APO Entscheidung für 250mm Brennweite

franzjs

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

die Weihnachtsgans und Plätzchen sind verdaut und das Christkind konnte sich nicht entscheiden welches Teleskop es unter den Weihnachtsbaum legen soll.
Jetzt muss ich die Sache selber in die Hand nehmen und stehe vor der selben schwierigen Frage wozu ich nun ein wenig Erfahrungs-Wissen von euch benötige.
Für meinen unteren Brennweitenbereich wären mir um die 250mm wichtig.
Die Optik sollte ein Petzval Design haben, da ich gerne mal die Kamera / Filterrad etc. tausche und ich nicht jedesmal mit den Abständen rumfuchsen möchte.
Dazu wäre dann idealerweise auch eine Tiltkorrektur sinnvoll.
Es sollten mind. ein APS-C Feld bis in die Ecken sauber abgebildet werden, besser noch VF mit leichten Abstrichen am Rand des Bildfeldes.
Mir sind zudem kompakte Sterne wichtig, was ja eigentlich bei einer Beugungsbegrenzten Optik gegeben sein sollte.
Auch die Sternfarben sind mir sehr wichtig. D.h. keine sichtbare chromatische Abberationen (blaue Farbsäume gehen gar nicht).
Ich bin ja vom Epsilon 160 ED stark vorbelastet und bin daher vermutlich weniger Kompromissbereit wie manch anderer, auch wenn mir klar ist das man das nicht wirklich vergleichen kann. Ein Newton ist per se sehr farbrein.

Bisher habe ich diese drei Kandidaten in die engere Wahl geschlossen.
- Askar SQA55 (da gibts ja einige gute Reviews dazu, gefällt mir aber äußerlich weniger gut)
- WO Cat 51WIFD (mein Design Favorit)
- Svbony SV555 (scheint für den Preis eine Sünde Wert)

Vermutlich kann man die Abbildungs-Qualität auch in dieser Reihenfolge einstufen, dennoch bin ich gespannt wie ihr das seht und wer hatte/hat diese Teleskope im Einsatz oder sogar im Vergleich gesehen.
Vergessen sollte man wohl auch nicht die Qualitätsstreuung welche auch die beste Optik verhauen können. Wie gut die drei hier vorgestellten Kandidaten abschneiden muss auch noch geklärt werden.
Und bitte keine Exoten Vorschläge mit zickigen Korrektor/Abstands und Tilt Allüren und unterhalb f/4 die meist dann auch preislich den Rahmen sprengen würden.

Freue mich auf regen Input.

CS,
Franz
 
Hey Franz, ich habe zwei SQA55 im Einsatz. Hinsichtlich Abbildungsqualität machen die beiden bei mir an APSC eine sehr gute Figur. CA ist ein Fremdwort, Sterne sind super scharf und bis in die Ecken rund. Es gibt leider keinen integrierten Tilt Adapter, aber der verbaute mechanische Rotator ist top. Bezüglich Design kann ich deine Abneigung grundsätzlich verstehen, wobei die Adaption eines eaf mittels des dafür vorgesehenen Adapters gar kein Problem ist. Die Optikaufnahme und Verbindung zur Vixen Schiene ist solala und könnte finde ich massiver sein, reicht aber für das Gewicht der Optik locker. Auch ein 200 mm Guidescope wird vom Griff/der Sucherschuh Aufnahme problemlos getragen. Zumindest ist mir daran noch kein differential flex aufgefallen. Von daher gibt es von mir eine klare Empfehlung für den SQA55. Bei speziellen Fragen melde dich gerne jederzeit!
Cs Ben
Ps: so sehen die Teile bei mir im Einsatz aus;)
 

Anhänge

  • AP_03.jpg
    AP_03.jpg
    431 KB · Aufrufe: 187
  • AP_01.jpg
    AP_01.jpg
    293,3 KB · Aufrufe: 177
Hallo Ben,

vielen lieben Dank für deine fast schon reflexartig schnelle Antwort.
Du sprichts genau die Dinge an die mich etwas hadern lassen beim SQA55. Scheint aber nach deiner Erfahrung doch eher unbegründet zu sein.
Und hey, dein Doppelsetup find ich schon klasse und zeigt auch das es bei den zwei von dir gekauften SQA55 keine wirklichen Unterschiede gib. Das ist stattistisch noch keine relevante Aussage aber ein vorsichter Indiz wenn man es mit anderen bisher gelesenen Kommentaren vergleicht.
Damit schon mal Pfund mehr für den SQA55 auf der Entscheidungswaage ;)

CS,
Franz

P.S. sieht nach hohem Peißenberg aus.
 
Hallo Franz,

die Redcat 51 würd ich so heute nicht mehr nehmen.
WO bringt bald die Ultacat 56 raus:
Diese hat deutlich bessere Daten wenns um die Abbildung geht und sollte in der Liga des SQA55 spielen.
Man zahlt am Ende dann halt den Aufpreis für nen richtigen OAZ.

Ich selber würd kein WO kaufen.
Hatte bisher immer nur Ärger.
Besonders wenn man auf CN ließt findet man gefühlt mehr "Gurken"berichte von WO als zB Askar.

Bei dem SQA55 ließt man vereinzelt von "Artefakten" wie man sie zB vom FSQ85 kennt.
Außerdem haben manche User Probleme mit dieser Verbindung:
1767008943661.png

Es ist nur eine Schraube die diese gebogene Schiene am Tubus hält.
Bei manchen soll diese wohl ausleiern.


Sonst wär vielleicht ein gebrauchtes FS-60 von Tak oder ein Vixen FL55ss interessant.
Das Vixen sieht man aber leider kaum...

Grüße
Brian
 
Hallo Franz,

ich hatte den SQA55 ebenfalls ein paar Monate in diesem Jahr im Einsatz und bin mit der Abbildungsleistung total zufrieden gewesen. Gestört hat mich etwas die Fokussiererei mit dem Helicalfokussierer. Der Feinfokussierer war bei meinem Exemplar etwas zu straff, es war nicht ganz leicht, ihn manuell in den Fokus zu bringen, allerdings hat er diesen dann auch sehr gut gehalten. Insgesamt habe ich ihn aber auch verkauft, weil ich einen klassischen OAZ bevorzuge und ich auch die Befestigung der Schiene und des Handgriffs seltsam fand, auch wenn sie funktioniert. Ich bin aus diesen und noch anderen Gründen auf den SQA70 umgestiegen.

Die Optik des SQA55 ist allerdings top. Ob der WO51WIFD mithalten kann, weiß ich nicht. Wenn ja, würde ich diesen kaufen, ansonsten den Askar.
Der SVBony ist natürlich das Preis/Leistungs-Monster. Die aktuellen Tests sind sehr gut, ich glaube nicht, dass man da wirklich Unterschiede in den Fotos zwischen den drei Optiken sehen würde. Vielleicht im Vollformat, das kann ich aber nicht beurteilen, weil ich keine VF-Kamera besitze.

CS Olaf
 
Noch ein Nachtrag:
Das SVbony ist kein Flatfield "Petzval".
Die WOs und die SQA Serie von Askar schon.
 
Hey Franz,
vielen lieben Dank für deine fast schon reflexartig schnelle Antwort.
das war tatsächlich ein schöner Zufall. Direkt gesehen und auch noch was brauchbares dazu beitragen können.
Scheint aber nach deiner Erfahrung doch eher unbegründet zu sein.
Naja ich habe zwar auf CN schon berichte über Probleme mit der von Brian angesprochenen Verbindung gelesen, hatte aber selber Glück damit. Schön finde ich es allerdings auch nicht. Es ist ein propietäres System, welches nicht umgangen werden kann und wenn daran ein Schaden ist muss man letztlich eigentlich den Tubus bzw. die Optik tauschen. Ich habe mich aber auch noch nicht damit auseinander gesetzt, ob das System irgendwie ersetzt werden könnte, denn bei mir funktiniert es ohne Probleme. Massiv ist halt anders und bei manchen schlägt halt das "nach fest kommt ab" Problem zu ;).
Die beiden exemplare, die ich gekauft habe haben glaube ich zu den ersten gehört die TS hier in Deutschland auf den Markt geschmissen hat und beide wurden vorab von TS unterm echten Sternenhimmel mit einer FF Cam getestet. Ich habe zu beiden ein entsprechendes Protokoll bekommen, in welchem die Sternabbildung in den Ecken festgehalten war. Das war recht beruhigend vorab :P. Ich habe aber beide dann hier zuhaus auch nochmal am künstlichen Stern angeschaut und dabei bei einem von beiden folgende Ergebnisse fotografisch festgehalten:
Sterntest mit 5 mm Baader Hyperion (ich weiß eigentlich zu wenig Vergrößerung, aber man kann schon gut was erkennen):
Sterntest_SQA55_01.jpg

Ronchi Intra:
20241220_170826.jpg

Ronchi Extra:
20241220_170948.jpg

Das fand ich schon recht überzeugend für Apos mit der Brennweite.

Ja, vor zwei Wochen hat mich mal wieder der Teufel geritten, denn bei uns in Peißenberg selber ist seit Wochen dichte Suppe, während auf dem Hohenpeißenberg oft klarer Himmel war. Da konnte ich irgendwann nimmer und bin über das Wolkenmeer gefahren um in den mondlosen Nächten wenigstens etwas Belichtungszeit zu sammeln :). War eine tolle Nacht, besonders, da die Lichtverschmutzung von den umliegenden Gemeinden komplett durch den Nebel geblockt wurde und Perseiden noch und nöcher runter kamen ;)
Heute ist endlich auch unten mal wieder klar, dafür aber der Mond auch wieder da.,....haja was will man machen.
Viele Grüße und Freude bei der Entscheidungsfindung!
Ben
 
Hallo Franz.

Ich nutze seit einigen Jahren ein WO Redcat 51 erste Generation als Reiseteleskop wenn es leicht sein soll. Wird dann getragen von Skywatcher Staradventurer und geguided in RA mit MGEN3. Ich kenne die Diskussionen um Qualitätsstreuung und rautenförmige Sterne wg. verspannter Optik. Ich hab meinen gebraucht gekauft und bin sehr zufrieden. Der Helikalfokusser ist gewöhnungsbedürftig und kann nerven. Ich habe bislang ohne Fokusmotor gearbeitet und je nach Temp-Verlauf stündlich kontrolliert und manuell nachfokussiert. Nun habe ich EAF nachgerüstet, aber noch nicht im Einsatz gehabt. Ich habe damit tolle Aufnahmen in Nevada und in Spanien gemacht. Einige sind hier hochgeladen. Mir fehlt natürlich der Vergleich mit den anderen Geräten, aber wenn man ein gutes Redcat oder Spacetec gebraucht bekommt, bekommt man was für‘s Geld. Ich hatte mal ein Redcat 71 hier erworben, wo der verkaufende „Sternfreund“ verschwiegen hatte, dass die Sterne alle komische Artefakte hatten. Da es noch Garantie hatte ging es zu William Optics nach Taiwan und kam in Ordnung zurück. Natürlich kann man sich fragen, warum sie dort vielleicht die Serienstreuung - wenn vorhanden - nicht in den Griff bekommen. Aber ansonsten hat das Redcat runde Sterne bis in die Ecken, Verkippungsadapter inklusive (nie gebraucht bislang), leuchtet auch Vollformat brauchbar aus (wobei ich nur APS-C verwende). Wenn Du weitere konkrete Fragen hast, schreib mir gern eine PN. CS Daniel
 
Hallo Franz,

ich hatte den SQA55 ebenfalls ein paar Monate in diesem Jahr im Einsatz und bin mit der Abbildungsleistung total zufrieden gewesen. Gestört hat mich etwas die Fokussiererei mit dem Helicalfokussierer. Der Feinfokussierer war bei meinem Exemplar etwas zu straff, es war nicht ganz leicht, ihn manuell in den Fokus zu bringen, allerdings hat er diesen dann auch sehr gut gehalten. Insgesamt habe ich ihn aber auch verkauft, weil ich einen klassischen OAZ bevorzuge und ich auch die Befestigung der Schiene und des Handgriffs seltsam fand, auch wenn sie funktioniert. Ich bin aus diesen und noch anderen Gründen auf den SQA70 umgestiegen.

Die Optik des SQA55 ist allerdings top. Ob der WO51WIFD mithalten kann, weiß ich nicht. Wenn ja, würde ich diesen kaufen, ansonsten den Askar.
Der SVBony ist natürlich das Preis/Leistungs-Monster. Die aktuellen Tests sind sehr gut, ich glaube nicht, dass man da wirklich Unterschiede in den Fotos zwischen den drei Optiken sehen würde. Vielleicht im Vollformat, das kann ich aber nicht beurteilen, weil ich keine VF-Kamera besitze.

CS Olaf
Hallo Olaf,

danke für dein Input. Das bestärkt mich immer mehr in Richtung SQA55 zu gehen. Die kleinen Unzulänglichkeiten denke kann man verschmerzen und irgendwelche Kompromisse haben ja alle Alternativen irgendwie. der SQA 70 hat für mich leider schon zuviel Brennweite. Und der SV555 hat zwar ein recht gut korrigiertes Bildfeld aber ich bin mir immer noch nicht sicher ob auch die Sternfarben passen. Bei manchen Aufnahmen habe ich den Eindruck das v.a. gelbe Sterne etwas blass wirken und teilweise auch hellere Sterne einen Anflug von Blau an Rand zeigen. Ansonsten wäre das sicher eine gute Alternative zu einem wirklich fairen Preis.

CS,
Franz
 
Hallo Franz.

Ich nutze seit einigen Jahren ein WO Redcat 51 erste Generation als Reiseteleskop wenn es leicht sein soll. Wird dann getragen von Skywatcher Staradventurer und geguided in RA mit MGEN3. Ich kenne die Diskussionen um Qualitätsstreuung und rautenförmige Sterne wg. verspannter Optik. Ich hab meinen gebraucht gekauft und bin sehr zufrieden. Der Helikalfokusser ist gewöhnungsbedürftig und kann nerven. Ich habe bislang ohne Fokusmotor gearbeitet und je nach Temp-Verlauf stündlich kontrolliert und manuell nachfokussiert. Nun habe ich EAF nachgerüstet, aber noch nicht im Einsatz gehabt. Ich habe damit tolle Aufnahmen in Nevada und in Spanien gemacht. Einige sind hier hochgeladen. Mir fehlt natürlich der Vergleich mit den anderen Geräten, aber wenn man ein gutes Redcat oder Spacetec gebraucht bekommt, bekommt man was für‘s Geld. Ich hatte mal ein Redcat 71 hier erworben, wo der verkaufende „Sternfreund“ verschwiegen hatte, dass die Sterne alle komische Artefakte hatten. Da es noch Garantie hatte ging es zu William Optics nach Taiwan und kam in Ordnung zurück. Natürlich kann man sich fragen, warum sie dort vielleicht die Serienstreuung - wenn vorhanden - nicht in den Griff bekommen. Aber ansonsten hat das Redcat runde Sterne bis in die Ecken, Verkippungsadapter inklusive (nie gebraucht bislang), leuchtet auch Vollformat brauchbar aus (wobei ich nur APS-C verwende). Wenn Du weitere konkrete Fragen hast, schreib mir gern eine PN. CS Daniel
Hallo Daniel,

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Grundsätzlich wäre mir ein Cat51 WIFD am liebsten, aber die Erfahrungen vieler User inkl. meiner Geschichte mit einem GT 71 APO lassen mich doch sehr zögern der Marke einen weiteren Vetrauensvorschuß zu geben. Ich hoffe noch das jemand so ein Gerät verkauft, wo man vorher sich die Abbildungsqualität bestätigen und zeigen lassen kann.
Von daher pendelt die Wagge immer weiter Richtung SQA55.
Ich hoffe ich bekomme noch etwas mehr Input zum Svbony SV555, welchen ich auch recht spannend finde für den Preis.

CS,
Franz
 
Hallo Thomas,
der war ursprünglich sogar auf meinem Speiseplan.
Zum einen ist er mir schon wieder fast zu lange in der Brennweite und zum Anderen mache ich ungern den Beta-Tester. Anfangs gab es dazu nicht gerade aufmunternde Berichte wegen starker Streuung. Soll angeblich mittlerweile gefixt sein, aber da würde ich noch ein wenig zuwarten. Optisch und mechanisch macht es schon was her. :unsure:

Grüße,
Franz
 
Noch ein Nachtrag:
Das SVbony ist kein Flatfield "Petzval".
Die WOs und die SQA Serie von Askar schon.

Hallo zusammen,

das wird von den Händlern allerdings anders beworben, da wird der SV555 als Petzval beschrieben. Ein Flattener ist in jedem Fall eingebaut, also ist es ein Flatfield-Objektiv. Es muss aber anders als zumindest beim Askar ein fester Arbeitsabstand von 55 mm eingehalten werden, das unterscheidet ihn dann wohl von einem "echten" Petzval, der diesbezüglich eine größere Toleranz hat.

LG Olaf
 
das wird von den Händlern allerdings anders beworben, da wird der SV555 als Petzval beschrieben. Ein Flattener ist in jedem Fall eingebaut, also ist es ein Flatfield-Objektiv. Es muss aber anders als zumindest beim Askar ein fester Arbeitsabstand von 55 mm eingehalten werden, das unterscheidet ihn dann wohl von einem "echten" Petzval, der diesbezüglich eine größere Toleranz hat.
Finde diese Aussagen von den Händlern immer unschön.
Dann ist am Ende ja jeder Apo mit Reducer / Flattener ein Flatfieldapo.
Am Ende ist das ein dehnbarer Begriff der nicht so richtig fest definiert ist.

SVbony hatte den Begriff auch lange bei sich auf der Webseite stehen.
Kurz vor der Auslieferung der ersten Teleskope haben sie den Begriff dann überall rausgenommen.

Viele Käufer bringen den Begriff halt mit einem Design wie zB bei der Redcat in Verbindung.
Sobald man im Fokus ist hat man den passenden Arbeitsabstand und, ausgenommen Tilt, ein flaches Bild.

Würde da das SVbony so erstmal nicht zuzählen.


Grüße
Brian
 
Danke Brian für den Hinweis. Das ist in der Tat sehr missverständlich dargestellt.
Jetzt wäre noch interessant zu wissen wie es hier allen SV555 Usern ergeht oder ob es einfach so hingenommen wird.

CS
Franz

Und allen Mitlesern schon mal an dieser Stelle einen guten Rutsch, Gesundheit und viel CS fürs kommende Jahr :sternklar::sternklar::sternklar:
 
Was ist unter VF zu verstehen?
Welche Abmessung sollte der Sensor dann haben?
Ich bin auch vor der Entscheidung, ein Teleskop mit ca. 200mm Brennweite zu kaufen.
LG jochen
 
Finde diese Aussagen von den Händlern immer unschön.
Dann ist am Ende ja jeder Apo mit Reducer / Flattener ein Flatfieldapo.
Am Ende ist das ein dehnbarer Begriff der nicht so richtig fest definiert ist.

SVbony hatte den Begriff auch lange bei sich auf der Webseite stehen.
Kurz vor der Auslieferung der ersten Teleskope haben sie den Begriff dann überall rausgenommen.

Viele Käufer bringen den Begriff halt mit einem Design wie zB bei der Redcat in Verbindung.
Sobald man im Fokus ist hat man den passenden Arbeitsabstand und, ausgenommen Tilt, ein flaches Bild.

Würde da das SVbony so erstmal nicht zuzählen.


Grüße
Brian
Richtig, der vorgegebene Arbeitsabstand muss hier halt eingehalten werden, daher kein echter Petzval. Aber immerhin braucht man keinen separaten Flattener mehr.

LG Olaf
 
Noch ein Nachtrag:
Das SVbony ist kein Flatfield "Petzval".
Die WOs und die SQA Serie von Askar schon.

Klassische Petzval sind alle 3 nicht denn ein echtes Petzval besteht aus 4 Linsen in 2 Gruppen also ein Doublet vorn und eines hinten.
Es werden aber gerne alle Flatfield APOs als Petzval oder modifizierte Petzval bezeichnet was eigentlich nicht korrekt ist.
Korrekt wäre es diese Optiken als Flatfield APOs zu bezeichnen.

Und selbstverständlich ist auch der SV555 genau wie der SQA 55 oder der Cat 51 ein Flatfield APO.
Der SV555 ist in seinem Aufbau sogar mit dem SQA55 identisch.

SV555

SQA55


Das jemand angesichts des identischen Aufbaus auf die Idee kommt das der SV555 kein Flatfield APO wäre der SQA55 aber schon ist doch sehr eigenartig.

Was etwas verwirrend ist sind die Angaben zu den ED bzw. SD Gläsern.
Im SQA55 soll sich in der Mitte des Triplet ein SD Glas befinden und die Linse in der 2.Gruppe soll ein ED Glas sein.
Beim SV555 ist nur etwas von 2 ED Gläsern zu lesen.
Wobei nicht jeder zwischen SD also FPL53 Klasse und ED also FPL51 Klasse unterscheidet.
Oft wird auch einfach alle als ED bezeichnet.

Um abzuklären ob es eventuell zu unterschiedlicher Farbkorrektur wegen unterschiedlicher ED bzw. SD Gläser kommt schauen wir uns mal die Spots an.

SV555



SQA55


Achtung man beachte die Unterschiedlichen Wellenlängen und den Unterschiedlichen Maßstab.

Die Box beimSQA55 hat 200µm die beim SV555 hat 100µm.
Die Spots des SV555 erscheinen daher allein deswegen doppelt so groß wie die des SQA55!!!

Betrachten wir den RMS Spotradius auf der Achse.

SV555
2,66µm für 0,7/0,55/0,42

SQA55
2,24µm für 0,42/ 0,436/ 0,55 / 0,587/ 0,656/ 0,68/ 0,7

Auf den ersten Blick scheint der SQA 55 also etwas besser zu sein.
Aber bedenkt man das es sich hier um den Durchschnitt aller Wellenlängen handelt und beim SQA55 auch Wellenlängen mit guter Farbkorrektur die näher an Grün liegen den Durchschnitt verbessern während beim SV555 neben grün lediglich die beiden Wellenlängen mit der schlechtesten Farbkorrektur in den Durchschnitt eingehen verwundert es nicht das allein deshalb der SQA55 etwas besser wie der SV555 aussieht.

Vermutlich wäre der RMS Spotradius bei Betrachtung der gleichen Wellenlängen auch sehr ähnlich.
Auch im Feld dürfte es dann genauso aussehen.

Fazit:
Optisch nehmen sich der SV 555 und derb SQA55 kaum etwas, weder auf der Achse noch im Feld.

Etwas schlechter als die Beiden ist der CAT51


Grüße Gerd
 
Wäre der Aufbau identisch müsste dann das SV555 nicht auch ein variablen Arbeitsabstand haben wie es zB das SQA55 hat?
Bei dem SVbony benötigt man fixe 55mm.

Ein fester Arbeitsabstand muss prinzipiell immer eingehalten werden auch bei Flatfield APOs nur ist er dort sowieso fest vorgegeben da alles fest verbaut ist und keine Linse nach dem OAZ folgt und damit verschiebbar wäre.

Ich gehe davon aus das auch beim SV555 alle Linsen fest vor dem OAZ verbaut sind.
Daher muss auch hier genau wie bei allen anderen Flatfield APO nicht extra auf den Arbeitsabstand geachtet werden.

Was natürlich sein kann ist das man nicht mit jeder CAM in den Fokus kommt, weil der Weg des OAZ zu kurz ist.
Der SV555 dürfte beim Backfokus mit 55mm für eine DSLR ausgelegt sein und wer mit einer Astrocam arbeitet der kommt möglicherweise nicht ohne Zwischenhülse in den Fokus.
Diese Zwischenhülse dient dann aber lediglich dazu in den Fokus zu kommen.
Nicht anders wie zb. das beobachten ohne ZS bei APOs deren Backfokus für einen ZS ausgelegt ist wo man dann ohne ZS möglicherweise auch eine Zwischenhülse benötigt.

Grüße Gerd
 
Ich gehe davon aus das auch beim SV555 alle Linsen fest vor dem OAZ verbaut sind.
Daher muss auch hier genau wie bei allen anderen Flatfield APO nicht extra auf den Arbeitsabstand geachtet werden.
Ich kenne einige User vom SV555.
Es müssen exakt 55mm sein.

Beim sqa55 kann man, laut Askar, 50-60mm verwenden. Bei anderen Flatfield Apos ist die Range noch größer.
 
Ich kenne einige User vom SV555.
Es müssen exakt 55mm sein.

Beim sqa55 kann man, laut Askar, 50-60mm verwenden. Bei anderen Flatfield Apos ist die Range noch größer.

Diese Range die du beim SQA55 nennst dürfte der Weg der Fokussierung sein und nicht der Arbeitsabstand.
Der Arbeitsabstand also der Abstand der letzten Linse bis zum Fokus ist fest vorgegeben und nicht veränderbar da alle Linsen fest verbaut sind.

Beim SV555 sollte es nicht anders sein.
Ich denke es ist ein Missverständnis, die 55mm sind einfach die Position des Fokus und ja man muss den Fokus exakt treffen sonst wird’s natürlich unscharf.
Dafür hat man aber eine Möglichkeit zum Fokussieren und das ist beim SV555 nicht anders wie beim SAQ55.

Grüße Gerd
 
Hallo @Gerd_Duering ,

vielen Dank für Deine Erläuterungen! Für Laien hört sich das in den Beschreibungen der Teleskope tatsächlich anders an. Da wird immer erwähnt, dass man hinter der letzten Linse beim Flatfieldapo keine festen Abstände einhalten muss (zum Beispiel bei meinem Askar 91F). Sobald man im Fokus ist, ist der richtige Arbeitsabstand erreicht.Während man bei einem normalen Apo mit zusätzlichem Reducer oder Flattener einen Arbeitsabstand zum Korrektor einhalten muss (meistens 55 mm), der unabhängig von der Fokussierung ist, die man von dort aus dann durch entsprechende Einstellung am OAZ erreichen muss.

Beim Askar 91F und auch beim 71F waren Fotoadapter (Gesamtlänge ca 65 mm) dabei, die man anschrauben muss, um überhaupt in den Fokus zu kommen, also liegt der Fokus mehr als 100 mm hinter der letzten Linse. Denn ich schraube noch eine Filterschublade und davor noch einen ca. 20 mm langen Adapter an und fahre dann noch 15 mm mit dem OAZ raus, um mit der Asi 585 (17,5 mm Auflagemaß) in den Fokus zu kommen.

Beim SV555 und auch beim SQA55 verstehe ich dann aber die Systematik nicht, da es da ja um Helical-Fokussierer geht. Muss man da dann die 55 mm zwischen OAZ und Kamerasensor einhalten, um in den Fokus zu kommen, weil der Helical innen nicht genug Weg zurücklegen kann?

LG Olaf
 
Für Laien hört sich das in den Beschreibungen der Teleskope tatsächlich anders an. Da wird immer erwähnt, dass man hinter der letzten Linse beim Flatfieldapo keine festen Abstände einhalten muss (zum Beispiel bei meinem Askar 91F). Sobald man im Fokus ist, ist der richtige Arbeitsabstand erreicht.Während man bei einem normalen Apo mit zusätzlichem Reducer oder Flattener einen Arbeitsabstand zum Korrektor einhalten muss (meistens 55 mm), der unabhängig von der Fokussierung ist, die man von dort aus dann durch entsprechende Einstellung am OAZ erreichen muss.

Es mag mitunter etwas missverständlich beschrieben sein.
Wenn alle Linsen fest vor dem OAZ verbaut sind dann muss man als Anwender halt nicht mehr auf die korrekten Linsenabstände achten, sondern das hat der Hersteller schon getan und der Anwender hat keinerlei Einfluss mehr darauf.
Die Position des Fokus und damit auch dessen Abstand von der letzten Linse ist fest definiert und als Anwender hat man keine andere Möglichkeit als den Fokus und damit natürlich auch passenden Abstand zur letzten Linse einzustellen um ein scharfes Bild zu bekommen.

Das bedeutet aber nicht das dieser Abstand egal wäre oder eine größere Toleranz hätte, er ist halt nur schon fest vom Hersteller eingestellt und zwar ganz exakt auf den 1/10mm genau.

Während man bei einem normalen Apo mit zusätzlichem Reducer oder Flattener einen Arbeitsabstand zum Korrektor einhalten muss (meistens 55 mm), der unabhängig von der Fokussierung ist, die man von dort aus dann durch entsprechende Einstellung am OAZ erreichen muss.

Befindet sich eine Linse oder Linsengruppe hinter dem OAZ dann ist die Position derselben zu den anderen Linsen über den OAZ variabel.
Damit auch diese Linse oder Linsengruppe die exakte Position im Strahlengang erreicht muss deren Abstand zum Fokus vom Anwender exakt eingestellt werden.
Wird nun scharfgestellt befindet sich dann auch der OAZ automatisch in der passenden Position.

Beim SV555 und auch beim SQA55 verstehe ich dann aber die Systematik nicht, da es da ja um Helical-Fokussierer geht. Muss man da dann die 55 mm zwischen OAZ und Kamerasensor einhalten, um in den Fokus zu kommen, weil der Helical innen nicht genug Weg zurücklegen kann?

Die 55mm sollten bei Mittelstellung des Helical gelten also optimal um direkt eine DSLR mit 55mm Weg bis zum Sensor daran zu adaptieren.
Und man hätte im Falle des SQA55 dann noch 5mm intrafokal und 5mm extrafokal.
Eventuell möchte man ja nicht immer auf unendlich fokussieren oder es gibt leichte Unterschiede in der Adaption die man ausgleichen muss.
Bei einer Astrocam mit typischerweise wesentlich weniger als 55mm wird eine Zwischenhülse notwendig werden oder man verwendet noch Zubehör wie ein Filterrad welches den passenden Weg bietet.
Beim SV555 sollte es nicht anders sein.

Grüße Gerd
 
Danke Gerd, jetzt ist es mir klar geworden, der Unterschied liegt in den Linsen vor bzw. hinter dem OAZ. Macht Sinn!

LG Olaf
 
Vielen Dank euch allen für die zahlreichen Feedbacks und Erklärungen v.a. die Klarstellung durch Gerd bzgl. Petzval und Backfokus.
Auch der Vergleich SQA55 und SV555 ist absolut hilfreich.

Jetzt aber feiert alle schön und wenn der Kopf dann wieder klar ist, können wir ja gerne hier noch weiter diskutieren und philosophieren.

Euch allen einen guten Rutsch und viel Gesundheit und CS fürs neue Jahr 🎉 🥂 ✨

Franz
 
Ein gesundes Neues Jahr wünsche ich allen,

Danke Gerd, jetzt ist es mir klar geworden, der Unterschied liegt in den Linsen vor bzw. hinter dem OAZ. Macht Sinn!

Ja ganz genau so ist es.

Zu den hier diskutierten Optiken wäre noch als Besonderheit zu erwähnen das hier die gesamte Optik also alle 5 Linsen als komplette Einheit in dem Tubus beim Fokussieren verschoben wird.
Der hintere Anschluss ist also fest mit dem Tubus verbunden und unbeweglich.
Verschoben wird also nicht der hintere Anschuss gegenüber dem Tubus wie das bei einem klassischen OAZ der Fall wäre sondern die gesamte Optik im inneren gegenüber dem Tubus.
WO nennt das WIFD (William Optics Internal Focus Design)


Wobei das prinzipiell nichts spezielles von WO ist denn wie man sieht kann das Svbony und Askar ganz genauso.
Nur WO realisiert das mechanisch ähnlich wie bei einem klassischen OAZ während Svbony und Askar hier einen Helikal verwenden.

Zum Vergleich SV555 und SQA55 wäre zu sagen das der SQA55 eine grob und eine Feinverstellung hat so das hier der Fokusweg insgesamt größer ist.
Das wäre von Vorteil wenn man auch terrestrisch fotografihren möchte.
Also auch mal im Nahbereich.

Wer die Optik nur für Astro also Fokus immer auf unendlich verwendet der kann sicherlich auch auf die Grobverstellung des SQA55 verzichten und mit dem recht kleinen Verstellbereich der Feinverstellung des SV555 auch ganz gut klarkommen.

Der Verstellbereich des SV555 ist mit aktuell 3,22mm bzw. alte Version 2,67mm in der Tat recht klein so das man hier natürlich den Backfokus schon recht gut über die Adaption bzw. Zwischenhülsen voreinstellen muss um sicher in den Fokus zu kommen.
Man hat ja nur die 3,22mm Weg.
Kann sich also keine große Abweichung der Länge der Adaption von den 55mm erlauben wenn man noch in den Fokus kommen will.
Daher rührt vielleicht auch das oben durch Brian entstandene Missverständnis.
Es geht hier aber nicht um den Arbeitsabstand wie es Brian denkt sondern der Grund ist einfach das wir nur 3,22mm Fokusweg zur Verfügung haben.

Ein Unterschied zwischen SV555 und SQA55 liegt also vor allem rein in der Mechanik.
Optisch dürften sich beide sehr ähnlich sein.

Grüße Gerd
 
Hallo Franz,

zu den anderen Kandidaten kann ich nicht viel sagen und auch zur oben geführten Diskussion nichts beitragen. Hier sind einfach nur meine Erfahrungen zum Svbony SV555 (aus der verbesserten Serie).

Leider hat das Wetter bisher nur eine einzige Aufnahmesession zugelassen. Dabei habe ich den California-Nebel mit ca. 5 Stunden Belichtungszeit aufgenommen.

Ich nutze die Optik an einem IMX571 (APS-C); Vollformat habe ich nicht getestet. Ich habe hier mal eine Einzelaufnahme (60 Sekunden Belichtungszeit, IR-Filter) angehängt. Falls dir in der Bildecke ein leichter Fehler auffällt: Ich gehe davon aus, dass hier mein Kamerasensor etwas verkippt ist und das nicht am Teleskop selbst liegt (korrigiert mich wenn ich falsch liege). Es wäre aber problemlos möglich, einen CTU in den Image Train zu integrieren, um das zu korrigieren.

Meine Entscheidung fiel auf das Gerät, weil ich eine möglichst günstige und kompakte Lösung gesucht habe. In der Praxis finde ich das Design sehr gelungen, speziell weil der elektronische Fokussierer unter dem Teleskop sitzt und nicht zur Seite herausragt. Das macht den Transport sehr angenehm: Ich muss lediglich den Sucher abbauen, um die gesamte Einheit komplett in einem Koffer verstauen zu können.

aberration.jpgkoffer.jpgcalifornia.jpg

CS,

Dirk
 
Zurück
Oben