Astronomie ist leider kein preiswertes Hobby,
Doch, das ist es – das Problem ist, dass 400€ für die wenigsten Hobbies viel Geld ist. Frag mal jemanden, der Oldtimer als Hobby hat, oder Reisen, oder Haustiere (einmal Tierarzt + Apotheke...), oder Landschaftsfotografie, oder Kino, oder Lesen (mit Kauf statt Bibliotheks-Ausleihe). Es ist eher erschreckend, wenn man die 400€ in Kinokarten oder Besuche im Fast-Food-Restaurant umrechnet (oft wird beides kombiniert).
1000 € für eine gute Spiegelreflex/Mirrorless-Kamera wird oft als günstig angesehen (denk an den Preis deiner Lumix, egal welche es ist), gleichzeitig wird für die Hälfte vom Geld eine Astro-Kamera + Stativ + Objektiv (=Teleskop) plus Montierung erwartet und vergessen, dass da wesentlich höhere Ansprüche an die Stabilität gestellt werden als eine normale Kamera. (Wobei gerade Fotografen bei unseren öffentlichen Beobachtungsnächten überrascht sind, wie billig so ein Astrofoto-Set schon zu haben ist.)
Wenn schon ein Kamera-Stativ vorhanden ist (wie viel hat das gekostet?), könnte das neue
Dwarf Mini als Smartteleskop sogar wirklich in dein Budget passen - zumindest aktuell wird von den 409€ noch 10% Vorbestellerrabatt abgezogen, wenn du es in den Warenkorb legst.
Aber: Selbst wenn du nur ein stabiles Tischstativ dazu kaufen willst (man kann es auch auf eine Tisch stellen, Stativ ist nicht unbedingt nötig), bist du nochmal 30-40€ los – und das für nur ein kleines Stativ, das nicht einmal besonders hohe Vergrößerungen stabil ermöglichen soll. Wenn du noch mehr rausholen willst (längere Belichtungszeiten), brauchst du noch eine Polhöhenwiege oder einen Zwei-Wege-Neiger. Die kosten nochmal locker 10-20% von deinem Budget.
Und: Planeten gehen mit Smartteleskopen nicht, die sind zu klein. Du kannst zwar den kompletten Mond fotografieren, aber bei Details geht ihnen die Puste aus. Da kannst auch deine normale Kamera verwenden und siehst nicht mehr.
Ein Problem bei
auf der Suche nach einem passenden Teleskop welches ich dann auch dann sinnvoll ausbauen kann, zum Beispiel mit anderen Okularen und Astrokamera.
ist auch, dass Fotografie und visuell vollkommen andere Ansprüche stellen. Visuell braucht Öffnung (deshalb wird da meist der 8"-10"-Dobson empfohlen, meiste Öffnung fürs Geld und noch gut transportabel), Deep-Sky-Fotografie braucht Stabilität, perfekte Nachführung, Schärfe und Lichtstärke sowie gerne einen großen Sensor, Planetenfotografie braucht Brennweite, ordentliche Nachführung und nur einen kleinen, aber schnellen Sensor.
Für Astrofotografie mit 400€ kann Gebrauchtkauf eine Lösung sein (ist ein Laptop vorhanden, oder nutzt du nur Handy/Tablet?), oder du schaust mal nach, wo die nächste Sternwarte ist (
Karte) und fragst, ob du beitreten und deren Geräte nutzen kannst.
Das wäre sinnvoller investiertes Spritgeld als nur 400€ in Hardware; umgekehrt lässt sich Gebrauchtware mit wenig Verlust wieder verkaufen.
Viel Erfolg,
Alex