SyQon Starless - Neues Skript in Siril für Sternentfernung

… unter folgendem Link (Seite von Justus Falk, dem Ersteller des „Referenzbildes“) kann man die Auflistung der Verarbeitung-Tools sehen: https://jf-astronomy.de/sternwarte/
Da hier Pixinside, GraXpert und üblichen Programme aufgeführt sind, gehe ich mal davon aus, dass der Workflow ähnlich wie die meisten sein wird.
Allerdings müsste man zum eigentlichen Thema „Entsternung“ mal direkt bei Justus Falk nachfragen ;)

Grüße Alex
 
Ehrliche Frage: Warum hältst du dieses Bild für ein Referenzbild? Weißt du, mit welchen Methoden dieses Bild bearbeitet wurde?

Hallo,

Zum einen war es schlicht das beste Bild des Iris-Nebels (NGC 7023), das ich innerhalb von 15 min gefunden hatte.

Zum Anderen ist es ein APOD, ein astronomy picture of the day, das von zwei professionellen Astronomen unter tausenden Bild-Einsendungen als besonders wertvoll erachtet wurde. Insofern leitet sich die Referenzqualität des Bildes/ seine Goldstandardqualität aus den APOD-Selektionskriterien ab.

"
NASA’s Astronomy Picture of the Day (APOD) is curated by two astrophysicists, Dr. Robert J. Nemiroff and Dr. Jerry T. Bonnell, who decide which image or video appears each day and write the accompanying text.
(...)
There is no rigid, published scoring system, but several recurring criteria are described in public discussions and studies:
- Educational value: The image should allow a clear, interesting explanation that teaches some astronomy or space science, not just look pretty.
- Scientific or topical relevance: Preference is often given to images that show current events (e.g., a recent comet, eclipse, supernova, new mission result) or that illustrate important astronomical concepts.
- Public outreach impact: Images that can engage a broad audience, including non‑experts, fit APOD’s mission as a public outreach and science‑education project.
- Technical and aesthetic quality: Good composition and technically solid data processing help, though APOD sometimes features simple or even phone-camera images if they show a rare or instructive phenomenon.
- Originality and variety: Over time, the editors try to balance object types (planets, deep sky, atmospheric phenomena, spacecraft imagery, etc.) so the page is not dominated by just one kind of target.
"
Vgl.


Aber letztlich: Du hast ja auch kein besseres Referenzbild des Iris Nebels (NGC 7023)!


Die Unterschiede zwischen den beiden Versionen von Alex und dem APOD dürften eher mit unterschiedlichen Workflows zu tun haben, weniger mit dem Tool, das die Entsternung gemacht hat.

Meiner Meinung nach ist es genau anders herum. Das KI basierte Starnet Tool macht eben nicht nur Entsternung, sondern nebenbei noch einen ganzen Haufen anderen Kram.

Wenn man hier im Forum einen längeren KI generierten Text postet, dann gibt es einen großen Aufschrei. Dabei hat sich die KI längst heimlich bei Euch eingeschlichen, nämlich in Eurer Bildnachbearbeitung. :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Heinrichl,

es geht nicht um gutes oder schlechtes Referenzbild, und ja, das Bild ist auch toll.
Aber um es hier zum Thema Entsternung sinnvoll heranziehen zu können, müsstest Du direkt mal bei Justus Falk nach dem Workflow fragen. Wäre auf alle Fälle interessant zu wissen.

Wie ist dein Ablauf bei der Bildbearbeitung? Ich bin da offen für neue Methoden und Wege.

Grüße Alex
 
APOD ist sicher kein Referenzbild. Der Autor des Irisnebels hat ein überraschendes Besteck an Hard und Software aufgefahren dafür dass der erst 18 ist. Es steht zwar nicht explizit dabei, dass da BXT am Werk war, allerdings halte ich persönlich PI ohne BXT für einen Hund ohne Schwanz. Macht keinen Sinn da viel Geld in Hardware und Software zu investieren und dann einen Bogen um die RC Tools zu machen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht eine alte Aufnahme vom Irisnebel neu zu bearbeiten. Einmal mit SyQon, einmal mit Starnett++. Dieses mal habe ich versucht SyQon zu überlisten, in dem ich vorm Entsternen und Entrauschen das Bild erst gestreckt habe. Auch wenn die Kollegen sagen, dass man das nur auf dem linearen Material machen soll, kommen beide Tools damit prima zurecht.

Links ist die SyQon Version mit dem alternativen Workflow, rechts die normal mit Starnet++ und Graxpert angewendet das lineare Bild.
1771072934429.png


Es macht keinen großen Unterschied was den Detailverlust mit SyQon angeht. Das ist einfach was prinzipielles. Was mit dem alternativen Workflow deutlich besser ist, ist der Dynamikumfang der Sterne. Da sieht man die komplette Palette vom hellsten zum schwächsten Stern. Die ganze schwachen Sterne schluckt Starnet++ komplett. Auch die Farbdarstellung ist mit SyQon einfacher, da das nebenher auch das komplette Farbrauschen entfernt. Auch die chromatische Aberration in den Sternen ist mit SyQon praktisch weg.

Da ist auch eine neue Version raus gekommen. Aber das Grundproblem mit dem nicht zu vermeidenden Denoise ist aber geblieben. Da hat sich nichts geändert.

Das beste Ergebnis bekommt man vermutlich, wenn man den Hintergrund weiter mit der Starnet++ Version, die Sterne aber mit der SyQon zu bearbeitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe auch mal ein Galaxienbild bearbeitet. Da nimmt Starnet gerne sämtliche Halpha Gebiete und alle Hintergrundgalaxien mit raus. Das Problem hat aber SyQon auch. Den Detailverlust kann man praktisch komplett ausgleichen in dem man einfach aggressiver nachschärft. Dafür muss man allerdings auch Graxpert Denoise zusätzlich laufen lassen. Das ist das praktisch zweimal Denoise.

Ausprobiert habe ich es nicht, aber ich vermute es wird auch etwas bringen, wenn man das Bild vor der Bearbeitung mit SyQon hochskaliert und danach wieder runter.

Links SyQon, rechts Starnet++. Im rechten Bild ist noch H alpha beigemischt. Daher sieht das farblich leicht anders aus. Außerdem hatte ich rechts händisch sämtliche HII Gebiete und Hintergrundgalaxien manuell maskiert, sodass diese wieder im Bild landen, nachdem Starnet die weggemacht hatte.
1771078792835.png
 
Hochskalieren bringt irgendwie auch nix. Ich glaube solange der Autor den Denoise nicht in den Griff bekommt, ist das wie es ist.
 
APOD ist sicher kein Referenzbild. Der Autor des Irisnebels hat ein überraschendes Besteck an Hard und Software aufgefahren dafür dass der erst 18 ist. Es steht zwar nicht explizit dabei, dass da BXT am Werk war, allerdings halte ich persönlich PI ohne BXT für einen Hund ohne Schwanz. Macht keinen Sinn da viel Geld in Hardware und Software zu investieren und dann einen Bogen um die RC Tools zu machen.

Ich habe nochmal versucht ein ein besseres "Referenzbild" des Irisnebels zu finden. Von Hubble und JWST habe ich keine Groẞaufnahme des inneren Auges gefunden. (Aber das Durchsuchen der NASA/ESA Kataloge ist auch eine Wissenschaft für sich; gut möglich dass ich nur nicht clever genug war.) Das imho beste Foto von NGC 7023 auf Astrobin ist folgendes.


Und lustiger Weise ist auch dieses wieder ein APOD, ohne dass ich danach gesucht habe. :LOL:. Um Verwechslungen zu verhindern, nenne ich es einfach Mal APOD2.


Wenn ich Deine künstlich nachgeschärft Einrede nun - umdeutungsweise - auf das APOD2 Bild beziehen würde, könnte ich Dir sofort zustimmen. An dem inneren "blauen Schlüsselloch" glaube ich zu erkennen, dass hier kräftig (mit BXT) nachgeschärft wurde.


Etwas Ähnliches, das auf eine vergleichbare künstliche Nachschärfung hindeuten würde, vermag ich im APOD1 Bild des 18 jährigen Jünglings aber nicht zu erkennen. Vielleicht ist seine Ausarbeitung des Irisnebels - in meinen Augen - gerade deshalb so gut, weil er noch nicht mit dem künstlich überschärften ästhetischen Bildempfindens eines Astroforums "verdorben" wurde. ;)


Wie auch immer das eigene ästhetische Empfinden hinsichtlich Nachschärfen und Referenzqualität ist, wir haben mal zwei andere "gute" Ausarbeitungen von NGC 7023 gefunden, mit denen wir vergleichen können. Denn ab einem gewissen Qualitätsniveau kommt man mit dem einfachen "Variante A oder Variante B"- Vergleich nicht mehr weiter. Ich zumindest nicht.
 
Gibt Neuigkeiten zu dem Thema. Das Zenith Model, das man bisher in Siril verwenden konnte, ist nur die kostenlose Version. Es gibt nun zwei Modelle zur Auswahl. Wie bisher Zenith als kostenlose Version und nun noch Axiom, das kostenpflichtig ist.

Hier gibt es ein Video dazu:

Das Axiom arbeitet wohl besser und kommt auch besser mit sowas wie HII Gebieten in Galaxien klar. Kostet aber 27€. Trial Version gibt es nicht. D.h. man kauft die Katze im Sack inklusive dem Risiko mit dem aggressiven Denoise.

Abgesehen davon beobachte ich das ohnehin mit Argusaugen. Siril als Plattform für kostenpflichtige Produkte??
 
servus zusammen
habe gerad mal das script SyCon Starless in Siril Vers. 1.4.4 installiert und auch die freie Lizenz für 3 Tage zum Testen ausprobiert. Der download und die Installation des Modul Axiom V3 lief gut.
Der Hacken und der Stress geht jetzt los. wenn der Process gestartet wurde kam die Fehlermeldung? Keine Ahnung warum und was falsch war. Es wurde mir auch beim Reiter Models die Installtion in grün angezeigt.

Wo ich nicht ganz weiß ob das der richtige download war (es war keine anderer vorhanden war diese Datei: Windows_SyQonStarless-Setup-3.0.0

Nun binichmit meinem Latein am Ende und hoffe auf Euch.


1793104807015.jpeg


danke jetzt an Alle

bis dann
Rudi
 

Anhänge

  • Screenshot 2026-10-26 135301.jpg
    Screenshot 2026-10-26 135301.jpg
    54 KB · Aufrufe: 13
Zurück
Oben