gesichtfeld hast, das machst du dann ein paarmal, bis du bei Uranus gelandet bis.
Für Neptun nimmst du als Startpunkt den Saturn.
CS Mike
 
> Wenn also die Jupitermonde aufgrund von Seeing nicht als Scheibchen zu sehen sind, können auch Uranus und Neptun schwer von verwaschenen Sternen zu unterscheiden sein.

Na, das halte ich aber für ein Gerücht. Uranus habe ich vor Jahren bereits mit einem 70er Refraktor einwandfrei als Scheibe erkannt, bei Neptun braucht es etwas mehr an Optik und Vergrößerung. Aber auch da reicht ein Achtzöller völlig aus. Die großen Jupitermonde als Scheibchen zu erkennen, ist deutlich schwieriger. Der Wert für bspw. Ganymed bei Opposition ist 1,7", Neptun hat momentan die genanten 2,3", Uranus 3,8".

> aufgrund von Seeing nicht als Scheibchen zu sehen

...und gerade für den Fall hatte ich den Tip gegeben, auf das Flackern der Sterne zu achten. Planeten flackern nicht!
 
Ciao,

Ein paar allgemeine Tipps noch:

0. Dunkler Himmel erleichtert die Suche, weil man mehr Leitsterne sieht !

1. Besorg Dir zum Aufsuchen von Objekten ein UWW Grossfeldokular. Das kostet ein bisschen was, ist aber ein Lebenslang-Langfrist-Investition (1x und fertig) hervorragend zum Suchen ! Diese Serie ist insgesamt recht gut:
Das 30mm davon ist hervorragend und sehr preis-wert ! - bringt an Deinem Teleskop ein 2° Feld (4x Vollmond-Durchmesser). Das Ding ist gut als Suchokular, aber auch für Deep-Sky-Obtekte i.a.. Die AP=5mm ist sehr gut, auch bei nicht-perfektem Himmel.

2. Ein Telrad-'Sucher' ist sehr hilfreich zum Auffinden, weil er eine Skala an den Himmel projeziert.

3. Starhopping ist nicht banal, muss man erst lernen... ;)
Guxtu mal hier:

4. Natürlich barcuht man ein Sternkartenprogramm.
Cartes du Ciel en:start [Skychart]
oder
Guide 9.1.
Im Notfall auch App: Sky Safari oder Stellarium Plus

5. Allgemein visuelles Beobachten:

lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Arian

wie du schreibst, hast Du schon etwas mit deinem Dobson beobachtet.
Wie hast du den bisher konkrete Objekte aufgesucht + gefunden?
oder hast du nur so am Himmel den Dobson hin und her geschwenkt ?

Tipps zum Aufsuchen hast du ja bereits genügend hier erhalten.
Stichtwort Starhopping mit: ausgedruckter Karte, App oder Planeteriumsprogramm.
Das muß man natürlich üben und mit der Zeit wird man immer schneller + zielgenauer.

Übrigens Uranus [5,6mag] steht in diesem Jahr recht günstig fürs Starhopping.
Ausgangspunkt die Plejaden eigentlich nicht zu verfehlen. Zudem sind nicht so viel
Sterne der 5.Größenklasse dort in der Gegend.
Neptun [7,8mag] ist etwas schwieriger, aber in diesem Jahr dank Saturn relativ leicht zu finden.
siehe Aufsuchkarten #6 von winnie

Viel Erfolg
Dieter
 
Hallo, hier noch ein Vergleich zum Thema Uranus/Ganymedscheibchen. Ich hab aus zwei alten Fotos von meiner ASI462mc am 18"Dob eine Collage erstellt, wobei ich das Größenverhältnis der Scheibchen in etwa berücksichtigt habe.
Visuell im Okular sind die Scheibchen natürlich weitaus kleiner.

20251117_170607.jpg


In einer Nacht mit sehr gutem Seeing, konnte ich visuell mit meinem 19cm f/9 Newton bei ca. 350x sehr deutlich die Farben, Größen und Helligkeiten der Galiläischen Monde unterscheiden, auch die kleine Europa konnte ich auflösen.

Neptun und Uranus, sind zwar größer, aber auch dunkler ( Neptun)und werden beide zum Rande hin dunkler, deshalb ist das Scheibchen trotz der Größe nicht so einfach zu erkennen wie man glauben könnte.

Im 24"Dobson gibt es visuell aber noch einen Bonus: Die blaue Farbe von Neptun ist wunderschön anzusehen, auch Uranus erscheint bläulich mit einem Stich ins Grün.

CS Mike
 
Zuletzt bearbeitet:
...dann kauft man sich am besten erstmal eine App und ruiniert sich seine Dunkeladaption... - Was für ein super Tip, meine Güte! :rolleyes:

Hast Du jemals mit dem Starsense Explorer gearbeitet ?

Ich als langjähriger Nutzer dieses hervorragend bewährten Platesolvingsystems finde den Vorschlag übrigens sehr gut und ruiniere im Rotmodus und moderater Bildschirmhelligkeit nicht wesentlich die Dunkeladaption, zumindest nicht mehr als es eine Rotlichtleuchte auf Kartenmaterial tut...


Gruß Horst
 
Zuletzt bearbeitet:
> Hast Du jemals mit dem Starsense Explorer gearbeitet?

Nö, warum auch? Ich besitze ja noch nicht einmal ein Smartphone. :cool:
Aber ich kenne Astroprogramme auf anderen tragbaren Rechnern - daher begründet sich auch meine Aussage.
 
Wow danke an alle Antworten, hätte nicht gedacht so schnell so viel Input zu bekommen.
Weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll. Also den Begriff Starhopping kenn ich und ich mach das tatsächlich auch so wenn ich Objekte suche.
Dann nehme ich mir erstmal ein etwas größeres Okular und dann werde ich sozusagen immer feiner und größer mit der Vergrößerung je näher ich der Zielumgebung komme.

Als App benutze ich schon seit längerer Zeit Star Walk 2. Finde die eigentlich ganz gut, aber an Stellarium wird sie ja nicht dran kommen. War nur immer zu geizig dafür Geld auszugeben.
Hab Stellarium auf dem Laptop.
Die Idee mit der Karte ausdrucken von dem Programm finde ich gut, werde ich mal ausprobieren.

Mein Problem ist glaube ich dass ich ihn einfach nicht richtig identifizieren kann. Hab vor einem Monat Uranus gesucht und auch die Sterne mir gemerkt um ihn herum und bin mir eigentlich sicher diese auch gefunden zu haben.
Nur ich war mir trotzdem so unsicher, okay ist das jetzt der Uranus. Weil ich habe halt nicht dieses bläuliche Scheibchen gesehen.


Danke auf jeden Fall für die Tipps an alle, da werde ich viel anwenden können bei der nächsten Beobachtung. Und das UWW Okular ist eine interessante Idee.
Mein bestes Okular ist momentan das LE Planetary 5mm von Omegon, von dem ich mir auch erhofft habe Uranus und Neptun als kleine Scheibchen zu sehen.
 
Apropos Okulare:
Sehe gerade es gibt Hyperion (für f/6 sicher OK) Okulare im Angebot derzeit.
Das hier kann man Dir wohl zum Suchen empfehlen, falls Du nicht das doppelt so teure 30mm ES 82° kaufen willst preismässig:
Als Suchokular sicher gut., macht 1.9° Felddurchmesser (= fast 4x Vollmond), das wäre ganz gut...

Für Hochvergösserung nimmst Du natürlich andere Brennweiten dann.

good luck,
Peter
 
Okay ja hab mir gerade nochmal angeguckt was im Abo enthalten ist. Hast du Recht, eigentlich braucht man nicht mehr.

So ? :unsure: Wie ist denn die maximale stellare Grenzgrösse der mobilen APP (!) im offline Modus ? (ich weiss nicht den aktuellen Wert, kann sein, das hat sich geändert, aber...)
Selbst ein 8" Teleskop erreicht an die 15mag... mit 6mag Karten kommt man also eigentlich nicht allzu weit... ausser man sucht immer NUR die helleren Planeten...
Gut, auf ein (wiederkehrende Ausgaben) Abo hätte ich auch keine Lust, aber ein kleiner, einmaliger Fixbetrag ist schon gut investiertes Geld für gutes Offline-Kartenmaterial IMHO.

lg, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Die Spezifikationen von Stellarium Mobile (Stellarium Plus) sind hier nachzulesen:


Soweit ich weis gibt es kein Abo von Stellarium Mobile sondern nur das einmalige Upgrade auf Stellarium plus, das ich nutze.
Das Update kostet derzeit einmalig 16,99€.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo, neulich machte ich ein Sternenhüpfen von den Pleaden zu Uranus. Da ich extremes Blendlicht von den lieben Nachbarn im Sucher hatte, benutzte ich gleich das Teleskop mit einem 26N Weitwinkelokular.
Ausgangspunkt waren die Pleaden.
Ich habe hier genau dokumentiert, wie ich vorgegangen bin, wie man sieht sind viele Einzelschritte notwendig und es dauert beim ersten mal auch ein wenig, bis man erfolgreich ist. Als Referenz, benutzte ich Skysafary am Handy, also genau diese Karte.
Als ich nach 1h5 Stunden meine Plattform nachstellen musste und Uranus erneut einstellen musste, konnte ich den Weg aza dem Gedächtnis nachvollziehen. Ist alles Übungssache.
CS Mike
Screenshot_20251120_101929_SkySafari.jpg
 
Zurück
Oben