Jupiter (GRF Transit) am 05./06.01.2026

PeterMaier

Aktives Mitglied
Hallo miteinander,

die vergangene Nacht zum 6. Januar hatte zeitweise überraschend gutes Seeing - was ich so anhand der Wind-/Wetterkarten nicht vermutet hätte!
Dazu kam ein zeitlich recht günstig gelegener GRF-Transit. Bei knapp -16 Grad rund 4 Stunden draußen am Teleskop zu stehen, muss man schon mögen - aber ich hoffe mal, das war es wert! :LOL:

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Die Eckdaten:
20" ICS Dobson f/16 (4x Televue Powermate), manuelle Nachführung ("Joghurtpower", wie man hier auch so schön sagt! ;))
ZWO ADC, Monokamera ZWO ASI 462 MM mit Baader R-RGB Filter und Farbkamera PlayerOne Uranus-C mit IR-/UV-Sperrfilter.

Insgesamt hab ich rund 620 GB Daten während des gesamten Transits aufgenommen, am Ende aber einige Videos aussortiert.
Verwendung fanden 10 Farbvideos und 6 Monovideos mit jeweils 2 Minuten Aufnahmelänge. Diese wurden zu entsprechend vielen Summenbildern gestackt (Autostakkert) und diese Bilder dann mit WinJupos derotiert auf seeingmäßig günstige Bezugszeiten (soweit ich das an der Qualität der Summenbilder ableiten konnte...).
Leider hat sich das Seeing ausgerechnet zur Mitte des GRF-Transit signifikant verschlechtert, aber zu Beginn und gegen Ende war es gut - definitiv mind. eine II auf der Antoniadi-Skala, was bei mir im Garten nicht allzu häufig vorkommt.

Da die Uranus-C Kamera (IMX585) werkseitig einen sehr starken Grünkanal hat, habe ich die Farben hinterher in Registax per "Auto Balance" korrigiert.
Dass der GRF relativ hell erscheint, ist der Tatsache geschuldet, dass für den Luminanzkanal die mit Rotfilter versehene Monoaufnahme eingesetzt wurde. Im Moment der einzige Workflow, der bei mir recht zufriedenstellend funktioniert und den ich auch zeitlich an meinem "analogen Dobson" schaffe...

Eventuell schaffe ich es noch, irgendwie eine kurze Animation zu erstellen, aber für heute habe ich erstmal genug! ;)

Jupiter_20ZDob_f16_P.Maier_2026-01-05.06_2149_0004.jpg


Im Anhang finden sich beide Bilder nochmal einzeln.

Viele Grüße,
Peter Maier
 

Anhänge

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Moin Peter,

tolle Aufnahmen! ich war So. Abend auch draußen - allerdings nur mit 102M für 1,5h auf dem Balkon (Ingolstadt) aber das seeing war wirklich der Hammer! lange nicht mehr so einen prächtigen Jupiter gesehen... und ich war ziemlich sprachlos was ein guter kleiner Achro so zeigen kann wenn die Bedingungen passen! Ist dann immer schön auf "Lichteimeraufnahmen" im Detail zu sehen was man im kleinen Refi nur erahnen konte. :)

Viele Grüße
 
Hallo Peter,

das hat sich wirklich gelohnt, tolle Bilder mit feiner Auflösung !
die Uranus-C Kamera (IMX585) werkseitig einen sehr starken Grünkanal hat,
Interessant, das ist bei meiner Asi662mc auch so.

Vielleicht kannst du ja noch das beste Farb-Summenbild seperat bearbeiten und zum Vergleich zeigen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Peter,

das ist ja wirklich krass gut aufgelöst. Ich glaube, sowas habe ich bisher hier im Forum noch nicht gesehen. Die Farben und Kontraste sind auch angenehm. Und das auch noch mit manuellem Nachschieben. Der IMX585 ist ja relativ groß, aber bei der Brennweite ist das Feld doch trotzdem winzig. Das sind ja 8m! IMX462 ist an sich schon winzig. Vermutlich wirst du ja noch ein ROI verwenden, was das Feld nochmal einschränkt. Auch wenn das sicher irgendwie geht, muss doch der Planet über das Bildfeld rum hüpfen. Bei mir waren solche Versuche immer daran gescheitert, dass Autostakkert das nicht mehr vernünftig eingefangen bekommen hat. Oder hast du eine Software, die den Planet im ROI zentriert bzw. das ROI auf den Planeten zentriert?

Das Bild wirkt auch völlig glatt und harmonisch. Mit was entrauschst du das denn? Ich verwende auch Registax. Aber die Rauschreduktion dort verschmiert mir irgendwann die Details.

Auf jeden Fall bildet dein Birkmaier Dobson wunderbar ab. Auch wenn er so schwer ist. Ich habe auch Dobson mit einem älteren ziemlich dicken Spiegel. Allerdings ein Selbstbau. Der ist zwar nur halb so groß, bringt trotzdem schon zwischen 35 und 40kg auf die Waage. Ohne EQ Plattform habe ich es aber noch nie geschafft, einen Planeten aufzunehmen. Zumindest nicht so wie du. Die EQ Plattform habe ich auch selbst gebaut. Das geht eigentlich nicht schwer. Aber besser werden deine Bilder damit vermutlich trotzdem nicht mehr. Das ist jetzt schon krass.

Grüße
Joachim
 
Hallo,

dankeschön für die positiven Reaktionen!
:)

@komposer Das mit dem Farbsummenbild kriegen wir hin: Ihr persönlicher Freigabelink | GMX Cloud
Leider hat sich das Seeing zur Mitte des GRF Transits hin deutlich verschlechtert.

@joetaiga Mit etwas Übung und Geduld ist es schon gut möglich, den Planeten relativ ruhig und stabil im Gesichtsfeld zu halten, auch wenn´s natürlich mit der Zeit anstrengend werden kann. Am Einfachsten und Besten geht´s, wenn der Planet direkt im Süden steht. 2 bis 5 Minuten schaffe ich es gut, den Planeten ohne wildes Rumgehüpfte oder Wackeln nachzuführen. Man braucht halt einen bequemen Stand, Griffe an den richtigen Stellen und möglichst geschmeidig laufende Rockerbox (Höhenräder, Drehplatte ggf. wachsen). Auch zeitgleich fokussieren und ADC einstellen bekomme ich mittlerweile hin, auch wenn´s echt fummelig werden kann. ;-)
Mein größtes Problem ist allerdings der große Zeitverlust jedes Mal beim Kamerawechseln: Kamera raus, Kamera rein, ADC neu nachstellen, Planet wieder neu finden und halten, neu fokussieren... das kostet mich locker immer 3-5 Minuten bis ich dann endlich wieder die nächste Aufnahme starten kann. Mit Nachführung könnte ich vermutlich doppelt so viel Daten sammeln und mehr gute Seeingmomente mitnehmen.
Wie schon im anderen Thread geschrieben, suche ich seit knapp 2 Jahren schon vergeblich nach einer stabilen, ausreichend dimensionierten EQ-Plattform, die mein schweres Gerät sicher tragen kann. Alle Plattformen auf dem europäischen Markt, die ich bislang recherchieren und auch besichtigen konnte, haben ihre obere Gewichtsgrenze bei max. 70, vielleicht sogar 80 Kilo. Ich bräuchte aber etwa 90 Kilo und es wäre schön, wenn dann die Plattform noch Reserven hat und nicht aus dem letzten "Loch pfeift", wenn ich vielleicht auch mal ein dickes Televue-Okular dranhänge... :-D
Rauschen: Die Schärfung der Summenbilder nehme ich gerne durch diverse Wavelet Filter / Layer in Registax vor. Vor allem hilfreich finde ich hier auch das Feature "Auto Balance", um den Farbstich der Kamera weitestgehend zu beseitigen. Den Rest erledige ich lieber dann in Photoshop, weil ich mit dem Programm einfach gut vertraut bin. Da gibt es auch diverse Rauschfilter und Möglichkeiten, farb-/kontrastkorrigierend vorzugehen und das Bild am Ende nochmal etwas "glattzubügeln"...
Vor allem aber benutze ich Photoshop, um die Bildebenen (RGB Farbbild, Monobild) zu überlagern. Da hab ich einfach alle Möglichkeiten und Kontrolle. Fitswork etc. kann das zwar grundsätzlich auch, aber Photoshop ist für mich einfach intiuitiver.

ROI setze ich in FireCapture immer - allein schon deshalb, um die fps möglichst hochzuhalten. Aber ich brauch schon auch etwas "Luft" drum herum, falls mir der Planet beim manuellen Nachführung doch mal ein wenig in eine Richtung abdriftet. Ich nehme beim Jupiter i.d.R. immer kurze 2-Minuten Videos auf und vermeide dabei, dass der Planet aus dem Feld hinauswandert bzw. angeschnitten wird.
I.d.R. kann ich das Material dann auch so direkt 1:1 in Autostakkert laden und dort stabilisieren / stacken. Nur wenn´s Probleme gibt (z.B. weil zu große Datei, da zu großes ROI), lass ich das Video vorher durch PIPP laufen und dort erstmal zuschneiden / stabilisieren.
Dieses "Auto Align", also tracking des ROIs am Planeten hab ich schon mal gesehen, aber irgendwie bin ich anscheinend zu doof es bei mir anzuwenden. Jedenfalls passiert irgendwie nichts, wenn ich diese Option in FireCapture aktiviere. Auch wäre es dann hilfreich, wenn man während der Aufnahme sehen könnte, wo der ROI auf dem Sensor gerade herumwandert. Der fixe ROI hat ja auch den Vorteil, dass man ihn schön in die Mitte des Sensors legen kann und man damit auch das Objekt dort hinzwingt, wo (hoffentlich) das geringste Koma auftritt.

Mit den Farben ist halt auch eine kleine Wissenschaft für sich: Durch den Rotfilter auf der Monokamera führt der Luminanzkanal am Ende dazu, dass der GRF etwas heller erscheint als er real wohl ist. Vielleicht ließe sich in sehr guten Nächten mit perfektem Seeing auch bessere Auflösung mit einem Grün- oder gar Blaufilter im Mono erreichen. Aber das hab ich alles noch nicht in der Praxis ausprobieren können.

Schöne Grüße!
Peter
 
Hallo Peter,

Das mit dem Farbsummenbild kriegen wir hin
Wow, ist das geniales Ausgangsmaterial.
Ich gehe da gerade meinen Workflow durch und schicke dir die Ergebnisse später per PM.

beim Kamerawechseln: Kamera raus, Kamera rein, ADC neu nachstellen,
Wieso musst du da den ADC neu einstellen ?
Ich wechsel ja auch manchmal die Kamera und die steckt dann nicht genau gleich ausgerichtet im ADC aber das macht ja nichts.
Oder stellst du generell den ADC alle z.B. 5 Min. neu ein ?

perfektem Seeing auch bessere Auflösung mit einem Grün- oder gar Blaufilter im Mono erreichen
Vielleicht, ich habe ja RGB Filter aber zuletzt kaum ein besseres Ergebnis gegenüber der Asi662mc erzielen können.
Meist konzentriere ich mich dann eher auf die Farbaufnahmen und versuche die guten Phasen zu erwischen.
Bei Mondereignissen dauert mir auch der Kamera / Filterwechsel zu lange.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Danke für die Mühe und das Teilen Deines Workflows - hab Dir dazu ne PN geschrieben.

Den ADC "neu einstellen" klingt wahrscheinlich etwas missverständlich. Ich meinte damit lediglich, dass ich ihn nach einer Weile immer mal wieder im OAZ ein Stückchen weiterdrehe, damit er wieder im Wasser bzw. korrekt ausgerichtet ist. Der Planet steigt ja hoch oder ab und nach einer Weile passt die Ausrichtung ja dann nicht mehr. Je genauer der Planet im Süden steht, desto weniger Stress hat man damit. Aber etwas davor oder danach wird diese Korrektur schon in kürzeren Intervallen nötig... wie viel das tatsächlich in der Aufnahme ausmacht, konnte ich ehrlicherweise noch nicht wirklich erkennen, aber es ist jedenfalls noch ein weiterer kleiner Zwischenschritt, den ich bei jedem Kamerawechsel vornehme.
Die genaue ADC Einstellung (also über die Prismen) sollte natürlich schon vorher bestmöglich erfolgt sein. Da ist es natürlich auch von Vorteil, diese ggf. nochmal nachzuprüfen, wenn der Planet die richtige Höhe für die Aufnahme erreicht hat. Es sollte schon ein Unterschied in der Prismen-Einstellung sein, ob dieser z.B. 40 oder 60 Grad über Horizont steht. Ich hab das früher erstmal visuell am Okular gemacht, bin jetzt aber dazu übergegangen, die ADC Einstellung am live Farbbild in FireCapture zu machen. Zudem gibt es da sogar einen extra "ADC" Modus, bei dem die Farben übersättigt werden.

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

. Ich meinte damit lediglich, dass ich ihn nach einer Weile immer mal wieder im OAZ ein Stückchen weiterdrehe,
Bei einem Dobson ohne Plattform ?
Da müsste die Horizontlinie doch immer gleich bleiben.

Der Planet steigt ja hoch oder ab und nach einer Weile passt die Ausrichtung ja dann nicht mehr
Ja das stimmt, da muss ich dann auch die Hebel enger stellen aber ich drehe nicht den ADC.
bin jetzt aber dazu übergegangen, die ADC Einstellung am live Farbbild in FireCapture zu machen. Zudem gibt es da sogar einen extra "ADC" Modus, bei dem die Farben übersättigt werden.
Ja, das mache ich auch so. Ich war da überrascht, wie viel da die korrekte Ausrichtung zur Horizontlinie ausmacht. Passt die nicht genau, laufen die Farbkreise aneinander vorbei: https://forum.astronomie.de/threads/adc-richtig-einstellen.383935

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger,

wenn die Neigung des Tubus´ sich ändert, dann verändert der ADC im OAZ ja auch seine Lage bzw. Ausrichtung zum Horizont. Jedenfalls wandert auch die Blase in der Libelle der Wasserwage (der ZWO ADC hat so eine z.B.) stetig aus der Mitte. Nach meinem Verständnis muss diese Lage, also Drehung im OAZ dann wieder nachjustiert werden... ?

Ehrlich gesagt vertraue ich grundsätzlich auch eher dem Bild, was ich sehe. Sobald die Farbsäume am Planeten bestmöglich eliminiert sind, kann die Einstellung eigentlich nicht so verkehrt sein, denk ich mir.
Diese billigen ADCs (sofern man sich wie ich keinen Gutekunst leisten kann/will... ;-) haben anscheinend eh sehr krasse Fertigungstoleranzen. Allein die Nullposition kann bei ADCs desselben Herstellers (ich habe z.B. den von ZWO) an unterschiedlicher Stelle sein. Auch können die Stellhebel um 180° schon von Werk verdreht sein, was man auch eher beim praktischen Einsatz bemerkt oder auch nicht... (man kann das beheben, indem man sie einfach rausschraubt und in das zweite, gegenüberliegend vorhandene Loch wieder einschraubt ;). An meinem ist mir z.B. aufgefallen, dass einer der beiden Stellhebel quasi fast immer auf Anschlag ist. Anders kriege ich einfach nicht die Farbsäume weg. Es kann auch passieren, dass die Prismen sich beim Festziehen der Stellhebel wieder verschieben. Aber für den Preis kann man wohl leider nicht viel mehr erwarten - muss ja auch irgendeinen Grund geben, warum manche Leute das Zehnfache für einen professionelleren ADC ausgeben. ;-)

Grüße,
Peter
 
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Hallo Peter,

ja, ich habe auch den von ZWO und das mit den verdrehten Hebeln war bei mir so.

Ich richte mich jetzt auch immer nach dem Livebild. Laufen die Kreise aneinander vorbei muss ich den ADC etwas drehen, da passt dann die Horizontlinie nicht genau.
Das habe ich ja erst kürzlich festgestellt wie sensibel das ist.

Gruß,
Holger
 
Hallo Leute,

ich passe bei meinem ADC die Objekthöhe durch Verstellen beider Hebel um den gleichen Betrag an, und da ich meinen Dobson auf einer EQ Plattform betreibe, muß ich auch den ADC insgesamt nach einer Weile verdrehen. Aber: Bei Betrieb des Dobsons ohne Plattform ist ein Verdrehen des ADCs nicht notwendig, nur die Hebel müssen verstellt werden. Vorausgesetzt beide Hebel sind symmetrisch ausgerichtet.

Könnte man diese symmetrische Ausrichtung bei billigen ADCs nicht durch einen Umbau mit etwas Lego Technic erreichen? Ein Mechanismus, so ähnlich wie bei einem Zirkel mit Mittenverstellung vielleicht.
CS Mike
 
ich passe bei meinem ADC die Objekthöhe durch Verstellen beider Hebel um den gleichen Betrag an, und da ich meinen Dobson auf einer EQ Plattform betreibe, muß ich auch den ADC insgesamt nach einer Weile verdrehen. Aber: Bei Betrieb des Dobsons ohne Plattform ist ein Verdrehen des ADCs nicht notwendig, nur die Hebel müssen verstellt werden. Vorausgesetzt beide Hebel sind symmetrisch ausgerichtet.
Exakt! Das gleichmäßige Nachstellen beider Hebel relativ zum Nullpunkt müsste denselben Effekt haben wie das Verdrehen des ganzen ADC im OAZ, wenn sich die Planetenhöhe bzw. Teleskopneigung ändert. Allerdings hat das auch Grenzen, weil die Stellhebel ja irgendwann in einer Richtung anschlagen - und ich frage mich auch, ob das einfache Drehen des ADCs nicht schneller und kontrollierter (Wasserwaage!) geht. Nach dem ADC-Drehen muss der Fokus definitiv neu eingestellt werden, aber das muss ich sowieso nach einem Kamerawechsel machen...

So sah die Einstellung bei mir gestern Abend (ca. 21 Uhr, Jupiter knapp über 40° hoch) z.B. aus:
1767871099918.png

1767871500921.png

(Seeing war aber gestern zu schlecht für Aufnahmen...)

Ich hatte übrigens lange Zeit das Problem, dass ich einen Stellhebel extrem weit weg von der Nullposition bis auf Anschlag einstellen musste, um eine saubere Korrektur hinzukriegen und bin irgendwann endlich drauf gekommen, dass der andere Stellhebel am Einstellring um 180° falsch eingesetzt war! Das ist wirklich mies, solche falsch zusammengebauten Prismen / ADCs an den Kunden auszuliefern - offensichtlich findet bei Produkten in dieser Preisklasse einfach keine Qualitätssicherung mehr statt... :-/

Könnte man diese symmetrische Ausrichtung bei billigen ADCs nicht durch einen Umbau mit etwas Lego Technic erreichen? Ein Mechanismus, so ähnlich wie bei einem Zirkel mit Mittenverstellung vielleicht.
CS Mike
Das klingt interessant!
Streng genommen müsste sich aber auch die Lage der Stellhebel zueinander im Laufe der Zeit bzw. mit zunehmender / abnehmender Planetenhöhe verändern und entsprechend korrigiert werden. Die zu korrigierende atmosphärische Dispersion sollte ja mit zunehmender Höhe abnehmen.
Wenn ich den Planeten aber i.d.R. dann aufnehme, wenn er hoch im Süden steht, sollte die Einstellung zumindest für eine halbe Stunde ja relativ konstant bleiben können.

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo zusammen,

hab nochmal ein wenig an den Farben gedreht - neuer Weißabgleich und Sättigung auf 150%.
Farben kommen jetzt wohl besser, aber ich find´s echt nicht einfach beim Jupiter. Man kann sich nur ungefähr an bekannten Referenzbildern orientieren und je nach Bildschirm können die Farben sehr leicht kippen...
Danke auch an Holger (@komposer ) für den Austausch dazu via PN!

Jupiter_20ZDob_f16_P.Maier_2026-01-05.06_2149_0004_v3.jpg


Die Sache mit der Farbverschiebung am GRF bzw. den Rottönen bleibt natürlich bestehen aufgrund des eingesetzten Rotfilters im Mono / Luminanzkanal.

Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

Deine Jupiterbilder sind sehr schön aufgelöst, aber auch sehr blass für meinen Geschmack. Mit Farbe kann man noch sehr viel mehr Information gewinnen.

Du treibst ja sehr viel Aufwand mit Luminaz, RGB-Filtern und Farbkamera, wo ich mich frage, was der Mehrwert gegenüber einer einzigen Aufnahme mit Deiner Farbkamera ist (z.B Dein 585 Chip, den ich mir in der ASI585MC Air Ausführung nun auch bestellt habe, aber primär für Deep Sky). Das soll nun keine bloße Kritik sein, sondern eine ernstgemeinte Frage. Denn die R/G/B Farben sieht man einfach nicht in Deinen hier gezeigten Bildern.

Ich habe meine ASI715MC Kamera am Jupiter geeicht, das habe ich hier beschrieben. Damit habe ich die Kamera ein für allemal für den Weißabgleich geeicht, auch für andere Planeten muss ich den nicht mehr machen. Das Ergebnis findest Du z.B hier. Diese Farben findest Du dann auch auf dem Bildschirm während der Aufnahme, aber eben viel blasser, aber braun und rot/orange für den GRF. Ich ziehe dann nur noch die Sättigung nach Geschmack hoch.

Gruß,
Peter
 
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Hallo (auch) Peter!

Danke für die Nachricht.

Der Mehrwert dieses R-RGB Verfahrens für mich war bislang einfach, dass ich mit Hilfe der Monoaufnahme ein wesentlich besseres, schärferes bzw. höher aufgelöstes Luminanzbild aufnehmen konnte als mir das jemals mit der Farbkamera gelingt. Die Farbaufnahmen wirken zumindest bei mir im direkten Vergleich mit den Monoaufnahmen sehr unscharf, "matschig". Der Rotfilter auf der Monokamera sorgte nach meinem Empfinden meistens nochmal zusätzlich für eine Beruhigung des Seeings.

Was Du mit "RGB Farben" genau nun meinst, erschließt sich mir im Moment nicht - jedenfalls kann ich die originale, reine RGB-Aufnahme, die mir die Farbkamera (in diesem Fall Uranus-C) liefert, auch nur mit anschließender Nachbearbeitung bzw. nachträglicher Ausbalancierung der Farbkanäle nutzen. Die Uranus-C hat einen extrem empfindlichen Grünkanal! Ich habe eine Zeit lang die Balance der Farbkanäle bereits in der Aufnahmesoftware (FireCapture) manuell so eingestellt, dass der krasse Farbstich größtenteils behoben war. Bin aber jetzt wieder dazu übergegangen, lieber die Aufnahme mit den werkseitigen Farbkanaleinstellungen der Kamera durchzuführen und hinterher die Farben zu korrigieren / Weißabgleich vorzunehmen. Zumindest machen das so auch bekanntere und erfolgreichere Planetenfotografen wie Tom Williams etc. ... möglicherweise beschneidet man die Aufnahmedaten / Farbinformation, wenn man schon bei der Aufnahme den R- oder B-Farbkanal manuell zurückfährt. Aber das ist jetzt nur mal meine Vermutung.

So sieht die unbearbeitete Live-Aufnahme der Uranus-C Kamera aus mit werkseitigen Farbkanaleinstellungen:
1768326414047.png


Ich suche auch gern nochmal die geschärften Summenbilder aus der Farb- und Monoaufnahme raus. Da wird auch deutlich, wie "schlecht" die Farbaufnahme gegenüber der Monoaufnahme aussieht, obwohl die Seeingbedingungen ähnlich gewesen sein dürften.

Nur mit der Farbkamera bzw. ohne Mono würde ich längst nicht die Detailauflösung und Schärfe im Endergebnis erreichen. :unsure:

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,

ja, das mit der Luminanz verstehe ich. Obwohl Du mit (f/D) / Pixelsize = 16/2.9 = 5.5 auch schon im sicheren Bereich bist für die Auflösung mit der Farbkamera. Aber es müsste doch auch mit den Farbfiltern mehr herauszuholen sein, das war meine Frage. Oder es reicht die Kombination Luminanz und Farbkamera-Bilder.

Screenshot_2024-12-29_234735.jpg

Das hier ist ein Screenshot von meiner ASIAir im Videomodus aus dem letzten Jahr. Allerdings noch die alte Version, in der das Histogramm logarithmisch aufgetragen wurde. Seit neustem haben die Chinesen das linear dargestellt. Damit dominiert das Rauschen (rechts im Diagramm) und man sieht links nichts mehr als einen geraden Strich für alle drei Farben, die dann auch noch übereinander liegen.
Links sind die höheren Intensitäten für die drei Farben zu sehen. Da Jupiter (Venus auch, aber momentan nicht sichtbar) in den hellen Bereichen rein weiß ist, müssen die drei Farben links übereinander liegen. Das zittert immer ein bisschen, das ist aber egal. So, wie in der Abbildung im Histogramm unten zu sehen ist, reicht schon aus.

Wenn Du mit FireCapture auch so ein Histogramm erzeugen kannst, wird es sicher gelingen, alle drei Farben auf der rechten Seite zur Deckung zu bringen. Dann sollte das Bild auch »farbecht« sein und der Jupiter in den hellen Stellen weiß statt grün sein. Vielleicht haben die die Kamera werksseitig auf die Rauschpeaks rechts eingestellt.

Bei der ASIAir kann man nur den Rot- und Blau-Kanal verstellen, Grün nicht. Das reicht aber natürlich schon aus. Meine gefunden Werte sind für Blau 85% und für Rot 60%. Die verändere ich nicht mehr. Die sind auch für Saturn und Mars gleich.

»Nur mit der Farbkamera bzw. ohne Mono würde ich längst nicht die Detailauflösung und Schärfe im Endergebnis erreichen.«
Bist Du Dir da sicher, schonmal ausprobiert?

Gruß,
Peter
 
Die Uranus-C hat einen extrem empfindlichen Grünkanal! Ich habe eine Zeit lang die Balance der Farbkanäle bereits in der Aufnahmesoftware (FireCapture) manuell so eingestellt, dass der krasse Farbstich größtenteils behoben war. Bin aber jetzt wieder dazu übergegangen, lieber die Aufnahme mit den werkseitigen Farbkanaleinstellungen der Kamera durchzuführen und hinterher die Farben zu korrigieren / Weißabgleich vorzunehmen. Zumindest machen das so auch bekanntere und erfolgreichere Planetenfotografen wie Tom Williams etc. ... möglicherweise beschneidet man die Aufnahmedaten / Farbinformation, wenn man schon bei der Aufnahme den R- oder B-Farbkanal manuell zurückfährt. Aber das ist jetzt nur mal meine Vermutung.
Wenn Du den Weißabgleich erst im nachhinein machst, wird es aufwendiger. Durch das Debayern und das Stacken vermischen sich die orginalen Farbkanäle. Für das Debayern gibt es mehrere Möglichkeiten. Einmal über die Farbe oder über die Intensität. Und beim Stacken wird das auch nochmal durchmischt.
Wenn Du es einmal »richtig« machst am Anfang, brauchst Du Dich um den Weißabgleich nachher nicht mehr kümmern, der ist dann automatisch richtig.

Natürlich kann man das nach dem stacken und schärfen auch noch machen. Es gibt ja nichts, was die Software nicht kann, das ist aber aufwendiger. Da musst Du noch an Kurven herumfummeln. Das wäre mir schon zuviel Arbeit.

Mein Workflow sieht so aus: Die AVIs mit meinem PIPP_Linux auf Qualität prüfen und die Frames (aus)sortieren. Dann mit dem PlanetarySystemStacker stacken und noch die atmosphärische Dispersion korrigieren. Mit waveSharp_LINUX schärfen (da habe ich fertige Einstellungen abgespeichert), dann noch mit eigenen Scripts nachschärfen und farbsättigen. Das wars. Vielleicht noch ein crop. Bearbeitungsdauer: weniger als 15min.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

meine neue Asi662mc hat auch einen leichten Grünstich, selbst wenn ich blau komplett hochziehe.
Ich müsste dann extra Wgreen anklicken und einen Minuswert einstellen. Lohnt sich aber eigentlich nicht: https://forum.astronomie.de/threads/asi662mc-weniger-empfindlich-defekt.382904/#post-2068642

Die Mono Kamera ist durch den eingesetzten Rotfilter schärfer. Der Jupiter zeigt da einfach mehr Details, ist bei mir auch so.
Allerdings werden die dunklen Bänder und der Grf blasser.
Dafür braucht es auch das blaue und grüne Lichtspektrum. Wenn man das Farbbild in die 3 Kanäle zerlegt, sieht man das sofort.

Durch das R-RGB werden dann die Details des R Bildes übernommen auf Kosten der kräftigeren Bänder, aber das ist hier ja auch gewollt und persönliche Geschmacksache.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

bzgl. des Weißabgleichs liest man Unterschiedliches - es gibt auch die ausdrückliche Empfehlung, den Weißabgleich hinterher in der Nachbearbeitung und nicht in der Aufnahme vorzunehmen, da man nur auf diese Weise sicherstellt, das originale, photometrische Farbsignal der Kamera aufzunehmen und dieses nicht durch vorherige Farbkorrektur irreversibel in das gespeicherte Aufnahmematerial eingebrannt wird.
Das Rohmaterial wird also verfälscht, die Gründominanz wird künstlich "weggedrückt", was sich angeblich auch negativ auf Dynamik und SNR auswirkt.

Nun, ich kann diese Punkte weder durch Beispiele aus der Praxis belegen noch widerlegen. Ich sehe nur, dass es hier offenbar unterschiedliche Standpunkte gibt.
Letztlich entscheidet aus meiner Sicht immer das Endergebnis über das beste Verfahren.

WaveSharp muss ich mir mal ansehen - sofern das auch auf Windows läuft (mit Linux kann ich leider wenig anfangen).

Bei den nächsten Jupiteraufnahmen möchte ich mal versuchen, den Astronomik "ProPlanet" Filter (642 BP IR) anstelle des Baader Rotfilters an der Monokamera zu verwenden. Bin gespannt, wie sich das in der Monoaufnahme und insbes. hinterher auf das Endergebnis auswirken wird.

Viele Grüße,
Peter
 
Hallo Peter,
Bei den nächsten Jupiteraufnahmen möchte ich mal versuchen, den Astronomik "ProPlanet" Filter (642 BP IR) anstelle des Baader Rotfilters an der Monokamera zu verwenden. Bin gespannt, wie sich das in der Monoaufnahme und insbes. hinterher auf das Endergebnis auswirken wird.
Wahrscheinlich etwas mehr Details aber dafür auch noch blasser.
Siehe meine älteren Vergleiche:
https://forum.astronomie.de/threads/jupiter-07-09-2021-asi120mc-vs-asi120mm-mit-farbfiltern.312376/
Gruß,
Holger
 
Hallo,

bzgl. des Weißabgleichs liest man Unterschiedliches - es gibt auch die ausdrückliche Empfehlung, den Weißabgleich hinterher in der Nachbearbeitung und nicht in der Aufnahme vorzunehmen, da man nur auf diese Weise sicherstellt, das originale, photometrische Farbsignal der Kamera aufzunehmen und dieses nicht durch vorherige Farbkorrektur irreversibel in das gespeicherte Aufnahmematerial eingebrannt wird.
Das Rohmaterial wird also verfälscht, die Gründominanz wird künstlich "weggedrückt", was sich angeblich auch negativ auf Dynamik und SNR auswirkt.
Hallo Peter,
der Weißabgleich wird ja nicht in der Hardware gemacht, sondern per Software. Das macht doch jede Digitalkamera (je nach Einstellung automatisch). Und zwar immer vor der Aufnahme.
Das habe ich hier am Jupiter ausprobiert und es hat geklappt.

Ich glaube auch nicht, dass es technische Zwänge gibt, um den Weißabgleich nicht vor der Aufnahme zu machen, sondern erst nachher. Der Grünstich kommt ja m.E. daher, dass Grün mit zwei Pixeln in der Bayermatrix vertreten ist. Letztlich liegt es immer an der Auslesesoftware.

Aber letztlich ist es jedem selbst überlassen, wie man den Weißabgleich hinbekommt. Das ist ja auch kein ernsthaftest Problem. Man muss es nur irgendwann man machen. Ich habe mich für die einfachste Methode entschieden. Damit ist die Kamera technisch geeicht. Wenn man will kann man immer noch im Nachhinein an den Farben drehen. Zumindest bei der Sättigung mach ich das ja auch noch.

WaveSharp muss ich mir mal ansehen - sofern das auch auf Windows läuft (mit Linux kann ich leider wenig anfangen).

WaveSharp ist eine Auskopplung und Weiterentwicklung von Registax. Scheint ganz gut zu sein im Vergleich.

Gruß,
Peter
Aber letztlich ist es jedem selbst überlassen, wie man den Weißabgleich hinbekommt. Ich habe mich für die einfachste Methode entschieden. Damit ist die Kamera technisch geeicht. Wenn man will kann man immer noch im Nachhinein an den Farben drehen. Zumindest bei der Sättigung mach ich das ja auch noch.
 
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