SyQon Starless - Neues Skript in Siril für Sternentfernung

joetaiga

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Hallo zusammen,

wollte gerade eben das neue VeraLux Curves Skript runterladen und ausprobieren. Der Autor haut ein Skript nach dem anderen raus. Curves ist wieder eins, das Siril grundlegend aufwertet, da es maskiertes Stretching ermöglicht. Das ist etwas, was in Siril gefehlt hat, um es wirklich zu einen Standalone Tool zu machen, wo man sein Bild tatsächlich zu Ende bearbeiten kann ohne aus Siril raus zu müssen.

Mir ist dabei ein neues Skript aufgefallen: SyQon Starless, ein KI basiertes Tool zur Sternentfernung. Mit Starnet stehe ich immer ein wenig auf Kriegsfuß. Einerseits ermöglicht es das Ergebnis eine Ebene weiter zu treiben, andererseits macht es immer wieder Artefakte, kann mit Hintergrundgalaxien überhaupt nicht umgehen und helle Sterne sind ein Grauß, wenn man es so wie es eigentlich angedacht ist beim fertig gestreckten Bild verwendet. Es gibt zwar die Option "Lineares Bild vordehnen" in Siril, das meistens gut funktioniert. Aber nur meistens. Gerne wird der Hintergrund sehr unruhig und fleckig und lässt sich nur viel Aufwand korrigieren.

Ich habe es mal runtergeladen und einen kleinen Vergleich gemacht mit Starnet++ und der Option "Lineares Bild vordehnen". Ausgangsmaterial war ein lineares, geebnetes und farbkalibriertes Bild. Darstellung ist einfach ein Screenshot im Autostretch Modus in Siril.

Starnet++ mit Option "Lineares Bild vordehnen"
1769854962674.png


SyQon Starless
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Original
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Sternmaske des SyQon Starless Bildes
1769855589048.png

Das Original und die Sternmaske sehen bisschen verschwommen aus. Das konnte ich im Gegensatz zu den anderen beiden leider nur mit reduzierter Auflösung posten. Keine Ahnung wieso.

Den Unterschied zwischen Starnet und SyQon sieht man sofort. Das SyQon Ergebnis ist deutlich sauber, glatter mit weniger Artefakten um helle Sterne. Dazu ist das Skript DEUTLICH performanter. Ich habe zwar Cuda Integration installiert, aber Starnet braucht insgesamt trotzdem 2min, während das Skript in 15sek fertig war.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass da etwas Struktur verloren gegangen ist. Meiner Meinung kommt es aber ganz gut hin. Die "verloren gegangene" Struktur sind eher das was ich anfangs angesprochen habe. Der löchrige und unruhige Hintergrund, den mir Starnet gerne macht.

Viel findet man im Web nicht dazu außer ein Spendenaufruf, wo der Autor meint, dass das Training tausende € verschlungen hat bzw. noch verschlingen wird. Vermutlich ist das nicht der Stromverbrauch sondern die Hardware. Das würde ich dann etwas komisch finden, da ich davon ausgehen würde, dass die eh schon vorhanden war für die Entwicklung der restlichen Software auf der Homepage von SyQon. Denn es gibt eine Website von SyQon, wo das Starless Tool als kommerzielles Tool für 27€ angeboten wird. Dort finden sich auch noch andere kommerzielle Astroprodukte, von denen ich ansonsten aber noch nie gehört habe. Unabhängig davon ist eine freiwillige Spende natürlich trotzdem angemessen für die Arbeit, die in das Tool geflossen ist. Ich finde nur die Argumentation etwas seltsam. Oder sind das doch alles Stromkosten? Hier ist der Link:

Auf Astrobin gibt es einen Beitrag mit einem Vergleich zu SXT, wo auch auf verloren gegangene Strukturen eingegangen wird. Aber dort steht nicht dabei, was der genau gemacht hat. Es steht leider auch nirgends, wie man das genau anwenden soll. Also auf linearen Bildern oder vorgestreckten Bilder usw. Hier kann sich jeder sein eigenes Bild dazu machen:

Außerdem gibt es auch noch einen neuen Beitrag dazu auf Astrotreff:

In meinem Beispiel funktioniert das Skript meiner Meinung deutlich besser als Starnet++. Der Vorteil mit mehr Struktur ist meiner Meinung einfach auf Artefakte zurück zu führen. Starnet erhält allerdings subjektiv die Farben besser. Die Sternmaske ist etwas rotstichig, das sternlose Bild etwas grün/blaustichig, während das mit Starnet mehr oder weniger farbneutral bleibt.

Es ist auf jeden Fall einen neue Alternative in Siril, die die Software nochmals deutlich aufwertet.

Grüße
Joachim
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab's nun mal komplett neu bearbeitet. Links alter Workflow mit Starnet, rechts neuer Workflow mit SyQon Starless.
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Ist nicht ganz vergleichbar weil ich das SyQon mit Cosmic Clarity geschärft habe vor dem Entrauschen und das alte erst später mit einer Unschärfemaske in Gimp, wo ich auch noch die Sterne getunt habe. Ich habe jetzt auch mal die Bilder sowohl linear als auch gestreckt entsternt. Ich denke, da es einen Backgroundwert in den Einstellungen gibt, wird das Tool eher für gestreckte Bilder gemacht worden sein. Dort lässt es aber den hellen Stern oben halb links drinnen, während es im linearen Zustand alles was mit Sternen zu tun hat, komplett raus macht. Allerdings sahen die schwachen Bereiche beim linear entsternten Bild irgendwie verwaschen aus. Das ist auch hier noch so. Starnet ist in den ganz schwachen Bereichen schon sichtbar strukturierter. Ist die Frage inwiefern das noch Struktur oder schon Artefakt ist. Aber auch in den hellen Bereichen sind bei Starnet Dinge zu sehen, die in der SyQon Version fehlen. In den ganze hellen Regionen ist es aber umgekehrt.

So auf den ersten subjektiven Eindruck entsternt das neue Tool deutlich sauberer, ist aber dafür etwas weniger detailtreu. Oder es ist tatsächlich Starless detailtreu während Starnet einfach Artefakte macht.

Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Auf jeden Fall eine Bereicherung.
 
Hallo,

auf den ersten Eindruck hin entsternt das Tool besser als Starnet++ habe das gerade mal getestet, jedenfalls ist es eine Alternative dazu.
Siril macht deutliche Fortschritte, die Differenz zu Pi mit den Tools von RC Astro ist nicht mehr so groß, zumal jetzt auch der AberrationsRemover ein neues Modell beinhaltet und man das Ringing damit weg bekommt, steht der meiner Meinung nach dem BXT um nicht mehr viel nach. Auch das VeraLux curve ist ganz witzig, allerdings stürzt das bei mir manchmal ab, ok habe noch ein i5 Laptop mit 8MB :-(

Beste Grüße

mike
 
allerdings stürzt das bei mir manchmal ab, ok habe noch ein i5 Laptop mit 8MB :-(
Bei mir ist das noch nicht abgestürzt. Ich bin aber hardware technisch auch in einer ganz anderen Liga. Evtl. sind die 8gb bisschen knapp. Am I5 sollte das nicht liegen.

Ja, die Sterne bekommt man nun ganz gut hin. Aber BXT ist immer noch deutlich überlegen, da man nichts vergleichbares für das Objekt hat. Das nimmt die Sterne auch nach belieben zurück komplett artefaktfrei. Ich glaube sowas wird es freeware oder open source auch nicht geben. Das zieht dir die Auflösung einfach auf die Abtastrate runter und zwar egal ob du vorher gedrizzelt hast oder nicht. Mit reiner Deconvolution kann sowas eigentlich nicht gehen. Ist zumindest meine Meinung.
 
Ja, da hast Du schon Recht was die Objekte bei BTX anbetriff..... ich muss unbedingt mal hardware technisch aufrüsten, PC oder Laptop, eher wahrcheinlich PC, was hast Du denn so als Hardware alles verbaut??

Beste Grüße

mike
 
Ich habe einen ryzen 7 9700x, 64gb ddr5 Speicher und eine rtx5060ti mit 16gb vram. Das alles ist auf einer b850 Plattform.

Das ist aber aktuell nicht mehr bezahlbar. Alles was mit Speicher zu tun hat, ist echt nicht mehr normal.

Das scheint zwar gerade seinen Peak überschritten zu haben, aber die Preise werden sicher über die nächsten 2-3 Jahre noch ziemlich angespannt zu sein.

DDR4 Plattformen gehen zwar noch einigermaßen, aber selbst da kriegst du 64gb kaum noch unter 500€. Für Siril an sich reichen aber 32gb. Solange du nicht drizzelst ist das ein rundum sorglos packet. Aber es ist halt alles teurer, was mit speicher zu tun hat. Selbst SATA ssds. Nicht so extrem wie beim ram, aber das doppelte wie vor 4 Monaten kostet das auch.

CPU und Boards sind etwas günstiger aber das macht den Bock nicht fett.

Oder in einem Satz zusammengefasst: wenn ich aktuell nicht müsste, würde ich mir im Moment keinen neuen Rechner bauen.
 
Aber zurück zum Thema…komisch dass kaum jemand auf den Thread reagiert. Das war für mich eine der interessantesten Neuigkeiten für Siril. Alleine schon wegen der Performance. Das Skript ist viel schneller als starnet.
 
Habe gerade mal SyQon ausprobiert. Das Resultat gefällt mir gut, leichte Verbesserung gegenüber Starnet.
Von der Rechengeschwindigkeit (mit GPU) sind beide bei mir ungefähr gleich schnell.
Gruss Jens
 
Hallo,

ja, Speicher ist seit KI echt teuer geworden, das wird auch noch eine Weile so bleiben denke ich.
Unter VeraLux gibt es jetzt das Hilfescript "Starting Point" welches die einzelnen Scripte in Ihrer Bearbeitungsreihenfolge beschreibt, es gliedert sich in "1 Lineare Phase", "2 Stretching Reconstruction", "3 Tone Mapping Sculpting", " 4 Finishing", und "5 Recomposition"..... ganz nützlich finde ich...

Weiterhin habe ich mal kurz das Script "VeraLux Nox" zur Gradienten-Entfernung ausprobiert, ich habe den Eindruck, dass bei richtiger Einstellung der Parameter weniger Details verloren gehen als bei Graxpert, das ist allerdings mein subjektiver Eindruck und kann von Objekt zu Objekt unterschiedlich ausfallen, jedenfalls testen lohnt sich im jeden Fall. Somit glaube ich, dass bei richtiger Anwendung sich die Einbindung von VeraLux im jeden Fall lohnt.

Beste Brüße

mike
 
Zuletzt bearbeitet:
Von der Rechengeschwindigkeit (mit GPU) sind beide bei mir ungefähr gleich schnell.
Das würde dann dafür sprechen, dass bei mir die CUDA Integration nicht mehr richtig funktioniert. Es ist allerdings so, dass das bearbeiten selbst mit Starnet relativ schnell geht...also wenn der blaue Fortschrittsbalken zu sehen ist. Nur das davor dauert ewig. Das habe ich mit Starless gar nicht.
 
ja, Speicher ist seit KI echt teuer geworden, das wird auch noch eine Weile so bleiben denke ich.
Ja, so zwei bis drei Jahre sicher. Die bauen ja neue Produktionsstraßen auf. Zumindest wenn nicht wieder eine neue geopolitische Krise kommt.

Ich denke aber, dass die Preise wieder etwas zurückgehen werden. Es ist ja nicht so, dass kein Speicher mehr gebaut wird, es wird nur weniger gebaut, weil sie Produktionsstraßen auf HBM umstellen für KI. Der Preis wird sich halt irgendwo dort einpendeln, wo die Leute genau so viel weniger kaufen, dass Angebot und Nachfrage sich die Waage halten. Die Preisspitze aktuell ist meiner Meinung das Resultat von Spekulationskäufen. Ich hab mir ja auch gleich zwei Kits gekauft als ich es hab kommen sehen. Da werde ich sicher nicht der einzige gewesen sein. Vor allem die Leute wo das gewerblich machen, werden das vorher gewusst haben. Und die haben garantiert nicht nur zwei Kits gekauft.
 
Ist ja lustig. Ich hatte das Skript gerade entdeckt, ausprobiert und dann mal im Forum geschaut, ob schon jemand dazu geschrieben hat. Und siehe da... ;)

Ich habe Sycon bislang an einem halpha-Stack getestet und komme zu einer anderen Einschätzung. Mir gefällt die Starnet-Variante besser. Sycon scheint Unebenheiten im Bild glattzubügeln, was in meinen Augen nicht Aufgabe einer Entsternung ist. Es wirkt auf mich, als würde Rauschen als kleine Sterne erkannt und entfernt. Die Unebenheiten werden definitiv nicht von starnet in das Bild eingebracht, sondern die sehe ich auch beim stretchen mit VeraLux. Im Zweifel entscheide ich mich eigentlich immer für den Detailerhalt, auch wenn das mehr Rauschen bedeutet. Die Sternartefakte bei Sycon sind auch größer. Mag an der geringen Brennweite von 180mm liegen. Der Härtetest wäre ein Widefield mit 50mm Brennweite, das kann ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.

Für Sycon spricht in meinem Fall, dass starnet einen kleinen, hellen Nebelteil links unten wegmacht, den Sycon erhält.

Hier mein Ergebnis:
  1. Stretch mit VeraLux
  2. Starnet > VeraLux
  3. Sycon > Veralux
Edit: Wenn mir jemand erklärt, wie ich hier eine durchklickbare Galerie einstelle wie im Ausgangspost, bin ich dankbar :p

r_ha_join_on_rgb_stacked_crop.jpg

starnet_r_ha_join_on_rgb_stacked_crop.jpg

sycon_starless_r_ha_join_on_rgb_stacked_crop.jpg
 
Hallo

Ich hab's nun mal komplett neu bearbeitet. Links alter Workflow mit Starnet, rechts neuer Workflow mit SyQon Starless.
(...)
Ist nicht ganz vergleichbar weil
(...)
So auf den ersten subjektiven Eindruck entsternt das neue Tool deutlich sauberer, ist aber dafür etwas weniger detailtreu. Oder es ist tatsächlich Starless detailtreu während Starnet einfach Artefakte macht.

Ok, Du schreibst, die beiden Bilder sind nicht ganz vergleichbar.

Trotzdem sehe ich auf den fertigen Bildern scheinbar komplett andere Artefakte rund um die Sterne als Du.

Ich sehe folgendes:
- Beide Bilder haben quadratische Blockartefakte, insbesondere um die größeren Sterne herum.
- Beim rechten Bild sind die quadratischen Blockartefakte stärker ausgeprägt.
- Zusätzlich sind die Sterne auf dem rechten Bild deutlich dicker geworden (auch über den kleinen Extracrop hinaus) und auch ausgefranst.

Wenn links wirklich Starnet ist, dann ist das fertige Starnet Bild für mich deutlich besser. (Oder hat mein Browser die beiden Bilder vertauscht, also links <--> rechts? :unsure:)
Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe nochmal einen Vergleich gemacht. Alle drei habe ich einfach mit Hypermetric Stretch gestrekt. Da sieht man es besser. Links Starnet, Mitte SyQon, rechts Starnet+Graxpert Denoise 0,8.
1770312364790.png


Ich denke da sieht man auf den Blick was @Finkenwerder meint. Starless entsternt zwar sauberer, aber es macht auch einen massiven Denoise. 0,8 in Graxpert ist deutlich schwächer als das was Starless macht. Außerdem hat der Denoise von Starless auch nicht die Qualität wie der von Graxpert. Graxpert holt nochmal eine ganze Instanz mehr Strukturen aus der Tiefe hervor. Wär auch ein Wunder, wenn das in weniger Zeit besser arbeitet als Graxpert.

Da ist guter Rat teuer. Besser Entsternen oder mehr Details. Warum muss denn das überhaupt denoisen?
 
Hallo in die Runde,

Ich hätte mal eine generelle Frage zum Workflow in SIRIL.
Irgendwie scheinen sich die Geister ein wenig zu scheiden, wann das denoising (Graxpert AI) in SIRIL an die Reihe kommt.

Ich bin bisher immer wie folgt vorgegangen:

- Stacking (preprocessing mit Flats, darks bias)
- Bild beschneiden
- Hintergrundextraktion (Graxpert AI)
- Astrofotometrische Lösung
- Spektrofotometrische Farbkalibrierung
-Grünrauschen entfernen

Danach kam dann bisher immer das denoising (Graxpert AI) und erst im Anschluss das Stretching.

Ich versuche mich gerade mit dem neuen Phytonskript SyQon Starless und habe hierzu in einem Tutorial gesehen,
dass das denoising erst nach dem SyQon und auch nach dem darauf folgenden Stretching erfolgt.

Also wie folgt:

- Stacking (preprocessing mit Flats, darks bias)
- Bild beschneiden
- Hintergrundextraktion (Graxpert AI)
- Astrofotometrische Lösung
- Spektrofotometrische Farbkalibrierung
- Grünrauschen entfernen
- Phytonskript SyQon Starless
- VeraLux Hypermetric Stretch
- denoising (Graxpert AI)
- Sternenmaske und Sternloses Bild wieder zusammenfügen
- Feinheiten anpassen

Die Verwirrung ist also einigermaßen groß :eek:
Da ich die Bildbearbeitung noch nicht sehr lange betreibe, wäre ich sehr dankbar über ein paar kurze Tipps.

Danke vorab!

Beste Grüße Alex
 
Moin Alex, dein bisheriger Workflow wirkt auf mich vernünftig und so mache ich es auch. Mit Ausnahme des "Grünrauschen entfernen", was ich höchstens ganz zum Schluss machen würde. Besser ist das Reduzieren des Grün-Kanals entweder mit dem Histogram-Stretch oder Kurventransformation (Begründung).

Bei deinem neuen Workflow wäre die Frage, ob ein Denoise nach der Syqon-Sternentfernung überhaupt noch notwendig ist, siehe Diskussion oben :) Das Denoisen sollte im linearen Stadium erfolgen, also vor dem Stretchen. Die Entsternung sollte ich auch im linearen Stadium passieren. Deinen Workflow würde ich wie folgt umbauen:

  • Stacking (preprocessing mit Flats, darks bias)
  • Bild beschneiden
  • Hintergrundextraktion (Graxpert AI)
  • Astrofotometrische Lösung
  • Farbkalibrierung
  • Grünrauschen entfernen
  • Deconvolution oder Abberation Remover
  • SyQon Starless (in meinen Augen besser starnet)
  • Denoise Graxpert, falls nötig
  • VeraLux Hypermetric Stretch
  • denoising (Graxpert AI)
  • Sternenmaske und Sternloses Bild wieder zusammenfügen
  • Farbkanäle anpassen (idR Grün reduzieren)
Gruß, Malte
 
Hallo zusammen,

so wie Malte mache ich es in etwa auch, zum Entfernen des Grünrauschens:
in Siril ist bei dem Extrapunk "Grünrauschen entfernen" mir die Intensität zu groß, Bild bekommt einen Rotstich, ich mache das meist auch zum Schluss mit der Kanalanpassung bei Histogram-Stretch. Alledings ganz zum Schluss nochmal etwas Rauschentfernung wenn nicht zu viele Details verschwinden.

Beste Grüße

mike
 
Hallo Malte und Mike,

ich hab mal nach dem von Malte beschriebenen Workflow (und ohne Grünrauschen entfernen) ein altes Bild neu bearbeitet.
Zum besseren Vergleich zuerst das “alte” und dann das neu bearbeitete Bild:

Alter Seelennebel:

IC 1848 - Seelennebel.jpeg


Hier das neu bearbeitete Bild:

IC 1848 - Seelennebel neu.jpeg


Ich habe das Gefühl, dass die Entsternung mit SyQon irgendwie ein feineres Bild erzeugt.
Auch die Zusammenführung der Sternenmaske mit dem sternlosen Bild per VeraLux funktioniert ganz ok.

Auf viele weitere Stunden mit weiteren Versuchen…;)

Grüße Alex
 
Hallo nochmal,

irgendwie lässt mir das Thema Entsternung noch keine Ruhe.

Ich habe die letzten Tage noch einige Vergleiche zwischen StarNet++ und SyQon gemacht.
StarNet++ hinterlässt zwar an einigen Stellen etwas auffälligere Artefakte, aber im Gegensatz zu SyQon bleibt das Bild insgesamt detailreicher. Man kann also danach mit einem selber genau definierten Denoising besser steuern, wie viel das Bild entrauscht werden soll.
Nach der Sternentfernung mit SyQon ist mir persönlich das Bild schon zu verwaschen und unscharf.
In den von mir oben gezeigten Bildern sieht man diesen Effekt (im unteren Bild) ganz gut.

Nach einigen Versuchen werde ich in Zukunft also doch wieder lieber StarNet++ verwenden.
Vielleicht liegt es aber auch an meinem fehlenden Verständnis für die Einstellmöglichkeiten bei SyQon….

Falls hier jemand schon mehr Erfahrungen sammeln konnte, gerne teilen ;)

Grüße Alex
 
Nach der Sternentfernung mit SyQon ist mir persönlich das Bild schon zu verwaschen und unscharf.
In den von mir oben gezeigten Bildern sieht man diesen Effekt (im unteren Bild) ganz gut.

Hallo Alex,
nach meinem Empfinden ist Deine neue Bearbeitung mit SyQon deutlich besser als die alte Bearbeitung mit Starnet.

Hier ein paar starke Crops Deiner beiden Alt/ Neu Bearbeitungen (ohne weitere Modifikationen).

Alt:
1000003045.jpg


Neu:
1000003046.jpg


Alt:
1000003047.jpg


Neu:
1000003048.jpg



Bei der alten Bearbeitung enthält der Hintergrund ein starkes künstliches Artefakt-Muster. Außerdem sind die Sterne unnatürlich groß geworden.

Für mich ist hier die neue Bearbeitung mit SyQon viel natürlicher und im Vergleich um Längen besser.

Ich habe das beurteilt, was ich auf Deinen beiden hochgeladen Fotos Alt/ Neu sehe.

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Heinrich,

danke für deine Rückmeldung.

Ja, die Artefakte von StarNet++ sind nicht schön, das sehe ich auch so.
Ich habe SyQon jetzt an einigen Objekten ausprobiert. Grundsätzlich bin ich auch ganz zufrieden damit.
Was mir wie oben geschrieben fehlt, ist das Verständnis und die Erfahrung mit den Einstellmöglichkeiten von SyQon.
Vermutlich lässt sich der für mich übertriebene Entrauschungseffekt durch die richtige Einstellung etwas abmildern?!

Bisher habe ich mit den Default-Einstellungen gearbeitet. Ich werde mal versuchen, mehr Infos über die Anwendung der Regler zu finden und auch selber mal durch Ausprobieren auf andere Ergebnisse zu kommen.

Grüße Alex
 
……und hier noch ein letztes Vergleichsbild vom Irisnebel.

Mit StarNet++

NGC 7023 - Irisnebel 18.09.2025-2.0.jpeg



Und mit SyQon

NGC 7023 - Irisnebel 13.02.2026 - VeraLux_StarComposer.jpeg


Mein finales Fazit:
SyQon macht es geschmeidiger und gefälliger.
StarNet++ ist gröber aber etwas detailreicher.

Ich werde das in Zukunft wohl von Fall zu Fall und abhängig vom Objekt anwenden.
Oder ich male in Zukunft Bilder weil ich so langsam keinen Bildschirm mehr sehen kann :LOL:

CS Alex
 
Oder Starnet sieht nur in KI-Foto trainierten Augen besser aus. :LOL: Ich glaube, Ihr habt Euch schon ganz schön stark an die KI Knackigkeit eines KI-Bildes gewöhnt. (Nachschärfung, viel Farbe, viel Kontrast)

Hier Mal ein Referenzbild des inneren Iris-Nebels.
APOD: 2026 January 16 - NGC 7023: The Iris Nebula (privates Bild mit Copyright)

Das innere Auge auf der SyQon Bearbeitung sieht dem des Referenzbildes viel ähnlicher als in der Starnet Bearbeitung. (Köpfchen nach links neigen.) Auch die kleinen Sterne find ich gut. (Die Sterne auf dem Referenzbild sind größer als in real.) Und der Hintergrund hat keine störende Artefakt-Tapete, wenn man reinzoomt.

Ok, es ist halt wolkiger; es sieht ein wenig aus wie gemalt. Aber wenn der Nebel in Natur - ohne KI Pimp - halt wolkig und nicht so bunt ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mich bei beiden Bearbeitungen wirklich stört, sind die Ringartefakte um die Sterne. In Sterngruppen verbinden sie sich zu lustigen Sandbänken. Bei dem Starnet Bild stärker, weil das Bild härter eingestellt ist. Den Gesamteindruck am Bildschirm stört das nicht, aber wenn man Poster drucken würde schon. Aber das will man ja, wenn man wirklich eine Mega-Aufnahme hat. Und die aufgeblähten Sterne bei Starnet halt.

Wenn man beim SyQon Bild die Ringartefakt-Sandbänke noch reduzieren könnte (meckern auf hohem Niveau) und die Sterne als künstliche Sterne etwas größer machen könnte (weil man es auf Fotos so gewohnt ist), dann wäre es für mich, wo ich auf natürlich aussehende und eben nicht auf künstlich hoch-gepimpte Bilder stehe, perfekt ausgearbeitet.

P.S.: Hat Siril eigentlich auch eine Art Makro-Rekorder Funktion wie MS-Excel, wo man den (alten) Bearbeitungsprozess als Code aufnehmen, abspeichern und beim nächsten Mal dann abschnittsweise wieder neu ausführen lassen kann? Sonst kann man ja irgendwann wirklich den Bildschirm nicht mehr sehen! :LOL:
 
Zuletzt bearbeitet:
……und hier noch ein letztes Vergleichsbild vom Irisnebel.

Mit StarNet++

Den Anhang 535370 betrachten


Und mit SyQon

Den Anhang 535371 betrachten

Mein finales Fazit:
SyQon macht es geschmeidiger und gefälliger.
StarNet++ ist gröber aber etwas detailreicher.

Ich werde das in Zukunft wohl von Fall zu Fall und abhängig vom Objekt anwenden.
Oder ich male in Zukunft Bilder weil ich so langsam keinen Bildschirm mehr sehen kann :LOL:

CS Alex
Wenn ich mal ganz ehrlich meine Meinung zu den obigen Bildern abgeben darf dann wirkt für mich das Bild mit StarNet++ trotz Artefakte irgendwie besser. Was ich so bei den Bildern mit SyQon bisher gesehen habe sind die Sterne alles andere als real. Ich weiß jetzt natürlich nicht inwiefern hier die Bearbeitung vergleichbar ist, aber beim Irisnebel schauen die Stern mit SyQon recht ausgemagert aus. Und bei der Nachbearbeitung oben von heinrichl fehlt komplett der Sternenglanz.

CS,
Franz
 
Und bei der Nachbearbeitung oben von heinrichl fehlt komplett der Sternenglanz.

Nee, ich hatte nur zwei kleine Teilbereiche zur Qualitätsbegutachtung ausgeschnitten (sehr stark gecroppt). Falls es ganz wenig anders aussieht, kommt das eventuell von komprimiertes jpeg öffnen und wieder komprimiertes jpeg speichern. Aber bearbeitet ist da nix.
 
Zuletzt bearbeitet:
P.S.: Hat Siril eigentlich auch eine Art Makro-Rekorder Funktion wie MS-Excel, wo man den (alten) Bearbeitungsprozess als Code aufnehmen, abspeichern und beim nächsten Mal dann abschnittsweise wieder neu ausführen lassen kann? Sonst kann man ja irgendwann wirklich den Bildschirm nicht mehr sehen! :LOL:
Frag doch mal Cyril auf englisch oder französisch direkt, er ist ja auch hier im Forum angemeldet als lock042. Vielleicht ist das durchaus eine denkbare Erweiterung? Bearbeitungsschritte zurückgehen, geht ja sowieso schon.

Viele Grüße,

Günther
 
Hier Mal ein Referenzbild des inneren Iris-Nebels.
APOD: 2026 January 16 - NGC 7023: The Iris Nebula (privates Bild mit Copyright)
Ehrliche Frage: Warum hältst du dieses Bild für ein Referenzbild? Weißt du, mit welchen Methoden dieses Bild bearbeitet wurde? :unsure: (Es ist ein tolles Bild, keine Frage.) Die Unterschiede zwischen den beiden Versionen von Alex und dem APOD dürften eher mit unterschiedlichen Workflows zu tun haben, weniger mit dem Tool, das die Entsternung gemacht hat.
 
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