Wo gibt es lange Spektrometerschlitze?

heinrichl

Aktives Mitglied
Hallo,
klassische Spektrometerschlitze (für klassische UV/IR Spektrometer im Labor) sind nur 3mm lang. Der kleinste aktuell für Astro gebräuchliche Fotosensor ist der IMX585. Seine Abmessungen betragen rund 10 * 6 mm. (Die meisten anderen Astrofotosensoren sind noch viel größer.)

Wo gibt es lange Spektrometerschlitze, idealer Weise mit einer Länge bis zu 30 mm?

Danke, Heinrich
 
Wo gibt es lange Spektrometerschlitze, idealer Weise mit einer Länge bis zu 30 mm?
Keine Ahnung, das wäre wohl eine Spezialanfertigung und dann sehr teuer.

Schon die Schlitze von Thorlabs kosten mehr als hundert Euro das Stück und sind auch nur mit einer maximalen Länge von 10 mm zu bekommen.

Für Amateuranwendungen würde ich sowas aus Rasierklingen einfach selber basteln.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,
10 mm lang ist auch schon Mal nicht schlecht. Das würde zumindest für den IMX585 Sensor lang rüber knapp reichen. (Er Ist 11.1 mm lang , nicht wie oben falsch 10 mm)

Den Rasierklingenansatz habe ich auch schon bei verschiedenen Amateurbauten im Internet gesehen. Allerdings verstehe ich nicht, wie man damit Schlitze von 100 um und kleiner hinkriegen soll. Um genau zu sein, welches foliendünne Blech in Stäerke 100 um, 50 um, 25 um und 13/ 10 um könnte man denn links und rechts zwischen die Klingen klemmen, damit der Spalt auf diese Maße fixiert wird, um die Klingen dann anzukleben oder zu mikro-schweißen?

Am schönsten wäre es, wenn ich eine sehr kleine, mikrometergenaue Schraubklemme für Optik oder ähnlich mit Rasierklingen bestücken könnte. Aber auch die ist sehr schwer zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Heinrich,

es gibt verstellbare Spalte deren Spaltbacken mehrere Zentimeter Länge haben (aktuelle Hersteller habe ich momentan nicht im Kopf). Bei relativ großen Spaltbreiten (100um - Milimeter, z.B. Spektometereinsatz) kann man mit Blechen, etc. improvisieren. Je kleiner der Spalt sein soll, desto mehr machen sich zwei Probleme bemerkbar:
Rauheit der Spaltbackenoberflächen (auch durch Verschmutzung) und exakte Parallelverschiebung der Spaltbacken zueinander beim Öffnen und Schließem des Spaltes. Aus diesen zwei Gründen sind hier die DIY-Ansätze (Rasierklingen etc.) meist nicht sehr erfolgreich.

Für wirklich kleine Spaltbreiten gibt es die Möglichkeit sich diese via Photo-Lithographie in Form einer Metallschicht auf einem Substrat als Träger herstellen zu lassen.
Douglas Smith hat das z.B. für seinen SHG so machen lassen. Aus einem 5-Zoll Quarzglas-Wafer hatte er dann 49 Stck. 15x15mm Quarzglasplättchen mit jeweils einem Spalt von 12mm Länge und 9um Breite erhalten. Die Spalte haben eine exzellente Qualität.
Kosten: 1400 Pounds.

Ciao Werner
 
Hallo Heinrich, vor der Anschaffung derart langer Spektrometerschlitze wäre wohl erst mal zu klären, ob das überhaupt sinnvoll ist. Abhängig vom optischen System des Spektrometers kommen nämlich verschiedene Abbildungsfehler zur Geltung, die einer Verlängerung der Schlitzlänge über das sonst Übliche im Wege stehen können.

Sprechen wir hier von einem klassischen Czerny-Turner mit einfacher sphärischer Kollimation? Oder gibt es zusätzliche Feldkorrekturelemente?

Analysis of Slit Curvature Using Image Processing

The Evaluation of Spectral Resolution in the Optical Design of a Czerny-Turner Spectrometer

Optimization of the Czerny-Turner Spectrometer

Gruß, Peter
 
Hallo Heinrich,

solche Spalte sind tatsächlich ziemlich rar und von der Stange eigentlich nicht zu bekommen. Ich habe seinerzeit auch Spalte länger 10 mm gesucht, aber das wären alles teure Sonderanfertigungen gewesen (wobei das natürlich immer von der gewünschten/notwendigen Spaltbreite abhängt. Spalte >100 um sind da sicher in größeren Längen einfacher zu bekommen als Spalte <100 um, da die Fertigungstoleranzen doch sehr schnell sehr klein werden…). Wenn du also nicht zufällig einen passenden Spalt aus einem älteren Spektrometer ausschlachten kannst, wirst du um eine Sonderanfertigung nich herum kommen. Ich habe meine Spalte damals auch von Douglas Smith beziehen können. Vielleicht fragst du mal bei ihm an, ob er noch welche hat, sofern dir 12 mm reichen? Größere Spaltlängen halte ich im Amateurbereich sowieso nicht für Sinnvoll, da damit auch die notwendigen Größen der optischen Komponenten eines Spektrometers (Gitter, etc.), sowie dessen Baugröße skalieren. Da wird es dann schnell noch sehr viel teurer, andere Probleme werden relevant z.B. thermische und mechanische Stabilität, optische Aberrationen, und bei den Austrittspupillen der bei Amateuren gebräuchlichen Teleskope ist das eigentlich nicht notwendig/sinnvoll. Aber jedem das seine… ;)
Was willst du denn damit machen?

Grüße Markus
 
Vielen Dank für Eure hilfreichen Tips.

Ich habe nun in 3h englischer Handarbeit den künstlichen Helfer in eine Suchmaschine umfunktioniert. Das beste Abrakadabra, das ich gefunden habe, lautet: Create a www address list of round about 10 suppliers of "micron slits", "µm slits" and "um slits", that have at least 6 mm in length or in width.


Antwort

Here is a list of about 10 suppliers of micron (µm) slits with slit lengths or widths of at least 6 mm based on available information:

  1. Thorlabs — Offers precision optical slits with slit lengths of 3 mm or 10 mm and widths from 5 to 500 µm in stainless steel foils, both mounted and unmounted. Custom sizes and shapes are also available on request. 10 mm length slits fit your criteria.thorlabs+1
  2. Edmund Optics — Provides slits with up to 6 mm maximum clear slit opening, with fine micrometer-driven mechanical adjustment. Substrate options include ceramic, copper, gold-plated copper, molybdenum, and tungsten.edmundoptics
  3. Sciencetech — Their SS-80-M motorized adjustable slits offer slit widths adjustable up to 6 mm and slit heights adjustable up to 30 mm, with high mechanical accuracy stainless steel slits.sciencetech-inc
  4. Ossila — Adjustable slit with slit width range from 50 µm to 6 mm, slit height is 10 mm.ossila
  5. eBay Sellers (various) — Some sellers offer stainless steel slits with lengths around 6 mm and widths around 100 µm (0.1 mm), for example a 9 x 9 mm slit with 6 mm seam length.ebay
  6. MeetOptics (UK and USA) — Supplies slits with 3 mm length and widths around 100 µm, diameter about 9.5 mm.meetoptics
  7. FindLight — Offers precision air slits in a range from 5 to 500 µm slit widths (length not explicit but likely standard lengths available).findlight
  8. Ealing Catalog — Supplier of optical slits (exact sizes not detailed but known for standard optical components).ealingcatalog
In summary, for slits of length or width around or above 6 mm, Thorlabs, Edmund Optics, Sciencetech, and Ossila are primary suppliers with clear offerings around these dimensions. Other sources include general marketplaces or optics suppliers with variable offerings.

If you want exact URLs for these suppliers:

This list covers around 10 suppliers of micron slits with at least 6 mm length or width based on the latest available data.thorlabs+8

  1. https://www.ebay.com/itm/187521310270
  2. https://www.thorlabs.com/newgrouppage9.cfm?objectgroup_id=1464
  3. https://www.meetoptics.com/optomechanics/irises-and-apertures?categories__t_s=Optomechanics>>>Irises+&+Apertures>>>Slits
  4. https://www.thorlabs.com/newgrouppage9.cfm?objectgroup_id=1464&pn=S20RD
  5. https://www.edmundoptics.com/c/pinholes-slits/648/
  6. https://www.reddit.com/r/metalworking/comments/1icvm1h/1_micron_wide_slit_apertures/
  7. https://www.ossila.com/products/adjustable-slit
  8. https://www.findlight.net/opto-mechanics/apertures/slits/precision-air-slit-5-to-500-m
  9. https://sciencetech-inc.com/shop/category/accessories-parts-optomechanical-slit-assemblies-31
  10. https://www.ealingcatalog.com/opto-mechanics/apertures/slits.html

Ich bin noch dabei die Treffer auszuwerten.
 
es gibt verstellbare Spalte deren Spaltbacken mehrere Zentimeter Länge haben (aktuelle Hersteller habe ich momentan nicht im Kopf). Bei relativ großen Spaltbreiten (100um - Milimeter, z.B. Spektometereinsatz) kann man mit Blechen, etc. improvisieren. Je kleiner der Spalt sein soll, desto mehr machen sich zwei Probleme bemerkbar:
Rauheit der Spaltbackenoberflächen (auch durch Verschmutzung) und exakte Parallelverschiebung der Spaltbacken zueinander beim Öffnen und Schließem des Spaltes. Aus diesen zwei Gründen sind hier die DIY-Ansätze (Rasierklingen etc.) meist nicht sehr erfolgreich.

Wirklich schade, dass eine variable Schlitzblende wie der

Adjustable Optical Slits von Edmond Optics

in der Praxis nicht für Spektro funktioniert. Wahrscheinlich nicht nur wegen Dreck am Schlitz und Spaltbackenparallaxe, sondern insbesondere, weil die Materialstärke der Spaltbacken einfach zu dick ist und dann viel zu viel Interferenz an dem optischen Einfachspalt entstehen würde. (Mechanisch nennt man es Schlitz, in Deutsch-Physik Spalt und in Englisch-Physik dann wieder Slit. :whistle: )


Für wirklich kleine Spaltbreiten gibt es die Möglichkeit sich diese via Photo-Lithographie in Form einer Metallschicht auf einem Substrat als Träger herstellen zu lassen.
Douglas Smith hat das z.B. für seinen SHG so machen lassen. Aus einem 5-Zoll Quarzglas-Wafer hatte er dann 49 Stck. 15x15mm Quarzglasplättchen mit jeweils einem Spalt von 12mm Länge und 9um Breite erhalten. Die Spalte haben eine exzellente Qualität.
Kosten: 1400 Pounds.

13 mm lange Lithografie-Schlitze auf einer Glasplatte gibt es in der Bucht, sie kosten sogar nur 65 USD. Aktuell sind sie leider aber nur in Schlitzbreite 7 um verfügbar.

 
Zuletzt bearbeitet:
Wirklich schade, dass eine variable Schlitzblende wie der

Adjustable Optical Slits von Edmond Optics

in der Praxis nicht für Spektro funktioniert. Wahrscheinlich nicht nur wegen Dreck am Schlitz und Spaltbackenparallaxe, sondern insbesondere, weil die Materialstärke der Spaltbacken einfach zu dick ist und dann viel zu viel Interferenz an dem optischen Einfachspalt entstehen würde. (Mechanisch nennt man es Schlitz, in Deutsch-Physik Spalt und in Englisch-Physik dann wieder Slit. :whistle: )

Ups, da habe ich wohl was falsches gesagt. Die justierbaren optischen Schlitze haben schon eine Rasierklinge drin. Interferenz am Schlitz/ Spalt sollte deshalb kein Problem sein.

Der justierbaren Schlitz von Edmond Optics ist zur Verwendung in der Hobbyastronomie aber ziemlich unpraktisch. Denn er hat kein Anschlussgewinde, dadurch fehlt die Zentrierung des Schlitzes.

Viel besser eignet sich der Adjustable Slit von Newport.

Er hat auf der Vorderseite ein 1,5 Zoll Anschlussgewinde außen und einen 0,88 Zoll Ausgang hinten. Dadurch wird der Schlitz zentriert positioniert. Die Schlitzbreite ist variabel von 4-3000 µm mit einer Präzision von +/- 10 µm. Und sogar die Schlitzlänge lässt sich variabel von 3 mm bis 12 mm einstellen. Er hat also eigentlich alles, was man sich für Amateurspektroskopie wünscht. Denn Schlitze unter 50 µm verschlucken schon so viel Licht, dass sie m.E. für Amateurspektroskopie abseits von Sonne, Mond und Planeten kaum brauchbar sind.

Er kostet neu 1000 Euronen. Aber gebraucht ist er schon ab 299 USD zu bekommen. Das ist, im Vergleich zu dem was bereits ein einziger Spektrometerschlitz OHNE Montagelösung kostet, aus meiner Sicht ein absolutes Schnäppchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei das ja erst mal nur ein Schlitz und noch lange kein funktionierendes Spektrometer ist.

Die Spektrometer von Newport sind wohl eher für Laboranwendungen und kaum für eine Montage an astronomischen Amateuroptiken konzipiert. Da würde ich mich eher bei Shelyak umsehen. Aber auch da reden wir von Kosten im Bereich von €10.000 für eine vollständige Ausstattung.

Was hast du denn überhaupt vor damit?

Gruß, Peter
 
Um es kurz zu machen. Ich suche einen leichten kompakten Spektrographen. Aber der Alpy 600 ist mir zu teuer.

Ich habe nämlich Mal nachgerechnet, welche Teile ich alles bräuchte.

Alpy 600 Spectroscope 930 Euro
Alpy 200 Core Module 322 Euro
Guiding Module 1074 Euro
Calibration Module 882 Euro

Macht zusammen > 3208 Euro <.

Da bau ich lieber selbst.
 
Hallo Heinrich,

13 mm lange Lithografie-Schlitze auf einer Glasplatte gibt es in der Bucht, sie kosten sogar nur 65 USD. Aktuell sind sie leider aber nur in Schlitzbreite 7 um verfügbar.

diesesr Spalt ist aber auf einem günstigeren Trägermaterial. Auf Quarzglas kostet diesesr dort auch schon erheblich mehr: USD 175,56.

Insofern ist die komplette custom-made Lösung von Douglas Smith mit rechnerisch knapp 30 Pounds pro Spalt erstaunlich günstig (die aufgeführten 1400 Pounds waren für den gesamten 5-Zoll-Quarzglas-Wafer mit 49 Spalten).

Ciao Werner
 
Um es kurz zu machen. Ich suche einen leichten kompakten Spektrographen. Aber der Alpy 600 ist mir zu teuer.

(...)

Da bau ich lieber selbst.

Zumindest eine einfache Prisma basierte Version, nach dem Aufbauschema
- Schlitz (im Teleskopfokus),
- plankonvexe Kollimatorlinse (in Brennweiteabstand zum Schlitz),
- ~20° Spiegel,
- Prisma,
- ~20° Spiegel,
- Fotosensor,
möchte ich versuchen. Der Prismaaufbau ist optisch um Größenordnungen einfacher zu handhaben als ein Gitter, wo jede Gitterlinie jede Frequenz (Farbe) in einem bestimmten Winkel auslenkt, was dann durch eine komplizierte Linsenoptik wieder passend übereinander gelegt werden muss.

Wenn man ein leichtes kompaktes Spektrometer bauen will und die Lichtquelle schwach ist (wie bei Sternenlicht), dann sind Prisma basierte Spektrometer immer noch der Goldstandard. Sie werden aber anscheinend deshalb so selten kommerziell gebaut, weil die Frequenzauslenkung nicht linear ist (wie beim Gitter). Das nicht-lineare Kalibrieren eines Prismaspektrometers überfordert anscheinend viele Anwender und Softwareprogrammierer.
 
Einen sehr preisgünstigen verstellbaren 10 mm Spalt gibt es bei Surplus Shed : https://www.surplusshed.com/pages/item/m1570d.html

1763886367107.png


Damit lässt sich ein sehr einfaches Spektrometer konstruieren:

Folie1.JPG


Hier als Beispiel das Spektrum einer Neon-Lampe
1763886577895.png



neon_corr.jpg


Robin Leadbeater beschreibt hier sehr schön die Adaption eines einfachen "SEPSA" (Slit Eypiece Projection Star Analyser) an ein Teleskop zur Aufnahme von Spektren von Wega und M 57:

http://www.threehillsobservatory.co.uk/astro/spectroscopy_18.htm

Das Problem mit einer solchen Konstruktion ist es aber, den Stern bzw. das Objekt auf dem Spalt zu positionieren und zu halten.

Die Problematik sehr gut im Buch von Lothar Schanne beschrieben:

Astrophysikalische Instrumentierung und Messtechnik für die Spektroskopie: Theorie, Praxis, Technik und Beobachtung


Beste Grüsse

Matthias
 
Hallo Matthias, da hast Du aber ein cooles Ding gebaut! Vielen Dank für das Posting.

Gibt es von Deinem schönem I1430D Spectrometer auch irgendwo eine vollständige Bauteileliste und evtl. sogar einen Strahlengangschaubild mit Berechnung? Denn ich verstehe schon nicht, warum das Ding auch ohne Kollimatorlinse nach dem Spalt so gut funktioniert! :unsure: :D Was nicht heißen soll, dass ich das bestreiten will. Wenn es auch ohne Kollimatorlinse gut funktioniert, dann funktioniert es gut.

Wenn man das Gitter (Grating) in der Filterschubladen gegen ein anderes Gitter mit einer anderen Linienzahl tauschen wollte, bräuchte man dann auch anderes Keilprisma (wedge prism)?

Das Problem mit einer solchen Konstruktion ist es aber, den Stern bzw. das Objekt auf dem Spalt zu positionieren und zu halten.

Wenn es mehr passende Guide Software Lösungen gäbe, um mit einem Spaltspektrometer eine Fläche abzufahren (anstatt den Stern im Spalt zu halten), so wie ISIS von Christian Buil https://buil.astrosurf.com/isis-software.html, dann könnte man dieses Problem umgehen. Den Mangel an passenden Scan-Guide-Software Lösungen hatten wir hier schon Mal erörtert. (Der Hinweis auf die ISIS Software kam direkt von Dir selbst.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Gibt es von Deinem schönem I1430D Spectrometer auch irgendwo eine vollständige Bauteileliste und evtl. sogar einen Strahlengangschaubild mit Berechnung? Denn ich verstehe schon nicht, warum das Ding auch ohne Kollimatorlinse nach dem Spalt so gut funktioniert!
Für meine Zwecke (Filtertester; Test von Kalibrierlampen) reichte die Auflösung (FWHM ca. 10 Angström) bereits ohne Kollimation aus. Von Ibsen Phototonics gibt es einen 4-seitigen, kompakten Spectrometer Design Guide mit allen notwendigen Formeln zum Download (Auszug siehe unten):

https://ibsen.com/resources/spectrometer-resources/spectrometer-design-guide/

spec.jpg


Ansonsten kann ich Dir noch Astronomical Spectroscopy for Amateurs von Ken Harrison empfehlen. Hier werden zahlreiche Spektrometer-Designs (auch Prismen -Spektrometer) vorgestellt, die vom Amateuren gebaut wurden.

Beste Grüsse und viel Erfolg

Matthias
 
Wenn man das Gitter (Grating) in der Filterschublade gegen ein anderes Gitter mit einer anderen Linienzahl tauschen wollte, bräuchte man dann auch anderes Keilprisma (wedge prism)?

Und ich vermute, wenn man das Gitter gegen ein anderes Gitter mit einer anderen Linienzahl (oder Bauart) tauschen würde, müsste man zusätzlich auch den Abstand zwischen dem Gitter und dem Tokina verändern, denn dadurch verändern sich ja die Auslenkwinkel des Gitters. (Oder man müsste alternativ ein Zoom Objektiv mit variabler Brennweite nehmen; das wäre aber auch deutlich schwerer und es hat einen gewissen Hebelarm auf den ersten M48 Adapter, Stichwort: Überlastung des ersten M48 Gewindes?)

Das war der Hintergrund als ich oben meinte, das Handling eines Gitteraufbaus ist komplizierter. Normaler Weise kann man immer nur die komplette Einheit aus Keilprisma, Gitter und abbildendem Linsensystem tauschen (wie beim Alpy 600). Bei der Spektroskopie eines außerplanetaren Objekts weiß man vorher aber nicht genau, wie viele Gitterlinien ideal für seine Helligkeit optimal sind und wo die interessanten Spektrallinien liegen.

Nichts desto trotz besticht das I1430D Spectrometer natürlich durch den Aufbau aus Astrostandardteilen ungemein. Ich überlege ernsthaft, ob ich nun nicht zwei Spektrometer bauen soll. Frag bloß nie einem Forum nach. :LOL: :LOL:

Was mich aber noch besonders interessieren würde, Matthias. Wie hast Du das Keilprisma genau gerade in dem 2Zoll Rohr befestigt bekommen? Heisskleber auf die kurze Grundfläche und dann kräftig runter gedrückt, sodass es sich gerade an das Rohr angelegt hat?

CN

P.S.: Ich sehe gerade, unsere Postings haben sich überschnitten. Vielen Dank schon Mal für das Grating Berechnung Schema!!
 
Was mich aber noch besonders interessieren würde, Matthias. Wie hast Du das Keilprisma genau gerade in dem 2Zoll Rohr befestigt bekommen?

Mit einem Adapter für die Okularprojektion von Teleskop-Express:

Folie2.JPG


Ein typischer "junk box" Spektrograph, wie Robin Leadbeater es passend umschreibt... http://www.threehillsobservatory.co.uk/astro/spectroscopy_19.htm

Einfach einmal mit dem was hat loslegen ("Sei naiv und mach' ein Experiment": Feodor Lynen).

Beste Grüsse

Matthias
 
Alles klar. Dann wären die vorläufigen Kuchenbackrezeptzutaten für das 1430D Spektrometer ala matthein also in etwa

- Adjustable Slit, z.B. M1570D aus der Überschusshütte
- Projektionsadapter, z.B. TS-Optics Projektionsadapter 1,25 Zoll (Du hast die teurere 125 Euro Version hab ich gesehen, aber der günstige tut's ja auch)
- Optional plankonvexe Kollimatorlinse Außendurchmesser 42mm, montiert auf M38/M47 Unterlegscheibe, die zwischen zwei kurze M48 Spacer geklemmt, geklebt oder geschweißt ist
- Keilprisma 1,25 Zoll 8°
- Filterschublade, z.B. TS-Optics Filterschublade
- China Grating 50 bis 300 Linien 24 * 36 in Diarahmen 50 * 50 , plus Silikonstopfen oder Leer-Diarahmen zum Festlegen in der Filterschublade
- Foto-Objektiv 28 mm (rückwärts eingebaut) oder besser Foto Zoom Objektiv 28-70 mm (für Brennweite-Readjustierung auf austauschbare China Diarahmen)
+ diverse mm Adapter und Spacer

(Unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung und Haftung selbstverständlich)

Stimmt's oder hab ich recht? ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe Mal versucht grob zu überschlagen, welche Keilprismawinkel für ein Chinagitter (unbekannter Spezifikation) circa ideal wären. Dabei bin ich von durchschnittlichen Transmissionsgittern mit 50, 100, 200, 300 und 600 Linien, einem Keilprisma aus N-BK7 Glas und 650 nm Licht ausgegangen. Danach käme ich in etwa auf folgende ideale Prismawinkel.
- 50 Linien: 3,6°
- 100 Linien: 7,2°
- 200 Linien: 14,5°
- 300 Linien: 21,7°
- 600 Linien: 43,9°

Fragen
- Hat Dein Chinadiarahmen aus dem Aufbau in dem Foto oben 100 Linien? Dann wäre meine Überschlagsschätzung der Prismawinkel nämlich richtig.
- Kann man das gleiche Keilprisma auch noch zur Korrektur der nächst kleineren und nächst größeren Anzahl Linien missbrauchen? Oder wäre es (in einem Setup mit Kollimatorlinse) besser, dann ganz auf ein Vorspannprisma zu verzichten?
- Mit der Verdoppelung der Anzahl Linien verdoppelt sich auch der Lichtbedarf. Welche Anzahl Linien sollte ich als zentrale Linienanzahl wählen (auf die dann das eine Vorspannprisma abgestimmt wird), wenn ich mit einem 203 mm f/5 Newton Milchstraßennebel spektroskopieren will?

Multo Grazie
 
Hat Dein Chinadiarahmen aus dem Aufbau in dem Foto oben 100 Linien? Dann wäre meine Überschlagsschätzung der Prismawinkel nämlich richtig.
Das war ein billiges 500 l/mm-Gitter:

https://www.rainbowsymphony.com/products/diffraction-slides-500-line-mm?variant=44430510227503

Kann man das gleiche Keilprisma auch noch zur Korrektur der nächst kleineren und nächst größeren Anzahl Linien missbrauchen? Oder wäre es (in einem Setup mit Kollimatorlinse) besser, dann ganz auf ein Vorspannprisma zu verzichten?

Auf ein Keilprisma kannst Du bei klassischer abgewinkelter Bauweise auch ganz verzichten. Bei meinem Aufbau hatte das Prisma die Aufgabe, eine gerade Bauweise zu ermöglichen. Hier siehst Du eine abgewinkelte Bauweise mit einem zweiten Objektiv als Kollimator:

1764087319969.png

https://www.cloudynights.com/forums/topic/751583-my-3d-printed-diy-spectrograph/#comments

Welche Anzahl Linien sollte ich als zentrale Linienanzahl wählen (auf die dann das eine Vorspannprisma abgestimmt wird), wenn ich mit einem 203 mm f/5 Newton Milchstraßennebel spektroskopieren will?
Das kommt auf Deine Zielsetzung an, die wiederum die notwendige Auflösung bestimmt. Wie bereits gesagt: das Buch von Schanne und Sablowski ist eine sehr gute Informationsquelle für den Selbstbau von Spektrographen. Du kannst auch Lothar Schanne direkt kontaktieren (z.B. über das Forum Spektroskopie der VdS : https://forum.vdsastro.de/viewtopic.php?t=6136
Mein hier vorgestelltes "Spektrometer" ist dagegen nur eine nette Spielerei für den Test von Filtern und Lampen.

Beste Grüsse

Matthias
 
Mein Problem ist, ich komme auch nicht nur annähernd in die Nähe von Deinen 8° für ein 500 Linien Grismvorspannprisma.

Die KI gibt mir >> nun für grünes 550 nm Licht << folgende 1. Ordnung Dispersionsauslenkungswinkel für ein Durchschnittstransmissionsgitter an.
- 500 Linien: 16,5°
- 600 Linien: 19,2° (stimmt haargenau mit der Ablenkung eines grünen Laserpointers an meinem 600 L Chinadiagitter über ein, 3 Mal gemessen )
- 1000 Linien: 33,4° (stimmt haargenau mit dem Knickwinkel des gelinkten CN Spektrometers ohne Vorspannprisma über ein, 3 Mal mit Grafikprogramm ausgemessen)

Der refraktive Index von optischen BK7, N-BK7 und K9 Gläsern beträgt für alle drei fast genau gleich n=1,517.

Die einfache Prismablenkungformel lautet

d= (n - 1) * a

mit
d= Ablenkungswinkel
n= refraktiver Index
a= Keilprismawinkel
(Minimum deviation - Wikipedia)

Um 16,5° beim 500 Liniengitter wieder gerade zu biegen (und das gegenwinklige Pendant im Gehäuse zu versenken) ergeben sich überschlägig also
a = d / (n -1)
a = 16,5 / 0,517
= 31,9°

(Nach der genauen Zero-Deviation Grism Rechnung 30,8°.)

Steh ich jetzt aufm Schlauch oder hattest Du Dich damals bei der Berechnung von den 8° Grad für das Prisma vertan, dass Du versehentlich falsch mit 0,5 multipliziert hattest, anstatt zu dividieren?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben