Sharpstar SCA310 - neu angekündigt

AstroFritz

Aktives Mitglied
Moin,

vor etwa einer Stunde hat Sharpstar das neue SCA310 angekündigt.


Ich bin gespannt wie sich das Teleskop schlägt.
Spiegelteleskop von Sharpstar haben ja immer mal wieder Probleme.
Das „kleine“ SCA260 musste ja deutlich überarbeitet werden damit es einigermaßen gut funktioniert.

Grüße
Brian
 
In Verbindung mit einer wohl in den Startlöchern stehenden AM7 sicherlich eine Traumkombi
 
Mir wär das als mobiles oder halbmobiles Setup schon zu schwer.
Dauerhaft montiert ist das bestimmt ein tolles Ding.

Gehen tut es auf jeden Fall mit ner HAE69 oder dann der AM7 :D

Grüße
Brian
 
Da hat man wohl bei Planewave recherchiert ;-)

spannend was da wohl als Preis aufgerufen wird.
 
sieht schon sexy aus. Carbon und Rot ist schnell eine Sünde Wert :rolleyes:
 
Kein Leichtgewicht mit 24kg. Spots sind so naja - da wird man schon Farbaberrationen im Feld sehen, also kein Schärfewunder, etwa vergleichbar zu einem RASA. Vorteil ist, dass f/3.8 ein wenig mehr Ungenauigkeit verzeiht - das wird aber wahrscheinlich durch den asphärischen Hauptspiegel wieder wettgemacht. Mir ist nicht ganz klar, wo der Vorteil der Kontstruktion gegenüber einem Dall-Kirkham mit Reducer/Korrektor liegt, welcher ohne Asphären auskommt.
 
Jetzt ist der DE Preis auch geklärt: 9.600€ laut TS Website
 
Spots sind so naja - da wird man schon Farbaberrationen im Feld sehen, also kein Schärfewunder, etwa vergleichbar zu einem RASA.

Die Spots sehen hervorragend aus und sind zb. besser als die der PlaneWave CDK.
Selbst bei 27,5mm Achsabstand also 55mm Durchmesser ist das ok, aber wer hat schon so einen großen Sensor.
Was eher für eine größere Sternabbildung sorgen wird ist die erhebliche Obstruktion aber das ist natürlich bei allen schnellen Cassegrain Systemen so.

Mir ist nicht ganz klar, wo der Vorteil der Kontstruktion gegenüber einem Dall-Kirkham mit Reducer/Korrektor liegt, welcher ohne Asphären auskommt.

Wie kommst du darauf das ein Dall-Kirkham ohne Asphäre auskommen würde?
Ein DK und auch ein CDK hat einen elliptischen HS cc etwa -0,6.

Grüße Gerd
 
Hallo Leute, das SCA 310 ist eingetroffen und wir haben es gleich auf die Optische Bank gelegt.
Eine klare Aussage meiner Technik - kein Vergleich zum alten SCA260 - gute Mechanik, gut zu kollimieren und auch eine feine Abbildung in Autokollimation. Wenn Sharpstar die Qualität aufrecht erhalten kann, haben wir hier ein spannendes Teleskop.
Natürlich wird bei uns jeder SCA 310 vor dem Einlagern mechanisch überprüft, optimal kollimiert und dann einem Optiktest unterzogen. Der Ausdruck liegt natürlich bei.
Link:
https://www.teleskop-express.de/de/...-f-3-8-aspherical-cassegrain-astrograph-19390

Herzliche Grüße, Wolfi
 
Eine Angabe zur Obstruktion geht mir irgendwie ab
 

Wobei der Durchmesser des Sekundärspiegels nicht unbedingt die Obstruktion darstellt.
Oft wird durch das Blendensystem oder dem Sitz des HS auf dem Blendrohr eine größere Obstruktion erzeugt.
Es ist in solchen Fällen beliebt einfach den Durchmesser des Sekundärspiegels statt der Obstruktion anzugeben, weil das besser aussieht.

Die echte Obstruktion sollte am besten gemessen werden.


Grüße Gerd
 
Du hast recht, ich hab den Tubusdurchmesser herangezogen und nicht den Hauptspiegel
_affeaugen:

Danke für den Hinweis
 
Da ist dir ein kleines Malheur passiert :)
Auf den Hauptspiegeldurchmesser bezogen beträgt die Obstruktion 184mm÷310mm=0,59 also 59%.
Mit Halterung wohl etwas mehr.

Ja ganz genau.
Ich hatte mich schon gewundert da sich bei einem so extrem schnellen Cassegrain System doch mehr wie die zuvor genannten 49% ergeben sollte.
Die 59% beziehen sich auch nur auf den Durchmesser des Sekundärspiegels.
Das kann man auch so in etwa dieser Zeichnung entnehmen, wenn man da mal beide Spiegel ins Verhältnis setzt.


Es kommt aber noch das Blendensystem dazu.
Um den Sekundärspiegel muss zb. ein Becher der etwas Richtung HS ragt und dieser muss zwingend entsprechend größer als der Sekundärspiegel sein wenn er nicht die vom HS Richtung Sekundärspiegel kommenden Strahlen und damit die Öffnung beschneiden soll.
Ein weiterer Punkt ist das Blendrohr.
An dessen Vorderkante müssen die Strahlen vom HS Richtung Sekundärspiegel vorbei.
Auch das kann die Obstruktion vergrößern.

Wir müssen hier also mit mehr als 59% Obstruktion rechnen.
Am besten man misst das wie im Link oben gezeigt mal nach, dann weiß man es wirklich zuverlässig.

Grüße Gerd
 
Guten Morgen zusammen,

eine Laienfrage: Führt die Obstruktion zu einer effektiven Verminderung der Öffnung und damit einer entsprechend verminderten Auflösung, wobei das Öffnungsverhältnis trotzdem gleich bleibt? Das heißt, die Lichtsammelfähigkeit bleibt gleich, aber es können weniger Details abgebildet werden als bei einem unobstruierten System? Blieben bei 310 mm Öffnung und 60% Obstruktion dann nur noch 124mm effektive Öffnung übrig und das Gerät wäre also mit einem 125er APO zu vergleichen, bis auf die Schnelligkeit und Bildfeld?

LG Olaf
 
Hallo Olaf,

Soweit ich das Thema verstanden habe ist für die Auflösung der HS Durchmesser entscheidend. Die Obstruktion vermindert dann das Kontrastverhältnis (MTF), so dass man Effektiv mit einer deutlich kleineren Optik eine ähnlich hohe Auflösung bekommt. Das aber mit dem Aufpreis eines entsprechend geringerer Speed.
Aber das kann der Gerd sicher besser referieren.

CS,
Franz
 
Hallo zusammen,

auch ich möchte hier eine Frage in den Raum werfen: Welchen Vorteil hat dieses Teleskop/diese Bauweise, z.B. gegenüber einen 12"/f4 Newton mit 3" OAZ, welcher auf Vollformat ausgelegt ist ? Auf Anhieb sehe ich erst einmal nur die kürze Gesamtlänge (~50cm weniger), aber bei der erforderlichen Montierungsklasse dürfte die Tragkraft für beide Hebel ausreichen :unsure:

Beim ODK mit f7 wäre ich jetzt auf dem Pfad große Brennweite bei kompakter Bauweise...
 
Das geht vermutlich in die selbe Richtung wie die Frage "wesshalb E-Auto wenn's doch mit dem guten alten Otto genau so gut geht"
Sehe darin auch keinen echten Mehrwert bezogen auf das Ergebnis/Zeit.

CS,
Franz
 
Hallo Olaf,

Soweit ich das Thema verstanden habe ist für die Auflösung der HS Durchmesser entscheidend. Die Obstruktion vermindert dann das Kontrastverhältnis (MTF), so dass man Effektiv mit einer deutlich kleineren Optik eine ähnlich hohe Auflösung bekommt.
So ist auch mein Verständnis. Das reine "Lichtsammelvermögen" entspricht einem 250mm unobstruierten Gerät gleicher Brennweite. Der Kontrast ist schlechter (wie viel genau weiß ich nicht). Die Auflösung ist besser .
 
Guten Morgen zusammen,

eine Laienfrage: Führt die Obstruktion zu einer effektiven Verminderung der Öffnung und damit einer entsprechend verminderten Auflösung, wobei das Öffnungsverhältnis trotzdem gleich bleibt? Das heißt, die Lichtsammelfähigkeit bleibt gleich, aber es können weniger Details abgebildet werden als bei einem unobstruierten System? Blieben bei 310 mm Öffnung und 60% Obstruktion dann nur noch 124mm effektive Öffnung übrig und das Gerät wäre also mit einem 125er APO zu vergleichen, bis auf die Schnelligkeit und Bildfeld?

LG Olaf

Eine Obstruktion drückt die MTF für niedrige bis mittlere Ortsfrequenzen in etwa auf das Niveau eines APOs dessen Öffnung um den Durchmesser der Obstruktion kleiner ist.
Man kann aber nicht pauschal sagen das die Auflösung deswegen dementsprechend kleiner ist sondern das kommt auf den Objektkontrast an.
Der Punkt an dem die MTF gegen null geht also die Grenze der Auflösung für 100% Objektkontrast bleibt von der Obstruktion unberührt.
Für das Trennen von Doppelsternen ist das zb. relevant.
Selbst mit über 60% Obstruktion trennt die hier diskutierte 310mm Optik also Doppelsterne zb. nach Rayleigh mit 0,44“ Distanz

Anders sieht es visuell für schwache Objektkontraste aus wie wir sie am Planeten finden.
Hier zeigt der kleinere APO in der Tat etwa das Gleiche.
Das liegt an der gedrückten MTF und der Kontrastschwelle unserer Augen.
Bei Foto sieht das nochmal etwas anders aus da man mit EBV den Kontrast anheben kann und hier dann eine andere Kontrastschwelle gilt.

Bei DS Fotografie nutzen wir das Beugungsbegrenzte Auflösungsvermögen aber sowieso nicht.
Dafür müsste die Öffnungszahl mindestens 3,6x der Pixelgröße entsprechen.
Gerade bei so extremen F3,8 ist man davon natürlich meilenweit entfernt.
Außerdem limitiert auch das Seeing bei Langzeitbelichtungen die Auflösung entsprechend stark.

Wir müssen uns hier daher keine Gedanken um die schlechtere Auflösung für schwache Kontraste wegen der Obstruktion machen da wir wie gesagt sowieso weit davon entfernt sind die Auflösung voll zu nutzen.
Die Auflösung von DS Fotos wird vom Abbildungsmaßstab/ Pixel oder dem Seeing bestimmt.
Je nach dem was schlechter ist.

Dennoch bleibt eine derart große Obstruktion wie hier nicht ganz ohne Folgen.
Es wird dadurch halt sehr viel Licht in die Beugungsringe gedrückt und das führt zu größerer Sternabbildung.
Ob das ein Problem ist oder nicht hängt dann wieder von der Abtastung ab also der Pixelgröße in Relation zur Größe der Sternabbildung.

Etwas Anderes ist es mit dem effektiven Lichtsammelvermögen.
Dieses ist mit Obstruktion immer kleiner da ja die Fläche der Obsruktion keinen Beitrag leisten kann und daher von der Fläche der Öffnung abgezogen werden muss.
Bei kleiner Obstruktion fällt die Fläche der Obstruktion kaum ins Gewicht aber bei zb. 60% ist auch die Fläche mit 36% beachtlich so das die effektive Lichtsammelleistung hier dann einem Teleskop ohne Obstruktion mit 64% der Fläche also im hier vorliegenden Fall 248mm Öffnung entspricht
Dementsprechend ändern sich auch die Belichtungszeiten.
Auch wenn wir hier nominell F3,8 haben hätte man bei effektiv 248mm Öffnung auch nur effektiv F4,75.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank Gerd, für die ausführliche und verständliche Erklärung!

LG Olaf
 
Das geht vermutlich in die selbe Richtung wie die Frage "wesshalb E-Auto wenn's doch mit dem guten alten Otto genau so gut geht"

Na na genauso gut geht es mit dem ineffizienten alten Otto eben nicht!
Ein E-Auto ist 3 bis 4 mal so effizient!!!
Um wieder zum Thema Teleskope zukommen.
Das ist so als wenn man einen Spiegel mit 70% Reflexion ( E-Auto) mit einem alten Metallspiegel der angelaufen ist und nur noch 20% Reflexionsvermögen besitzt ( Otto Motor) vergleicht.

Grüße Gerd
 
Na na genauso gut geht es mit dem ineffizienten alten Otto eben nicht!
Ein E-Auto ist 3 bis 4 mal so effizient!!!
Um wieder zum Thema Teleskope zukommen.
Das ist so als wenn man einen Spiegel mit 70% Reflexion ( E-Auto) mit einem alten Metallspiegel der angelaufen ist und nur noch 20% Reflexionsvermögen besitzt ( Otto Motor) vergleicht.

Grüße Gerd
Den Vergleich im Kontext mit deiner vorausgegangenen Erklärung nimm ich gerne mit !

CS,
Franz
 
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