Gerd_Duering
Aktives Mitglied
Danke für die Aufklärung, Gerd. Dann sind wir inhaltlich ja gar nicht weit auseinander.
Und die Formel
Kontrastverlust = Lineare_Durchmesserabschattung (in %)
ist das eine (Hobbyastronomen-)Daumenregel oder ein physikalisch belegbarer Zusammenhang, den man idealer Weise auch in Luminanz-/ Helligkeitswerten von Pixeln nachmessen könnte, wenn man eine Kamera dranhängen würde?
Offen gesagt, habe ich noch nie von dieser Kontrastformel gehört. Was nicht heißen soll, dass es sie nicht gibt oder sie falsch wäre.
Wenn wir über den Kontrast reden dann müssen wir die MTF betrachten und das ist nun mal eine Kurve.
Also ein komplexer Zusammenhang der sich vollumfänglich nicht einfach so in einer einzigen Zahl ausdrücken lässt.
Der Kontrastverlust durch Obstruktion ist von der Ortsfrequenz abhängig die man betrachtet.
Es kann also nicht gesagt werden eine Obstruktion mit einem bestimmten % Wert entspricht global für alle Ortsfrequenzen einer bestimmten Kontrastminderung.
Das geht weder linear noch mit auf die Fläche bezogener Obstruktion.
Es gibt aber eine Näherungsformel mit der man sich wenigstens einen Eindruck für einen Teilbereich der MTF verschaffen kann.
Das ist der effektive Kontrastdurchmesser nach Zmeck.
Durchmesser der Öffnung – Durchmesser der Obstruktion = Effektiver Kontrastdurchmesser.
Also alles linear und nicht auf die Fläche bezogen.
Dieser Zusammenhang besagt das die MTF für niedrige bis mittlere Ortsfrequenzen etwa auf das Level gedrückt wird das auch eine Optik ohne Obstruktion mit dem effektiven Kontrastdurchmesser erreicht.
Im Beispiel des CC8
Effektiver Kontrastdurchmesser = 194-73,5mm = 120,5mm
Das bedeutet das ein sehr guter APO mit 120,5mm Öffnung und das CC8 für einen Teilbereich in etwa die gleiche Kontrastübertragung haben.
Die Ortsfrequenzen werden hier absolut in Bogensekunden betrachtet um unterschiedliche Öffnungen in einer Grafik miteinander vergleichen zu können.
Grüße Gerd