"Premium" Okulare - Televue und sonstiges, lohnt es sich, und wann wird es zu viel?

Bei manchen Leuten in den Foren habe ich den Eindruck, es geht vor allem darum jedem zu zeigen was sie tolles und teures haben
auf dem Schulhof, wir kennen das alle aus Studien der Sozialwissenschaften speziell aus dem Kinder-und Jungendbereich, spielt es für die Sozialisierung in einer Gruppe schon eine Rolle, ob du 3 oder 2 Streifen auf dem Sportschuh hast.

Da liegt es nahe, weil wir große Kinder sind, als das der Schuh durch den Stutzen im ZP ersetzt wird :) Sorry, aber die Wahrheit kann weh tun - und ich spreche hier selbstredend niemand persönlich an - an der Tatsache ändert das dennoch wenig.
 
die TV Nagler mögen teuer sein, aber durch die Kompaktheit, ihres geringen Gewichts und vor allem durch ihren geringen Durchmesser sind sie ideal für Binoansätze, weshalb ich das komplette Programm habe, beginnend mit 2,5mm.
 
Hallo,

Und schaut sie mehr an als durch, wie mit dem ganzen Astrokram, aber das gehört dazu wie das ständige Basteln drum herum.

Da muss ich etwas grundsätzlich falsch machen... ;)
Meine Okulare sehe ich nur wenn ich sie in den Okularauszug stecke, meine Teleskope sehe ich nur, wenn ich sie benutze. Die Okulare lagern in Koffern, die meisten Teleskope in einem Nebenraum. Die Sachen sehe ich nur wenn ich sie in die Montierung einhebe (Die in einer Kiste lagert).
Und ständiges Basteln? Eigentlich nicht. Irgendwann funktioniert alles, so das es uneingeschränkt benutzt werden kann.

Viele Grüße
Gerd
 
Moin,
Das ist gefühlt die am häufigst diskutierte Frage wenn's um Technikanschaffungen geht " ... lohnt es sich, und wann wird es zu viel?"
In #1 steht die Ausgangsfrage, in #5 hat Antares das gut zusammen (Danke!).
Ein kleiner Randaspekt der für mich wichtig ist und bisher kaum zur Sprache kam (nein nicht die Schärfe im Randbereich) sind Größe und Gewicht.
Manchmal sind es ganz profane, nichtotpische Eigenschaften wegen denen man immer wieder zum gleichen Okular greift.
Seit einiger Zeit nenne ich einen echten Bino mein eigen und da hat man dann das Problem und die Kosten immer auch noch doppelt.
Mein Lieblingsokular 7mm AstroProfessionell hab ich Jahre vorher gekauft und jetzt fehl mir am Bino das zweite (mit dem man dann ja bekanntlich besser sieht ...)

Gute Durchsicht - Frank
 
Hallo, für mich lohnen sich teure Okulare nur wenn sie auch wirklich gut sind, und das in allen Belangen, auch Televue kocht nur mit Wasser und nicht alle Produkte kann man in den Himmel loben, ich bin mittlerweile bei ES gelandet, auch da gibt es Ausreißer, aber alles in allem bieten die Okulare eine gute bis sehr gute Qualität im mittleren Preisbereich, beste Grüße Olaf
 
Hi Leute,

das sind alles Eure persönlichen Standpunkte und Erfahrungen. Aber sie sind nicht allgemeingültig.
Deshalb setzt jeder seine Grenzen, so wie er /sie kann, will, ...
Ich denke man tut sich bzw. seinem Portemonnaie den größten Gefallen, wenn man sich selbst richtig einschätzt.
Bin ich der Typ, dem einfache solide Qualität genügt? Oder doch eher jemand der Preis-Leistung ausreizt? Oder schiele ich dann immer noch in Richtung absolute Spitzenqualität?

Was man sich meiner Meinung nach sparen sollte, solange Geld eine Rolle spielt:
Sich langsam durch sämtliche Qualitätsstufen hochzuarbeiten und jeden neuen Trend gnadenlos mitzumachen. Aber selbst das hat für den ein oder anderen seinen Reiz und ist nicht per se verwerflich.

Für mich das Wichtigste:
Bin ich mit meinem Gerödel zufrieden?

Dem kann ich mich sehr gerne anschließen!
Es ging ja hier eingangs um die Frage, ob sich "Televue und sonstige lohnen" und wann es "zu viel" ist - jedenfalls hab ich das so verstanden.
Pauschal lässt sich das eben schwer beantworten, weil die Entscheidung darüber immer stark vom jeweiligen Erfahrungslevel, Ansprüchen an das Hobby und natürlich auch Budget abhängig ist.

Leuten, die teure Okulare kaufen zu unterstellen, sie würden sich mit anderen ein "Rennen" liefern wollen bzw. dies tun, um andere zu beeindrucken, halte ich für ein wirklich schwieriges Vorurteil und wenig zielführend in dieser Diskussion.
Habe auch nicht geschrieben, dass ein leidenschaftliches Hobby zwangläufig teuer sein muss - aber es ist eben auch nicht auszuschließen, wenn man sich die Astronomieszene und insbesondere die breite Auswahl auf dem Markt heute so anschaut!
Und wer entscheidet schon, was "Mondpreise" sind... Ich finde z.B. auch, dass ein Smartphone für einen vierstelligen Betrag (was durchaus nicht unüblich ist mittlerweile) unnötig ist, würde aber von mir selbst nicht auf andere schließen. Für Okulare spricht wohl auch, dass sie weniger schnell an Wert verlieren und im Grunde zu jedem anderen Gerät kompatibel sind. Ein iPhone dagegen ist nach drei Jahren schon quasi antik... ;-)

Als jemand, der inzwischen etwa 30 Jahre visuell beobachtet, aktuell sage und schreibe f ü n f Okulare in seinem Koffer sowie zwei 28 bzw. 29 Jahre alte Teleskop-"Oldtimer" auf dem Hof stehen hat, laufe ich garantiert keinen Trends mehr hinterher oder müsste irgendwas kaufen, um andere damit zu beeindrucken. :-D
Ich muss aber zugeben, dass meine Kompromissbereitschaft mit jedem Jahr weiter nachgelassen hat - ich denke mir manchmal auch: Vermutlich werden die Augen mit zunehmendem Alter nicht besser werden und die Zeit, in der sie hoffentlich noch gut mitmachen, möchte ich eben maximal viel sehen. Astrofotografie lässt sich daher vielleicht besser auf die lange Bank schieben, das visuelle Beobachten nicht...

Bei der Okularwahl war ich nie von vornherein auf bestimmte Marken fixiert, sondern habe mich immer auf mein subjektives Empfinden beim Beobachten verlassen. Und hier habe ich persönlich eben auch im direkten Vergleich bis heute nichts Besseres als Televue erlebt, wohl aber sehr viel Schlechteres.
Gängige Faustregeln, Berechnungen, Tabellen zu Austrittspupille usw. können eine Orientierung geben, letztlich entscheidet bei mir immer das reale Seherlebnis und Vergleich am Objekt. Kein Auge ist gleich.

Teleskoptreffen sind übrigens wunderbare Gelegenheiten für solche Erfahrungen und Vergleiche ohne auch nur einen Euro umsonst ausgeben zu müssen.
Erscheint man freundlich und vertrauenswürdig, gibt es sogar Händler vor Ort, die mal ein Okular zum Testen in der Nacht hergeben.

Abschließend meine zwei wichtigsten Tipps in Bezug auf den Betreff dieses Themas:
- kaufe lieber ein gutes Okular statt drei Mittelmäßige
- eine sinnvolle Auswahl von 2 oder 3 Okularen ist für den Einstieg ausreichend


Klare Nächte,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo "Okular-Liebhaber"....;-)

Langsam frag' ich mich, ob ich meine Tasche mit den TV-Delos noch mitnehmen darf zu einem Treffen .... ohne in Verdacht zu kommen ein Angeber zu sein, oder Neid zu erwecken.... :unsure:

Vor langer Zeit dachte ich schon, ich müsse die Astronomie aufgeben weil mein Asti auf beiden Augen zwingend eine Brille erforderte.

Dann hatte Martin Birkmeier (Intercon) die ersten Delos im Programm mit 20mm Augenabstand .
Über mehrere Jahre hab ich mir von 6 bis 17,5mm alle gekauft ( zu Einstandspreisen zw. 250,- und später 350,- Euro), und bin bis heute restlos zufrieden....
Jahre später kamen "Nachbauten" wie die Morpheus oder welche von ES usw., die ich fallweise bei Bekannten oder im Verein testen konnte.
Bisher kam ich immer zur gleichen Einschätzung, dass ich die richtige Wahl getroffen habe, und auch wenn ich meine Okulare teuer verkaufen könnte, ich die "Alternativen" nicht möchte.
Sei es wegen ihrer zu grossen Bauform, wegen Gummiaugenmuscheln die beim Umstülpen (für die Brille) abfallen, wegen abweichender Steckhülsen die schlecht zu klemmen sind, bei der Sonnenbeobachtung eine schlechtere Streulichtunterdrückung auffiel.... usw.

Von daher würde ich teure Okulare nicht automatisch in einen Topf mit Luxus Uhren, Schmuck oder Sportwagen werfen ....

So wie hier zum Teil Angeberei unterstellt wird, könnte man auf der anderen Seite ein wenig "Neid" als Motiv für negative Einschätzung vermuten.

Fallweise musste ich schon schmunzeln, weil ich bei so manchem User, der früher die günstigen Alternativen hochgelobt (und Televue Produkte kritisiert) hatte, Wochen später in einem neuen Beitrag lesen konnte, wie super sein neuer Paracorr II , oder sein Ethos oder Delos Okular doch sei.

Von der sachlichen Seite her sind Unterschiede zwischen "Teureren" Marken und günstigen Alternativen, in einzelnen Belangen festzustellen.
Ob Diese einen stören, bzw. ob man deswegen einen höheren Preis ausgeben mag, liegt sowiso beim einzelnen Käufer.

Unterm Strich kann man jedem, der überlegt teure Okulare zu kaufen, nur empfehlen selber auszuprobieren und zu vergleichen .... sei es bei Vereinskollegen oder bei einem Händler.

Am Besten aber Nachts bei realen Bedingungen.

Viele Grüsse und klaren Himmel.

Hermann

Eine kleine Ergänzung ist mir noch eingefallen:
Der Eine freut sich über die Objekte die er mit seinem Okular jetzt besser sieht, ein Anderer freut sich weil er mehrere Hundert Euro gespart hat mit seinem günstigen Okular....
Ist doch schön! ...
zumindest solange er nicht bei dem Anderen durchgeschaut hat ;-).
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine kleine Ergänzung ist mir noch eingefallen:
Der Eine freut sich über die Objekte die er mit seinem Okular jetzt besser sieht, ein Anderer freut sich weil er mehrere Hundert Euro gespart hat mit seinem günstigen Okular....
Ist doch schön! ...
zumindest solange er nicht bei dem Anderen durchgeschaut hat ;-).
Ich z.B. freue mich sogar darüber mehrere tausend Euro gespart zu haben, ohne nennenswerten Qualitätsverlust und gerade auch weil ich bei den Anderen durchgeschaut habe.


Wie ich schon schrieb:
Für mich das Wichtigste:
Bin ich mit meinem Gerödel zufrieden?

Gruß Horst
 
Hallo "Okular-Liebhaber"....;-)

Langsam frag' ich mich, ob ich meine Tasche mit den TV-Delos noch mitnehmen darf zu einem Treffen .... ohne in Verdacht zu kommen ein Angeber zu sein, oder Neid zu erwecken.... :unsure:
Moin Herrmann,

eigentlich ist das ein Thema das in schöner Regelmäßigkeit im Fernglas-Unterforum vorkommt.

Wenn da jemand nach einem Swarovski, Zeiss oder ähnlich teuren Handfernglas nachfragt, einen Erfahrungsbericht einstellt etc. ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch damit einen Beißreflex auszulösen, dass Thema wurde auch immer wieder mal diskutiert.

Ich finde immer wenn man unter einer Profilneurose leidet kann man die mit teuren Ferngläsern, Teleskopen, Okularen, also grob Fernoptik denkbar schlecht befriedigen, schlicht weil es die aller meisten Leute Null interessiert, ob du zum Beispiel ein Swarovski oder Kaugummiglas um den Hals hängen hast oder ob in finsterster Nacht Takahashi oder irgendein No-Name auf dem Teleskop prangt und im OAZ ein Delos oder billiges Plössl rumhängt und das ganze auf einer sündhaft teuren oder klapprigen Montierung steht.

Es gibt natürlich auch unter Hobbyastronomen Leute mit Profilneurose die ihre Klamotten nur zum herzeigen haben, denen würde ich aber eher raten in eine teure Rolex zu investieren oder sich eine goldene Kette mit viel Klimbim zu kaufen, der Wow-Effekt wäre deutlich ausgeprägter.

Ich finde halt jeder soll es so machen wie er mag, manche Leute sind jahrelang mit einfachen Equipment gut zufrieden, andere probieren gerne aus und landen dann in der Ethosliga, letztlich soll ein Hobby einfach nur Spaß machen, egal mit welchen Geraffel, kein Grund in die eine oder andere Richtung die Nase zu rümpfen.

Andreas
 
ja, habe bei 2" ausschließlich ES und APM bis auf das Panoptik 41mm, das habe ich aber gebraucht gekauft.
 
Hallo zusammen,

meine allerersten visuellen Beobachtungen unternahm ich vor ca. 55 Jahren mit einfachstem Equipment und einem Quelle 76mm Newton. Mittlerweile ist einiges auf meinem Weg in der Astronomie passiert und so manche sehr gute und auch richtig schlechte Erfahrung war dabei für mich reserviert.

Nachdem ich bestimmt nicht jünger werde, meine Augen aber Gottseidank noch recht gut funktionieren (wie lange noch das steht gewissermaßen in den Sternen) habe ich für mich entschieden, vom Seherlebnis her keinerlei Kompromisse mehr einzugehen, wenn dabei mein Beobachtungsziel gewährleistet wird. Habe da keine Zeit zu verlieren…

Im Grunde ist es dabei ziemlich zweitrangig für mich, welcher Hersteller (von beispielsweise Okularen) dabei die für mich beste Hardware liefert. Wenn es in einzelnen Fällen TV ist, alles o.k. In anderen Anwendungsfällen greife ich eben zu Pentax, TMB Supermonos oder was auch immer.

Nur…und das habe ich weiter oben bereits erwähnt…wenn ich schon nicht am „Frontend“ mit dem Fernrohr spare, brauche ich damit auch nicht bei den Okularen damit anfangen. Lohnenswert ist es für mich, wenn ich am für mich optimalen Seherlebnis teilhaben darf.

Sparen kann ich auch an anderen Dingen im Leben, für das andere Zeitgenossen ein Vermögen ausgeben. So legt eben jeder seine Prioritäten im Leben individuell fest, ganz wie es jedem einzelnen gefällt. Solange das für uns möglich ist und darauf kommt es an (denn für viele andere auf diesem Planeten ist es das nicht) ist doch alles im grünen Bereich. :giggle:

Just my 5 Cents…

Viele Grüße
Werner
 
Guten Abend,
WENN der Wunsch nach "Premium-"Okularen einer o.a. "Profilneurose" entspringt, wird auch diese durch Geldausgaben / Anschaffungen nicht wirklich befriedigt oder gesättigt werden. Es gibt immer noch ein MEHR, GRÖSSER, BESSER (?) oder auch schlicht etwas, das der Andere hat, was ich gerne möchte.
Gerade bei Teleskoptreffen sehe ich bspw. neben den optischen Geräten tolle und teure Wohnmobile und vielleicht möchte ich dann auch so eines (habe aber gar keine Garage dafür und meine beiden schulpflichtigen Kinder sorgen dafür, dass ich es mir nicht leisten kann und habe auch viel zu wenig Zeit, ein WoMo zu nutzen, dass das ganze Jahr kostet und für einmal 2 und einmal eine Woche in meinen Familienkalender passt), dann sitze ich mal beim Kumpel in einem schnellen Sportwagen und hätte auch gerne so was, brauche aber im Alltag eine Familienkutsche mit Kofferraum und fahre kaum Autobahn und würde je 100km auch nur 5 Liter Benzin bezahlen wollen).
Und dann helfe einem Kollegen beim Umzug mit seinem Transporter und beginne zu träumen, was ich gerne transportieren können würde...
Mein ganz persönlicher Tipp: Da ich mit meinen Okularen (Morpheus) sehr zufrieden bin, schaue ich kaum durch andere (bei Treffen o.ä.) durch und entwickle gar keine Gelüste - ich bin ja zufrieden.
(etwas Selbst-ironisch schütze ich mich so vor meinen eigenen unentdeckten Diagnosen und will-haben-Wünschen)
Und wenn ich mit dem, was ich habe, unzufrieden bin, suche ich was Besseres und entscheide dann, ob es mir leisten kann und der Zugewinn (für mich!) im Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten (und meinen immer auch vorhandenen sonstigen Wünschen) steht.
Im Moment beobachte ich am häufigsten mit meinem kleinsten Teleskop (APO 72/432), weil es fertig aufgebaut ist, wenig wiegt, für 10 Minuten lohnt und ich damit am Himmel und seinen Möglichkeiten nicht fertig werde undundund - und bin zufrieden. So bewahre ich mit den "Anfänger-Geist".
Und trotzdem weiß ich, dass es in der Welt riesige Teleskope mit toller Leistungsfähigkeit gibt und Menschen mit ferngesteuerten Teleskopen auf der anderen Seite der Erde und Gegenden mit viiiiiiel mehr klaren Nächten und eben auch noch tollerere, sog. "Premium-" Okulare.

Und dann freue ich mich, dass ich mit dem, was ich besitze und nutze, tolle Erlebnisse und Beobachtungen habe...

ICH habe aber auch kein Problem damit, wenn jemand das Optimum ausreizen will, optimiert und investiert.

Ist ja alles relativ....

VG & CS

Stefan
 
Sparen und sich mit dem Besten zufrieden geben, müssen sich meiner Meinung nach nicht widersprechen.

Nur möchte ich für einen deutlichen Mehrpreis auch einen merklichen Mehrwert bekommen.

So einen Mehrwert sehe ich beispielsweise mit meinen BBHS Spiegel (und BBHS Prisma) gegenüber guten anderen Spiegeln.

Den sehe ich bei meinem Paracorr 2 Komakorrektor gegenüber einem ES HRCC, wenngleich auch nur durch den tauglicheren Backfokus.Aber immerhin, das kann entscheidend sein.

Den sehe ich mit einen Maxbright Binoansatz gegenüber einem 200 Euro Binoansatz, der nicht nur einen größeren Durchlass hat, sondern bei dem ich das Gefühl kontrastreicher, knackigerer Abbildung habe.
(Man sieht, hier spielt bei mir schon das Gefühl mit rein, denn einen direkten Vergleich nebeneinander hätte ich nie)

Den sehe ich aber nicht bei meinen ES 82° Okularen gegenüber Nagler Type 6 Okularen, den sehe ich nicht bei meinen ES 14mm 100° Okular gegenüber einem Ethos 13mm.
Den sehe ich nur in unterschiedlichen "Prioritäten' im Vergleich von ES 92° Okularen im Vergleich zu Ethosokularen.

Als ich das erste Mal am Dobson das vorhandene 25€ 25mm Superpössle durch ein
120€ 32mm SWA ersetze, dachte ich:" Wau, was ein Unterschied!"
Als ich dann das erste Mal ein 350€ ES 30mm 82° Okular einsetzte, dachte ich: "Wau, was ein Unterschied!"
Als ich das erste Mal einen Komakorrektor einsetzte (damals noch f4,9), dachte ich : "Sieh an, tatsächlich wird die Randabbildung nochmal besser.'
Als ich dann mal ein 1000€ Nagler 31mn einsetzte (dann an f4,5) dachte ich:" Wau, tatsächlich 650 Euro gespart!"

Ich arbeite übrigens seit knapp 40 Jahren in der industriellen Entwicklung und sehe den Satz "You get, what you pay for" als genialen Marketingslogan.

Denn Preise richten sich vorallem nach dem was Kunden bereit sind für das Produkt zu zahlen, ziemlich zweitrangig, was ein Produkt im Einstand kostet. Schlimmstenfalls ist so ein Produkt unverkäuflich.


So, jetzt habe ich aber alles aus meiner Sicht geschrieben und hoffe niemand nimmt mir meine sehr persönliche (vielleicht auch provokante) Sicht krumm, denn im Grunde gibt es kein absolutes richtig oder falsch.

Einzig wichtig ist: Man selbst ist mit seinem Gerödel zufrieden!

Gruß Horst
 
Es 92° genauso gut und noch dazu besserem Einblickverhalten und das zum halben Preis.
Bei "Aktionen" von ES oft noch deutlich weniger als die Hälfte...
Teuer und schwer. Überflüssig mit den Houdini 20mm. . Einsparungspotential in Kombination mit Ethos 21 mm enorm.
Den Paracorr setze ich an meiner kompletten Okularstaffelung für den Dobson ein. Das relativiert das Ganze dann wieder preislich...

Es wäre etwas anderes, würde ich okular-
technisch bei Null anfangen....

Gruß Horst
 
Ich hab mir auch nur das 20 mm geholt. Alle anderen Okulare (Nikon und ES 82° fürs Bino und APM 9 mm 100°) ersetze ich nicht.
 
Bei manchen Leuten in den Foren habe ich den Eindruck, es geht vor allem darum jedem zu zeigen was sie tolles und teures haben, und sehr wenig darum, was sie damit machen. Es sind zum Glück nur wenige Leute.
Ich kann mich daran erinnern, als die "Ethos" herauskamen. Es gab so einige Leute die den vollen Ethos-Koffer stolz in den Foren und auf Stammtischen präsentierten, so auf die Art: "schaut mal was ich mir leisten kann"... Dieses Verhalten wirkte ein wenig merkwürdig...
Lieber Gerd,

da täuscht Dich Dein Gedächtnis.
Als die Ethos rauskamen, kam als erstes das 13er raus. Und nur das. Das war Anfang 2008 . Ich kann mich an kein Bild erinnern, in dem jemand den Koffer voller 13er Ethos hatte, noch dazu wo die erste Lieferung an TS genau 4 Stück waren, wie mir Wolfi seinerzeit erklärte.
Es dauerte eine ganze Weile bis die nächste Brennweiten verfügbar waren und die kamen in Etappen.
Es gab viele Jahre später den oder anderen der seinen Koffer mal zeigte, auch hier in den Foren.
Ich kann Dir berichten, dass ich das natürlich meinen Mitbeobachtern gezeigt habe und sie eben auch durchkucken konnten. Das war udn ist bei meiner privaten Gruppe/Stammtisch auch heute noch so. So kenne ich das auch aus Vereinen und anderen Astro-Gruppen.
Ich bin sogar von Leute angefragt worden, ob sie mal kommen oder mitkommen könnten, weil sie es sehen wollen. Wo ich konnte habe ich das ermöglicht.
Womöglich gibt es tatsächlich Poser, aber ehrlich gesagt, offenbart Dein "es gab so einige Leute, denen Du dieses monetäres Angeben unterstellst", etwas über Dich und Deine Gedankenwelt. Schade.

CS
 
Guten Morgen.

Für mich wäre es abseits von Preis / Leistung interessant(er) die Merkmale / Eigenschaften zu klären die jeweilige Benutzer / Besitzer zum Kauf veranlasst haben.
Das könnte eine Unterstützung für Interessierte sein.

Meine Entscheidungsfindung war halt durch die Notwendigkeit der Brille geprägt (ein paar Jahre später eine Gleitsichtbrille), da wurde der Abstand Okularlinse Auge das entscheidende Kriterium.
20mm! 17mm gingen schon schlecht.

Mit den Gleitsichtgläsern wurde auch das "schräge Einblicken" ins Okular kritisch.
Was dann bedeutete dass grosse Okulardurchmesser bzw. jene die keine Verschlankung des Durchmessers zum Auge hin hatten, ich nicht mehr verwenden konnte weil ich den Kopf stark zur Seite verdrehen musste, und dadurch sehr schräg durch die Brille blicken musste (von der Nase einmal abgesehen die keinen Platz hatte...).

Will sagen, es kommt dann wirklich auf diese Details an, z.B Morpheus haben bei manchen Okularbrennweiten einen geringeren Augen-Abstand als 20mm- somit für mich problematisch...
Manche Händler bewerben ihre Superweitwinkel (mit 80 bis 100 Grad ) als für Brillenträger geeignet( weil sie eine umklappbare Gummiaugenmuschel haben). Wenn man nachforscht ist der Augenabstand mit ca. 15mm angegeben!
Jeder schreibt von einer guten Streulichtunterdrückung usw. die später bei hellen Objekten nicht so punkten kann.....

So kommt man in die Situation dass man zu einem teureren Produkt greift, und auch 15 Jahre später noch in allen Belangen Freude dran haben kann.
Im anderen Fall ich hätte mit einer günstigeren Wahl zwar Geld gespart, hätte aber jedes Mal damit zu kämpfen, meine Brille mit Kraft auf's Okular drücken zu müssen um annähernd den Einblick zu erreichen.... ich glaube da hätte ich aufgegeben.

Was ich mit der ganzen Litanei rüber bringen möchte, wäre eigentlich der Punkt dass solche Informationen (der Besitzer) es wären die bei der Entscheidung helfen könnten ...... ergänzend zum Preis.

VG Hermann
 
Hallo Hermann,

Für mich wäre es abseits von Preis / Leistung interessant(er) die Merkmale / Eigenschaften zu klären die jeweilige Benutzer / Besitzer zum Kauf veranlasst haben.

Meine ersten "besseren" Okulare, die Meade Serie 4000, habe ich mir 1992/1993 zugelegt. In meinem Aufzeichnungen finde ich einen Eintrag vom 30.01.1993 bei dem ich das 14mm UWA das erste mal einsetze.
Diese Okulare habe ich mir beim Constantino in München gekauft. Warum gerade diese, das kann ich nicht mehr nachvollziehen.
Im Jahr 2017 legte ich mir mein erstes 82° Explore Scientific Okular in 30mm zu. Ich wollte ein Okular mit langer Brennweite und großen Feld. Ich kam auf diese Okulare, da in verschiedenen Quellen zu lesen war, das diese Okulare sozusagen die Nachfolger der Serie 4000 sein können oder sind. Nagler und Co kamen für mich nicht in Frage, da ich es nicht wollte, so viel Geld nur in Okulare zu stecken und mir dachte, es muss auch günstiger gehen.
Mit dem 30mm Explore Scientific kam ich gut zurecht. Es hat für mich einen angenehmen Einblick und lieferte im Gegensatz zu den Serie 4000 Okulare ein helles und scharfes Bild. Die Serie 4000 hatte ein leicht gelbliches und im direkten Vergleich auch ein dunkleres Bild.
Das 30mm Okular war der Start, nach und nach die alten Serie 4000 Okulare auszutauschen.

Viele Grüße
Gerd
 
Moin

Ich will in diesem Forum ganz gerne weiterhin offene Okularkoffer und grosszügig gezeigte Gerätschaften sehen, auch die, die ich mir selbst nicht leisten kann oder will. Von mir aus garniert mit Polarlicht- oder Meerblickdramen. Im Mittelpunkt sollten natürlich die technischen Details und vor allem die gewonnenen Erfahrungen stehen. Das gilt sowohl für hochpreisige als auch für günstigere Optionen.

Profitieren kann man von den Erfahrungen Anderer fast immer, aber vor allem dann, wenn man erfährt, unter welchen Umständen und Bedingungen diese gewonnen wurden. Die Wenigsten habe dennoch umfassende Vergleichsmöglichkeiten. Ich habe selbst wie erwähnt genau ein TV Ethos und habe nie welche von ES besessen. Somit sind für mich direkte Vergleichserfahrungen zwischen Beiden interessant zu lesen. Vorläufer des Ethos waren auch bei mir Meade 4000 UWA.

CS, Thomas
 
Hallo Gerd.

Genau dieses ES 30mm/ 82° ist ein gutes Beispiel für meine "geht/geht nicht" Grenze.
Es soll laut Datenblatt 22mm Augenabstand haben .. also mit Brille gut passen....
Leider liegt die "Austritts Linse" etwas tiefer in der Fassung ( ca. 6mm unterhalb der festen Kante) wodurch eigentlich nur mehr etwa 16mm zur Verfügung stehen ... für mich hat das eben nicht mehr gereicht :-(.

Nachdem mehrere solcher Versuche unbefriedigend waren, hab ich meine Strategie auf "zahlenmässig weniger Okulare" aber "dafür ohne Einschränkungen bei der Verwendung", angepasst ( als ich die Delos kaufte war ja noch weit und breit kein alternativer Anbieter in Sicht).

Die langbrennweitigen Panoptik und das 31mm Nagler waren dann später Gebraucht-Käufe von jeweils fairen Verkäufern.
Zu vernünftigen Preisen, wo die Differenz zu neuen Okularen der günstigeren Mitbewerber nicht mehr kaufentscheidend war.

Erwähnen möchte ich auch, dass mir die optische Leistung der Okulare (Transmission/ Helligkeit, Schärfe in der Mitte und am Rand usw.) bei den von mir gekauften Okularen eine Spur besser gefallen hat..... wobei ich diese Unterschiede zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr als "alleine kaufentscheidend" einstufen würde, wenn sonst kein gewichtiges Gegenargument anstünde.

VG Hermann
 
Nachtrag:
Bei öffentlichen Sternführungen, speziell für Kinder, sind Okulare mit grossem Sehfeld / grossen "augenseitigen" Okularlinsen etwas schwieriger beim Finden der richtigen Einblickposition.
Als Abhilfe bewähren sich da Premium Flatfield - die mit dem roten Ring - von Lacerta ( gibt es baugleich von TS und anderen Händlern).
In zwei Zoll sind 30mm Meade 4000 QX und ein 40mm SWA ebenfalls von Meade, wegen ihres extrem gutmütigen Einblicks, in Verwendung.
So gesehen relativiert sich die "Hochpreis - Abschreckung" für Einsteiger, und bietet eine Vergleichsmöglichkeit....
VG.
 
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